Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Bischof Matthias, Seckau

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Hauptsiegel

Datierung: 1501-10-18

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Beschreibung
Avers-Typ:Thronsiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt den auf einem Faldistorium sitzenden SF in einer gotischen Baldachinarchitektur, die Umschrift ist oben und unten unterbrochen. Zu beiden Seiten der Architektur steht ein Engel, der eine Tartsche hält, rechts das Bistumswappen, links das persönliche Wappen des SF. Vom Faldistorium, über welches eine in weiche Falten gelegte Decke mit Zierbesatz am Rand gebreitet ist, sind die Stuhlbeine oben als Löwenkopf mit prächtiger Mähne gestaltet sichtbar. Die Füße des SF ruhen auf einem verzierten Podest. Der SF wird mit Mitra und Locken in leicht geschwungener Körperhaltung dargestellt. Über der Albe und der Dalmatik mit Besatz an den Ärmeln sowie am Saum, beide mit jeweils reichen Stoffmassen, liegt das Pluviale. Der Amikt umgibt die Dalmatik kragenförmig. Das Pluviale mit Zierbesatz ist mit einer blütenförmigen Schnalle geschlossen, die genau die Mitte des Siegels markiert. Die Rechte ist segnend erhoben und wie die Linke behandschuht. In der angehobenen Linken trägt er das Pedum mit einer nach außen gerichteten schmuckvollen Curva, die in eine Kreuzblume mündet.
Heraldische Beschreibung:Persönliches Wappen: Geviert, (1) und (4) in Blau ein silbernes Hifthorn mit goldener Fessel, (2) und (3) in Silber ein roter Balken begleitet von zwei roten Leisten.##Bistumswappen: In Rot eine aus dem linken Schildrand hervorkommende bekleidete silberne segnende Hand mit gestrecktem Daumen-, Zeige- und Mittelfinger.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Gotische Minuskel
Abgrenzung innen:Perlschnur zwischen zwei Linien
Abgrenzung außen:Linie
Transliteration:☼ s(igillum) ☼ d(omi)ni ☼ mathie ☼ dei ☼ gracia ☼ ~ ☼ epiſcopi ☼ eccleſie ☼ secovienſis 
Übersetzung:Siegel Herrn Matthias’ von Gottes Gnaden Bischof der Kirche von Seckau
Materialität
Form:rund
Maße:66 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

rot

Befestigung:anhängend an Pergamentstreifen, in einer naturfarbigen Schale
Zustand:intakter Abdruck
Metadaten
Siegelführer:

Bischof

Matthias Scheit (Scheyt, Schit, Schyt) der Diözese Seckau

1481-12-10 bis 1512-02-15

Johannes II. Serlinger resignierte als nominierter Bischof von Seckau zugleich mit der päpstlichen Provision seines Nachfolgers Matthias Scheit am 10.12.1481 in die Hände des Papstes. Bischof Matthias Scheit resignierte am 29.7.1502 in Rom. Ihm blieben aber der Titel eines Bischofs von Seckau und die Bistumseinkünfte bis auf eine Pension für den Nachfolger sowie das Recht, bei einer Erledigung das Bistum sogleich wieder zu übernehmen. Die letzte Klausel wurde aktuell als sein Nachfolger Christoph II. Zach 1508 starb. Den auf kaiserliche Initiative am 20.4.1509 zum Koadjutor und Nachfolger bestellten Christoph III. Raubar konnte Scheit bis zu seinem Tod von der Regierung des Bistums ausschließen. Er starb wahrscheinlich am 15.2. (andere Angaben 17.2., 10. oder 17.3) 1512.

Aufbewahrungsort:

Rein, Stiftsarchiv

A XII/4

Urkunde, 1501-10-18, Graz

Rücksiegel:

se-50

Weitere Siegel:se-44se-45se-46se-47se-48se-49se-50
Literatur

Karl Amon, Art. Scheit Matthias. Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches: 1448 bis 1648 hg. Erwin Gatz (Berlin 1996) 626–628.

Ludwig Freidinger, Siegelgebrauch und Wappenführung der Bischöfe von Seckau in Mittelalter und früher Neuzeit. Teil 3: 1452–1584. MStLA 50/51 (2001) 182–186, 200–206.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 3, 140.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Handle:hdl.handle.net/11471/104.10.4.43
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz