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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
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Digitale Erinnerungslandschaft



Gedenktafel für verfolgte und ermordete EthnologInnen

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Wien - Laudongasse 15-19, 1080 Wien
Wien / GedenktafelJüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Am 1. März 2013 wurden an der Fassade des Volkskundemuseums in der Laudongasse 15–19 eine Gedenktafel enthüllt, die an jene jüdischen EthnologInnen erinnert, die das Museum unterstützten, hier forschten und während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Unter ihnen waren Eugénie Goldstern und Marianne Schmidl, die deportiert und ermordet wurden, sowie Adelgard Perkman, die den Holocaust überlebte und 1946 in Wien starb. Die Tafel wurde von Museum und Verein für Volkskunde gewidmet.

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Foto: porem




Transkription

Das Österreichische Museum für Volkskunde ist seit 1917 im Gartenpalais Schönborn beheimatet. Es verdankt wichtige Teile seiner Sammlungen und neue Perspektiven in der Erforschung der Volkskulturen Europas jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Viele von ihnen haben Verein und Museum durch groß- zügige Zuwendungen vor und nach dem I. Weltkrieg unterstützt. Konrad Mautner (1880–1924) und Heinrich Moses (1852–1920) haben bedeutende Sammlungen zur österreichischen Volks- kultur zusammengetragen. Rudolf Trebitsch (1876–1918) hat an den westlichen Rändern Europas geforscht. Er unterstützte das Museum mit namhaften Summen. Trebitsch trat früh dem Rassismus und Antisemitismus in der österreichischen Gesell- schaft entgegen, die sich alsbald auch in diesem Hause zeigen sollten. Die 1883 in Odessa geborene und 1920 in der Schweiz promovierte Eugénie Goldstern hat mit vergleichenden Forschungen zur Alltagskultur im Alpenraum der Ethnographie neue Wege eröffnet und dem Museum bedeutende Stücke übereignet. Sie wurde 1942 aus Wien deportiert und ermordet wie im selben Jahr auch Marianne Schmidl, 1890 in Berchtesgaden geboren, war sie die erste Frau, die in Österreich im Fach Ethnologie promoviert worden war. 1938 war sie wegen ihrer Herkunft in den 'dauernden Ruhestand' versetzt worden. 1938 wurde auch Adelgard Perkman 'aus rassischen Gründen vom Dienst enthoben'. Die 1897 in Czernowitz geborene Bibliothekarin des Vereins überlebte und starb 1946 in Wien. Museum und Verein für Volkskunde widmen diese Tafeln als Zeichen der Erinnerung ihren jüdischen Freunden, Gönnerinnen und Gönnern. März 2013



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