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Diod. 8 frg. 18,1

TitelBiblioteke
AutorDiodorus Siculus
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.
Originaltext  Ὅτι οἱ Συβαρῖται γαστρίδουλοί εἰσι καὶ τρυφηταί. τοσοῦτος δὲ ἦν ζῆλος παρ’ αὐτοῖς τρυφῆς ὥστε καὶ τῶν ἔξωθεν ἐθνῶν μάλιστα ἠγάπων Ἴωνας καὶ Τυρρηνούς, ὅτι συνέβαινεν αὐτοὺς τοὺς μὲν τῶν Ἑλλήνων, τοὺς δὲ τῶν βαρβάρων προέχειν τῇ κατὰ τὸ ζῆν πολυτελείᾳ.
Quelle F. Vogel (nach I. Bekker, L. Dindorf), Diodori bibliotheca historica, Bd. 2, Buch V-XII.
Übersetzung Die Sybariten dienen ihrem Bauch und schätzen den Luxus. Und sie huldigen ihm so sehr, daß sie von den sonstigen Völkern am meisten die Ionier und Tyrrhener liebten, weil es erstere den Griechen, letztere es den Barbaren in ausschweifender Lebensweise zuvortaten.
Quelle der ÜbersetzungG. Wirth, O. Veh, Diodoros: Griechische Weltgeschichte, Bd. 1/II, Buch I-X.
Kommentar Diodor charakterisiert hier die Sybariten als dem Luxus zugeneigt und vergleicht sie dabei unter anderem mit den Ioniern, die von den Sybariten wegen dieser gemeinsamen Neigung sehr geschätzt werden. In der antiken Literatur werden die Ionier immer wieder derart gezeichnet, sie gelten oftmals als liederlich, was zuweilen mit einer dem Vorwurf der Verweichlichung in Zusammenhang gesehen wird. Vgl. Diod. 9 frg. 1,4, wo den Athener ob ihres Ioniertums solches vorgeworfen wird. In diesem Zusammenhang können auch die Berichte der antiken Überlieferung über die Schwäche der Ionier gesehen werden, da diese Schwäche auch bedingt, dass die Athener nicht als Ionier bezeichnet werden wollen (so Hdt. 1,143,2-3). In Hdt. 4,142 werden die Ionier zudem als unmännlich und feige charakterisiert.
BelegstellenDiod. 9 frg. 1,4; Hdt. 1,143,2-3; Hdt. 4,142
SchlagwortLuxus
Ethnische GruppenIonier
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.148