Stolperstein für Zeiss Franz
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Franz Zeiss wurde am 7. November 1892 in Altenmarkt im Pongau geboren und absolvierte in der Stadt Salzburg das erzbischöfliche Knabenseminar “Borromäum” und das Priesterseminar. 1915 wurde er im Salzburger Dom zum Priester geweiht und war ab 1934 Stadtpfarrer der Pfarre St. Andrä. Am 11. März 1940 kam es zu einer Durchsuchung aller Pfarrämter nach Feldpostadressen von Soldaten des Wehrkreises XVIII, da die Pfarren diese Adressen nicht besitzen durften, weil befürchtet wurde, dass sie religiöse, "moral-zersetzende" Schriften an die Soldaten schicken könnten. Bei der geheimen Durchsuchung durch die Gestapo konnte nichts gefunden werden, da Zeiss von Maximilian Klimitsch, welcher Polizeibeamter war, vorgewarnt wurde. Maximilian Klimitsch wurde wegen Verrats von Staatsgeheimnissen zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt und starb im September 1944 in einer Strafeinheit der SS. Franz Zeiss wurde am 13. März 1940 ebenfalls verhaftet und im Februar 1941 an das Gefangenenhaus des Landesgerichtes vom Polizeigefängnis überstellt. Er wurde am 12. Juli 1941 zu zehn Monaten Haft verurteilt, da er den Geheimnisverrat Klimitschs nicht angezeigt hatte. Durch die 16-monatige Untersuchungshaft, welche angerechnet wurde, kam Zeiss frei, wurde aber weiterhin streng beobachtet. Trotzdem gelang es ihm zusammen mit Franz Wesenauer einigen Menschen das Überleben zu sichern, welche im Nationalsozialismus verfolgt wurden, so auch den 1916 geborenen konvertierten Juden Franz Leo Breuer. Franz Zeiss starb am 14. Mai 1991.
