Dr.-Franz-Rehrl-Platz
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Im Salzburger Stadtteil Äußerer Stein zwischen Salzach und Kapuzinerberg befindet sich der als Kreisverkehr angelegte Dr.-Franz-Rehrl-Platz, der dem am 4. Dezember 1890 in Salzburg geborenen langjährigen Landeshauptmann Salzburgs gedenkt. Die Umbenennung des ehemaligen Karolinenplatzes erfolgte bereits im Dezember 1946. Dr. Franz Rehrl studierte Rechtswissenschaften in Wien und war bereits während seiner Studienzeit Mitglied der katholischen Studentenverbindung “Austria Wien” und im österreichischen Cartellverband (CV). Überaus aktiv in der Christlichsozialen Partei, ernannte man den Vater zweier Töchter bereits 1919 zum stellvertretenden Landeshauptmann, im Mai 1922 – nach einem äußerst antisemitischen Wahlkampf – schließlich zum Landeshauptmann; das Amt sollte er bis zu seiner Amtsenthebung und Inhaftierung durch die Nationalsozialisten im März 1938 ununterbrochen ausführen. Auch nachdem die Austrofaschisten die Demokratie in Österreich abgeschafft hatten, blieb Rehrl in seiner Position; viele seiner sozialdemokratischen Kollegen waren Opfer von Verfolgung seitens des austrofaschistischen Regimes. Nach einjähriger NS-Haft wurde er 1941 freigesprochen. Im Juli 1944 erfolgte die erneute Verhaftung in Zell am Ziller; Rehrl wurde nach Salzburg gebracht und von der Gestapo verhört. Es erfolgte eine Überstellung in die Strafanstalt Berlin-Moabit, anschließend die Internierung im Konzentrationslager Ravensbrück, von wo aus er erneut nach Berlin-Moabit überstellt wurde. Nur wenige Zeit später befreite die Rote Armee Berlin. Der ehemalige Landeshauptmann überlebte die NS-Zeit, starb jedoch am 23. Jänner 1947 an den Folgen seiner Haft und Krankheit.
