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Stolperstein für Kleiber Erich

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Salzburg - Max-Reinhardt-Platz
Salzburg / StolpersteinIndividueller WiderstandÖffentlich zugänglich


Erich Kleiber wurde am 5. August 1890 in Wien als jüngeres von zwei Kindern des katholischen Ehepaares Veronika, née Schöppl, und Otto Kleiber geboren. Die Eltern verstarben bereits früh, weshalb Erich Kleiber bei Verwandten aufwuchs. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Musik in Prag und hatte schnell als Dirigent mehrere Engagements in deutschen Städten. Von 1923 bis 1934 war er Generalmusikdirektor an der Berliner Staatsoper. Dort führte er vor allem die Musik von Alban Berg, Ernst Krenek, Darius Milhaud, Arnold Schönberg und Igor Strawinsky auf. Er war auch international bekannt und hatte mehrere Auslandstourneen, darunter 1926 in Argentinien. So lernte er in den USA seine Frau Ruth Goodrich kennen, die als Ruth Baumgardner am 30. September 1900 in den USA in eine jüdische Familie geboren wurde. Gemeinsam hatten sie zwei Kinder namens Veronika und Karl, später Carlos. In der deutschen Öffentlichkeit blieb die jüdische Herkunft seiner Frau unbekannt. Aber auch so war Erich Kleiber ein Dorn im Auge der Nationalsozialisten, da er mit Vorliebe moderne Musik spielte, welche die Nazis als “entartet” betrachteten. Er galt als antifaschistischer Dirigent und beschloss aufgrund der hitzigen Debatten um ihn, Berlin 1935 zu verlassen. Danach lebte er in der Nähe von Salzburg, jedoch wurden dem berühmten Dirigenten weder in Wien noch in Salzburg feste Engagements angeboten. Lediglich zwei Orchesterkonzerte durfte er bei den Festspielen im Sommer 1935 dirigieren. Er war also auch in Österreich unerwünscht. 1938 wanderte er mit seiner Familie nach Argentinien aus. Nach dem Krieg bemühte man sich weder in Salzburg noch in Wien oder Berlin um seine Rückkehr. Er starb am 27. Januar 1956 in Zürich.

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Stolperstein für Kleiber Erich, 2024 (© Sebastian Sillinger)




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