Stolperstein für Lehmann Lotte
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Charlotte Lehmann wurde am 27. Februar 1888 in Perleberg nordöstlich von Berlin als jüngeres von zwei Kindern des katholischen Ehepaares Marie, née Schuster, und Karl Lehmann geboren. Sie studierte Gesang in Berlin und debütierte am Hamburger Stadttheater. 1916 folgte ein Engagement an der Wiener Hofoper. 1926 trat Charlotte, genannt Lotte Lehmann bei den Salzburger Festspielen auf und heiratete in Wien ihren langjährigen Partner Otto Krause. Otto Krause war geschieden und hatte aus seiner ersten Ehe mit einer Jüdin vier Kinder. Die als Primadonna bekannte Lehmann, nun bekannt als Lotte, war bis zum Sommer 1937 fester Bestandteil der Salzburger Festspiele. Wiederholt ging sie auf Konzerttournee in die USA. 1934 versuchte Hermann Göring Lotte Lehmann nach Berlin zu holen, um die international gefeierte Primadonna an Nazi-Deutschland zu binden. Sie galt dort aber als unerwünscht, da sie viel mit Arturo Toscanini zusammenarbeitete, welcher sich stark gegen den italienischen Faschismus und deutschen Nationalsozialismus aussprach. Für den Salzburger Festspielsommer 1938 wäre ein Engagement Lehmanns erneut geplant gewesen, jedoch reiste sie bereits im Herbst 1937 in die USA, um dort Konzerte zu geben. Sie kündigte an, im April wieder in Wien zu sein, aber durch den “Anschluss” im März 1938 kehrte sie nicht mehr zurück. Im April 1938 reiste sie nach England sowie nach Den Haag und Paris, wo sie mit drei ihrer Stiefsöhne zusammentraf. Gemeinsam reisten sie am 10. August 1938 endgültig in die USA aus. Ihr Ehemann Otto Krause und das vierte Kind befanden sich zu diesem Zeitpunkt in New York. Otto Krause starb am 22. Januar 1939. Fortan lebte sie mit den vier Kindern in den USA und am 13. Juni 1945 bekam sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Nach dem Krieg besuchte sie oft Wien und Salzburg. Sie starb am 26. August 1976 in Santa Barbara in den USA.
