Gedenktafel in Erinnerung an die Errichtung der Südtiroler Siedlung (Lieferinger Kulturwanderweg)
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Eine Station des Lieferinger Kulturwanderwegs stellt die Tafel in Erinnerung an die Errichtung der Südtirolersiedlung dar. Die Siedlung, bestehend aus 220 Wohnungen, errichtete die Wohnbaugesellschaft “Neue Heimat” (heute: GSWB) in den Jahren 1939 und 1940. Der Errichtung ging ein Abkommen zwischen dem NS-Regime und dem faschistischen Italien voraus. Das Abkommen sah vor, dass sich deutschsprachige Südtiroler und Südtirolerinnen für eine Umsiedlung ins Deutsche Reich und den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft entscheiden konnten. Rund 70.000 Menschen verließen im Rahmen des Abkommens ihre Südtiroler Heimat und ließen sich vorwiegend in Tirol, Vorarlberg und in der Steiermark nieder. Aber auch in Salzburg fanden zahlreiche Emigrant*innen ein neues – in vielen Fällen aber nur ein temporäres – Zuhause in den neu errichteten Siedlungen. Nach dem Kriegsende kehrte ein Drittel aller Südtiroler*innen in ihre Heimat zurück. Die Tafel des Lieferinger Kulturwanderwegs wurde 2004 aufgestellt. Heute sind die Straßen rund um diese Siedlung nach den Herkunftsgebieten der sogenannten “Volksdeutschen” benannt, so zum Beispiel die Siebenbürgerstraße, die Banaterstraße, die Bessarabierstraße sowie die Buchenländer- und Gotscheerstraße. Eine Kontextualisierung der in den 1940er Jahre vergebenen Straßennamen gibt es bis dato aber nicht.
