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Politischer Widerstand
Wilhelm Ackermann, Jahrgang 1898, war ein Salzburger Kriminalbeamter, der vor dem “Anschluss” insbesondere in der Bekämpfung nationalsozialistischer Umtriebe im Einsatz war. Aufgrund seiner Funktion und Tätigkeiten während des Austrofaschismus wurde Ackermann im März 1938 verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Ein Jahr später erfolgte die Überstellung ins KZ Buchenwald, wo er im Mai 1940 erschossen wurde. Seit 1948 erinnert eine Gedenktafel, die heute im Foyer der Salzburger Landespolizeidirektion zu finden ist, an die von den Nationalsozialisten ermordeten Exekutivbeamten, die auch ein Naheverhältnis zum austrofaschistischen Regime pflegten.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Aigner wurde am 10.3.1915 in Salzburg geboren. Ihre Mutter verstarb bereits früh und ihr Vater, welcher von Beruf Malermeister war, heiratete erneut. Maria Aigner war in der Pflegeanstalt der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul untergebracht. Im November 1938 wurde sie in die Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau verlegt, welche ebenfalls durch den Orden der Barmherzigen Schwestern geführt wurde. Maria Aigner wurde von dort am 21.4.1941 mit einem Transport abgeholt und nach Hartheim gebracht, wo sie im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, welche auch als „NS-Euthanasie” bekannt ist, ermordet wurde. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - Deserteure
Ferdinand Aigner wurde am 8. Juli 1896 im oberbayrischen Laufen geboren. Der Krankenpfleger war in der “Landesheilanstalt für Geisteskranke” beschäftigt, war verheiratet und hatte ein Kind. Im Mai 1944 erfolgte die Verhaftung Aigners, da man vermutete, dass er einem jungen Rekruten Injektionen verabreichte, sodass sich dieser dem Kriegsdienst entziehen konnte. Nur wenige Wochen nach seiner Verhaftung, am 14. Juni 1944, fand man Aigner leblos in seiner Zelle. Bis heute ist der Tod Aigners nicht hundertprozentig geklärt; die NS-Justiz vermerkte lediglich, dass es sich um einen “Selbstmord durch Erhängen aus Furcht vor Strafe” handelte. Ebenso wenig konnte bis dato nachgewiesen werden, dass er dem Rekruten Injektionen verabreichte. Heute erinnert ein Stolperstein am Kajetanerplatz an ihn.
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Jüdische Opfer - KZJüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Adolf (Abraham) Altmann wurde am 8.9.1879 in Hunsdorf (heute Slowakische Republik) geboren. Er war Doktor der Philosophie, Rabbiner, Gründer der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg und Verfasser der „Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg von den frühesten Zeiten bis auf die Gegenwart“.
Mit seiner Ehefrau Malvine Weisz aus Kaschau hatte er sechs Kinder. In Salzburg lebten sie zwischen 1907 und 1915 sowie zwischen 1918 und 1920 in einem großstädtischen „Hellerhaus“ in der Faberstraße 11. Dazwischen war Dr. Altmann Rabbiner der jüdischen Gemeinde Meran und außerdem k. u. k. Feldrabbiner. Ab 1920 war er fast 18 Jahre Oberrabbiner von Trier. Ende März 1938 floh er mit seiner Frau nach Den Haag. Nach der Besetzung Hollands durch die Nationalsozialisten im Jahr 1940 mussten sie nach Groningen ziehen, von wo sie 1943 ins Ghetto in Amsterdam gekommen sind. Der weitere Weg führte das Ehepaar in die KZs Westerbork, Theresienstadt und am 16. Mai nach Auschwitz, wo beide am 7.7.1944 vergast wurden. Einer ihrer Söhne, eine Tochter, der Schwiegersohn und die beiden Enkelkinder wurden bereits zuvor in Gaskammern ermordet.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Peter Altmann, geboren 1913 in der Pinzgauer Gemeinde Maishofen, war Bewohner der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Im Rahmen des “Euthanasie”-Programms wurde er 1941 in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Rosette Anday wurde am 22.12.1899 in Budapest als Kind jüdischer Eltern geboren. Nach ihrem Debüt als Sängerin im Jahr 1922 trat sie bis 1938 mehrmals bei den Salzburger Festspielen auf. Im Jahr 1938 erhielt die mittlerweile zum Christentum konvertierte Anday aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ein Auftrittsverbot. Die Sängerin war inzwischen mit ihrem zweiten Ehemann, dem Wiener Rechtsanwalt Karl Bündsdorf, verheiratet und konnte nur durch seine Hilfe die folgenden sieben Jahre versteckt in Wien überleben. Nach 1945 trat sie noch zwei Mal bei den Salzburger Festspielen auf, und ihren letzten Auftritt an der Wiener Staatsoper hatte sie im Jahr 1961. Am 18.9.1977 verstarb Rosette Anday im Alter von 77 Jahren und erhielt auf dem Wiener Zentralfriedhof ein Ehrengrab.
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Jüdische Opfer - KZJüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Heinrich Aninger (vormals Abeles), geboren am 15.7.1867 in Senomat bei Rakonitz (Böhmen) war Jude, Kaufmann, Vorstandsmitglied der Israelischen Kultusgemeinde Salzburg und Teilhaber der Bürsten- und Galanteriewarenfirma „Fischer & Aninger“ in Salzburg, Sigmund Haffner-Gasse 7-9. Außerdem war er Mitglied der zionistischen Ortsgruppe und Vorsitzender der Freimaurerloge B’nai B’rith in Salzburg. Verheiratet war er mit Klara, geborene Taussig, der Schwester von Emelie Fischer und Ehefrau seines Mitteilhabers Ludwig Fischer. Sie hatten einen Sohn, der nach einigen Wochen Inhaftierung im KZ Dachau ein Visum für die USA erhielt. Die Familie lebte in einer Wohnung im Andrä-Viertel in einem großstädtischen „Hellerhaus“, welches sie nach den Novemberpogromen vom 9. auf den 10. November 1938 verlassen mussten, weil es von einem nationalsozialistischen Beamten beansprucht wurde. Nach dreieinhalb Jahren in Wien wurden sie am 14. Juli 1942 schließlich nach Theresienstadt deportiert, wo Heinrich am 1.8.1942 und Klara am 4.10.1942 ermordet wurde.
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Jüdische Opfer - KZJüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Klara Aninger, geborene Taussig, wurde am 30.4.1882 in Rakonitz geboren. Sie war Jüdin und mit dem Juden Heinrich Aninger verheiratet. Dieser hatte mit dem Ehemann ihrer Schwester Emilie Fischer eine Bürsten- und Galanteriewarenfirma. Klara und Heinrich hatten gemeinsam einen Sohn, der nach einigen Wochen Inhaftierung im KZ Dachau 1939 ein Visum für die USA erhielt. Das Ehepaar hingegen musste im Rahmen der Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 ihre Wohnung im Andrä-Viertel verlassen und nach Wien ziehen. Am 14. Juli 1942 wurden sie schließlich nach Theresienstadt deportiert, wo Klara am 4.10.1942 und ihr Ehemann Heinrich am 1.8.1942 ermordet wurde.
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| Taussig | - |
NS-Euthanasie
Mathias Armstorfer kam am 10. September 1912 in Michaelbeuern als Sohn des in dort tätigen Schneidermeisters Johann Armstorfer und dessen Frau Agnes, geborene Hiebl, auf die Welt. Nach einem Aufenthalt in der Landesheilanstalt Salzburg, wurde Mathias Armstorfer am 21. Mai 1941 – keine 29 Jahre alt – nach Hartheim deportiert, wo er im selben Jahr ermordet wurde.
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| Matthias | - |
Politischer Widerstand
Franz Aschenberger wurde am 11.7.1898 in Lohnsburg im Bezirk Ried im Innkreis geboren und lebte zusammen mit seiner Ehefrau und Tochter in Itzling. Er war von Beruf Eisenbahner und Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, des Republikanischen Schutzbundes sowie in der Gewerkschaft aktiv, bis diese im Jahr 1934 unter der austrofaschistischen Diktatur verboten wurden. Im Nationalsozialismus war Franz Aschenberger Teil einer kommunistischen Widerstandsbewegung, welche von der Kommunistischen Partei Österreichs gelenkt wurde. Dort wurde der Zugschaffner Aschenberger zum Kassier des „Untergebietes Reichsbahn” und zum Leiter der „Gruppe Fahrdienst”. Die Gruppe zeichnete sich insbesondere für eine intensive Mitgliederwerbung und Verteilung von Flugschriften verantwortlich. Das Widerstandsnetzwerk wurde durch einen verdeckten Spitzel der Gestapo, den Münchner Josef Kirschner, infiltriert und 1942 aufgedeckt. Franz Aschenberger wurde am 12. Februar 1942 verhaftet. Es kam zum Prozess gegen ihn und er wurde am 2. November 1942 zum Tode verurteilt. Am 11.5.1943 wurde er zusammen mit seinem ebenfalls im Widerstand aktiven Kollegen Josef Haidinger in München-Stadelheim enthauptet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Margarethe Aschenbrenner wurde am 1.10.1887 in Salzburg geboren. Sie war das zweite von drei Kindern des Ehepaares Margarethe und Rudolf Aschenbrenner. Die Mutter verstarb bereits 1892 und der Vater heiratete erneut. Die Familie lebte in Salzburg. Aschenbrenner erlernte keinen Beruf und war als Dienstmädchen tätig. Im Februar 1926 wurde sie durch das Bezirksgericht entmündigt und war als Pflegling im Zufluchtshaus St. Josef und danach in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg untergebracht. Ab Juni 1929 war sie Patientin in der Salzburger Landesheilanstalt. Am 21. April 1941 wurde sie im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, nach Hartheim gebracht und dort ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Richard Aspöck, 1919 in der Stadt Salzburg geboren, Bewohner der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße, wurde 1941 nach Hartheim deportiert und 22-jährig ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1003
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal91
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal910
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Heinrich Auer wurde am 21.9.1909 in Salzburg Maxglan geboren. Er war ledig und von Beruf Konditor. Während des Nationalsozialismus war Heinrich Auer Mitglied der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und bei den städtischen Gaswerken als Heizer angestellt. Im Jänner 1942 wurde er verhaftet und am 24. August 1942 ins KZ Dachau deportiert. Gegen ihn wurde ein Prozess vor einem „Volksgerichtshof” in Salzburg am 6. April 1943 wegen „Zersetzung der deutschen Wehrkraft in Verbindung mit landesverräterischer Begünstigung des Feindes und Vorbereitung zum Hochverrat” geführt, bei welchem er zum Tode verurteilt wurde. Sein Todesurteil wurde am 20.7.1943 in München-Stadelheim vollstreckt. Sein Leichnam wurde der Anatomie Würzburg zu Studienzwecken übergeben und nicht bestattet.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Hermann Auer, gebürtig aus St. Martin bei Lofer, wurde 1920 geboren. Er bewohnte die Caritasdorf St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße, von wo aus er in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und 1941 ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt allen während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürgern und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Politischer Widerstand
Der Eisenbahner Alois Auer, geboren am 15. April 1900 im oberösterreichischen Zell am Pettenfirst, war Lokführer bei der Salzburger Lokalbahn. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs und im kommunistischen Widerstand aktiv, indem er Widerstandsgruppen in Bürmoos, Hackenbuch, Lamprechtshausen und Oberndorf organisierte. Aufgrund seiner widerständischen Aktivitäten wurde er verhaftet und am 31. Mai 1943 zum Tode verurteilt. Alois Auer wurde am 22. September 1943 in München-Stadelheim hingerichtet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Therese Bammer, geborene Rabeder, wurde am 17.8.1869 in Feldkirchen an der Donau in der Nähe von Linz geboren. Sie war die zweite Ehefrau von Franz Bammer, welcher von Beruf Gerichtsdiener war und aus seiner ersten Ehe drei Kinder hatte. Franz Bammer starb 1919 und danach wohnte Therese Bammer bei ihrem Stiefsohn Otto. Ab 1924 war Therese Bammer Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Sie wurde von dort am 16. April 1941 nach Hartheim gebracht und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Gestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)Orte des Terrors - KZFrauen explizit erwähnt
Margarethe Mair, spätere Bammer, wurde am 7.8.1922 in Goldegg geboren. Weil sie den als „fahnenflüchtig” geltenden Franz Unterkirchner öfter verpflegt hatte, wurde sie am 27. Juli 1944 von SS-Leuten verhaftet. Bevor sie in das Polizeigefängnis nach Salzburg überstellt wurde, kam sie in den Gendarmerieposten nach Lend und wurde dort vom Gestapo-Beamten König verhört und misshandelt. Aus Salzburg wurde Margarethe schließlich am 27. August gemeinsam mit anderen verhafteten Goldegger Frauen in das KZ Ravensbrück deportiert. Am 28. April 1945 wurde sie im KZ befreit und kam am 14. Juni 1945 nach Goldegg-Weng zurück.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Johanna Bauchinger wurde am 16.3.1903 in Maxglan geboren und war das jüngste Kind des Ehepaares Franziska und Franz Bauchinger. Die Mutter Franziska starb bereits 1917 und der Vater, welcher als Taglöhner tätig war, heiratete erneut, starb aber ebenfalls bereits 1920. Johanna Bauchinger konnte keinen Beruf erlernen und war daher als Dienstmädchen tätig. Sie bekam bereits mit 16 Jahren ein Kind, welches aber bei der Geburt starb. Sie lebte eine Zeit lang bei ihrer Stiefmutter und kam dann als Pflegling in ein Heim und anschließend als Patientin in die Landesheilanstalt Salzburg, wo sie stationär untergebracht war. Von dort aus wurde sie am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie” ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Agathe Baumann wurde am 28.11.1941 im Zwangslager als Tochter der Musikantin Amalie Baumann, geborene Blach, und des Musikanten Mathias Krems, geboren. Das Paar hatte insgesamt vier Kinder namens Ernst, Anna, Frieda und Agathe. Sie wurde in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 12.5.1943 ermordet. Die gesamte Familie fand dort den Tod.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Frieda Baumann wurde am 17. August 1939 in Salzburg als Tochter der Musikantin Amalie Baumann, geborene Blach, und des Musikanten Mathias Krems geboren. Das Paar hatte insgesamt vier Kinder namens Ernst, Anna, Frieda und Agathe. Frieda wurde in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 31. Oktober 1943 ermordet. Die gesamte Familie fand dort den Tod.
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Soldaten - Deserteure
Franz Baumgartner wurde am 16.9.1917 in der steirischen Gemeinde Birkfeld geboren. Seine Mutter war die ledige Hilfsarbeiterin Juliana Baumgartner. Franz Baumgartner war mit Erika Ratfelder verheiratet und von Beruf Dreher bzw. Fräser. Er war als Soldat Teil der deutschen Wehrmacht. Aufgrund von Ungenauigkeiten in den Quellen kann nicht festgelegt werden, ob Baumgartner Anfang 1944 auf Fronturlaub in Österreich oder als Soldat in Saalfelden stationiert war. Fakt ist, dass er desertierte. Der Kriegsinvalide Matthias Deutlinger aus Saalfelden half Franz Baumgartner bei seiner Flucht, trotzdem wurden beide von der Gestapo verhaftet. Baumgartner wurde von einem Kriegsgericht der Division 418 in Salzburg wegen „Fahnenflucht” zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde am 19.5.1944 in München-Stadlheim mittels Köpfung vollstreckt.
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Politischer Widerstand
Ludwig Bechinie-Lazan, Jahrgang 1879, war Gendarmerieoberst und Sicherheitsdirektor in Salzburg. Bechinie-Lazan, ein fanatischer Anhänger des austrofaschistischen Regimes, wurde nur wenige Stunden nach dem “Anschluss” am 12. März 1938 verhaftet und wenig später in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Von dort aus überstellte man ihn in das KZ Buchenwald. Es folgte einer weitere Überstellung in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein in Ostdeutschland, wo er 1941 ermordet wurde. Seit 1948 erinnert eine Gedenktafel, die heute im Foyer der Salzburger Landespolizeidirektion zu finden ist, an die von den Nationalsozialisten ermordeten Exekutivbeamten, die auch ein Naheverhältnis zum austrofaschistischen Regime pflegten.
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Jüdische Opfer - KZJüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Hermine Bechinsky, geborene Stein, wurde am 25.5.1861 in Teltsch (Telc), Mähren, geboren. Die Jüdin lebte mit ihrem Mann Josef Bechinsky bis zu dessen Tod am 3.12.1912 in Wien. Danach zog sie zu ihrer 1886 geborenen Tochter Ella und deren Ehemann, Realschulprofessor Dr. Otto Fuchs, nach Salzburg. Hermine flüchtete 1938 in die damals noch freie Tschechoslowakei, die im März 1939 zum „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ unter deutscher Herrschaft erklärt wurde. Hermine Bechinsky wurde am 18. Mai 1942 von Trebitsch (Trebic) in Mähren nach Theresienstadt deportiert und dort am 30.4.1943 ermordet.
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| Stein | Link |
KZ Opfer
Rudolf Beer wurde am 2.10.1901 im Salzburger Stadtteil Itzling in eine Eisenbahnerfamilie geboren. Er war vom Beruf her Schuhmacher und lebte Zeit seines Lebens bei seinen Eltern. Rudolf Beer war als Hilfsgendarm im Juli 1934 bei der Verhaftung von nationalsozialistischen Putschisten aus Lamprechtshausen beteiligt. Auf Betreiben des NSDAP-Ortsgruppenleiters von Itzling, Johann Hofer, wurde Rudolf Beer am 26. Juli 1938 von der Gestapo verhaftet und am 31. August 1938 vom Polizeigefängnis Salzburg in das KZ Dachau deportiert. Durch eine Intervention des NSDAP-Ortsgruppenleiters Hofer wurde Rudolf Beer vom KZ Dachau am 27. September 1939 in das KZ Mauthausen überstellt und dort am 17.4.1940 ermordet. Heute weiß man, dass Rudolf Beer Opfer der politischen Rache war.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Johann Belousov wurde am 16.10.1938 in Salzburg geboren. Er war das Kind einer Näherin und ihres Partners, welcher als Monteur tätig war. Der zweijährige Johann wurde am 25.7.1941 in die Heilanstalt Eglfing-Haar bei München eingewiesen. Dort ist er am 16.8.1941 gestorben. Die offizielle Todesursache lautete „Diphterie”. Mittlerweile konnte erforscht werden, dass fünf beeinträchtigte beziehungsweise kranke Kinder aus Salzburg in Eglfing-Haar umgekommen sind. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - Deserteure
Adolf Beranek wurde am 6.6.1915 in Salzburg den Eltern Maria und Johann Beranek geboren. Die Familie lebte im Stadtteil Itzling. Adolf Beraneks Vater Johann diente im Ersten Weltkrieg und war als Schwerinvalide arbeitsunfähig. Er starb 1929, als Adolf erst 14 Jahre alt war. Daraufhin geriet der Jugendliche in Konflikt mit dem Gesetz und war eine Zeit lang in einem Erziehungsheim, bevor er wieder bei seiner verwitweten Mutter leben konnte. Adolf Beranek unterhielt eine Beziehung mit seiner Freundin Emma und gemeinsam bekamen sie 1940 einen Sohn namens Helmut. Adolf Beranek wurde 1939 in die Wehrmacht eingezogen. Da er sich seinen Vorgesetzten wiederholt widersetzte, geriet er in die Fänge der Wehrmachtsjustiz und wurde in das Wehrmachtsgefängnis Torgau verschleppt. Dort wurde er zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung des Urteils fand am 30.9.1942 statt.
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Politischer Widerstand
Johann Bermoser wurde am 18.8.1903 in Eggelsberg bei Mattighofen geboren. Er heiratete Rosa Schallmoser und gemeinsam bekamen sie 1927 eine Tochter namens Elfriede. Die Familie lebte im Arbeiterheim Itzling und die Eltern waren bis zum Verbot 1934 Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Freien Gewerkschaft. Unter dem NS-Regime waren Johann und Rosa Bermoser Mitglieder der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Doch ihr Engagement in der kommunistischen Widerstandszelle wurde aufgedeckt. Im Frühjahr 1942 erfolgte die Verhaftung der beiden. Johann Bermoser wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” angeklagt, jedoch nie verurteilt. Während seiner Haft wurde er stark misshandelt und schwerkrank aus der Haft entlassen. Am 20.11.1944 starb er an den Haftfolgen in Salzburg.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Rosa Bermoser, geborene Schallmoser, wurde am 17.1.1900 in Kirchberg bei Mattighofen geboren. Sie heiratete Johann Bermoser und bekam 1927 Tochter Elfriede. Die Familie lebte zusammen mit der Familie ihres Bruders Karl Schallmoser im Arbeiterheim Itzling. Rosa Bermoser gehörte der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Freien Gewerkschaft bis zu deren Verbot 1934 an. Im nationalsozialistischen Österreich war sie Teil einer Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und Mitglied der kommunistischen Frauengruppe. Im Frühjahr 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann Johann Bermoser verhaftet. Rosa Bermoser wurde ohne Gerichtsverfahren in das KZ Auschwitz deportiert und dort am 14.10.1942 ermordet.
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| Schallmoser | - |
Politischer Widerstand
Karl Biack wurde am 12.9.1900 in Tulln in Niederösterreich geboren und war katholisch, Mitglied der katholisch-akademischen Studentenverbindung Norica und im Österreichischen Cartellverband (CV). Von Beruf war er Verwaltungsjurist im Staatsdienst und ab 1936 Polizeikommissar der Bundespolizeidirektion Salzburg. Er war mit Edeltraud Biack, geborene Siber, verheiratet und hatte zwei Kinder, Karl-Heinz, der im November 1938, und Eleonore, die im Februar 1942 geboren wurde. Die Familie lebte in Salzburg Parsch. Direkt nach dem „Anschluss” im März 1938 wurden die austrofaschistischen Spitzen der Politik, Verwaltung, Polizei und Justiz verfolgt. Karl Biack wurde aufgrund dieses Vorgehens aus dem Dienst entfernt und fortan durch die neuen Machthaber observiert, da er im Verdacht der politischen Opposition stand. Er begann daraufhin ein Medizinstudium in Innsbruck, wurde aber zu Beginn des Jahres 1943 aus dem „Ruhestand” zurück in den Dienst geholt, da es einen Mangel an qualifiziertem Personal gab. In der Nachbarschaft der Familie Biack lebten die Familien Hanifle, Platter, Schmiedinger, Seywald und Tinzl, die allesamt aus dem katholischen Milieu stammten. 1944 wurden die 29 Mitglieder dieser Familie wegen „Feindfunkhörens” und „zersetzender Reden habsburgisch-separatistischer Prägung” durch die Gestapo verfolgt, zwölf wurden verhaftet. Karl Biack wurde in einem „Volksgerichtshof”-Prozess in Salzburg am 21. und 22. Juli 1944, also kurz nach dem misslungenen Anschlag auf Adolf Hitler, zum Tode verurteilt. Am 11. September 1944 wurde er in das Strafgefängnis München-Stadelheim überstellt und am 7. November 1944 durch das Fallbeil getötet. Seine Frau und Kinder überstanden die Terrorjahre.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Bichler, geb. Mayrhofer wurde am 19. Mai 1902 in Radstadt geboren. Am 21. Mai 1941 wurde sie mit dem letzten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” aus der “Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 NS-"Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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| Mayrhofer | - |
Soldaten - Deserteure
Josef Bichler, in Bischofshofen am 18. November 1913 geboren, war ein Kriegsdienstverweigerer, der aufgrund seiner antifaschistischen und pazifistischen Einstellung vermutlich ermordet wurde. Bichler bekam bereits 1939 den Befehl einzurücken; nur ein Jahr später erfolgte seine Verhaftung aufgrund “kommunistischer Betätigung”. Ein Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft. m Juli 1942 zu einem Strafbataillon abkommandiert, desertierte er nach wenigen Monaten und lief zur Roten Armee über. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft soll Bichler in den Dienst der Sowjetunion getreten sein, womöglich als Spion; in Wien wurde er 1944 erneut von der Gestapo verhaftet. Da sich keine weiteren Aufzeichnungen finden, wird vermutet, dass er die Haftzeit nicht überlebte. Quellen zu konkreten Hintergründen fehlen jedoch nach wie vor.
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ZwangsarbeiterInnenKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
Josef Bieronski wurde am 20.12.1924 in Niwka geboren und arbeitete als Gärtner in Łosino/Lossin. Er wurde dort von den deutschen Besatzern verhaftet, ins KZ Groß-Rosen verschleppt und später in das KZ Dachau überstellt, wo er am 9. August 1942 als „Schutzhäftling” registriert wurde und den roten Winkel, welcher für politische Gefangene vorgesehen war, tragen musste. Aus dem KZ Dachau überstellte man ihn in das „Außenlager Salzburg – Polizeidirektion”, wo er Zwangsarbeit verrichten musste. Die Zwangsarbeiter des „Außenlagers Salzburg” waren vermutlich im Polizeigefängnis am Rudolfskai untergebracht. Am 18.11.1944 musste Josef Bieronski zum Entschärfen einer Zeitzünderbombe nahe dem Hotel Münchnerhof ausrücken. Die Bombe explodierte und er starb zusammen mit den anderen Zwangsarbeitern.
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Jüdische Opfer - KZAls Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Eduard Bigler, geboren am 15.3.1868 im oberösterreichischen Wels, war Sohn des jüdischen Ehepaars David und Rosa Bigler und konvertierte 1894 zum evangelischen Glauben. Der Kaufmann und spätere Vizekonsul Argentiniens heiratete seine ebenfalls konvertierte Frau Jolanda Goldberger 1921. Durch den „Anschluss“ musste das Ehepaar am 21. März 1938 ihre Wohnung sowie ihr Büro im Stadtteil Äußerer Stein räumen und in ihre Villa in Aigen ziehen. Der dort eingemietete Dr. Friedrich Hoch denunzierte das Ehepaar bei der Gestapo. Eduard Bigler musste seine Villa verkaufen, behielt aber das Wohnrecht. Eine Restitution wurde später nicht gewährt. Durch die 1939 erlangte argentinische Staatsbürgerschaft glaubte sich das Ehepaar Bigler in Sicherheit. Doch mit Ende der diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern wurden sie am 28. Jänner 1944 verhaftet und am Tag darauf ins KZ Bergen-Belsen ins Lager für ausländische Juden deportiert. Eduard Bigler wurde dort am 4.6.1944 ermordet. Jolanda Bigler erlebte die Befreiung und kehrte nach Salzburg zurück, wo sie bis zu ihrem Tod am 17.2.1964 im Altersheim Hellbrunn für Gerechtigkeit kämpfte.
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Jüdische Opfer - KZJüdische Opfer - SammelwohnungFrauen explizit erwähnt
Hedwig Bisentz, geborene Fürst, wurde als jüngstes von vier Kindern des jüdischen Ehepaars Elise (Esther), geborene Dick, und Rudolf Fürst am 11.6.1889 in Salzburg geboren. Ihre Eltern betrieben einen Großhandel mit Kurz-, Wirk- und Galanteriewaren im Haus Linzer Gasse 5, wo sie auch wohnten und welches seit März 1892 ihr Eigentum war. Während des Novemberpogroms vom 9. auf den 10. November 1938 wurde ihr Geschäft geplündert, verwüstet und beschossen. Später wurde die Familie enteignet, einem Antrag auf Restitution gingen die Nachkriegsbehörden nie nach. Hedwig hatte mit dem Zahntechniker David Bisentz einen Sohn, Rudolf. Anfang Juli 1941 wurden sie aus ihrer Wohnung vertrieben und in eine „Sammelwohnung“ im 2. Wiener Bezirk gepfercht. Am 20. August 1942 wurden Hedwig und David mit 994 anderen Jüdinnen*Juden in das KZ Theresienstadt gebracht. Hedwig Bisentz wurde am 14.4.1943 dort ermordet. Von ihrem Ehemann sind Ort und Tag des Todes bisher unbekannt.
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| Fürst | Link |
ZwangsarbeiterInnen
Jan Blach wurde am 6.1.1875 in Dziesnik in Polen geboren, war verwitwet und Landarbeiter. Er war einer von über 6000 „Fremdarbeitern”, welche im NS-Regime in der Stadt Salzburg stationiert waren und Zwangsarbeit zu verrichten hatten. Jan Blach war zunächst dem Arbeitslager Plain zugeteilt. Seit dem 4. September 1944 arbeitete er im Betrieb des Pferdehändlers Josef Noisternigg in Maxglan. Am 29.9.1944 starb der 69-Jährige an einer schweren Verletzung mit Beckenquetschung und Oberarmfraktur im Landeskrankenhaus Salzburg. Ob die Todesursache ein Unfall oder Verbrechen war, ist bis dato ungeklärt.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Margit Bokor wurde am 1.4.1900 in Losoncz, ehemals Ungarn, heute Slowakei, als Kind jüdischer Eltern geboren. Nach Auftritten an der Dresdner Oper, die sie im Jahr 1933 umgehend verlassen musste, da sie als sogenannte „Volljüdin” galt, und der Wiener Staatsoper debütierte sie im Jahr 1934 als Sängerin bei den Salzburger Festspielen. Bis 1937 wirkte sie in insgesamt acht Produktionen in Salzburg mit. Nachdem sie im März 1938 – noch vor Inkrafttreten der „Nürnberger Rassengesetze” – aus der Wiener Staatsoper vertrieben wurde, ging ihre Flucht über Amsterdam, Brüssel, Antwerpen und Rio de Janeiro und schließlich nach New York. Margit Bokor starb am 9.11.1949 in New York und ist am Calvary Cemetery, New York, bestattet.
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Soldaten - KriegsgefangeneZwangsarbeiterInnen
Goffredo Bonciani wurde am 7.2.1922 in Florenz in Italien geboren, war ledig und Student der Rechtswissenschaften. Er leistete Militärdienst für das faschistische Italien und wurde nach dem Wechsel Italiens am 8. September 1943 zu den Alliierten zu Zwangsarbeit bzw. als Kriegsgefangener nach Enns in Oberösterreich verschleppt. Am 3. Juni 1944 flüchtete Goffredo Bonciani zusammen mit weiteren fünf italienischen Kriegsgefangenen/Zwangsarbeitern. Gemeinsam wollten sie über den Krimmler Tauern nach Italien gelangen, wurden aber am 9. Juni 1944 von einem Gendarmen aufgehalten. Die Italiener wollten flüchten und der Gendarm erschoss einen von ihnen, daraufhin attackierten die restlichen Italiener den Gendarmen mit Zaunlatten. Sie wurden verhaftet und vor das Sondergericht Salzburg gestellt, wo ihnen am 2. August 1944 der Prozess gemacht wurde. Goffredo Bonciani wurde „in Ermangelung von Beweisen” im Gegensatz zu drei seiner Mitflüchtenden freigesprochen. Tatsächlich wurde er aber der Gestapo übergeben und zunächst im Polizeigefängnis angehalten und dann in das KZ Flossenbürg deportiert. Dort starb er am 26.2.1945 in Lengenfeld, einem Außenlager des KZ Flossenbürg.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Arthur Bondy wurde am 16.2.1877 in Wien als drittes von sieben Kindern des jüdischen Ehepaars Berta, geborene Donath, und Josef Bondy geboren. Er war Versicherungsdirektor und heiratete in Brünn die dort am 25.2.1887 geborene Jüdin Irma Kessler. Sie hatten eine gemeinsame Tochter, Melitta Gertrude. Nach dem Zerfall der Monarchie Österreich-Ungarn zog die Familie nach Salzburg in den Stadtteil Riedenburg. Dort wohnten sie unter anderem mit Arthurs ältestem Bruder Otto in einer Villa, die „arisiert“ und später nicht restituiert wurde. Ab Mai 1939 wohnten Arthur und Irma in Wien, weil sie aus Salzburg vertrieben wurden. Sie wurden am 28.11.1941 von dort mit 997 anderen Opfern in die weißrussische Stadt Minsk deportiert und ermordet. Sein Bruder Otto wurde am 14. Juli 1942 von Wien nach Theresienstadt und am 21.9.1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Irma Bondy, geborene Irma Kessler, wurde am 25.2.1887 in Brünn geboren und heiratete dort den Versicherungsdirektor Arthur Bondy. Gemeinsam hatte das jüdische Ehepaar eine Tochter, Melitta Gertrude. Nach dem Zerfall der Monarchie Österreich-Ungarn übersiedelte die Familie nach Salzburg, wo sie im Stadtteil Riedenburg unter anderem mit dem Bruder von Arthur, Otto, in einer Villa lebten. Diese wurde später „arisiert" und nach dem Krieg nicht restituiert. Im Mai 1939 wurden sie nach Wien vertrieben, von wo aus sie am 28.11.1941 mit 997 anderen Opfern in die weißrussische Hauptstadt Minsk deportiert und ermordet wurden.
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| Kessler | Link |
Jüdische Opfer - KZ
Otto Bondy, geboren am 5.9.1873 in Wien als ältester Sohn der sieben Kinder des jüdischen Ehepaars Berta, geborene Donath, und Josef Bondy, war Unternehmer in Wien und Salzburg. Er lebte zeitweise in einer Villa in der Neutorstraße 20, unter anderem mit seinem Bruder Arthur und dessen Familie. Die Villa wurde im Rahmen der „Arisierung“ 1939 an den Salzburger Rechtsanwalt Dr. Julius Bernhold übergeben und nicht restituiert. Otto Bondy wurde am 14. Juli 1942 von Wien nach Theresienstadt und am 21.9.1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Daniel Bonyhadi wurde am 23.12.1863 in Loipersdorf auf der Schütt, im damaligen Komitat Pressburg des Königreichs Ungarn, als zweiter Sohn des jüdischen Ehepaars Netti Adelheit, geborene Perl, und Moses Moritz Bonyhadi, geboren. Daniel lebte seit den 1880er Jahren in Österreich und heiratete die in St. Pölten geborene Jüdin Klothilde, geborene Kronberger, mit der er fünf Kinder hatte. Klothilde und ihre Tochter starben allerdings bereits 1893. Daraufhin zog Daniel Bonyhadi mit seinen vier Söhnen nach Salzburg und heiratete 1896 die Jüdin Sarah Gross. Sie hatten drei Söhne. Die Familie lebte im „Faberhaus“ im Andrä-Viertel. Daniel Bonyhadi arbeitete als Lederhändler, dann als Versicherungsinspektor und schließlich als Generalagent. Er war Obmann des jüdischen Kranken- und Beerdigungsvereins „Chewra Kadische“ sowie Tempelvorsteher und Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Seine Frau Sarah starb am 7.5.1931. Daniel Bonyhadi musste nach 42 Jahren Wohnhaft in Salzburg bereits im Juni 1938 sein Haus und Salzburg verlassen und nach Wien ziehen, wo er am 5.11.1939 starb.
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Jüdische Opfer - KZ
Edgar Bonyhadi, geboren am 23.5.1888, war das älteste Kind des jüdischen Ehepaars Klothilde, geborene Kronberger, und Daniel Bonyhadi. Nach dem Tod seiner Mutter übersiedelte er mit seinem Vater und seinen drei Brüdern 1896 nach Salzburg, wo sein Vater ein zweites Mal heiratete und drei weitere Söhne bekam. Edgar blieb ledig und arbeitete in Wien als Bankangestellter, seit 1936 war er allerdings „in Ruhe“ (vermutlich entlassen) und kehrte nach Salzburg zurück. Edgar wurde von Wien, wo er zuletzt wohnte, am 20. Mai 1942 in die besetzte Sowjetunion nach Maly Trostinec bei Minsk deportiert, wo er am 26.5.1942 ermordet wurde.
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Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Gertrude Bonyhadi, née Löwit, wurde am 26.1.1906 in Wien geboren. Sie war Jüdin, Modistin und mit Ludwig Bonyhadi verheiratet, mit dem sie eine Tochter, Ruth, hatte. Gertrude wurde am 15. Oktober 1941 mit ihrer Tochter nach Lodz und von dort am 23. August 1944 weiter in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Am 15. April 1945 wurde das Konzentrationslager von britischen Truppen befreit. Gertrude Bonyhadi starb allerdings am 1.5.1945 an den grassierenden Seuchen, wie ca. 13.000 weitere Häftlinge. Ihre Tochter Ruth überlebte und emigrierte 1946 in die USA.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Ludwig Bonyhadi, geboren am 30.11.1899 in Salzburg, war Sohn von Daniel Bonyhadi und dessen zweiter Ehefrau Sarah, geborene Gross. Er war verheiratet mit der in Wien geborenen Jüdin Gertrude Löwit, die als Modistin arbeitete. Sie hatten eine Tochter, Ruth. Gemeinsam mit Ludwigs verwitwetem Vater, Schwieger- und Großvater lebten sie seit Oktober 1934 in der Rainerstraße 4. Ludwig arbeitete ursprünglich in Wien als Versicherungsangestellter, dürfte später aber bis 1938 arbeitssuchend gewesen sein. Ludwig, zuletzt in Wien wohnend, wurde am 20.10.1939 im ersten Transport mit 912 Juden nach Nisko im besetzten Polen deportiert und ermordet. Seine Ehefrau Gertrude und ihre gemeinsame Tochter Ruth wurden am 15. Oktober 1941 nach Lodz, am 23. August 1944 nach Bergen-Belsen deportiert und am 15. April 1945 von britischen Truppen befreit. Während Gertrude am 1.5.1945 aufgrund der unter den Häftlingen verbreiteten Seuchen starb, überlebte Ruth und emigrierte im Mai 1946 in die USA.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Ruth Bonyhadi wurde am 18.6.1928 als Tochter des jüdischen Ehepaars Gertrude, geborene Löwit, und Ludwig Bonyhadi in Wien geboren. Die Familie lebte ab 1934 in Salzburg. Am 15. Oktober wurde Ruth mit ihrer Mutter nach Lodz, von dort am 23. August 1944 nach Bergen-Belsen deportiert. Die beiden erlebten die Befreiung am 15. April 1945 durch die britischen Truppen, allerdings starb ihre Mutter Gertrude am 1.5.1945 an einer Seuche. Ruth emigrierte im Mai 1946 in die USA, wo sie den 1938 aus Deutschland vertriebenen Herbert J. Rubel heiratete. Gemeinsam bekamen sie drei Töchter. Ruth starb am 11.10.2001 in Richmond, Virginia.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Brandstätter wurde am 18.6.1887 in Faistenau bei Salzburg geboren und war die Tochter einer ledigen Dame bäuerlicher Herkunft. Sie wurde von der Salzburger Familie Hinterstoißer adoptiert und wuchs dort auf. Maria Brandstätter absolvierte eine Lehrerinnenausbildung und war Volksschullehrerin in Itzling. Aufgrund des Lehrerinnenzölibats blieb sie ledig. Maria Brandstätter wurde am 10. September 1940 in der „Landesheilanstalt" Salzburg als Patientin aufgenommen. Sie wurde von dort am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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KZ OpferOpfer des Faschismus
Johann Brandthaler wurde am 4.6.1895 im oberösterreichischen Handenberg geboren und arbeitete seit 1927 als Hausbursche und Diener in Salzburg, Gnigl und Maxglan. Er war ein leitender Funktionär in Salzburg in der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und wurde nach dem Verbot der Partei im Jahr 1933 mehrmals wegen illegaler Betätigung verhaftet. So wurde er vom Landesgericht Salzburg wegen „Verbrechen des Hochverrats” verurteilt und erhielt 1937 ein Aufenthaltsverbot für Salzburg. Aufgrund der Verfolgungserfahrung wegen seiner politischen Ansichten reiste Brandthaler 1937 nach Spanien, um dort aufseiten der Internationalen Brigaden gegen das faschistische Franco-Regime zu kämpfen. Nachdem das Franco-Regime siegte, kehrte er nach Österreich zurück und wurde unter dem NS-Regime als Kommunist und „Rotspanier” verhaftet und am 9. Dezember 1940 in das KZ Dachau deportiert. Er wurde in das KZ Neuengamme überstellt und starb dort am 2.11.1942 offiziell wegen „Versagen von Herz und Kreislauf bei Magen- und Darmkatarrh”. Die Spanienkämpfer waren Freiwillige aus vielen Ländern, so auch ca. 1400 Personen aus Österreich, die nach Spanien reisten, um die Spanische Republik nach dem Franco-Putsch zu verteidigen. Die Freiwilligen sahen ihren Beitrag im Kampf gegen den Faschismus, der sich über ganz Europa auszubreiten schien. Viele der Spanienkämpfer wurden nach ihrer Rückkehr nach Österreich durch die Nationalsozialisten verfolgt.
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Soldaten - DeserteureHomosexuelle OpferJugendliche explizit erwähnt
Walter Braunwieser wurde am 12.6.1922 in Hallwang bei Salzburg geboren und war von Beruf Hilfsarbeiter. Er lebte in der Stadt Salzburg bei seinem verwitweten Vater. Bekannt ist, dass Walter Braunwieser aufgrund seiner sexuellen Orientierung im Nationalsozialismus zunächst strafrechtlich verfolgt, aber später zur Wehrmacht eingezogen wurde. Er war Teil des Gebirgsjäger-Ersatz-Regiments der Division 188. Er wurde von dem Kriegsericht der Division 188 wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe bzw. „Fahnenflucht” zum Tode verurteilt. Am 30.6.1942 wurde das Todesurteil auf dem Militärschießplatz Glanegg bei Salzburg vollstreckt.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Georg Brejner, geboren am 14. Juli 1919, war ein jüdischer Zwangsarbeiter, der gebürtig aus Ungarn stammte und zwischen 3. Oktober 1939 und 19. Dezember 1939 als sogenannter Erdarbeiter beim Bau des Tauernkraftwerks Kaprun beschäftigt war. Da es nur wenige Hinweise für die Beschäftigung jüdischer Personen gibt, ist jedoch allgemein anzunehmen, dass nur wenige Juden und Jüdinnen beim Bau des Kraftwerks zwangsverpflichtet wurden und diese auch nur für eine relativ kurze Zeit beschäftigt waren. Untergebracht waren sie in einem der beiden sogenannten “Judenlager”. Über den weiteren Verbleib Georg Brejners ist bis dato nichts bekannt.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Franz Brož wurde am 13.7.1889 in der Gemeinde Liefering bei Salzburg geboren und war von Beruf her Schlosser und Oberwerkmann der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). 1919 heiratete er seine Frau Maria und zog in den Stadtteil Elisabeth-Vorstadt. Während des NS-Regimes war Franz Brož Mitglied der Widerstandsbewegung der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), wo er im Frühjahr 1941 durch Josef Haidinger für die Gruppe „Reichsbahnwerkstätte” angeworben wurde. 1942 deckte die Gestapo jedoch das Widerstandsnetzwerk auf. Franz Brož wurde am 4. März 1942 verhaftet und im August 1942 in das Zuchthaus Landsberg am Lech und im November 1942 wieder nach Salzburg transferiert und vor Gericht gestellt. Dort wurde er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt und im Jänner 1943 in das Zuchthaus Straubing transferiert. Am 25. April 1945 wurde er auf dem Marsch ins KZ Mauthausen von US-Truppen befreit, starb aber bereits am 12.8.1946 an den Haftfolgen.
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Politischer WiderstandSoldaten - Deserteure
Johann Bruckmoser wurde am 17.6.1906 in St. Georgen bei Salzburg geboren. Er arbeitete in der Landwirtschaft seiner Eltern, war danach sechs Jahre Zeitsoldat im österreichischen Bundesheer und anschließend als Wachorgan tätig. Johann Bruckmoser war Mitglied in der austrofaschistischen Organisation „Vaterländische Front”. Ab Juli 1938 war er bei der Deutschen Reichsbahn als Zugschaffner beschäftigt. Er heiratete 1940 seine Frau Therese und lebte im Stadtteil Maxglan. 1940 stand er im Verdacht, regimekritische Aussagen getätigt zu haben, das Verfahren wurde jedoch eingestellt. 1941 schloss sich Bruckmoser der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) an und betätigte sich im Widerstand gegen das NS-Regime. 1942 wurde die Widerstandszelle durch die Gestapo und den Spitzel Josef Kirschner jedoch aufgedeckt und Johann Bruckmoser wurde am 25. Februar 1942 verhaftet. Später wurde er in das Zuchthaus Landeberg am Lech überstellt und danach erneut nach Salzburg, wo ihm und seinen Kollegen Ende November 1942 der Prozess gemacht wurde. Er wurde zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt und in das Zuchthaus Straubing überstellt. Im Juli 1943 wurde er von der deutschen Wehrmacht für das Strafbataillon 999 zwangsrekrutiert. Seine Einheit wurde am 25. November 1943 an die „Südfront” nach Griechenland verlegt und Johann Bruckmoser desertierte am 24. September 1944, um sich den griechischen Partisanen anzuschließen. Dort wurde er von britischen Truppen gefangen genommen und als „prisoner of war” am Suezkanal inhaftiert. Im Dezember 1946 wurde er zurück nach Salzburg gebracht, starb aber bereits am 15.6.1948 an Tuberkolose.
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Soldaten - DeserteureReligiöser Widerstand
Anton Brugger wurde am 9.4.1911 in Kaprun geboren. Ab den 1930er Jahren war er Mitglied der Reform-Adventisten, einer Bewegung der Siebenten-Tags-Adventisten, welche während des Austrofaschismus nicht verboten, aber streng beobachtet wurde. Anton Brugger war eine Zeit lang als Missionar auf den Straßen tätig und wurde deswegen am 10. August 1934 zu einer dreiwöchigen Arreststrafe verurteilt. Im NS-Regime versuchte er mit seiner Geliebten Ester über Italien nach Brasilien auszuwandern, aber der Versuch scheiterte und er kehrte allein nach Salzburg zurück. Brugger war gelernter Zuckerbäcker und in der Konditorei Fürst tätig. Da er sich weiterhin zu den Reform-Adventisten bekannte, wurde er am 14. März 1941 vom Sondergericht des Landesgerichts Salzburg zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Strafe verbüßte er in einem Strafgefangenenlager in Dieburg bei Darmstadt. Im November 1942 wurde er zur Wehrmacht einberufen und widersetzte sich diesem Befehl. Deswegen wurde er am 5. Jänner 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung” zum Tode verurteilt und am 3.2.1943 in Brandenburg-Görden enthauptet.
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NS-Euthanasie
Josef Brugger wurde am 12. März 1880 in St. Johann im Pongau geboren. Seine erste Ehefrau Rosina Deutinger verstarb im Kindsbett, der gemeinsame Sohn kam tot zur Welt. Drei Jahre später heiratete Brugger Emma Larcher, mit der er vier Kinder bekam. Das Ehepaar nahm mehrere Kredite auf, um ihr Haus umzubauen und Gäste beherbergen zu können. Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise 1929 blieben jedoch die Gäste aus, und die Schulden konnten nicht mehr zurückgezahlt werden. Infolge der Zwangsversteigerung des Besitzes im Jahr 1935 wurde Josef Brugger entmündigt und als Pflegling in die Versorgungsanstalt Schernberg gebracht. Im Zuge der “Aktion T4” wurde er am 21. April 1941 mit dem ersten von insgesamt drei Transporten aus der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die “NS-Euthanasieanstalt” Hartheim deportiert und dort ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Antonie Brunauer, geb. Scheibl, wurde am 24.12.1902 in Salzburg-Itzling geboren. Als uneheliches Kind wurde sie im Alter von sechs bis acht Jahren an eine Bauernfamilie übergeben, wo sie verpflegt wurde und am Hof arbeiten musste. Nach ihrer Schulzeit arbeitete sie als Magd und Haushaltsgehilfin. 1922 heiratete sie den Halleiner Fabrikarbeiter Josef Brunauer. Im November 1933 wurde sie aufgrund von „Angstzuständen und paranoiden Ideen” in die „Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" aufgenommen. Die Diagnose lautete „paranoide Schizophrenie” und in der Krankenakte wurde sie als „vollkommen uneinsichtig” beschrieben, da sie wiederholt forderte, nach Hause entlassen zu werden. Ab 1939 lautete der Eintrag jährlich nur noch „Unverändert, katatone Erregungszustände, immer in Bettbehandlung.“ Am 16.4.1941 wurde sie mit dem ersten von insgesamt vier Transporten der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet. Am 20. April 2013 wurde in Erinnerung an sie ein Stolperstein verlegt.
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Politischer WiderstandZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Ottavio Brusaferro wurde am 26. November 1923 in Lonigo bei Vicenza geboren. Als Zwangsarbeiter musste er unter unmenschlichen Bedingungen beim Bau des Kraftwerks Kaprun mitarbeiten. Nach seiner Gestapo-Haft wurde Brusaferro am 25. Juni 1944 in das Konzentrationslager Dachau deportiert (Häftlingsnummer 74766). Von Dachau aus überstellte man ihn am 17. August 1944 nach Mauthausen, wo er am 15. November 1944 ermordet wurde.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Johanna Brüggler wurde am 21.10.1903 in Bischofshofen geboren und arbeitete als Stubenmädchen und Wirtschafterin in Salzburg. Sie litt bereits als Kind an epileptischen Anfällen und wurde aufgrund dessen zwischen 1929 und 1932 viermal in die Salzburger „Landesheilanstalt" in Lehen eingewiesen. Am 16. April 1941 wurde sie mit dem ersten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden. Auf der Transportliste findet man neben ihrem Namen unter „Bemerkung” den Eintrag „erbliche Fallsucht”. Das genaue Todesdatum ist mit dem 30.4.1941 angegeben. Allerdings handelt es sich hier um die Angaben auf den aus Hartheim mitgesendeten Daten sowie der Urne. Um den Anschein eines Pflegeaufenthalts zu erwecken, wurde der tatsächliche Todeszeitpunkt gefälscht.
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Politischer Widerstand
Der am 17. Juni 1902 im ungarischen Szekesfehevar geborene Ferdinand Buchalka flüchtete 1938 von Österreich nach Spanien. Dort nahm er – vermutlich auf republikanischer, antifaschistischer Seite – am Spanischen Bürgerkrieg teil. Nach dem Ende des Bürgerkriegs wurde aufgrund seiner Teilnahme vom NS-Regime verfolgt; Buchalka war im KZ Dachau von 1. Mai 1941 bis 29. April 1945 interniert. Die Torturen überlebte er. Ferdinand Buchalka starb am 29. Mai 1990 in St. Georgen im Pinzgau. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Herta Maria Buchmair stammt gebürtig aus der Tiroler Gemeinde Landeck. Als Jugendliche bewohnte sie die Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. 1940 – Buchmair war 16 Jahre alt – deportierte man sie in die Tötungsanstalt Hartheim, wo sie ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-Euthanasie
1915 in der Pinzgauer Gemeinde Kaprun geboren, verbrachte Peter Buchner einen Teil seines Lebens in der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Im Rahmen der NS-”Euthanasie” deportierte man ihn in die Tötungsanstalt Hartheim, wo er 1941 ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Politischer WiderstandIndividueller Widerstand
Alois Buder wurde am 22.4.1908 in Lassing in der Steiermark geboren. Im Jahr 1930 zog er nach St. Johann im Pongau und heiratete 1935 Theresia Buder (geb. Steinlechner). Alois Buder arbeitete als Produkthändler und Frächter. Er brachte im November 1943 den Deserteur Karl Rupitsch nach dessen Flucht aus dem Gefängnis St. Johann mit einem Lastwagen nach Taxenbach und versteckte diesen auch einige Tage in seiner Wohnung. Buder wurde schließlich gemeinsam mit seiner Frau im Zuge der Vehaftungswelle nach dem sogenannten „Sturm" in Goldegg am 11. Juli 1944 verhaftet. Nach Verhören in Salzburg wurde er mit der Häftlingsnummer 82.819 am 12. August 1944 in das KZ Mauthausen eingeliefert. Dort wurde er am 28.10.1944 gemeinsam mit Kaspar Wind, August Egger und Karl Rupitsch hingerichtet. Das Ehepaar Buder hinterließ ihren Sohn Walter Buder, der bei der Verhaftung seiner Eltern erst vier Jahre alt war. Der Vollwaise wurde von seiner Großmutter, die im Sommer 1944 ebenfalls für knapp zwei Monate in Haft saß, aufgezogen. An Alois Buder erinnern heute eine Gedenktafel am Eingang der Urnenkapelle am Friedhof St. Johann/Pg., ein Eintrag auf dem Gedenkstein der Goldegger Deserteure am Grundstück des ÖGKK, eine Kupfergedenktafel am Friedhof Goldegg sowie ein Stolperstein.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1134
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1112
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1114
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1150
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1170
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Individueller WiderstandPolitischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Theresia Buder, geb. Steinlechner, wurde am 25.11.1910 in St. Johann im Pongau geboren. Am 23. September 1935 heiratete sie den Frächter Alois Buder. Nach den Ereignissen des sogenannten „Sturms” in Goldegg wurde Theresia gemeinsam mit ihrem Ehemann verhaftet. Bis zum 13. August war Theresia im Polizeigefängnis in Salzburg inhaftiert, am 27. August wurde sie dann in das KZ Ravensbrück deportiert. Dort erhielt sie die Häftlingsnummer 61.366 und verstarb am 28.2.1945. Ihr Ehemann Alois Buder wurde am 28.10.1944 im KZ Mauthausen hingerichtet. Das Ehepaar Buder hinterließ einen minderjährigen Sohn, Walter Buder, der bei der Verhaftung seiner Eltern erst vier Jahre alt war. Der Vollwaise wurde von seiner Großmutter, die im Sommer 1944 ebenfalls für knapp zwei Monate in Haft saß, aufgezogen. An Theresia Buder erinnern heute eine Gedenktafel am Eingang der Urnenkapelle am Friedhof St. Johann/Pg., ein Eintrag auf dem Gedenkstein der Goldegger Deserteure am Grundstück des ÖGKK, eine Kupfergedenktafel am Friedhof in Goldegg sowie ein Stolperstein.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1134
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1112
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1114
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1151
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1170
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| Steinlechner | - |
Jüdische Opfer - KZAls Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Elsbeth (Elsa) Bulla, geborene Krämer, wurde am 20.11.1877 als Tochter des jüdischen Ehepaares Franziska (Fanny), geborene Mendl, und Gustav Gabriel Krämer, Kaufmann in Berlin Wilmersdorf, in Berlin geboren, konvertierte zum evangelischen Glauben und heiratete 1911 den Offizier Maximilian Bulla, der im Ersten Weltkrieg starb. Ihr gemeinsamer Sohn konnte im Frühling 1939 über die Schweiz in die USA flüchten. Elsbeth Bulla hingegen wurde, nachdem sie 28 Jahre in Salzburg gewohnt hatte, im Februar 1940 nach Wien abgeschoben, am 20. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 5.11.1944 ermordet.
