Stolperstein für Schmidberger Berta
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Berta Schmidberger wurde am 22.7.1938 in Wien geboren. Ihre Mutter Friederike Schmidberger kam aus Vigaun bei Hallein, wurde katholisch getauft und wuchs in prekären Verhältnissen bei ihrer ledigen Mutter auf. Friederike Schmidberger war demnach keine Jüdin und auch nicht durch die „Nürnberger Rassegesetze” verfolgt. Ihr Partner, Nathan Fogel, war aber Jude, weswegen ihre beiden Kinder Berta und Stanislaus als „Halbjuden” Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Nathan Fogel wurde im November 1938 aus Österreich vertrieben und konnte die Terrorjahre in Polen überleben. Friederike gab ihre beiden 1935 und 1938 geborenen Kinder in das Kinderheim der Stadt Salzburg, um alleine ihren vertriebenen Lebenspartner in Polen zu suchen. Friederike versuchte lange zu verheimlichen, dass der Vater ihrer Kinder jüdisch war, um ihre Kinder vor Verfolgung zu schützen. Nicht erfolgreich kehrte sie aus Polen nach Hallein zurück und nahm ihre Kinder zurück zu sich. In Hallein arbeitete sie in einem Reservelazarett als Kanzleikraft, als die Behörden in Hallein Verdacht wegen ihrer unehelichen Kinder schöpften und den Kindsvater ermitteln konnten. Friederike wurde sofort entlassen. Danach beantragte die Behörde Hallein wiederholt, dass die beiden Kinder deportiert werden sollten. Die Mutter mit ihren Kindern musste sich wiederholt bei der Gestapo Salzburg melden. Anfang 1945 holte die Gestapo die beiden Kinder ab, Friederike konnte ihre Kinder nur deshalb begleiten, weil sie sich freiwillig zur Jüdischen Gemeinschaft bekannte. Gemeinsam wurden sie im Polizeigefängnis eingeliefert und am 14. Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert. Alle drei überlebten das NS-Regime und kehrten nach Salzburg zurück, wohin auch der Vater Nathan Fogel 1946 zurückkehrte.
