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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
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Digitale Erinnerungslandschaft



Kupfergedenktafel an der Urnenkapelle am Friedhof der Pfarre Goldegg

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Salzburg - Hofmark 2, 5622, Goldegg
Salzburg / GedenktafelSoldaten - DeserteureOrte des Terrors - Gestapo/SS/NSDAPOrte des Terrors - KZFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Bis in das Jahr 2014 existierte kein Erinnerungszeichen an den sogenannten „Sturm” von Goldegg. Ziel dieser Razzia am 2. Juli 1944 war die Ergreifung und Verhaftung einiger Goldegger Wehrmachtsdeserteure, die teils seit dem Vorjahr untergetaucht waren. Die beiden unbeteiligten Hochleitner-Brüder wurden von der Gestapo ermordet, Peter Ottino starb im Schusswechsel mit der SS, Karl Rupitsch, August Egger und Kaspar Wind wurden im Oktober desselben Jahres im KZ Mauthausen erhängt, Georg Kößner im März 1945 in Glanegg erschossen, und Richard Pfeiffenberger starb in einer Strafkompanie. Ebenso wurden zahlreiche Familienangehörige und Nachbarn, die ihre Kinder und Freunde unterstützt hatten, in Konzentrationslager deportiert. Brigitte Höfert, die Tochter von Karl Rupitsch, erarbeitete auf eigene Initiative mit dem Historiker Michael Mooslechner und dem Bildhauer Anton Thuswaldner aus Kaprun ein passendes Konzept eines Erinnerungszeichens an die Geschehnisse von 1944. Der schlichte Gedenkstein sollte im Hof des Schlosses Goldegg verlegt werden. Die Gemeinde Goldegg entschied sich allerdings gegen die Verlegung. Als alternatives Gedenken wurde auf Bestreben des Pfarrers Alois Dürlinger vom Pfarrgemeinderat sowie dem Gemeinderat ein Text für zwei Kupfergedenktafeln ausgearbeitet. Diese wurden am 3. August 2014 am Friedhof Goldegg eingeweiht. Die Opfer des Sturms werden darauf nicht namentlich genannt.

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Kupfergedenktafel für die Goldegger Opfer des Nationalsozialismus am Friedhof der Pfarre Goldegg, 2024 (© Cassandra Burgstaller)




Transkription

Das Unrechts- und Gewaltregime des Nationalsozialismus hat am 2. Juli 1944 auf der Suche nach Wehrmachts-Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern mit über 1000 Mann der Waffen-SS und der Gestapo Goldegg gestürmt. 14 Menschen kamen ums Leben, mehr als 40 wurden verhaftet und gefoltert. Die Todesopfer beim “Sturm auf Goldegg” sowie danach in den Konzentrationslagern aus der Gruppe der Deserteure und aus der Bevölkerung von Goldegg haben bei vielen weit über diesen Ort hinaus tiefe Wunden hinterlassen. Es soll hier dieser Opfer und all derer gedacht werden, die unter dem Naziregime systematisch verfolgt und ermordert wurden, wie Juden, Sinti und Roma, Behinderter, Homosexueller, Künstler, Kriegsgefangener, Zwangs- arbeiter, Alter, Schwacher, Kranker, religiös und politisch Andersdenkender, aller Opfer sexueller, psychischer und körperlicher Gewalt – besonders der Frauen und Kinder, und all jener, die zu Feinden, Rassenunreinen und lebens- unwerten Kreaturen erklärt wurden. Zur Erinnerung und Mahnung mit der Bitte um Versöhnung und Vergebung. Pfarre und Gemeinde Goldegg 2014.



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