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| Krämer | Link |
KZ OpferFrauen explizit erwähnt
Maria Bumberger, geborene Ebner, wurde am 21.12.1901 in Elsbethen in Salzburg geboren. Sie und ihr Ehemann Franz Bumberger waren in keiner Widerstandszelle aktiv, wurden aber wiederholt von Anton Schubert, einem Widerstandskämpfer der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) angeworben und haben dies nicht an die Behörden gemeldet. Am 11. Juni 1942 wurde das Ehepaar verhaftet. Ohne gerichtliches Verfahren wurde Maria Bumberger am 21. Juli 1942 ins KZ Auschwitz deportiert. Dort wurde sie am 17.11.1942 ermordet. Ihr Ehemann Franz Bumberger wurde ins KZ Dachau deportiert und überlebte die Haftzeit. Die Tochter von Maria und Franz Bumberger, Maria Golser, und Marias Schwester Anna Rinnerberger versuchten vergeblich, Kontakt mit der im KZ Auschwitz fesgehaltenen Maria Bumberger aufzunehmen, sodass sie selbst beide vorübergehend inhaftiert wurden.
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| Ebner | - |
NS-Euthanasie
Johann Burgschwaiger wurde am 1. Juni 1892 in der Pongauer Gemeinde St. Veit geboren und arbeitete in der Landwirtschaft. Im März 1931 wurde Johann mit der Diagnose “Traumatische Epilepsie” in der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau aufgenommen. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Als eines dieser NS-"Euthanasie”-Opfer wurde auch Johann Burgschwaiger nach Oberösterreich deportiert und ermordet. Die Todesursache ist mit “Status epilepticus” und als Todesdatum der 4. Juni 1941 angegeben. Sowohl die Todesursache als auch der Todeszeitpunkt sind gefälscht. Eine Maßnahme, die, um den Anschein eines Pflegeaufenthalts zu erwecken, bei allen Ermordeten in Hartheim angewandt wurde.
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ZwangsarbeiterInnen
Der aus Polen stammende Stanislaw Buszta war in Kaprun als Landarbeiter zwangsverpflichtet und wurde am 23. Oktober 1942 wegen des Diebstahls eines Dachsbartes zu zwei Wochen verschärftem Straflager verurteilt worden. Zuvor war er bereits aufgrund Diebstahls von Brot und Verlassen des Arbeitsplatzes sechs Wochen in einem Straflager interniert gewesen. Über seinen weiteren Verbleib ist bis heute nichts bekannt. Die meisten Straftaten seitens der Zwangsarbeiter*innen betrafen geringfügige Diebstähle; häufig handelte es sich um Lebensmittel, Kleidung und Schuhe, was wiederum auf die miserable Lebenssituation der Arbeitskräfte schließen lässt.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Friedrich Buxbaum wurde am 23. September 1869 in Wien als Kind jüdischer Eltern geboren. Er heiratete im Jahr 1901 die Jüdin Katharina Schostal. Im darauffolgenden Jahr bekam das Paar ihren Sohn Erich, der in der Israelitischen Kultusgemeinde registriert wurde. 1903 konvertierte die Familie zum katholischen Glauben. Buxbaum hatte mit dem Rosé-Quartett zwei Auftritte bei den Salzburger Festspielen. Im März 1938 – noch vor Inkrafttreten der „Nürnberger Rassengesetze” – wurde Friedrich Buxbaum aus dem Orchester der Wiener Staatsoper und Philharmoniker vertrieben. Der Familie gelang im Herbst 1938 die Flucht nach London, wo Friedrich Buxbaum am 2. Oktober 1948 verstarb.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Johann Böckl wurde am 2.4.1921 in St. Gilgen geboren und war das erste von vier Kindern des Ehepaars Franziska und Johann Böckl. Die Familie übersiedelte 1930 nach Salzburg Itzling. Johann Böckl war in den 1930er Jahren kurzzeitig im Heim der Caritas St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße und im Heim des Evangelischen Diakoniewerks Gallneukirchen bei Linz zur Pflege untergebracht. Zwischendurch befand er sich zuhause, da seine Mutter Franziska Böckl ihn lieber bei sich als in Pflegeheimen wusste. Im Jänner 1939 wurde Johann Böckl erneut seiner Familie weggenommen und im Heim in Gallneukirchen untergebracht. Von dort wurde er zusammen mit 63 anderen am 13.1.1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnenPolitischer Widerstand
Karl Böttinger wurde am 27.10.1891 in Andorf im Bezirk Schärding geboren, war gelernter Tischler und seit 1918 Eisenbahner. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Freien Gewerkschaft bis zu ihrem Verbot im Februar 1934. Ab 1935 wohnte er mit seiner Ehefrau Rosa in der Stadt Salzburg. Unter dem NS-Regime gehörte Karl Böttinger zur Widerstandsgruppe Revolutionäre Sozialisten (RSÖ) in der Reichsbahnwerkstätte rund um Engelbert Weiss. Die Gruppen des Widerstands wurden 1942 zerschlagen. Karl Böttinger, Matthias Holzer und Andreas Rehrl waren unter dem NS-Regime im Gefangenenhaus des Landesgerichts Salzburg inhaftiert und wurden zu Zwangsarbeit genötigt. Sie mussten unter anderem nach Bombenangriffen den Schutt aufräumen und Bomben bergen. Am 17.11.1944 starben die drei beim Versuch, eine Zeitzünderbombe am Max-Ott-Platz zu entschärfen.
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Soldaten - DeserteureOrte des Terrors - KZFrauen explizit erwähnt
Theresia Bürgler, geborene Ottino, wurde am 28.10.1887 in Goldegg geboren. Sie hatte zwei uneheliche Söhne, Peter und Wilhelm Ottino. Am 24. September heiratete sie Josef Bürgler. Ihr Sohn Peter Ottino, zu diesem Zeitpunkt „fahnenflüchtig", wurde am 2.7.1944 am Böndlsee im Kampf von der SS ermordet. Ihr Sohn Wilhelm war bereits am 17.7.1941 gefallen. Theresia und ihr Mann Josef wurden am 27. Juli 1944 verhaftet und in das Polizeigefängnis nach Salzburg gebracht. Anschließend wurde Theresia am 27. August 1944 in das KZ Ravensbrück deportiert. Dort erhielt sie die Häftlingsnummer 61405 und verstarb im Februar 1945.
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| Ottino | Therese | - |
Politischer Widerstand
Josef Bürzer wurde am 9.3.1905 in Salzburg geboren. Er war von Beruf Tischlergehilfe und Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Im Juli 1937 schloss er sich den XI. Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg an. In Madrid wurde er jedoch vom Militärischen Abwehrdienst der Spanischen Republik (Servicia de Investigación Militar) verhaftet. Ab dem 16. Februar 1942 war Josef Bürzer im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, wo er am 18.5.1942 verstarb.
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C
Politischer Widerstand
Gustav Canaval wurde am 5. August 1898 als Sohn eines Bahnbeamten geboren. Er besuchte die Schule in Linz und Wien und war als Schüler bereits Mitglied in unterschiedlichen Verbindungen. Nach einem kurzen Studium der Elektrotechnik, begann er 1922 seine Karriere als Journalist bei der “Reichspost”. Canaval war während der 30er-Jahre bewusst österreichisch eingestellt; so war er beispielsweise zwischen 1934 und 1936 Herausgeber der Heimwehr-Zeitung “Sturm über Österreich”, 1935 wurde er Chefredakteur der Wiener Tageszeitung “Telegraf”, die antinationalsozialistisch eingestellt war. Aufgrund seiner politischen Einstellung wurde er bereits am 12. März 1938 verhaftet, im Juni 1938 in das KZ Dachau deportiert. Nach einer Überstellung ins KZ Flossenbürg, wurde er erneut nach Dachau gebracht, wo er bis zur Befreiung durch die US-Amerikaner interniert war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bekam Canaval die Lizenz, die Tageszeitung “Salzburger Nachrichten” zu gründen. Trotz der Gräuel, die er am eigenen Leib erfuhr, war er bemüht, ehemalige Nationalsozialisten wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Gustav Canaval starb am 26. November 1959 in Salzburg.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Franziska Casagranda, geborene Schlager, wurde am 28.7.1894 in Salzburg geboren und war die Tochter des Ehepaars Franziska und Karl Schlager. Sie heiratete Johann Casagranda, welcher Angestellter bei der Salzburger Sparkasse war, und gemeinsam bekamen sie 1929 eine Tochter. Am 3. September 1939 wurde Franziska Casagranda als Patientin in die „Landesheilanstalt" Salzburg aufgenommen und von dort am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnen
Jean Baptiste Chadebaud wurde am 8.11.1905 in Ivry-sur-Seine in der Nähe von Paris geboren. Er wurde als Zwangsarbeiter nach Salzburg verschleppt und musste im Reichsbahnlager arbeiten. Beim ersten Bombenangriff auf die Stadt Salzburg durch US-amerikanische Einheiten wurde unter anderem primär der Hauptbahnhof als militärisch wichtiger Knotenpunkt anvisiert. Die dortigen Zwangsarbeiter*innen durften nicht in die sicheren Luftschutzstollen der Stadt, obwohl diese von ihnen selbst errichtet wurden. So starb Jean Baptiste Chadebaud am 16.10.1944 durch einen Bombentreffer.
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ZwangsarbeiterInnenKZ Opfer
Michael Chartschenko wurde am 20.2.1914 in Rubanowka in der Ukraine geboren. Über sein weiteres Leben ist fast nichts bekannt. Michael Chartschenko war Häftling im KZ Dachau und wurde nach Salzburg überstellt, um dem „Himmelfahrtskommando” der Stadt zu dienen. Dabei handelte es sich um ein Zwangsarbeitskommando, das dem Schuttaufräumen, dem Suchen von Bomben und Entschärfen von Zeitzündern diente. Tatsächlich überlebte Chartschenko überdurchschnittlich lange die gefährliche Tätigkeit. Als das KZ Dachau am 29. April 1945 durch alliierte Truppen befreit wurde, befand sich Chartschenko in der Stadt Salzburg und bekam von seiner offiziellen Befreiung, da er ja einer Außenstelle des KZ Dachau unterstand, nichts mit. Am 4.5.1945 wurde die Stadt Salzburg den US-amerikanischen Streitkräften ohne Gegenwehr übergeben. Am selben Tag wurde Michael Chartschenko im Volksgarten von SS-Männern rücksichtslos erschossen: Mit Einschüssen am Rücken, im Kopf und im Herz. Die Täter flüchteten. Der Stolperstein für Michael Chartschenko war der erste, der in der Stadt Salzburg am 22. August 2007 verlegt wurde.
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ZwangsarbeiterInnen
Luigi Cobai wurde am 26.9.1898 in Tarcento in der italienischen Provinz Udine geboren. Er war verheiratet und hatte mehrere Kinder. Von Beruf war er Maurer. Er kam als „Zivilarbeiter”, also als Zwangsarbeiter, in das Reichsbahnlager in Salzburg. Am 16.7.1942 starb Luigi Cobai. Die offizielle Todesursache lautete „Freitod durch Durchschneiden des Halses”.
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ZwangsarbeiterInnen
René Lucien Coilliaux wurde am 12.9.1913 in Vimy in Frankreich geboren. Er war ein französischer Kriegsgefangener, der nach Salzburg verschleppt und zu Zwangsarbeit angehalten wurde. Er war am Bau der neuen Staatsbrücke, damals „Dr.-Todt-Brücke” genannt, beteiligt. Als Zwangsarbeiter waren die Arbeitsbedingungen äußerst gefährlich und notdürftig. Er verunglückte am 2.12.1942 beim Bau und ertrank in der Salzach. Seine Hinterbliebenen hatten keinen Anspruch auf Opferfürsorge im befreiten Österreich.
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Alliierte Soldaten
Der Mechaniker aus dem englischen Exhall/Coventry fasste nach der deutschen Bombardierung der Stadt 1940 den Entschluss, der Royal Air Force als Flugzeugmechaniker beizutreten. Am 25. April 1945 flog er als Teil des Squadrons No. 619 von der britischen Basis in Strubby/Lincolnshire aus einen letzten Luftangriff der RAF auf die SS-Kasernen und Hitlers Quartier am bayrischen Obersalzberg. Cole war dabei mit der eingespielten britisch-kanadischen Crew (Fred Cole, Wilfred De Marco, Edward Norman, Norman H. Johnston, Arthur Sharman, Jack Speers, Gordon Walker) an Bord der Lancastermaschine LM756 F-Freddy. Nach dem Bombenabwurf kam der Flieger jedoch selbst unter Beschuss und stürzte im Salzburger Ort Adnet ab. Vier Besatzungsmitglieder starben, nur Cole, Sharman und Speers konnten sich durch Fallschirmabsprünge retten. Aufgegriffen auf einer Almwiese wurde Cole als Kriegsgefangener nach Salzburg transportiert. Am 13.5.1945 wurde er schließlich von US-Truppen befreit und kehrte nach England zurück.
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D
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Rosemarie Daxer wurde am 1.2.1942 in Salzburg geboren. Sie war die Tochter einer ledigen Hausgehilfin, welche das Kind nicht behalten konnte oder wollte. Deshalb wurde Rosemarie Daxer im „Dienstmädchenheim” in der Griesgasse 8 untergebracht und auf Antrag des zu diesem Zeitpunkt eingesetzten Reichsstatthalters des Reichsgaues Salzburg, Gustav Adolf Scheel, in die „Wiener städtische Nervenklinik für Kinder” (Am Spiegelgrund) eingewiesen. Dort wurde sie am 12. Juli 1943 im Pavillon 15/I (Todespavillon) aufgenommen. Die untersuchende Ärztin des Kindes, Marianne Türk, erstellte am 21. August 1943 Meldung an den „Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden” über Rosemarie Daxer. Am selben Tag, dem 21.8.1943, starb das Kind. Die offizielle Todesursache lautete „Lungenentzündung”. Mittlerweile haben Recherchen gezeigt, dass der unterernährten Rosemarie Daxer Veronal oder Luminal verabreicht wurde. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Alliierte Soldaten
Aus Timmins, Ontario (Kanada), Sohn von Rocco und Adleine DeMarco. 1942 meldete er sich mit 21 Jahren für die Royal Canadian Air Force, wo er als Bomberpilot für das Squadron No. 619 mit Basis im englischen Strubby/Lincolnshire am 25. April 1945 einen letzten Luftangriff der RAF auf die SS-Kasernen und Hitlers Quartier am Obersalzberg in Berchtesgarden flog. Die Lancastermaschine LM756 F-Freddy von DeMarco und der eingespielten britisch-kanadischen Crew (Fred Cole, Wilfred DeMarco, Norman Johnston, Edward Norman, Arthur Sharman, Jack Speers, Gordon Walker) kam dabei nach dem Bombenabwurf selbst unter Beschuss. Vier der Besatzungsmitglieder wurden tödlich verletzt, darunter der Pilot DeMarco. Nur Cole, Sharman und Speers konnten sich durch Fallschirmabsprünge retten, bevor der Bomber auf einem Berghang im Salzburger Ort Adnet aufprallte. Die Verstorbenen wurden auf Ansuchen des Pfarrers Ferdinand Holzinger zuerst am örtlichen Friedhof bestattet, später nach Klagenfurt auf den britischen Soldatenfriedhof überführt.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Norbert Deininger wurde am 7.8.1923 in Baden bei Wien geboren. Seine Eltern hießen Margarete und Wunibald Deininger. Wunibald Deininger war von Beruf Architekt und Lehrer an der Staatsgewerbeschule (heute HTL) in Salzburg und von 1931 bis 1946 Professor an der Technischen Hochschule Graz. Die Familie wohnte in Salzburg. Norbert Deininger war als Pflegling im Konradinium Eugendorf, einem Heim des Landes Salzburg, untergebracht und wurde dort betreut. Im November 1938 wurde er in die Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau verlegt, welche von dem Orden der Barmherzigen Schwestern betreut wurde. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, die sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigten einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Norbert Deininger wurde kurz darauf am 21.4.1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Oskar Doppelreiter wurde am 25.1.1905 in St. Ulrich in Kärnten geboren und war Patient in der Salzburger Landesheilanstalt in Lehen. Dort wurde er von Heinrich Wolfer, einem radikalen Befürworter der „NS-Euthanasie” als schizophren diagnostiziert. Am 17.4.1941 wurde Oskar Doppelreiter mit dem zweiten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Die Salzburger Firma „Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als „kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter*innen aus besetzten Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung „OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Alexander Dubina war einer der vier Zwangsarbeiter des Rüstungsbetriebs, welche versucht hatten zu fliehen. Sie wurden im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert. Am 20.8.1943 entschloss man sich dazu, sie im Hof der Rüstungsfabrik zwecks der Abschreckung vor der gesamten Belegschaft am Galgen zu erhängen. So starb auch der am 24.10.1926 in Rowinki in der Ukraine geborene Alexander Dubina durch die Gestapo, welche die Hinrichtungen durchführte.
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NS-Euthanasie
Ignaz Duda wurde am 6.2.1899 in Maxglan geboren. Er war das einzige Kind des Ehepaars Elise und Alois Duda. Ignaz Duda erlernte den gleichen Beruf wie sein Vater und wurde Tischler. Der Vater Alois Duda verstarb 1928 und Ignaz Duda lebte bei seiner Mutter, welche auch seine Sachwalterin war und somit die Vorsorgevollmacht besaß. Ein Jahr nach dem sogenannten „Anschluss” wurde Ignaz Duda am 25. April 1939 in die „Landesheilanstalt" Salzburg stationär aufgenommen. Von dort wurde er am 17.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Rudolf Dullinger wurde am 14.5.1884 in Salzburg geboren und war von Beruf Friseur. Er war verheiratet und hatte vier Kinder. Gemeinsam lebte die Familie in der Stadt Salzburg. Rudolf Dullinger war seit 1922 Patient in der „Landesheilanstalt" Salzburg. Seine Frau ließ sich 1929 von ihm scheiden und zog mit den vier Kindern weg. Rudolf Dullinger wurde am 17.4.1941 von der „Landesheilanstalt" Salzburg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Ludwig Dunhofer wurde am 29.9.1900 in Altheim bei Braunau geboren und war das älteste von fünf Kindern des Ehepaars Amalia und Johann Dunhofer. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Ludwig Dunhofer, als Hilfsarbeiter tätig, war ab März 1927 Patient der „Landesheilanstalt" Salzburg. Er wurde am 17.4.1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - Deserteure
Peter Duxner, geboren am 13. Juni 1915, weigerte sich, Militärdienst anzutreten. Er wurde am 3. September 1944 auf dem Anwesen seines Bruders in St. Georgen von der Gendarmerie verhaftet und einer Saalfeldener Wehrmachtsstreife übergeben. Über seinen weiteren Verbleib ist bisher nichts bekannt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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ZwangsarbeiterInnenFrauen explizit erwähnt
Irene Dziub wurde am 18.1.1918 in Wędrogów bei Kowiesy in Polen geboren. Sie war verheiratet und lebte mit ihrer Familie in Warschau. Unter der deutschen Besatzung Polens wurde sie nach Salzburg verschleppt und war ab 21. Februar 1944 Küchenhilfe bei der Familie Wintersteiger. Am 5.10.1944 starb die als Zwangsarbeiterin eingesetzte Irene Dziub laut der Kriminalpolizei durch „Vergiftung mit Salzsäure”. Sie hinterließ ein Kind in Warschau.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Martha Döbelt, am 21. Mai 1886 als Martha Zeitz geboren, war eine von vermutlich zehn Zeuginnen Jehovas, die am Gut Pabenschwandt Zwangsarbeit leisten mussten. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugung wurde die Näherin bereits im März 1939 in das Konzentrationslager Ravensbrück interniert, anschließend brachte man sie in das KZ Dachau. Ab Jänner 1945 befand sie sich am Gut Pabenschwandt und erlebte dort auch das Ende des NS-Regimes. Nach der Befreiung lebte sie in der DDR, Details zu ihrem Verbleib sind aber nicht bekannt.
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E
Soldaten - Deserteure
Oswald Eberhardt wurde am 7.5.1918 in Bremen in Norddeutschland geboren. Er war von Beruf Autoschlosser und seit 20. Juli 1938 mit Maria Hiemer aus Innsbruck verheiratet. Das Paar hatte ein gemeinsames Kind und lebte ab September 1939 in Innsbruck. Im Kriegsjahr 1941 wurde Oswald Eberhardt in die Wehrmacht eingezogen und war als Soldat Teil des Gebirgsjäger-Ersatzregiments 137, welches sich in der Kaserne Glasenbach bei Salzburg aufhielt. Dort verweigerte er aus heute unbekannten Gründen den Kriegsdienst. Deswegen wurde er vor ein Kriegsgericht der Division 1988 gestellt und aufgrund von „Fahnenflucht” zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde am 7.7.1941 auf dem Militärschießstand in Glanegg bei Salzburg vollzogen. Seine Witwe und der gemeinsame Sohn hatten aufgrund der Wehrmachtsdesertion Eberhardts nach dem Ende des NS-Regimes keinen Anspruch auf Opferfürsorge.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager kamen 18 Kinder zur Welt, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Anton Eberle wurde am 16.7.1940 in Salzburg geboren. Seine Eltern waren Berta Eberle, eine Schirmmacherin, und Josef Schöpf, welcher Schleifer vom Beruf war. Das Paar hatte fünf Kinder namens Ludwig, Franziska, Wilhelmine, Anton und Gustav. Im Zwangslager wurden auch Anton Eberles Großeltern Benedikt und Gertraud Eberle festgehalten. Anton Eberle wurde am 23.5.1943 im KZ Auschwitz ermordet; insgesamt drei Generationen der Familie Eberle wurden dort getötet.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Gustav Eberle wurde am 16.12.1941 im Zwangslager geboren. Seine Eltern waren Berta Eberle, eine Schirmmacherin, und Josef Schöpf, welcher Schleifer vom Beruf war. Das Paar hatte fünf Kinder namens Ludwig, Franziska, Wilhelmine, Anton und Gustav. Im Zwangslager wurden auch Gustav Eberles Großeltern Benedikt und Gertraud Eberle festgehalten. Gustav Eberle wurde am 23.4.1943 im KZ Auschwitz ermordet; insgesamt drei Generationen der Familie Eberle wurden dort getötet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die 1907 geborene Anna Ebner aus Oberalm wurde im Zuge der „Aktion T4” am 21. Mai 1941 von der „Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 NS-„Euthanasie”-Opfer, die in vier Transporten im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und dort ermordet wurden.
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Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Die 1883 in Pfarrwerfen geborene Bergbäuerin Maria Eder war Mitglied des Deutschen Frauenwerkes sowie Trägerin des geoldenen Ehrenkreuzes der deuten Mütter. Weil sie in einer Postkarte an die “Salzburger Landeszeitung” die Zustände der Kriegsgefangenen in Kaprun kritisiert hatte, verhaftete sie die Gestapo und überstellte sie in das Amtsgericht Zell am See. Sie verbrachte einige Tage in Arrest und wurde anschließend nach Hause entlassen. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Homosexuelle OpferKZ Opfer
Josef Egger wurde am 8.3.1891 in Radstadt geboren. Er war ledig und vom Beruf her Kaufmann. Josef Egger, homosexuell, lebte in der Stadt Salzburg und war nach dem österreichischen Strafgesetz unter §129 I b vorbestraft, da Homosexualität verboten war. 1939 wurden in der Stadt Salzburg sechs Männer aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verhaftet und strafrechtlich verfolgt, darunter auch Josef Egger. Er wurde am 5. Oktober 1940 in das KZ Dachau deportiert und dort mit der Nummer 20149 registriert. Egger wurde im KZ Dachau gezwungen, einen grünen Winkel zu tragen. Dies war eine Zwangskennzeichnung im Nationalsozialismus für sogenannte „Berufsverbrecher”. Am 5.4.1941 wurde Josef Egger im KZ Dachau ermordet.
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Individueller Widerstand
August Egger wurde am 11.6.1906 in Lend geboren. Er war Bauer am Irrsteingut in Goldegg und heiratete im Jahr 1928 Theresia, geb. Fritzenwanger. Das Ehepaar bot den Goldegger Deserteuren wiederholt Unterschlupf. Im Zuge der Verhaftungswelle vom 2. Juli 1944 wurde das Ehepaar Egger ebenfalls von SS-Männern verhaftet und zunächst nach Lend und dann ins Polizeigefängnis nach Salzburg gebracht. August Egger wurde nach Verhören im Salzburger Polizeigefängnis in das KZ Mauthausen eingewiesen und am 28.10.1944 gemeinsam mit Karl Rupitsch, Kaspar Wind und Alois Buder hingerichtet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die gebürtig aus Innsbruck stammende Maria Egger bewohnte bis zu ihrer Deportation in die Tötungsanstalt Hartheim das Caritasdorf St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Im Jahr 1941 wurde sie 33-jährig in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-Euthanasie
Mathias Eicher wurde am 8.11.1890 in Gunskirchen, Oberösterreich, geboren und absolvierte dort eine Lehre zum Brauer. Nachdem er von 1912 bis 1918 im Militärdienst stand und im Fronteinsatz war, zog er 1921 nach Hallein und heiratete dort. Er erkrankte an progressiver Paralyse und musste seine Arbeit als Sicherheitswachmann frühzeitig beenden. Die Ursache seiner Erkrankung war eine Spätfolge einer nicht ausgeheilten bzw. unbehandelte Syphilis-Infektion. Im weiteren Verlauf erkrankte Mathias Eicher an fortschreitender Demenz, Persönlichkeitsveränderung und Halluzination. Aufgrund dessen wurde 1922 seine Ehefrau zu seiner Vormundin bestellt. Ab 1922 war er zunächst als Patient in der Salzburger Landesheilanstalt in Lehen, ab 1934 in der „Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau. Nachdem er im August 1939 nach einem kurzen Aufenthalt in der Salzburger Klinik in die Versorgungsanstalt Kuchl kam und dort in der ersten Nacht versuchte, aus dem Fenster zu springen, wurde er erneut nach Schernberg gebracht. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Auch Mathias Eichner sollte am 19. April nach Hartheim deportiert werden, kam jedoch schon beim gewaltsamen Abtransport ums Leben.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Berta Eisenberg, geborene Nussenblatt, wurde am 5.12.1884 in Stryj (damaliges österreichisches Kronland Galizien) geboren. Ihre Eltern waren das jüdische Ehepaar Scheindel, geborene Jäger, und Feiwel Nussenblatt. Die Familie zog mit ihren fünf Kindern zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Wien. 1907 heiratete Berta den Kaufmann Siegfried (Salomon) Eisenberg. Dieser lebte seit 1902 in Salzburg und betrieb das Kaufhaus S. Eisenberg. Gemeinsam hatten sie fünf Kinder. Siegfried starb 1924, Berta führte das Kaufhaus weiter. Mitte der 1930er Jahre musste das Geschäft verkauft werden und Berta mit ihren Kindern Paula und Robert Salzburg verlassen. Am 18. Oktober 1940 bekam Paula ein Kind namens Leah. Die drei Generationen von Frauen der Familie Eisenberg – Berta, Paula und Leah – wurden am 3. Dezember 1941 im ersten von insgesamt vier Transporten aus Wien in das vom NS-Regime besetzte Lettland deportiert und im Wald von Bikernieki bei Riga im März 1942 ermordet.
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| Nussenblatt | - |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Leah Eisenberg, geboren am 18.10.1940, war nur etwas über ein Jahr alt, bevor sie gemeinsam mit ihrer Mutter Paula und ihrer Großmutter Berta Eisenberg am 3. Dezember 1941 mit dem ersten von insgesamt vier Transporten aus dem nationalsozialistischen Wien in das vom NS-Regime besetzte Lettland deportiert und im März 1942 im Wald von Bikernieki bei Riga bei der sogenannten „Aktion Dünamünde“ ermordet wurde.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Paula Eisenberg, geboren am 6.3.1907 in Salzburg, ist die Tochter des jüdischen Ehepaars Berta, geborene Nussenblatt, und Siegfried Eisenberg. Ihre Eltern führten das Kaufhaus S. Eisenberg. Mitte der 1930er Jahre musste das Geschäft verkauft werden und Paula zog mit ihrer verwitweten Mutter Berta und ihrem Bruder Robert aus Salzburg weg. Paula gebar am 18.10.1940 ihre Tochter Leah. Gemeinsam mit dieser und ihrer Mutter wurde sie am 3. Dezember 1941 mit dem ersten von insgesamt vier Transporten aus dem nationalsozialistischen Wien in das vom NS-Regime besetzte Lettland deportiert und im Wald von Bikernieki bei Riga im Rahmen der sogenannten „Aktion Dünamünde“ im März 1942 ermordet.
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Religiöser Widerstand
Johann Ellmauer wurde am 24. April 1909 in Grödig als Sohn von Anton und Maria Ellmauer geboren. Am 11. Dezember 1934 tritt er aus der katholischen Kirche aus. Mit seiner Frau Katharina Haas, die den 1933 geborenen Rudolf mit in die Ehe nahm, zog Ellmauer 1936 nach Thalgau. Ellmauer war eigentlich Maurer, arbeitete aufgrund hoher Arbeitslosigkeit auf Bauernhöfen als Knecht, später als Kraftfahrer. Seine Verhaftung erfolgt im September 1939. Anschließend wurde er ins Gefängnis Alt-Moabit gebracht. Am 23. November 1939 wird er vom Reichskriegsgericht aufgrund wegen Verweigerung des Eides zum Tode durch das Fallbeil verurteilt. Das Urteil wurde am 6. Jänner 1940 vollstreckt. Johann Ellmauer wurde in Berlin-Plötzensee in einem Massengrab beerdigt.
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Politischer Widerstand
Karl Emminger wurde am 26.9.1878 in Deutsch-Altenburg in Niederösterreich geboren. Er war von Beruf Schlosser, Werkmeister und Eisenbahner. Zusätzlich engagierte er sich in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und vereinte mehrere Ämter auf sich: Gewerkschafter, Präsident der Salzburger Arbeiterkammer, Landesleiter des Republikanischen Schutzbunds, sozialdemokratischer Politiker, Mitglied des Gemeinderats von Gnigl, Landtagsabgeordneter, Mitglied der Salzburger Landesregierung und Landesrat bis zum Verbot der Partei 1934. Während des Austrofaschismus wurde Karl Emminger, dem keine widerständigen Tätigkeiten nachgewiesen werden konnten, pro forma für drei Monate verhaftet. Unter dem NS-Regime wurde er erneut wegen Verdachts der politischen Organisation und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” im November 1942 festgenommen. Er wurde am 7. Mai 1943 von der Anklage freigesprochen, starb aber am 3.5.1944 an den Folgen der Haft.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Rosa Engländer, geboren am 6.3.1896 in Salzburg, war das dritte Kind des seit 1891 in Salzburg lebenden jüdischen Ehepaars Gisela und Theodor Engländer. Rosa arbeitete als Modistin. Sie konvertierte vor 1938 zum evangelischen Glauben, flüchtete nach Prag, vermutlich zu ihrem von ihrer Mutter geschiedenen Vater Theodor Engländer. Am 3.11.1941 wurde sie von Prag nach Lodz deportiert und entweder im Ghetto Lodz oder einem Vernichtungslager ermordet.
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Homosexuelle OpferKZ Opfer
Günther Erlbeck wurde am 25.7.1895 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Er war geschieden und als kaufmännischer Angestellter in der Stadt Salzburg tätig. Aufgrund einer Denunziation wurde Günther Erlbeck am 13. Dezember 1941 in Salzburg verhaftet und am 23. Jänner 1942 wegen Homosexualität zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt. Nach Verbüßung der auferlegten Strafe wurde er aber nicht freigelassen, sondern in das KZ Flossenbürg deportiert und dort am 20. Juli 1942 als Homosexueller registriert. Am 28.7.1942 wurde er im KZ Flossenbürg ermordet.
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Religiöser Widerstand
Franz Esthofer war von 1937 bis 1950 als Pfarrer in der Lungauer Gemeinde Lessach tätig. Aufgrund seiner Haltung gegen den Nationalsozialismus wurde er mehrfach bei der Gestapo angezeigt und wegen antinationalsozialistischer Predigtinhalte verfolgt. 1939 wurden ihm erstmals die finanziellen staatlichen Mittel und die Berechtigung zur Abhaltung des Religionsunterricht entzogen, u.a. weil er sich öffentlich gegen die Verwendung des “Hitlergrußes” ausgesprochen habe. Gegen die – auch später erneut – verhängten Unterrichtsverbote wehrte sich der Pfarrer stetig, dessen Beliebtheit ihn in der Gemeinde wahrscheinlich auch vor härterer Verfolgung schützte.
Für seine Seelsorgetätigkeit nach dem Weltkrieg ernannte die Gemeinde Esthofer zum Ehrenbürger und benannte eine Straße nach ihm.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Margarethe „Gretl“ Etlinger, geborene Horn, wurde am 9. März 1888 in Budapest geboren. Sie war, wie ihr Vater Karl Gustav Horn, eine zum evangelischen Glauben konvertierte Jüdin. Ihre Mutter Maria Horn war keine Jüdin. Margarethe war Schauspielerin und mit dem bekannten österreichischen Schauspieler Karl Etlinger verheiratet. Gemeinsam lebten sie in Berlin-Wilmersdorf, bevor sie nach ihrer Scheidung im Jänner 1933 nach Salzburg zog. Schon vor März 1938 engagierte sie sich als österreichische Patriotin, 1939/40 wurde sie schließlich wegen antinazistischen Äußerungen inhaftiert. Nach einer Denunziation wurde sie im August 1941 erneut von der Gestapo verhaftet, im November desselben Jahres vom Polizeigefängnis in Salzburg ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert und dort am 14. März 1942 ermordet.
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Opfer der NS JustizKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Maria Höller, geboren am 28.7.1890 in Taxenbach, heiratete 1911 Johann Evangelist Etzer aus St. Georgen im Pinzgau. Das Ehepaar hatte gemeinsam neun Kinder. Ab 1925 bewirtschaftete die Witwe ihr Lehengut allein. Im Gegensatz zu ihren Kindern war sie als gläubige Katholikin immer und vehement gegen das Hitler-Regime. Am 24. März 1943 wurde die bis dahin Unbescholtene durch Denunziation vom Landesgericht (Sondergericht) in Salzburg wegen des Verbrechens der „Wehrkraftzersetzung" (Verbotener Umgang mit Kriegsgefangenen) zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie wurde in das Frauenzuchthaus Aichach und in dessen Außenkommando Ingolstadt verlegt, wo sie körperlichen und seelischen Schikanen ausgesetzt war. Nach ihrer bedingten Entlassung am 12. April 1945 kehrte sie nicht mehr auf ihren Bauernhof zurück. Erst am 18. September 2018 wurde Maria Etzer vom Landesgericht für Strafsachen Wien vollständig rehabilitiert.
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| Höller | - |
NS-Euthanasie
Der am 12. August 1872 in St. Georgen im Pinzgau geborene Anton Etzer verbrachte einen Teil seines Lebens in der Landesheilanstalt Salzburg-Lehen. Er wurde am 17. April 1941 in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert, wo er vermutlich ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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KZ Opfer
Johann Facinelli wurde am 27. Oktober 1887 in Bischofshofen geboren, war verheiratet und Gastwirt in Bischofshofen. Als Angehöriger der österreichischen Heimwehr und als Hilfspolizist war er am 26. Juli 1934 bei der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putsches am Mandlingpass bei Radstadt beteiligt. Nach den Ereignissen des Juli 1934 übersiedelte Johann Facinelli mit seiner Familie in die Stadt Salzburg. Trotz Wechsel des Wohnortes wurde Facinelli Opfer des “illegalen” nationalsozialistischen Terrors, da im September 1935 eine Briefbombe an ihn andressiert war. Die Briefbombe konnte jedoch vor der Postzustellung abgefangen werden. Die von der Polizei ermittelten Täter flüchteten über die Grenze in das nationalsozialistische Deutschland. Johann Facinelli war in der Stadt als Krankenkassakontrolleur tätig. Am 13. März 1938 wurde er wegen seiner Beteiligung an der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putsches von 1934 verhaftet und am 11. April 1938 in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Dort wurde er am 4. Juni 1938 ermordet.
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Homosexuelle OpferKZ Opfer
Julius Faist wurde am 19. August 1889 in Wien geboren. Er lebte in der Stadt Salzburg und war als Homosexueller im Strafregister des Landesgerichtes Salzburg vermerkt. Er wurde am 19. Mai 1943 aufgrund seiner sexuellen Orientierung zu 18 Monaten schweren Kerker verurteilt und nach der Verbüßung seiner Haftstrafe vom Polizeigefängnis Salzburg in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert, wo er am 22. September 1944 als Häftling registriert und gezwungen wurde, den rosa Winkel zu tragen. Vom Stammlager Mauthausen wurde er nach Gusen verlegt und dort am 30. November 1944 ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Fassa, geborene Krejci, wurde am 15. Januar 1878 in Liefering bei Salzburg geboren. Sie war verheiratet mit Anton Fassa, welcher von Beruf Malermeister war. Gemeinsam hatten sie zwei Töchter namens Antonia und Anna. Anton Fassa starb im Februar 1919 und die jüngere Tochter Antonia starb im November 1919 kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes. Auch die ältere Tochter Anna starb bereits im Juli 1921 im Alter von 26 Jahren. Anna Fassa wurde 1936 entmündigt und 1937 in die Landesheilanstalt Salzburg-Lehen eingewiesen. Am 16. April 1941 wurde sie von dort nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Krejci | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Berta Feitzinger wurde am 24. Juni 1910 in Wien geboren. Ihre Mutter war eine ledige Dienstmagd, die nach Wien gezogen war. Berta Feitzinger war pflegebedürftig und wurde in im Juli 1923 in das Gemeindespital St. Anna bei Gnigl in Salzburg eingewiesen. Noch 1923 kam sie in das Erziehungsheim St. Josef, welches von den “Schwestern vom Guten Hirten” geleitet wurde. Von 1929 bis 1934 arbeitete Berta Feitzinger in privaten Haushalten und kam 1934 wieder in das Erziehungsheim St. Josef. Im März 1934 wurde sie in die Landesheilanstalt Salzburg stationär eingewiesen. Im Januar 1939 wurde sie in die Pflegeanstalt Schernberg bei Schwarzach im Pongau verlegt und anschließend wieder zurück in die Landesheilanstalt. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Religiöser Widerstand
Der am 16. Juni 1901 im Saarland geborene Kaspar Feld empfängt 1929 in der Stadt Salzburg die Priesterweihe. Als Geistlicher und Religionslehrer geriet er schon bald ins Visier der Gestapo. So wurde ihm beispielsweise bereits im September 1938 aufgrund seines “politischen Verhaltens” verboten, die Volksschule Radstadt, in der er unterrichtete, zu betreten. Feld wechselte aufgrund seiner Bestellung zum Pfarrer im März 1940 in die Gemeinde Lend, wo örtliche NS-Funktionäre scharf gegen Kirche und Klerus vorgingen. Am 8. Mai 1942 wurde Kaspar Feld aufgrund “staatsabträglicher Äußerungen” verhaftet, aber offenbar wieder aus der Haft entlassen. Eine erneute Verhaftung aufgrund derselben Vorwürfe erfolgte am 15. November 1943; Feld wurde in weiterer Folge in das Konzentrationslager Dachau deportiert und erst im April 1945 befreit. Nach dem Ende des NS-Regimes arbeitete Kaspar Feld als Pfarrer in Hochfilzen in Tirol. Am 7. Februar 1979 starb Kaspar Feld.
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Politischer WiderstandFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Anna Ferfolja wurde am 6. Juni 1925 in Gorica in Slowenien geboren und war italienische Staatsangehörige. Sie schloss sich vermutlich einer Partisanengruppe an und wurde durch die SS aufgegriffen. Sie wurde am 30. Januar 1944 von Triest in das Konzentrationslager Ravensbrück überstellt. Tatsächlich verlief ihre Deportation über mehrere Stationen: Zunächst kam sie in das Polizeigefängnis der Stadt Salzburg und wurde am 4. Februar 1944 mit einem Sammeltransport in das KZ Mauthausen gebracht und von dort weiter in das KZ Ravensbrück, wo man sie am 15. Februar 1944 registrierte. Sie starb im KZ Ravensbrück.
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| Ferfoglia | - |
Friedrich Fimberger wurde am 28. Februar 1901 in Haigermoos im Bezirk Braunau am Inn geboren und war von Beruf Fleischhauer. Unter dem NS-Regime lebte er in der Stadt Salzburg und war ab Dezember 1943 als Wachmann in der “Glockengießerei Oberascher”, welche im Nationalsozialismus zu einem Rüstungsbetrieb wurde, tätig. Am 3. Dezember 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und als “Schutzhäftling” in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Dort wurde er am 25. Februar 1945 ermordet. Die Verfolgungsgründe lassen sich nicht rekonstruieren.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Emilie Fischer, geborene Taussig, wurde am 27. August 1885 in Rakonitz (Böhmen) geboren. Sie war verheiratet mit dem jüdischen Kaufmann und Teilhaber sowie Geschäftsleiter der Firma „Fischer & Aninger“ in Salzburg. Sie hatten einen Sohn, Walter, geboren am 12. Juli 1908 in Salzburg. Ihre Wohnung im Andrä-Viertel mussten sie bereits im Juni 1938 räumen, flüchteten nach Wien und wurden schließlich am 14. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Emilie wurde am 26. Dezember 1943 ermordet, ihr Ehemann Ludwig am 26. April 1944.
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| Taussig | - |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Ludwig Fischer, geboren am 31. Dezember 1868 in Jungbunzlau (Böhmen), war Kaufmann, Teilhaber und Geschäftsleiter der Bürsten und Galanteriewaren Firma „Fischer & Aninger" in Salzburg und jüdischen Glaubens. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Emilie, geborene Taussig, und seinem Sohn (gestorben 1930) lebte er in einer Wohnung im Andrä-Viertel, die bereits 1938 enteignet wurde. Sie flüchteten nach Wien, von wo aus sie am 14. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert wurden. Ludwig wurde am 26. April 1944 ermordet, seine Frau bereits am 26. Dezember 1943.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Fischer wurde am 22. Januar 1885 in Salzburg als zweites von sechs Kindern geboren. Ihre Eltern hießen Maria und Peter Fischer. Die Familie führte ein kleines Lebensmittelgeschäft und lebte in der Stadt Salzburg. Maria Fischer war wiederholt in stationärer Behandlung in der Landesheilanstalt Salzburg, kam aber immer wieder nach Hause. Sie wurde am 21. Mai 1941 von der Landesheilanstalt Salzburg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - Sammelwohnung
Paul (Salo) Fischer wurde am 31. August 1876 in Wien als Kind jüdischer Eltern geboren. 1913 konvertierte er zum katholischen Glauben und heiratete die Katholikin Leopoldine Pohl. Das Paar bekam gemeinsam zwei Söhne. Anfang der 1930er Jahre erwarb die Familie ein Haus in Morzg, Salzburg, welches unter dem NS-Regime nicht enteignet wurde, da nur die Ehefrau im Grundbuch stand. Paul Fischer hatte mit dem Rosé-Quartett zwei Auftritte bei den Salzburger Festspielen. Im März 1938 – noch vor Inkrafttreten der “Nürnberger Rassengesetze” – wurde er aus dem Orchester der Wiener Staatsoper und Philharmoniker vertrieben und im Anschluss zwangspensioniert. Das Ehepaar verlor im Februar 1941 ihren ältesten Sohn – vermutlich durch Suizid. Im Frühjahr 1942 wurde die Familie aus ihrer Wohnung in eine “Sammelwohnung” im 2. Bezirk vertrieben. Paul Fischer, der an Neuritis litt, verstarb am 4. November 1942 im jüdischen Krankenhaus in Wien. Seine Ehefrau, die sich nicht von ihrem Mann scheiden ließ, um ihn vor der Deportation zu bewahren, und der gemeinsame Sohn überlebten die Terrorjahre in Wien.
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Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Therese Flachberger wurde am 15. November 1911 in Salzburg geboren und war von Beruf Hilfsarbeiterin. Sie war verheiratet mit Franz Flachberger, der wie sie dem Arbeitermilieu entstammt. Zu Weihnachten 1943 hatten sie die Familie eingeladen, so auch die Schwester von Franz Flachbergers Schwägerin, Anna Winkler. Beim Familientreffen wurde laut der Zeuginnenaussage Anna Winklers auch über politische Themen gesprochen und so verurteilten Therese und Franz Flachberger den Krieg gegen die Sowjetunion. Daraufhin denunzierte Anna Winkler ihre Verwandten, da sie deren Aussagen als persönlichen Angriff wahrgenommen hatte, da ihr Sohn an der Front im Osten stationiert war. Das Ehepaar Flachberger wurde durch die Gestapo verhaftet und am 29. August 1944 durch das Oberlandesgericht Wien wegen “Zersetzung der Wehrkraft” zu zwei bzw. drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Therese Flachberger wurde in das bairische Zuchthaus Aichach gebracht und starb dort am 24. Januar 1945. Die offizielle Todesursache lautet “Herzschlag”. Tatsächlich wurde aber der Todesmeldung eine handschriftliche Notiz hinzugefügt: “Die Todesursache ‚Herzschlag’ stimmt nicht. Stattdessen ‚Verblutung’ 26. 1. 45”. Franz Flachberger überlebte die Terrorjahre.
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| Rohlik | Theresia | - |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - SammelwohnungFrauen explizit erwähnt
Katharina Fleischer, geboren am 13. Dezember 1878 in Salzburg, war die Tochter des jüdischen Ehepaares Henriette, geborene Kohn, und Alexander Lederer. 1910 heiratete sie den ungarischen Juden Gustav Rakos, mit dem sie 1912 ihren Sohn Alexander bekam. Nach dem Tod ihres Ehemannes heiratete sie Isidor Fleischer. Katharina lebte zuletzt mit ihrem Sohn in einer „Sammelwohnung“ in Wien und wurde von dort am 9. Juni 1942 nach Weißrussland deportiert und am 15. Juni 1942 in Maly Trostinec bei Minsk ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Henriette Fleischmann, geborenen am 4. Februar 1875 in Wien, war Tochter des jüdischen Ehepaares Mathilde, geborene Bassel, und Moritz Fleischmann. Henriette heiratete 1898 den Ministerialbeamten Julius Fleischmann. Gemeinsam hatten sie zwei Töchter. Die Familie konvertierte zum katholischen Glauben. Henriette lebte offiziell bis zum 29. Dezember 1942 in Wien, tatsächlich lebte sie aber bei ihrer Tochter und deren nicht-jüdischem Ehemann versteckt in Salzburg. Henriette Fleischmann beging schließlich Suizid. Amtlich registriert wurde, dass sie am 31. März 19423 im LKH Salzburg starb.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Die am 24. März 1889 in Leipzig geborene Lina Frabke war eine von zehn Zeuginnen Jehovas am Gut Pabenschwandt. Zuvor war sie im Konzentrationslager Ravensbrück, anschließend wurde sie im September 1944 nach Dachau deportiert, von wo aus sie auf das Gut gebracht wurde. Dort musste sie vermutlich im Rahmen der Experimente an Tieren und Pflanzen seitens des Kommandoführers Karl Fahrenkamp Zwangsarbeit leisten. Das Ende des NS-Regimes erlebte sie auch am Gut Pabenschwandt. Über ihren weiteren Verbleib ist bisher nichts bekannt.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Anna Frauneder, geborene Köhler, wurde am 18. Februar 1908 in Salzburg geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Sie war mit Franz Frauneder verheiratet, welcher von Beruf Sattlermeister und Zellenleiter der KPÖ Gnigl war. Anna Fraunender wurde am 22. Juli 1942 wegen ihres Engagements in der illegalen KPÖ Frauengruppe verhaftet und am 31. Juli 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort wurde sie am 20. November 1942 ermordet. Ihr Ehemann Franz wurde am 6. Juli 1943 wegen “Zersetzung der Wehrkraft” zum Tode verurteilt, aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Er überlebte die Terrorjahre des NS-Regimes.
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| Köhler | - |
Religiöser WiderstandKZ Opfer
Nikolaus Fraunhofer wurde am 29. November 1914 in Graz geboren und war vom Beruf her Schmiedegeselle. Er zog 1929 zusammen mit seiner Mutter nach Salzburg Itzling. Nikolaus Fraunhofer gehörte der christlichen Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas an und wurde deswegen bereits im Austrofaschismus verfolgt und im Juni 1936 zu zwölf Stunden Arrest wegen der Verbreitung von verbotenen Druckschriften gezwungen. Während des Nationalsozialismus wurden die Zeugen Jehovas verfolgt, da sie den Hitler-Gruß, den Wehr- und Kriegsdienst und jegliche Form von Rüstungsarbeit verweigerten. Nikolaus Fraunhofer galt als “amtsbekannt” wegen seiner Religion und wurde am 5. Dezember 1938 von der Gestapo verhaftet und nach München überstellt. Er wurde anschließend wieder zurück nach Salzburg gebracht und am 19. Februar 1940 in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, wo er im Alter von 25 Jahren am 20. Juni 1940 ermordet wurde.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Individueller Widerstand
Der ungarische Dirigent Ferenc Fricsay wurde am 9. August 1914 in Budapest geboren. Zwischen 1920 und 1933 erhielt er seine Ausbildung an der Budapester Hochschule. Nach seinem Diplomabschluss fungierte er als Militärkapellmeister in Szeged und als Leiter des Szegediner Philharmonischen Orchesters. Ungarn galt seit 1941 als Verbündeter Deutschlands, plante jedoch, sich – insbesondere nach der Schlacht um Stalingrad, an dem es auch teilnahm, - den Alliierten anzuschließen. Die NS-Regierung reagierte 1944 vehement auf diese Versuche; es folgte eine Besetzung Ungarns durch die Wehrmacht und Installierung einer NS-gesinnten Regierung. In diesen Umbruchtagen sah sich Ferenc Fricsay gezwungen, vor der Gestapo aus Szeged nach Budapest zu flüchten, da er zahlreiche Freunde vor anstehenden Verhaftungen warnte. Fricsay überlebte die Verfolgung und Terrorjahre und konnte sich im europäischen Raum als begabter Dirigent einen Namen machen; unter anderem dirigierte er 1947 und 1949 bei den Salzburger Festspielen. Er starb am 20. Februar 1963 in Basel und wurde in der Schweizer Gemeinde Ermatingen begraben.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Politischer WiderstandJugendliche explizit erwähnt
Der Schriftsteller Erich Fried, geboren am 6. Mai 1921 als Sohn jüdischer Eltern – des Speditionsangestellten Hugo und der Modedesignerin Nellie Fried –, wuchs bis 1938 in Wien auf. Nach dem “Anschluss” wurden die Eltern verhaftet. Denr Vater wurde am 2. Mai 1938 aus der Haft entlassen, starb allerdings aufgrund der Haftbedingungen noch am selben Tag. Die Mutter kam erst 1939 frei. Unmittelbar nach dem Tod des Vaters floh Fried nach London, wo er Bekanntschaft mit zahlreichen Exilautoren und –autorinnen machen sollte. Der Schriftsteller und überzeugte Kommunist, schon früh literarisch tätig und politisch interessiert, veröffentlichte bereits 1944 seinen ersten Gedichtband “Deutschland”, in dem er sich mit Krieg sowie mit dem Verlust der Identität und der Heimat beschäftigt. In London arbeitete Fried für die BBC und blieb auch lange nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein wesentlicher Kritiker soziopolitischer Entwicklungen. Erich Fried starb am 22. November 1988 in Baden-Baden.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Rudolf Friedländer, geboren am 26. Februar 1896 in Wien, war das achte von neun Kindern des Ehepaares Charlotte und Eduard Friedländer. Er konvertierte vom jüdischen zum evangelischen Glauben und war mit einer nicht-jüdischen Wienerin verheiratet, mit der er einen Sohn hatte und abwechselnd in Wien, Wels und Salzburg lebte. Nach 1938 lebte Rudolf bei seinem Bruder Karl. Die beiden wurden am 9. April 1942 von Wien ins Ghetto Izbica in Polen deportiert und dort oder in einem Vernichtungslager ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Hilde Friedmann, geboren am 21. August 1899 in Wien, war das einzige Kind des jüdischen Ehepaares Anna, geborene Weinberger, und Josef Rideg (vormals Reitzer). Sie war mit Otto Friedmann, geboren am 23. Dezember 1896 in Wien, verheiratet und hatte zwei Kinder. Die Familie lebte ab 1926 in einer Wohnung im Stadtteil Elisabeth-Vorstadt. Sie flohen über Frankreich in die USA, wo Hilde und ihre Tochter Grete am 28. Juli 1941 ankamen – ihr Ehemann Otto und ihr Sohn Fred hatten eine Woche zuvor ihr Ziel erreicht. Hilde Friedmann starb im Dezember 2002 in Flushing, New York.
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| Hildegard | - |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Otto Friedmann, geboren am 23. Dezember 1896 in Wien, war Sohn des jüdischen Ehepaares Ernestine, geborene Stransky, und Moritz Friedmann. Er arbeitete im Holzexport und heiratete Hilde Friedmann, mit der er zwei Kinder hatte. Die Familie wohnte ab 1926 in Salzburg, ihr Haus mussten sie 1938 deutlich unter dem Wert verkaufen und flüchteten schließlich über Frankreich in die USA, wo Otto und sein Sohn Fred am 21. Juli 1941 in New York ankamen und seine Ehefrau Hilde und seine Tochter Grete eine Woche später folgten. Otto Friedmann starb im Dezember 1986 in Flushing, New York.
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Soldaten - Deserteure
Johann Friembichler wurde am 23. Juni 1916 in Henndorf am Wallersee geboren und war das einzige Kind des Ehepaares Anna und Andreas Friembichler. Johann Friembichler war als Wehrmachtssoldat einer Panzerjäger-Einheit im besetzten Slowenien im Kriegsjahr 1942. Seine Einheit war dem Wehrkreis XVIII unterstellt, welcher das Hauptquartier in der Stadt Salzburg hatte. Johann Friembichler wurde vom Kriegsgericht Salzburg wegen „Fahnenflucht” zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde am 10. Dezember 1942 auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg vollzogen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Helene „Hella“ Fröhlich, née Monderer, geboren am 1. Mai 1871 in Tonie bei Krakau, war mit dem Berufsoffizier Leo Fröhlich verheiratet, der im Ersten Weltkrieg starb. Ein Jahr vor seinem Tod zogen sie nach Salzburg, dabei gaben sie kein religiöses Bekenntnis an, dennoch wurde Helene im NS-Regime als „Volljüdin“ kategorisiert und am 20. Februar 1940 aus Salzburg vertrieben. Ihre Wohnung wurde enteignet und Helene wurde am 20. August 1942 aus einer Wiener „Sammelwohnung“ zuerst nach Theresienstadt und am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
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| Monderer | Hella | Link |
Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Angela Fumeo wurde am 30. April 1900 in Idrija in Istrien geboren und war italienische Staatsangehörige. Sie schloss sich vermutlich einer Partisanengruppe an und wurde durch die SS aufgegriffen und am 30. Januar 1944 von Triest in das Konzentrationslager Ravensbrück überstellt. Tatsächlich verlief ihre Deportation über mehrere Stationen: Zunächst kam sie in das Polizeigefängnis der Stadt Salzburg und wurde am 4. Februar 1944 mit einem Sammeltransport in das KZ Mauthaussen gebracht und von dort weiter in das KZ Ravensbrück, wo man sie am 15. Februar 1944 registrierte. Angela Fumeo starb im KZ Ravensbrück.
