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Digitale Erinnerungslandschaft



Nationale Gedenkstätte für Opfer des NS-Unrechtsregimes

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Wien - Simmeringer Hauptstraße 232, 1110 Wien
Wien / SchriftskultpurKollektivOrte des Terrors - KZOrte des Terrors - JustizÖffentlich zugänglich


Die österreichische Bundesregierung erklärte am 11. März 2013 die Gräbergruppe 40 am Zentralfriedhof in Wien-Simmering gemeinsam mit Opferverbänden zur "Nationalen Gedenkstätte für Opfer des NS-Unrechtsregimes". Zu diesem Zweck wurde eine deutsch- und englischsprachige Gedenktafel mit Informationen über die NS-Justiz und die Geschichte des Ortes enthüllt. Sie wurde innerhalb der "Gruppe 40" errichtet, wo bis 1945 vom nationalsozialistischen Regime hingerichtete Personen in Schachtgräbern begraben wurden. Nach 1945 wurden diese Gräber der NS-Opfer durch verschiedene Erinnerungszeichen zu einer Gedenkanlage. An der Eröffnung wirkten neben Bundeskanzler Werner Faymann, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner auch die Zeitzeugin und Widerstandskämpferin Käthe Sasso mit. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern las aus Abschiedsbriefen von Hingerichteten vorlasen.





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Foto: porem




Transkription

Erinnerung und Verpflichtung Das nationalsozialistische Regime unterdrückte nach der Okkupation Österreichs jede Opposition. Nicht nur politischer Widerstand und die Verbreitung regimekritischer Nachrichten wurden vielfach mit dem Tod bestraft, auch für geringfügige Vergehen oder unerwünschtes Verhalten konnte die Todesstrafe verhängt werden. Mehr als tausend der vom Volksgerichtshof, dem Oberlandesgericht Wien und von Sondergerichten verhängten Todesurteile wurden im Landesgericht Wien vollstreckt. In den Schachtgräbern der Gruppe 40 wurden die sterblichen Überreste der Hingerichteten entweder nach ihrer Verwendung für medizinische Studien im Anatomischen Institut der Universität Wien oder sofort nach der Hinrichtung formlos verscharrt. Ebenso wurden Männer, die aufgrund von Urteilen der Militärjustiz am Militärschießplatz Kagran exekutiert worden waren, hier vergraben. Damit wurde dieser Teil der Gruppe 40 zur letzten Ruhestätte für jene Menschen, die ihr Einstehen für ihre politische oder religiöse Überzeugung, ihr Eintreten für Mitmenschlichkeit, Freiheit und Demokratie mit dem Leben bezahlen mussten. Nach dem Ende des Krieges wurden einige der Hingerichteten in private Gräber umgebettet, anderen wurde hier ein Erinnerungszeichen gesetzt. Manche sind bis heute namenlos geblieben. Zum Gedenken an die in Konzentrationslagern ermordeten Österreicherinnen und Österreicher wurde Asche aus verschiedenen Gedenkstätten hier bestattet. An die hier beerdigten Opfer der Erschießung von entlassenen Häftlingen aus dem Zuchthaus Stein an der Donau in Hadersdorf am Kamp, die zum Teil hier bestattet wurden, erinnert eine Gedenktafel. Auch die nach 1945 zur Forschungen verwendeten Präparate der Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen fanden hier eine würdige letzte Ruhe. Die österreichische Bundesregierung gedenkt in Trauer der Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Ihr Schicksal ist Auftrag und Verpflichtung zur wachsamen Verteidigung der Demokratie, des Rechtsstaates und der Menschenrechte. 11. März 2013



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