Gedenktafel in Erinnerung an vertriebene Donauschwaben und -schwäbinnen (Lieferinger Kulturwanderweg)
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In der Salzachsee-Siedlung erinnert seit 2004 eine Metalltafel an die vertriebenen Donauschwaben und -schwäbinnen, die in Salzburg eine neue Heimat fanden. Bei den Vertriebenen handelt es sich um Nachfahren deutschsprachiger Auswanderer und Auswanderinnen, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert Gebiete des damaligen Königreichs Ungarn besiedelten. Nachdem es im Rahmen des Kriegsendes 1918 zu neuen Grenzziehungen gekommen war, befanden sich die Siedlungsgebiete nun nicht nur auf ungarischem, sondern auch auf rumänischem und jugoslawischem Territorium. Dort mussten die Donauschwaben und -schwäbinnen stets um den Erhalt ihrer Kultur bangen. Diese Tatsache machte sich das “Deutsche Reich” zunutze und verbreitete unter der deutschsprachigen Minderheit ihre Propaganda, die fruchten sollte: Viele Donauschwaben kämpften in der Wehrmacht bzw. in den Armeen osteuropäischer Achsenmächte. Zum Kriegsende hin flüchteten zahlreiche Donauschwaben und -schwäbinnen in NS-Gebiete, die Verbliebenen wurden von den neuen Machthabern entrechtet, oft in Lager interniert oder in die Sowjetunion deportiert. Nach Österreich kamen nach dem Kriegsende im Mai 1945 rund 130.000 Donauschwaben und -schwäbinnen; in der Salzachsee-Siedlung entstanden mehr als 50 Häuser.