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| Ambrosic | - |
KZ OpferOrte des Terrors - KZ
Franz Furtner wurde am 21. Juli 1888 in der Stadt Salzburg geboren. Von Beruf Weber, zog der ledige Franz nach St. Johann i.P. Im Jahr 1938 wurde Franz Furtner unter der NS-Haftkategorie “Arbeitszwang Reich” (AZR) in das KZ Dachau deportiert. Dort erhielt er bei seiner Ankunft am 25. Juni die Häftlingsnummer 17514 und verstarb am 19. Dezember desselben Jahres. Die angegebene Todesursache war “akuter Herztod”.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Antonie Furtschegger wurde am 31.3.1896 in Wien als Antonie Walzhofer geboren. Aufgrund gesundheitlicher Probleme, die in ihrer Kindheit begannen, wurde sie ab dem 19. Lebensjahr wiederholt in Nervenheilanstalten aufgenommen. Sie arbeitete als Hausgehilfin und Schneiderin, später auch als Kellnerin in Hamburg und der Tschechoslowakei. 1931 starb ihre Tochter, was zu einem Rückfall führte. 1932 war sie erneut Patientin in Gugging (NÖ) und wurde nach kurzer Zeit als geheilt entlassen. 1934 heiratete sie den Hilfsarbeiter Oskar Furtschegger aus Hallein und zog mit ihm in eine Wohnung in der Reichsstraße 5 (heute Salzburgerstraße 45). Am 29. Mai 1937 unternahm sie einen Suizidversuch und wurde ins Krankenhaus St. Johann im Pongau eingeliefert. Nach einem weiteren Selbstmordversuch wurde sie in die Salzburger Landesheilanstalt überstellt. Aufgrund einer kurzfristigen Stabilisierung ihres Zustands konnte sie im September 1937 vorübergehend nach Hause zurückkehren, wurde jedoch bald darauf erneut eingewiesen. Am 18.4.1941 wurde Antonie Furtschegger, gemeinsam mit 27 weiteren Patientinnen, mit dem dritten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet.
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| Walzhofer | - |
NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Franz Födinger, geboren 1920 im oberösterreichischen Schörfling, war Bewohner der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Födinger wurde 1940 in Hartheim ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Religiöser WiderstandKZ Opfer
Jakob Förtsch wurde am 8. Juli 1896 in Neuensee in Oberfranken geboren und war Konventdiener im Kloster St. Peter sowie Refektoriar im Kolleg St. Benedikt in der Stadt Salzburg. Er war demnach Mitglied des Ordens der Benediktiner und nahm den Ordensnamen Coelestin an. Nach der Vertreibung der Mönche durch das NS-Regime aus der Stadt Salzburg lebte Jakob Förtsch erneut in seinem Heimatort Neuensee. Dort fiel er durch seine regimekritische Haltung auf und wurde am 8. Oktober 1943 verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Am 22. November 1943 wurde er in das KZ Ravensbrück deportiert. Jakob Förtsch wurde am 10. Februar 1944 im zum KZ Ravensbrück gehörenden Außenlager Barth ermordet.
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| Bruder Coelestin | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Arthur Fürst, geboren am 25. Dezember 1883 in Salzburg, war Sohn des jüdischen Ehepaares Elise (Esther), geborene Dick, und Rudolf Fürst. Nach dem Tod des Vaters mussten die vier Kinder der Mutter helfen, den Großhandel mit Kurz-, Wirk- und Galanteriewaren weiterzuführen. Arthur Fürst heiratete im Oktober 1923 die Jüdin Irene, geborene Grün. Gemeinsam hatten sie zwei Töchter. Arthur war in seiner jüdischen Gemeinde recht aktiv. In der Pogromnacht von 9. auf 10. November 1938 wurde das Schaufenster des Geschäftes durchschossen sowie die Auslage geplündert. Arthur Fürst zählte zu den am 10. November 1938 verhafteten Juden, er wurde in das KZ Dachau deportiert. Um freigelassen zu werden, musste er der „Arisierung“ des Besitzes und der sofortigen „Auswanderung“ zustimmen. Die Familie flüchtete über Wien in die USA, wo sie am 4. März 1939 in New York ankamen. Arthur Fürst starb am 27. Juli 1947 in Charleston.
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G
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Pauline Gassner wurde am 3. Juli 1916 in Salzburg als erstes von drei Kindern geboren. Ihre Eltern hießen Marie und Andre Gassner. Das Ehepaar trennte sich und Pauline Gassner lebte fortan bei ihrer Mutter in der Stadt Salzburg. Pauline Gassner war pflegebedürftig und wurde im Oktober 1936 in die Landesheilanstalt Salzburg stationär eingewiesen. Am 18. April 1941 wurde sie von dort nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnenKZ Opfer
Martin Gay wurde am 1. August 1912 in Böhlitz-Ehrenberg in der Nähe von Leipzig geboren. Er war verheiratet, hatte drei Kinder und arbeitete in einer Druckerei. Er wurde in das KZ Sachsenhausen verschleppt und anschließend in das KZ Dachau überstellt, wo er den roten Winkel, welcher für politisch Gefangene vorgesehen war, tragen musste. Aus dem KZ Dachau wurde er in das “Außenlager Salzburg – Polizeidirektion” deportiert, wo er Zwangsarbeit verrichten musste. Die Zwangsarbeiter des “Außenlagers Salzburg” waren vermutlich im Polizeigefängnis am Rudolfskai untergebracht. Am 18. November 1944 musste Martin Gay zum Entschärfen einer Zeitzünderbombe nahe dem Hotel Münchnerhof ausrücken. Die Bombe explodierte und er starb zusammen mit den anderen Zwangsarbeitern.
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NS-Euthanasie
Josef Geer wurde am 12. März 1887 in Maxglan bei Salzburg geboren und war der Sohn des Ehepaares Maria und Peter Geer. Seine Eltern waren beide von Beruf Dienstboten und sind früh verstorben. Josef Geer war vom Beruf Hilfsarbeiter und wechselte oft den Arbeitsplatz. Er wurde im Juni 1928 in die Landesheilanstalt Salzburg als Patient aufgenommen und war ab April 1934 Pflegling in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Josef Geer wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - Deserteure
Rudolf Gehringer wurde am 14. November 1908 in Linz geboren und war als kaufmännischer Angestellter in Wiener Neustadt tätig. Dort heiratete er im Mai 1938 Hilde Schauer. Im Jahr 1942 geriet das Ehepaar in die Fänge der Gestapo. Am 11. November 1942 wurden die beiden in Graz verhaftet. Aus dem Verhaftungsprotokoll geht hervor, dass Gehringer sein dem 2. August 1942 “fahnenflüchtig” war und sich mit gefälschten Papieren zusammen mit seiner Ehefrau in verschiedenen Städten aufhielt. Da Gehringers Einheit dem Wehrkreis XVIII unterstand, welcher seinen Hauptsitz in der Stadt Salzburg hatte, wurde er vom Kriegsgericht der Division 188 wegen “Fahnenflucht” zum Tode verurteilt. Er wurde am 31. März 1943 auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg exekutiert.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Barbara Gehringer wurde am 8. Juni 1883 in Radstadt geboren. Sie lebte bei ihrer Schwester und war von Geburt an geistig behindert. Sie wurde am 3. März 1939 auf Veranlassen der Gemeinde in die “Landes- Heil- und Pflegeanstalt Valduna” in Rankweil in Vorarlberg eingewiesen.
Barbara Gehringer wurde am 10. Februar 1941 mit dem ersten Transport der “Aktion T4” aus Rankweil in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Insgesamt wurden 262 Patientinnen und Patienten der Anstalt im Rahmen der “Aktion T4” in Hartheim durch die Nationalsozialisten ermordet.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Ida Gföller, geborene Hille, kam am 30. März 1908 auf die Welt. Die geschiedene Hausfrau war Mutter eines Sohnes. Aufgrund ihrer Betätigung für die Zeugen Jehovas befand sie sich bereits zwischen März und Mai 1937 in Saarbrücken in Haft. Nach ihrer Haftzeit deportierte man sie in das Konzentrationslager Moringen, wo sie bis Dezember 1937 interniert war. Es folgte danach die Deportation in das KZ Lichtenburg. Ida Gföller befand sich bis August 1944 in diesem für weibliche Häftlinge vorgesehenen KZ und wurde anschließend auf das Gut Pabenschwandt gebracht, wo sie auch das Kriegsende erlebte und mit anderen Häftlingen befreit wurde.
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| Hiller | Gföllner | - |
Politischer Widerstand
Josef Girzinger wurde am 14. Juni 1897 in Geinberg in Oberösterreich geboren. Er war von Beruf Viehhändler, Fuhrwerker und Kutscher. Er war verheiratet mit Gertrud, welche zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe hatte. Die Familie lebte seit 1930 in Parsch, Salzburg. Da Josef Girzinger in den stagnierenden Wirtschaftsjahren Ende der 1930er als Kleinunternehmer seine Familie nicht mehr erhalten konnte, meldete er sich freiwillig als Kraftfahrer bei der deutschen Wehrmacht. Er wurde in einem Ersatzbataillon in seinem Heimatort stationiert. Sein Militärdienst war aber sehr kurz, da er bereits am 19. September 1942 wegen Disziplinlosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber seinem Vorgesetzten als „wehruntüchtig” erachtet und aus der Wehrmacht entlassen wurde. Seine antimilitärische Haltung wurde ihm zum Verhängnis, da er am 23. September 1942 durch die Gestapo verhaftet und am 17. Oktober 1942 in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde, wo er als „AZR”-Häftling („Arbeitszwang Reich”) registriert wurde. Am 21. Dezember 1942 erfolgte seine Überstellung in das Außenlager Gusen, wo er am 14. April 1943 wegen „allgemeinem Körperverfall” zu Tode kam.
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Politischer Widerstand
Heinrich Gittler wurde am 23. Mai 1915 in Salzburg geboren und war das erste von sechs Kindern des Ehepaares Marie und Heinrich Gittler. Der Vater verstarb früh und die Mutter heiratete wieder. Heinrich Gittler erlernte den Beruf des Bäckers und wohnte seit den 1930er Jahren in der Gemeinde Gnigl bei Salzburg, wo er vermutlich in Kontakt mit Sozialisten und Kommunisten kam. Heinrich Gittler wurde für die kommunistische Widerstandsbewegung durch Franz Ofner angeworben und war ab 1940 Aktivist der Ortsgruppe Gnigl und ab Anfang 1941 deren Leiter. Im Jahr 1942 gelang es der Gestapo mithilfe eines Spitzels das kommunistische und sozialistische Widerstandsnetzwerk in Salzburg aufzudecken; Heinrich Gittler wurde im Rahmen dieser Aktion am 18. Januar 1942 verhaftet. Er kam in das Polizeigefängnis der Stadt Salzburg und wurde im April 1942 in das bayrische Zuchthaus Landshut überstellt und anschließend erneut in das Gefangenenhaus des Landesgerichts Salzburg. Im Frühling 1943 wurde ihm im Landesgericht Salzburg ein Strafprozess des Berliner “Volksgerichtshofes” gemacht, bei welchem insgesamt 17 Widerständige verurteilt wurden. Am 9. April 1943 wurde Heinrich Gittler zum Tode verurteilt, am 15. Juli 1943 in München-Stadelheim enthauptet.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Siegfried Glasel, geboren am 28. Mai 1890 in Wien, Kind des jüdischen Ehepaares Auguste, geborene Kürschner, und Josef Glasel, war Schauspieler in Brüx und Salzburg und nannte sich Fritz. Nach dem Zerfall der Monarchie Österreich-Ungarn lebte er hauptsächlich bei seiner Partnerin – einer geschiedenenen Frau mit fünf Kindern – in Salzburg. Zwischen August 1938 und Oktober 1939 war er in Wien gemeldet. Am 27. Oktober 1939 befand er sich im zweiten Wiener Transport, der nach Nisko in das besetze Polen ging.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Katharina Glatz wurde am 1. Jänner 1881 in St. Johann i.P. geboren. Später wurde sie als Pflegling in der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau aufgenommen. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Als eines dieser NS-"Euthanasie”-Opfer wurde auch Katharina Glatz am 21. April 1941 nach Oberösterreich deportiert und dort ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnen
Der gebürtig aus Polen stammende Bernhard Glaroyer wurde am 14. April 1909 geboren. Seit 24. Juli 1939 war er als Zwangsarbeiter am Bau des Tauernkraftwerks Kaprun beschäftigt, unklar ist jedoch, wie lang die Zwangsarbeit dauert.. Da es nur wenige Hinweise für die Beschäftigung jüdischer Personen gibt, ist jedoch allgemein anzunehmen, dass nur wenige Juden und Jüdinnen beim Bau des Kraftwerks zwangsverpflichtet wurden und diese auch nur für eine relativ kurze Zeit beschäftigt waren. Untergebracht waren sie in einem der beiden sogenannten “Judenlager”. Über den weiteren Verbleib Bernhard Glayorers ist bis dato nichts bekannt.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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Individueller WiderstandReligiöser Widerstand
Der Ehrenbürger Henndorfs DDr. Max Gmachl wurde am 30. April 1885 im Salzburger Stadtteil Itzling geboren. Im September 1907 hatte er die Priesterweihe erfahren, wenige Jahre danach erfolgte die Promotion; 1910 zum Doktor der Theologie, 1916 anschließend zum Doktor des Rechts. Gmachl war schon früh ein ausgesprochener Gegner des Nationalsozialismus, wobei bis dato unklar bleibt, ob dieser Widerstand ausschließlich der christlichen Glaubenslehre entstammt oder ob nicht auch eine Affinität zum Austrofaschismus bestand. Aufgrund unterschiedlicher widerständischer Handlungen – Umgehen des Verbots der Seelsorge, NS-kritische Äußerungen während Predigten – wurde er mehrmals angezeigt und insgesamt drei Mal verhaftet. Nach der Befreiung Österreichs wurde Max Gmachl zum Pfarrer von Henndorf ernannt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Augustinerinnenkloster Goldenstein. Er starb am 17. September 1971.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Bernhard Gold, geboren am 20. Juni 1897 in Budapest, war Jude, ledig und arbeitete seit 1921 mit Unterbrechungen als Buchbinder, Maler und Anstreicher in Salzburg. Dort wurde er Anfang Oktober 1942 verhaftet, nach Wien gebracht und in einem Transport mit ca. 1000 Menschen am 5. Oktober 1942 nach Maly Trostinec bei Minsk deportiert. Dort wurde er am 9. Oktober 1942 entweder erschossen oder in einem getarnten LKW-Anhänger vergast.
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NS-Euthanasie
Oskar Goldfuss wurde am 25. März 1899 in Salzburg geboren und war das jüngere von zwei Kindern des Ehepaares Maria und Albert Goldfuss. Albert Goldfuss war von Beruf Hausmeister und starb 1922. Maria Goldfuss starb bereits ein Jahr drauf. Oskar Goldfuss konnte aufgrund einer Krankheit keinen Beruf erlernen und war zweitweise Pflegling in der "Landessiechenanstalt" (Leprosenhaus) und anschließend Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Individueller Widerstand
Eduard Goldmann, geboren am 11. Juni 1914, hatte im Vergleich zu den anderen Zwangsarbeitern am Tauernkraftwerk Kaprun eine “privilegierte” Stellung. Trotz seiner jüdischen Herkunft – er galt als sogenannter “Halbjude” – war er in der Lohnverrechnung angestellt. Zuvor hatte er sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet, wurde aber aufgrund von Untauglichkeit zurückgestellt. In Kaprun lebte er im Arbeiterlager Grubbach. Aufgrund des Hörens von sowjetischen Radiosendern wurde er im September 1941 zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. 1944 wurde er im Konzentrationslager Buchenwald interniert, wo er bis zum Kriegsende blieb.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Victor Mordechai Goldschmidt, geboren am 10. Februar 1853 in Mainz als Kind des jüdischen Ehepaares Josephine Edle von Portheim und Salomon Benedikt Goldschmidt, heiratete seine am 17. Februar 1863 in Prag geborene Cousine Leontine (Lola). Victor Goldschmidt, der Hütteningenieurswesen studierte, war Mineraloge, Kristallograph, Sammler und Mäzen, Honorarprofessor in Heidelberg, international renommierter Wissenschaftler und Freimaurer. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er die Portheim-Stiftung und besaß ein Museum für Völkerkunde. Durch den Machtantritt Adolf Hitlers am 30. Jänner 1933 sah sich das Ehepaar gezwungen, aus Deutschland auszureisen und fand in Salzburg Zuflucht. Victor starb am 8. Mai 1933 an einem Magendurchbruch, seine Ehefrau nahm sich das Leben, bevor sie am 25. August 1942 deportiert worden wäre.
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Soldaten - Deserteure
Egon Gollner wurde am 3. April 1918 in Salzburg geboren und erlernte den Beruf des Schlossers. Im August 1938 wurde er zum Reichsarbeitsdienst verpflichtet und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in die Wehrmacht eingezogen. Als Soldat des Gebirgs-Pionier-Bataillons, welches dem Wehrkreis XVIII (Salzburg) unterstand, war er im Mai 1940 an der Front in Frankreich und im November 1941 an der Front in Russland stationiert. Dort hatte er den Rang eines Obergefreiten und wurde im Jänner 1944 schwer verwundet und auf Genesungsurlaub zurück nach Salzburg geschickt. Während seiner Zeit bei der Wehrmacht wurde Egon Gollner aktenkundig neunmal bestraft, mitunter wegen Befehlswidersetzung. Im Juli 1944 hätte Gollner erneut zu seiner Truppe im Osten zurückkehren müssen, widersetzte sich aber, da er seiner Mutter bei der Pflege des schwerkranken Vaters helfen wollte. Der Vater starb am 24. August 1944. Aus Angst vor Verfolgung tauchte Gollner bei seiner Freundin in Neumarkt bei Salzburg unter, wo er am 18. August 1944 festgenommen wurde. Vom Kriegsgericht in Salzburg wurde er am 24. September 1944 zu 15 Monaten Gefängnis und Verlust des Dienstranges verurteilt. Jedoch musste Gollner nur drei Wochen Arreststrafe antreten und wurde dann gezwungen, sich „vor dem Feinde zur Bewährung” zu stellen. Eine eigens von der Wehrmacht aufgestellte Straf- und Bewährungseinheit wurde an der Ostfront eingesetzt. Dort starb Egon Gollner am 9. März 1945 in Polen.
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KZ OpferOpfer des Faschismus
Rafael Gomez-Rodriguez wurde am 24. September 1918 in Guadix, Provinz Granada, in Spanien geboren und war einer von rund 7.000 republikanischen Spaniern, die gegen das faschistische Franco-Regime im spanischen Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939 kämpften. Nach dem Sieg des Franco-Regimes flüchtete er nach Frankreich, wo er interniert und unter dem NS-Regime in Frankreich verschleppt wurde. 40 republikanische Spanier, die gegen das Franco-Regime kämpften, wurden nach Salzburg in das Polizeigefängnis deportiert und anschließend in das Konzentrationslager Mauthausen überstellt. Rafael Gomez-Rodriguez wurde am 11. September 1941 im KZ Mauthausen als “Rotspanier” registriert und dort im Alter von 23 Jahren am 1. Februar 1942 im Nebenlager Gusen ermordet. Durch Recherchen konnte festgestellt werden, dass mindestens 22 der 40 in Salzburg inhaftierten Spanier in das KZ Mauthausen deportiert und dort ermordet wurden. Die Spanienkämpfer waren Freiwillige aus vielen Ländern, so auch ca. 1.400 Personen aus Österreich, die nach Spanien reisten, um die Spanische Republik nach dem Franco-Putsch zu verteidigen. Die Freiwilligen sahen ihren Beitrag im Kampf gegen den Faschismus, der sich über ganz Europa auszubreiten schien. Viele der Spanienkämpfer wurden nach ihrer Rückkehr nach Österreich durch die Nationalsozialisten verfolgt.
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Homosexuelle OpferOpfer der NS Justiz
Johann Gorup wurde am 19. Juni 1896 in Pernau bei Wels geboren. Er war als kaufmännischer Angestellter in Salzburg tätig und lebte ab 1936 zusammen mit seinem Partner Anton Vitek in der Bordgasse 3. Unter dem NS-Regime wurden beide vermutlich denunziert und dadurch am 15. Mai 1941 verhaftet und zu jeweils zwei Jahren Haftstrafe verurteilt. Da beide aufgrund des Paragrafen 129 I b, welcher Homosexualität ahndete, verurteilt wurden, publizierte das Salzburger Volksblatt am 20. Mai 1941 ihre vollen Namen. Johann Gorup hatte seine Haftstrafe im bayrischen Zuchthaus Amberg zu verbüßen und starb dort am 8. März 1943. Sein Partner Anton Vitek wurde während seiner zweijährigen Haftstrafe am 4. Juli 1942 in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er die Zwangskennzeichnung des grünen Winkels zu tragen hatte. Am 15. Februar 1945 wurde er im KZ Dachau nach dem deutschen Strafgesetz als Häftling unter § 175, also als Homosexueller, stigmatisiert und musste den rosa Winkel tragen. Der Stolperstein für Johann Gorup, welcher am 22. März 2012 in Salzburg verlegt wurde, war der erste Stolperstein für ein homosexuelles Opfer des Nationalsozialismus in ganz Österreich.
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Politischer Widerstand
Johann Graber wurde am 21. Februar 1918 in Oberösterreich geboren und war das einzige Kind des 1935 geschiedenen Ehepaares Therese und Johann Graber. Johann Graber wohnte bei seiner Mutter, welche als Wäscherin tätig war, in der Stadt Salzburg. Johann Graber war Schreibkraft in der Landesleitung der austrofaschistischen Jugendorganisationen “Jung-Vaterland” und später Bezirkssekretär des Österreichischen Jungvolks, welche zu Vaterländischen Front (VF) gehörte. Nach dem “Anschluss” 1938 meldete er sich freiwillig für die Wehrmacht. Er kam als Schreibkraft in die Gebirgsnachrichten-Ersatzabteilung Nr. 18. Dort fertigte er ab 1940 Flugblätter an, welche den Krieg und die nationalsozialistische Herrschaft anprangerten. Johann Graber gründete auch die illegale Organisation “Heimatfront”, welche das Ziel verfolgte, die Eigenständigkeit Österreichs wiederherzustellen. Graber wurde am 27. August 1940 verhaftet und drei Jahre lang in verschiedenen Gefängnissen in Salzburg und Bayern festgehalten. Am 2. und 3. Dezember 1943 wurde ihm im Landesgericht Salzburg der Prozess des Berliner “Volksgerichtshof” gemacht, bei welchem er zu Tode verurteilt wurde. Er wurde am 18. Februar 1944 in München-Stadelheim enthauptet.
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Politischer Widerstand
Ignaz Grabler wurde am 24.3.1884 in Oberösterreich geboren und war Eisenbahner und Lokheizer bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Er war verheiratet, hatte einen Sohn und lebte mit seiner Familie in Gnigl bei Salzburg. Während des NS-Regimes wurde er von Franz Ofner für die illegale kommunistische Widerstandsbewegung gewonnen und war ab 1941 Teil der Gruppe „Untergebiet Reichsbahn”. Das Widerstandsnetzwerk wurde Anfang 1942 durch die Gestapo mithilfe eines Spitzels aufgedeckt. Die Gestapo verhaftete Ignaz Grabler am 6. März 1942 und inhaftierte ihn in verschiedenen Gefängnissen in Salzburg und Bayern. Im November 1942 wurde ihm und 30 anderen Aktivisten der illegalen KPÖ in Salzburg der Prozess gemacht. Ignaz Grabler wurde am 25. November 1942 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Er wurde im Jänner 1943 vom Gefangenenhaus des Landesgerichts Salzburg in das Zuchthaus Straubing transferiert und am 25. April 1945 auf dem Marsch ins KZ Dachau von den Alliierten befreit. Er starb aber bereits am 27.8.1949 an den Folgen seiner Haft.
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Politischer Widerstand
Anton Graf wurde am 14.6.1899 in Braunau am Inn geboren und war verheiratet mit Maria Graf. Gemeinsam hatten sie einen Sohn und lebten in der Stadt Salzburg. Anton Graf war von Beruf Maschinenschlosser und Eisenbahner. Bis zum Parteiverbot 1934 war er Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), der Kinder- und Naturfreunde sowie der Freien Gewerkschaft. Während des Austrofaschismus gehörte er zu den verfolgten Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ) und konnte Kontakte zu anderen Sozialist*innen in- und außerhalb von Österreich knüpfen. Im Nationalsozialismus gelang es Anton Graf, Engelbert Weiss und anderen, die RSÖ wiederaufzubauen und Widerstand zu leisten. Graf fungierte seit 1939 als Verbindungsmann zwischen den einzelnen Kontaktpersonen. Nachdem die Gestapo im Jahr 1942 die Widerstandszellen der RSÖ und der KPÖ aufgedeckt hatte, wurde auch Anton Graf am 3. April 1942 verhaftet. Vom 6. bis zum 9. April 1943 fand in Salzburg ein Volksgerichtsprozess statt, bei welchem Graf zum Tode verurteilt wurde. Am 21.7.1943 wurde er im Landesgericht Wien enthauptet. Seine Ehefrau Maria, die ebenfalls für die RSÖ gefährliche Kurierdienste erledigte, wurde ebenfalls inhaftiert, überlebte aber die NS-Terrorjahre.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Herbert Graf wurde am 10.4.1903 in Wien als Kind jüdischer Eltern geboren. Er studierte Gesang, Klavier, Bühnenausstattung und Musikwissenschaft. Im Jahr 1927 heiratete er die Jüdin Lieselotte Austerlitz und das Paar bekam im Mai 1933 ihren Sohn Werner Lothar. Zwischen 1925 und 1933 arbeitete er in den Städten Münster, Breslau und Frankfurt am Main als Opernregisseur. In den Jahren 1935, 1936 und 1937 inszenierte er Stücke bei den Salzburger Festspielen. Bereits im Jahr 1936 startete er seine Karriere an der New Yorker Metropolitan Opera.
Ab 1943 war er US-amerikanischer Staatsbürger. Nach 1945 kehrte Herbert Graf nach Europa zurück und wirkte wieder bei den Salzburger Festspielen sowie als Direktor des Stadttheaters in Zürich und als Intendant des Grand Théatre in Genf. Herbert Graf starb am 5.4.1973 in Genf.
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Frauen explizit erwähnt
Hermine Graupner wurde am 9. November 1908 in Graz als Tochter des Ehepaares Anna und Moritz Graupner geboren. Sie war ledig und arbeitete als Schneiderin. Am 11. Juli 1934 war sie in der Stadt Salzburg, als sie Opfer eines politischen Terroraktes wurde. Vor dem Gasthaus “Bärenwirt” an der Müllner Hauptstraße parkte das Auto des Elektrounternehmers Josef Ausweger, welcher auch Bezirksführer der “Vaterländischen Front” während des Austrofaschismus war und dadurch von der “illegalen” nationalsozialistischen Seite stark angefeindet wurde. “Illegale” Nationalsozialist*innen verübten, nachdem die NSDAP in Österreich verboten wurde, zahlreiche Sprengstoff – und Bombenattentate. Gegen 21:15 Uhr am 11. Juli 1934 explodierte eine Bombe, welche unter dem Auto lag und verletzte sechs unbeteiligte Passant*innen. Hermine Graupner war eine davon. Sie starb an ihren schweren Verbrennungen.
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Politischer WiderstandReligiöser Widerstand
Felix Gredler, Jahrgang 1892, war Dechant in der Pongauer Gemeinde Altenmarkt. Aufgrund eines Vergehens nach der Kriegswirtschaftsverordnung – Gredlers Abgaben an landwirtschaftlichen Erträgen, so die Ansicht der NS-Behörden, seien zu gering gewesen – wurde er im Februar 1941 verhaftet, saß allerdings bereits seit September 1940 in Haft. Gredler, verurteilt zu sieben Monaten Haft, wurde im Sommer 1941 ins KZ Dachau deportiert, wo er im Juni 1942 ermordet wurde.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Dorothea Grindlinger, geboren am 7. Jänner 1915 in Horodenka, lebte mit ihrer aus Galizien stammenden jüdischen Familie seit 1918 in Salzburg. Nach dem Tod ihres Vaters Josef Grindlinger 1923 musste ihre Mutter Regina als Handelsfrau allein für ihre vier Kinder, die alle eine Handels- oder Handwerkslehre machten, sorgen. Dorothea war Schneiderin, verlor aber wie ihre restliche Familie unter dem NS-Regime den Arbeitsplatz. Kurz nach dem Novemberpogrom 1938 wurden sie aus Salzburg vertrieben. In Wien versuchte die als „staatenlos“ geltende Familie ein Visum für Großbritannien und die USA zu erhalten. Ihre Geschwister konnten im April 1939 nach England flüchten. Dorothea und ihre Mutter Regina hingegen wurden am 14. September 1942 in die besetzte Sowjetunion deportiert und am 18. September 1942 bei Maly Trostinec bei Minsk ermordet.
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| Dora oder Dina | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Regina (Rifka) Grindlinger, née Bonus, geboren am 1. Oktober 1884 in Horodenka (Galizien), war mit dem bereits 1923 verstorbenen Josef Grindlinger verheiratet. Sie zogen 1918 nach Salzburg und hatten vier Kinder. Sie arbeitete nach dem Tod ihres Mannes als Handelsfrau, verlor aber während des NS-Regimes, wie alle ihre Kinder, ihre Arbeit. Nach dem Novemberpogrom 1938 musste die Familie Salzburg verlassen und versuchen ein Visum für England und die USA zu erhalten. Dies gelang allerdings nur ihren Kindern. Ihre Tochter Dorothea blieb bei ihr, gemeinsam wurden sie am 14. September 1942 in NS-besetztes Gebiet in der Sowjetunion deportiert und am 18. September 1942 in Maly Trostinec bei Minsk ermordet.
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| Bonus | Rifka | - |
Soldaten - Deserteure
Wilhelm Grioss wurde laut Aufzeichnung der Friedhofsverwaltung in Salzburg am 15. Juni 1918 in Linz geboren. Er wurde wegen “Fahnenflucht”, also Wehrmachtsdesertion, am 8. März 1945 in Glanegg bei Salzburg erschossen. Demnach musste Wilhelm Groiss dem Wehrkreiskommando XVIII, mit dem Sitz in Salzburg, unterstanden haben. Er wurde zusammen mit den Deserteuren Georg Kössner und Ernst Pickl auf dem Militärschießplatz hingerichtet.
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Politischer Widerstand
Josef Gron wurde am 6. August 1899 in Ried im Innkreis geboren. Er war das einzige Kind des Ehepaares Theresia und Johann Gron. Das Ehepaar ließ sich später scheiden und Josef Gron zog zusammen mit seiner Mutter nach Salzburg. Dort arbeitete er als Kellner und ging Anfang der 1920er Jahre nach Italien. In Italien heiratete er Christina Mussinatto in Turin und die beiden bekamen zwei Kinder, namens Walter und Margherita. Im Juli 1936 kehrte Josef Gron ohne seine Familie nach Salzburg zurück, wo er erneut als Kellner arbeite. Nach dem “Anschluss” im März 1938 wurde Josef Gron bereits am 20. Mai 1938 durch die Gestapo verhaftet. Am 17. Juni 1938 wurde er mit einem Sammeltransport in das Konzentrationslager Dachau deportiert und dort als “Schutzhäftling”, somit als politischer Häftling, registriert. Am 27. September 1939 wurde er in das KZ Flossenbürg transferiert und dann erneut am 2. März 1940 in das KZ Dachau “rückgeführt”. Er zählte zu den 100 Häftlingen, welche am 22. Januar 1942 unter der Tarnbezeichnung “Invalidentransport” nach Schloss Hartheim gebracht und dort sofort vergast wurden. Laut den offiziellen Angaben des KZ Dachau war der 17. März 1942 sein Todesdatum.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Giuseppe Groppo wurde am 24. Oktober 1926 in Mason, Italien, geboren. Nachdem die Wehrmacht Norditalien 1943 besetzt hatte, versteckte sich der junge Groppo im Untergrund, wurde kurz darauf jedoch verhaftet und als Zwangsarbeiter beim Kraftwerksbau in Kaprun eingesetzt. Von der Zwangsarbeit gezeichnet und ohne geeignete Kleidung versuchte er zwischen Juni und Juli 1944 über die Alpen nach Italien zu flüchten, starb jedoch an den Folgen der Strapazen und der Witterung. Der Leichnam wurde noch im selben Monat von zwei Mädchen gefunden und am Fundort beerdigt.
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Politischer Widerstand
August Gruber wurde am 13. April 1894 im Innviertel geboren und war Fahrdienstleiter der Salzburger Eisenbahn und Tramway-Gesellschaft. Er lebte seit 1917 zusammen mit seiner Ehefrau Maria, geborene Neuhauser, in Salzburg und die beiden bekamen 1922 eine Tochter namens Margarethe. Bis zum Verbot 1934 war er Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), des Republikanischen Schutzbundes und der Freien Gewerkschaft. Aus politischen Gründen wurde er im Austrofaschismus zwangspensioniert und unter dem NS-Regime aufgrund von Personalmangel wiedereingestellt. Dort war er Teil der widerständischen Gruppe der Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ) und zog eine eigene Gruppe mit 17 Mitgliedern auf. Nachdem ein Spitzel der Gestapo namens Josef Kirschner das Widerstandsnetz Anfang 1942 infiltrierte, konnte die Gestapo das Netzwerk zerschlagen. August Gruber wurde am 5. Februar 1942 verhaftet und am 26. Dezember 1942 in das Zuchthaus Berlin-Plötzensee überstellt. Dort wurde ihm am 8. Januar 1943 in der Berliner Zentrale des “Volksgerichtshofes” der Prozess gemacht und er wurde wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. August Gruber wurde am 23. März 1943 hingerichtet.
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Religiöser WiderstandKZ Opfer
Johann Gruber wurde am 18. Juni 1904 in Attnang in Oberösterreich geboren und war von Beruf Spengler. Er war verheiratet und Mitglied der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Seit 1935 wohnte das Ehepaar Gruber in der Stadt Salzburg. Johann Gruber verweigerte aus Glaubensgründen den Wehrdienst und wurde daraufhin von der Gestapo verhaftet. Am 13. Mai 1939 wurde er in das Konzentrationslager Dachau deportiert und am 27. September 1939 in das KZ Mauthausen überstellt. Dort wurde er am 19. Januar 1940 ermordet.
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NS-Euthanasie
Rudolf Gruber wurde am 9. April 1913 in Salzburg geboren. Er war gehörlos und deshalb zeitweise in der Taubstummenanstalt in Salzburg (heute: Landeszentrum für Hör- und Sehbehinderung) untergebracht. Rudolf Gruber lebte bei seiner Mutter Franziska Gruber und war als Gehilfe in einer Spenglerei tätig. Während des NS-Regimes wurde er laut Gerichtsbeschluss “voll entmündigt” und seine Mutter als Sachwalterin eingesetzt. Am 16. Januar 1940 wurde er in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen und von dort am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert, wo man ihn im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordete. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal174
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal917
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NS-Euthanasie
Geboren am 12.06.1866 in der Lungauer Gemeinde Ramingstein, war Johann Gruber später in der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau untergebracht. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Als eines dieser “NS-Euthanasie”-Opfer wurde auch Johann Gruber am 21. April 1941 nach Oberösterreich deportiert und ermordet.
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NS-Euthanasie
Rudolf Gruber wurde am 15.11.1893 in Hallein geboren. Er arbeitete als Lohnverrechnungsbeamter, war ledig und römisch-katholisch. Im September 1938 kehrte er aus dem Gefängnis Garsten zurück und meldete sich nach München ab. Am 26. August 1939 wurde Rudolf Gruber zunächst ins KZ Dachau und einen Monat später ins KZ Buchenwald gebracht. Nach Angaben der Nationalsozialisten starb er am 5. Juni 1944 in Mauthausen. Tatsächlich wurde er jedoch im Rahmen der Aktion 14f13, der Bezeichnung für die medizinische Selektion und Tötung von KZ-Häftlingen, von Mauthausen in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim gebracht und dort in einer Gaskammer umgebracht. Sein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Katharina Gröbner wurde am 23. April 1892 in Hallwang bei Salzburg geboren und war von Beruf Hilfsarbeiterin. Sie war ledig und hatte drei Kinder namens Kathi, Leopold und Marianne. Gemeinsam lebten sie in Gnigl bei Salzburg. Seit 1937 war sie Pflegling im Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau, 1945 noch Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Die Pflegeanstalt Schernberg leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als Königsegg am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Katharina Gröbner wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Katharina Gröbners Bruder Simon Gröbner war von 1933 bis 1945 im kommunistischen Widerstand und während des Nationalsozialismus im jugoslawischen Partisanenkampf aktiv. Er starb 1946 in Salzburg.
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NS-Euthanasie
Der gebürtige Thalgauer Johann Gschwandtner, geboren am 24. Oktober 1900, wurde am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert, wo er im selben Jahr ermordet wurde.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Gstöttner wurde am 26. November 1896 in Gnigl bei Salzburg geboren und war das älteste von vier Kindern. Die Familie lebte in Salzburg Itzling und ihr Vater Martin Gstöttner war pensionierter Eisenbahner. Er starb im Februar 1938. Maria Gstöttner konnte keinen Beruf erlernen und war als Hausmädchen tätig. Ab August 1932 war sie Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Sofie Gurr, geboren am 2. Februar 1899, wurde aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen vom NS-Regime verfolgt. Aufgrund einer Reise zum Kongress der Zeugen Jehovas in Luzern befand sich die in Heilbronn wohnhafte Gurr zwischen Oktober 1936 und März 1937 in Haft. Nach einem erwirkten Straufaufschub wurde sie im September 1937 erneut inhaftiert. Anschließend deportierte man sie zunächst in das Konzentrationslager Mooringen, danach in das KZ Ravensbrück. Schließlich brachte man sie mit anderen Zeuginnen Jehovas zum Außenkommando Pabenschwandt, wo sie Zwangsarbeit verrichten musste. Sofie Gurr überlebte die Torturen des NS-Regimes und gab noch in den 1970er Jahren Auskunft über ihre Verfolgung und Internierung.
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Religiöser WiderstandKZ Opfer
Josef Göls wurde am 1. Januar 1894 in Weiten bei Pöggstall im Bezirk Melk in Niederösterreich geboren und war vom Beruf Maler. Er war Mitglied der christlichen Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas. Josef Göls war verheiratet mit Maria, geborene Rafetseder, deren Bruder Anton Rafetseder und seine Frau sich eine Wohnung in Salzburg mit dem Ehepaar Göls teilten. Im nationalsozialistischen Regime verweigerte Josef Göls aus Glaubensgründen den Kriegsdienst und wurde am 10. Januar 1940 verhaftet. Am 9. Februar 1940 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, danach in das KZ Neuengamme und anschließend am 1. August 1942 in das KZ Dachau. Dort wurde er am 19. Februar 1945 ermordet.
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Politischer Widerstand
Josef Götzenberger wurde am 27. März 1896 in Salzburg geboren. Seine Eltern waren Karoline und Josef Götzenberger. Sein Vater war von Beruf Inhaber einer Handelsagentur und Josef Götzenberger wurde ebenfalls Kaufmann. Er war verheiratet mir Margarethe Götzenberger und gemeinsam hatten sie einen Sohn, welcher 1922 zur Welt kam. Josef Götzenberger gehörte vor dem “Anschluss” der Christlich-Sozialen Partei Österreichs an. Sein Sohn Herbert wurde 1942 in die deutsche Wehrmacht eingezogen und starb am 1. August 1942 an der Ostfront. Im darauffolgenden Jahr musste Josef Götzenberger seinen Betrieb, einen Buch- und Zeitschriftenhandel, stilllegen. Daraufhin war Josef Götzenberger kurz in stationärer Behandlung. Nach seiner Entlassung geriet er wegen regimekritischen Äußerungen in die Fänge der Gestapo. So wurde er am 16. Februar 1945 wegen “Zersetzung der Wehrkraft” verhaftet und schwer misshandelt. Er wurde vom Polizeigefängnis in das Inquisitenspital eingeliefert, starb aber am 9. Oktober 1945 an den Folgen der Misshandlungen.
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H
NS-Euthanasie
Dr. Josef Haager wurde am 25. August 1881 in Salzburg als Sohn von Elise und Josef Haager geboren. Der junge Josef absolvierte zunächst die staatliche Realschule in Salzburg und promovierte später an der Technischen Hochschule in Wien. Aufgrund einer psychischen Erkrankung war es ihm nur kurze Zeit möglich, einen Beruf auszuüben. Er wurde von den Nationalsozialisten daher auch als “arbeitsunfähig” abgestempelt und am 21. Mai 1941 mit 84 anderen Personen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert, wo man ihn im Rahmen der “Aktion T4” ermordete.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Die am 18. Februar 1897 geborene und bis zu ihrer Verhaftung in Kollmar bei Elmshorn wohnhafte Martha Hagen war eine von zehn Zeuginnen Jehovas am Gut Pabenschwandt. Bereits im September 1939 wurde sie aufgrund ihrer Tätigkeiten für die Bibelforschervereinigung – so die damalige Bezeichnung der Zeugen Jehovas – in Hamburg verhaftet und in das KZ Ravensbrück deportiert. Dort war sie bis 21. September 1944 interniert. Die letzten Kriegsmonate verbrachte sie als Zwangsarbeiterin in Pabenschwandt, wo sie den Zerfall des NS-Regimes miterlebte und befreit wurde.
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KZ OpferFrauen explizit erwähnt
Am 20.5.1885 wurde Maria Pfeiffenberger, spätere Hagenhofer, in Goldegg geboren. Nachdem ihr Ziehsohn Richard Pfeiffenberger am 19. Mai 1944 desertierte, unterstützte ihn Maria Hagenhofer mit Nahrung und beherbergte ihn. Nach den Ereignissen des sogenannten „Sturms” in Goldegg wurde Maria ebenfalls verhaftet und in das Salzburger Polizeigefängnis überstellt. Nach den Verhören dort sollte sie in das KZ Ravensbrück deportiert werden. Maria Hagenhofer starb jedoch auf dem Transport in das KZ am 23.8.1944 in Prag.
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| Pfeiffenberger | - |
KZ Opfer
Rupert Hagenhofer wurde am 18.6.1885 in Goldegg geboren. Im Jahr 1910 heiratete er Maria Pfeiffenberger. Die gemeinsame Tochter Maria wurde bereits zwei Jahre vor der Ehe geboren. Auf dem gemeinsamen Hof des Ehepaars lebten auch die Schwester von Maria Hagenhofer, Magdalena Pfeiffenberger, sowie deren 1924 unehelich geborener Sohn Richard. Nachdem Magdalena Pfeiffenberger 1930 den Ort verlassen hatte, wurde Richard von Rupert und Maria Hagenhofer als Ziehsohn aufgenommen. Nachdem sein Ziehsohn Richard am 19. Mai 1944 desertierte, unterstützte ihn Rupert Hagenhofer mit Nahrung und Beherbergung. Nach den Ereignissen des sogenannten „Sturms” in Goldegg wurde Rupert ebenfalls verhaftet und in das Salzburger Polizeigefängnis überstellt. Von dort wurde er in das KZ Dachau deportiert und erhielt die Häftlingsnummer 91540. Rupert Hagenhofer verstarb dort am 14.2.1945 an Fleckfieber.
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Politischer Widerstand
Franz Hager wurde am 7. Januar 1907 in Zürich geboren und lebte zusammen mit seiner Mutter ab 1909 in der Stadt Salzburg. Er erlernte den Beruf des Schneiders, heiratete und bekam mit seiner Ehefrau 1931 einen Sohn. Die Familie lebte in der Gemeinde Maxglan. Franz Hager dürfte von Josef Hofkirchner, welcher mit ihm zusammen als Schuhmacher und Schneider im Heeresbekleidungsamt Maxglan arbeitete, 1940 für die illegale Widerstandsbewegung der kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) angeworben worden sein. Nachdem Gestapobeamte die Widerstandszellen in Salzburg Anfang 1942 durch die Gestapo aufgedeckt hatte, wurde Franz Hager von der Wehrmacht eingezogen und als Angehöriger der “Organisation Todt” auf der Halbinsel Krim stationiert. Dort erfolgte am 14. Mai 1942 seine Verhaftung, anschließend die Überstellung zurück nach Salzburg. Im November 1942 wurde Franz Hager ein Prozess wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” gemacht, bei welchem er zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Am 12. Januar 1943 wurde er in das bayrische Zuchthaus Kaisheim überstellt und von dort am 4. April 1944 in das Wehrmachtsgefängnis Torgau. In Torgau wurde er für die Wehrmacht zwangsrekrutiert und der Strafdivision 500 unterstellt, welche in den Osten abkommandiert wurde. Franz Hager starb in den letzten Kriegsmonaten. Sein Todesdatum wurde durch das Landesgericht Salzburg auf den 15. Jänner 1945 festgelegt.
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NS-Euthanasie
Hermann Hager wurde am 31. März 1910 in Salzburg geboren. Sein Vater, ein Schneidermeister, war seit dem Ersten Weltkrieg vermisst. Hermann Hager lebte bei seiner Mutter Klara Hager. Er war von Beruf Kellner. Im November 1933 wurde er in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen und am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert. Dort wurde er im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Therese Hahn wurde am 19. November 1878 in Salzburg geboren. Sie war das dritte von vier Kindern des Ehepaares Therese und Simon Hahn. Ihr Vater war von Beruf Hopfenhändler und starb bereits 1891. Thereses Mutter starb 1922. Daraufhin wurde die kranke Therese Hahn im Erziehungsheim St. Josef aufgenommen und betreut. Anschließend wurde sie Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Im Januar 1938 kam sie nach Schwarzach im Pongau, wo sie in der Pflegeanstalt Schoss Schernberg aufgenommen wurde. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Therese Hahn wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - Deserteure
Wilfried Hahn wurde am 5. August 1920 in Salzburg als Sohn von Josefa und Julius-Josef Hahn geboren. Hahn wuchs in Wien auf und wurde 1942 zur Wehrmacht eingezogen. Noch im selben Jahr erfolgte jedoch seine Verhaftung und Ermordung am Salzburger Landesgericht. Es wird vermutet, dass Hahn desertierte, doch eine genaue Einordnung der Ereignisse ist bis dato aufgrund der Quellen schwierig. Heute erinnert ein Stolperstein am Kajetanerplatz an ihn.
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Politischer Widerstand
Josef Haidinger wurde am 15. Februar 1898 in Pöndorf am Hausruck in Oberösterreich geboren. Er war mit Maria Haidinger verheiratet und gemeinsam hatten sie eine Tochter namens Rosa. Josef Haidinger arbeitete als Oberwerkmann der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Die Familie wohnte in Gnigl bei Salzburg. Haidinger war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, des Republikanischen Schutzbundes, aktiver Gewerkschafter und Obmann des Arbeiter-Turn- und Sportvereins bis zum Verbot der genannten Organisationen im Jahr 1934. Sein Name ist auch auf dem sogenannten “Alarmplan” des Republikanischen Schutzbundes zu finden, jedoch war er während es Austrofaschismus kein Teil der Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ). Unter dem NS-Regime wechselte Haidinger zur illegalen Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). 1940 wurde er zum Leiter des “Untergebietes Reichsbahn” und der “Gruppe Reichsbahnwerkstätte”. Anfang 1942 wurde das Netzwerk durch einen Gestapo-Spitzel infiltriert und aufgedeckt. Josef Haidinger wurde am 17. Januar 1942 inhaftiert und Anfang November wurde der Prozess gegen ihn geführt. Am 3. November 1942 erfolgte die Verurteilung zum Tode. Er wurde am 11. Mai 1943 in München-Stadlheim enthauptet.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal179
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal29
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal51
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal608
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Otto Haidler, geboren 1924, bewohnte die Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Von dort aus brachte man ihn nach Hartheim, wo er 1941 ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie de 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Politischer WiderstandSoldaten - Deserteure
Ernst Hallinger wurde am 26.4.1907 geboren, war Tischlergehilfe in Hallein und Funktionär der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Als Obergefreiter bei der Flak-Ersatz-Abteilung 45 kehrte er Anfang 1944 auf Urlaub zu seiner Familie zurück und beschloss, nicht mehr zum Kriegseinsatz zurückzukehren. Sein Vater organisierte ein Versteck in einer Bauhütte in Haslach bei Glasenbach, wo seine Familie ihn mit Lebensmitteln versorgte. Im April 1944 wurde das Versteck durch einen Glasenbacher entdeckt und Hallinger am 4. April 1944 von der SS aufgespürt, verwundet und verhaftet. Er wurde in Salzburg inhaftiert und am 26. Juni 1944 wegen „Fahnenflucht" zum Tode verurteilt. Am 25.10.1944 wurde er auf dem Militärschießplatz Kagran in Wien von einem Exekutionskommando erschossen. Seine Ehefrau Luise und sein Vater wurden zu je neun und sieben Monaten Zuchthaus verurteilt. Luise und sein Bruder Albert, der seit November 1939 in Konzentrationslagern inhaftiert war, wurden schließlich von den Alliierten befreit.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Franziska Hammer, geborene Gerstlohner, wurde am 20. Januar 1888 in Eggelsberg bei Braunau am Inn geboren und war mit dem Tapeziermeister Rupert Hammer verheiratet. Das Ehepaar hatte vier Kinder, nämlich Leopoldine, Margaretha, Mathilde und Rupert, und lebte in der Stadt Salzburg. 1942 starb Franziskas Ehemann. Franziska Hammer war katholisch und Zeit ihres Lebens eng mit der Salzburger Kirche St. Andrä, in welcher sie auch geheiratete hatte, verbunden. So pflegte sie auch während der NS-Zeit gute Verbindungen zum Pfarrer der Kirche Franz Zeiss sowie zum Kooperator und Jugendseelsorger Franz Wesenauer. Franz Wesenauer trat eines Tages mit der Bitte an Franziska Hammer, gefährdete Menschen bei sich aufzunehmen, um sie vor der Verfolgung durch das NS-Regime zu schützen. So kam ein Junge, der “Jussi” genannt wurde, zu Franziska Hammer, welche ihn versteckte. Bald darauf musste der 13-jährige aber aus Angst, entdeckt zu werden, an einem anderen Ort untergebracht werden. Der Junge, welcher katholisch getauft war, aber laut den “Nürnberger Rassegesetzen” als Jude kategorisiert wurde, überlebte den Nationalsozialismus und besuchte Franziska Hammer nach 1945, um sich zu bedanken. Franziska Hammer starb im Jahr 1974 in Salzburg.
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| Gerstlohner | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Hannes, geborene Schwarzböck, wurde am 13.3.1878 in Retzbach bei Oberhollabrunn geboren. Ihre Eltern hießen Anna und Johann Schwarzböck und arbeiteten als Bauern. Maria Hannes heiratete am 24. April 1906 in Salzburg Vinzenz Hannes und am 27. April 1906 erwarben sie eine Liegenschaft in Aigen, wo sie gemeinsam einen Bauernhof führten. Die Ehe blieb kinderlos. Im Jahr 1932 wurde Maria Hannes durch einen Gerichtsbeschluss entmündigt und in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau als Patientin untergebracht. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigten einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Maria Hannes wurde kurz darauf am 21.4.1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Schwarzböck | - |
Politischer Widerstand
Der deutsche Schriftsteller Jakob Haringer wurde am 16. März 1898 in Dresden geboren. Nach der Absolvierung der Volksschule in München und Salzburg begann er eine Kaufmannslehre, die er jedoch nach nur kurzer Zeit abbrach. Aufgrund seiner Sympathien für die Münchener Räterepublik wurde er vorübergehend verhaftet. Lange Zeit bestritt Haringer sein Leben, indem er um Zuwendungen bettelte. Das NS-Regime bürgerte ihn 1936 aus, die Verfolgung durch die Gestapo begann 1938 und zwang ihn über Prag und das Elsaß in die Schweiz zu flüchten, wo er sich illegal befand; nach unterschiedlichen Aufenthalten in Schweizer Flüchtlings- und Internierungslagern ließ er sich 1943 in Bern nieder und lebte mithilfe diverser Unterstützungen seiner Freunde. Jakob Haringer starb am 3. April 1948 in Zürich.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Der jüdische Maler Felix Albrecht Harta wurde am 2. Juli 1884 in Budapest geboren. Als Harta drei Jahre alt war, zog die Familie nach Wien. Schon früh von der Malerei begeistert, beschließt er noch in jungen Jahren, Kunst und Malerei zu studieren. Auf Wunsch des Vaters begann er jedoch zunächst ein Architekturstudium. Nur kurze Zeit später wechselte er an eine Kunstschule in Dachau. Nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg setzte sich Harta für eine Erneuerung und Revitalisierung der Salzburger Kunstszene ein; im Rahmen dieser Überlegungen gründet er den Kunstverein “Der Wassermann”. Trotz seiner Konvertierung zum Katholizismus war Harta nach dem “Anschluss” der NS-Verfolgung ausgesetzt, weshalb er mit seiner Frau Elisabeth Hermann 1939 nach England ins Exil ging. Erst 1950 sollte er wieder nach Salzburg zurückkehren, wo er sich in der lokalen Szene bereits einen Namen gemacht hatte. Felix Albrecht Harta starb am 27. November 1967 in Salzburg und wurde am Salzburger Friedhof St. Peter beerdigt.
