Im Rahmen des Thalgauer Bedenkjahres enthüllte die Gemeinde am 21. Mai 2008 im Garten des ehemaligen Bezirksgerichts die neu errichtete Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. Im Zentrum der Gedenkstätte befindet sich eine Stele samt eingravierter Inschrift des Schriftstellers Karl-Markus Gauß. Darüber hinaus wurden hier die Namen und Todesdaten von Engelbert Weiß, Johann Ellmauer und Johann Schroffner festgehalten, die stellvertretend für all jene stehen, die aufgrund ihrer pollitischen und religiösen Überzeugungen Opfer der NS-Justiz wurden. Vor der Stele befinden sich fünf in den Boden eingelassene Gedenksteine, die der Thalgauer Opfer der “Euthanasie” gedenken sollen.
Thalgau
1938 – 1945
Als Unrecht geschah, haben viele mitgemacht: aus Verblendung oder weil es ihr Vorteil war. Als Unrecht geschah, haben viele weggeschaut: aus Angst oder weil sie ihre Ruhe haben wollten. An dieser Stelle sollte nach dem Wunsch der nationalsozialistischen Obrigkeit ein Ehrenhain errichtet werden. Wir ehren gerade an diesem Platz jene, die nicht ihren Vorteil im Auge hatten und ihre Angst überwanden. Drei Gemeindebürger büßten ihren Widerstand gegen das NS-Regime mit dem Tod. Und wir gedenken jener fünf Opfer, die im Vernichtungsprogramm der Euthanasie ihr Leben verloren.
(Karl-Markus Gauß)