Gisela-Legath-Gasse
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Die Bäuerin Gisela Legath lebte 1945 mit ihren beiden Kindern, dem damals vierzehnjährigen Martin und der damals dreizehnjährigen Frieda, in Deutsch Ehrensdorf im Südburgenland. Legaths Ehemann war Soldat in der Wehrmacht. Im Burgenland zwang das NS-Regime zu dieser Zeit 80.000 ungarische Juden zur Arbeit. Zwei dieser Zwangsarbeiter waren György Krausz aus Szombathely und sein Freund Cundra (Nachname nicht bekannt), die in einer Mühle in Eberau beschäftigt waren. Als die Rote Armee heranrückte, trieben die Nationalsozialisten die Juden auf einen Todesmarsch in das KZ Mauthausen. Krausz und Cundra gelang die Flucht. Sie wurden von Gisela Legath in einem Getreidesilo versteckt. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern versorgte sie die zwei Männer mit Wasser und Nahrung. Wenige Tage später richtete die Wehrmacht auf dem Anwesen der Familie Legath direkt neben dem Getreidespeicher eine Feldküche ein. Als einer der Soldaten die versteckten Juden entdeckte, überzeugte ihn Legath davon, sie nicht zu melden und somit deportieren zu lassen, sondern sie weiter zur Arbeit einzusetzen. So konnte Krausz bis zum Abzug der Wehrmacht als Koch, Cundra als Schneider arbeiten. Am 12. Jänner 1994 wurde Gisela Legath gemeinsam mit ihren beiden Kindern Martin und Frieda die Auszeichnung "Gerechte der Völker" von Yad Vashem verliehen.
