Stolperstein für Reindl Anton
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Anton Reindl wurde am 18. Dezember 1903 in Salzburg-Itzling geboren und war als Monteur beim Telegrafenbauamt der Stadt Salzburg tätig. Er war verheiratet mit Anna, geborene Hofer und gemeinsam bekamen sie am 5. August 1927 einen Sohn, welchen sie Anton nannten. Anton Reindl war Organisator des illegalen kommunistischen Widerstandes in Salzburg und nach Franz Ofner der Leiter der illegalen Landesorganisation der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Das Widerstandsnetzwerk verteilte Flugschriften, klärte mit antifaschistischen Schulungen auf und sammelte Unterstützungsgelder. Anfang 1942 wurde das Netzwerk durch einen Gestapo Spitzel infiltriert und aufgedeckt. Anton Reindl sowie Anna Reindl, die ab 1940 die illegale Frauengruppe der KPÖ leitete, wurden am 26. Januar 1942 verhaftet. Am 6. April 1943 wurde Anton Reindl vom “Volksgerichtshof” wegen “Zersetzung der deutschen Wehrkraft in Verbindung mit landesverräterischer Begünstigung des Feindes und Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilet. Er wurde am 8. Juli 1943 in München-Stadelheim enthauptet. Sein Sohn Anton versuchte nach dem gewaltvollen Tod beider Eltern nach Amerika zu flüchten, wurde aber an der Grenze verhaftet und zurück nach Salzburg gebracht, wo er unter die Vormundschaft des Stadtjugendamtes gestellt wurde. Dort wurde vorgeschlagen, ihn in die Staatserziehungsanstalt Rebhof in Bayern zu schicken, da er den HJ-Dienst verweigerte, eine Clique von Jugendlichen um sich scharte, die gemeinsam Jazzmusik hörte und er zudem geäußert haben sollte, dass er seine Eltern rächen würde. Bei der Überstellung entwich Anton, wurde wieder aufgegriffen und am 8. oder 11. Mai 1944 in das Jugend-KZ Moringen in Niedersachsen deportiert, welches einen eigenen Stapo-Block für politisch-oppositionelle Jugendliche, Kommunisten und Swing-Jugend führte. Dort wurde er am 9. April 1945 befreit. Er starb 1979 in Salzburg.