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Politischer Widerstand
Rudolf Hartl wurde am 4. September 1909 in Salzburg geboren, war mit Karoline Hartl verheiratet und gemeinsam bekamen sie am 12. März 1939 eine Tochter. Rudolf Hartl war von Beruf Eisenbahner und die Familie wohnte in einem Personalhaus der Salzburger Eisenbahn- und-Tramway-Gesellschaft. Unter dem NS-Regime war er Teil der illegalen kommunistischen Widerstandsbewegung, welche Anfang 1942 durch einen Spitzel der Gestapo aufgedeckt wurde. Rudolf Hartl wurde am 2. April 1942 verhaftet und am 3. März 1943 vom sogenannten “Volksgerichtshof” wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” und “Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt. Er wurde am 30. Juli 1943 in München-Stadelheim enthauptet.
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Politischer WiderstandReligiöser Widerstand
Der 1894 geborene Sebastian Haslauer war Kooperator in St. Martin bei Lofer und wurde im August 1938 verhaftet. Die NS-Justiz lastete ihm mutmaßliche Brandstiftung sowie Versicherungsbetrug an – beides soll der Kooperator noch während der Zeit des Austrofaschismus begangen haben. Er wurde zu 15 Jahren Kerkerhaft verurteilt, die er zunächst in Innsbruck, anschließend im Zuchthaus Garsten verbrachte. Von dort aus erfolgte die Überstellung ins Konzentrationslager Mauthausen. Während eines Transports im April 1944 wurde Sebastian Haselsberger erschossen.
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Religiöser Widerstand
Der Stolperstein in der Getreidegasse 33, mitten in der Salzburger Altstadt, erinnert an den am 5. Jänner 1890 geborenen Johann Haslauer, der in Riedenburg als Bierbrauer arbeitete. Johann Haslauer war Zeuge Jehovas und veranstaltete mit seiner Frau geheime Zusammenkünfte der Glaubensgemeinschaft, die im April 1939 von einem Gestapo-Beamten entdeckt wurden. Nach knapp zweimonatiger Haft folgte zwar die Entlassung, im November 1939 aufgrund von Kriegsdienstverweigerung jedoch die erneute Verhaftung und anschließende Deportation in das KZ Sachsenhausen. Johann Haslauer wurde am 12. August 1940 im Außenlager Wewelsburg ermordet.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Der Stolperstein in der Salzburger Altstadt gedenkt der am 27. Dezember 1899 in Berndorf geborenen Marie Haslauer. Mit ihrem Mann Johann organisierte sie in der gemeinsamen Wohnung Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas. Am 4. April 1939 entdeckte ein Gestapo-Beamter eines der Treffen. Insgesamt sechs Personen wurden angezeigt und inhaftiert. Marie und ihr Gatte wurden am 31. Mai 1939 zwar wieder enthaftet; da sie aber von ihrem Glauben und ihren Einstellungen nicht abgeschworen hatten, erfolgten erneute Verhaftungen. Marie Haslauer wurde in weiterer Folge gemeinsam mit ihrer 1922 geborenen Tochter Antonia ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Da sie dort jedoch jegliche Kriegsarbeit verweigerte, verlegte man sie im August 1942 mit 100 anderen Zeuginnen Jehovas in das KZ Auschwitz, wo sie am 27. September 1942 ermordet wurde. Antonia Haslauer, die Tochter Maries und Johanns, kehrte nach der Befreiung nach Salzburg zurück.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal184
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal804
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal863
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| Maria | - |
Politischer Widerstand
Alois Hattinger wurde am 27. Juni 1890 in Straßwalchen geboren und war von Beruf Eisenbahner, Schaffner und später Triebwagenführer. Er war mit Karoline Pohn verheiratet und gemeinsam bekamen sie 1924 eine Tochter namens Gertraud. Während des NS-Regimes wurde Alois Hattinger für die illegale widerständige Gruppe rund um die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) angeworben und zahlte bis Ende 1941 monatliche Mitgliedsbeiträge, wofür er kommunistische Schriften zum Lesen und Weitergeben bekam. Anfang 1942 gelang es der Gestapo mithilfe eines Spitzels das Widerstandsnetzwerk aufzudecken. Alois Hattinger wurde am 3. April 1942 von der Gestapo verhaftet und am 25. April in das Zuchthaus Landshut überstellt. Anfang Oktober 1942 wurde er zurück nach Salzburg überstellt, da im Oktober 1942 der Prozess gegen ihn geführt wurde. Am 16. Oktober 1942 wurde er wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” zu sieben Jahre Zuchthaus verurteilt. Er wurde daraufhin vom Gefangenenhaus Salzburg in das Zuchthaus Straubing gebracht, wo er am 14. August 1944 zu Tode kam.
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NS-Euthanasie
Der 1914 in der oberösterreichischen Gemeinde Freistadt geborene Johann Haunschmied war ein Bewohner der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. 1943 wurde er in Niederhart ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Berta Heger wurde am 20. Juli 1897 in St. Johann im Pongau geboren und war das zweite von vier Kindern des Ehepaares Rosa und Johann Heger. Johann Heger war von Beruf Forstverwalter. Die Familie lebte ab 1903 in der Stadt Salzburg. Berta Heger blieb ledig und arbeitete in verschiedenen Ämtern, jedoch erkrankte sie Anfang der 1930er Jahre und wurde im März 1939 in die Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Sie wurde von dort am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Ihre jüngere Schwester Hilde Heger, welche 1899 geboren wurde und 1998 gestorben ist, war eine berühmte Salzburger Bildhauerin und Künstlerin, deren Werke heute im öffentlichen Raum in der Form von Brunnen und Skulpturen ausgestellt sind.
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Soldaten - Deserteure
Leopold Heindl wurde am 29. August 1909 in Zürich geboren. Seine Eltern Margarethe und Leopold Heindl lebten dort gemeinsam und bekamen noch zwei weitere Kinder, wobei eines bereits früh verstarb. Die Familie zog 1915 nach Salzburg. Dort starb die Mutter Margarethe 1922. Daraufhin verließ der Vater seine beiden Kinder, welche in Kinderheimen untergebracht wurden. Leopold Heindl machte eine Schlosserlehre, welcher er abbrach. Er war in den 1930er Jahren als Hilfsarbeiter tätig. Ein mehrmaliger Ortswechsel lässt auf zeitweilige Arbeitslosigkeit schließen. 1939 wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Bemerkenswert ist, dass er bis zu seinem gewaltsamen Tod dieselbe Funktion und denselben Rang besaß. Mit seinem Pionier-Bataillon war er an der Blockade von Leningrad beteiligt, eines der eklatantesten Kriegsverbrechen der Wehrmacht. Dort kam es dazu, dass Heindl am 17. Februar 1943 wegen “tätlicher Widersetzung” von einem Vorgesetzten erschossen wurde. Unter “tätlicher Widersetzung” fallen zum Beispiel Desertion oder Aufwiegelei.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Anna Heiny wurde am 30. Oktober 1895 in Salzburg als viertes von fünf Kindern des Ehepaares Ottilie, geborene Antretter, und Anton Heiny geboren. Anton Heiny war von Beruf Maschinenschlosser und Werkmeister der österreichischen Staatsbahnen (heute: ÖBB). Maria Anna Heiny studierte Gesang und war als Lehrerin tätig. Ab 1932 war sie Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Rosalie Heinz, geborene Varga, wurde am 18. April 1881 im ungarischen Szolnok geboren. Sie war mit einem Kunstmaler verheiratet und gemeinsam lebten sie in der Stadt Salzburg. 1932 wurde die Ehe für ungültig erklärt und Rosalie Heinz lebte folgend allein. Sie befand sich mehrmals in stationärer Behandlung und im April 1934 wurde sie in die Pflegeanstalt Schernberg in Schwarzach im Pongau als Patientin aufgenommen. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Rosalie Heinz wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Varga | - |
NS-Euthanasie
Franz Heitzer wurde am 2. April 1906 in Salzburg geboren und war das erste von drei Kindern des Ehepaares Katharina und Kaspar Heitzer, welche als Bauern tätig waren. Franz Heitzers Eltern betreuten ihren Sohn, aber beide starben in den 1930er Jahren und somit wurde er 1932 Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Olga Hekajllo wurde am 20. Januar 1892 in Lwiw, welches zu Österreich-Ungarn gehörte, geboren. Ihre Eltern waren Sigmund und Bertha Hekajllo und sie hatte einen Bruder namens Wladimir-Felician. Olga und ihr Bruder lebten ab Mai 1903 bei der getrennt lebenden Mutter in der Stadt Salzburg. Olga Hekajlllo war die Cousine des austrofaschistischen Diktators Kurt von Schuschnigg. Sie wurde Lehrerin und blieb Zeit ihres Lebens ledig. Während des NS-Regimes geriet sie in die Fänge der Gestapo. Einer ihrer Nachbarn war der Gestapo-Beamte Alois Würzl, welcher nicht nur Olga Hekajllo, sondern auch andere Nachbarn wie das Ehepaar Lamminger wegen “Feindsender”-Hörens anzeigte, verhaftete und folterte. Weiters wurde Olga Hekajllo nachgesagt, dass sie mit Personen verkehrte, welche dem Nationalsozialismus gegnerisch gegenüberstanden. Nach dieser Denunziation wurde Olga Hekajllo am 4. November 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert und dort am 17. November 1944 registriert. Sie starb im Konzentrationslager
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die am 16. August 1914 in Linz geborene Elisabeth Hemetsberger, auch bekannt unter “Post-Liesl”, wurde 1929 in die Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße aufgenommen. Am 23. Juni 1940 deportierte man sie gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen aus Oberösterreich nach Niedernhart – in das heutige Kepler Universitätsklinikum. Von dort aus wurde sie allerdings wieder in die Caritasanstalt gebracht. Am 15. Mai 1943 wurde beschlossen, dass bei Hemetsberger eine Zwangssterilisation erfolgen soll, welche im Sommer desselben Jahres durchgeführt wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Maximilian Hermann, geboren am 3.1.1888 in Skala, Galizien, war Spediteur und Buchhalter. 1912 siedelte er von Wien nach Salzburg, konvertierte vom jüdischen zum katholischen Glauben und heiratete 1913 Paula Witzlsteiner, mit der er zwei Kinder hatte. Ungefähr vier Jahre konnte er ohne rassistische Verfolgungen durch das NS-Regime leben, am 26. Februar 1942 wurde er aber in seiner Wohnung in Schallmoos von der Gestapo verhaftet und am 16. Mai 1942 vom Polizeigefängnis ins KZ Flossenbürg deportiert. Er wurde als „Jude“ und „politischer Schutzhäftling“ registriert und sein gewaltsamer Tod am 29.5.1942 wird durch den Vermerk „Lungenschuss – innere Verblutung bei Fluchtversuch aus Lager“ dokumentiert.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)NS-Euthanasie
Konrad Hertzka, geboren am 8.10.1911 in Bad Gastein, war Sohn eines praktischen Arztes, der bereits 1906 vom jüdischen zum evangelischen Glauben konvertierte, und dessen katholischer Ehefrau Marie. Konrad studierte technische Physik an der Technischen Hochschule und legte im Mai 1936 seine zweite Staatsprüfung mit sehr gutem Erfolg ab. Da er unter schweren Depressionen litt, war er seit 28. Oktober 1938 Patient in der Landesheilanstalt in Salzburg (heute Christian-Doppler-Klinik). Am 10. November 1938 stellte ein Psychiater die Diagnose, wodurch er in der geschlossenen Anstalt bleiben musste und „voll entmündigt“ wurde. Im September 1940 konnte er, vermutlich mit Hilfe seiner Mutter, aus der Heilanstalt fliehen, wurde allerdings auf dem Gut Erzberger in Szillen, Ostpreußen, von der Polizei gefunden. Im November 1940 wurde er in die Heil- und Pflegeanstalt Tapiau in Ostpreußen gebracht, bevor er am 5. Februar 1942 nach Uchtspringe in die Landesheilanstalt von Sachsen-Anhalt verlegt wurde und dort am 7.3.1942 zu Tode kam. Dort gab eine signifikante Häufung von Todesfällen unter dem NS-Regime.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Irma Herz, geboren am 11.5.1870 in Salzburg, war die Tochter des jüdischen Ehepaares Karoline, geborene Breuer, und Albert Pollak sowie die Schwester von Anna Stuchly. Ihr Vater Albert Pollak gilt als Begründer der jüdischen Gemeinde in Salzburg. Irma war mit dem Regimentsarzt Dr. Leopold Herz verheiratet und hatte zwei Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes 1929 übersiedelte Irma mit ihrer Tochter Therese nach Salzburg und im September 1938 in die noch nicht besetzte Tschechoslowakei. Von Prag aus wurden sie am 30. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo Irma Maria Herz am 18.11.1942 starb. Ihre Tochter wurde am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert, später zur Zwangsarbeit in das durch Bomben zerstörte Hamburg gebracht. Im März 1945 deportierte man sie in das KZ Bergen-Belsen, nach der Befreiung gelangte sie am 24. Juli 1945 in ein schwedisches Lager für „displaced persons“. Ihr weiterer Weg ist unbekannt.
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| Pollak | Irma Maria Herz | Link |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Theodor Herz, in Wien am 16. April 1871 geboren, praktizierte bis zu seiner Flucht 1938 in der Pinzgauer Gemeinde Piesendorf. Der 1915 promovierte Mediziner führte seine Piesendorfer Praxis zwischen 1919 und 1938. Mit dem Ziel, ihnen die Existenzgrundlage zu rauben, entzog das NS-Regime jüdischen Ärzten und Ärztinnen die Approbation. Mit seiner Frau Rosa und der Tochter Martha flüchtete er in weiterer Folge nach Argentinien, wo er noch bis ins hohe Alter als Arzt praktizierte. Theodor Herz starb 1973 in Posadas, Argentinien.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Agathe Herzenberger, am 2.10.1941 im Lager zur Welt gekommen, war das fünfte Kind der Sängerin Therese Herzenberger und ihres Partners Lambert Blach, welcher Schirmmacher war. Die gesamte Familie wurde in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und Agathe Herzenberger wurde dort am 21.7.1943 ermordet.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Sonia Herzenberger war das sechste und letzte Kind des Paares Therese Herzenberger und Lambert Blach. Ihre älteren Geschwister hießen Rosa, Wilhelm, Rudolf, Anton und Agathe. Ihre Mutter Therese Herzenberger wurde durch die deutsche Starregisseurin Leni Riefenstahl für Zwangsarbeiten im Film „Tiefland” ausgewählt, wo sie als Statistin mitspielen musste. Während der Dreharbeiten war sie mit Sonia schwanger. Nach dem Ende der Dreharbeiten wurde sie mitsamt ihrer Familie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Die gesamte Familie wurde dort ermordet. Am 17.4.1943 wurde Sonia Herzenberger im KZ Auschwitz geboren und bekam dort eine Häftlingsnummer auf ihren Oberschenkel oder ihr Gesäß eintätowiert. Am 30.4.1943 war sie bereits verstorben. Sie wurde nur 13 Tage alt.
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Religiöser Widerstand
Gottfried Herzog, als Sohn von Jakob und Theresia am 20. Oktober 1899 in Straßwachen geboren, arbeitete als Schneidermeister und gehörte der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas an. Da er aufgrund seiner Überzeugung der Einberufung zur Wehrmacht nicht folge leistete, wurde er am 14. Jänner 1939 verhaftet. Die Gefangenschaft verbrachte er in Salzburg, Wien, schließlich in Berlin, wo man am 5. Oktober 1939 Anklage erhob. Rund zwei Monate nach der Anklage verurteilte ihn das Reichskriegsgericht zum Tode. Gottfried Herzog wurde am 6. Jänner 1940 enthauptet.
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Politischer Widerstand
Josef Herzog wurde am 25. Oktober 1893 in Bruck an der Großglocknerstraße geboren. Er arbeitete bei der Firma Redlich und Berger, wo er sich gemeinsam mit anderen Arbeitskollegen kritisch dem NS-Regime gegenüber geäußert haben soll, wofür er zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Soldaten - Deserteure
Jakob Hillebrand wurde am 17. Juli 1910 als sechstes von vierzehn Kindern des Ehepaares Anna und Josef Hillebrand in Strobl am Wolfgangsee geboren. Hillebrand war als Maurer tätig und wurde 1941 in die Wehrmacht eingezogen. Stationiert in Norden Finnland als Obergefreiter einer Gebirgsjägereinheit, beschloss er während eines Fronturlaubs zu desertieren. Mithilfe von Verwandten und Freunden konnte er sich zunächst verstecken, wurde vermutlich aber verraten und am 22. August 1943 verhaftet. Das Kriegsgericht Linz verurteilte Hillebrand zum Tode. Er wurde am 25. Februar 1944 ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZJugendliche explizit erwähnt
Emil Hirsch, geboren am 23.6.1922 in Salzburg, war der Sohn des jüdischen Ehepaares Marie und Hugo Hirsch. Die Familie wohnte bis zum 21. Februar 1938 in Elisabeth-Vorstadt. Sie übersiedelte schließlich in die Tschechoslowakische Republik. Am 16. Juli 1942 wurde Emil von Prag nach Theresienstadt und am 28. September 1944 weiter nach Auschwitz deportiert. Am 24. Jänner 1945 wurde er in Gleiwitz, entweder in einem Außenlager von Auschwitz oder auf einem von der SS kommandierten Evakuierungs- und Todesmarsch von sowjetischen Truppen befreit. Später lebte er in Karlovy Vary, führte den Familiennamen Heran und bekam mit seiner Frau Anna einen Sohn. Er starb 1985 in Karlovy Vary.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Josef Hoch wurde am 2. März 1921 in Siezenheim bei Salzburg geboren und war das zweite von fünf Kindern der ledigen Katharina Hoch. Katharina Hoch konnte selbst keinen Beruf erlernen und war deshalb als Dienstmädchen tätig. Die Kinder von Katharina Hoch waren zweitweise in Heimen oder bei Pflegeeltern untergebracht. Josef Hoch galt laut Vermerk als “geistig behindert” und war längere Zeit im Caritas-Dorf in St. Anton in Pflege. Im August 1938 wurde er in der Landesheilanstalt Salzburg als Patient stationär aufgenommen. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Gestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Simon Hochleitner, geboren am 25. Oktober 1921 in Goldegg-Weng, befand sich seit Anfang Juni 1944 auf Heimaturlaub, der am 3. Juli 1944 enden sollte. Während der Razzia rund um den "Sturm auf Goldegg" wurde Simon gemeinsam mit seinem Bruder Alois am 2. Juli aus dem Elternhaus von der Gestapo abgeführt. Diese suchte nach dem Deserteur Karl Rupitsch, dem Geliebten ihrer Schwester Elisabeth Hochleitner, der sich im Haus versteckte. Simon und Alois Hochleitner wurden in den frühen Morgenstunden des 2. Juli 1944 auf dem Weg zum Böndlsee von Gestapomännern erschossen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1112
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1113
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1114
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Gestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)Jugendliche explizit erwähnt
Alois Hochleitner, geboren am 15.6.1924, befand sich seit Mai 1944 am elterlichen Hof auf Arbeitsurlaub, der erst im Oktober 1944 enden sollte. Während der Razzia rund um den „Sturm auf Goldegg" wurde Alois gemeinsam mit seinem Bruder Simon am 2. Juli aus ihrem Elternhaus von der Gestapo abgeführt. Diese hatte nach dem Deserteur Karl Rupitsch gesucht, dem Geliebten seiner Schwester Elisabeth Hochleitner, der sich im Haus versteckt hielt. Simon und Alois Hochleitner wurden in den frühen Morgenstunden des 2.7.1944 auf dem Weg zum Böndlsee von Gestapomännern erschossen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1112
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1113
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1114
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die 1910 geborene und aus Ort im Innkreis stammende Anna Hochleitner war eine Bewohner der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Sie wurde im Rahmen der “Aktion T4” nach Hartheim deportiert und 1940 ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Politischer Widerstand
Leopold Hock wurde am 28. März 1914 in Itzling bei Salzburg in eine sozialdemokratisch eingestellte Arbeiterfamilie geboren. Er erlernte den Beruf des Schlossers und war Mitglied der Kinder- und Naturfreunde, der Roten Falken, des Arbeiter-Turn-und Sportvereins sowie des Republikanischen Schutzbundes bis zu deren Verbot 1934. Während des NS-Regimes war Leopold Hock Mitglied der Widerstandsbewegung der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Hock arbeitete unter dem NS-Regime im Rüstungsbetrieb “Oberascher” in Kasern und heiratete seine Frau Therese, welche zu diesem Zeitpunkt ein Kind erwartete. Am 31. März 1942 wurde er von der Gestapo verhaftet. Anfang 1942 gelang es der Gestapo mithilfe eines Spitzels, die Widerstandszellen zu infiltrieren und aufzuheben. Im März 1943 wurde der Prozess gegen Leopold Hock wegen “Feindbegünstigung” und “kommunistischen Hochverrats” geführt. Am 3. März 1943 wurde das Todesurteil ausgesprochen. Leopold Hock wurde am 30. Juli 1943 in München-Stadelheim enthauptet.
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NS-Euthanasie
Roman Hofbauer wurde am 17. Mai 1894 in Lilienfeld in Niederösterreich geboren und war das jüngere von zwei Kindern des Ehepaares Theresia und Alois Hofbauer. Sein Vater Alois Hofbauer war Eisenbahner und Zugführer, weshalb die Familie nach Salzburg zog. Romans älterer Bruder Leopold war verheiratet und von Beruf Lehrer. Er starb bereits als 34-jähriger Mann. Die Mutter Theresia Hofbauer starb 1933. Roman Hofbauer arbeitete in einem Büro und war während der 1920er Jahren mehrmals in stationärer Behandlung. Ab Juli 1932 war er Patient der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer Widerstand
Josef Hofkirchner, geboren am 1. März 1908 in Siezenheim, war ein Schuhmacher und Opfer des NS-Regimes. Viel ist über das Leben Hofkirchners nicht erhalten. Heute weiß man lediglich, dass er vermutlich am 25. April 1942 von der Gestapo verhaftet wurde, die ihn am 30. April 1942 ins Landgerichtsgefängnis Landshut überstellte, wo er sich in Untersuchungshaft befunden haben soll. Hofkirchner wurde “Hochverrat” bzw. “Vorbereitung zum Hochverrat” angelastet. Am 9. Oktober 1942 wurde er entlassen, seither fehlen Aufzeichnungen zu seinem weiteren Verbleib.
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NS-Euthanasie
Anton Hofmann wurde am 20. Oktober 1900 in Wien geboren und war von Beruf Musiker. Er arbeitete ab 1937 in Salzburg. Seit dem 6. Mai 1940 war er Patient der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Rosa Hofmann wurde am 27. Mai 1919 in der Nähe von Linz geboren und zog mit ihrer Familie 1920 nach Maxglan bei Salzburg. Hofmann wuchs in einer sozialdemokratisch eingestellten Familie auf. Ihr Vater, welcher als Fassbinder in der Stieglbrauerei tätig war, wurde aufgrund der Weltwirtschaftskrise entlassen und beging daraufhin am 7. Februar 1932 an seinem Arbeitsplatz Suizid. Seine Tochter erlernte den Beruf der Näherin und war in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung bis zu deren Verbot 1934 aktiv. Danach betätigten sich Rosa Hofmann und ihre Geschwister in der illegalen Organisation Revolutionäre Sozialisten Österreichs (RSÖ). Unter dem NS-Regime war sie Teil einer Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), nämlich des Kommunistischen Jugendverbands (KJVÖ). Rosa Hofmann wurde 1941 zur Leiterin der Salzburger Jugendgruppe. Als Anfang 1942 die Salzburger Widerstandszellen durch einen Spitzel infiltriert und zerschlagen wurden, geriet auch Rosa Hofmann in die Fänge der Gestapo. Sie wurde am 17. April 1942 verhaftet. Aufgrund von “Vorbereitung zum Hochverrat” und “landesverräterischer Begünstigung des Feindes” sowie “Zersetzung der Wehrkraft”, da sie vor allem Flugblätter verteilt hat, klagte man sie an und brachte sie nach Berlin gebracht, wo sie ein “Volksgerichtsprozess” erwartete. Am 15. Dezember 1942 wurde sie zum Tode verurteilt und am 9. März 1943 enthauptet. Rosa Hofmanns Abschiedsbrief an ihre Familie ist enthalten geblieben. Darin steht: “Heute heißt es Abschied nehmen von Euch, denn das Gnadengesuch ist abgelehnt worden [...] Wer weiß, was ich noch alles mitmachen müsste, denn die Jugend ist vorbei, wenn man das erlebt, was ich erlebt habe. Ich komme mir vor wie eine alte Frau und würde nie mehr genauso glücklich sein können, es ist gut so, wie es ist, glaube mir. Ich bin müde geworden in der Zeit.” Von Rosa Hofmann ist auch folgender Ausspruch überliefert: “Sehnsucht habe ich nach euch und den Bergen”. Der Leichnam der Widerstandskämpferin wurde nie bestattet, da ihr Name auf der Liste des Berliner Anatomen Hermann Stieve stand, welcher Experimente an den Organen meist junger Frauen durchführte.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal606
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal7
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal25
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| Rotzi Hofmann | Link |
NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Leonhard Hollaus wurde 1924 in der Pinzgauer Gemeinde Piesendorf geboren. Einige Zeit seines Lebens verbrachte er in der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße, von wo aus der im Rahmn der “Aktion T4” nach Hartheim deportiert und 1941 ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Johann Holleis wurde am 12. Juli 1939 in Salzburg geboren. Seine Mutter war in einem Gasthaus in der Kaigasse tätig und sein Vater war Schneidergehilfe. Über das kurze Leben von Johann Holleis gibt es nur wenige Quellen. Belegt ist, dass er in der Wiener “Heil- und Pflegeanstalt Am Spiegelgrund” als Patient war und dort am 27. April 1944 ermordet wurde. Er war somit eines von 247 Kinder, die dort ermordet und deren Krankengeschichten 1945 vernichtet wurden. Seine Mutter kam beim Bombenangriff auf Salzburg am 16. Oktober 1944 ums Leben und sein Vater starb 1963 in der Stadt Salzburg
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KZ OpferOpfer des Faschismus
Richard Holleis wurde am 12. November 1910 in St. Johann im Pongau geboren und war seit den frühen 1930er Jahren als Hilfsarbeiter in Sägewerken tätig und lebte in der Stadt Salzburg. Ob sich Holleis sozialistisch oder kommunistisch im Austrofaschismus betätigte, ist nicht belegt. Im Frühjahr 1937 reiste Holleis nach Spanien, um aufseiten der Internationalen Brigaden gegen das faschistische Franco-Regime zu kämpfen. Als die republikanischen Truppen 1939 durch das Franco-Regime niedergeschlagen wurden, flüchtete Richard Holleis nach Frankreich, wo er in den beiden Internierungslagern Argelès-sur-Mer und Saint-Cyprien inhaftiert wurde. Unter der nationalsozialistischen Besetzung Frankreichs wurde Holleis am 31. März 1941 in das Konzentrationslager Dachau deportiert und dort als “Rotspanier” registriert. Er wurde unter der Tarnbezeichnung “14f13” in die Tötungsanstalt Hartheim verschleppt und dort am 20. oder 21. Januar 1942 vergast. Die Spanienkämpfer waren Freiwillige aus vielen Ländern, so auch ca. 1.400 Personen aus Österreich, die nach Spanien reisten, um die Spanische Republik nach dem Franco-Putsch zu verteidigen. Die Freiwilligen sahen ihren Beitrag im Kampf gegen den Faschismus, der sich über ganz Europa auszubreiten schien. Viele der Spanienkämpfer wurden nach ihrer Rückkehr nach Österreich durch die Nationalsozialisten verfolgt.
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ZwangsarbeiterInnen
Matthias Holzer wurde am 7. März 1887 in Göriach geboren und war von Beruf Eisenbahner. Über weitere biografische Daten ist fast nichts bekannt. Karl Böttinger, Matthias Holzer und Andreas Rehrl waren unter dem NS-Regime im Gefangenenhaus des Landesgerichts Salzburg inhaftiert und wurden zur Zwangsarbeit genötigt. Sie mussten unter anderem nach Bombenangriffen den Schutt aufräumen und Bomben bergen und entschärfen. Am 17. November 1944 starben die drei beim Versuch eine Zeitzünderbombe am Max-Ott-Platz zu entschärfen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Auguste Holzer, geb. Adler, wurde am 3. Juli 1872 in Kirnberg a.d. March in Niederösterreich geboren. Mit ihrem Ehemann Rudolf Holzer zog sie nach St. Johann i.P. und kaufte 1899 ein Haus und eine Buchdruckerei. Das jüdische Ehepaar bekam drei Töchter: Olga Margarete, Auguste Johanna und Ernestine Theodora. Nach dem Tod ihres Ehemannes, zog Auguste zu ihrer verheirateten Tochter Auguste Johanna und ihrem Schwiegersohn Vinzenz Auer. Am 24. Juni 1943 deportierte die Gestapo die mittlerweile schwer erkrankte und gelähmte 71-jährige Auguste Holzer mit dem Transport IV/14i unter der Transportnummer 46i nach Theresienstadt. Dort wurde sie am 24. September 1943 ermordet.
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Individueller Widerstand
Rosa Holzner, geboren am 1. August 1898 und wohnhaft in Fusch an der Großglocknerstraße, war als Hausbesorgerin tätig und wurde Anfang Oktober 1939 von der Gestapo verhaftet, da sie sich kritisch gegen das NS-Regime äußerte und von Barbara Rattenberger bei der Gendarmerie angezeigt wurde. Holzner wurde wegen “Vergehen gegen das Heimtückegesetz” vor ein Sondergericht in Salzburg gestellt, der Ausgang des Verfahrens ist jedoch nicht bekannt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-Euthanasie
Georg Honeder wurde am 22.4.1880 in Salzburg als zweites von sechs Kindern des Ehepaares Katharina und Leopold Honeder geboren. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg, wo Leopold Honeder Magazinaufseher war. Er starb 1910, Katharina Honeder 1928. Georg Honeder arbeitete als Schuhmachergehilfe. In den 1920er Jahren erkrankte er und wurde im Spital St. Anna betreut. Ab April 1925 war er Patient der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Harry Horner wurde am 24. Juli 1910 in Holitz/Holice, im heutigen Tschechien als erstes von zwei Kindern des jüdischen Ehepaares Gisela, geborene Kohn, und Felix Horner geboren. Sein Vater war von Beruf Ingenieur und die Familie lebte in Wien. Harry Horner studierte nach dem Schulabschluss zunächst Architektur und dann Bühnenbild und Regie am Max-Reinhardt-Seminar. Er verfügte über ein großes schauspielerisches Talent, weswegen ihm Max Reinhardt in den 1930er Jahren zu diversen Engagements verhalf, darunter am Theater an der Josefstadt und bei den Salzburger Festspielen. So spielte er unter anderem im “Jedermann” von 1933 bis 1937. 1935 war Max Reinhardt in New York, um dort ein Stück aufzuführen. Der zuständige Bühnenbildner Oskar Strnad starb unerwartet und Harry Horner übernahm den Auftrag. Das Stück thematisierte die Verfolgung der Jüdinnen und Juden und ihre Hoffnung auf Befreiung. 1937 kehrte er für seine letzte Festspielsaison nach Salzburg zurück, bevor er wieder nach New York ging. Er konnte seine Eltern und seine Schwester Edith im Herbst 1938 in die USA holen und somit retten. 1941 erhielt er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Harry Horner machte in New York und Hollywood Karriere als Art Director, Designer und Regisseur. Er starb am 5. Dezember 1994 in Los Angeles.
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Politischer Widerstand
Otto Horst wurde am 15. Juli 1886 in der Steiermark geboren, war k.u.k. Offizier und später Bauingenieur in der Steiermark. Zudem war er Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und des Republikanischen Schutzbundes bis zu deren Auflösung 1934. 1940 meldete er sich freiwillig zur Wehrmacht und wurde Oberleutnant der Reserve und Vorgesetzter der Gebirgsnachrichten-Ersatzabteilung Nr. 18. Dort wurde er am 4. September 1940 verhaftet, weil ein ihm Untergeordneter, Johann Graber, illegale Flugblätter anfertigte, welche den Krieg und Nationalsozialismus anprangerten, was von Otto Horst nicht nur geduldet, sondern auch gelesen wurde. Am 2. und 3. Dezember 1943 wurde ihm im Landesgericht Salzburg ein Prozess des Berliner “Volksgerichtshof” gemacht, bei welchem man ihn zum Tode verurteilte. Er wurde am 18. Februar 1944 in München-Stadelheim enthauptet.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Mathias Horvath wurde am 13. Januar 1888 in Szombathely im heutigen Ungarn geboren, war verheiratet und hatte zwei Kinder. Die Familie lebte in Petržalka bei Bratislava, wo Mathias Horvath als Heizer für die Bahn tätig war. Er war außerdem seit 1929 Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei und führte Kurierdienste zwischen Bratislava und Wien durch, wo er illegale kommunistische Schriften in die österreichische Diktatur schmuggelte. Dabei wurde er ertappt und war für längere Zeit arbeitslos. 1939 kam er arbeitssuchend nach Salzburg, wo er eine Anstellung als Oberbauarbeiter bei der Deutschen Reichsbahn bekam und als ausländische Arbeitskraft in einem Lager in der Nähe des Salzburger Hauptbahnhofes einquartiert war. Er wurde sehr schnell als “roter Hund” von seinen Kollegen beschimpft und denunziert, sodass er am 13. Februar 1941 von der Gestapo verhaftet wurde. Er wurde am 11. Februar 1942 vor das Wiener Oberlandesgericht gestellt, welches im Salzburger Landesgericht tagte und ihn zu drei Jahren Zuchthaus verurteilte. Mathias Horvath wurde am 22. Januar 1944 vom Zuchthaus Kaisheim in Bayern in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert und dort am 29. Januar 1944 ermordet.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Josefine Hosp wurde am 25. Mai 1913 in München geboren. Als Zeugin Jehovas und aufgrund ihres Einsatzes für die Glaubensgemeinschaft wurde sie am 28. Mai 1938 in ihrem Wohnsitzort Inssbruck verhaftet. Zwei Monate nach ihrer Verhaftung erfolgte die Deportation ins Konzentrationslager Lichtenburg, wo sie bis Mai 1939 interniert war. Anschließend wurde sie im KZ Ravensbrück interniert, im September 1944 im KZ Dachau. Die letzten Kriegsmonate verbrachte sie mit zehn weiteren Zeuginnen Jehovas als Zwangsarbeiterin am Gut Pabenschwandt. Josefine Hosp verstab am 24. September 2000 in Thalgau.
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| Bertoldi | Finni | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Huber wurde am 16. Juli 1904 in Wals-Siezenheim geboren. Am 21. Mai 1941 wurde sie mit zahlreichen anderen Patienten und Patientinnen aus der Landesheilanstalt Salzburg nach Hartheim deportiert, wo sie noch im selben Jahr ermordet wurde. Es konnte bisher nicht mehr über ihre Biografie herausgefunden werden.
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Orte des Terrors - KZFrauen explizit erwähnt
Maria Huber wurde am 3.2.1901 in Wörgl geboren und arbeitete als Büroangestellte in Hallein. Die Gründe für ihre Verhaftung und Deportation in das KZ Auschwitz sind heute unbekannt. In Maria Hubers Todesurkunde ist vermerkt, dass sie am 8.10.1943 um 9.45 Uhr in Auschwitz an einem „Lungenödem bei Pneumonie” verstorben sei.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Katharina Huemer wurde am 17. Juni 1905 in Gnigl bei Salzburg geboren und war das ältere von zwei Kindern des Ehepaares Katharina und Gottfried Huemer. Gottfried Huemer war von Beruf Maurer und starb im Juni 1934. Katharina Huemer, auch Käthe genannt, erlernte den Beruf der Modistin und arbeitete als Verkäuferin bis zu ihrer Erkrankung 1928. Danach war sie mit Unterbrechungen Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Käthe | - |
ZwangsarbeiterInnenKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
Die Salzburger Firma “Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als “kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus besetzen Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung “OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Einer davon war Wladimir Huntschenko. Er wurde am 10. Januar 1926 in Schewtschenko in der Ukraine geboren und zur Zwangsarbeit nach Salzburg verschleppt. Er wurde eine Zeit lang im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert und am 4. September 1943 in das Konzentrationslager Dachau überstellt, wo er als “Schutzhäftling R”, also als “Russe”, registriert wurde. Er starb im KZ Dachau am 22. September 1944.
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Josef Hutter war Bürgermeister der Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße. Er wurde bereits am 12. März 1938 von seinem Amt enthoben. Über seinen weiteren Lebensweg ist bis dato nichts bekannt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Karl Hutter wurde am 1.9.1895 in Vöslau (Baden) geboren und arbeitete als Fleischhauer. Ab 1935 war er in Hallein gemeldet. Laut Meldezettel wurde er im Oktober 1938 verhaftet und ab dem 8. Juli 1939 im KZ Dachau (Häftlingsnummer 34551) interniert. Als Haftgrund war „PSV“ (Polizeiliche Sicherheitsverwahrung) angegeben. Diese Einweisung erfolgte meist durch die Kriminalpolizei und deutet darauf hin, dass Karl Hutter bereits zwei Vorstrafen mit jeweils mindestens sechs Monaten Haftstrafe zu verbüßen hatte. Am 27. September desselben Jahres wurde er ins KZ Mauthausen überstellt, wo er am 1.3.1940 starb.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Karoline Höberth wurde am 2. August 1885 in Wien-Leopoldstadt geboren und war das jüngste von drei Kindern des Ehepaares Karoline und Ferdinand Höberth. Ihre Eltern waren Kaufleute. Karoline Höberth übersiedelte nach dem Ersten Weltkrieg gemeinsam mit ihrer verwitweten Mutter nach Salzburg, wo sie bei Verwandten leben konnten. Karoline Höberth war vermutlich mehrmals in stationärer Behandlung und ab 3. Mai 1939 Patientin in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Karoline Höberth wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Ihre Mutter verstarb im Alter von 90 Jahren am 2. Dezember 1941 allein in Salzburg.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnen
Der staatenlose Jakob Höfling wurde am 13. August 1909 geboren und war einer der wenigen jüdischen Zwangsarbeiter, die am Bau der Kraftwerksgruppe Kaprun beteiligt waren. Als Erdarbeiter wurde er zwischen 26. September 1939 und 27. Dezember 1939 zur Arbeit gezwungen. Da es nur wenige Hinweise für die Beschäftigung jüdischer Personen gibt, ist jedoch allgemein anzunehmen, dass nur wenige Juden und Jüdinnen beim Bau des Kraftwerks zwangsverpflichtet wurden und diese auch nur für eine relativ kurze Zeit beschäftigt waren. Untergebracht waren sie in einem der beiden sogenannten “Judenlager”. Über den weiteren Verbleib Jakob Höflingers ist bis dato nichts bekannt.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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Politischer Widerstand
Im Rahmen der großangelegten und ab Februar 1943 durchgeführten Verhaftungswelle kommunistischer Funktionäre im Raum Pinzgau wurde der Arbeiter Anton Höller, geboren am 5. Jänner 1904, am 23. bzw. 24. März 1943 festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, dass er zwischen März und Juni 1941 die KPÖ bzw. die Angehörigen verhafteter Kommunisten finanziell unterstützte. Das Oberlandesgericht Wien verurteilte Höller am 6. Juli 1943 wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” zu drei Jahren Zuchthaus. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Maria Hölzl wurde am 16.2.1921 in Goldegg geboren. Gemeinsam mit Karl Rupitsch bekam sie am 29. April 1941 die uneheliche Tochter Brigitte. Nachdem Karl Rupitsch sich ab Dezember 1943 in den Wäldern rund um Goldegg versteckte und schließlich als „Fahnenflüchtiger” gesucht wurde, versorgte ihn Maria Hölzl mit Nahrung und Zigaretten. Sie warnte auch weitere untergetauchte Deserteure rund um Goldegg vor Suchaktionen der Gestapo und SS. Maria Hölzl wurde schließlich im Zuge der Verhaftungswelle des „Sturms” vom 2. Juli 1944 ebenfalls verhaftet und in das KZ Ravensbrück deportiert. Da sie zu diesem Zeitpunkt bereits schwanger mit ihrer zweiten Tochter war, durfte Maria Hölzl gemeinsam mit der ebenfalls schwangeren Theresia Kössner das KZ am 4. Oktober 1944 verlassen und nach Goldegg zurückkehren.
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| Andexer | - |
NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Wilhelm Höpflinger wurde am 19. Januar 1933 in Gnigl bei Salzburg geboren und war das jüngste von vier Kindern einer Frau, die als Wäscherin in Salzburg arbeitete. Wilhelm Höpflinger wuchs in verschiedenen Pflegeheimen auf. Unter dem NS-Regime wurde er nach Mariatal bei Kramsach im Nordosten von Tirol verlegt. Dort befand sich ein Pflegeheim des Ordens der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul. Die Pflegeanstalt wurde durch die Visitatorin Anna Bertha Königsegg betreut, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Wilhelm Höpflinger wurde kurz darauf am 23. April 1941 von der Mariatal nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, im Alter von acht Jahren ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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I
Politischer Widerstand
Johann Illner wurde am 8. Dezember 1908 in St. Laurenz bei Altenheim im Bezirk Braunau geboren, war verheiratet und von Beruf Schankbursche. Er lebte zusammen mit seiner Frau in Salzburg. Ab 1938 war Johann Illner im Telegrafenbauamt der Deutschen Reichspost tätig und Mitglied der NSDAP. Er wurde am Arbeitsplatz von seinem Kollegen Anton Reindl für die illegale Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) rekrutiert und Kassier sowie später Leiter einer Gruppe. Anfang 1942 gelang es der Gestapo mit einem Spitzel die Salzburger Widerstandszellen auszuheben und Johann Illner wurde am 18. Januar 1942 verhaftet. Ihm wurde am 3. November 1942 ein Prozess wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” gemacht, bei welchem er zum Tode verurteilt wurde. Er wurde am 19. April 1943 in München-Stadelheim enthauptet.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Marianne Innerberger, geborene Witzlsteiner, wurde am 13. September 1901 in Mondsee geboren. Sie und ihr Ehemann Alois Innerberger waren Mitglieder der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und blieben der Partei verbunden, als 1938 der “Anschluss” vonstatten ging. Marianne und ihr Ehemann Alois wurden beide am 18. Mai 1942 von der Gestapo verhaftet. Marianne Innerberger, die Teil der kommunistischen Frauengruppe war, wurde ohne Gerichtsverfahren am 20. Juni 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 12. November 1942 ermordet. Alois Innerberger wurde nach der Verhaftung in Salzburg in das Konzentrationslager Dachau deportiert und anschließend in das KZ Sachsenhausen. Er wurde am 19. Februar 1943 vom “Volksgerichtshof” in Berlin wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt, das Urteil jedoch nicht vollstreckt. Er wurde begnadigt und konnte nach Salzburg zurückkehren.
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| Witzlsteiner | - |
J
Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Adolf Jacoby, geboren am 30.1.1859 in Aufhausen bei Bopfingen, Baden-Württemberg, war Mitglied einer deutsch-jüdischen Familie, die seit den 1880er Jahren in Salzburg lebte. Er heiratete Emelie Oppenheimer, geboren am 9.8. in Heilbronn am Neckar, und hatte mit ihr zwei Kinder. Sie lebten zuerst in der Salzburger Altstadt, dann am Alten Markt und schließlich im Andräviertel. Adolf Jacoby flüchtete 1938 zu seinem Sohn nach Den Haag. Am 2.1.1943 starb er dort.
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KZ Opfer
Wilhelm Jakob wurde am 27. April 1914 in Salzburg-Maxglan geboren. Er war das jüngste von fünf Kindern des Ehepaares Josefa und Johann Jakob. Wilhelm Jakob arbeitete als Spengler und Installateur in der Stadt Salzburg. Im November 1933 verpflichtete sich Jakob für sechs Jahre als Soldat für das österreichische Bundesheer, wo er ab 1937 den Rang eines Gefreiten hatte und ab März 1938 zum Salzburger Infanterie-Regiment Nr. 12 kam und in der Lehener Kaserne stationiert war. Vier Jahre davor, im Juli 1934 war er unter Hauptmann Franz Rosenkranz an der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putsches in Lamprechtshausen beteiligt. So wurde er am 21. Mai 1938 vermutlich denunziert, von der Gestapo verhaftet und am 27. Juni 1938 in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Am 12. August 1938 erfuhr Jakob bei seiner Einvernahme im KZ Dachau, dass gegen ihn ein Strafverfahren wegen schwerer Körperverletzung am Landesgericht Salzburg lief. Das Verfahren stützte sich auf der Aussage eines Kameraden des 12. Regiments, der behauptete, Jakob habe bei der Niederschlagung des Putsches im Juli 1934 einem verwundeten SA-Mann ins Knie geschossen und dass er ein “radikaler Kommunist” sei. Das Gericht stellte fest, dass der Kamerad gar nicht im Lamprechtshausen zum angeblichen Tatzeitpunkt zugegen war. Trotzdem wurde Wilhelm Jakob am 27. September 1939 in das KZ Mauthausen überstellt und dort am 17. Februar 1940 ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - SammelwohnungFrauen explizit erwähnt
Gisela Jellinek, geboren am 19. September 1877 in Wien als Tochter des Ehepaares Philipp Mandl und Theresa Rosenfeld, war verheiratet mit dem Facharzt Johann Jellinek. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, der ebenfalls Arzt wurde. 1938 mussten sie die Praxis und die Wohnung zu Gunsten von Nationalsozialisten räumen und wohnten schließlich bis zum Frühjahr 1942 in Wien in einer „Sammelwohnung“. Während sie noch bis 1941 eine Ausreise vorbereiteten, wurden sie am 10. September 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo Gisela am 9. August 1943 und ihr Ehemann Johann am 20. März 1943 starb.
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| Mandl | Link |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - Sammelwohnung
Johann Jellinek, geboren am 12. April 1875 in Schumitz, Mähren, war Sohn des jüdischen Ehepaares Salomon Jellinek und Anna Taus. Er studierte in Wien Medizin, wurde Facharzt und arbeitete seit 1907 in Salzburg, seit Juli 1909 im Haus der Donau-Versicherung, wo er auch wohnte. Mit seiner Frau Gisela, geboren am 19. September 1877 in Wien, hatte er einen Sohn, Kurt, der ebenfalls Arzt wurde. 1938 mussten sie die Praxis schließen und ihre Wohnung wurde enteignet. Johann und Gisela lebten bis 1942 in Wien, planten dort bis 1941 ihre Flucht, wurden schließlich aber am 10. September 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Johann Jellinek starb dort am 20. März 1943, seine Frau am 9. August 1943.
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Alliierte Soldaten
Geboren 1924 in Calgary, Alberta (Kanada), wo er, seine Eltern und seine Verlobte lebten. 1942 trat Johnston mit 18 Jahren in den Militärdienst der Royal Canadian Air Force ein. Am 25. April 1945 war er als Navigator mit der eingespielten britisch-kanadischen Crew (Fred Cole, Wilfred De Marco, Edward Norman, Norman H. Johnston, Arthur Sharman, Jack Speers, Gordon Walker) an Bord der Lancastermaschine LM756 F-Freddy. Als Teil des Squadrons No. 619 flogen sie von der britischen Basis in Strubby/Lincolnshire aus einen letzten Luftangriff der RAF auf die SS-Kasernen und Hitlers Quartier am bayrischen Obersalzberg. Nach dem Bombenabwurf kam der Flieger dabei selbst unter Beschuss und stürzte im Salzburger Ort Adnet ab. Nur Cole, Sharman und Speers konnten sich durch Fallschirmabsprünge retten, die anderen Besatzungsmitglieder starben – darunter Norman H. Johnston. Auf Ansuchen des Pfarrers Ferdinand Holzinger wurden die Verstorbenen am örtlichen Friedhof bestattet, bevor sie später nach Klagenfurt auf den britischen Soldatenfriedhof überführt wurden.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindePolitischer Widerstand
Robert Jungk wurde am 11. Mai 1913 in Berlin geboren. Nach seiner Kriegsbegeisterung in jungen Jahren überzeugt ihn ein Besuch des Berliner Antikriegsmuseums, ein lebenslanger Pazifist zu werden. Nachdem die Nationalsozialisten im Jänner 1933 die Macht in Deutschland übernommen hatten und es nur einen Monat später zum Reichstagsbrand kam, wurde Jungk aufgrund seiner antinationalsozialistischen Agitation verhaftet, kurze Zeit später jedoch wieder freigelassen. Sich der Tatsache bewusst, dass ein Leben in NS-Deutschland mit seiner politischen Einstellung schwer werden würde, ging er zunächst ins Pariser Exil, wo er Psychologie und Soziologie studierte. Über Prag reist er schließlich in die Schweiz, wo er zwischen 1939 und 1945 lebt und für unterschiedliche Schweizer Zeitungen arbeitet. Er schrieb noch vor 1945 über NS-Deutschland sowie die Gräuel der Konzentrationslager; zu dieser Zeit glaubten ihm jedoch nur wenige. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Beginn der atomaren Aufrüstung engagiert er sich gegen diese. 1970 zog er nach Salzburg, wo er eine Wohnung in der Steingasse hatte. Robert Jungk starb am 14. Juli 1994 in Salzburg. Er erhielt ein Ehrengrab am jüdischen Friedhof in Salzburg.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Elisabeth Jungwirth wurde am 28. März 1884 in Perwang am Grabensee in Oberösterreich geboren und war das Kind der ledigen Dienstmagd Wilhelmine Jungwirth. Wilhelmine Jungwirth arbeitete als Köchin in Linz-Urfahr und starb im April 1911 an einem Schlaganfall. Nach dem Tod ihrer Mutter lebte Elisabeth Jungwirth im Salzburger Stadtteil Maxglan bei ihrer Tante Anna Maria, welche auch ihre Taufpatin war. Elisabeth Jungwirth erlernte krankheitsbedingt keinen Beruf. Im NS-Regime wurde sie am 8. Februar 1939 stationär in die Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Elise | - |
Religiöser Widerstand
Franz Jägerstätter wurde als uneheliches Kind von Rosalia Huber und Franz Bachmeier am 20. Mai 1907 im oberösterreichischen St. Radegund geboren. Vermutlich aufgrund einer fehlenden finanziellen Perspektive – die Mutter war Dienstmagd, der Vater Knecht – wurde er von der überaus religiösen Großmutter aufgezogen. Über seine Jugend und die Jahre als junger Erwachsener schrieb Jägerstätter, er habe mehr für das Diesseits als für das Jenseits gelebt. Dies ändert sich nach seiner Eheschließung mit Franziska Schwanninger im April 1936; aus der Ehe entstammen drei Töchter. Es folgte die intensive Lektüre religiöser Schriften und der regelmäßige Kommunionsgang. Seine Einstellung zum Nationalsozialismus war von Beginn an von massiver Ablehnung gezeichnet. Nach seiner militärischen Ausbildung in Enns ab 1940, erhielt er im Februar 1943 den Befehl zur Kraftfahr-Ersatzabteilung 17 in Enns einzurücken. Am 1. März meldete er sich abends in der Kaserne, seine Wehrdienstverweigerung sprach er vermutlich erst am 2. März 1943 aus. Verhöre und Versuche, ihn noch umzustimmen, zeigten sich ergebnislos. Am 9. August 1943 wurde Franz Jägerstätter, von der NS-Justiz wegen "Wehrkraftzersetzung" verurteilt, in der Strafvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel hingerichtet.
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K
NS-Euthanasie
Leopold Kainar wurde am 14. Juni 1890 in Salzburg Maxglan geboren. Seine Eltern hießen Leopoldine und Rudolf Kainar und sein Vater war Tischler von Beruf. Leopold Kainar hatte zwei Geschwister. Die Ehe der Eltern zerbrach 1900 und die Kinder blieben bei ihrer Mutter, welche als Hilfsarbeiterin tätig war, um ihre Familie ernähren zu können. Leopold Kainar machte eine Lehre als Handelsangestellter und arbeitete in einem renommierten Kaufhaus in der Stadt Salzburg. Er diente im Ersten Weltkrieg als Soldat für die k.u.k. Armee und kam schwer krank aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause. Daraufhin war er ab 1924 Patient in der Landesheilanstalt Salzburg und konnte nicht mehr arbeiten. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Kaltenbrunner wurde am 28.4.1901 geboren, war ledig und römisch-katholisch. Am 21.5.1941 wurde sie mit dem letzten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt" Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet.
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NS-Euthanasie
Johann Kampfer wurde am 23. November 1889 in Pontafel im Kanaltal im heutigen Italien geboren. Er war von Beruf Hilfsarbeiter und lebte in der Stadt Salzburg. Am 10. April 1931 wurde er in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen, von dort am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Theresia Karas wurde am 13. Mai 1928 in Parsch bei Salzburg als jüngstes von vier Kindern des Ehepaares Maria und Josef Karas geboren. Ihr Vater war von Beruf Eisenbahner und die Familie lebte in Salzburg Gnigl. Theresia Karas erkrankte in ihrem dritten Lebensjahr an Kinderlähmung mit dauerhaften Folgen. Trotzdem gelang es ihr mithilfe ihrer beiden älteren Geschwistern die Volkschule in Gnigl bis zur dritten Klasse zu besuchen. Ab September 1939 war Theresia Karas zur Therapie und Erholung im Evangelischen Diakoniewerk Gallneukirchen in der Nähe von Linz untergebracht. In dieser Zeit schrieb sie viele Briefe an ihre Eltern und Geschwister nach Salzburg, in welchen sie über ihren Tagesablauf berichtete und darüber, dass sie neue Freundinnen gefunden hat. Am 13. Januar 1941 wurde Theresia Karas im Alter von 12 Jahren nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Reserl | - |
Soldaten - Deserteure
Karl Kargl kam am 18. September 1903 in der Steiermark zur Wel. Bis dato ist nur wenig über Kargl bekannt. So weiß man lediglich, dass er mit seiner Mutter in den Veitscher Magnesitwerken gearbeitet hatte, bevor er zur Wehrmacht eingezogen wurde. In der Kompanie 1 am Wehrmachtsstandort Salzburg war er “Schütze”, ehe seine Verhaftung erfolgte. Sein Todesdatum ist der 7. September 1941, wobei unbekannt bleibt, ob er ermordet oder in den Suizid getrieben wurde – Quellen zu konkreten Hintergründen fehlen. Karl Kargl wurde vermutlich am Salzburger Kommunalfriedhof beerdigt.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnen
Moses Karwan, geboren am 15. März 1901, war einer der wenigen jüdischen Zwangsarbeiter, die am Bau des Tauernkraftwerks Kaprun beteiligt waren. Als Erdarbeiter war er dort zwischen 15. Oktober 1939 und 9. November 1939. Zuvor war der gebürtige Pole zwischen März 1938 und März 1939 im Konzentrationslager Dachau interniert (Häftlingsnummer 28140). Über den weiteren Verbleib Moses Karwans ist bis dato nichts bekannt. Da es nur wenige Hinweise für die Beschäftigung jüdischer Personen gibt, ist allgemein anzunehmen, dass nur wenige Juden und Jüdinnen beim Bau des Kraftwerks zwangsverpflichtet wurden und diese auch nur für eine relativ kurze Zeit dort beschäftigt waren. Untergebracht waren sie meist in einem der beiden sogenannten “Judenlager”.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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Individueller Widerstand
Viktor Josef Keldorfer wurde am 14. April 1873 in Salzburg geboren. Nach einem Studium an der Lehrerbildungsanstalt sowie am Mozarteum ging er mit seinem Bruder Max nach Wien. Aus einer überaus musikalischen Familie stammend, war Keldorfer in Wien Bratschist und als Volksschullehrer tätig. Darüber hinaus war er als Chorsänger aktiv und begann ab 1897 erste Erfahrungen als Chormeister zu sammeln. Zwischen 1910 und 1938 fungierte er als Bundeschormeister des sogenannten “Ostmärkischen Sängerbundes”, der insbesondere zu Beginn der 1930er Jahre intern über seine Haltung zum Nationalsozialismus stritt. Welche Position Keldorfer hier vertrat, ist bisher unbekannt; während der Zeit des Nationalsozialismus war er jedenfalls mit einem Auftritts- und Berufsverbot belegt. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm er seine Tätigkeit als Chormeister wieder auf. Der Mitbegründer der bis heute bestehenden österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM (Autoren, Komponisten, Musikverleger; Gründung 1897) starb am 28. Jänner 1959 in Wien.
