Ehemaliges Kaufhaus Schwarz am Alten Markt
Erinnerungsort detailiert betrachten | Forschungsdaten downloaden
| Personen, Metadaten und Bilder ansehen
Nur wenige Wochen nach dem “Anschluss” am 12. März 1938 erließ das NS-Regime eine Verordnung, die Juden und Jüdinnen verpflichtete, ihre Besitzverhältnis offen zu legen. Durch diese Offenlegung – im NS-Jargon “Vermögensanmeldung” genannt – bekamen die Nationalsozialisten einen Überblick über sämtlichen Besitz der jüdischen Bevölkerung. Im Rahmen der sogenannten “Arisierungen” wurden Juden und Jüdinnen enteignet; zahlreiche Häuser, Wohnungen, Firmen und Fabriken sowie Bargeld, Schmuck und Lebensversicherungen kamen in die Hände der Nazis. In Stadt und Land Salzburg ging es häufig um Immobilien; so auch beim besonders umkämpften Kaufhaus Schwarz, das von unterschiedlichen Seiten “arisiert” werden sollte. Das Geschäft wurde liquidiert. Der Eigentümer Walter Schwarz wurde bereits im März 1938 verhaftet, anschließend wieder freigelassen, die zweite Verhaftung erfolgte im August 1938. Schwarz wurde in der Gestapohauptstelle München festgehalten und soll dem Totenschein nach in der Haft Selbstmord begangen haben. Ob dies den Tatsachen entspricht oder ob Schwarz in der Haft ermordet wurde, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen. Häufig war die offizielle Todesursache nicht korrekt. Walter Schwarz wird heute mit einem Stolperstein vor dem ehemaligen Kaufhaus Schwarz gedacht.
