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Diod. 9 frg. 1,4

TitelBiblioteke
AutorDiodorus Siculus
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.
Originaltext  Ὅτι ὁ αὐτὸς Σόλων, τὴν ὅλην ἀγωγὴν τῆς πόλεως ἐχούσης Ἰωνικήν, καὶ διὰ τὴν τρυφὴν καὶ τὴν ῥᾳστώνην ἐκτεθηλυμμένων τῶν ἀνθρώπων, μετέθηκε τῇ συνηθείᾳ πρὸς ἀρετὴν καὶ ζῆλον τῶν ἀνδρείων πράξεων.
Quelle F. Vogel (nach I. Bekker, L. Dindorf), Diodori bibliotheca historica, Bd. 2, Buch V-XII.
Übersetzung Obgleich die Stadt (Athen) ganz der ionischen Lebensweise huldigte und Luxus wie leichtsiniges Treiben die Menschen verweichlicht hatte, führte doch der gleiche Solon eine Sinneswandel bei ihnen herbei, indem er sie daran gewöhnte, Tugend zu üben und männlichen Taten nachzueifern.
Quelle der ÜbersetzungG. Wirth, O. Veh, Diodoros: Griechische Weltgeschichte, Bd. 1/II, Buch I-X.
Kommentar Diodor beschreibt hier eine Errungenschaft der Reformen des Solon in Athen, den Sinneswandel der Athener von dem ausschweifenden Leben Zugeneigten hin zu tugendhafteren Bürgern. In der antiken Literatur werden die Ionier immer als verweichlicht und liederlich dargestellt, so meint Diodor an anderer Stelle (8 frg. 18,1), die Sybariten schätzten die Ionier aufgrund des gemeinsamen Hanges zum Luxus. In diesem Zusammenhang können auch die Berichte der antiken Überlieferung über die Schwäche der Ionier gesehen werden, da diese Schwäche auch bedingt, dass die Athener nicht als Ionier bezeichnet werden wollen (so Hdt. 1,143,2-3). In Hdt. 4,142 werden die Ionier zudem als unmännlich und feige charakterisiert.
BelegstellenDiod. 8 frg. 18,1; Hdt. 1,143,2-3; Hdt. 4,142
SchlagwortLuxus
Geographische ZuordnungAthen
Ethnische GruppenIonier
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.149