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| Victor | Link |
KZ Opfer
Otto Kemptner wurde am 19. August 1890 in Hainfeld in Niederösterreich geboren. Er war Berufsoffizier der k.u.k. Monarchie und danach Finanzbeamter. Es studierte Rechts- und Politikwissenschaften in Wien und war Mitglied der katholischen Hochschulverbindung Franco-Bavaria sowie im Cartellverband (CV). Dadurch lernte er auch Engelbert Dollfuß kennen und war enger Vertrauter desselben. Otto Kemptner war am Aufbau der “Vaterländischen Front” (VF) beteiligt und ab November 1934 Präsident der Finanzlandesdirektion Salzburg. Hin und wieder hatte er öffentliche Auftritte, so hielt er im Januar 1938 eine Rede bei einer Kundgebung der VF. Unter den bereits am 12. März 1938 verhafteten Prominenten befand sich auch Otto Kemptner als ehemaliges Führungsmitglied der VF. Er wurde freigelassen, aber am 24. März bereits erneut verhaftet und in das Polizeigefängnis der Stadt Salzburg gesperrt. Am 15. Oktober 1938 wurde er in das Konzentrationslager Dachau deportiert und am 26. September 1939 in das KZ Buchenwald transferiert, dort jedoch am 12. Oktober 1939 wegen Krankheit entlassen, wie in der Polizeimeldekartei festgehalten ist. Kemptner kehrte zunächst nach Salzburg zurück, ging dann in das ehemalige Kloster Pulgarn bei Steyregg, welches den Augustiner-Chorherrn als Zufluchtsort diente. Er trat dort in den Orden ein, verstarb aber bereits am 3. Mai 1944 an den Folgen der KZ-Haft.
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NS-Euthanasie
Johann Kendlbacher (geboren in Ramingstein) wurde im Zuge der “Aktion T4” am 17. April 1941 von der “Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 “NS-Euthanasie”-Opfer, die in vier Transporten im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und dort ermordet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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NS-Euthanasie
Franz Kendler wurde am 18. März 1890 in Radstadt geboren. Am 22. Februar 1941 wurde er zunächst in das KZ Dachau, dann in das KZ Ravensbrück und schließlich in die Tötungsstätte Bernburg an der Saale deportiert. In der Tötungsanstalt Bernburg, die sich von November 1940 bis Juli 1943 in einem abgetrennten Teil der Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Bernburg befunden hatte, wurden 9.385 Menschen aus verschiedenen Fürsorge- und Pflegeeinrichtungen sowie Konzentrationslagern getötet. Franz Kendler wurde am 25. März 1942 von den Nationalsozialisten ermordet.
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Soldaten - Deserteure
Johann Kendlhofer wurde am 9. Dezember 1908 in Salzburg als dritter von vier Söhnen des Ehepaares Maria und Leopold Kendlholfer geboren. Johann Kendlhofer konnte keine Lehre abschließen und zog unstetig von Ort zu Ort. 1930 bekam er ein befristetes Aufenthaltsverbot für Salzburg, da er mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Ab 1936 hatte er eine Schlafstelle in der von Arbeits- und Obdachlosen häufig frequentierten Herberge der Stadtgemeinde Salzburg. Nach Kriegsbeginn wurde er in die Wehrmacht eingezogen und im März 1941 vor das Kriegsgericht der Division 177 des Wehrkreises XVII (Wien) zum Tode verurteilt. Wegen “Fahnenflucht” wurde er am 2. Juni 1942 auf dem Militärschießplatz in Kagran erschossen.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Eine dort geborene war Maria Kerndlbacher. Sie wurde am 1. September 1940 im Zwangslager geboren. Ihre Mutter war Magdalena Kerndlbacher, welche aus der oberösterreicischen Familie Kerndbacher-Lichtenberger kommt. Die kleine Maria wurde zusammen mit ihrer Mutter Magdalena Kerndbacher in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde sie am 8. April 1944 ermordet. Magdalena Kerndlbacher wurde nach dem Tod ihrer Tochter in ein Zwangsarbeitslager überstellt, wo sie den Porajmos, das romanische Wort für die Vernichtung der Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze bedeutet “Das Verschlingen”, überlebte.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Klara Kiesler, Mädchenname Baron, wurde am 6. Jänner 1871 in Lemberg (Galizien) geboren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Ludwig Kiesler lebte sie seit 1915 in Salzburg. Das Ehepaar füllte auf dem Meldezettel das Feld zum Religionsbekenntnis nicht aus, später wurde es allerdings von amtlicher Seite durch „israelit.“ mit dem Zusatz „Volljüdin“ bzw. „Volljude“ ergänzt. Klara und Ludwig mussten am 14. Dezember 1939 ihre Wohnung räumen und nach Wien flüchten. Von dort wurden sie am 13. August 1942 nach Theresienstadt deportiert. Während Ludwig dort am 28. Jänner 1943 getötet wurde, wurde Klara am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie den Tod fand.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Ludwig Kiesler, geboren am 13. Juni 1865 in Kolomea (Galizien), war mit Klara, geborene Baron, verheiratet. Sie lebten seit 1915 in Salzburg. Ludwig war Berufsoffizier gewesen. Er und seine Frau gaben auf dem Meldeschein keine Religionszugehörigkeit an, später wurde dieses durch „israelit.“ mit dem Zusatz „Volljude“ bzw. „Volljüdin“ ergänzt. Am 14. Dezember 1939 mussten sie zu Gunsten eines Gestapo-Beamten ihre Wohnung räumen und nach Wien flüchten. Von dort aus wurden sie am 13. August 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo Ludwig Kiesler am 28. Jänner 1943 ermordet wurde. Seine Frau Klara deportierte man am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz, wo sie den Tod fand.
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NS-Euthanasie
Rudolf Kindlinger wurde am 27.12.1906 in Bad Ischl geboren und war das älteste von vier Kindern des Ehepaars Anna und Rudolf Kindlinger. Sein Vater war von Beruf Fleischhauer. Rudolf Kindlinger konnte krankheitsbedingt keinen Beruf erlernen und wurde 1929 stationär in der „Landesheilanstalt" Salzburg als Patient aufgenommen. Von dort wurde er am 17.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Alexander Kipnis wurde am 1. Februar 1891 in Schitomir/Schytomyr in der heutigen Ukraine als eines von fünf Kindern des jüdischen Ehepaares Machlya und Shaya Yankel Kipnis geboren. Die Familie lebte im Ghetto von Schitomir in sehr armen Verhältnissen. Alexander Kipnis besuchte die Schule nur ein Jahr und sang in Synagogen, um sich etwas Geld zu verdienen. Sein Talent wurde schnell erkannt und er ging zunächst nach Polen und dann in die USA, um als Sänger aufzutreten. 1925 trat er in Chicago auf und lernte dort seine Frau Mildred Levy kennen, welche er heiratete. Gemeinsam hatten sie einen Sohn namens Igor. 1931 erwarb Alexander Kipnis die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Da er sich aber als Bass-Sänger auf Richard Wagners Opern spezialisiert hatte, waren Berlin und Bayreuth die wichtigsten Wirkstätten. So ging er zunächst nach Berlin und war ab 1936 in Wien tätig. Nach wie vor trat er bei jüdischen Veranstaltungen auf, darunter sang er 1937 für den “Kulturbund Deutscher Juden” im nationalsozialistischen Deutschland. Unter Arturo Toscanini sang er bei den Salzburger Festspielen 1937, darunter in der Zauberflöte und Fidelio. Danach war er auf Konzerttournee in den USA und kehrte für ein letztes Konzert in Wien, am 22. Februar 1938, zurück. Es wäre vorgesehen gewesen, dass er bei den Salzburger Festspielen 1938 erneut auftreten sollte, doch durch den “Anschluss” im März 1938 wurde dieser Plan durchkreuzt. Alexander Kipnis ging endgültig in die USA und starb dort am 14. Mai 1978.
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Georg Kirchner hatte die Brucker Landwirtschaftsschule geleitet. Aufgrund “politischer Unzuverlässigkeit” wurde er jedoch abberufen. Da konkrete Aufzeichnungen fehlen, konnte bisher nicht konkret ermittelt werden, worauf sich diese beanstandete “Unzuverlässigkeit” bezieht. Ebenso sind bisher keine biografischen Daten zur Person Georg Kirchners vorhanden. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die gebürtige Wienerin Therese Klammer wurde 1914 geboren und bewohnte die Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Sie wurde im Rahmen der “Aktion T4” nach Niedernhart – das heutige Kepler Universitätsklinikum Linz – deportiert, wo sie 1940 ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - Todesmarsch
Felix Klar, geboren am 26. März 1900 in eine jüdische Familie in Skalat, Galizien, war seit 1933 als Musiker und Kapellmeister in Salzburg tätig. Er wohnte mit seiner nicht-jüdischen Frau Anna, die sich während des NS-Regime von ihm scheiden ließ, um arbeiten zu können, in Schallmoos. Da sein Geburtsort seit 1919 in Polen lag, galt er als feindlicher Ausländer und wurde am 5. September 1939 von der Gestapo verhaftet und am 16. Oktober von Salzburg ins KZ Buchenwald deportiert, von dort aus am 17. Oktober 1942 weiter nach Auschwitz. Im Jänner 1945 wurde er auf einen Todesmarsch ins KZ Mittelbau-Dora geschickt. Da er schwer krank war, musste er nach der Befreiung ins Sanatorium Sülzhayn in Thüringen, wo er am 24. April 1946 starb.
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Opfer des FaschismusIndividueller Widerstand
Erich Kleiber wurde am 5. August 1890 in Wien als jüngeres von zwei Kindern des katholischen Ehepaares Veronika, née Schöppl, und Otto Kleiber geboren. Die Eltern verstarben bereits früh, weshalb Erich Kleiber bei Verwandten aufwuchs. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Musik in Prag und hatte schnell als Dirigent mehrere Engagements in deutschen Städten. Von 1923 bis 1934 war er Generalmusikdirektor an der Berliner Staatsoper. Dort führte er vor allem die Musik von Alban Berg, Ernst Krenek, Darius Milhaud, Arnold Schönberg und Igor Strawinsky auf. Er war auch international bekannt und hatte mehrere Auslandstourneen, darunter 1926 in Argentinien. So lernte er in den USA seine Frau Ruth Goodrich kennen, die als Ruth Baumgardner am 30. September 1900 in den USA in eine jüdische Familie geboren wurde. Gemeinsam hatten sie zwei Kinder namens Veronika und Karl, später Carlos. In der deutschen Öffentlichkeit blieb die jüdische Herkunft seiner Frau unbekannt. Aber auch so war Erich Kleiber ein Dorn im Auge der Nationalsozialisten, da er mit Vorliebe moderne Musik spielte, welche die Nazis als “entartet” betrachteten. Er galt als antifaschistischer Dirigent und beschloss aufgrund der hitzigen Debatten um ihn, Berlin 1935 zu verlassen. Danach lebte er in der Nähe von Salzburg, jedoch wurden dem berühmten Dirigenten weder in Wien noch in Salzburg feste Engagements angeboten. Lediglich zwei Orchesterkonzerte durfte er bei den Festspielen im Sommer 1935 dirigieren. Er war also auch in Österreich unerwünscht. 1938 wanderte er mit seiner Familie nach Argentinien aus. Nach dem Krieg bemühte man sich weder in Salzburg noch in Wien oder Berlin um seine Rückkehr. Er starb am 27. Januar 1956 in Zürich.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Johanna (Jeanette) Klein, geborene Drucker, kam am 8. Oktober 1859 in Klattau (Klatovy, Böhmen) zur Welt und war Jüdin. Mit ihrem Ehemann Moritz Klein, geboren am 7. März 1851 in Breznitz, gestorben am 17. April 1923 in Salzburg, hatte sie drei Kinder. Seit 1892 lebte die Familie in der Stadt Salzburg. Ihre Tochter heiratete in Salzburg den Kaufman Abraham Morpurgo. Mit deren Familie flüchtete Johanna Klein im Juni 1938 nach Amsterdam. Nach der Besetzung Hollands wurde die Familie allerdings getrennt nach Auschwitz deportiert. Johanna Klein wurde am 12. Februar 1943 dort ermordet.
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| Drucker | Jeanette Klein | - |
Politischer Widerstand
Max Klimitsch war Salzburger Revierinspektor, der ins Visier der Gestapo geriet, nachdem er den Pfarrer Franz Zeiß vor einer Durchsuchung durch die Staatspolizei gewarnt hatte. Zunächst im Konzentrationslager Dachau interniert, musste Klimitsch 1944 in einer sogenannten “Bewährungseinheit” der SS an die Front, wo er auch ums Leben kam. Seit 1948 erinnert eine Gedenktafel, die heute im Foyer der Salzburger Landespolizeidirektion zu finden ist, an die von den Nationalsozialisten ermordeten Exekutivbeamten, die auch ein Naheverhältnis zum austrofaschistischen Regime pflegten.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnen
Paul Koch, geboren am 13. März 1894, arbeitete von 15. Oktober 1939 bis 27. Dezember 1939 im Kraftwerksbau in Kaprun zur Arbeit zwangsverpflichtet. Da es nur wenige Hinweise für die Beschäftigung jüdischer Personen gibt, ist allgemein anzunehmen, dass nur wenige Juden und Jüdinnen beim Bau des Kraftwerks zwangsverpflichtet wurden und diese auch nur für eine relativ kurze Zeit dort beschäftigt waren. Untergebracht waren sie meist in einem der beiden sogenannten “Judenlager”. Über den weiteren Verbleib Paul Kochs ist bis dato nichts bekannt.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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NS-Euthanasie
Der 1917 geborene Peter Kocher, vermutlich aus Bischofshofen, war ein Bewohner der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. 1941 erfolgte im Rahmen der “Aktion T4” die Deportation nach Hartheim, wo er ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Karl Kofler, geboren am 2. Juni 1912 in Marosvécs, war Kind des jüdischen Paares Josefa Perl Eltis und Adolf Abraham Pistiner. Er konvertierte im Dezember 1937 und arbeitete seit den 1930er Jahren als Bauarbeiter im Bundesland Salzburg. Er sympathisierte möglicherweise mit dem politischen Widerstand und wurde im September 1939 wegen Vergehens nach der „Ausländerverordnung“ verhaftet. Im NS-Regime galt er als Jude und wurde am 12. März 1940 zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Am 11. März 1941 wurde er nach Wien abgeschoben und von dort am 29. September 1941 ins KZ Flossenbürg deportiert. Am 7. Mai 1942 starb er im Häftlingsbau laut Bescheid des Lagerarztes an „Herzschwäche“.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Bertha Kohn, geborene Schwarz, wurde am 24. Juni 1874 als fünftes von acht Kindern des jüdischen Ehepaares Sophie, geborene Nossal, und Gustav Schwarz in Gmunden geboren. Bertha heiratete 1911 den acht Jahre jüngeren Hermann Kohn, der seit 1907 Kantor in der Salzburger Synagoge war. Seit 13. Jänner 1912 führte das Ehepaar ein kleines Restaurant mit koscheren Speisen im Parterre des Hauses Haydnstraße 10. Bertha und Hermann wurden im November 1938 aus Salzburg laut polizeilicher Abmeldung nach Kanitz (Kanice) in Mähren vertrieben. Ihr Ehemann Hermann wurde am 22. Mai 1942 von Trebitsch (Třebíč), Mähren, nach Theresienstadt und drei Tage später, am 25. Mai 1942, in das Vernichtungslager Lublin-Majdanek deportiert und dort ermordet. Der Verbleib von Bertha Kohn ist ungewiss.
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| Schwarz | - |
Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Hermann Kohn, geboren am 28. November 1882 als erstes Kind der Sali Heller und des Kantors Adolf Kohn in Aspern an der Donau, war seit August 1907 Kantor der Synagoge in Salzburg. Er heiratete 1911 Bertha Schwarz, mit der er ab Jänner 1912 nach einigen Hürden ein Restaurant mit koscherem Essen betrieb. Das Ehepaar wurde im November 1938 aus Salzburg nach Kanitz (Kanice) in Mähren vertrieben. Am 22. Mai 1942 wurde Hermann Kohn von Trebitsch (Třebíč) in Mähren nach Theresienstadt und drei Tage später, am 25. Mai, nach Lublin-Majdanek in Polen deportiert und dort ermordet. Der Verbleib seiner Ehefrau Bertha Kohn ist unbekannt.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Miroslav Kolar wurde am 11. August 1922 in Olomouc in der Tschechoslowakei geboren. Über sein Leben ist fast nichts bekannt, nur dass er in das Reichsbahnlager Salzburg an der Bahnhofstraße kam und dort als Zwangsarbeiter eingesetzt wurde. Am 27. März 1942 kam er in das Reichsbahnlager in Salzburg und sollte als Elektrogehilfe arbeiten. Noch am selben Tag kam er als 19-jähriger “durch elektrischen Strom” zu Tode.
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Der expressionistischer Maler Anton Kolig wurde am 1. Juli 1886 im damaligen Mähren als Sohn eines Zimmer- und Kirchenmalers geboren. Zwischen 1904 und 1907 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Wien, wechselte aber 1907 an die Akademie der bildenden Künste. Erste Werke stellte er 1911 aus. Nur ein Jahr später erhielt er ein Stipendium für einen Aufenthalt in Paris, verbrachte aber auch viel Zeit in der Südkärntner Gemeinde Nötsch. Für das Salzburger Festspielhaus entwarf er zwischen 1926 und 1927 Gobelins und Mosaike. Für das Klagenfurter Landhaus fertigte er Fresken an, die seitens der Kärntner Deutschnationalen zu Protesten führten. Nach dem “Anschluss” wurden diese Fresken schließlich zerstört. Während der NS-Herrschaft entfernten Galerien seine Werke, das Mosaik im Festspielhaus wurde vernichtet. Der Künstler lebte bis 1943 in Stuttgart. Nach seiner Zwangspensionierung erfolgte die Rückkehr nach Nötsch. Während eines Bombenangriffs am 17. Dezember 1944 wurde Kolig samt Familie verschüttet und schwer verletzt, zahlreiche seiner Werke wurden bei diesem Angriff zerstört. Anton Kolig überlebte die NS-Zeit, starb jedoch wenige Jahre später am 17. Mai 1950 in Nötsch.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Hermann Koller wurde am 12. Juni 1911 in Salzburg geboren, war verheiratet und von Beruf Kellner. Er war, soweit wir es aus Akten erschließen können, nicht Mitglied einer Widerstandsbewegung, galt dennoch als Gegner des NS-Regimes. Deswegen dürfte er denunziert und am 20. März 1943 von der Gestapo verhaftet worden sein. Am 17. Mai 1943 wurde er in das Konzentrationslager Dachau deportiert und dort als “Schutzhäftling” registriert. Am 6. Dezember 1943 wurde er in das KZ Mauthausen transferiert und am 9. Januar 1944 zurück in das KZ Dachau gebracht. Am 12. Mai 1944 wurde er in das KZ Natzweiler-Struthof überstellt und am 6. September 1944 wieder zurück in das KZ Dachau gebracht. Dort wurde er am 21. März 1945 ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - Zwangsarbeit
Fritz (Friedrich Moritz Michael) Kollinsky wurde am 23. Oktober 1875 als Sohn des jüdischen Ehepaares Helene, geborene Durst, und Isidor Michael Kollinsky geboren. Fritz arbeitete in Berlin als Direktor und Mitglied des Aufsichtsrates des Transport- und Versicherungsunternehmens „Schenker & o“. Er heiratete 1925 die um 16 Jahre jüngere Gertrud Ulbricht aus Halle an der Saale und hatte mit ihr einen Sohn, Fritz, geboren am 15. Juni 1926. Im Jänner 1931 zog die Familie nach Salzburg. Hier war die Familie vom Terror der Gestapo betroffen. Am 10. November 1938 wurden während einer dreiwöchigen Haft im Polizeigefängnis alle Wertsachen der Familie beschlagnahmt. Am 5. Dezember 1938 flüchteten sie nach Berlin und fanden dort Unterschlupf. Dort musste sich Fritz alle 14 Tage bei der Gestapo melden und Zwangsarbeit leisten. Am 29. August 1945 starb er in Berlin an den Folgen der Zwangsarbeit.
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| Friedrich Moritz Michael Kollinsky | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Theresia Komenda, geborene Zink, wurde am 22. April 1890 in München geboren. Sie war verheiratet mit dem Musiker Eduard Komenda aus Aurisina bei Triest. Das Paar hatte keine Kinder und lebte ab 1931 in der Stadt Salzburg. Am 11. Mai 1938 wurde Theresia Komenda in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Von dort wurde sie am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnenGestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Jozef Kosciolek wurde am 17. Januar 1899 in Krakau geboren, war verheiratet und von Beruf Schlosser. Er lebte mit seiner Familie in Zabierzow, einem Dorf nördlich von Krakau, und wurde im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt. Als Schlosser zwangsverpflichtet, musste er für die Deutschen Reichsbahnen arbeiten. Er wurde von der Gestapo verhaftet und starb am 23. November 1943 in der Haftzelle der Gestapo in der Hofstallgasse 5, dem Hauptquartier der Gestapo Salzburg. Warum er verfolgt wurde, ist bislang unklar, genauso wie es möglich war, dass er sich in der leeren Zelle erhängt hat. Bekannt ist hingegen, dass die Gestapo sehr oft gefälschte Todesursachen angab, damit sie selbst nicht die Schuld am Tod des Häftlinge tragen würde.
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ZwangsarbeiterInnen
Wladyslaw Jan Kowal wurde am 7. August 1913 in Cattenstadt in Sachsen-Anhalt als Sohn polnischer Eltern geboren. Er war verheiratet, hatte ein Kind und lebte mit seiner Familie in Krakau. Er wurde in das Reichsbahnlager Salzburg gebracht und 16 Tage nach seiner Ankunft am 30. Juli 1943 mit einer Pistole tödlich in den Kopf getroffen – offizielle Todesursache: “Selbstmord durch Schädelschuss”. Fraglich ist, wie ein Zwangsarbeiter zu einer Schusswaffe gekommen sei.
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ZwangsarbeiterInnenFrauen explizit erwähnt
Die aus Polen stammende Alfreda Kowalczky musste beim Brucker Melker Peter Embacher Zwangsarbeit verrichten. Dieser bezichtigte sie, aus einer Geldtasche 180 Reichsmark gestohlen zu haben. Zudem verdächtigte sie der Knecht Anton Prossegger, eine Zigarette unerlaubt entwendet zu haben. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Salzburg eingestellt, über den weiteren Verbleib der Zwangsarbeiterin ist nichts bekannt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Soldaten - Deserteure
Ferdinand Kowatsch wurde am 12. Februar 1912 in Graz geboren. Er hatte eine slowenische Mutter und war mit einer Slowenin verheiratet. Das Paar lebte zuletzt in Judenburg, wo Ferdinand Kowtasch als Tischler arbeitete, bevor er in die Wehrmacht eingezogen wurde. Gegen Ferdinand Kowatsch wurde im April 1942 ein Strafverfahren in Salzburg wegen “Fahnenflucht” durchgeführt. Seine Ehefrau wechselte sogar den Wohnort nach Salzburg, um ihren Mann beistehen zu können. Ferdinand Kowatsch, der zuletzt Soldat des Gebirgs-Pionier-Ersatz-Bataillons 82, welches dem Wehrkreis XVIII (Salzburg) unterstand, war, wurde zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg am 15. April 1942 vollzogen.
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Soldaten - Deserteure
Franz Kranzinger wurde am 5. September 1921 in Steindorf bei Straßwalchen geboren. Seine Eltern, Maria und Bartholomäus Kranzinger, hatten zwei Söhne. Der Vater war Zimmermann und die beiden Söhne erlernten ebenfalls diesen Beruf. Seit 1921 lebte die Familie in Maxglan bei Salzburg. Beide Söhne, Franz und Johann, wurden in die Wehrmacht eingezogen. Sein jüngerer Bruder verlor 19-jährig sein Leben als Soldat. Franz Kranzinger hatte bereits mit einer Partnerin ein Kind. Er beging “Fahnenflucht” und wurde in Wien verhaftet. Seine Einheit unterstand dem Wehrkreis XVII (Wien) und er wurde von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Am 10. Mai 1944 wurde Franz Kranzinger 22-jährig im Landesgericht Wien enthauptet.
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Soldaten - Deserteure
Friedrich Krempler wurde am 30. September 1916 in Salzburg geboren. Seine Mutter war ledig und als Dienstmädchen tätig. In den 1920er Jahren heiratete sie und bekam zwei weitere Kinder. Friedrich erlernte den Beruf des Mechanikers, über weitere Stationen seines Lebens ist wenig bekannt. Friedrich Krempler wurde wegen “Zersetzung der Wehrkraft” am 25. März 1945 in der kroatischen Stadt Virovitica hingerichtet.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Eine davon war Antonia Krems. Sie wurde am 13. November 1942 im Zwangslager geboren. Ihre Eltern waren Sophie, geborene Amberger, und Bartholomäus Krems, welche am 13. September 1940 in Salzburg geheiratet haben. Sie hatte vier Geschwister namens Johann, Willi, Mathias und Marie. Ihr älterer Bruder Willi wurde am 20. Juli 1940 in Salzburg geboren und verstarb bereits am 4. November 1941 im Zwangslager Salzburg. Das Ehepaar sowie die gemeinsamen Kinder wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Antonia Krems wurde am 3. Juni 1943 im KZ Auschwitz ermordet.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Josef Krems wurde am 30. April 1941 im Zwangslager geboren. Seine Eltern waren Anna Krems und ihr Partner Konrad Bernart. Josef Krems hatte noch eine ältere Schwester namens Olga. Josef, seine Schwester Olga und seine Mutter Anna wurden im KZ Auschwitz ermordet. Josefs Vater Konrad Bernart wurde vom KZ Auschwitz in ein Zwangsarbeitslager überstellt und überlebte den Nationalsozialismus. Josef Krems wurde 1944 im Auschwitz ermordet.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Eine dort geborene war Juliana Krems. Sie wurde am 26. April 1940 geboren. Ihre Eltern waren Rosina, geborene Lehmann, und Jakob Krems. Das Paar heiratete am 21. Oktober 1940 in Salzburg. Rosina war Sängerin und Jakob Musikant. Gemeinsam hatten sie sechs Kinder. Die gesamte Familie wurde nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Juliana Krems wurde am 3. September 1943 in Auschwitz ermordet.
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Politischer Widerstand
Karl Kriechbaumer wurde am 22. April 1874 geboren, arbeitete als „Armenhauspflegling”, war verheiratet und römisch-katholisch. Am 15. Juni 1938 wurde er verhaftet und, nachdem er im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert wurde, zunächst in das KZ Dachau, anschließend in das KZ Mauthausen deportiert. Dort ist Karl Kriechbaumer am 5. März 1939 verstorben.
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Politischer Widerstand
Michael Kritzinger wurde am 2. Juni 1893 in Waldzell in Oberösterreich geboren, war ledig und Magistratsarbeiter der Stadt Salzburg. Er war ab den 1920er Jahren Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Freien Gewerkschaft und des Republikanischen Schutzbundes bis zu deren Verbot 1934. Im Austrofaschismus war er Mitglied der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ). Während des NS-Regimes war er ab 1940 Mitglied der illegalen Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und ab 1941 Leitner der Zelle Gnigl. Anfang 1942 gelang es der Gestapo mithilfe eines Spitzels das Widerstandsnetzwerk in Salzburg aufzudecken und Michael Kritzinger wurde am 9. Februar 1942 verhaftet. Er kam ins Polizeigefängnis Salzburg, dann ins Gefangenenhaus der Stadt, anschließend in das Zuchthaus Landshut und im Februar 1943 nach Berlin-Plötzensee. In Berlin-Plötzensee wurde ihm vor dem “Volksgerichtshof” ein Prozess wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” gemacht und er wurde am 19. Februar 1943 zum Tode verurteilt. Er wurde am 10. September 1943 enthauptet.
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Politischer Widerstand
Der Eisenbahner Andreas Kronewitter, geboren am 6. August 1894, wurde aufgrund von Briefen, die er an seinen Sohn Wilhelm, der an der Ostfront stationiert war, verfolgt und ermordet. In einem dieser Briefe rät er seinem Sohn, zuzusehen, in größere Kommandos zu gelangen und sich eher im Hintergrund halten. In einem anderen Brief kritisiert er einen Zeller Nationalsozialisten. Aufgrund von “Wehrkraftzersetzung” veurteilt ihn das Gericht zum Tode. Am 21. November 1944 wurde Andreas Kronewitter hingerichtet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Politischer WiderstandJugendliche explizit erwähnt
Der an der Ostfront stationierte Wilhelm Kronewitter erhielt regelmäßig Post von seinem Vater, dem Eisenbahner Andreas Kronewitter, der ihm in einem der Brief riet, sich ein größeres Kommando zu suchen und sich dort eher im Hintergrund zu halten. Darüber hinaus äußerte sich sein Vater kritisch über einen Zeller Nationalsozialisten. Aufgrund der Briefinhalte wurde der Vater im November 1944 hingerichtet, der 20-jährige Sohn am 13. April 1944 von einem Feldkriegsgericht wegen “Zersetzung der Wehrkraft” zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Marie Krugmann wurde am 18. November 1896 im damaligen Grünberg in Schlesien – im heutigen Zielona Góra in Polen – geboren. Sie kam vermutlich im Herbst 1931 in Kontakt mit der Glaubenslehre der Zeugen Jehovas und konvertierte schließlich im Frühjahr 1932. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen wurde sie 1940 in Berlin verhaftet. Zwischen April 1942 und September 1944 war sie im Konzentrationslager Ravensbrück interniert, anschließend in Dachau. Gemeinsam mit zehn anderen Zeuginnen Jehovas wurde sie im September 1944 nach Plainfeld deportiert, wo sie am Gut Pabenschwandt Zwangsarbeit leisten musste. Dort erlebte sie auch das Kriegsende.
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| Manns | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Josefine Kubin wurde am 17. Mai 1911 in Salzburg geboren und war das einzige Kind des Ehepaares Maria und Josef Kubin. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Ihr Vater Josef Kubin war Buchhalter in verschiedenen Handelsbetrieben und starb 1930. Josefine erlernte keinen Beruf und arbeitete als Hilfskontoristin in einem Realitätenbüro. Im Oktober 1940 erkrankte sie, wurde daraufhin durch Gerichtsbeschluss entmündigt und in der Landesheilanstalt Salzburg als Patientin aufgenommen. Am 21. Mai 1941 wurde sie von der Landesheilanstalt nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Katharina Kugler wurde am 5.2.1941 im Zwangslager geboren und war das vierte Kind des Paares Maria Kugler und Walter Krems. Ihre drei Geschwister hießen Alois, Anna, Kreszentia. Die Familie wurde gemeinsam mit der Großmutter Therese Kugler in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Katharina Kugler fand dort im Dezember 1943 den Tod.
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ZwangsarbeiterInnen
Stefan Kulka wurde am 13.12.1890 in Jarocin in Polen geboren. Er wurde nach der Besatzung Polens durch die Wehrmacht verschleppt und landete als Zwangsarbeiter in Salzburg im Reichsbahnlager. Beim ersten Bombenangriff auf die Stadt Salzburg durch US-amerikanische Einheiten wurde unter anderem primär der Hauptbahnhof als militärisch wichtiger Knotenpunkt anvisiert. Die dortigen Zwangsarbeiter*innen durften nicht in die sicheren Luftschutzstollen der Stadt, obwohl diese von ihnen selbst errichtet wurden. So starb Stefan Kulka am 16.10.1944 durch einen Bombentreffer.
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Politischer WiderstandZwangsarbeiterInnen
Josef Kumhart wurde am 15.3.1897 in Gnigl bei Salzburg geboren. Er war verheiratet, hatte drei Töchter und war von Beruf Rangiermeister der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Josef Kumhart war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Freien Gewerkschaft und des Republikanischen Schutzbunds, bis zu deren Verbot 1934. Sein Name stand auf dem von den austrofaschistischen Behörden beschlagnahmten „Alarmplan” des Republikanischen Schutzbunds. Unter dem NS-Regime war er ab 1941 Teil der illegalen Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Zu Beginn des Jahres 1942 wurde die Widerstandszelle durch einen von der Gestapo implementierten Spitzel aufgedeckt und es kam zu zahlreichen Verhaftungen. Josef Kumhart wurde am 2. März 1942 verhaftet und in einem Strafverfahren des Oberlandesgerichts Wien am Landesgericht Salzburg im November 1942 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Juli 1943 wurde er vom Zuchthaus Straubing in die Strafeinheit der Organisation Todt (OT) abkommandiert und dort zu Zwangsarbeit gezwungen. Er starb am 24.12.1944.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Opfer der NS Justiz
Theodor Kurtz, geboren am 28.10.1872 in Linz, war das jüngste Kind des jüdischen Ehepaars Leopold und Elisabeth Kurtz. 1902 wurde er Eigentümer des Hauses Linzer Gasse 28, das er von seinen älteren Brüdern übernahm. Er war Schneidermeister und führte ein Kaufhaus mit dem Namen „Zum Touristen“. 1906 konvertierte er zum altkatholischen Glauben, war zweimal verheiratet und hatte insgesamt drei Söhne. Der herzkranke Theodor verließ bereits vor dem Novemberpogrom 1938 Salzburg. Nachdem er zuletzt in Wien lebte, wurde er am 22. November 1942 verhaftet und am 10. Februar 1943 vom Landesgericht Wien wegen „Vergehens gegen die Kriegswirtschaftsverordnung“ zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 24.8.1943 starb er im Zuchthaus Stein an der Donau.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Kurz wurde am 16.1.1885 in Gnigl bei Salzburg geboren. Sie konnte keinen Beruf erlernen und war wiederholt in Pflegeheimen oder Zuchthäusern untergebracht. Zwischendurch arbeitete sie immer wieder als Dienstmädchen, so unter anderem in der Paris-Lodron-Straße 6, wo sich das Loretokloster der Kapuzinerinnen befand. Anschließend war sie einige Wochen in der Pflege im Herz-Jesu-Asyl der Barmherzigen Schwestern. Im August 1922 wurde sie stationär in der Landesheilanstalt Salzburg als Patientin aufgenommen. Von dort wurde sie am 21.5.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Josefa Köchl wurde am 24. März 1909 in Kendlbruck bei Ramingstein geboren. Ihre Mutter war eine ledige Dienstmagd, wuchs im Lungau auf und war als Landarbeiterin tätig. Josefa Köchl wurde Ende April 1942 auf Befehl der Gestapo wegen “verbotenen Umgangs” mit einem Polen festgenommen und in das Polizeigefängnis am Rudolfskai gebracht. Josefa Köchl, die eine Beziehung mit dem polnischen Zwangsarbeiter Ludwig Matusyk, welcher 1920 geboren wurde, unterhielt, bekam kurz vor ihrer Deportation am 10. April 1942 eine Tochter. Am 15. August 1942 wurde sie über Linz und Prag in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert und dort am 21. August 1942 registriert. Josefa Köchl wurde am 5. Mai 1944 im KZ Ravensbrück ermordet.
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NS-Euthanasie
Geboren am 21.04.1903 in der Lungauer Gemeinde Ramingstein wurde Georg Köchl am 21. April 1941 im Zuge der “Aktion T4” von der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet. Er ist eines der 150 “NS-Euthanasie”-Oper dieser Anstalt, die gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwerstern und anderer Mitarbeiter*innen gewaltsam nach Oberösterreich transportiert wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die in Ramingstein geborene Katharina Köchl war in der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau untergebracht. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Als eines dieser “NS-Euthanasie”-Opfer wurde auch Katharina Köchl am 21. April 1941 nach Oberösterreich deportiert und ermordet.
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NS-Euthanasie
Ferdinand Köck wurde am 9. Juni 1882 in Salzburg als fünftes von sieben Kindern des Ehepaares Mathias und Anna Köck geboren. Seine Eltern waren beide Postbedienstete und seine Mutter starb 1914. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Seine fünf Schwestern heirateten und lebten fortan an anderen Orten. Ferdinand und sein Bruder Wilhelm, welcher ebenfalls Postbeamter wurde, blieben in Salzburg. Ferdinand Köck erlernte keinen Beruf und schlug sich als Tagelöhner und Hilfsarbeiter durch und wechselte oft die Arbeits- und Schlafstelle. Im Jahr 1932 wurde er als Patient in der Landesheilanstalt Salzburg dauerhaft aufgenommen. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Hermine Köhler, geboren am 4. Dezember 1876 in Wien, war Tochter des jüdischen Ehepaares Betti, geborene Deutsch, und Samuel Feigelstock-Feri. Sie war seit 1896 mit Max Köhler verheiratet. Das Ehepaar lebte mit ihrem Sohn Leo Köhler, geboren am 5. August 1897 in Salzburg, in ihrem Haus in der Dreifaltigkeitsgasse. Hermine flüchtete mit ihrem Mann und ihrem Sohn zuerst nach Meran und dann nach Bologna. Leo wurde aus dem besetzten Italien nach Bergen-Belsen oder Auschwitz deportiert und überlebte nicht. Max Köhler starb am 12. Jänner 1947 in Bologna. Hermine Köhler starb 1959 in London.
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| Feigelstock-Feri | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Leo Köhler, geboren am 5. August 1897 in Salzburg als Kind des Ehepaares Max und Hermine Köhler, war Schneider und Kaufmann. Er heiratete die Jüdin Martha Werner und hatte mit ihr ein Kind, Gertrude. Er war wie sein Vater Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Leo Köhler war einer von 26 Salzburger Juden, die in der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 von der Gestapo verhaftet, in das KZ Dachau deportiert und erst entlassen wurden, als sie unter Zwang der „Arisierung“ ihres Besitzes und ihrer sofortigen „Auswanderung“ zugestimmt hatten. Am 20. November kam er zu seiner Familie und seinen Eltern nach Wien. Seine Frau und Tochter reisten im Jänner 1939 nach London und emigrierten später in die USA. Leo Köhler flüchtete mit seinen Eltern nach Meran und dann nach Bologna. Leo wurde nach der deutschen Besatzung Nord- und Mittelitaliens in Fossoli, einem Transitlager der deutschen Polizei, interniert und im Frühjahr 1944 entweder nach Bergen-Belsen oder nach Auschwitz deportiert. Er überlebte nicht.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Max Köhler, geboren am 6. März 1867 in Lackenbach, war Sohn des jüdischen Ehepaares Lotti, geborene Glaser, und Leopold Kohn. Er arbeitete als Schneidermeister und Teilhaber in der Firma „Adolf Kohn & Co“ seines Bruders. Verheiratet war Max Köhler mit Hermine Köhler, mit der er auch einen Sohn, Leo, hatte. Sie lebten bis zu ihrer gewaltsamen Vertreibung 1938 in ihrem Haus in der Dreifaltigkeitsgasse. Max und sein Sohn Leo waren im Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde. Max Köhler flüchtete mit seiner Frau und seinem Sohn von Wien nach Meran und dann nach Bologna. Sein Sohn wurde in ein Konzentrationslager deportiert und ermordet. Max Köhler starb am 12. Jänner 1947 in Bologna. Seine Ehefrau Hermine verstarb 1959 in London.
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Religiöser WiderstandOpfer der NS JustizFrauen explizit erwähnt
Anna Bertha Königsegg wurde am 9. Mai 1883 in Königseggwald geboren. Sie erhielt eine umfassende religiöse Bildung und trat 1901 im Alter von 18 Jahren in das Stammhaus der Vinzentinerinnen in Paris ein. Mit 25. Oktober 1925 wurde sie nach Aufenthalten in Italien nach Salzburg als Visitatorin gerufen, wo sie eine Krankenpflegeschule aufbaute. Anna Bertha Königsegg kam nach dem sogenannten “Anschluss” mit dem nationalsozialistischen Regime in Konflikt, da sie deren “Rassenhygiene” zutiefst ablehnte. Nach Gültigwerden des “Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses” verbot sie ihrer rund 100 Person angehörenden Belegschaft, sich an Zwangssterilisationen zu beteiligen oder Doktor*innen dabei zu assistieren. Im August 1940 erhielt die Versorgungsanstalt für psychisch Kranke und geistig Behinderte im Schloss Schernberg bei Schwarzach, welche von den Vinzentinerinnen geführt wurde, den Bescheid, dass die Kranken abzutransportieren seien. Königsegg reagierte mit einem Beschwerdebrief an den damaligen Reichsverteidigungskommissar Friedrich Rainer, woraufhin sie ein paar Tage im September 1940 inhaftiert war. Im April 1941 erging die Weisung, dass 70 Personen aus der Pflegeanstalt abtransportiert werden sollen, woraufhin Königsegg zusammen mit ihrer Belegschaft verweigerte, bei der Ausfüllung der dazu benötigten Fragebögen zu helfen. Daraufhin wurde sie erneut am 16. April 1941 verhaftet. Während des Abtransports der Personen aus der Pflegeanstalt gelang es den Vinzentinerinnen, insgesamt 17 Personen erfolgreich zu verstecken, welche den Nationalsozialismus und die Kranken- und Beeinträchtigtenmorde überlebten. Könisgegg selbst wurde im August 1941 freigelassen und musste das “Reichsgau” Salzburg verlassen. Sie ging nach Königseggwald zurück und kehrte nach dem Ende des Nationalsozialismus nach Salzburg zurück, wo sie 65-jährig am 12. Dezember 1948 verstarb.
Verbundene Erinnerungsorte
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal248
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1142
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal564
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| Schwester Marcellina | Link |
Gestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)Orte des Terrors - KZFrauen explizit erwähnt
Die am 18.11.1921 geborene Theresia Eder heiratete 1941 Georg Kössner. Im Zuge der Verhaftungswelle des „Sturms” vom 2. Juli 1944 wurde auch die zu diesem Zeitpunkt schwangere Theresia verhaftet. Sie hatte ihren desertierten Ehemann während seiner Flucht unterstützt. Am 27. August wurde sie in das KZ Ravensbrück deportiert. Aufgrund ihrer Schwangerschaft wurde sie am 4. Oktober jedoch wieder in das Polizeigefängnis Salzburg überstellt. Am 24. Oktober wurde sie schließlich wieder nach Hause entlassen. Einen Tag nach der Geburt ihres Sohnes Christian am 7.3.1945 wurde ihr Ehemann in Glanegg bei Salzburg erschossen. Die Witwe Theresia heiratete am 30. Juni 1949 ein zweites Mal und bekam in ihrer zweiten Ehe mit Johann Hochleitner noch sechzehn weitere Kinder. Am 16. Juni 1977 starb Theresia Hochleitner.
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| Eder | nachmalig verh. Hochleitner | - |
Soldaten - DeserteureOpfer der NS Justiz
Georg „Schorsch” Kößner wurde am 30.7.1919 in Goldegg-Weng geboren. Am 29. November 1941 heiratete er Therese Eder, mit der er bis zu seiner Verhaftung im Juli 1944 drei Kinder bekam. Kößner galt ab dem 23. Mai 1943 als „fahnenflüchtig”, nachdem er sich weigerte, seinem Einberufungsbefehl nachzukommen. Sein Vater Georg Kößner sen. unterstützte ihn, da er fürchtete, seinen einzigen Sohn und Hoferben im Krieg zu verlieren. Kößner konnte sich bis zu seiner Verhaftung am 15. Juli 1944 bei verschiedenen Verwandten verstecken. Die Gestapo hatte es schließlich auch auf die Familie abgesehen und drohte, drei Generationen der Familie Kößner auszulöschen, sollte sich Georg nicht stellen. Am 30. Oktober 1944 wurde Georg Kößner vom Kriegsgericht der Division 418 im Landesgericht zum Tode verurteilt. Mit der Urteilsvollstreckung wurde allerdings auf die Geburt seines vierten Kindes gewartet. Sein Sohn Christian Kößner wurde am 7.3.1945 geboren. Einen Tag später wurde der erst 25-jährige Georg in Glanegg bei Salzburg erschossen. Georg Kößner war das letzte Opfer, das an dieser Hinrichtungsstätte ermordet worden ist.
Verbundene Erinnerungsorte
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal559
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal814
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1112
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal250
Basisinformation
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| Kössner, Schorsch, Kößner jr. | - |
Politischer Widerstand
Lorenz Künstel wurde am 9.8.1886 in Wien geboren, war mit Franziska Künstel verheiratet und von Beruf Eisenbahner und Werkmann der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Das Paar lebte ab 1923 in Salzburg Gnigl. Mangels Akten kann nicht rekonstruiert werden, ob Lorenz Künstel Mitglied einer politischen Vereinigung vor 1938 war. Unter dem NS-Regime wurde er 1941 von Kollegen angeworben, die Mitglieder der illegalen Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) waren. Anfang 1942 wurde das Widerstandsnetzwerk durch die Gestapo aufgedeckt, indem es gelang, einen Spitzel in das Netzwerk einzuschleusen. Lorenz Künstel wurde am 27. Februar 1942 verhaftet. Ihm wurde im Rahmen der Prozesse gegen Widerständige im November 1942 ein Prozess wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” gemacht. Er wurde zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt und in das Zuchthaus Straubing transferiert. Am 25. April 1945 wurde Lorenz Künstel auf dem Marsch in das KZ Dachau von US-amerikanischen Truppen befreit. Er kehrte nach Salzburg zurück und starb bereits am 18.9.1945 an den Haftfolgen.
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Basisinformation
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NS-Euthanasie
Karl Lackenbauer wurde am 31. Oktober 1881 in Hallwang bei Salzburg geboren. Er war von Beruf Eisenbahner und heiratete 1920. Gemeinsam mit seiner Frau hatte er vier Kinder. Sein Sohn Josef starb bereits vierjährig. Karl Lackenbauer war ab 1. August 1935 Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Elise Ladinger wurde am 15. September 1909 in Zell am See geboren und war das Kind einer ledigen Dienstmagd, die bereits 1913 starb. Elise Ladinger lebte bei Pflegeeltern in Zell am See und anschließend in Salzburg Maxglan. Im April 1916 wurde Elise Ladinger im Alter von 16 Jahren in der Landesheilanstalt Salzburg als Patientin stationär aufgenommen. Sie wurde von dort am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
Verbundene Erinnerungsorte
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Politischer Widerstand
Ferdinand Lang wurde am 27.3.1913 in Langendorf in Mähren, das Teil Österreich-Ungarns war, geboren und lebte seit 1939 in der Stadt Salzburg. Er arbeitete nach Kriegsbeginn im Rüstungsbetrieb „Oberascher” in Kasern. 1941 heiratete er Herta Biber und gemeinsam erwarteten sie ein Kind. Ferdinand Lang war als Buchhalter im Rüstungsbetrieb tätig und bekam so mit, dass Kollegen von ihm wegen Widerstand verhaftet und hingerichtet, Zwangsarbeiter angestellt und vier junge ukrainische Zwangsarbeiter zu Abschreckungsmaßnahmen im Innenhof des Betriebs erhängt wurden. Lang wurde von Arbeitskolleginnen bei der Gestapo denunziert und am 21. Oktober zusammen mit seiner Ehefrau Herta verhaftet. Herta Lang wurde am 8. März 1944 wegen “Rundfunkverbrechen”, also dem Hören von Sendern alliierter Streitkräfte, zu zwei Jahren Zuchthaus verhaftet. Diese Strafe wurde wegen ihrer Schwangerschaft aufgeschoben. Am 11. Juni 1944 bekam Herta einen Sohn, welcher ebenfalls Ferdinand genannt wurde. Ab dem 16. Oktober 1944 musste sie ihre Strafe antreten und der Säugling wurde zur Pflege gegeben. Ferdinand Lang wurde am 11. Oktober 1944 in einem Schauprozess im “Volksgerichtshof” des Landesgerichts Salzburg vorgeführt. Er wurde wegen “Vorbereitung zum Hochverrat”, “Zersetzung der Wehrkraft” und “landesverräterischer Begünstigung des Feindes” zum Tode verurteilt. Am 21. November 1944 wurde er in München-Stadelheim enthauptet.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Elisabeth Johanna Lange wurde am 17. März 1899 in Dresden geboren und war in Chemnitz sowie in Magdeburg wohnhaft. 1919 kam sie mit den Glaubenslehren der Zeugen Jehovas in Kontakt und konvertierte im Jänner 1921. Aufgrund ihrer Betätigung für die Glaubensgemeinschaft kam sie am 9. Jänner 1937 in Chemnitz in Untersuchungshaft, wurde anschließend nach Leipzig überstellt und war einen Monat (Urteil: insgesamt sechs Monate Haft) in Freiberg inhaftiert. Sie wurde anschließend bis 15. Dezember 1937 im Konzentrationslager Moringen interniert, woraufhin die Internierung im KZ Lichtenburg erfolgte. Dort verbrachte sie aufgrund ihrer Verweigerung der Unterschrift des Revers ein halbes Jahr in Einzelhaft und wurde anschließend in das KZ Ravensbruck deportiert. Am 21. September 1944 überstellte man sie in das KZ Dachau, von wo aus sie zur Zwangsarbeit auf das Gut Pabenschwandt gebracht wurde. Dort erlebte sie das Kriegsende. Elisabeth Lange starb am 28. Oktober 1970.
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KZ Opfer
Johann Langer wurde am 2. Juli 1878 in der heute tschechischen Stadt Neuhaus geboren und war Jurist und Offizier der k.u.k. Monarchie. 1906 heiratete er Johanna Langer und gemeinsam bekamen sie drei Töchter, welche in Wien geboren wurden. Johann Langer war Beamter der Salzburger Landesregierung und Richter an Landesgericht Salzburg von 1934 bis 1938. Dort trug er den Titel Oberlandesgerichtsrat und war Senatsvorsitzender. Ab Februar 1934 war er Vorstand der neu eingeführten “Fachabteilung für politische Strafsachen”, welche vor allem auch “illegale” nationalsozialistische Sprengstoff- und Bombenattentate ahndete. So fungierte Langer auch als Strafrichter bei größeren Verfahren, wie beispielsweise bei den Verhandlungen zu den Anschlägen auf das Herz-Jesu-Kloster, das Erzbischöfliche Palais, das jüdische Kleiderhaus Ornstein oder auf Max Reinhardts Schloss Leopoldskron. Viele der Täter konnten aber über die nahe Grenze nach Deutschland fliehen. Johann Langer wurde im März 1938 des Dienstes enthoben und von der Gestapo verhaftet. Er wurde in das Konzentrationslager Dachau am 8. April 1938 deportiert und dort gefoltert und misshandelt. Laut Zeugenaussage eines überlebenden KZ-Häftlings wurde Langer durch die SS derart gequält, dass er am 12. Oktober 1938 “seinem Leben ein Ende machte”.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Erst Langfelder, geboren am 26. August 1892 in Wien als jüngstes Kind des jüdischen Ehepaares Katharina, geborene Engländer, und Jakob Langfelder, war Rechtsanwalt und konvertierte 1913 zum evangelischen Glauben. Seine evangelische Ehefrau Gertrude hatte aus ihrer ersten Ehe eine Tochter. Im Mai 1938 erhielt Dr. Langfelder Berufsverbot. Da auch seine Frau aufgrund ihrer Ehe keine Arbeitserlaubnis erhielt und ihr Kind nicht mit einem Juden in einem gemeinsamen Haus leben durfte, musste Ernst Langfelder Salzburg verlassen und in die Scheidung einwilligen. Seit Dezember 1938 lebte er in Wien, von wo aus er am 27. Mai 1942 mit ca. 1000 weiteren Jüdinnen und Juden in die besetzte Sowjetunion deportiert und am 1. Juni 1942 in Maly Trostinec bei Minsk ermordet wurde.
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NS-Euthanasie
Josefa Langhaider wurde am 8. Juli 1875 in Salzburg (Festungsgasse 8) geboren und katholisch getauft. Sie war die Tochter der ledigen Dienstmagd Josefa Langhaider, die in prekären sozialen Verhältnissen lebte und in den 1880er-Jahren verstarb. Josefa wuchs als Waisenkind auf.
Ihr weiterer Lebensweg ist nur fragmentarisch rekonstruierbar. Belegt sind Aufenthalte im Mädchenwaisenhaus in Mülln, im St.-Johanns-Spital (Landeskrankenhaus) sowie in Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern und der Schwestern vom Guten Hirten; zeitweise befand sie sich auch in privater Pflege.
Bereits um 1900 wurde sie erstmals stationär behandelt und war Patientin der Salzburger „Landesheilanstalt für Geisteskranke“. Seit November 1932 lebte sie als Pflegling in der von den Barmherzigen Schwestern geführten Anstalt in Schernberg bei Schwarzach im Pongau.
