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Diod. 15,66,2

TitelBiblioteke
AutorDiodorus Siculus
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.
Originaltext τὸ μὲν οὖν παλαιὸν οἱ ἀπὸ Νηλέως καὶ Νέστορος κατέσχον αὐτὴν μέχρι τῶν Τρωικῶν χρόνων, μετὰ δὲ ταῦθ’ ὁ Ἀγαμέμνονος Ὀρέστης καὶ οἱ ἀπὸ τούτου μέχρι τῆς καθόδου τῶν Ἡρακλειδῶν, ἀπὸ δὲ ταύτης Κρεσφόντης ἔλαχε τὴν Μεσσηνίαν μερίδα, καὶ οἱ ἀπὸ τούτου μέχρι τινὸς ἐβασίλευσαν αὐτῆς· ὕστερον δὲ τῶν ἀπὸ Κρεσφόντου τὴν βασιλείαν ἀποβαλόντων Λακεδαιμόνιοι κύριοι κατέστησαν αὐτῆς.
Quelle F. Vogel (nach I. Bekker, L. Dindorf), Diodori bibliotheca historica, Bd. 3, Buch XIII-XV.
Übersetzung In grauer Vorzeit war das Land [Messene] im Besitz der Nachkommen des Neleus und Nestor, bis in die Tage des Trojanischen Krieges; darauf folgten Orestes, der Sohn Agamemnons, und dessen Nachkommen, bis zur Rückkehr der Herakliden; sodann gewann Kresphontes Messenien durch Losentscheid, und seine Nachfolger hatten für eien gewisse Zeit das Königtum inne; später aber verloren die Erben des Kresphontes die Königswürde, und die Lakedaimonier ergriffen die Herrschaft.
Quelle der ÜbersetzungO. Veh, Diodoros: Griechische Weltgeschichte, Bd. 4, Buch XIV-XV.
Kommentar Im Zuge seiner Beschreibungen der Unternehmungen der Thebaner während ihrer Einfälle in die Peloponnes 369/368 v.Chr. kommt Diodor auf die Geschichte der Region zu sprechen. Messene gilt hier als Besitz der Neleiden, bis dann die Herakliden auf die Peloponnes zurückkehren und sie unter sich aufteilen. Neleus gilt nach Diod. 4,68,3-6 als Nachkomme des Boiotos und damit des Aiolos, die ihre Heimat in der Phthiotis im späteren Thessalien haben. Während der Bruder des Neleus, Pelias, die Königswürde zu Hause übernimmt, zieht Neleus aus, geht nach Messenien, wo sich die Bevölkerung ihm freiwillig unterwirft, und gründet Pylos. Im 80. Jahr nach dem Krieg um Ilion (so Thuk. 1,12,3-4) erobern die Dorer unter Führung der Herakliden die Peloponnes, die vordorischen Bevölkerung wird von ihnen aus der Argolis, Lakonien und Messenien vertrieben, woraufhin Temenos Argos und Messene Kresphontes erhält und Lakedaimon von den Söhnen des Aristomachos, Prokles und Eurysthenes, übernommen wird (vgl. u. a. Plat. leg. 683c-e). Später erreichen die Lakedaimonier u. a. durch die Eroberung Arkadiens (vgl. u. a. Diod. 9 frg. 36,2-3) die Hegemonie über die Peloponnes.
BelegstellenPlat. leg. 685e-686a; Plat. leg. 682e; Plat. leg. 683c-e; Plat. leg. 685d-e
SchlagwortHerakliden, Siedlungsgeschichte, Herrschaftslegitimation
Geographische ZuordnungMessenien
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.119