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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
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Digitale Erinnerungslandschaft



Tor der Erinnerung Gertraut Ehrmann und Victoria Pfleger-Schwarz

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Wien - Campus Universität Wien, 1090 Wien
Wien / GebäudeJüdische Opfer - Als Jude oder Jüdin verfolgtFrauen explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Im Jahr 1998 wurde am Campus Universität Wien im Bezirk Alsergrund das Tor, das Hof 2 und Hof 4 verbindet, nach den Dermatovenerologinnen Gertraut Ehrmann-Binder und Victoria Lilly Pfleger-Schwarz benannt. Vor Ort wurde eine Tafel angebracht, die das Wirken der beiden beleuchtet. Pfleger-Schwarz wurde während der nationalsozialistischen Zeit aus antisemitischen Motiven verfolgt und aus der damaligen 1. Universitäts-Hautklinik ausgeschlossen. Nach 1945 kehrte sie an die Universität zurück. Die Tafeln wurden im Jahr 2024 erneuert.

Verbundene Personen





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Foto: Nils Münger




Transkription

Gertraut Ehrmann-Binder (1915–1997) Geboren 1915 in Laibach/Ljubljana, studierte sie in Wien Medizin und promovierte 1939. Sie trat in die II. Universitätshautklinik ein und habi-litierte sich dort 1968. Sie beschäftigte sich hauptsächlich mit der Sero-logie der Syphilis und war Leiterin des serologischen Labors dieser Kli-nik. Ehrmann-Binder publizierte an prominenter Stelle zur Morphologie und Biologie der Spirochäten bzw. der experimentellen Syphilis ebenso wie zur klassischen Lues-Serologie und zum sogenannten Nelson-Test (Treponema-pallidum-Immobilisationstest). Gemeinsam mit Victoria Lilly Pfleger-Schwarz zählt sie zu den ersten für das Fach Dermatovenerologie an der Universität Wien habilitierten Frauen. Victoria Lilly Pfleger-Schwarz (1909–1992) 1909 in Graz geboren, studierte sie an der Universität Wien Medizin und promovierte 1935. Sie trat in die damalige I. Universitätshautklinik ein, musste diese aber im Nationalsozialismus 1938 aus "rassischen" Gründen verlassen. 1945 kehrte sie an die Klinik zurück und blieb dort bis über ihre Pensionierung hinaus tätig (1980). Sie habilitierte sich 1965 für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Histologie und Histopatho-logie cutaner Lymphgefäße der unteren Extremitäten) und leitete die Abteilung für Dermatopathologie an der I. Universitätshautklinik. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten betrafen vorwiegend histopathologische Themen. Die sogenannte Angioendotheliomatosis proliferans systemisa-ta trägt als Tappeiner-Pfleger-Krankheit ihren und den Namen des Der-matologen Josef Tappeiner. Gemeinsam mit Gertraut Ehrmann-Binder zählt sie zu den ersten für das Fach Dermatovenerologie an der Universität Wien habilitierten Frauen.



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