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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
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Digitale Erinnerungslandschaft



Erinnerungsstätte für die vertriebenen jüdischen Schüler

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Wien - Waltergasse 7, 1040 Wien
Wien / Künstlerische InterventionJüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJugendliche explizit erwähnt


Die Stätte der Erinnerung an vertriebene jüdische Schüler und Lehrer im Bundesrealgymnasium 4 im 4. Bezirk wurde am 16. November 2005 anlässlich des 150. Schuljubiläums eröffnet. Sie entstand im Rahmen eines Schulprojektes, bei dem damalige Schüler die Lebensgeschichten der vom NS-Regime im Jahr 1938 ausgegrenzten und vertriebenen Schüler und Lehrer der Ressel-Realschule recherchierten. Das Mahnmalen besteht aus vier Hologrammen, die auf einer Tafel erläutert werden. Einige der vertriebenen Schüler nahmen an der Eröffnung teil.





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Foto: porem




Transkription

Gedenkstätte für die vom nationalsozialistischen Regime im Jahre 1938 verfolgten und vertriebenen jüdischen Schüler und Lehrer der Ressel-Realschule. Die in vier Hologrammen abgebildeten Gegenstände und Motive sind Betroffenen zugeordnet und stehen symbolhaft für ihre Schicksale. Im Betrachten und Erfassen eines Hologramms spiegelt sich der Vorgang von Suchen und Finden vergessener Menschen und dem Erforschen ihrer Lebenswege. Beides setzt einen Erhellungs- und Klärungsprozess voraus, den Betrachter und Erforscher nur durch einen aktiven Zugang bewirken können. Sie müssen ständig Positionen und Blickwinkel ändern, um Dunkles hell und Undeutliches klar zu machen. Dann tauchen Menschen und Symbole aus der Tiefe des Raumes empor und sprechen von Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung – aber auch von ungebrochenem Lebensmut. Die tägliche Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Vertriebenen möge sie aber nicht nur dem Vergessen entreißen, sondern darüber hinaus unsere Entschlossenheit bestärken, gegen Diskriminierung jeder Art aufzutreten. Dies ist wohl der sicherste Weg, dem Wiederaufleben nationalsozialistischen Gedankenguts entgegenzuwirken. Wien, im November 2005.



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