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Stolperstein für Toscanini Arturo

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Salzburg - Max-Reinhardt-Platz, 5020 Salzburg
Salzburg / StolpersteinIndividueller WiderstandÖffentlich zugänglich


Der gebürtig aus Parma stammende Arturo Toscanini wurde am 25. März 1867 geboren. Mit der Familie – mit seiner Ehefrau Carla De Martini hatte er drei Kinder – lebte er in Mailand, pendelte aber stets zwischen Europa und Amerika. Die Auswirkungen des Widerstandes gegen den italienischen Faschismus erlebte er am eigenen Leib, als er sich 1931 in Bologna weigerte, die faschistische Hymne zu dirigieren. Neben verbalen Attacken gegen seine Person stellte ihn das Regime unter Hausarrest. Nur zwei Jahre nach dem Hausarrest trat Adolf Hitler an die Macht, was Toscanini dazu veranlasste, den Bayreuther Festspielen abzusagen, da er unter den neuen Machthabern nicht dirigieren wollte. In Österreich, genauer gesagt in Wien, dirigierte der begehrte Künstler im Oktober 1933 und somit in den Anfangstagen des Austrofaschismus. Ein Jahr später erfolgte Toscaninis Premiere bei den Salzburger Festspielen; die beiden Konzerte waren trotz erster Krisenerscheinungen – Juliputsch, “Tausend-Mark-Sperre" sowie Terroranschlägen seitens der österreichischen Nationalsozialisten - äußerst gut besucht. Bis 1937 sollte Toscanini bei den Salzburger Festspielen dirigieren. Eingeplant für die Festspiele 1938, teilte er der Öffentlichkeit jedoch nach der Unterzeichnung des Berchtesgadener Abkommens am 12. Feburar 1938 mit, dass er unter nationalsozialistischer Herrschaft nicht dirigieren würde, was ihm erneut scharfe Anfeindungen einbrachte. Stattdessen trat er im April 1938 in Jerusalem und Tel Aviv auf – aus Solidarität mit vertriebenen Musiker*innen. Diese Geste zeigte er auch bereits im Dezember 1936. Artuto Toscanini starb am 16. Jänner 1957 im US-amerikanischen Exil.

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Stolperstein für Toscanini Arturo, 2024 (© Sebastian Sillinger)




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