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Hom. Il. 13,713-718

TitelIlias
AutorHomer
Zeitangabe7. Jh.v.Chr.
Originaltext οὐδ’ ἄρ’ Ὀϊλιάδῃ μεγαλήτορι Λοκροὶ ἕποντο· οὐ γάρ σφι σταδίῃ ὑσμίνῃ μίμνε φίλον κῆρ· οὐ γὰρ ἔχον κόρυθας χαλκήρεας ἱπποδασείας, οὐδ’ ἔχον ἀσπίδας εὐκύκλους καὶ μείλινα δοῦρα, ἀλλ’ ἄρα τόξοισιν καὶ ἐϋστρεφεῖ οἶος ἀώτῳ Ἴλιον εἰς ἅμ’ ἕποντο πεποιθότες, οἷσιν ἔπειτα ταρφέα βάλλοντες Τρώων ῥήγνυντο φάλαγγας·
Quelle T. W. Allen, D. Monro, Homeri Ilias, Bd. 2.
Übersetzung Aber die Lokrer ließen im Stich den Sohn des Oïleus; Zaghaft wurde das arme Herz im Kampfe der Nähe, Denn nicht hatten sie Helme von Erz mit wallenden Schweifen, Hatten gerundete Schilde nicht noch eschene Lanzen, Sondern allein auf Bogen und Schleudern von Wolle des Schafes Trauend, zogen sie mit gen Ilion, warfen mit diesen Viele Geschosse und sprengten die Schlachtgeschwader der Troer.
Quelle der ÜbersetzungH. Rupé, Homer: Ilias.
Kommentar In diesem Auszug aus dem Kampf um die Schiffe wird die Kampfesweise und Ausrüstung der Lokrer näher beschrieben. Homer unterscheidet hierbei noch nicht zwischen opuntischen und ozolischen Lokrern. Dennoch wird ihre Kampftechnik auffallend detailliert geschildert, wie es ansonsten in den Epen auch bekannteren Völkern kaum wiederfährt (eine weitere Ausnahme bilden die Abanter in Hom. Il. 2,540-544). Die Lokrer scheinen nicht die „übliche“ Kampfesweise zu vertreten, sie werden vielmehr als auf den Fernkampf spezialisiert gezeigt, was ihnen hier jedoch offensichtlich zum Nachteil gereicht. Diese Charakterisierung der lokrischen Kampfesweise steht im auffallenden Widerspruch zu Hes. asp. 23-26, der die Lokrer als "nahekämpfend" bezeichnet.
SchlagwortKampftechnik, Bewaffnung
Geographische ZuordnungLokris
Ethnische GruppenLokrer
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.217