Anton Schmid-Promenade
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Der Fußweg am linken Donaukanalufer wurde am 10. September 2002 nach dem Wehrmachtssoldaten und Widerstandskämpfer Anton Schmid benannt. Anton Schmid betrieb ein Radiogeschäft in Wien, 1938 wurde er zur Wehrmacht einberufen. Er leitete die Versprengten-Sammelstelle beim Bahnhof in Wilna (Vilnius, Litauen), wo er Soldaten, die von ihren Einheiten getrennt worden waren, zu sammeln hatte. Er beschäftigte in den seiner Sammelstelle angeschlossenen Werkstätten rund 140 Juden, die er vor der Ermordung schützte und teilweise nach ihrer Gefangennahme wieder befreite. Er transportierte mit seinen Wehrmachts-Lastwagen rund dreihundert Juden von Wilna in damals noch relativ sichere Gebiete bzw. Ghettos in Woronowo, Grodno, Bialystok und Lida. Jüdische Familien im Ghetto in Wilna wurden von ihm mit Lebensmitteln versorgt. Schließlich schmuggelte er führende Persönlichkeiten der jüdischen Widerstandsbewegung bis nach Warschau. Schließlich wurde er verhaftet und vom Kriegsgericht der Feldkommandatur der Wehrmacht in Wilna am 25. Februar 1942 zum Tode verurteilt und am 13. April 1942 hingerichtet.
