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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
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Gedenkstein für konfessionslose und christliche Opfer des Rassenwahns

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Wien - Simmeringer Hauptstraße 244, 1110 Wien
Wien / GedenksteinJüdische Opfer - Als Jude oder Jüdin verfolgtÖffentlich zugänglich


Am 11. November 2003 wurde im Rahmen des Gedenkens an die Novemberpogrome auf dem jüdischen Teil des Zentralfriedhofs, Tor IV, Gruppe 18K, ein Gedenkstein enthüllt. Er erinnert an Konfessionslose und Christen, die nach den "Nürnberger Rassegesetzen" als Juden galten und Opfer der antisemitischen Verfolgung durch das NS-Regime wurden. Initiiert wurde der Gedenkstein mit drei beschrifteten Tafeln vom Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit.





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Foto: porem




Transkription

Erste Tafel: IN DIESER ERDE WURDEN ZWISCHEN HERBST 1941 UND FRÜHJAHR 1945 AUF ANORDNUNG DES NATIONALSOZIALISTISCHEN REGIMES AN DIE ACHTHUNDERT PERSONEN BESTATTET, DIE NACH DEN 'NÜRNBERGER GESETZEN' ALS JUDEN GALTEN, JEDOCH NICHT DER JÜDISCHEN GLAUBENSGEMEINSCHAFT ANGEHÖRTEN. DIE MEISTEN VON IHNEN WAREN CHRISTEN, EINIGE KONFESSIONSLOS. JAHRELANG LEBTEN SIE IN STÄNDIGER BEDROHUNG, MANCHE SETZTEN IHREM LEBEN SELBST EIN ENDE, UM DER DEPORTATION ZU ENTGEHEN. DIE VON DEN NAZIBEHÖRDEN ANGEORDNETEN BESTATTUNGEN ERFOLGTEN VOR ALLEM IN DEN GRUPPEN 18K, 19K, SOWIE 20C, D UND E. ALLE HIER BESTATTETEN GEHÖREN DER LEIDENSGEMEINSCHAFT RELIGIÖS GETRENNTER, IM STERBEN VEREINTER OPFER DES NATIONALSOZIALISTISCHEN RASSENWAHNS AN. Auf der zweiten Tafel sind die Opfer namentlich aufgelistet. Die Inschrift der dritten Tafel lautet: "Die auf diesem Gedenkstein genannten Gräbergruppen wurden in den Jahren 2002–2005 im Auftrag des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit saniert. Dank für die finanzielle Ermöglichung der Sanierung gilt Kardinal Franz König (†), dem Nationalfonds der Republik Österreich, der Stadt Wien – Kulturamt, der Erzdiözese Wien, den evangelischen Kirchen A.B. und H.B. in Österreich sowie der Erste Bank. Dieser Gedenkstein wurde am 11. November 2003 in Anwesenheit von Oberrabiner Paul Chaim Eisenberg, Kardinal Christoph Schönborn, Metropolit Michael Staikos, Bischof der evangel. Kirche A.B. Herwig Sturm, Bischof der altkatholischen Kirche Bernhard Heitz und weiteren Vertretern geistlicher und weltlicher Institutionen enthüllt." SIE MÖGEN IN FRIEDEN RUHEN!



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