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Diod. 11,41,4

TitelBiblioteke
AutorDiodorus Siculus
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.
Originaltext ρὸς δὲ τούτοις τοὺς μὲν Ἴωνας ὑπελάμβανε διὰ τὴν συγγένειαν ἰδίους ἕξειν, τοὺς δὲ ἄλλους τοὺς κατὰ τὴν Ἀσίαν Ἕλληνας δι’ ἐκείνους ἐλευθερώσειν, ἀποκλινεῖν τε ταῖς εὐνοίαις πρὸς τοὺς Ἀθηναίους διὰ τὴν εὐεργεσίαν, τοὺς δὲ νησιώτας ἅπαντας καταπεπληγμένους τὸ μέγεθος τῆς ναυτικῆς δυνάμεως ἑτοίμως ταχθήσεσθαι μετὰ τῶν δυναμένων καὶ βλάπτειν καὶ ὠφελεῖν τὰ μέγιστα.
Quelle F. Vogel (nach I. Bekker, L. Dindorf), Diodori bibliotheca historica, Bd. 2, Buch V-XII.
Übersetzung Außerdem dachte Themistokles daran, daß er die Ionier wegen ihrer Blutsverwandtschaft auf einer Seite habe und mit deren Unterstützung die anderen Griechen in Asien befreien könne, die dann ob dieser Wohltat ihre Gunst den Athenern zuzuwenden versprächen; was schließlich die gesamten Inselbewohner anlange, so würden sie, zutiefst beeindruckt von der Größe der Seemacht, sich bereitwillig auf die Seite der Partei stellen, die am meisten schaden wie nützen könne.
Quelle der ÜbersetzungO. Veh, Diodoros: Griechische Weltgeschichte, Bd. 3, Buch XI-XIII.
Kommentar Hier geht Diodor näher auf den Bau des Hafens am Piräus ein, welcher der Errichtung der athenischen Hegemonie zur See dienen soll. Letztere hofft er auch durch die Unterstützung der Ionier zu erreichen, denen im Falle ihrer Parteinahme für die Athener ihre Befreiung von der Perserherrschaft zugute komme. Athener und kleinasiatische Ionier werden in der Überlieferung immer wieder als blutsverwandt bezeichnet, so auch in Diod. 11,37,3, wo die Athener um ihren Einfluss bei den ebenfalls als Blutsverwandten bezeichneten Ioniern in Kleinasien fürchten. Herodot (8,22,1-3) nennt die Ionier Kleinasiens Nachkommen der Athener und auch Thukydides (1,95,1-2) meint, dass Athener und Ionier verwandt sind. Die Ionier gehen laut den ursprünglichen Sagenversionen nach ihrer Vertreibung aus Pylos bzw. Achaia Richtung Kleinasien, der späteren, unter athenischem Einfluss stehenden nach finden sie zuerst Aufnahme in Athen (so rekonstruiert F. Prinz, Gründungsmythen und Sagenchronologie, 347 den Mythos), worin die hier genannte Blutsverwandtschaft begründet ist.
BelegstellenDiod. 11,37,3; Hdt. 8,22,1-3; Thuk. 1,95,1-2
SchlagwortKriegsbündnis
Geographische ZuordnungAthen, Ionien
Ethnische GruppenIonier
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.109