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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Denkmal Turnertempel

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Wien - Turnergasse 22, 1150 Wien
Wien / DenkmalJüdische Opfer - GemeindeeinrichtungÖffentlich zugänglich


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten Nationalsozialisten während des Novemberpogroms alle Synagogen und Behäuser der Israelitischen Kultusgemeinde mit Ausnahme des Stadttempels im 1. Bezirk. Die Synagoge in der Turnergasse im 15. Bezirk wurde niedergebrannt. Am 10. November 2011 eröffnete die Stadt Wien an diesem Platz eine künstlerische Installation, die an die Synagoge erinnert. Den Ausgangspunkt nahm das Projekt im Jahr 2008 durch eine Initiative der Gebietsbetreuung und des Projektteams „Herklotzgasse 21“, das sich mit der jüdischen Vorgeschichte dieses Gebäudes und dem Leben der jüdischen Gemeinde im Bezirk beschäftigte. Gestaltet wurde die Installation zum Turnertempel von Iris Andraschek, Hubert Lobnig, Maria Auböck und János Kárász. Ihr Entwurf gewann den von KÖR - Kunst im öffentlichen Raum ausgeschriebenen Wettbewerb. Über den Platz verteilte Betonbalken stehen symbolisch für den zerstörten Dachstuhl, ergänzt werden diese durch in den Boden eingelassene Mosaike. Zusätzlich gibt es vor Ort eine erklärende Tafel in englischer, hebräischer, türkischer und serbisch-kroatischer Übersetzung.





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Foto 1: Nils Münger Foto 2: Stephan Wyckoff




Transkription

TURNERTEMPEL ERINNERUNGSORT SUCHE NACH EINER REFLEXIVEN ARCHÄOLOGIE. Zur Erinnerung an den Turnertempel, der 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde An dieser Stelle befand sich bis zur Novemberpogromnacht 1938 der Turnertempel. Diese Synagoge war ein wichtiges Symbol und ein Zentrum des jüdischen Lebens im Bezirk. Der Architekt Karl König, Schüler Friedrich Schmidts und später Assistent Heinrich Ferstels, hat das Gebäude 1870 entworfen, das in den Jahren 1871/1872 errichtet wurde. In der Nacht vom 9. Auf den 10. November 1938 wurde der Turnertempel durch Nationalsozialisten mit Handgranaten in Brand gesetzt und zerstört. Die Platzgestaltung Als zentrales Element wurde ein Netz aus schwarzen Betonbalken gewählt. Es symbolisiert den zerborstenen Dachstuhl des Tempels und erschließt zugleich den Platz. Mosaiken vermitteln zwischen Geschichte und Gegenwart. Sie zeigen Früchte und Pflanzen aus dem Süden, die in der Torah erwähnt sind. Diese können als Reste oder Anfang eines Festmahls verstanden werden, erinnern an die Zerstörung und das Schicksal der jüdischen Bürger, laden aber genauso zu einem neuen Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion ein. Die vorhandenen Linden wurden integriert, an diesem Ort, der die Vergangenheit nicht vergessen lässt, sich aber zugleich einer hoffnungsvollen Zukunft öffnet



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