Stolperstein für Hofmann Rosa
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Rosa Hofmann wurde am 27. Mai 1919 in der Nähe von Linz geboren und zog mit ihrer Familie 1920 nach Maxglan bei Salzburg. Hofmann wuchs in einer sozialdemokratisch eingestellten Familie auf. Ihr Vater, welcher als Fassbinder in der Stieglbrauerei tätig war, wurde aufgrund der Weltwirtschaftskrise entlassen und beging daraufhin am 7. Februar 1932 an seinem Arbeitsplatz Suizid. Seine Tochter erlernte den Beruf der Näherin und war in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung bis zu deren Verbot 1934 aktiv. Danach betätigten sich Rosa Hofmann und ihre Geschwister in der illegalen Organisation Revolutionäre Sozialisten Österreichs (RSÖ). Unter dem NS-Regime war sie Teil einer Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), nämlich des Kommunistischen Jugendverbands (KJVÖ). Rosa Hofmann wurde 1941 zur Leiterin der Salzburger Jugendgruppe. Als Anfang 1942 die Salzburger Widerstandszellen durch einen Spitzel infiltriert und zerschlagen wurden, geriet auch Rosa Hofmann in die Fänge der Gestapo. Sie wurde am 17. April 1942 verhaftet. Aufgrund von “Vorbereitung zum Hochverrat” und “landesverräterischer Begünstigung des Feindes” sowie “Zersetzung der Wehrkraft”, da sie vor allem Flugblätter verteilt hat, klagte man sie an und brachte sie nach Berlin gebracht, wo sie ein “Volksgerichtsprozess” erwartete. Am 15. Dezember 1942 wurde sie zum Tode verurteilt und am 9. März 1943 enthauptet. Rosa Hofmanns Abschiedsbrief an ihre Familie ist enthalten geblieben. Darin steht: “Heute heißt es Abschied nehmen von Euch, denn das Gnadengesuch ist abgelehnt worden [...] Wer weiß, was ich noch alles mitmachen müsste, denn die Jugend ist vorbei, wenn man das erlebt, was ich erlebt habe. Ich komme mir vor wie eine alte Frau und würde nie mehr genauso glücklich sein können, es ist gut so, wie es ist, glaube mir. Ich bin müde geworden in der Zeit.” Von Rosa Hofmann ist auch folgender Ausspruch überliefert: “Sehnsucht habe ich nach euch und den Bergen”. Der Leichnam der Widerstandskämpferin wurde nie bestattet, da ihr Name auf der Liste des Berliner Anatomen Hermann Stieve stand, welcher Experimente an den Organen meist junger Frauen durchführte.