Am 21. April 1941 deportierte man sie im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion T4“ gemeinsam mit weiteren 114 Patientinnen und Patienten von Schernberg in die Tötungsanstalt Hartheim, wo sie im Alter von 65 Jahren ermordet wurde. Wie bei allen Opfern dieser Geheimaktion ist ihr Tod im Polizeimelderegister der Stadt Salzburg nicht verzeichnet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Rosa Leeb wurde am 7. August 1921 als ältestes von drei Kindern in der Stadt Salzburg geboren. Rosa Leeb litt an epileptischen Anfällen, konnte aber bis 1935 die Schule besuchen. 1935 verschlechterte sich ihr gesundheitlicher Zustand und sie wurde in die Landesheilanstalt Salzburg eingewiesen und stationär aufgenommen. Von dort wurde sie am 16. April 1941, im Alter von 19 Jahren, nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Susanne Legerer wurde am 16.9.1919 in Bischofshofen geboren. Sie hatte einen 1921 geborenen jüngeren Bruder namens Josef. Ihre Mutter hieß Maria Legerer und ihr Vater starb bereits früh. Maria Legerer zog mit ihren beiden minderjährigen Kindern nach Maxglan in Salzburg. Susanne Legerer erlernte keinen Beruf und war als Haushaltsgehilfin tätig, während ihr Bruder Handelsangestellter war und sich vermutlich als Kriegsfreiwilliger meldete. Susanne Legerer bekam als 19-Jährige am 29. April 1939 eine Tochter, welche sie Edith nannte. Josef Legerer starb im Alter von 18 Jahren am 24.5.1940 beim deutschen Angriff auf Frankreich. Kurz darauf wurde Susanne Legerer am 18. Juni 1940 von der Gestapo verhaftet. Sie war damals Schaffnerin in der Deutschen Reichsbahn und äußerte sich kritisch gegen den Krieg und das NS-Regime. Am 28. Juni 1940 wurde sie vom Polizeigefängnis der Stadt Salzburg in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Am 4.4.1941 wurde sie 21-jährig im KZ ermordet.
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Charlotte Lehmann wurde am 27.2.1888 in Perleberg nordöstlich von Berlin als jüngeres von zwei Kindern des katholischen Ehepaares Marie, née Schuster, und Karl Lehmann geboren. Sie studierte Gesang in Berlin und debütierte am Hamburger Stadttheater. 1916 folgte ein Engagement an der Wiener Hofoper. 1926 trat Charlotte, genannt Lotte Lehmann, bei den Salzburger Festspielen auf und heiratete in Wien ihren langjährigen Partner Otto Krause. Otto Krause war geschieden und hatte aus seiner ersten Ehe mit einer Jüdin vier Kinder. Die als Primadonna bekannte Lehmann, nun bekannt als Lotte, war bis zum Sommer 1937 fester Bestandteil der Salzburger Festspiele. Wiederholt ging sie auf Konzerttournee in die USA. 1934 versuchte Hermann Göring Lotte Lehmann nach Berlin zu holen, um die international gefeierte Primadonna an Nazi-Deutschland zu binden. Sie galt dort aber als unerwünscht, da sie viel mit Arturo Toscanini zusammenarbeitete, welcher sich stark gegen den italienischen Faschismus und deutschen Nationalsozialismus aussprach. Für den Salzburger Festspielsommer 1938 wäre ein Engagement Lehmanns erneut geplant gewesen, jedoch reiste sie bereits im Herbst 1937 in die USA, um dort Konzerte zu geben. Sie kündigte an, im April wieder in Wien zu sein, aber durch den „Anschluss” im März 1938 kehrte sie nicht mehr zurück. Im April 1938 reiste sie nach England sowie nach Den Haag und Paris, wo sie mit drei ihrer Stiefsöhne zusammentraf. Gemeinsam reisten sie am 10. August 1938 endgültig in die USA aus. Ihr Ehemann Otto Krause und das vierte Kind befanden sich zu diesem Zeitpunkt in New York. Otto Krause starb am 22.1.1939. Fortan lebte sie mit den vier Kindern in den USA und am 13. Juni 1945 bekam sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Nach dem Krieg besuchte sie oft Wien und Salzburg. Sie starb am 26.8.1976 in Santa Barbara in den USA.
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| Charlotte | Link |
ZwangsarbeiterInnen
Josef Leichtfried, von Beruf Zeugschmied, wurde am 20. Jänner 1885 in Lend geboren. Während des Baus des Tauernkraftwerks Kaprun musste er unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, wobei noch ungeklärt ist, in welchem Zeitraum er sich in Kaprun befand. Leichtfried, Vater von zwei Kindern, wurde am 14. Jänner 1939 in das Konzentrationslager Dachau deportiert (Häftlingsnummer 32005) und als Zwangsarbeiter geführt. Er wurde anschließend in das KZ Buchenwald überstellt (Häftlingsnummer 3249), zwischen 29. und 30. Oktober 1942 aber erneut im KZ Dachau interniert, wo er eine neue Häftlingsnummer (37946) erhielt. Ermordet wurde Josef Leichtfried an 29. Jänner 1945.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Der gebürtig aus Wels stammende Hermann Leidlmeier bewohnte die Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. Im Rahmen der “Aktion T4” wurde er 1940 nach Hartheim deportiert und dort ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Eines davon war Stefan Leimberger. Er wurde am 30.1.1940 als zweites Kind des Ehepaares Barbara, geborene Krems, und Josef Leimberger geboren. Stefan Leimbergers Vater Josef Leimberger starb bereits 1939 noch vor der Geburt seines zweiten Kindes. Leimbergers ältere Schwester Anna wurde 1938 in Leoben geboren und starb noch im Zwangslager Salzburg am 19.5.1942. Seine Mutter Barbara wurden ins KZ Ravensbrück noch vor dem Tod ihres ersten Kindes Anna deportiert und im August 1944 in das KZ Buchenwald überstellt. Sie überlebte den Nationalsozialismus. Ihr Sohn Stefan Leimberger wurde im Dezember 1943 im KZ Auschwitz getrennt von seiner Mutter umgebracht.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Erich Leinsdorf wurde als Erich Landauer am 4.2.1912 in Wien als einziges Kind des jüdischen Ehepaares Charlotte, geborene Loebl, und Julius Landauer geboren. Sein Vater war im Schuhhandel tätig und leidenschaftlicher Amateurpianist. Als Erich Leinsdorf zwei Jahre alt war, starb sein Vater. Schon als Kind bekam Erich Leinsdorf Klavierunterricht und trat im Alter von 15 Jahren im „Roten Wien” auf, wie die sozialdemokratische Arbeiter-Zeitung berichtete. Generell trat er viel bei sozialdemokratischen Feiern auf. Er absolvierte auch ein Seminar über das Dirigieren in Salzburg während der Salzburger Festspiele, wurde aber hauptsächlich als begabter Pianist berühmt. Zudem war er Assistent von Bruno Walter und Arturo Toscanini. Ab 1934 nannte er sich ausschließlich Erich Leinsdorf. Seine Karriere war stark an Arturo Toscanini gebunden, den er auch auf internationale Tourneen begleitete und der ebenfalls bei den Salzburger Festspielen mitwirkte. 1938 reiste er gemeinsam mit Toscanini in die USA und war fortan an der Metropolitan Opera engagiert. Er verhalf 1938 auch seiner Mutter zur Flucht nach New York. 1939 heiratete er die Jüdin Anne Frohnknecht und gemeinsam bekamen sie fünf Kinder. 1947 kehrte er nach Wien zurück, um dort eine Volksoper zu dirigieren. In der nach wie vor antisemitischen Stadt war er aber nicht willkommen und kehrte enttäuscht nach New York zurück. Am 11.9.1993 starb er in Zürich.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Elisabeth Leitner wurde am 16.11.1885 in Salzburg geboren und war das dritte von sechs Kindern des Ehepaars Kreszentia und Karl Leitner. Karl Leitner war von Beruf Bankier und Unternehmer. Seine Familie war eine prominente Salzburger Bürgerfamilie. Er erwarb 1887 das Schloss Mönchstein und ließ die nach ihm ernannte Villa Leitner bauen. Weiters finanzierte er die Straße von Mülln auf den Mönchsberg, den elektrischen Aufzug am Mönchsberg, ein Restaurant und den Aussichtsturm. Sein Bankhaus ging Bankrott und er starb 1911. Seine Witwe lebte mit zwei ihrer Kinder im Stadtteil Lehen, da das Anwesen verkauft werden musste. Elisabeth Leitner wurde im April 1917 erstmals in der „Landesheilanstalt" Salzburg stationär aufgenommen. Sie wurde von dort am 18.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Georg Leitner wurde am 9.4.1884 in Gnigl bei Salzburg in eine Eisenbahnerfamilie geboren. Er war von Beruf Lokführer bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), war verheiratet und hatte drei Kinder. Georg Leitner war Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion im Gemeinderat der Stadt Salzburg sowie stellvertretender Landesleiter des Republikanischen Schutzbunds und Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Er wurde präventiv am 12. Februar 1934 von Behörden des austrofaschistischen Regimes festgenommen und am 25. Mai 1934 wieder entlassen und galt seither als politisch verdächtige Person. Georg Leitner wurde kurz nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler denunziert, verhaftet und am 25. August 1944 mit einem Sammeltransport in das KZ Dachau deportiert. Am 26. September 1944 wurde er aus dem KZ entlassen. Er starb am 27.10.1946 an den Folgen der Haftzeit.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Juliana Leitner wurde am 22.5.1903 in Salzburg geboren. Sie war das dritte von vier Kindern des Ehepaars Crescentia und Josef Leitner. Josef Leitner war Spediteur und Garagenmeister. Er starb im März 1938. Juliana Leitner arbeitete als Köchin und blieb ledig. Sie wurde im Jänner 1937 in der „Landesheilanstalt" Salzburg als Patientin stationär aufgenommen. Von dort wurde sie am 21.5.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Juliane | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Geboren am 19.03.1898 in der Lungauer Gemeinde Ramingstein wurde Josefa Lerchner am 21. April 1941 im Zuge der “Aktion T4” von der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet. Sie ist eines der 150 “NS-Euthanasie”-Oper dieser Anstalt, die gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwerstern und anderer Mitarbeiter*innen gewaltsam nach Oberösterreich transportiert wurden.
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| Lercher | - |
NS-Euthanasie
Alois Lerchner wurde im Zuge der “Aktion T4” am 21. Mai 1941 von der “Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 “NS-Euthanasie”-Opfer, die in vier Transporten im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Julius Levi, geboren am 8.3.1878 in München, war der ältere Sohn des jüdischen Ehepaars Klara, geborene Thalheimer, und Albert Levi. Seit den 1880er Jahren lebten sie in Salzburg. Julius Levi heiratete 1909 in Prag die Jüdin Marianne Schalek, am 14.9.1914 kam in Salzburg ihr Sohn Albert auf die Welt. 1924 erhielt die Familie das Heimatrecht der Stadt Salzburg sowie die österreichische Staatsbürgerschaft. Die Ehe wurde Anfang der 1930er geschieden, sein Sohn und seine Frau zogen nach Prag um. Julius lebte zuerst noch eine Zeit lang in Salzburg, zuletzt aber dann in Wien, von wo er am 11. Jänner 1942 nach Riga deportiert wurde. Dort wurde er mit 4200 anderen österreichischen Jüdinnen*Juden ermordet, wobei heute unklar ist, ob im Ghetto Riga, im KZ Salaspils oder im Wald von Bikernieki.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Helmuth Lichtenberger wurde am 9.7.1941 im Zwangslager geboren und war das zweite Kind des Ehepaars Rosalia, geborene Seger, und Stefan Leimberger. Das Paar hat am 10. Mai 1940 in Grödig geheiratet. Helmuths älterer Bruder hieß Stefan. Die gesamte Familie wurde nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Helmuth Lichtenberger wurde am 19.4.1943 dort umgebracht.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Lindinger kam am 29. Februar 1888 als Tochter von Johann und Maria Wörndl in Thalgau zur Welt. Am 21. April 1913 heiratete sie Georg Lindinger. Maria Lindinger verbrachte einige Zeit in der Landesheilanstalt Salzburg, von wo sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert wurde, wo man sie nur kurze Zeit nach ihrer Ankunft ermordete.
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Frauen explizit erwähnt
Josefine Lindorfer wurde am 2.12.1899 in Hallein geboren, war seit 1936 mit dem Schlosser Johann Lindorfer verheiratet und arbeitete in der Halleiner Zigarrenfabrik. Im Jahr 1942 wurde sie wegen einer Spende an die Rote Hilfe denunziert und direkt in das KZ Auschwitz deportiert. Dort starb sie am 18.11.1942 an einer Lungentzündung. In Erinnerung an die Widerstandskämpferin wurde in Hallein ein Platz in Josefine-Lindorfer-Platz umbenannt.
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Religiöser WiderstandIndividueller Widerstand
Balthasar Linsinger wurde am 15.7.1902 in St. Veit geboren und starb am 20.10.1986 in Tamsweg. Er wurde 1925 zum Priester geweiht und kam 1937 als Pfarrer nach Weißenbach bei Lofer und 1943 nach Großarl. 1940 wurde Linsinger „wegen unerlaubter kirchlicher Aktivitäten über den gewöhnlichen Werktagsgottesdienst hinaus“ und abfälliger Äußerungen über den Nationalsozialismus von der Gestapo verhaftet. Als der Maler Eduard Bäumer – den Linsinger 1942 im Zuge der Kirchenrenovierung kennengelernt hatte – mit seiner jüdischen Frau und deren gemeinsamen Kindern aus Wien floh, nahm Linsinger die Familie von Sommer 1944 bis Kriegsende bei sich auf. Er gab die Familie als Flüchtlinge aus, die bei einem Bombenangriff alles verloren hätten. Posthum wurde Linsinger von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Im Mai 2011 ehrte zudem die Gemeinde St. Veit Linsinger mit einem Gedenkwochenende. Beim Lackenbauern, dem Geburtshaus von Pfarrer Linsinger, wurde eine Linde gepflanzt und eine Gedenktafel enthüllt.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1141
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1209
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1115
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Soldaten - Deserteure
Josef Linsinger jun., geboren am 14. April 1915 in Zell am See, war ein Brucker Deserteuer. Linsinger wurde am 29. November 1940 gegen Mittag auf der Großglocknerstraße bei Bruck von einer Gendarmeriestreife angehalten. Beim Versuch, ihn festzunehmen, eröffneten die Gendarmen das Feuer, wobei Linsinger am Oberschenkel verletzt wurde. Trotz erster Hilfe seitens des Sprengelarztes Dr. Winkler verstarb Linsinger – laut Gendarmerie – während des Transports ins Krankenhaus. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo zur NS-Zeit in Bruck sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Individueller Widerstand
Josef Linsinger sen. war der Vater des Brucker Deserteurs Josef Linsinger jun., welcher im November 1940 bei seiner Festnahme von zwei Gendarmen angeschossen und tödlich verletzt wurde. Linsinger sen. wurde wegen “Wehrkraftzersetzung” im November 1940 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Hildegard Lohmann wurde am 3.4.1934 in Salzburg geboren. Sie war das dritte Kind des Ehepaars Anneliese und Kurt Lohmann. Ihr Vater Kurt Lohmann war von Beruf Kaufmann. Hildegard Lohmann hatte durch einen Geburtsschaden eine Behinderung und lebte bis zum Frühjahr 1941 bei ihrer Familie. Ab März 1941 wurde sie im Alter von sieben Jahren ihrer Familie weggenommen und in der Diakonie Neuendettelsau untergebracht. Von dort wurde sie am 30. September 1942 in die „Heilanstalt” nach Eglfing-Haar in der Nähe von München deportiert, wo sie am 19.3.1943 starb. Sie wurde im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer Widerstand
Konrad Lorenz wurde am 24.11.1879 in Knittelfeld geboren und war von Beruf Lokführer der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Er war zudem Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Freien Gewerkschaft, des Republikanischen Schutzbunds bis zu deren Verbot 1934 und danach Teil der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ). Konrad Lorenz war verheiratet mit Anna Lorenz, welche bereits früh verstarb. Unter dem NS-Regime befand er sich im Ruhestand, konnte als ehemaliger Bahnangestellter die Schienenwege mit Freifahrtscheinen benutzen und war als Verbindungsmann zwischen RSÖ-Mitgliedern in Salzburg und Wien aktiv. Zudem stellte er seine am Wallersee gelegene Badehütte konspirativen Treffen von RSÖ-Mitgliedern frei zur Verfügung. Konrad Lorenz wurde im Februar 1942 von der Gestapo verhaftet. Laut offiziellen Dokumenten der nationalsozialistischen Täter beging er am 15.4.1942 Selbstmord.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen „Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Alban Lutz wurde am 28.11.1940 in Salzburg geboren und war das dritte Kind des Ehepaares Anna, geborene Bernart, und Johann Lutz. Das Paar heiratete am 7. Februar 1941 in Salzburg. Anna Bernart war von Beruf Marktfahrerin und Johann Hilfsarbeiter. Alban Lutz’ Vater Johann wurde am 19. Februar 1943 im KZ Groß-Rosen ermordet. Albans Mutter sowie seine beiden Geschwister Olga und Elvira als auch seine Großmutter Therese Bernart wurden in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Alban Lutz wurde am 3.7.1943 umgebracht.
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Politischer Widerstand
Joseph August Lux, geboren am 8. April 1871 in Wien, war ein österreichischer Schriftsteller. In seinen Werken vertrat er einen starken Katholizismus und ein Österreichbewusstsein, weshalb er am 2. April 1938 ins Konzentrationslager Dachau deportiert wurde, wo er die Häftlingsnummer 13847 erhielt. Im KZ Dachau war er bis 29. Juli 1938 interniert; nach seiner Freilassung wurde die schriftstellerische Arbeit aufgrund seiner religiösen und politischen Einstellung stark eingeschränkt. Joseph August Lux starb am 23. März 1947 in der Gemeinde Anif in der Nähe von Salzburg.
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| Josef | Link |
NS-Euthanasie
Geboren in St. Margarethen im Lungau wurde Albert Löcker am 21.4.1941 im Zuge der „Aktion T4” von der „Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die „NS-Euthanasieanstalt” Hartheim deportiert und dort ermordet.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1208
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1142
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Richard Löwit, geboren am 6.1.1870 (auch mit 1869 angegeben) in der böhmischen Kleinstadt Chotebor, Kind des jüdischen Ehepaars Theresia, geborene Rosenfeld, und Josef Löwit, war gelernter Stenograph, nahm Schauspielunterricht und nannte sich als Künstler Fritz Richard. Als er 1898 die katholisch getaufte Schauspielerin Friederike Raithel (Künstlerinnenname: Frieda Richard) heiratete, hatte Richard kein religiöses Bekenntnis mehr. Das Ehepaar bekam drei Töchter und spielte in einigen Stummfilmen mit. Sie spielten außerdem hauptsächlich in Berlin, wo sie auch wohnten, arbeiteten aber seit 1920 auch bei den Salzburger Festspielen. Am 9.2.1933, knapp nach der „Machtergreifung“ Hitlers, war Richard Löwit tot. Laut einem Gerücht ist, dass er von SA-Männern auf offener Straße ermordet wurde, dazu finden sich bis dato jedoch keine gesicherten Belege.
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| Richard Fritz | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Amalie Löwy, geborene Fuchs, geboren am 7.3.1875 in Buttenwiesen (Bayern), war Jüdin und die Tochter von Julia, geborene Schönbrunn, und Ludwig Fuchs. Die Familie lebte in Salzburg. Amalie war verheiratet mit dem Juden Oswald Löwy, geboren 1868 in Netluk (Böhmen). Das Ehepaar hatte sechs Kinder, wobei eines direkt nach der Geburt verstarb. Als Witwe musste Amalie Löwy im Juni 1938 ihre Wohnung in Salzburg verlassen – sie flüchtete zu ihrer Schwester nach Prag. Am 8. Februar 1942 wurde sie von dort nach Theresienstadt und am 28. April 1942 weiter nach Zamosc in Polen deportiert. Sie wurde vermutlich in Lublin-Majdanek ermordet.
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| Fuchs | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Ernst Löwy, geboren am 17.1.1900 in Netluk bei Leitmeritz, damals Böhmen, war Sohn des jüdischen Ehepaars Anna und Ferdinand Löwy. Im Oktober 1914 kam er nach Salzburg und machte im Geschäft seines Onkels Oswald Löwy eine Handelslehre. Er heiratete die Jüdin Ida Pick, geboren am 8.2.1901 in Ottnang am Hausruck. Gemeinsam hatten sie einen Sohn, Herbert. Im November 1938 wurde die Familie aus ihrem Haus in der Linzer Gasse vertrieben und sie flüchtete nach Prag. Als die Wehrmacht die Tschechoslowakei besetzte, wurde die Familie Löwy verhaftet. Ernst Löwy und seine Frau wurden am 24. Oktober 1942, ihr Sohn am 22. Dezember 1942 nach Theresienstadt und gemeinsam am 6.9.1943 nach Auschwitz deportiert, wo man sie ermordete.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZJugendliche explizit erwähnt
Herbert Löwy, geboren am 27.8.1926 in Salzburg, war der Sohn des jüdischen Ehepaars Ida, geborene Pick, und Ernst Löwy. Im November 1938 wurde die Familie aus Salzburg vertrieben und flüchtete nach Prag. Von dort wurde Herbert am 22. Dezember 1942, seine Eltern bereits vorher am 24. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert. Am 6.9.1943 wurde die Familie gemeinsam weiter nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Ida Löwy, geborene Pick, geboren am 8.2.1901 in Ottnang am Hausruck, war verheiratet mit Ernst Löwy. Gemeinsam mit ihrem Sohn Herbert lebten sie bis zu ihrer Vertreibung im November 1938 in Salzburg. Sie flüchteten nach Prag, von wo Ida und ihr Ehemann Ernst am 24. Oktober 1942 und ihr Sohn Herbert am 22. Dezember 1942 nach Theresienstadt deportiert wurden. Die Familie wurde am 6.9.1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
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| Pick | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Ludwig Löwy wurde am 14. Februar 1892 in Salzburg geboren. Er besuchte die Realschule und diente im Ersten Weltkrieg als Offizier der k. u. k. Armee.
Als Gesellschafter der Firma Rudolf Löwy OHG führte er gemeinsam mit seinen Brüdern das traditionsreiche Kohlenhandelsunternehmen in der Hubert-Sattler-Gasse 5.
Nach seiner Verhaftung im November 1938 und der Deportation in das KZ Dachau wurde er unter der Bedingung der Emigration entlassen. Mit seiner Frau Helene und der Tochter Liselotte floh er in das britische Mandatsgebiet Palästina.
Im März 1952 kehrten Ludwig und Helene Löwy nach Salzburg zurück. Die 1882 gegründete Firma Rudolf Löwy musste neu gegründet werden, da Rückstellungsansprüche auf die früheren Geschäfts- und Lagerräume erfolglos blieben. Neuer Standort war die Turnerstraße 21 im Stadtteil Gnigl.
Nach seiner Rückkehr engagierte sich Ludwig Löwy intensiv in der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, deren Präsident er 1967/68 war; später wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Er starb am 1. Februar 1981 in Salzburg. Seine Frau Helene verstarb 1995. Beide wurden in Tel Aviv beigesetzt.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Otto Löwy wurde am 24. Juni 1883 in Salzburg als ältester Sohn des jüdischen Ehepaares Johanna, geborene Schönbrunn, und Rudolf Löwy geboren. Die Familie gehörte zu den rund 50 jüdischen Familien, die während der Monarchie Österreich-Ungarn das Heimatrecht in Salzburg erwerben konnten.
Er absolvierte die Realschule in Salzburg und diente im Ersten Weltkrieg als Offizier der k. u. k. Armee. Als Gesellschafter und Juniorchef der 1882 gegründeten Firma Rudolf Löwy OHG (Kohlenhandel) war er an deren Geschäfts- und Wohnsitz in der Hubert-Sattler-Gasse 5 tätig.
Am 12. Mai 1935 wurde Otto Löwy zum Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg gewählt. Nach dem Novemberpogrom 1938 verhaftete ihn die Gestapo Salzburg gemeinsam mit seinen Brüdern Ernst und Ludwig, deportierte sie in das KZ Dachau und entließ ihn am 5. Dezember 1938 unter der Bedingung der umgehenden Emigration.
Mit seiner Frau Alice und der 1917 in Salzburg geborenen Tochter Lilly floh er in das britische Mandatsgebiet Palästina. 1941 gelang die Weiterreise über Ägypten in die USA; die Familie ließ sich in Philadelphia nieder, wo die verheiratete Tochter bereits lebte.
Mit der gewaltsamen Liquidierung der Firma Rudolf Löwy im Jahr 1938 wurde seine wirtschaftliche Existenz in Salzburg zerstört.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Ernst Löwy wurde am 5. September 1890 in Salzburg geboren. Wie seine Brüder wuchs er in einer etablierten jüdischen Unternehmerfamilie auf, die seit dem 19. Jahrhundert im Salzburger Wirtschaftsleben verankert war.
Auch er absolvierte die Salzburger Realschule und diente im Ersten Weltkrieg als Offizier der k. u. k. Armee. Als Gesellschafter leitete er gemeinsam mit seinen Brüdern die Firma Rudolf Löwy OHG.
Er war mit Hilda Löwy verheiratet; ihre Tochter Liane (Lia) wurde 1928 in Teplice geboren.
Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde Ernst Löwy von der Gestapo verhaftet, in das KZ Dachau deportiert und am 5. Dezember 1938 unter Zwang zur Emigration entlassen. Die Familie floh in das britische Mandatsgebiet Palästina.
Die Enteignung und Liquidierung des Familienunternehmens bedeutete den vollständigen wirtschaftlichen Ruin in seiner Geburtsstadt.
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NS-Euthanasie
Der in Unternberg im Lungau geborene Vizenz Lüftenegger wurde am 21. Mai 1941 im Zuge der “Aktion T4” von der “Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 “NS-Euthanasie”-Opfer, die in vier Transporten im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und dort ermordet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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M
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Theresia Machala, geborene Poppenreiter, wurde am 31. Januar 1894 in Gnigl bei Salzburg geboren. Sie war mit Fabien Machala, von Beruf Schlosser, verheiratet und gemeinsam hatten sie zwei Kinder. Ihr Ehemann starb im Juni 1930 an Tuberkulose. Ihr Sohn Walter war von Beruf Tischler und während des Austrofaschismus als Antifaschist inhaftiert. Ab Juli 1934 war Theresia Machala Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Poppenreiter | - |
Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Anna Machek, geborene Schürer, wurde am 30. März 1922 in Bad Ischl geboren und war das einzige Kind von Anna Schürer, welche ab 1923 in Salzburg als Dienerin tätig war. Anna wuchs bei ihrer Mutter und zeitweise Großmutter Balbine Schürer in Salzburg auf. Ihre Mutter wie auch ihre Großmutter blieben Zeit ihres Lebens ledig. Anna Machek besuchte die Hauptschule und war danach als Sekretärin in Büros und Kanzleien tätig. Ab 1. November 1943 arbeitete sie im Magistrat der Stadt Salzburg. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Das Paar heiratete am 27. Mai 1944 im Schloss Mirabell. Anna Machek war zu diesem Zeitpunkt bereits schwanger. Im Juli 1944 äußerte sich Anna Machek gegenüber einer Freundin negativ über den Krieg und das NS-Regime. Daraufhin wurde sie denunziert und vom Magistrat wegen “staatsfeindlichen Äußerungen” fristlos entlassen. Anschließend geriet die schwangere Anna Machek in die Fänge der Gestapo. Sie wurde verhört und bei den Verhören durch den Kriminaloberassistenten der Gestapo Georg König schwer misshandelt. Im September 1944 wurde sie vom Polizeigefängnis in das Gefangenenhaus überstellt, jedoch nie wegen eines Deliktes offiziell verurteilt. Anna Macheks Ehemann kam bei dem ersten Bombenangriff auf Salzburg im Oktober 1944 zu Tode, nachdem ihr Wohnhaus zerbombt wurde. Im November 1944 wurde Anna Machek zur Entbindung ihres Kindes in das Landeskrankenhaus eingewiesen und direkt nach der Geburt ihrer Tochter, Antonia Machek, am 15. November zurück in das Gefangenenhaus gebracht. Die neugeborene Tochter wurde in ein Heim nach St. Gilgen gebracht, wo sie zwölf Tage nach ihrer Geburt verstarb. Daraufhin erlitt Anna Machek einen Nervenzusammenbruch. Sie überlebte das NS-Regime, blieb alleinstehend und starb am 29. Mai 1988 in Salzburg.
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| Schürer | - |
Opfer des FaschismusFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Antonia Machek wurde am 15. November 1944 geboren. Ihre Mutter hieß Anna Machek, geborene Schürer und befand sich im Gefangenenhaus, da sie sich kritisch über den Krieg und das NS-Regime geäußert hatte. Antonia Machek wurde im Landeskrankenhaus der Stadt Salzburg geboren, wohin ihre Mutter zur Entbindung aus dem Gefangenenhaus gebracht wurde. Der Vater starb beim ersten Bombenangriff auf die Stadt Salzburg kurz vor ihrer Geburt im Oktober 1944. Antonia Machek wurde nach der Geburt laut einer Weisung des Gerichtsarztes in ein Kinderheim nach St. Gilgen gebracht und starb dort nur zwölf Tage nach ihrer Geburt.
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Individueller WiderstandPolitischer Widerstand
Josef Machreich wurde am 21.11.1882 in Bruck an der Glocknerstraße geboren und arbeitete als Gastwirt. Bereits ab 1939 kam er immer wieder mit dem nationalsozialistischen Regime in Konflikt: 1939 wurde er wegen Amtsbeleidigung und 1943 wegen Bierausschenkens an Kriegsgefangene zu 48 Stunden bzw. 14 Tagen Arrest verurteilt. Am 2. September 1944 wurde Machreich schließlich wegen Abhörens von Feindsendern und Weiterverbreitung von Auslandssendungen verhaftet und am 22. September in das KZ Flossenbürg deportiert. Er erhielt dort die Häftlingsnummer 27251 und verstarb nach 41 Tagen am 2.11.1944 an „Altersschwäche" – wie seiner Stieftochter Maria Rimer mitgeteilt wurde. Im Jahr 1948 suchte sein Sohn Josef Ernst Machreich um die gerichtliche Todeserklärung an. Im entsprechenden Akt wurde Marasmus (Zustand auf Grund von Mangelernährung) als Todesursache notiert.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Josef Mackinger wurde am 12. März 1892 in Kirchberg bei Mattighofen geboren und war von Beruf Eisenbahner. Er zog 1933 gemeinsam mit seiner Ehefrau Josefa und dem 1922 geborenen Sohn Josef nach Gnigl bei Salzburg. Josef Mackinger war Sozialdemokrat und Gewerkschafter bis zum Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1934 im Austrofaschismus. Im Herbst 1939 trat Josef Mackinger den illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ) rund um Engelbert Weiss bei. Bis Ende 1941 zahlte er die monatlichen Mitgliedsbeiträge, welche die Mitglieder verwendeten, um Familien von inhaftierten oder in Not geratenen Arbeitskollegen im Eisenbahner-Milieu zu unterstützen. Anfang 1942 wurde das illegale Widerstandsnetzwerk der RSÖ durch die Gestapo aufgedeckt und Josef Mackinger am 15. Juni 1942 verhaftet. Er wurde am 21. Juni 1942 in das Konzentrationslager Dachau deportiert und am 27. Mai 1943 zurück nach Salzburg gebracht, wo ihm am 5. Oktober 1943 ein Prozess wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” gemacht wurde. Er wurde für schuldig befunden und am 8. Januar 1944 in das Zuchthaus Bruchsal bei Karlsruhe überstellt, wo er am 16. Dezember 1944 zu Tode kam.
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NS-Euthanasie
Engelbert Maier wurde am 10. Dezember 1910 in Graz geboren und war das Kind der ledigen Maria Maier aus Salzburg. Sie arbeitete in Graz als Dienstmädchen. In den 1930er Jahren war Engelbert Maier als Pflegling im “Leprosenhaus” an der Müllner Hauptstraße untergebracht und anschließend war er Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - Deserteure
Jakob Maier wurde am 14. August 1911 in Au in Vorarlberg geboren. Seine Eltern hießen Maria und Josef Maier. Über das Leben von Jakob Maier ist wenig bekannt, nur dass er in Bludenz gelebt hat und verheiratet war. Jakob Maier war Soldat der Wehrmacht und Teil des Gebirgs-Pionier-Ersatz-Bataillons 82, welches dem Wehrkreis XVIII (Salzburg) unterstand. Als seine Truppe in Salzburg stationiert war, beging er “Fahnenflucht”. Deswegen wurde er vom Kriegsgericht der Division 188 zum Tode verurteilt. Am 7. Juli 1942 wurde er auf dem Militärschießplatz Glanegg bei Salzburg erschossen.
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ZwangsarbeiterInnenKZ Opfer
Lech Manczak wurde am 7. Juni 1922 in Konarzyny in Polen geboren und war von Beruf Schmied. Unter der deutschen Besatzung Polen wurde er in das Konzentrationslager Dachau verschleppt und musste dort den roten Winkel, der für politisch Gefangene vorgesehen war, tragen. Aus dem KZ Dachau wurde er in das “Außenlager Salzburg – Polizeidirektion” überstellt, wo er Zwangsarbeit verrichten musste. Die Zwangsarbeiter des “Außenlagers Salzburg” waren vermutlich im Polizeigefängnis am Rudolfskai untergebracht. Am 18. November 1944 musste Lech Manczak zum Entschärfen einer Zeitzünderbombe nahe dem Hotel Münchnerhof ausrücken. Die Bombe explodierte und er starb zusammen mit den anderen Zwangsarbeitern.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Stefanie Maresch wurde am 21. Dezember 1885 in Mühlau bei Innsbruck geboren. Sie war die jüngere Tochter des Ehepaares Rosa und Jakob Maresch. Jakob Maresch war an mehreren Orten der k.u.k.-Monarchie als Forstinspektor und Lehrer tätig. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs lebte die Familie in Salzburg. Beide Eltern starben Anfang der 1930er Jahre. Stefanie Maresch blieb ledig und war von Beruf Postbeamtin. Ab 1933 war sie mehrmals in stationärer Behandlung in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - Gemeindeeinrichtung
David Samuel (Dovid Schmuel) Margules, geboren am 21. September 1884 in Lemberg, ist Sohn des jüdischen Ehepaares Penina Pess und Menachem Mendel Margules. David Samuel besuchte ein Rabbinats- und Philosophiestudium in Wien und promovierte zum Doktor der Philosophie. Er war zuerst als Religionslehrer, dann als Rabbiner tätig. Er zog mit seiner Frau, der Jüdin Rosa Zerline Leinwand, und seinen zwei Töchtern nach Salzburg, wo er seine zweite Stelle als Rabbiner hatte. Am 15. November 1937 eröffnete er in der Synagoge eine jüdische Bibliothek, die durch Spenden anschaffen konnte, diese aber in der NS-Zeit wieder verlor. Um die Vertreibung und Beraubung der jüdischen Familien zu beschleunigen, ließ die Gestapo-Stelle Salzburg 26 Juden, darunter Dr. Margules in das KZ Dachau transportieren. Er kehrte am 5. Dezember 1938 zurück und die Familie konnte aufgrund ihrer Kontakte nach England emigrieren. Dr. Margules erhielt 1948 die britische Staatsbürgerschaft und starb am 10. Februar 1951 in Cambridge.
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| Dovid Schmuel | - |
Soldaten - Deserteure
Josef Maroschek wurde am 3.8.1915 in Schladming geboren. Maroschek arbeitete bei der Eisenbahn und wurde 1941 zu einer Nachrichteneinheit in Wörgl eingezogen. Im Jahr 1943, inzwischen verheiratet und Vater von drei Kindern, erhielt er den Einberufungsbefehl an die Ostfront. Kurz zuvor war sein jüngerer Bruder dort gefallen. Während des Heimaturlaubs im Sommer 1943 entschloss Maroschek sich, nicht mehr an die Front zurückzukehren, und desertierte. Er versteckte sich in einer schwer zugänglichen Waldhöhle in Pöham, und selbst seine Unterstützer wussten nicht genau, wo diese lag. Zu diesen zählten seine Frau, seine Mutter sowie zwei Fahrdienstleiter mit ihren Ehefrauen. Teilweise versteckte er sich auch in Wohnungen seiner Unterstützer, wo er am 28. Juli 1944 beinahe von einem Gendarmen gefasst wurde. Daraufhin wurden zehn Personen verhaftet, darunter auch seine Mutter. Seine schwangere Frau war bereits seit April 1944 wegen Unterstützung ihres als „fahnenflüchtig" geltenden Mannes und wegen „Zersetzung der Wehrmacht” in Haft. Anfang August kam es dann zu einer Sonderfahndungsaktion, bei der die Gendarmerie und Landwacht aus Bischofshofen und Mühlbach beauftragt wurden, die zwei Deserteure Josef Maroschek und Leopold Hillinger zu verhaften. Im Zuge der Verhaftung wurde Maroschek von mehreren Kugeln getroffen und verstarb am 1.8.1944. Seine im achten Monat schwangere Frau musste ihren nur 29 Jahre alten Ehemann identifizieren. Bestattet wurde er am St. Johanner Friedhof.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Franziska Mattseeroider wurde am 28. Dezember 1892 in Gnigl bei Salzburg geboren. Sie hatte eine Zwillingsschwester, welche 1934 in Salzburg gestorben ist. Franziska arbeitete als Kellnerin und Hausmädchen und blieb Zeit ihres Lebens ledig. Sie wurde am 18. Mai 1937 als Patientin in die Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen. Später kam sie in die Pflegeanstalt Schernberg in Schwarzach im Pongau, welche von den Barmherzigen Schwestern geführt wurde. Die Pflegeanstalt wurde durch die Visitatorin Anna Bertha Königsegg betreut, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Franziska Mattseeroider wurde kurz darauf am 21. April 1941 vom Schloss Schernberg nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Fanny | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Veronika, geborene Hofinger, Maultasch kam am 28. März 1876 in Altheim bei Braunau am Inn zur Welt. Sie war mit dem Finanzbeamten Leopold Maultasch verheiratet und gemeinsam bekamen sie zwei Söhne. Ihr Sohn Leopold wurde Postbeamter und ihr Sohn Alfred studierte am Mozarteum. Nach dem Tod ihres Ehemannes zog Veronika Maultausch 1932 zu ihrem älteren Sohn Leopold auf den Mönchsberg. Im Jahr 1936 wurde Veronika Maultasch entmündigt und in die Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen. Von dort wurde sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Hofinger | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Hildegard Mayer, geborene Springer, wurde am 26. Februar 1902 in Salzburg als erstes von zwei Kindern geboren. Ihre Eltern hießen Antonia und Oskar Springer und ihr Vater war von Beruf Volksschullehrer. Hildegard Mayer besuchte das Konservatorium Mozarteum und heiratete 1922 einen Handelsangestellten. Gemeinsam bekamen sie einen Sohn namens Helmut. Hildegard Mayer litt an einer Krankheit und wurde deswegen am 18. September 1934 in der Landesheilanstalt Salzburg als Patientin aufgenommen und zudem entmündigt. 1940 wurde ihre Ehe geschieden, ihr Ehemann heiratete erneut. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Springer | - |
Politischer Widerstand
Franz Mayer war während des Austrofaschismus Leiter der staatspolizeilichen Abteilung in Salzburg. Aufgrund seiner Funktion im austrofaschistischen Regime wurde er unmittelbar nach dem “Anschluss” ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Mayer überlebte die NS-Terrorherrschaft, starb aber rund ein Jahr nach der Befreiung an den Haftfolgen. Seit 1948 erinnert eine Gedenktafel, die heute im Foyer der Salzburger Landespolizeidirektion zu finden ist, an die von den Nationalsozialisten ermordeten Exekutivbeamten, die auch ein Naheverhältnis zum austrofaschistischen Regime pflegten.
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Individueller WiderstandOrte des Terrors - KZ
Anton Richard Johann Mayer wurde am 3. Februar 1905 in Pischelsdorf (Steiermark) geboren. Der gelernte Müller arbeitete als Obermüller in der Walzmühle Gassner in St. Johann im Pongau. 1939 heiratete er Theresia Oblasser. Am 11. Juli 1944 wurde Mayer ohne Angabe von Gründen von der Gestapo verhaftet. Es folgten Deportationen in die KZ Dachau, Natzweiler, erneut Dachau, Buchenwald und kurz vor Kriegsende Flossenbürg. In den Lagern musste er Zwangsarbeit verrichten, unter anderem beim Kraftwerksbau am Weißsee. Am 23. April 1945 wurde er aus einem Todesmarsch bei Untertraubenbach (Oberbayern) von US-Truppen befreit. Die schweren Haftfolgen machten eine Rückkehr in seinen Beruf unmöglich; in der Nachkriegszeit arbeitete er in verschiedenen Gelegenheits- und Nebentätigkeiten. Anton Mayer starb am 21. Mai 1977 in St. Johann.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Isabelle Mayr wurde am 27. Juli 1903 in Salzburg geboren. Sie hatte einen jüngeren Bruder namens Alfred Mayr, welcher am 13. November 1906 geboren wurde. Gemeinsam lebten sie bei ihrer verwitweten Mutter in der Stadt Salzburg. Isabella Mayr war ab 15. April 1935 Patientin der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Isabellas Bruder Alfred wurde am 17. Juni 1938 in das Konzentrationslager Dachau deportiert und ermordet. Die Mutter überlebte ihre beiden Kinder und starb 1959 in Salzburg.
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NS-Euthanasie
Der 1919 geborene und gebürtig aus der Steirer Gemeinde St. Marienkirchen stammende Erich Meglitsch wohnte in der Caritasanstalt St. Anton. 1941 wurde er nach Hartheim deportiert und ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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ZwangsarbeiterInnenGestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Paraska Mensjuk wurde am 25.10.1923 in der Nähe von Kiew in der Ukraine geboren. Sie wurde im Alter von 18 Jahren aus der Ukraine verschleppt und für Zwangsarbeit nach Salzburg gebracht. Dort musste sie als „Ostarbeiterin” die Zwangskennzeichnung „OST” auf der linken Brustseite tragen und als „Hausmädchen” in einem „zuverlässigen” nationalsozialistischen Privathaushalt Zwangsarbeit verrichten. So musste sie im Haushalt vom Direktor der Zweigstelle Salzburg der Deutschen Reichsbank Berlin, Rudolf Hansemann, arbeiten, bis sie am 27. Juni 1944 durch die Gestapo verhaftet und verhört wurde. Die Gestapo war für ihre brutalen Foltermethoden bei den Befragungen bekannt. Paraska Menjuk überlebte das Verhör durch die Gestapo nicht: Sie starb am 30.6.1944 im Landeskrankenhaus Salzburg an der Folge von Hirnprellung und Nierenquetschung, welche durch Gewalteinwirkung entstanden sind.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Richard Metzl, geboren am 20.4.1870 in Prag als jüngeres Kind des jüdischen Ehepaars Louise und Moriz (Moses) Metzl. Richard war Schauspieler und pendelte aufgrund seines Berufs regelmäßig zwischen Salzburg, Karlsbad, Wien und Berlin. Er ließ sich 1910 in der evangelisch-reformierten Kirche taufen, lebte und heiratete in Berlin und hatte zwei Kinder. Aufgrund der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland beschränkte er seine Auftritte auf Österreich. Bis zum 26. August 1938 war er in Wien gemeldet, danach ist er vermutlich geflüchtet und tragisch am 31.10.1941 in Paris gestorben. Der Verbleib seiner Frau Eugenie und seiner Kinder ist unbekannt.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Therese, geborene Ennsmann, Michal kam am 30.12.1889 in Salzburg als Tochter des Ehepaars Therese und Kaspar Ennsmann zur Welt. Ihre Eltern waren Kaufleute und Hausbesitzer. Therese war von Beruf Gemischtwarenhändlerin und verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, Martin und Berta, hervor. Die Ehe wurde aber geschieden. Therese Michal musste wohl aus gesundheitlichen Gründen mehrmals den Wohnort wechseln. Am 16. Februar 1938 wurde sie als Patientin in die „Landesheilanstalt" Salzburg stationär aufgenommen. Von dort wurde sie am 21.5.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Ennsmann | Theresia | - |
Individueller Widerstand
Josef Micheler wurde am 16.5.1892 in Innsbruck geboren und war von Beruf Maurer. Er lebte ab 1935 in der Stadt Salzburg und heiratete 1941 die Hilfsarbeiterin Maria Achleitner. Das Ehepaar wohnte in einem Haus in Gnigl, in welchem auch der Maurer Josef Wallis lebte. Das Ehepaar Micheler und Josef Wallis gehörten während der NS-Zeit zwar keiner widerständigen Organisation an, sollen aber regelmäßig ausländische Radiosender, darunter die deutsche Sendung der BBC London, gehört haben. Die drei wurden durch Nachbarn denunziert und es kam am 2. November 1943 zu einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo und zur Verhaftung. Bei der Festnahme machten die Betroffenen gegenüber den Gestapo-Beamten angeblich Aussagen, wie: „Ihr könnt mich am Arsch lecken!” oder „Die Eier ess ich noch schnell weg, sonst fresst Ihr selbst die Eier auf”. Bei der Durchsuchung wurde auch ein Schriftstück mit satirischen Äußerungen sowie ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf” mit dem handschriftlich geänderten Titel „Mein Irrtum” vorgefunden. Zusätzlich wurde dem Ehepaar Micheler vorgeworfen, Lebensmittel-, Kleider-, und Raucherkarten gestohlen zu haben. Am 10. Mai 1944 wurde die Todesstrafe gegen Josef Micheler wegen „Abhörens feindlicher Nachrichten” und „kriegsschädlichen Verhaltens” verhängt. Im Prozess wurde er wiederholt als „gefährlicher Gewohnheitsverbrecher” stigmatisiert. Am 7.7.1944 wurde Josef Micheler in München-Stadelheim enthauptet. Seine Ehefrau Maria Micheler überlebte die Haft und das NS-Regime und zog nach 1945 nach England, wo sie 1977 starb.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die am 26. Februar 1912 in Thalgau geborene Zäzilia Michelitsch wurde am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und noch im selben Jahr dort ermordet. Über weitere Lebensstationen konnten bisher keine weiteren Informationen herausgefunden werden.
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Politischer WiderstandZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Bozo Mikulandra wurde am 18.9.1925 in Bilice bei Sibenik in Kroatien geboren und im Verlauf des Kriegs vermutlich als Zwangsarbeiter nach Salzburg verschleppt. Dort wurde er im Polizeigefängnis inhaftiert – warum, lässt sich heute nicht rekonstruieren, es liegt aber nahe, dass es sich um einen Fluchtversuch, Arbeitsverweigerung oder „staatsfeindliches Verhalten” gehandelt hat. Am 11. Oktober 1943 ließ die Gestapo über 50 jugoslawische Häftlinge in das KZ Dachau deportieren, darunter auch Bozo Mikulandra. Er wurde im KZ Dachau als „Schutzhäftling” registriert. Am 31. Oktober 1943 wurde er in das KZ Buchenwald überstellt und dort am 7.2.1945 ermordet.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Alida Miniussi wurde am 9.3.1923 in Monfalcone geboren, wo sie auch aufwuchs. Ihre Eltern hießen Giovanni und Vrech Maria Miniussi. Sie war von Beruf Hausfrau und schloss sich den Partisan*innen an. Sie wurde durch Truppen der SS unter dem Kommando von Odilo Globocnik festgenommen und am 30. Jänner 1944 von Triest in das KZ Ravensbrück eingewiesen. Anfang Februar 1944 befand sie sich mit zahlreichen weiteren Partisaninnen auf ihrem Weg ins KZ Ravensbrück in Salzburg. Dort wurde am 4. Februar 1944 der Fehler gemacht, dass die Frauen nicht direkt über Linz und Prag, sondern über einen Sammeltransport in das KZ Mauthausen gebracht und von dort aus weiter in das KZ Ravensbrück deportiert wurden. Alina Miniussi wurde am 15. Februar 1944 im KZ Ravensbrück registriert. Dort starb sie 1945.
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Religiöser WiderstandOpfer der NS Justiz
Franz Mittendorfer wurde am 10.9.1903 in St. Georgen bei Vöcklabruck geboren und war von Beruf Maler. Er war verheiratet mit Theresia, geborene Höfner, und lebte in Salzburg im Haus seiner Frau. Franz und seine Ehefrau Theresia Mittendorfer waren Mitglieder der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas und Franz Mittendorfer verweigerte den Kriegsdienst aus Glaubensgründen. Daraufhin wurde er am 14. September 1939 verhaftet und am 24. November 1939 durch das Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 6.1.1940 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee geköpft. Theresia Mittendorfer wurde am 24. November 1939 ebenfalls verhaftet und in das KZ Ravensbrück deportiert, wo sie am 5. Februar 1940 freigelassen wurde und nach Salzburg zurückkehrte. Sie überlebte das NS-Terroregime und starb 1999.
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Alexander, eigentlich Alessandro, Moissi wurde am 2.4.1879 in Triest/Trieste im heutigen Italien geboren. Er war das jüngste von fünf Kindern des italienisch-albanischen Ehepaars Amalia, geborene de Radio, und Konstantin Moissi. Alexander Moissi ging nach Wien und war dort um 1900 ein Komparse des Wiener Burgtheaters. In Berlin gelang ihm unter der Regie von Max Reinhardt schließlich der Durchbruch zum Schauspieler. In Wien stand Alexander Moissi einem unaufgeschlossenen Publikum gegenüber und 1913 wurde der Verdacht laut, Moissi sei ein Jude und Kommunist. 1919 heiratete er seine Kollegin Johanna Terwin. Als er am 19. Juni 1920 in Wien auftrat, kam es zu einem Zwischenfall: Deutschnationale Studenten wollten den angeblichen „Juden” und „Kommunisten” verprügeln, konnten jedoch durch die Festgäste gestoppt werden. 1920 spielten Alexander Moissi und seine Ehefrau Johanna Terwin im Jedermann die Titelrolle und die „Buhlschaft”. 1931 spielte er zum letzten Mal den „Jedermann”. Die NSDAP hetzte im Jahr 1931 erneut gegen Alexander Moissi, welcher von ihnen als „Jude” bezeichnet und diskriminiert wurde. Aufgrund des wiederholten öffentlichen Tumults um seine Person wurde er abgesetzt und 1932 durch den deutschen Paul Hartmann ersetzt. Daraufhin schrieb das antisemitische Satiremagazin „Kikeriki”: „Es möge ihn jedermann nun spielen, nur kein Jude!”. Am 22.3.1935 starb Alexander Moissi in einem Wiener Sanatorium überraschend an einer Lungenentzündung im Alter von 55 Jahren.
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Politischer Widerstand
Edmund Molnar wurde am 7.3.1923 in Hallein geboren. Er arbeitete als Schlosser und diente als Gefreiter der Panzerjäger-Ersatzabteilung 48. Im August führte er ein politisches Streitgespräch mit Kameraden und wurde aufgrund der Aussagen, die Mutter des Führers sei Jüdin gewesen und ein Führerbild im Hotelzimmer hänge er immer weg, denunziert und verhaftet. Nach seiner Überstellung nach Graz und später nach Berlin wurde er am 16. November 1943 wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Am 26.5.1944 wurde Molnar in Berlin-Tegel hingerichtet. In Gedenken an ihn wurde in Hallein ein Platz in Edmund-Molnar-Platz umbenannt.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Molter wurde 1878 in Hallein geboren und war Lehrerwitwe. Am 21. Oktober 1938 kam sie zur Pflege in Obhut der katholischen Ordensschwestern im Schloss Schernberg bei Schwarzach. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Als eines dieser „NS-Euthanasie”-Opfer wurde auch Maria Molter am 20.5. nach Oberösterreich deportiert und dort ermordet.
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KZ OpferGestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Hermann Moltinger wurde am 23.2.1915 in Hallein geboren und lebte seit Anfang der 1930er Jahre mit seinen Eltern und seiner Schwester in Maxglan. Hermann Moltinger erlernte den Beruf des Bäckers und lebte seit 1934 in Salzburg. Über die politische Gesinnung Hermann Moltingers im Austrofaschismus ist nichts bekannt, nur dass er bei einem zweiten Versuch im Jänner 1938 nach Spanien ausreisen konnte, um sich dort den Internationalen Brigaden anzuschließen. Die republikanischen Spanier wurden 1939 durch das faschistische Franco-Regime besiegt und Hermann Moltinger flüchtete nach Frankreich, wo er interniert wurde. Dort schloss er sich der französischen Fremdenlegion „13e demi-brigade de Légion étrangère” an und kämpfte 1940 gegen die deutschen Invasoren in Norwegen, vor allem in der Schlacht um Narvik. 1940 wurde er vom Vichy-Regime an das nationalsozialistische Regime ausgeliefert und im Juli 1941 in das SS-Sonderlager Hinzert bei Trier im Hunsrück deportiert. Dort wurde er 1943 von der deutschen Wehrmacht zwangsrekrutiert und an der Ostfront im nördlichen Kaukasus stationiert, wo er am 1.1.1943 zu Tode kam. Die Spanienkämpfer waren Freiwillige aus vielen Ländern, so auch ca. 1400 Personen aus Österreich, die nach Spanien reisten, um die Spanische Republik nach dem Franco-Putsch zu verteidigen. Die Freiwilligen sahen ihren Beitrag im Kampf gegen den Faschismus, der sich über ganz Europa auszubreiten schien. Viele der Spanienkämpfer wurden nach ihrer Rückkehr nach Österreich durch die Nationalsozialisten verfolgt.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Abraham Morpurgo, geboren am 23.8.1882 in Amsterdam, war eines von acht Kindern des jüdischen Ehepaares Vogeltje, geborene Beddekoper, und Izak Morpurgo. Im Dezember 1911 heiratete er in der Salzburger Synagoge Elsa Klein. Gemeinsam mit ihrer Tochter Edith lebte das Ehepaar im Stadtteil Elisabeth-Vorstadt. Abraham war Kaufmann und besaß bis 1938 eine große Handels- und Versicherungsagentur. Die Familie flüchtete nach Amsterdam, wurde dort aber unter deutscher Besatzung verhaftet und interniert. Genaue Daten sind nicht bekannt, aber man weiß, dass Abraham Morpurgo mit seiner Schwiegermutter sowie deren Ehemann und Tochter nach Auschwitz deportiert und dort am 26.1.1943 ermordet wurde.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Edith Morpurgo, geboren am 20.11.1912 in Salzburg, war die Tochter des jüdischen Ehepaares Elsa, geborene Klein, und Abraham Morpurgo. Nachdem sie im Juni 1938 aus Salzburg vertrieben wurde, flüchtete sie mit ihren Eltern und ihrer Großmutter nach Amsterdam. Dort heiratete Edith den bereits 1937 aus München nach Amsterdam geflüchteten Kinobesitzer David Essinger. Gemeinsam mit der zweijährigen Tochter Eveline wurde das Ehepaar am 31.8.1942 in Auschwitz ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Ernestine Theodora Muik, geborene Holzer, kam am 11.12.1903 in St. Johann im Pongau zur Welt. Sie war das jüngste von drei Kindern des jüdischen Ehepaares Auguste und Rudolf Holzer. Ernestine wurde katholisch getauft, obwohl ihre Eltern erst Anfang der 1920er Jahre zum katholischen Glauben konvertierten. Ernestine war seit 1924 mit einem Eisenbahner in Saalfelden verheiratet. Da er seine Beamtenstelle nicht verlieren wollte, trennte er sich von ihr und ließ sich scheiden. Ernestine Muik wohnte schließlich in Salzburg, wo sie am 5. Juli 1941, noch verheiratet, von der Gestapo nach Wien abgeschoben wurde. Am 8. Jänner 1943 wurde sie nach Theresienstadt und am 23.1.1943 weiter nach Auschwitz deportiert und ermordet.
