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Stolperstein für Rosé Alma

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Salzburg - Max-Reinhardt-Platz, 5020 Salzburg
Salzburg / StolpersteinJüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Alma Rosé wurde am 3. November 1906 in Wien als zweites Kind des Ehepaares Justine, geborene Mahler, und Arnold Rosé geboren. Ihr Onkel war der berühmte Komponist Gustav Mahler. Sie wurde durch ihren jüdischen Vater, dem bekannten Konzertmeister Arnold Rosé, zur Violinvirtuosin ausgebildet. Am 16. Dezember 1926 gab sie ihr Debüt. Sie heiratete am 16. September 1930 den Stargeiger Váša Příhoda, jedoch wurde die Ehe bereits im März 1935 wieder geschieden. 1933 gründete sie in Wien ein Frauenorchester unter dem Titel “Wiener Walzermädeln”. Bei den Salzburger Festspielen trat sie mit dem “Rosé-Quartett” auf. Obwohl Alma Rosé die tschechische Staatsbürgerschaft besaß, blieb sie nach dem “Anschluss” im nationalsozialistischen Wien, um ihre schwer kranke Mutter zu pflegen. Diese starb am 22. August 1938. Zusätzlich bereitete sie die Flucht ihres an Depressionen leidenden Vaters nach London vor. Gemeinsam gingen die beiden nach London, aber da Alma Rosé dort keine Arbeitserlaubnis als Solistin bekam, ging sie nach Holland, um dort Geld für sich und ihren Vater zu verdienen. Als die Wehrmacht im Mai 1940 in die Niederlanden einmarschierte, saß Alma Rosé dort fest. Sie versuchte 1942 über Frankreich in die Schweiz zu flüchten, wurde allerdings in Dijon verhaftet und in Drancy bei Paris interniert. Von dort wurde sie am 18. Juli 1943 in einem Deportationstransport in das KZ Auschwitz verschleppt. Im Frauenlager von Auschwitz-Birkenau wurde Alma Rosé von der SS-Oberaufseherin Maria Mandl ihrem “Mädchenorchester” zugeordnet und schikaniert. Am 4. April 1944 starb sie im KZ Auschwitz-Birkenau. Die überlebende Cellistin Anita Lasker-Wallfisch gedachte Alma Rosé mit den Worten: “An ihrer Wiege stand Gustav Mahler, an ihrer Bahre Josef Mengele.”

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Stolperstein für Rosé Alma, 2024 (© Sebastian Sillinger)




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