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Diod. 19,53,7-8

TitelBiblioteke
AutorDiodorus Siculus
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.
Originaltext μετὰ δὲ ταῦτα κατὰ τὸν Ἰλιακὸν πόλεμον ἐκστρατευσάντων τῶν Θηβαίων εἰς τὴν Ἀσίαν οἱ καταλειφθέντες ἐξέπεσον μετὰ τῶν ἄλλων Βοιωτῶν ὑπὸ Πελασγῶν. οὐκ ὀλίγοις δὲ μετὰ ταῦτα περιπεσόντες συμπτώμασι μόγις μετὰ τετάρτην γενεὰν κατὰ τὸν γενόμενον ἐπὶ τῶν κοράκων χρησμὸν ἀπῆλθον εἰς τὴν Βοιωτίαν καὶ τὰς Θήβας κατῴκησαν.
Quelle Th. Fischer (nach I. Bekker, L. Dindorf), Diodori bibliotheca historica, Bd. 5, Buch XIX-XX.
Übersetzung Als später die Thebaner im Troianischen Krieg nach Asien gezogen waren, wurden die Zurückgebliebenen samt den anderen Boiotern durch die Pelasger außer Landes getrieben. Danach erlebten sie nicht wenige Unglücksfälle und konnten endlich nach der vierten Generation dem „Rabenorakel“ gemäß nach Boiotien zurückkehren und Theben besiedeln.
Quelle der ÜbersetzungO. Veh, Diodoros: Griechische Weltgeschichte, Bd. 6, Buch XVII-XX.
Kommentar Nachdem Diodor über die Maßnahmen des Kassander in Theben berichtet hat, geht er auf die Geschichte der Stadt ein. Während die Thebaner im Troianischen Krieg kämpfen, werden die zurückebliebenen Thebaner und restlichen Boioter aus ihrer Heimat vertrieben und können erst nach vier Generationen zurückkehren. Die Pelasger gelten in der griechischen Antike als prähistorische Einwohner von weiten Teilen Griechenlands, Hom. Od. 19,177 erscheinen sie auch als Besiedler der Insel Kreta und Hom. Il. 2,681 folgend als Bewohner Thessaliens und von Epeiros (vgl. Hom. Il. 16,233), Herodot selbst kennt eine Version, nach der die Aioler einmal Pelasger hießen (7,95,1-2). Folgt man der Meinung Herodots, so würden hier Aiolier von Aiolern vertrieben, denn nach Diod. 4,67 stammen die Boioter von den Aiolern ab.
SchlagwortSiedlungsgeschichte, Orakel
Geographische ZuordnungTheben
Ethnische GruppenPelasger, Boioter
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.126