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| Holzer | Ernestine Theodora Muik | Link |
Soldaten - Deserteure
Ernst Mundl wurde am 19. April 1909 in Salzburg geboren. Der Uhrmachermeister war als Obergefreiter des XVIII. Gebirgs-Armeekorps an der finnisch-schwedischen Grenze im Einsatz, wo er auch starb. Den Angaben des Korpskommandos zufolge soll Mundl Suizid begangen haben, inwiefern das den Tatsachen entspricht, lässt sich heute jedoch nicht mehr zur Gänze eruieren. Laut dem Historiker Gert Kerschbaumer könne man vermuten, dass Mundl ins neutrale Schweden flüchten wollte und dabei erschossen wurde. Quellen zu konkreten Hintergründen fehlen jedoch nach wie vor.
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Individueller Widerstand
Da sich in der Firma Redlich und Berger die drei Arbeiter Josef Oberlader, Josef Herzog und Johann Zaisberger während einer Pause abfällig über das NS-Regime geäußert haben sollen, wurden sie festgenommen und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Im Rahmen dieser Festnahmen wurde auch der aus Bruck stammende Peter Mösenlechner verhaftet, dem man vorwarf, sich kommunistisch zu betätigen. Über seinen weiteren Verbleib ist bisher nichts bekannt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Rudolf Erich Müller, geboren am 10.7.1873 in Pozega als Sohn des Ehepaares Gisala, geborene Guthardt, und David Müller, konvertierte vom jüdischen zum katholischen Glauben und war mit einer Katholikin verheiratet. Er war seit 1912 Inhaber einer Handelsagentur in Salzburg. Im November 1938 mussten Rudolf und seine Frau ihre große Wohnung am Mirabellplatz zu Gunsten eines SS-Führers verlassen. Rudolf wurde am 11. November verhaftet und nach Wien abgeschoben, von dort wurde er am 10. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo man ihn am 3.3.1943 ermordete.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Eleonore Müller (Mädchenname Daunus) wurde am 4. April 1907 geboren. Sie ist eine von vermutlich zehn lange Zeit unbekannten Häftlingsfrauen, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas am Gut Pabenschwandt Zwangsarbeit verrichten mussten. Müller war zunächst im Konzentrationslager Ravensbrück interniert; dort führte sie die Häftlingsnummer 43256; bis dato ist nicht bekannt, wann sie genau zur Zwangsarbeit aufs Gut Pabenschwandt gebracht wurde, jedoch ist belegt, dass sie am 14. Jänner 1945 aus Pabenschwandt in das KZ Dachau gebracht wurde. Geführt wurde sie dort mit der Häftlingsnummer 135637. Nur zehn Tage später deportierte man sie erneut in das KZ Ravensbrück. Über ihren Verbleib ist bis dato nichts bekannt.
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| Daunus | - |
N
Homosexuelle OpferZwangsarbeiterInnen
Franz Nachtnepel wurde am 24.10.1902 in Wien geboren. Er war von Beruf Opernsänger und logierte seit September 1942 im Hotel „Zum goldenen Horn” in der Stadt Salzburg. Er wurde vermutlich aufgrund einer Denunziation wegen seiner sexuellen Orientierung verhaftet und am 4. Dezember 1942 gemäß des Paragrafen 129 I b vom Landesgericht Salzburg zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt. Am 5. März 1943 wurde Franz Nachtnepel vom Landesgericht Salzburg in das Strafgefangenenlager Rodgau (Lager II Rollwald) nach Hessen deportiert und für Zwangsarbeiten eingesetzt. Am 9. September 1943 wurde er wieder zurück in das Polizeigefängnis Salzburg überstellt, wo er aber nicht freigelassen wurde, sondern ein weiteres Verfahren zu erwarten hatte. Franz Nachtnepel wurde vom Polizeigefängnis Salzburg am 23. April 1944 in das KZ Dachau deportiert. Dort musste er die nationalsozialistische Zwangskennzeichnung des grünen Winkels tragen. Am 17. August 1944 erfolgte seine Überstellung vom KZ Dachau in das KZ Mauthausen. Am 15.4.1945 kam Franz Nachtnepel im Mauthausener „Außenkommando Linz III” wegen „Kreislaufschwäche bei Lungenentzündung”, vermutlich aufgrund von Zwangsarbeit, zu Tode.
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KZ OpferFrauen explizit erwähnt
Die am 28.6.1914 in Gelsenkirchen geborene Alma Netthoevel kam als „Ausgebombte” gemeinsam mit ihren Söhnen Willy und Heinz nach Goldegg zur Familie Hochleitner. Im Zuge der Verhaftungswelle rund um den „Sturm” in Goldegg am 2. Juli 1944 wurde auch Alma Netthoevel verhaftet und am 27. August 1944 in das KZ Ravensbrück deportiert, wo sie die Häftlingsnummer 61404 erhielt. Später wurde sie in das Vernichtungslager Bergen-Belsen gebracht. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt.
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| Anna | - |
NS-Euthanasie
Franz Neudorfer wurde am 30.6.1911 in Attnang-Puchheim in Oberösterreich als älteres von zwei Kindern geboren. Seine Eltern hießen Maria und Max Neudorfer. Die Familie wohnte in Itzling bei Salzburg. Die Ehe der Eltern ging in den 1930er Jahren in die Brüche. Franz Neudorfer arbeitete als Gehilfe in einer Spenglerei. Ab Dezember 1936 wurde er als Patient in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Von dort erfolgte am 17.4.1941 die Deportation nach Hartheim, wo er im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, getötet wurde. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal316
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1003
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Christine Neuhauser wurde am 9.7.1894 in Freilassing in Bayern geboren. Sie war das jüngste von vier Kindern des Ehepaares Anna und Johann Neuhauser. Die Familie lebte in Freilassing an der Grenze zu Salzburg. Die Eltern starben bereits sehr früh, noch als alle vier Kinder minderjährig waren. Christine Neuhauser arbeitete als Hotelfachkraft im Berchtesgadener Land und wohnte ab November 1937 in der Stadt Salzburg. Sie wurde unter dem NS-Regime am 17. März 1938 in die Landesheilanstalt Salzburg als Patientin eingewiesen. Von dort wurde sie am 21.5.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Angela Auguste Neumayer (Neumayr) wurde am 14. September 1913 in Thalgau geboren. Nach einem Aufenthalt in der Landesheilanstalt Salzburg wird sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und dort ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Emma Neumayr wurde am 23.10.1878 in Salzburg geboren. Sie war von Beruf Schneiderin und arbeitete und lebte bis zu ihrer Erkrankung in der Stadt Salzburg. Sie war das zweite von acht Kindern des Ehepaares Theresia und Kaspar Neumayr. Ihr Vater verstarb 1911, die Mutter starb 1938. Emma Neumayr lebte bei ihrem ältesten Bruder Hermann, der sich um sie kümmerte. Ab 1924 wurde Emma Neumayr als Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Von dort wurde sie am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer Widerstand
Anton Neumayr wurde am 28. Juli 1921 in Salzburg als Sohn von Christine und Wilhelm Ofner geboren. Der Vater, vom Beruf Friseurmeister, engagierte sich bis zu ihrem Verbot 1934 in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP); der junge Anton macht es seinem Vater nach, ist schon in jungen Jahren für die SDAP aktiv und absolviert ebenso eine Friseurlehre. Nach dem Verbot der Sozialdemokratie durch die Austrofaschisten engagiert sich Neumayr in der illegalen Kommunistischen Jugend; gemeinsam mit Rosa Hofmann und Ernst-Paul Stoiber klärte er junge Menschen über Faschismus und Krieg auf, Gewalt wurde stets abgelehnt. 1941 wurde Neumayr zur Wehrmacht eingezogen, nur ein Jahr später erfolgte aufgrund seiner politischen Aktivität die Verhaftung. Die Gestapo hatte nach der Einschleusung eines Spitzels etliche Salzburger Widerstandszellen ausgehoben. Nach seinem Aufenthalt im Wehrmachtsgefängnis verurteilt ihn der “Volksgerichtshof” aufgrund der “Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode. Anton Neumayr wurde am 15. Juli 1943, nur wenige Tage vor seinem 22. Geburtstag, in München-Stadelheim ermordet.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Die am 11. Jänner 1893 in Kitzbühel geborene Landwirtin Elisabeth Neuner war eine von zweien österreichischen Zwangsarbeiterinnen am Gut Pabenschwandt im Salzburger Flachgau. In St. Johann im Pongau wohnhaft, kam sie bereits 1936 in Kontakt mit den Lehren der Zeugen Jehovas, deren Kongresse sie auch besuchte: 1936 in Luzern, 1937 in Prag. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen wurde sie im Jänner 1939 verhaftet. Bis 24. März 1939 war sie im Polizeigefängnis Innsbruck inhaftiert. Nach ihrer Haft war sie im KZ Lichtenburg interniert, anschließend im KZ Ravensbrück. Am 29. Jänner 1945 deportierte man sie in das Konzentrationslager Dachau, von wo aus sie als Zwangsarbeiterin auf das Gut Pabenschwandt gebracht wurde.
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| Waltl | Elise; Lisl | - |
NS-Euthanasie
Gottfried Neunhäuserer wurde am 13.11.1882 in Welsberg bei Bruneck geboren. Er war Benediktinerpater im Stift St. Peter in Salzburg und trug den Ordensnamen Romuald. Von 1909 bis 1920 bekleidete Gottfried Neunhäuser mehrere Ämter, darunter Kooperator, Pönitentiar, Konviktspräfekt und Wallfahrtspriester. Ab 1920 war er Pflegling in der Nervenheilanstalt Salzburg-Lehen. Er wurde am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert, wo er am 8.5.1941 ermordet wurde. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Brunder Romuald | Link |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Gisela Neuwirth, geboren am 16.4.1921 in Salzburg, war die Tochter von Henriette, geborene Engländer, und Max Neuwirth. Die Familie lebte vor ihrer Vertreibung nach Wien von 1920 bis November 1938 in Salzburg. Ihr Vater Max wurde am 16. Oktober 1939 in das KZ Buchenwald deportiert und am 13.5.1941 im KZ Dachau ermordet. Gisela und ihre Mutter Henriette wurden am 12. März 1941 von Wien nach Lagow und Opatow (Polen) in Ghettos deportiert, die 1942 liquidiert wurden. Die Häftlinge wurden entweder erschossen oder im Vernichtungslager Treblinka ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Helene Neuwirth, Mädchenname Ornstein, geboren am 29.9.1899 in Salzburg, war die Tochter des jüdischen Ehepaares Caroline, geborene Süss, und Luser Nisson Ornstein. Ihr Vater führte ein erfolgreiches Geschäft, das „Kleiderhaus L. Ornstein“ in der Getreidegasse, das Helene und ihre drei Brüder nach dem Tod des Vaters 1928 erbten. Helene war mit Isaak (Julius) Neuwirth verheiratet und hatte mit ihm drei Kinder. Isaak war ebenfalls am Geschäft beteiligt. Familie Neuwirth musste am 10. Mai 1938 ihr Wohnhaus räumen, einer ihrer Söhne nahm im Juni 1938 einen Zug nach Paris. Ihr Geschäftshaus erhielt im Rahmen der „Arisierung“ ihr Konkurrent und Nationalsozialist Kurt Thalhammer. Helenes Ehemann Issak Neuwirth und ihr Bruder Robert Ornstein wurden beim Novemberpogrom 1938 ins KZ Dachau deportiert und am 20. November 1938 wieder entlassen. Im Dezember 1938 wurden die jüngeren Kinder von Helene nach England gebracht. Helene und Isaak flüchteten Anfang 1939 zu ihrem Sohn nach Paris und nachdem sie am 10. Mai 1941 in Lyon ein Visum erhalten hatten, reisten sie über Spanien nach Lissabon und flogen von dort nach New York. Im November 1946 wurden sie US-Bürger*innen. 1948 wurden das Haus und das Geschäft an Helene und ihre Brüder restituiert. Helene Neuwirth starb 1982 in Lambeth, Greater London.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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| Ornstein | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Henriette (Henny) Neuwirth, geborene Engländer, wurde am 15.2.1893 in Salzburg geboren. Die Jüdin war mit Max Neuwirth verheiratet und hatte mit ihm eine Tochter, Gisela. Die Familie lebte von 1920 bis November 1938 in Salzburg, wurde dann aber nach Wien vertrieben. Ihr Ehemann Max wurde am 16. Oktober 1939 ins KZ Buchenwald deportiert und am 13.5.1941 im KZ Dachau ermordet. Henriette und ihre Tochter Gisela wurden am 12. März 1941 von Wien nach Lagow und Opatow (Polen) in Ghettos gebracht und bei der Liquidierung im Oktober 1942 entweder dort erschossen oder im Vernichtungslager Treblinka ermordet.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
|---|---|---|
| Engländer | Henny | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Max (Moses) Neuwirth, geboren am 16.6.1892 in Drohobycz (Galizien), war der jüngste Sohn von Pinkas Ornstein. Er heiratete am 15. Februar 1893 die Jüdin Henriette Engländer, mit der er eine Tochter, Gisela, bekam. Sie lebten von 1920 bis November 1938 in Salzburg, wurden dann aber nach Wien vertrieben. Max wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Salzburg von der Gestapo verhaftet und am 16. Oktober 1939 in das KZ Buchenwald deportiert, am 24. Oktober 1940 in das KZ Dachau überstellt und dort am 13.5.1941 ermordet. Seine Ehefrau Henriette und Tochter Gisela wurden am 12. März 1941 von Wien in Ghettos in Polen deportiert und bei deren Liquidierung im Oktober 1942 ermordet.
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| Max Moses Neuwirth | - |
Soldaten - Deserteure
Felix Niesewendt wurde am 18.6.1913 in Danzig geboren. Seine Eltern hießen Justine und Johannes Niesewendt. Sein Vater war Tischler von Beruf. Felix Niesewendt wurde in die Wehrmacht eingezogen und war Soldat der Gebirgs-Nachrichten-Ersatz-Abteilung 18, die dem Wehrkreis XVIII (Salzburg) unterstand. Er war gerade in der Riedenburg-Kaserne in Salzburg stationiert, als er 1940 „Fahnenflucht”, also Desertion, beging. Daraufhin wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde am 24.9.1940 auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg vollstreckt.
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NS-Euthanasie
Leopold Nobis wurde am 10.11.1881 in Überbacken bei Braunau am Inn geboren. Seine Eltern hießen Maria und Anton Nobis und sein Vater war von Beruf Zimmermann. Leopold Nobis war von Beruf Schneidermeister und lebte in der Stadt Salzburg. Er war ab Jänner 1924 Patient in der „Landesheilanstalt" Salzburg. Von dort wurde er am 17.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Religiöser Widerstand
Johann Nobis wurde am 16. April 1899 in St. Georgen bei Salzburg geboren. Nachdem er bereits am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, arbeitete er als Hilfsarbeiter in einer Salzburger Baufirma, wo er auch Kontakt zu Zeugen Jehovas hatte. Nach Kriegsbeginn 1939 wurde er einberufen, verweigerte aufgrund seiner religiösen Überzeugung aber den Dienst an der Waffe, weswegen er am 23. November 1939 vom Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt wurde. Johann Nobis wurde am 6. Jänner 1940 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
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Religiöser Widerstand
Am 15. Jänner 1910 wurde Mathias Nobis in St. Georgen bei Salzburg geboren. Vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten war er beruflich als Landarbeiter im Flachgau und in der Steiermark tätig, nach März 1938 in Salzburg-Gnigl. Vermutlich kam er durch seinen Bruder Johann in Kontakt mit Zeugen Jehovas. Im November 1939 wurde er zum Gebirgsjägerbataillon Nr. 136 eingezogen, verweigerte jedoch aufgrund seines Glaubens den Kriegsdienst, woraufhin ihn das Reichskriegsgericht in Berlin am 23. November 1939 zum Tode verurteilte. Am 6. Jänner 1940 wurde Matthias Nobis in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
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Alliierte SoldatenJugendliche explizit erwähnt
Edward Norman aus Boston/Lincolnshire, Sohn von Ernest und Grace M. Norman, stand mit 18 Jahren im Dienst der Royal Air Force. Am 25. April 1945 war er als Bordschütze mit der eingespielten britisch-kanadischen Crew (Fred Cole, Wilfred DeMarco, Edward Norman, Norman H. Johnston, Arthur Sharman, Jack Speers, Gordon Walker) an Bord der Lancastermaschine LM756 F-Freddy. Als Teil des Squadrons No. 619 flogen sie von der britischen Basis in Strubby/Lincolnshire aus einen letzten Luftangriff der RAF auf die SS-Kasernen und Hitlers Quartier am bayrischen Obersalzberg. Nach dem Bombenabwurf kam der Flieger dabei selbst unter Beschuss und stürzte im Salzburger Ort Adnet ab. Nur Cole, Sharman und Speers konnten sich durch Fallschirmabsprünge retten, die anderen Besatzungsmitglieder starben – darunter Edward Norman. Auf Ansuchen des Pfarrers Ferdinand Holzinger wurden die Verstorbenen am örtlichen Friedhof bestattet, bevor sie später nach Klagenfurt auf den britischen Soldatenfriedhof überführt wurden.
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Orte des Terrors - KZFrauen explizit erwähnt
Katharina Novotny, Jahrgang 1911, war als Schneiderin in einer Werkstätte tätig. Sie wurde von einer Arbeitskollegin denunziert und anschließend von der Gestapo verhaftet. In weiterer Folge kam es zu einer Anklage wegen “kommunistischer Mundpropaganda”. Novotny wurde aufgrund der “Vorbereitung zum Hochverrat” zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, die sie in unterschiedlichen Frauengefängnissen verbrachte und wo sie auch die Befreiung erlebte. Katharina Novotny überstand den NS-Terror, starb jedoch am 14. Juni 1945 – nur sechs Wochen nach der Befreiung Salzburgs – an den Haftfolgen. Sie wurde am Salzburger Kommunalfriedhof begraben. Vom Trauerzug ist heute noch eine Fotografie erhalten: Zu sehen sind zehn KZ-Überlebende, gekleidet in ihrer Häftlingsuniformen, die den Sarg tragen, welcher mit den österreichischen Nationalfarben bedeckt und von einem Blumenkranz samt Kruzifix dekoriert ist.
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O
Individueller Widerstand
Josef Oberlader, am 25. Oktober 1889 in Rosental geboren, war als Arbeiter bei der Firma Redlich und Berger beschäftigt. Hier soll er sich während einer Pause mit anderen Arbeitern abfällig über das NS-Regime geäußert haben, wofür er zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Gertraud Oberreiter wurde am 11. Juni 1924 in St. Johann i.P. geboren. In der Regelschule wurde das Mädchen als “geistig beeinträchtigt” eingestuft und wurde daher am 3. November 1930 in der "Anstalt für schwachsinnige Kinder” (heutige Caritasanstalt St. Anton) in Bruck im Pinzgau untergebracht. Bereits am 23. November desselben Jahren kam sie jedoch wieder zurück zu ihren Eltern. Später wurde sie in der Pflegeanstalt im Kloster Mariathal bei Kramsach in Tirol untergebracht. Die dort zuvor vom Orden der “Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul” geführte Volksschule für verwaiste Mädchen wurde von den Nationalsozialisten geschlossen und die Anstalt für die Unterbringung von Menschen, die nach nationalsozialistischer Doktrin als “lebensunwert” galten, verwendet. Gertraud Oberreiter wurde am 25. Mai 1941 zusammen mit weiteren 60 Kindern und Jugendlichen im Rahmen der “Aktion T4” in die Tötungsanstalt Hartheim gebracht und dort von den Nationalsozialisten ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Klara Oberweger wurde am 7.2.1907 in Salzburg als zweites von fünf Kindern des Ehepaars Klara und August Oberweger geboren. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Klaras Mutter starb 1930 und ihr Vater 1934. Ihre beiden Brüder verunglückten und eine Schwester verließ die Stadt vor dem sogenannten „Anschluss” 1938. Einzig Klara und ihre Schwester Karoline blieben in Salzburg. Klara konnte keinen Beruf erlernen und befand sich mehrmals in Heimen und Krankenhäusern, sodass sie letztendlich gerichtlich entmündigt wurde. Ihre Schwester Karoline wurde zu ihrer Sachwalterin bestellt. Ab Mai 1939 war Klara Oberweger stationär in der „Landesheilanstalt" Salzburg. Von dort wurde sie am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Individueller Widerstand
Der am 26. Dezember 1902 geborene Johann Oblasser geriet im Juli 1944 ins Visier der Gestapo, als bekannt wurde, dass sein Bauernhof den Goldegger Deserteueren rund um Karl Rupitsch als wichtiges Versteck diente. Nach seiner Haft in Salzburg wurde er in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Es folgten immer wieder Verlegungen, unter anderem in das KZ Natzweiler-Struthof, das KZ Buchenwald sowie in das KZ Flossenbürg. Bei einer abermaligen Verlegung konnte er flüchten und bei einer Familie im Süden Deutschlands Unterschlupf finden. Nach sechswöchigem Aufenthalt und Kriegsende kehrte er zu Fuß auf seinen Hof zurück. Johann Oblasser starb am 5. Dezember 1971.
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Die aus einer Bergbauernfamilie in Hochegg in St. Georgen stammende Elisabeth Oblasser, geborene Lechner, kam am 31. Mai 1905 zur Welt. 1936 heiratet sie den Bauern Johann Oblasser aus Taxenbach. Während der Kriegsjahre beherbergte das Ehepaar zwei Goldegger Deserteure. Bei einer Razzia wurden die Deserteure entdeckt; in weiterer Folge wurden Johann Oblasser und andere Familienmitglieder in Konzentrationslagern interniert. Aufgrund des Einwirkens des Sprengelarztes Siegfried Schernthaner sah die Gestapo aber von einer Verhaftung Elisabeth Oblassers ab. Ihr Ehemann kehrte nach der Flucht während eines Todesmarsches nur wenige Wochen nach Kriegsende in die Heimatgemeinde zurück. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Individueller WiderstandOrte des Terrors - KZ
Margarethe Oblasser wurde am 6. September 1912 in Taxenbach geboren und arbeitete in St. Johann im Pongau im Haushalt des Zementwarenherstellers Kaspar Wind. 1944 bat Wind sie, ihren Bruder um Unterschlupf für den geflohenen Karl Rupitsch zu ersuchen. Am 11. Juli 1944 wurde Oblasser wegen Unterstützung der Goldegger Widerstandsgruppe und verbotenen Radiohörens verhaftet, mehrfach verhört und misshandelt. Am 27. August 1944 deportierte man sie ins KZ Ravensbrück, wo sie als politische Gefangene die Nummer 61.365 erhielt. Im Mai 1945 wurde sie befreit und kehrte zu Fuß nach St. Johann zurück. Nach dem Krieg heiratete sie Franz Vogl. Sie starb am 16. März 2006 in St. Johann.
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Politischer WiderstandJugendliche explizit erwähnt
Franz Ofner wurde am 28.7.1921 in Salzburg-Itzling geboren. Seine Eltern hießen Christine und Wilhelm Ofner. Wilhelm Ofner war Friseurmeister und Funktionär der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des Arbeiter-Turn- und Sportvereins bis zum Verbot im Austrofaschismus 1934. Der noch junge Franz Ofner, welcher eine Friseurlehre machte, ging zur illegalen Kommunistischen Jugend. Er wurde der erste Leiter der Jugendgruppe und war als solcher im gesamten Salzburger Bundesland und im Innviertel gut vernetzt. Zusammen mit Anton Reindl leitete er die Landessektion der KPÖ. Im Februar 1941 wurde er in die Wehrmacht einberufen, zum Nachfolger ernannte man Ernst-Paul Stoiber, welcher allerdings im Oktober 1941 einberufen wurde, woraufhin Rosa Hofmann die Leitung übernahm. Die Jugendgruppe sah vom Waffengebrauch und von Sabotage ab, ihr Ziel fand sich in der Aufklärung junger Menschen über Faschismus und Krieg. Im Rahmen der Aufdeckung der illegalen Widerstandsnetzwerke Anfang 1942 gerieten auch Ofner, Stoiber und Hofmann in die Fänge der Gestapo. Am 16. Jänner 1942 wurde Franz Ofner in seiner Truppe verhaftet und in das Wehrmachtsgefängnis an der Hellbrunnerstraße in Salzburg überstellt. Er wurde am 27. Oktober 1942 vorm „Volksgerichtshof” wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” und „Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt und am 15.7.1943 in München-Stadelheim enthauptet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Die aus der Pinzgauer Gemeinde Böckstein stammende Maria Oppeneiger war Bewohnerin der Caritasanstalt St. Anton. Mit 20 Jahren wurde sie 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der “Aktion T4” ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Richard Ornstein, geboren am 24.9.1906 in Salzburg, war eines der vier Kinder des jüdischen Ehepaars Caroline, geborene Süss, und Luser Nisson Ornstein. Nach dem Tod des Vaters 1928 erbten Richard und seine Geschwister das erfolgreiche Geschäft „Kleiderhaus L. Ornstein“ in der Getreidegasse. Richard Ornstein war Kaufmann und unternahm 1930 eine sehr erfolgreiche und aufsehenerregende Geschäftsreise in die USA. Außerdem war er Mitglied der Salzburger Reitervereinigung und erfolgreicher Turnierreiter. Er war auch Schriftführer der Zionistischen Ortsgruppe, aber ohne Wissen der Öffentlichkeit. Richard Ornstein reiste noch vor dem „Anschluss“ im März 1938 nach Palästina. Das Geschäft der Familie, bereits zuvor Ziel antisemitischer Anschläge, wurde enteignet und 1948 restituiert. Richard Ornstein wurde schließlich US-Bürger und heiratete Ellen Baruch. Er starb 1971 in San Francisco.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeGestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Robert Ornstein, geboren am 5.8.1901 in Salzburg, war eines von vier Kindern des jüdischen Ehepaars Caroline, geborene Süss, und Luser Nisson Ornstein. Robert und seine Geschwister erbten nach dem Tod ihres Vaters 1928 das erfolgreiche Geschäft „Kleiderhaus L. Ornstein“ in der Getreidegasse. Robert wurde Geschäftsführer. Er hatte gesundheitliche Probleme und eine kurze Ehe mit der Jüdin Anna Marie Stein. Robert und sein Bruder Rudolf sowie ihr Schwager Isaak Neuwirth wurden im Mai 1938 von der Gestapo in „Schutzhaft“ genommen, um die Beraubung ihres Eigentums sowie ihre Vertreibung zu beschleunigen. Isaak und Robert wurden außerdem während des Novemberpogroms 1938 in das KZ Dachau deportiert und am 20. November wieder entlassen. Robert reiste sofort nach Paris und erreichte am 21. Juli 1939 New York, wo er ein Geschäft eröffnete. Er heiratete die US-Amerikanerin Adelaide Toby Williams und hatte mit ihr eine Tochter. Im Dezember 1944 wurde er US-Bürger. 1948 erhielten die Geschwister ihr Geschäft und Haus restituiert. Robert Ornstein starb 1969 in New York.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeGestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Rudolf Ornstein, geboren am 21.4.1903 in Salzburg, war eines von vier Kindern des jüdischen Ehepaars Caroline, geborene Süss, und Luser Nisson Ornstein. 1928, nach dem Tod des Vaters, erbten die Geschwister das erfolgreiche Geschäft „Kleiderhaus L. Ornstein“ in der Getreidegasse. Rudolf heiratete die Jüdin Edith (Dita) Braun aus Wien, mit der er zwei Kinder hatte. Das Ehepaar war aktives Mitglied der Zionistischen Ortsgruppe Salzburg, Rudolf sogar Vorsitzender. Rudolf wurde im Mai 1938 mit seinem Bruder Robert und Schwager Isaak Neuwirth von der Gestapo in „Schutzhaft“ genommen, um ihre Beraubung und Vertreibung zu beschleunigen. Robert konnte nach Frankreich flüchten, seine Frau und Kinder verließen erst Anfang Oktober 1938 Salzburg. Das Geschäft musste zu Gunsten ihres Konkurrenten und Nationalsozialisten Kurt Thalhammer geräumt werden. Rudolf Ortstein, seine Ehefrau Edith und seine Kinder erhielten am 14. März 1941 in Marseille ein Visum für die USA. Sie erreichten am 23. Juni 1941 die Vereinigten Staaten und wurden im August 1946 US-Bürger*innen. Das Geschäft samt ihrem Haus wurde 1948 restituiert. Rudolf kehrte 1950 noch einmal nach Salzburg zurück. 1983 starb er in New York.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Rudolf Orthner, geboren 1920 in Salzburg Stadt, bewohnte die Caritasanstalt St. Anton und wurde 1941 im Rahmen der “Aktion T4” in Hartheim ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie de 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Ingeborg Ortner wurde am 1.3.1925 in Salzburg als einziges Kind des Ehepaars Theresia und Franz Ortner geboren. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Ingeborg Ortner wurde am 10. Jänner 1939 in der „Landesheilanstalt" Salzburg stationär aufgenommen. Von dort wurde die 16-Jährige am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal331
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1003
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Rudolf Ortner wurde am 28.1.1920 in Salzburg als erstes von zwei Kindern des Ehepaars Helene und Franz Ortner geboren. Die Eltern trennten sich und 1936 zog Helene mit ihrem jüngeren Kind aus Salzburg weg. Rudolf Ortner wurde als Kind und Jugendlicher in verschiedenen Heimen in Salzburg betreut. Nach dem „Anschluss” 1938 kam er nach Mariatal bei Kramsach in Tirol. Dort befand sich ein Pflegeheim, welches durch den Orden der Barmherzigen Schwestern betreut wurde. Die Pflegeanstalt wurde durch die Visitatorin Anna Bertha Königsegg betreut, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Rudolf Ortner wurde kurz darauf am 23.5.1941 vom Mariatal nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Ursula Ortner, Jahrgang 1913, gebürtig aus Flachau, bewohnte die Caritasanstalt St. Anton. 1941 wurde sie im Rahmen “Aktion T4” 28-jährig nach Hartheim deportiert und ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Soldaten - Deserteure
Der am 24.2.1916 in Eschenau/Taxenbach geborene Peter Ottino war der uneheliche Sohn von Theresia Ottino, spätere Bürgler. Peter Ottino war Scheiberbauer in Goldegg. In den frühen Morgenstunden des 2.7.1944 umzingelte die Gestapo den Weiler Boden am Böndlsee auf der Suche nach Deserteuren. Im Kampf gegen die SS tötete Peter Ottino einige SS-Leute und wurde schließlich im Kugelhagel erschossen. Sein Leichnam wurde nach Salzburg überführt, dort eingeäschert und wahrscheinlich in der Gruft der Namenlosen bestattet.
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P
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Bella Paalen, geborene Izabella Pollak, wurde am 9.12.1881 im heutigen Ungarn in die jüdische Familie Laura, geborene Jamnitz, und Ernst Pollak geboren. Ihr Vater war von Beruf Fabrikdirektor und Repräsentant von Handelsagenturen. Die Familie lebte in Wien. Izabella studierte Gesang und wurde Sängerin. Sie trat unter dem Künstlerinnennamen Bella Paalen auf. Verschiedene Engagements brachten sie nach Graz, Wien und Salzburg. Ihre Eltern kauften ein Haus in Hofgastein, wo die Familie wiederholt zur Sommerfrische hinfuhr. In den Jahren 1936 und 1937 trat sie bei den Salzburger Festspielen auf. Nach dem „Anschluss” im März 1938 verließ Bella Paalen das nationalsozialistische Wien im Alter von 57 Jahren und emigrierte nach New York, wo sie am 13. Jänner 1939 ankam. Dort trat sie allerdings nicht mehr als Sängerin, sondern als Gesangspädagogin in Erscheinung. In den 1950er Jahren lebte sie eine Zeit lang erneut in Wien. Bella Paalen starb am 28.7.1964 in New York. Ihre Urne wurden am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Margarethe Pagitsch wurde am 24.04.1886 geboren und lebte in der Gemeinde Haiden, ein heutiger Ortsteil von Tamsweg. Am 21. Mai 1941 wurde sie von der “Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" im letzten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” von dort in die NS-"Euthanasieanstalt” Hartheim deportiert und ermordet.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Anna Pangerl wurde am 15.3.1939 in Salzburg als uneheliches Kind geboren. Sie befand sich am 31. Oktober 1940 im städtischen Kinderheim Mülln. Von dort wurde sie am 21. Juni 1941 in die „Heil- und Pflegeanstalt Am Spiegelgrund” eingewiesen. Dort wurde sie am 30. Juli 1941 von Dr. Heinrich Gross untersucht und am 5.9.1941 ermordet. Die offizielle Todesursache lautete „akute Darmentzündung”. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - Deserteure
Richard Panzenböck wurde am 23.3.1909 in Hohenberg bei Lilienfeld geboren, war verheiratet und war als Forstarbeiter tätig. Zusammen mit seiner Ehefrau hatte er mehrere Kinder. Im September 1941 wurde er zur Wehrmacht einberufen und dem Gebirgs-Pionier-Ersatz-Bataillon 82 in Salzburg zugeteilt. 1942 war er auf Fronturlaub zuhause und wurde am 20. November 1942 verhaftet, da er mehreren Personen gegenüber erwähnt hätte, dass der Krieg schon längst zu Ende sein könne, wenn nicht das Volk so blöd sei und so weiter mitmache und dass es stupide sei, dass ein Mensch die ganze Welt beherrschen wolle. Richard Panzenböck wurde aufgrund von „Zersetzung der Wehrkraft” angeklagt und am 14. Mai 1943 zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil wurde jedoch zur „Frontbewährung” ausgesetzt. Daraufhin desertierte Panzenböck und tauchte in Salzburg unter, wo er sich eine Geliebte gesucht hat, die ihn versteckt hielt. Der Fahndungsdienst der Wehrmacht suchte nach dem Deserteur und konnte ihn ausfindig machen. Eine bewaffnete Heeresstreife versuchte ihn zu überwältigen, jedoch gelang es Panzenböck, den Stabsfeldwebel zu entwaffnen und mit dessen Pistole wegzurennen. Seine Geliebte wurde verhaftet und gezwungen, Panzenböck auszuliefern. Daraufhin verabredete sie sich mit ihm beim Schloss Hellbrunn für den 11. Juni 1944, wo fünf Wehrmachtsfahnder auf ihn warteten. Es kam zu einem Schusswechsel und Panzenböck gelang erneut die Flucht, wobei er in der Brust und Bein getroffen wurde. Daraufhin soll sich der Deserteur hingekniet haben und sich selbst in die Stirn geschossen haben. Richard Panzenböck starb am 11.6.1944.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Adele Pasch – née Pollak – wurde als Tochter des jüdischen Ehepaares Julie und Josef Pollak am 13. November 1878 in Waidhofen an der Thaya geboren. Im Februar 1906 heiratete sie Friedrich Pasch, der ein Schuhgeschäft in Salzburg und weiteren Filialen in Oberösterreich leitete. Der Ehe entstammen Hans und Grete Pasch. Nach dem Tod Friedrichs im Juli 1934 führte Adele das Geschäft mit ihren Kindern fort. Da es nach dem “Anschluss” jedoch von den Nationalsozialisten enteignet wurde, war die Familie zur Flucht gezwungen. Diese führte sie über England im Juli 1940 nach New York, wo Adele Pasch 1956 in hohem Alter verstarb. Noch zu Lebzeiten wurde eine Immobilie auf der Linzer Landstraße restituiert, ihr anderes Vermögen jedoch nicht. Als einzige der Pollak-Geschwister überlebte Adele Pasch die Shoa.
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| Pollak | - |
Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Hans Pasch wurde am 23. Dezember 1906 als Sohn des Ehepaares Adele und Friedrich Pasch, Leiter eines großen Schuhhauses, geboren. Nach dem Tod des Vaters im Juli 1934 erbten die Mutter, Hans sowie seine Schwester Grete das Schuhhaus, das nach der Machterlangung der Nationalsozialisten jedoch arisiert wurde. Die jüdische Familie sah sich gezwungen, Österreich zu verlassen und floh zunächst nach England. Dort heiratete Hans Pasch die Jüdin Hilda (Mädchenname unbekannt), trennte sich wieder von ihr, fand aber später in Salzburg wieder zu ihr. Die Familie flüchtete von England aus nach New York, wo sie im Juli 1940 ankam. Hans Pasch starb 2003 in Englewood, Colorado.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Grete Pasch, geboren am 4. März 1908 als Tochter des jüdischen Ehepaares Adele und Friedrich Pasch, erbte nach dem Tod des Vaters im Juli 1934, gemeinsam mit der Mutter und ihrem älteren Bruder Hans, das renommierte Schuhgeschäft des Vaters samt den Filialen in Oberösterreich. Dieses enteigneten die Nationalsozialisten jedoch und zwangen die Familie zur Flucht. Über England floh die Familie nach New York, wo Grete Pasch 1968 starb. Noch zu Lebzeiten Gretes wurde eine Immobilie der Familie Pasch auf der Linzer Landstraße restituiert, ihr anderes Vermögen jedoch nicht.
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NS-Euthanasie
Julie Pauer, geboren am 4. April 1875 in Steyr (Oberösterreich), heiratete im Alter von 51 Jahren als Witwe in der Salzburger Pfarre Mülln den Finanzbeamten Friedrich Pauer. Das Ehepaar lebte in der Reichenhaller Straße 11 im Stadtteil Riedenburg.
Am 17. November 1936 wurde sie in die Salzburger „Landesheilanstalt für Geisteskranke“ aufgenommen und in weiterer Folge gerichtlich entmündigt. Am 21. Mai 1941 wurde sie im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion T4“ gemeinsam mit weiteren Patientinnen und Patienten von Salzburg in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet; sie war 66 Jahre alt.
Ihr Tod ist – wie bei allen Opfern dieser Geheimaktion – im Salzburger Polizeimelderegister nicht verzeichnet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Rose Pauly, geboren als Rosa Pollak, wurde am 15.3.1895 in der heutigen Tschechischen Republik als Kind des jüdischen Ehepaares Antonie, geborene Slattner, und Alexander Pollak geboren. Sie studierte in Wien Gesang und hatte viele Engagements in Wien, Wiesbaden, Köln und Salzburg. Sie nahm in dieser Zeit auch den Künstlerinnennamen Rose Pauly an. Sie war mehrmals verheiratet. Am 8.4.1931 bekam sie in Wien eine Tochter namens Margit Pauly. Ab 1932 war sie bei den Salzburger Festspielen engagiert und sang in mehreren Rollen. Ab Sommer 1937 ging sie auch international auf Konzerttournee und war wiederholt in New York auf der Bühne zu sehen. Nach dem „Anschluss” gab sie noch vereinzelt Konzerte in England, kehrte aber nicht mehr in das nationalsozialistische Österreich zurück. Ende August 1938 emigrierte sie mit ihrer Tochter Margit in die USA. In den USA heiratete sie auch ihren Lebenspartner Josef Fleischner, einen jüdischen Arzt aus Tschechien. 1946 ging die Familie in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina, wo Rose Pauly als Gesangspädagogin tätig war. Am 14.12.1975 starb sie in Tel Aviv.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria, geborene Poncelet, Peller wurde am 7.12.1871 im heutigen Tschechien in Ketzelsdorf geboren. Sie war die zweite Ehefrau des Eisenbahners Wenzel Peller. Die beiden hatten drei gemeinsame Kinder und die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Maria Peller wurde unter dem NS-Regime am 12. Jänner 1940 gerichtlich entmündigt und in der Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen. Von dort wurde sie am 18.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Penk wurde am 26. Juli 1885 in Maxglan bei Salzburg geboren. Ihre Eltern hießen Antonia und Wenzel Penk. Ihr Vater war von Beruf Gärtner und starb bereits 1903. Ihre Mutter Antonia starb 1922. Anna Penk lebte ab 1917 bei ihrer älteren Schwester Maria und deren Ehemann Franz Flaschka. Sie war von Beruf Dienstmädchen. Ab März 1939 war Anna Penk Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Rosina Permesser wurde am 3. März 1907 in Radstadt geboren. Am 16. April 1941 wurde sie mit dem ersten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” aus der “Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 NS-"Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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ZwangsarbeiterInnen
Arcangelo Pesenti wurde am 2.3.1918 in Taleggio in der Nähe von Bergamo in Italien geboren. Er war ledig und Landarbeiter, bevor er als italienischer Militärangehöriger an der Front dienen und aufseiten der Deutschen kämpfen musste. Nachdem Italien im Sommer 1943 die Seiten gewechselt hatte und nun gegen das NS-Regime kämpfte, wurde Arcangelo Pesenti in Griechenland inhaftiert und als deutscher Kriegsgefangener im September 1943 in das Arbeitslager „STALAG XVIII C” nach St. Johann im Pongau verschleppt. Ab 5. Oktober 1944 kam er als „Zivilarbeiter”, also als Zwangsarbeiter nach Salzburg in das Reichsbahnlager. Nach dem ersten Bombenangriff auf die Stadt im Oktober 1944 wurde Arcangelo Pesenti angeblich von einem Aufseher dabei beobachtet, wie er Zigaretten aus dem Schutt des getroffenen Lagers zu stehlen versucht hatte. Am 20. Oktober 1944 wurde er dafür vor ein „Sondergericht” in Salzburg gestellt und zum Tode verurteilt. Vergeblich versuchte er, dass das Verfahren wiederaufgenommen werde, und auch ein Gnadengesuch des italienischen Generalkonsuls wurde abgelehnt. Arcangelo Pesenti wurde im Alter von 26 Jahren am 31.1.1945 in München-Stadlheim durch das Fallbeil enthauptet.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Ida Petermann wurde am 29.4.1939 im heutigen Tschechien geboren und war seit 29. März 1940 im Kinderheim Bärengässchen 6 in Salzburg zur Pflege. Ihre Mutter hieß vermutlich Sara Petermann und ihr Vater Karl Weiß. Sara Petermann wurde am 28.3.1907 in Wolkenwehe in Norddeutschland geboren und war im Nationalsozialismus als Sintiza der Verfolgung ausgesetzt, weshalb sie mit ihrem Partner zunächst in die damalige Tschechoslowakei und dann weiter nach Österreich flüchtete und letztendlich in Salzburg ankam. In Salzburg wurde sie verhaftet und nach Kassel abgeschoben, wo sie „zwangsverpflichtet” und anschließend in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 6.3.1944 ermordet wurde. Ihre Tochter Ida wurde in das Kinderheim Mülln gebracht. Zunächst kannten die nationalsozialistischen Behörden die Herkunft des Kindes nicht, weswegen sie Untersuchungen einleiteten. Im Dezember 1943 konnte die Identität der vierjährigen Ida festgestellt werden. Sie wurde am 14.1.1944 in der Begleitung einer Salzburger Pflegerin in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht und dort ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die am 11.12.1988 geborene Agnes Petzlberger (Petzelsberger) war im Armenhaus in Tamsweg untergebracht, ehe sie in die “Landesheilanstalt” nach Salzburg-Lehen kam. Am 16. April 1941 wurde sie mit dem ersten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” von dort in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 “NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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NS-Euthanasie
Rudolf Peuker wurde am 28.6.1907 in Salzburg als zweites von drei Kindern des Ehepaares Maria und Josef Peuker geboren. Rudolf Peukers Eltern starben in den 1930er Jahren. Er selbst erlernte den Beruf eines Tischlers und blieb ledig. Ab Oktober 1927 war er Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Josef Pfeffer wurde am 1.1.1912 in Wien geboren und war ab 1932 Angestellter der „Wiener Städtischen Versicherung” in Salzburg. Er heiratete 1932 Margarete, geborene Eichinger und das Paar lebte in Maxglan. Josef Pfeffer war Funktionär der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und nach deren Verbot im Februar 1934 der führende Kopf des Widerstands gegen den Austrofaschismus in Salzburg. 1936 kam es zum Prozess gegen führende Mitglieder der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ), bei welchem auch Josef Pfeffer zu zehn Monaten schweren Kerkers verurteilt wurde. Nach dem Regimewechsel im März 1938 beteiligte sich Pfeffer an der organisierten Fluchthilfe für gefährdete jüdische Funktionäre der verbotenen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei aus Wien. Deswegen wurde er am 3. Juli 1938 von der Gestapo verhaftet und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” angeklagt. Am 10. Juni 1939 kam es zur Urteilsverkündung: Er wurde zu 18 Monate Gefängnis mit dem Zusatz „wegen seiner allgemein bekannten kommunistischen Haltung im KZ Oranienburg angehalten [zu werden]” verurteilt. Demnach sollte er nicht mehr freigelassen werden. Am 2. März 1940 wurde er in das KZ Sachsenhausen in der Stadt Oranienburg deportiert, wo er als Funktionshäftling für Versicherungen zuständig war. Am 6. Februar 1945 musste er zwei Kisten Versicherungsdokumente auf dem Weg in das KZ Bergen-Belsen bewachen und begleiten. Dort kam er jedoch nie an. Das Landesgericht Salzburg erklärte ihn am 10.3.1947 für tot.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Christine Pfeffer stammt aus der Pinzgauer Gemeinde Fusch und wohnte in der Caritasanstalt St. Anton. 1943 wurde sie in die Tötungsstätte “Am Spiegelgrund” nach Wien deportiert, wo sie im selben Jahr ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Soldaten - DeserteureJugendliche explizit erwähnt
Richard Pfeiffenberger wurde am 17.9.1924 in Goldegg geboren und lebte bei seinen Zieheltern Rupert und Maria Pfeiffenberger. Er diente beim Gebirgsjäger-Ersatzbataillon 137 Landeck und desertierte am 19. Mai 1944. Zurück in Goldegg schloss er sich mit seinem Freund Georg Kößner der Gruppe von Goldegger Deserteuren an. Der Verhaftungswelle im Zuge des „Sturms” vom 2. Juli 1944 konnte sich Richard Pfeiffenberger noch entziehen, doch am 12. Juli wurde er in Embach verhaftet und schwer verwundet. Am 13. September wurde er vom Kriegsgericht der Division 418 in Salzburg zum Tode und zum Verlust der Wehrwürdigkeit verurteilt. In weiterer Folge wurde Pfeiffenberger jedoch zu 15 Jahren Zuchthaus und Frontbewährung begnadigt. Am 11. Jänner 1945 wurde er zunächst in das Wehrmachtsgefängnis Bruchsal und am 23. Februar 1945 zur Feldstrafgefangenenabteilung 5 an die Ostfront gebracht. Nachdem Richard Pfeiffenberger dort in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet, verstarb er am 21.9. in einem Lager in Retschyza, das sich im heutigen Belarus befindet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Die am 27.4.1900 geborene Zäcilia Pfeiffenberger lebte bis 1935 am Gut Berndlau in Goldegg. Seit 1918 war sie wahrscheinlich infolge einer „Kopfgrippe” (Enzephalitis) an Epilepsie erkrankt. Im Jahr 1935 brachte sie ihr Bruder Johann deshalb in die „Landesheilanstalt” nach Salzburg. Am 18.4.1941 wurde sie mit dem dritten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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| Cäcilia | - |
Politischer WiderstandIndividueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Eleonore „Lore“ Pfeiffer wurde am 24. August 1906 als Tochter von Jordan und Maria Pfeiffer geboren. Sie arbeitete nach der Volksschule als Hausmädchen, anschließend in einer Imkerei, während des Zweiten Weltkriegs schließlich als Gärtnerin. Politisch nicht aktiv, aber kommunistischen Idealen nahestehend, vertrat sie eine antinazistische Einstellung und leistete immer wieder passiven Widerstand; so versteckte und beherbergte sie beispielsweise einen Deserteur, der sich auf dem Weg zur Front absetzte. Lore Pfeiffer starb am 29. Oktober 1999 vereinsamt im Krankenhaus Laufen.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Katharina Pfriemer, geborene Klimitsch, wurde am 26.9.1902 in Salzburg geboren. Ihre Eltern hießen Theresia und Karl Klimitsch. Katharina hatte drei Geschwister. Ihr Vater, der von Beruf Polizeiwachmann war, verstarb bereits 1924. Katharina erlernte keinen Beruf und war als Dienstmädchen tätig. Sie wechselte häufig ihre Arbeits- und Schlafstellen und bekam im März 1928 ein Kind, welches aber bereits im Jahr darauf starb. 1933 heiratete sie einen Hilfsarbeiter, welcher sie jedoch kurz darauf verließ. Danach lebte sie abwechselnd bei ihrer verwitweten Mutter in einem Gemeindebau und in Baracken. Anfang 1943 wurde sie von der Gestapo verhaftet und in das Polizeigefängnis gebracht. Es gab kein Gerichtsverfahren, deshalb ist davon auszugehen, dass Katharina Pfriemer denunziert wurde. Weshalb genau, ist aber bis heute ungeklärt. Ihr jüngerer Bruder Maximilian Klimitsch, welcher Polizeiwachtmeister war, wurde 1940 festgenommen, weil er den Stadtpfarrer von St. Andrä Franz Zeiss vor einer polizeilichen Durchsuchung gewarnt hatte. Er wurde in eine Strafeinheit an die Front geschickt und starb. Katharina Pfriemer wurde am 28. August 1943 in das KZ Ravensbrück deportiert und von dort in das KZ Majdanek bei Lublin im besetzten Polen überstellt. Dort wurde sie am 1.3.1944 ermordet.
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| Klimitsch | - |
Politischer Widerstand
Franz Pföss wurde am 9.12.1910 in Hallein geboren. Er war ledig und arbeitete zunächst als Hilfsarbeiter, später als Eisenbieger. Er war Mitglied des Arbeiterturnvereins der sozialdemokratischen Baugewerkschaft und schloss sich im März 1937 den Internationalen Brigaden an, um im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco und den Faschismus zu kämpfen. Ende 1937 kehrte er jedoch wieder nach Hallein zurück. Am 25. September 1939 wurde Pföss in München von der Gestapo verhaftet und am 7. Dezember 1939 in das KZ Sachsenhausen überstellt, wo er die Häftlingsnummern 5661 und 14842 erhielt. Am 27. August 1940 wurde er in das KZ Auschwitz deportiert (Häftlingsnummer 3282) und dort als Kapo der Elektriker eingesetzt. Am 7. November 1944 wurde er zur SS-Sondereinheit Dirlewanger überstellt. Aufgrund der hohen Verluste und der drohenden Niederlage rekrutierte die SS in der Endphase des Kriegs auch politische Häftlinge. Viele dieser Häftlinge versuchten, zur Roten Armee überzulaufen, und wurden bei Entdeckung von der SS exekutiert. Über das Schicksal von Pföss ab November 1944 ist nichts bekannt, ebensowenig wie sein genaues Todesdatum. Als Todestag ist der 8.5.1945 verzeichnet, der Tag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht.
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Religiöser WiderstandOpfer der NS Justiz
Johann Pichler wurde am 15.11.1899 in Pachersdorf bei Linz geboren und war von Beruf Hilfsarbeiter. Er war verheiratet mit Cäcilia Pichler, die beiden lebten aber getrennt. Johann Pichler war Teil der christlichen Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas. Ab 1928 lebte er in Salzburg. Er verweigerte aufgrund seiner religiösen Überzeugen den Kriegsdienst und wurde im September 1939 verhaftet. Am 26.9.1939 wurde er auf dem Militärschießstand in Glanegg bei Salzburg zusammen mit Josef Wegscheider, der ebenfalls Mitglied der Zeugen Jehovas war und den Kriegsdienst aus Glaubensgründen verweigerte, erschossen. Die Hinrichtung ging nicht ohne Komplikationen vonstatten, da Johann Pichler und Josef Wegscheider erklärten, dass es unnötig sei, ihnen die Augen zu verbinden, was trotzdem geschah. Als der Schussbefehl gegeben wurde, weigerten sich die anwesenden Soldaten zu schießen. Erst nach nochmaliger Aufforderung und der Androhung von Strafen wurden die beiden Zeugen Jehovas erschossen. Beim Begräbnis von Johann Pichler am 28. September 1939 waren über 150 Personen anwesend, um ihre Trauer und Anteilnahme zu bekunden. Sie ließen sich auch nicht von der Gestapo aufhalten, die versuchte, in den Ablauf des Begräbnisses einzugreifen. Diese Komplikationen führten dazu, dass fortan die meisten Hinrichtungen in deutsche Strafgefängnisse verlegt wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Barbara Pichler wurde am 21. September 1891 in Radstadt geboren. Im Zuge der “Aktion T4” wurde sie am 21. April 1941 mit dem ersten von insgesamt drei Transporten aus der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die NS-"Euthanasieanstalt” Hartheim deportiert und dort ermordet.
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| Gsenger | - |
Soldaten - DeserteureJugendliche explizit erwähnt
Ernst Pickl wurde am 13.8.1924 im Bezirk Zell am See geboren und war das jüngste von zehn Kindern des Ehepaares Anna und Alexander Pickl. Die Eltern verstarben noch vor dem „Anschluss”. Ernst Pickl war zuletzt Landarbeiter, als er 1943 zur Wehrmacht einberufen wurde. Bei einem Einsatz in Italien zur Partisanenbekämpfung entfernte sich Pickl unerlaubt von seiner Truppe. Er wurde festgenommen und zu einer dreijährigen Haftstrafe im Wehrmachtsgefängnis in Freiburg im Breisgau verurteilt. Im November 1944 gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis und er schlug sich auf einer zweimonatigen Flucht bis ins Gebirge nach Salzburg durch. Dort wurde er von Fahndenden der Wehrmacht wegen Desertion gesucht. Anfang Jänner 1945 wurde er festgenommen und vom Kriegsgericht der Division 418 am Landesgericht Salzburg am 25. Jänner 1945 zum Tode verurteilt. Sein Verteidiger ersuchte noch ein Gnadengesuch bei Heinrich Himmler, welches dieser strengstens ablehnte. Am 8.3.1945 wurde Ernst Pickl zusammen mit Georg Kößner und Wilhelm Groiss am Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg durch das „Kommando Feuer” erschossen.
