Denkmal für vertriebene Sudetendeutsche am Kommunalfriedhof
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Am Salzburger Kommunalfriedhof befindet sich das Denkmal für vertriebene Sudetendeutsche, das seit 1961 an das Schicksal zahlreicher Menschen erinnert, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen mussten. Die Sudetendeutschen lebten in Böhmen, Mähren und Schlesien, also auf Gebieten, die nach der Auflösung der Habsburgermonarchie zur neugegründeten Tschechoslowakei gehörten. Diese deutschsprachigen Gebiete wurden nach dem Münchner Abkommen 1938 in das „Deutsche Reich” eingegliedert, 1939 folgte das gesamte tschechische Gebiet, die Slowakei erklärte ihre Unabhängigkeit. Unter der NS-Herrschaft wurden viele Tschech*innen Opfer der NS-Verfolgung und -Unterdrückung, wobei sich auch Sudetendeutsche an den Verbrechen der Nationalsozialisten beteiligten. Tschechien wurde schließlich von den US-Amerikanern und Sowjets 1945 befreit. Diese Befreiung führte zur Flucht und Vertreibung von 800.000 sogenannten „Volksdeutschen”. Ein Jahr später begann eine von den Behörden angeordnete „Aussiedlung”, der über zwei Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Aufnahme der vertriebenen Sudetendeutschen in die Mehrheitsgesellschaft ging anfangs nur schleppend vonstatten, erst ab den 1970er Jahren nahm man sukzessive Assimilationsprozesse wahr.
