DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Stolperstein für Micheler Josef

Erinnerungsort detailiert betrachten | Forschungsdaten downloaden

| Personen, Metadaten und Bilder ansehen

Salzburg - Linzer Bundesstraße 58, 5020 Salzburg
Salzburg / StolpersteinIndividueller WiderstandÖffentlich zugänglich


Josef Micheler wurde am 16. Mai 1892 in Innsbruck geboren und war von Beruf Maurer. Er lebte ab 1935 in der Stadt Salzburg und heiratete 1941 die Hilfsarbeiterin Maria Achleitner. Das Ehepaar wohnte in einem Haus in Gnigl, in welchem auch der Maurer Josef Wallis lebte. Das Ehepaar Micheler und Josef Wallis gehörten während der NS-Zeit zwar keiner widerständigen Organisation an, sollen aber regelmäßig ausländische Radiosender, darunter die deutsche Sendung der BBC London, gehört haben. Die drei wurden durch Nachbarn denunziert und es kam am 2. November 1943 zu einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo und zur Verhaftung. Bei der Festnahme machten die Betroffenen gegenüber den Gestapo-Beamten angeblich Aussagen, wie: “Ihr könnt mich am Arsch lecken!” oder “Die Eier ess ich noch schnell weg, sonst fresst Ihr selbst die Eier auf”. Bei der Durchsuchung wurde auch ein Schriftstück mit satirischen Äußerungen sowie ein Exemplar von Hitlers “Mein Kampf” mit dem handschriftlich geänderten Titel “Mein Irrtum” vorgefunden. Zusätzlich wurde dem Ehepaar Micheler vorgeworfen, Lebensmittel-, Kleider-, und Raucherkarten gestohlen zu haben. Am 10. Mai 1944 wurde die Todesstrafe gegen Josef Micheler wegen “Abhörens feindlicher Nachrichten” und “kriegsschädlichen Verhaltens” verhängt. Im Prozess wurde er wiederholt als “gefährlicher Gewohnheitsverbrecher” stigmatisiert. Am 7. Juli 1944 wurde Josef Micheler in München-Stadelheim enthauptet. Seine Ehefrau Maria Micheler überlebte die Haft und das NS-Regime und zog nach 1945 nach England, wo sie 1977 starb.

Verbundene Personen





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Stolperstein für Micheler Josef, 2024 (© Sebastian Sillinger)




Weiteres