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Stolperstein für Mathias Eicher

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Salzburg - Burgfriedstraße 4, 5400 Hallein
Salzburg / StolpersteinNS-EuthanasieÖffentlich zugänglich


Mathias Eicher wurde am 8.11.1890 in Gunskirchen, Oberösterreich, geboren und absolvierte dort eine Lehre zum Brauer. Nachdem er von 1912 bis 1918 im Militärdienst stand und im Fronteinsatz war, zog er 1921 nach Hallein und heiratete dort. Er erkrankte an Progressiver Paralyse und musste seine Arbeit als Sicherheitswachmann frühzeitig beenden. Die Ursache seiner Erkrankung war eine Spätfolge einer nicht ausgeheilten bzw. unbehandelten Syphilis-Infektion. Im weiteren Verlauf erkrankte Mathias Eicher an fortschreitender Demenz und litt an Persönlichkeitsveränderung sowie Halluzinationen. Aufgrund dessen wurde 1922 seine Ehefrau zu seiner Vormundin bestellt. Ab 1922 war er zunächst als Patient in der Salzburger „Landesheilanstalt" in Lehen, ab 1934 in der „Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau. Nachdem er im August 1939 nach einem kurzen Aufenthalt in der Salzburger Klinik in die Versorgungsanstalt Kuchl kam und dort in der ersten Nacht versuchte, aus dem Fenster zu springen, wurde er erneut nach Schernberg gebracht. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Auch Mathias Eichner sollte am 19.4.1941 nach Hartheim deportiert werden, kam jedoch schon beim gewaltsamen Abtransport ums Leben.

Verbundene Personen





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Stolperstein für Mathias Eicher, 2024 (© Cassandra Burgstaller)




Transkription

Hier wohnte Mathias Eichner JG. 1890 Deportiert 21.4.1941 Schloss Hartheim Ermordet 1941



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