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Gedenktafel für sowjetische Kriegsgefangene

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Salzburg - Bahnhofstraße, 5204 Straßwalchen
Salzburg / GedenktafelSoldaten - KriegsgefangeneÖffentlich zugänglich


Die aufgrund von Bauarbeiten zeitweise abmontierte Gedenktafel in der Nähe des Bahnhofs Steindorf bei Straßwalchen erinnert an das Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht, in dem 300 bis 400 Soldaten der Roten Armee interniert waren. Die im Laufe des “Russlandfeldzuges” gefangen genommenen Soldaten lebten in diesem sogenannten “Russenlager” unter widrigsten Umständen. Einige wenige Gefangene waren auserwählt worden, den Wachmannschaften bei der Beaufsichtigung des Lagers zu helfen, was zu Spannungen unter den Insassen führte. Nur wenige Tage vor der Befreiung Straßwalchens durch US-Truppen am 4. Mai 1945 flüchteten die Wachmannschaften, woraufhin es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Gefangenen und Hilfsaufsehern kam, von denen manche tödlich endeten. Bis dato sind die Entstehung, die Struktur und die Auflösung des Kriegsgefangenenlagers jedoch nicht hundertprozentig aufgearbeitet worden.





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Gedenktafel für sowjetische Kriegsgefangene, 2024 (© Hasan Softić)




Transkription

Mit Beginn des Russlandfeldzuges im Juni 1941 eroberte die Deutsche Wehrmacht bereits zu Beginn weite Gebiete und nahm Unmengen russischer Soldaten gefangen. Überall im Reich mussten daher schnellst möglich entsprechende Gefangenenlager angelegt werden. In Straßwalchen legte man für die russischen Kriegsgefangenen nahe dem Bahnhof Steindorf, im sogenannten Materialgraben der Eisenbahn, ein Lager für 300 bis 400 Gefangene an. Die Zustände in diesem relativ kleinen Lager waren wie überall im Reich äußerst prekär und die Wachmannschaften bedienten sich ausgiebig sogenannter Hilfsaufseher aus den Reihen der Kriegsgefangenen. Zeitgerecht vor dem Einmarsch der Amerikaner in Straßwalchen suchten die Wachmannschaften das Weite und überließen die Kriegsgefangenen sich selbst. Daraufhin kam es zu unkontrollierten Auseinandersetzungen zwischen den Gefangenen und den ebenfalls russischen Hilfsaufsehern, in deren Folge Tote und Verletzte zu beklagen waren.



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