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Stolperstein für Rehrl Franz

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Salzburg - Chiemseegasse, 5020 Salzburg
Salzburg / StolpersteinPolitischer WiderstandÖffentlich zugänglich


Franz Rehrl wurde am 4. Dezember 1890 in Salzburg geboren und war von 1922 bis 1938 Landeshauptmann von Salzburg. Rehrl studierte in Wien Rechtswissenschaften und er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung “Austria Wien” sowie im österreichischen Cartellverband (CV). 1918 heiratete er Maria Opferkuch und die beiden hatten zwei Töchter. Rehrl engagierte sich stark in der Christlichsozialen Partei. Im Jahr 1919 avancierte er mit nur 28 Jahren zum Landeshauptmann-Stellvertreter. Am 4. Mai 1922 wurde Franz Rehrl zum Landeshauptmann, nach einem antisemitisch geführten Wahlkampf, gewählt. Nach dem Umbau der österreichischen Demokratie zum Austrofaschismus blieb Franz Rehrl ungebrochen im Amt, während viele seiner sozialdemokratischen Kollegen nun gezielt Opfer austrofaschistischer Verfolgung wurden. Nach dem “Anschluss” im März 1938 wurde Franz Rehrl seines Amts als Landeshauptmann enthoben. Am 6. September 1939 kam das Gerücht auf, Rehrl habe Steuern hinterzogen, weswegen ein Prozess vorbereitet wurde. Rehrl wurde ein Jahr lang inhaftiert und im August 1941 freigesprochen. Zusätzlich zur öffentlichen Diffamierung wurden sein Haus und Besitz “arisiert”. Am 25. Juli 1944 wurde Rehrl erneut in Zell am Ziller verhaftet, nach Salzburg gebracht und dort von der Gestapo verhört. Am 19. August 1944 wurde er nach Berlin-Moabit transferiert und in das KZ Ravensbrück deportiert. Er war politischer Gefangener des Sonderkommandos “20. Juli” unter der Führung von Ernst Kaltenbrunner, das nach dem missglückten Anschlag auf Hitler ins Leben gerufen wurde. Rehrl wurde vom KZ Ravensbrück im April 1945 in die Strafanstalt Berlin-Moabit überstellt und wartete auf seinen Prozess. Tatsächlich wurde Berlin durch die Rote Armee befreit und Rehrl kam frei. Er starb am 23. Januar 1947 an den Folgen der Haft und Krankheit.

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Stolperstein für Rehrl Franz , 2024 (© Sebastian Sillinger)




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