Gedenktafel für die Opfer der NS-Justiz am Landesgericht Salzburg
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Möchte man das Salzburger Landesgericht über die Schanzlgasse betreten, so kommt man an der Gedenktafel für die Opfer der NS-Justiz vorbei. Während der NS-Zeit spielte das Justizgebäude eine zentrale Rolle in der Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten. Über hundert Menschen verurteilte die NS-Justiz an diesem Ort zu Todesstrafen; unter den Verurteilten befanden sich zahlreiche kommunistische und sozialistische Widerstandskämpfer*innen, Eisenbahner sowie Kriegsdienstverweigerer. Ein öffentlicher Gedenkort für die zu Tode verurteilten war bereits 1946 seitens der SPÖ-Gemeinderäte geplant; der heutige Rudolfsplatz vor dem Justizgebäude sollte in “Befreiungsplatz” umbenannt werden. Anton Neumayr, SPÖ-Bürgermeister in den ersten Nachkriegsjahren, vertagte die Entscheidung darüber jedoch. Eine Umbenennung fand nie statt. Erst 2017 ergriff der damalige Bundesminister für Justiz, Wolfgang Brandstetter, die Initiative und ließ eine Gedenktafel anbringen.
