Stolperstein für Wallerstein Lothar
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Lothar Wallerstein wurde am 6. November 1882 als fünftes von sechs Kindern einer jüdischen Familie in Prag geboren. So wie vier seiner Geschwister strebte auch Lothar eine Karriere als Musiker an. Auf Wunsch des Vaters, bei dem er auch Klavierunterricht nahm, studierte er zunächst jedoch Medizin. Erst nach dem Tod des Vaters 1906 begann er eine Meisterklasse am Konservatorium in Genf zu besuchen. 1910 wurde Wallerstein Korrepetitor in Dresden. Nur kurze Zeit später avancierte er zum Kapellmeister und Oberregisseur am Stadttheater von Posen. Nach dem Ersten Weltkrieg, Wallerstein diente als Militärarzt, machte er sich einen Namen als Opernregisseur in Duisburg und Frankfurt am Main. In den zwanziger Jahren gastierte er auch immer wieder in Wien, wo er später Oberregisseur an der Staatsoper werden sollte. 1926 folgte ein Engagement bei den Salzburger Festspielen, die er insgesamt zwölf Mal als Opernregisseur begleiten sollte. Unmittelbar nach dem “Anschluss” wurde Wallerstein aus der Wiener Staatsoper vertrieben. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten hielt er sich kurzzeitig in den Niederlanden auf, anschließend in Portugal, im August 1941 schließlich in den USA. Die US-Staatsbürgerschaft erhielt er im November 1945. Wallersteins Mutter erlebte den NS-Terror nicht mehr, da sie bereits 1930 verstorben war, seine Geschwister wurden alle während der NS-Zeit ermordet. Lothar Wallerstein starb am 13. November 1949 in New Orleans.
