Gedenktafel "Kündigungsgrund Nichtarier" - Hof Rinnböckstraße
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An der städtischen Wohnhausanlage in der Rinnböckstraße 21 im Bezirk Simmering wurde wahrscheinlich im Jahr 2000 im Rahmen des Projekts "Kündigungsgrund: 'Nichtarier'" eine Gedenktafel für Paula Schein enthüllt, die 1938 von den Nationalsozialisten aus dem Gemeindebau vertrieben worden war. Das Projekt "Kündigungsgrund: 'Nichtarier'" wurde von der Volkshochschule Simmering unter der Leitung von Walter Schuster durchgeführt. Angestoßen wurde die Erforschung der Vertreibung jüdischer Mieterinnen und Mieter aus den Wiener Gemeindebauten unter dem Nationalsozialismus in den Jahren 1938 und 1939 durch den Archivar, Bibliothekar und Mitarbeiter im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes Herbert Exenberger, der gemeinsam mit Johann Koß und Brigitte Ungar-Klein 1996 die Studie "Kündigungsgrund Nichtarier. Die Vertreibung jüdischer Mieter aus Wiener Gemeindebauten in den Jahren 1938 und 1939" publiziert hat. Im Jahr 1999 wurde in der Bücherei Wien 11 die Ausstellung "Kündigungsgrund Nichtarier" gezeigt. Das Projekt wurde mit einer "historischen Wanderung" durch Simmering abgeschlossen, bei der fünf Gedenktafeln an Gemeindebauten enthüllt wurden. Die Gedenktafel für Paula Schein wurde erst später hinzugefügt, da die Wohnhausanlage 1999 renoviert wurde. Paula Schein wohnte in der Rinnböckstraße 21/2/7 bis sie delogiert wurde. Nach der zwangsweisen Umsiedlung in eine Wohnung in der Pazmanitengasse 3 im Bezirk Leopoldstadt wurde sie am 22. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 15. Mai 1944 von dort in das KZ Auschwitz überstellt und ermordet.