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Politischer WiderstandZwangsarbeiterInnen
Pietro Pironi wurde am 22.2.1922 in Cesena, Emilia-Romagna, in Italien geboren. Seine Eltern hießen Malvina und Primo Pironi. Pietro Pironi studierte Philosophie, leistete seinen Militärdienst für das faschistische Italien und wurde nach dem Seitenwechsel Italiens am 8. September 1943 im April 1944 als „Zivilarbeiter”, also als Zwangsarbeiter nach Enns in Oberösterreich verschleppt. Tatsächlich war Pietro Pironi Aktivist in der Partisanengruppe „8a Brigata Garibaldi Romagna”. Am 3. Juni 1944 flüchtete Pietro Pironi zusammen mit weiteren fünf italienischen Kriegsgefangenen/Zwangsarbeitern Richtung Italien. Gemeinsam wollten sie über den Krimmler Tauern nach Italien gehen, wurden aber am 9. Juni 1944 von einem Gendarmen aufgehalten. Die Italiener versuchten zu flüchten, der Gendarm erschoss dabei einen von ihnen, daraufhin attackierten die restlichen Italiener den Gendarmen mit Zaunlatten. Sie wurden verhaftet und vor das Sondergericht Salzburg gestellt, wo ihnen am 2. August 1944 der Prozess gemacht wurde. Pietro Pironi wurde am 29.8.1944 in München-Stadelheim geköpft.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Die Salzburger Firma „Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als „kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter*innen aus besetzten Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung „OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Rawis Plache war einer der vier Zwangsarbeiter des Rüstungsbetriebs, welche versucht hatten zu fliehen. Sie wurden im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert. Am 20.8.1943 entschloss man sich dazu, sie im Hof der Rüstungsfabrik zwecks der Abschreckung vor der gesamten Belegschaft am Galgen zu erhängen. So starb auch der am 2.3.1925 in Rowinki in der Ukraine geborene Rawis Plache durch die Gestapo, welche die Hinrichtungen durchführte.
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NS-Euthanasie
Alois Pliesenegger (Plisenegger), geboren am 27.03.1883 in St. Michael im Lungau, war später in der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau untergebracht. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Als eines dieser NS-"Euthanasie”-Opfer wurde auch Alois Pliesenegger am 21. April 1941 nach Oberösterreich deportiert und ermordet.
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| Plisenegger | - |
Soldaten - Deserteure
Heinrich Ploderer wurde am 19.7.1916 in Niederösterreich geboren und war das jüngste von fünf Kindern des Ehepaares Amalia und Karl Ploderer. In den 1930er Jahren zog Heinrich Ploderer nach Hallein und Salzburg und war dort als Hilfsarbeiter tätig. Am 2. März 1940 heiratete er die Hilfsarbeiterin Antonia Schwarz. 1942 wurde er in die Wehrmacht eingezogen und zuletzt als Schütze einer in Slowenien stationierten Radfahrer-Kompanie tätig, welche dem Wehrkreis XVIII (Salzburg) unterstand. Heinrich Ploderer wurde im Jahr 1942 vor ein Kriegsgericht der Division 188 gestellt und wegen „Fahnenflucht” angeklagt. Das Urteil wurde als Todesurteil ausgesprochen und er wurde am 11.11.1942 auf dem Schießstand Bergisel bei Innsbruck exekutiert.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Barbara, geborene Hejlik, Ploteny wurde am 6. September 1889 in Gnigl bei Salzburg geboren. Sie war mit einem Maurer verheiratet, mit dem sie vier Kinder hatte. Barbara Ploteny war mehrmals in stationärer Behandlung und im September 1930 wurde sie als Patientin in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau aufgenommen. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigten einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Barbara Ploteny wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Hejlik | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Gertraud Plötzelsberger wurde am 26.11.1907 in Hallein geboren. Am 16.4.1941 wurde sie mit dem ersten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt" Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet.
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Politischer WiderstandZwangsarbeiterInnen
Vasco Poggesi wurde am 29.8.1922 in San Giovanni bei Arezzo in Italien geboren. Vasco Poggesi war von Beruf Elektriker, leistete seinen Militärdienst für das faschistische Italien und wurde nach dem Seitenwechsel Italiens am 8. September 1943 im April 1944 als „Zivilarbeiter”, also als Zwangsarbeiter, nach Enns in Oberösterreich verschleppt. Am 3. Juni 1944 flüchtete Vasco Poggesi zusammen mit weiteren fünf italienischen Kriegsgefangenen/Zwangsarbeitern Richtung Italien. Gemeinsam wollten sie über den Krimmler Tauern nach Italien gehen, wurden aber am 9. Juni 1944 von einem Gendarmen aufgehalten. Die Italiener wollten flüchten und der Gendarm erschoss einen von ihnen, daraufhin attackierten die restlichen Italiener den Gendarmen mit Zaunlatten. Sie wurden verhaftet und vor das Sondergericht Salzburg gestellt, wo ihnen am 2. August 1944 der Prozess gemacht wurde. Vasco Poggesi wurde von der Anklage freigesprochen, jedoch der Gestapo übergeben und am 28. September 1944 ins KZ Flossenbürg deportiert. Am 23. Oktober 1944 wurde Vasco Poggesi ins KZ Mauthausen transferiert und dort in das Außenlager Gusen verlegt, wo er am 4.2.1945 ermordet wurde.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Anna Pollak wurde am 28.12.1873 in Salzburg geboren. Ihre Eltern Adolf (Aron) und Katharina Pollak siedelten sich nach Aufhebung des Aufenthaltsverbots für Jüdinnen*Juden 1867 in Salzburg an. Anna Pollak hatte acht Geschwister und wohnte mit ihrer Familie in der Rainerstraße. Sie führte die Trödelei und Weißnäherei der Eltern weiter, nachdem diese verstorben waren. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die Geschäfte verwüstet und geplündert. Anna wurde darauffolgend in eine „Sammelwohnung“ nach Wien vertrieben und von dort aus am 28. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Am 21.9.1942 wurde Anna Pollak ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - Zwangsarbeit
Viktor Pollak wurde am 16.1.1865 in eine jüdische Prager Familie geboren. 1891 konvertierte er in Wien zum katholischen Glauben. Der begabte Musiker war vom Beruf Kapellmeister und Mitglied des Salzburger Alpenjäger-Bataillons Nr. 3. Viktor Pollak war verheiratet und hatte drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. Da Pollak zum katholischen Glauben konvertiert war, gab er bei der Registrierungspflicht aller Jüdinnen*Juden auch nicht an, ein Jude zu sein. Eine Mitbewohnerin Pollaks in der Frueaufgasse 5 hegte jedoch den Verdacht, dass es sich bei Pollak um einen „Halbjuden“ handelte, und denunzierte ihn. Daraufhin verhaftete ihn die Gestapo am 13. November 1941. Pollak wurde vorgeworfen, „Rasseschande“ betrieben zu haben, da er eine Liebesbeziehung zu seiner Vermieterin unterhielt, die „deutscher Abstammung“ war. Die Beziehung galt als Verbrechen nach dem „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“. Pollak wurde am 29. Jänner 1942 zu einer Zuchthaus-Strafe verurteilt und in ein Strafgefangenen- und Zwangsarbeitslager in Tschechien verschleppt, wo er in den Hermann Göring Sudetenländischen Treibstoff-Werken (STW) zu Zwangsarbeit gezwungen wurde. Am 14.11.1942 starb Viktor Pollak ebendort.
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ZwangsarbeiterInnenFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Maria Ponamarowa wurde am 25.5.1923 im ukrainischen Dorf Orikove geboren. Sie war verheiratet und hatte ein Kind. Im Jahr 1942 wurde sie aus der Ukraine wegen Zwangsarbeit nach Salzburg verschleppt. Als sogenannte „Ostarbeiterin” musste sie die Zwangskennzeichnung „OST” an ihrer linken Brustseite tragen und als „Hausmädchen” in einem „zuverlässigen” nationalsozialistischen Privathaushalt in der Bucklreuthstraße 15 Zwangsarbeit verrichten. Am 23.11.1942 war sie tot. Die Todesursache hieß offiziell „Selbstmord”.
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Religiöser WiderstandOrte des Terrors - Justiz
Edmund Pontiller wurde am 4. November 1889 in Dölsach in Osttirol geboren. Er trat in den Benediktinerorden ein und wirkte als katholischer Priester. Seine seelsorgliche Tätigkeit führte ihn auch außerhalb Tirols; zuletzt hielt er sich auf Schloss Szentegát in Ungarn auf.
Im Frühjahr 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet. Vorgeworfen wurden ihm „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ – Sammelanklagen, mit denen regimekritische Äußerungen strafrechtlich verfolgt wurden. Das Verfahren führte der „Volksgerichtshof“, das zentrale politische Sondergericht des NS-Staates.
Am 15. Dezember 1944 wurde Pontiller in Salzburg zum Tode verurteilt. Er wurde in das Gefängnis München-Stadelheim überstellt und dort am 9. Februar 1945 im Alter von 55 Jahren hingerichtet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Eduard Portheim wurde am 15.10.1910 in Wien in die jüdische Familie von Elisabeth und Leopold Portheim geboren. Sein Vater stammte aus der prominenten Prager Familie Ritter von Portheim und war Botaniker und Mitbegründer der Botanischen Versuchsanstalt Vivarium in Wien. Eduard Pollak erwarb 1936 den Doktortitel an der juridischen Fakultät der Universität Wien, welcher ihm 1941 aus rassistischen Gründen aberkannt wurde. Seinen Eltern und seiner Schwester Susanne gelang 1938 die Flucht nach England. Weitere Verwandte verübten Suizid, bevor sie deportiert werden konnten, oder starben in den Konzentrationslagern. Eduard Pollak lebte eigentlich in Wien, hielt sich aber bis zu seiner Deportation am 16. Oktober 1940 in Salzburg bei der Familie Junger auf, zu denen er eine Freundschaft pflegte. Pollak wurde ins KZ Dachau als Jude und „Schutzhäftling“ deportiert, am 23. Jänner 1941 ins KZ Neuengamme. Am 14. September 1941 wurde er ins KZ Dachau rückverlegt und am 23.2.1942 in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort vergast.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Elvira Posch wurde am 30.10.1912 in Lienz in Osttirol als jüngstes von zwei Kindern des Ehepaars Margarethe und Albert Posch geboren. Albert Posch war von Beruf Konditor und führte seit 1921 ein eigenes Café in der Stadt Salzburg. Elvira Posch absolvierte die Lehrerinnenbildungsanstalt der Ursulinen und wurde Volksschullehrerin. Wegen des Lehrerinnenzölibats blieb sie ledig. Unter dem NS-Regime wurde sie gerichtlich „voll entmündigt” und am 6. Juli 1939 in die Landesheilanstalt Salzburg als Patientin stationär eingewiesen. Von dort wurde sie am 21.5.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer Widerstand
Hans Pramer wurde am 10.10.1882 in St. Veit im Mühlkreis geboren und arbeitete als Eisenbahner. Er schloss sich bereits in jungen Jahren der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei an und war in Hallein viele Jahre lang SP-Funktionär in unterschiedlichen Lokal- und Bezirksorganisationen und bis 1934 Obmann der Eisenbahngewerkschaft im Bezirk Hallein. Ab 1934 war er ebenfalls Teil der illegalen Gewerkschaftsbewegung und der „Revolutionären Sozialisten”. Nach dem sogenannten „Anschluss” Österreichs setzte er seine Widerstandstätigkeit fort. Am 22. Februar 1942 wurde er verhaftet und wegen Hochverrats zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde ins Zuchthaus Landsberg gebracht, wo er am 29.5.1943 den Tod fand.
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NS-Euthanasie
Georg Max Prechtl wurde am 2.9.1893 in Julbach in Bayern geboren. Er war verheiratet mit Johanna Prechtl und gemeinsam hatten sie eine Tochter und zwei Söhne. Prechtl war von Beruf Schlosser und Werkmeister. Die Familie lebte ab 1919 in der Stadt Salzburg. Seine Tochter Maximiliane starb bereits 1930 im Alter von 10 Jahren an Diphterie. Georg Max Prechtl war ab 9. Juni 1937 Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Josef Prentner, geboren 1924, stammt gebürtig aus dem oberösterreichischen Pichl bei Windischgarsten. Er war in der Caritasanstalt St. Anton untergebracht und wurde 1941 nach Niederhart – das heutige Kepler Universitätsklinikum Linz – deportiert, wo man ihn 1941 ermordete. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Politischer Widerstand
Robert Preußler, geboren am 26. August 1866, war der erste sozialdemokratische Landtagsabgeordnete in Salzburg. Preußler erlernte nach der Volksschule das Glasbläsergewerbe und schloss sich schon früh der Arbeiterbewegung an. Durch seine Aktivitäten im Arbeiterbildungsverein des Isergebirges lernte er namhafte deutsch-böhmische Vertreter der Arbeiterbewegung kennen. Einer Anklage wegen Hochverrats und Geheimbündelei folgte die einjährige Haft in Prag, nach der er seine politische Tätigkeit wieder aufnahm. Gemeinsam mit Josef Witternig baute er die Salzburger Wacht zu einer Tageszeitung auf und wurde in der Ersten Republik schließlich in den Nationalrat gewählt. Darüber hinaus war er im Bundesrat tätig, kehrte aber schließlich nach Salzburg zurück und wurde zum Landeshauptmannstellvertreter ernannt. Gemeinsam mit Franz Rehrl war Preußler am Bau der Gaisbergstraße und der Großglockner Hochalpenstraße beteiligt. Eine erneute Verhaftung erfolgte während der Zeit des Austrofaschismus: 1934 saß er wegen seiner politischen Aktivitäten in Haft. Auch während der NS-Zeit wurde er verfolgt, was auch zu einem Pensionsentzug führte. Robert Preußler starb am 16. Februar 1942 in Salzburg.
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| Preussler | Link |
ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Die Salzburger Firma „Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als „kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter*innen aus besetzten Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung „OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Nikolaj Prilipa wurde am 5.5.1924 in Rowinka in der Ukraine geboren und zu Zwangsarbeit nach Salzburg verschleppt. Er war eine Zeit lang im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert und wurde am 4. September 1943 in das Konzentrationslager Dachau überstellt und dort als „Schutzhäftling R”, also als „Russe”, registriert. Er wurde weiters am 26. September 1944 in das KZ Buchenwald und am 30. September 1944 in das KZ Mittelbau-Dora überstellt, wo man ihn am 26. Januar 1945 im Arbeitslager Emmi registrierte. Am 4. April 1945 wurden alle noch lebenden Häftlinge auf einen Todesmarsch in das KZ Bergen-Belsen getrieben. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
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Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Agnes Primocic, geborene Reinthaler, wurde am 30.1.1905 in Hallein geboren und arbeitete ab ihrem 16. Lebensjahr in der Halleiner Zigarren- und Tabakfabrik. Mit 25 Jahren begann sie als Gewerkschafterin und Betriebsrätin für bessere Arbeitsbedingungen in der Fabrik zu kämpfen. Bereits während des Austrofaschismus leistete Primocic aktiven politischen Widerstand und schloss sich der 1933 verbotenen KPÖ an. Nachdem sie versucht hatte, einen Streik in der Fabrik zu organisieren, wurde sie entlassen. Schon vor dem „Anschluss" Österreichs wurde Primocic wiederholt verhaftet und verbrachte insgesamt ein Jahr in Haft. Auch nach 1938 wurde Primocic aufgrund ihres politischen Engagements mehrfach von der Gestapo verhört, geschlagen und bis 1945 weitere drei Mal inhaftiert. Primocic blieb in den Jahren bis 1945 unbeirrbar weiterhin im politischen Widerstand aktiv. Sie unterstützte andere Widerstandskämpfer*innen, engagierte sich für die Rote Hilfe, die Angehörige politisch Verfolgter unterstützte, und half im Sommer 1943 dem oberösterreichischen Widerstandskämpfer Sepp Plieseis bei seiner Flucht aus dem KZ. Auch 1944 gelang es zwei weiteren Gefangenen mit ihrer Hilfe, aus dem Lager in Hallein zu fliehen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Agnes Primocic politisch aktiv, unter anderem für die KPÖ Salzburg. Als Stadträtin setzte sie sich für den Ausbau von Kindergärten und die sozialen Rechte der Bevölkerung ein. Ab 1984 berichtete Primocic öffentlich als Zeitzeugin über ihre Widerstandstätigkeit. Sie verstarb am 14.4.2007 in Hallein.
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NS-Euthanasie
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Soldaten - DeserteureJugendliche explizit erwähnt
Georg Prodinger wurde am 24.6.1924 in Leopoldskron geboren und lebte bei seinen Eltern in der Stadt Salzburg. So wie sein Vater war er von Beruf Hilfsarbeiter. Als 19-Jähriger wurde er 1943 in die Wehrmacht einberufen und dem Ersatz-Bataillon Nr. 1 des Gebirgsjäger-Ersatz-Regiments 137 zugeteilt. Georg Prodinger wurde am 18. November 1943 vom Kriegsgericht der Division 418 wegen „Fahnenflucht” zum Tode und zum Verlust der Wehrwürdigkeit verurteilt. Er wurde am 25.1.1944 in München-Stadlheim geköpft. Die Gründe für seine Desertion sind aufgrund der schwierigen Quellenlage nicht überliefert.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Prodinger wurde am 9.9.1914 in der Stadt Salzburg geboren. Sie absolvierte eine Lehre als Modistin und arbeitete als Haushälterin. Im Alter von 20 Jahren erkrankte sie an Schizophrenie und wurde in die Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Während ihres Aufenthalts erhielt sie regelmäßig Besuch von der Familie. So auch am 16. April 1941, jedoch wurde ihnen der Einlass in die Klinik verwehrt, da an diesem Tag der erste Deportationstransport von Patient*innen in die Tötungsanstalt Hartheim ging. Maria Prodinger wurde selbst am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Ihre Eltern wurde von den NS-Behörden darüber informiert, dass Maria „aus mit der Reichsverteidigung im Zusammenhang stehenden Gründen” in eine vergleichbare Anstalt verlegt wurde, wo sie zwei Wochen später an „akuter Miliar-Tuberkulose" gestorben sei, um die tatsächlichen Gründe ihres Verschwindens zu vertuschen.
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Orte des Terrors - KZ
Hans Prodinger wurde am 14. November 1887 in Villach geboren. Die Kaufmannslehre absolvierte er zwischen 1901 und 1904 in Salzburg. Anschließend war er als Handelsangestellter tätig. Aufgrund des Berufs verbrachte er viel Zeit in Klagenfurt, Innsbruck, aber auch in Zürich und Deutschland. Seine politische Laufbahn begann er 1919 als Salzburger Landtagsabgeordneter in der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP), einer völkisch-rassistischen und antisemitischen Partei, die in den 1920er Jahren auch mit der NSDAP in Deutschland kooperierte und sich bis 1930 in mehrere Splitterparteien spaltete. Prodinger wechselte Ende der 1920er Jahre in die Großdeutsche Volkspartei (GDVP), für die er zwischen 1928 und 1934 im Nationalrat saß. Aus der DNSAP heraus entstand auch der österreichische Ableger der NSDAP. Aufgrund seiner politischen Ansichten wurde Prodinger nach dem “Anschluss” 1938 verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er am 5. September 1938 ermordet wurde.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Anna Prähauser, geborene Pichler, wurde am 6.8.1902 in Großgmain geboren. Sie war verheiratet mit Anton Prähauser, welcher von Beruf Eisenbahner war. Gemeinsam lebten sie in der Stadt Salzburg. Beide waren während des NS-Regimes Mitglieder der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), Anna Prähauser war zudem Mitglied einer kommunistischen Frauengruppe. Die Gestapo verhaftete Anna und Anton Prähauser im Jänner 1942. Gegen Anna Prähauser wurde kein Gerichtsverfahren geführt, sie wurde direkt ins KZ Auschwitz deportiert, wo sie am 16.10.1942 ermordet wurde. Ihr Ehemann wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” am 9. Juli 1943 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt und überlebte das NS-Regime. Er starb in Salzburg 1984.
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| Pichler | - |
Politischer Widerstand
Franz Pöttinger wurde am 8.1.1907 in Neukirchen bei Braunau am Inn geboren und war das zweite von vier Kindern des Ehepaares Maria, geborene Schießl, und Franz Pöttinger. Die Familie zog 1923 nach Salzburg und Franz Pöttinger erlernte das Müllerhandwerk, war aber dann als Bauarbeiter tätig. Nach der Weltwirtschaftskrise war er länger arbeitslos und zog als Untermieter in das Gasthaus Weiserhof, das in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof liegt und ein beliebter Treffpunkt von Arbeitern und speziell Eisenbahnern war. Er arbeitete ab 1938 im Telegrafenamt der Deutschen Reichspost und kam so in Kontakt mit Anton Reindl, welcher Aktivist der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) war. Als Anfang 1942 das illegale Widerstandsnetzwerk der KPÖ und der Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ) durch die Gestapo aufgedeckt werden konnte, wurde auch Franz Pöttinger am 7. April 1942 verhaftet. Er bestritt bei seinem Verhör, jemals Mitglied der illegalen KPÖ gewesen zu sein, und sagte aus, er habe lediglich Zahlungen an einen Unterstützungsverein für Hinterbliebene geleistet. Die Gestapo behauptete, er wurde 1941 durch Anton Reindl angeworben, zahlte Mitgliedsbeiträge und bezog kommunistische Flugschriften. Ab dem 22. Mai 1942 war Franz Pöttinger in der Haftanstalt Salzburg und wurde bei einem Prozess am 3. November 1942 wegen „hochverräterischer Betätigung” zum Tode verurteilt. Franz Pöttinger wurde trotz Gnadengesuche seiner Vermieterin, der Wirtin Käthe Sporrer, und seiner Schwester Anna Kainberger am 19.4.1943 in München-Stadelheim enthauptet. Seine Leiche wurde dem Anatomischen Institut der Universität Würzburg überführt.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Johann Pöttler wurde am 30.1.1910 in Radstadt geboren und war Bediensteter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Er wohnte ab 1929 in Salzburg und heiratete 1939 eine Frau aus Michaelbeuern, die am 23.1.1942 ein Kind bekam. Franz Pöttler war Mitglied eines antidemokratischen Wehrverbands sowie zunächst auch der „Vaterländischen Front”, ab 1939 war er NSDAP-Mitglied. Im Frühjahr 1941 kam er in Kontakt mit Aktivisten der kommunistischen Widerstandszelle rund um Franz Aschenberger. Johann Pöttinger trat der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) nach einigem Zögern und vermutlich aus Verärgerung über das NS-Regime bei und hatte die Funktion eines Zellenkassiers und Mitgliedswerbers. Anfang 1942 wurden die widerständigen Netzwerke durch einen Spitzel der Gestapo infiltriert und aufgedeckt. Johann Pöttler wurde ebenfalls verhaftet und am 31. Mai 1942 mit einem Sammeltransport ins KZ Dachau deportiert. Am 1. Oktober 1942 wurde er in das Strafgefängnis des „Volksgerichtshofs” in Berlin-Plötzensee überstellt und am 15. Dezember 1942 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Am 1.6.1943 wurde er enthauptet.
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R
Religiöser WiderstandKZ Opfer
Anton Rafetseder wurde am 2. Januar 1908 in Freienstein bei Melk geboren und war als Bäcker tätig. Er war verheiratet mit Emma und gemeinsam bekamen sie am 4. März 1939 in Salzburg eine Tochter namens Emma. Die Familie war Mitglied der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Anton Rafetseder verweigerte den Kriegsdienst aus Glaubensgründen und wurde am 2. März 1940 in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert und dort am 29. April 1940 ermordet. Seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter überlebten das nationalsozialistische Regime.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Gertraud Raffetseder wurde am 4. Februar 1925 im oberösterreichischen Amstetten geboren. Bereits im Oktober 1934 wird sie in der Caritasanstalt St. Anton aufgenommen. Von dort aus wird sie 1942 in die Landesheilanstalt Mauer-Öhling überstellt, wo sie am 10. Juni 1944 stirbt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Im Lager zur Welt kam auch Engelbert Raiminius, nämlich am 7. Februar 1942. Seine Eltern waren Maria Raiminius und Karl Eberle. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder, Engelbert und seinen Bruder Wilhelm. Aus vorherigen Partnerschaften brachten beide aber weitere Kinder in die Ehe. So stammen Angela, Franz, Xaver und Otto aus Karl Eberles erster Beziehung, während Otto und Karl aus der ersten Partnerschaft von Maria Raiminius stammen. Darüber hinaus hatte das Ehepaar fünf Pflegekinder: Alma, Alois, Anna, Josef, Wilhelm und Renate Maria. Alle Mitglieder der Großfamilie sowie die Großeltern wurden in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Einzig Karl Eberle überlebte das Vernichtungslager, da er 1943 in ein Zwangsarbeitslager überstellt wurde. Engelbert Raiminius erkrankte an Noma, einer Erkranung der Schleimhäute, die zu schmerzhaften Geschwüren führte. Im Vernichtungslager Auschwitz war Raiminius auch Opfer des Arztes Josef Mengele, der vor seinem Tod am 4. November 1943 Experimente mit ihm durchführte. Nach dem Kriegsende kehrte der Vater als einziger Überlebender der Familie nach Salzburg zurück.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Im Lager geboren wurde auch Wilhelm Raiminius, nämlich am 7. Juli 1940. Seine Eltern waren Maria Raiminius und Karl Eberle. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder, Engelbert und seinen Bruder Wilhelm. Aus vorherigen Partnerschaften brachten beide aber weitere Kinder in die Ehe. So stammen Angela, Franz, Xaver und Otto aus Karl Eberles erster Beziehung, während Otto und Karl aus der ersten Partnerschaft von Maria Raiminius stammen. Darüber hinaus hatte das Ehepaar fünf Pflegekinder: Alma, Alois, Anna, Josef, Wilhelm und Renate Maria. Alle Mitglieder der Großfamilie sowie die Großeltern wurden in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Einzig Karl Eberle überlebte das Vernichtungslager, da er 1943 in ein Zwangsarbeitslager überstellt wurde. Sein Sohn Wilhelm Raiminius wurde am 16. November 1943 ermordet. Nach dem Tod seiner Familienangehörigen kehrte Karl Eberle nach Salzburg zurück.
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Gestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Charin Ramakers, geborene Leclercq, kam am 18. April 1919 in Gembloux, Belgien, zur Welt. Gemeinsam mit ihrem Mann Georges hielt sie sich im Frühjahr 1945 in Salzburg auf. Am 25. April 1945, kurz vor der Befreiung der Stadt, wurde das Ehepaar von der Gestapo verhaftet und in den Verhörkeller des beschlagnahmten Franziskanerklosters gebracht. Dort wurden beide brutal ermordet; ihre Leichname warf man in die Salzach. Zeugenaussagen deuten auf Raub als Motiv hin, möglicherweise auch auf den Versuch, mögliche Belastungszeugen auszuschalten. Das Verbrechen blieb ungesühnt, die Täter konnten fliehen.
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| Leclerq | - |
Gestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Georges Ramakers wurde am 16. Juli 1920 in Liège (Lüttich) geboren. Zusammen mit seiner Frau Charin lebte er 1945 in Salzburg, als beide in die Gewalt der örtlichen Gestapo gerieten. Am 25. April 1945 wurden sie im Bunker des beschlagnahmten Franziskanerklosters getötet. Ihre Körper warf man in die Salzach, wo sie spurlos verschwanden. Zeitzeugen berichten von Raub als Tatmotiv; zudem könnte das Paar als Belastungszeugen beseitigt worden sein. Trotz einer Anzeige 1947 wurde niemand verurteilt – die Haupttäter entzogen sich durch Flucht der Justiz.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Albert Rangetiner aus Bramberg am Wildkogel verbrachte hatte in der Caritasanstalt St. Anton gewohnt, bevor er 1941 im Rahmen der “Aktion T4” nach Hartheim deportiert und dort ermordet wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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KZ OpferOpfer des Faschismus
Hubert Ranzenberger wurde am 15. Februar 1901 in Münzkirchen, Oberösterreich, geboren und war vom Beruf her Schlosser und Mechaniker. Er war Mitglied der im Mai 1933 verbotenen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Bis September 1934 lebte er in Kitzbühel und erhielt dort wegen seiner politischen Tätigkeiten ein Aufenthaltsverbot, worauf er nach Salzburg kam und dort Organisator der KPÖ mit dem Decknamen “Kern” war. Bei dem im Juni 1936 geführten Kommunistenprozess am Landesgericht Salzburg wurde auch Hubert Ranzenberger zu einer Haftstrafe verurteilt. Im Juni 1937 erhielt er auch ein Aufenthaltsverbot für Salzburg und reiste im Juli 1937 nach Spanien, um dort mit den Internationalen Brigaden gegen das faschistische Franco-Regime zu kämpfen. Nach dem Sieg des Franco-Regimes 1939 flüchtete er nach Frankreich und wurde dort interniert. Nach der Besetzung Frankreichs durch das NS-Regime wurde Ranzenberger in das Konzentrationslager Dachau deportiert und dort am 6. Oktober 1941 als “Rotspanier” registriert. Am 28. Januar 1944 wurde er nach Lublin und in das KZ Majdanek überstellt, um dort als Schlosser und Mechaniker die ermordeten jüdischen Häftlinge zu ersetzen. Er war im Zwangsarbeiter im KZ-Außenlager Lipowa-Straße, das zur SS-Wirtschaftsgruppe Deutsche Ausrüstungswerke (DAW) gehörte. Ranzenberger wurde auf einem Todesmarsch Richtung KZ Auschwitz geschickt und dort registriert. Hubert Ranzenberger starb im KZ Auschwitz. Die Spanienkämpfer waren Freiwillige aus vielen Ländern, so auch ca. 1.400 Personen aus Österreich, die nach Spanien reisten, um die Spanische Republik nach dem Franco-Putsch zu verteidigen. Die Freiwilligen sahen ihren Beitrag im Kampf gegen den Faschismus, der sich über ganz Europa auszubreiten schien. Viele der Spanienkämpfer wurden nach ihrer Rückkehr nach Österreich durch die Nationalsozialisten verfolgt.
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NS-Euthanasie
Rudolf Raspotnig wurde am 15. April 1906 in Salzburg als älteres von zwei Kindern des Ehepaares Anna und Simon Raspotnig geboren. Sein Vater war von Beruf Schuhmachermeister. Rudolf Raspotnig machte eine Handelslehre und war bis zu seiner Erkrankung Angestellter. Im März 1929 wurde er als Patient in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Rausch wurde am 16. Juni 1906 in Lamprechtshausen in der Nähe von Salzburg geboren. Sie war von Beruf Dienstmädchen und lebte bei der Familie Aurelia und Rudolf Spängler in der Getreidegasse in Salzburg. Ab Oktober 1932 war sie Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Marie Rauter wurde am 31. Dezember 1900 in Salzburg als jüngstes von drei Kindern des Ehepaares Katharina und Josef Rauter geboren. Marie Rauters Vater war von Beruf Fleischhauer. Er starb bereits 1926 und Maries Mutter starb 1940. Marie konnte keinen Beruf erlernen und arbeitete als Stubenmädchen im Betrieb ihres Bruders. Am 26. Oktober 1929 war sie Patientin in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau aufgenommen worden. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Marie Rauter wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnen
Andreas Rehrl wurde am 1. Dezember 1899 in Bischofshofen geboren und war Eisenbahner. Er war verheiratet und hatte drei minderjährige Kinder. Über weitere biografische Daten ist bis dato nichts bekannt. Karl Böttinger, Matthias Holzer und Andreas Rehrl waren unter dem NS-Regime im Gefangenenhaus des Landesgerichts Salzburg inhaftiert und wurden zu Zwangsarbeit genötigt. Sie mussten unter anderem nach Bombenangriffen den Schutt aufräumen und Bomben bergen und entschärfen. Am 17. November 1944 starben die drei beim Versuch eine Zeitzünderbombe am Max-Ott-Platz zu entschärfen.
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KZ OpferOpfer der NS Justiz
Franz Rehrl wurde am 4. Dezember 1890 in Salzburg geboren und war von 1922 bis 1938 Landeshauptmann von Salzburg. Rehrl studierte in Wien Rechtswissenschaften und er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung “Austria Wien” sowie im österreichischen Cartellverband (CV). 1918 heiratete er Maria Opferkuch und die beiden hatten zwei Töchter. Rehrl engagierte sich stark in der Christlichsozialen Partei. Im Jahr 1919 avancierte er mit nur 28 Jahren zum Landeshauptmann-Stellvertreter. Am 4. Mai 1922 wurde Franz Rehrl zum Landeshauptmann, nach einem antisemitisch geführten Wahlkampf, gewählt. Nach dem Umbau der österreichischen Demokratie zum Austrofaschismus blieb Franz Rehrl ungebrochen im Amt, während viele seiner sozialdemokratischen Kollegen nun gezielt Opfer austrofaschistischer Verfolgung wurden. Nach dem “Anschluss” im März 1938 wurde Franz Rehrl seines Amts als Landeshauptmann enthoben. Am 6. September 1939 kam das Gerücht auf, Rehrl habe Steuern hinterzogen, weswegen ein Prozess vorbereitet wurde. Rehrl wurde ein Jahr lang inhaftiert und im August 1941 freigesprochen. Zusätzlich zur öffentlichen Diffamierung wurden sein Haus und Besitz “arisiert”. Am 25. Juli 1944 wurde Rehrl erneut in Zell am Ziller verhaftet, nach Salzburg gebracht und dort von der Gestapo verhört. Am 19. August 1944 wurde er nach Berlin-Moabit transferiert und in das KZ Ravensbrück deportiert. Er war politischer Gefangener des Sonderkommandos “20. Juli” unter der Führung von Ernst Kaltenbrunner, das nach dem missglückten Anschlag auf Hitler ins Leben gerufen wurde. Rehrl wurde vom KZ Ravensbrück im April 1945 in die Strafanstalt Berlin-Moabit überstellt und wartete auf seinen Prozess. Tatsächlich wurde Berlin durch die Rote Armee befreit und Rehrl kam frei. Er starb am 23. Januar 1947 an den Folgen der Haft und Krankheit.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal372
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal572
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal585
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NS-Euthanasie
Johann Rehrl wurde am 17. Mai 1874 in Salzburg geboren und war der Sohn des Ehepaares Elisabeth und Peter Rehrl. Am Juli 1919 war Johann Rehrl als Patient in der Landesheilanstalt Salzburg stationär untergebracht. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Anna Reindl, Mädchenname Hofer, wurde am 14. Mai 1903 in Krimml geboren. Sie war mit Anton Reindl verheiratet, das Paar lebte in Salzburg. Am 5. August 1927 kam der gemeinsame Sohn Anton auf die Welt. Anna Reindl leitete ab 1940 eine illegale kommunistische Frauengruppe, in welcher auch Rosa Hofmann Mitglied war. Die Frauen trafen sich geheim für Diskussionen, Schulungsvorträge, sammelten Geld für Familien in Not und verteilten Flugschriften, welche sich gegen Krieg und Faschismus richteten. Ihr Mann Anton Reindl leitete die illegale Landesorganisation der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Nachdem Anfang 1942 ein Spitzel der Gestapo in das Widerstandsnetzwerk eingeschleust wurde, wurden alle Aktivisten und Aktivistinnen aufgedeckt. Anna Reindl wurde am 26. Januar 1942 verhaften und im März 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort wurde sie am 24. August 1942 ermordet. Ihr Sohn Anton versuchte nach dem gewaltvollen Tod beider Eltern nach Amerika zu flüchten, wurde aber an der Grenze verhaftet und zurück nach Salzburg gebracht, wo man ihn unter die Vormundschaft des Stadtjugendamtes stellte. Die Behörden verfolgten nun das Ziel, ihn in die Staatserziehungsanstalt Rebhof in Bayern zu schicken, da er den HJ-Dienst verweigerte, eine Clique von Jugendlichen um sich scharte, die gemeinsam Jazzmusik hörte und er zudem geäußert haben soll dass er seine Eltern rächen würde. Bei der Überstellung entwich Anton, wurde aber wieder aufgegriffen und am 8. oder 11. Mai 1944 in das Jugend-KZ Moringen in Niedersachsen deportiert, welches einen eigenen Stapo-Block für politisch-oppositionelle Jugendliche, Kommunisten und Mitglieder der Swing-Jugend führte. Dort wurde er am 9. April 1945 befreit. Er starb 1979 in Salzburg.
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| Hofer | - |
Politischer Widerstand
Anton Reindl wurde am 18. Dezember 1903 in Salzburg-Itzling geboren und war als Monteur beim Telegrafenbauamt der Stadt Salzburg tätig. Er war verheiratet mit Anna, geborene Hofer und gemeinsam bekamen sie am 5. August 1927 einen Sohn, welchen sie Anton nannten. Anton Reindl war Organisator des illegalen kommunistischen Widerstandes in Salzburg und nach Franz Ofner der Leiter der illegalen Landesorganisation der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Das Widerstandsnetzwerk verteilte Flugschriften, klärte mit antifaschistischen Schulungen auf und sammelte Unterstützungsgelder. Anfang 1942 wurde das Netzwerk durch einen Gestapo Spitzel infiltriert und aufgedeckt. Anton Reindl sowie Anna Reindl, die ab 1940 die illegale Frauengruppe der KPÖ leitete, wurden am 26. Januar 1942 verhaftet. Am 6. April 1943 wurde Anton Reindl vom “Volksgerichtshof” wegen “Zersetzung der deutschen Wehrkraft in Verbindung mit landesverräterischer Begünstigung des Feindes und Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilet. Er wurde am 8. Juli 1943 in München-Stadelheim enthauptet. Sein Sohn Anton versuchte nach dem gewaltvollen Tod beider Eltern nach Amerika zu flüchten, wurde aber an der Grenze verhaftet und zurück nach Salzburg gebracht, wo er unter die Vormundschaft des Stadtjugendamtes gestellt wurde. Dort wurde vorgeschlagen, ihn in die Staatserziehungsanstalt Rebhof in Bayern zu schicken, da er den HJ-Dienst verweigerte, eine Clique von Jugendlichen um sich scharte, die gemeinsam Jazzmusik hörte und er zudem geäußert haben sollte, dass er seine Eltern rächen würde. Bei der Überstellung entwich Anton, wurde wieder aufgegriffen und am 8. oder 11. Mai 1944 in das Jugend-KZ Moringen in Niedersachsen deportiert, welches einen eigenen Stapo-Block für politisch-oppositionelle Jugendliche, Kommunisten und Swing-Jugend führte. Dort wurde er am 9. April 1945 befreit. Er starb 1979 in Salzburg.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Jakob Reinhardt wurde am 3. März 1941 in Salzburg geboren. Seine Mutter hieß Wilhelmine Reinhardt, welche 1920 in Ettishofen bei Ravensbrurg zur Welt kam. Gemeinsam mit ihrem Sohn Jakob wurde sie in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde ihr Sohn am 19. Mai 1943 ermordet. Sie wurde 1944 in das KZ Ravensbrück überstellt und überlebte den Nationalsozialismus.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Max Reinhardt wurde als Max Goldmann am 9. September 1873 in Baden bei Wien in die jüdische Familie Rosa und Wilhelm Goldmann geboren. Die Familie hatte insgesamt sieben Kinder. Schon ab 1890 begann er sich Max Reinhardt zu nennen und trat als Schauspieler, Intendant sowie Theaterregisseur in Erscheinung. Im Jahr 1904 erfolgte die offizielle Namensänderung zu Max Reinhardt. Nach mehreren Engagements in Salzburg und Wien ging der talentierte Schauspieler und Regisseur nach Berlin, wo er eine große Karriere machen konnte. Im April 1918 erwarb Max Reinhardt das ehemalige Sommerschloss der Fürsterzbischöfe von Salzburg Schloss Leopoldskron. Er renovierte und baute das verwahrloste Gebäude teilweise um. Im Garten des Schlosses wurden im Sommer auch Theateraufführungen gezeigt. Im Jahr 1920 gründete er die Salzburger Festspiele und führte am 22. August 1920 am Domplatz die Uraufführung des Jedermanns von Hugo von Hofmannsthal auf. Die Salzburger Festspiele gelten heute als großer Wirtschafts-, Kultur- und Tourismusmagnet und sind untrennbar mit der Stadt verbunden. Bereits im Jahr 1930 wurde der Platz vor dem alten Festspielhaus nach Max Reinhardt benannt. Im Jahr 1933 musste er die Stadt Berlin endgültig verlassen, da er durch die Machtübernahme der NSDAP nun gezieltes Opfer von Verfolgung und Ausgrenzung wurde. Im Jahr 1934 wurden in Salzburg mehrere Orte Ziel nationalsozialistischer „illegaler“ Terrorakte. Dabei kam es auch zu Anschlägen auf das Schloss Leopoldskron, den Palais der Erzbischöfe, das Festspielhaus sowie das Kaufhaus Ornstein. Schloss Leopoldskron wurde durch ein Bombenattentat beschädigt, die daraufhin verhafteten Tatverdächtigen, allesamt Nachbarn Max Reinhardts, wurden in der Folge „außer Verfolgung gesetzt“. Aufgrund der zunehmenden Repressalien reiste Max Reinhardt 1934 in die USA und beantragte am 21. Mai 1935 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, die er mit 29. November 1940 tatsächlich bekam. Im Sommer 1937 führte Reinhardt die letzten Inszenierungen bei den Salzburger Festspielen durch, bevor er mit 14. Oktober 1937 endgültig nach New York emigrierte. Eine Biografie über Max Reinhardt wurde am 30. April 1938 bei der Bücherverbrennung in Salzburg verbrannt. Sein Besitz, darunter das Schloss Leopoldskron, wurde am 25. April 1938 von der Gestapo beschlagnahmt und Anfang 1940 „arisiert“. Er versuchte über das Schicksal seiner Verwandten und Freund*innen in Europa Informationen zu erhalten, da diese aber schwer zu bekommen waren, litt er an der Ungewissheit über deren Schicksal. Max Reinhardt starb am 31. Oktober 1943 in New York. Er konnte in den USA nicht mehr an seine erfolgreiche Karriere in Berlin, Wien und Salzburg anknüpfen.
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| Max Goldmann | Link |
Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferJugendliche explizit erwähnt
In Salzburg befand sich zwischen 1940 und 1943 im Widerspruch zu seinem Namen “Zigeunerlager Maxglan” ein Zwangslager im Stadtteil Leopoldskron-Moos, in welchem Roma und Romnja und vor allem Sinti und Sintizze festgehalten wurden. In diesem Zwangslager wurden 18 Kinder geboren, welche im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Walter Reinhardt wurde am 26. Oktober 1942 im Zwangslager geboren. Seine Mutter hieß Wilhelmine Reinhardt und sein Vater Karl Winter. Karl Winter wurde im KZ Mauthausen-Gusen ermordet. Walter Reinhardt kam zusammen mit seiner Mutter in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dort wurde er am 6. Mai 1943 ermordet. Seine Mutter wurde 1944 in das KZ Ravensbrück überstellt und überlebte den Nationalsozialismus.
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Politischer Widerstand
Der Maschinenschlosser Karl Reinthaler kam am 18. September 1913 in Villach zur Welt. Aufgrund der Wirtschaftskrise arbeitslos, ging er meist Gelegenheitsjobs nach. Bald knüpfte er Kontakte zu den Kinderfreunden, zur sozialistischen Gewerkschaftsbewegung und zur Sozialistischen Partei Österreichs. Seine regelmäßigen Spenden an die „Rote Hilfe“ wurden ihm 1942 zum Verhängnis. Reinthaler wurde verhaftet und zu sechs Jahren Zuchthaus sowie zum Verlust aller bürgerlichen Rechte verurteilt. Bis zur Befreiung durch die Allierten 1945 verbrachte Karl Reinthaler seine Haftzeit in Amberg in der Oberpfalz. Nach dem Kriegsende kehrte Reinthaler nach Saalfelden zurück. In der Nachkriegszeit fungierte er als Fraktionsobmann der SPÖ sowie als Vizebürgermeister der Marktgemeinde Saalfelden und erhielt für seinen Widerstand gegen das NS-Regime das “Ehrenzeichen für die Verdienste um die Befreiung Österreichs” verliehen. Karl Reinthaler starb am 1. August 2000 in Saalfelden.
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Politischer Widerstand
Josef Reischenböck wurde am 23.3.1890 in Salzburg geboren. Seine Eltern hießen Therese und Josef Reischenböck. Er war mit Franziska Esser aus Berndorf verheiratet und gemeinsam hatten sie drei Kinder namens Arno, Raimund und Erentrudis. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg und Josef Reischenböck war Lehrer und Direktor der Hauptschule Haydnstraße sowie im Katholischen Lehrerverein und als Dienststellenleiter der „Vaterländischen Front” von 1934 bis 1938 tätig. Nach dem „Anschluss” 1938 wurde er als Direktor abgesetzt, durfte aber als Lehrer weiterhin unterrichten, da er dem NS-Lehrerbund beitrat, wozu Lehrkräfte verpflichtet waren. Josef Reischenböck unterhielt Kontakt zu Bekannten im katholischen Milieu, die als Gegner des NS-Regimes galten. Im Frühjahr 1941 wurde er durch den kommunistischen Aktivisten Anton Schubert für die illegale Widerstandsbewegung der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) angeworben, nachdem ihm versichert wurde, dass die KPÖ nach einem Gewinn gegen den Nationalsozialismus die Glaubensfreiheit garantierte. Josef Reischenböck verfasste mehrere Abhandlungen, welche illegal verteilt wurden. Als die Gestapo das Widerstandsnetzwerk anfang 1942 mithilfe eines Spitzels aufdeckte, wurde auch Josef Reischenböck am 14. März 1942 in seiner Schule verhaftet. Beim Prozess gegen ihn am 30. Oktober 1942 wurde er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Er wurde am 7.5.1943 in München-Stadelheim geköpft.
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KZ OpferOpfer des Faschismus
Anton Reiter wurde am 23.7.1907 in Pradl bei Innsbruck geboren und war vom Beruf her Fleischhauer. Er lebte ab 1930 in der Stadt Salzburg. Über politische Aktivitäten während des Austrofaschismus in Österreich ist nichts bekannt. Im November 1937 reiste er aber nach Spanien, um aufseiten der Internationalen Brigaden gegen das faschistische Franco-Regime zu kämpfen. Nach dem Sieg des Franco-Regimes 1939 flüchtete er nach Frankreich und wurde dort interniert. Während der deutschen Besetzung Frankreichs wurde Anton Reiter verhaftet und am 8. November 1941 im KZ Dachau registriert. Am 2. Dezember 1942 wurde Anton Reiter im KZ Dachau ermordet. Die Spanienkämpfer waren Freiwillige aus vielen Ländern, so auch ca. 1400 Personen aus Österreich, die nach Spanien reisten, um die Spanische Republik nach dem Franco-Putsch zu verteidigen. Die Freiwilligen sahen ihren Beitrag im Kampf gegen den Faschismus, der sich über ganz Europa auszubreiten schien. Viele der Spanienkämpfer wurden nach ihrer Rückkehr nach Österreich durch die Nationalsozialisten verfolgt.
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Religiöser WiderstandOpfer der NS Justiz
Franz Reiter wurde am 28.4.1903 in Munderfing in Oberösterreich geboren und lebte seit 1928 in der Stadt Salzburg, wo er in der Gastwirtschaft als Schankbursche tätig war. Er war Mitglied der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Als er zu Kriegsbeginn zur Wehrmacht einberufen wurde, verweigerte er den Dienst aus Glaubensgründen. Daraufhin wurde er am 24. November 1939 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 6.1.1940 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee geköpft.
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Soldaten - Deserteure
Johann Reiter wurde am 28.10.1898 in St. Georgen im Attergau geboren und lebte zusammen mit seiner Ehefrau Marie und der gemeinsamen Tochter Hilde in der Stadt Salzburg, wo er als Maurer bei der Stadtgemeinde Salzburg angestellt war. Johann Reiter war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des dazugehörigen Republikanischen Schutzbundes sowie Schutzbundführer seines Stadtteils. Im Februar 1934 wurde er auf Befehl des Leiters der Staatspolizei Viktor Ingomar präventiv festgenommen und für drei Monate verhaftet. Nach den drei Monaten kam er frei und wurde auch nicht nachträglich angeklagt, obwohl man am Dachboden des von ihm bewohnten Hauses mehrere Waffen gefunden hatte. Nach dem „Anschluss” wurde Johann Reiter im September 1939 in die Wehrmacht eingezogen. Er verweigerte am 2. November 1939 den Befehl zum Einsatz in Polen und geriet mit seinem Vorgesetzen in Streit. Beide zogen die Waffen und schossen – Johann Reiter erschoss seinen Zugführer. Daraufhin wurde er vor das Kriegsgericht der Division 177 gestellt und zum Tode verurteilt. Er wurde am 25.7.1940 auf dem Militärschießplatz Wien-Kagran erschossen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Emma Reithmeier stammt aus Uttendorf und bewohnte mit anderen Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen die Caritasanstalt St. Anton. 1940 wurde die damals 17-jährige nach Hartheim deportiert und dort ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Soldaten - Deserteure
Karl Reitmaier wurde am 26.6.1913 in Linz geboren und war von Beruf Schneider. Er lebte bei seinem verwitweten Vater in Salzburg, welcher als Hilfsarbeiter tätig war. Karl Reitmaier wurde 1941 zur Wehrmacht einberufen und war zuletzt Angehöriger der 15. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiments 143. Aus der Kriegssterbefallanzeige geht hervor, dass das Kriegsgericht der Division 188 Reitmaier wegen „Fahnenflucht” zum Tode verurteilte. Er wurde am 27.6.1942 auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg erschossen. Der Stolperstein für Karl Reitmaier ist der erste in Österreich verlegte Stolperstein für einen Wehrmachtsdeserteur.
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Religiöser Widerstand
Johann Renner jun. wurde am 29. April 1914 in Straßwalchen als Sohn von Johann und Maria Renner geboren. So wie der Rest der Familie ist auch er ein Anhänger der Glaubenslehre der Zeugen Jehovas, weswegen er gemeinsam mit seinem Vater und den zwei Geschwistern am 22. bzw. 23. Jänner 1940 von der Gestapo verhaftet und im Konzentrationslager Ravensbrück interniert wurde, wo er am 18. Oktober 1941 starb.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Maria Renner, Tochter Johann und Maria Renners, geboren am 18. Oktober 1914, wuchs in Voglhub bei Straßwalchen auf und war wie die Eltern und ihre beiden Brüder Anhängerin der Lehren der Zeugen Jehovas. Mit dem Vater und den Brüdern wurde sie am 22. bzw. 23. Jänner 1940 verhaftet und im KZ Auschwitz interniert, wo sie am 25. September 1942 ums Leben kam.
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Religiöser Widerstand
Der am 12. Dezember 1887 in Köstendorf in Salzburg geborene Johann Renner sen. führte einen Bauernhof und war Anhänger der Zeugen Jehovas. Wegen ihrer religiösen Überzeugungen wurden der in Voglhub in Straßwalchen wohnhafte und als Steffelbauer bekannte Renner sowie seine Kinder Johann jun., Paul und Maria am 22. bzw. 23. Jänner 1940 und anderen in Straßwalchen lebenden Zeugen Jehovas verhaftet. Renner sen. Wurde zunächst im KZ Sachsenhausen interniert, anschließend überstellte man ihn in das KZ Dachau, später ins KZ Lublin. Seit Juli 1944 gilt er als vermisst; das Landesgericht Salzburg erklärte Renner am 3. Dezember 1948 für tot; als Todesdatum legte es den 1. August 1944 fest.
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Anna Renner, geborene Hutter, kam am 8. April 1907 in Fusch zur Welt. Im Mai 1943 wurde sie aufgrund ihrer Kritik am NS-Regime, dem Krieg und dem Umgang mit Juden und Jüdinnen vom SA-Mitglied Alfred Maier denunziert; für ihre NS-kritischen Äußerungen verurteilte man sie zu 16 Monaten Haft. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Politischer Widerstand
Aufgrund "kommunistischer Tätigkeiten” wurde Franz Renner im Juni 1941 zu einer einjährigen Freiheitsstrafe und Zuchthaus verurteilt. Seine Frau, Anna Renner, wurde im Mai 1943 aufgrund NS-kritischer Äußerungen zu 16 Monaten Haft verurteilt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
Verbundene Erinnerungsorte
Basisinformation
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Soldaten - Deserteure
Thomas Rieder wurde am 26.9.1911 in Saalfelden geboren und war das älteste von zehn Kindern des Ehepaares Johanna und Thomas Rieder. Thomas Rieder hatte keine abgeschlossene Schulbildung und erlernte keinen Beruf, weshalb er als Senner und Melker auf den Almen und Bergen im Pinzgau unterwegs war. So lebte er in sehr einfachen Verhältnissen. Thomas Rieder tauchte im August 1942, noch bevor er einen Einberufungsbefehl der Wehrmacht erhalten hatte, unter. Um sich selbst zu versorgen, beging er Diebstähle. So lebte er über acht Monate auf der Flucht, bis er am 17. März 1943 in Leogang festgenommen wurde. Da Thomas Rieder aber noch flüchtete, bevor er eingezogen wurde, stellte man ihn nicht vor ein Kriegsgericht, sondern vor ein „Sondergericht” des Landesgerichts Salzburgs. Von diesem „Sondergericht” wurde er am 23. Juni 1943 als „Volksschädling” und wegen „Zersetzung der Wehrkraft” zum Tode verurteilt. Am 30.6.1943 wurde Thomas Rieder in München-Stadelheim mit dem Fallbeil geköpft. Seine Geschwister und Eltern hatten davor vergeblich versucht, eine Begnadigung zu erwirken.
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Politischer Widerstand
Josef Riedherr wurde am 5.3.1894 in Salzburg geboren und war von Beruf Tischlermeister. Er war verheiratet mit Johanna Riedherr und sie hatten zwei Kinder namens Josef und Johanna Maria. Bis zu ihrem Verbot 1934 war Josef Riedherr Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des Arbeiterturn- und Sportvereins. Ab August 1940 gehörte er der illegalen Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) an. Anfang 1942 wurde das Widerstandsnetzwerk durch den Gestapo-Spitzel Josef Kirschner infiltriert und aufgedeckt. Josef Riedherr wurde am 26. März 1942 verhaftet und vom 12. bis 16. Oktober wurde der Strafprozess gegen ihn und 23 weitere Aktivisten der KPÖ geführt. Riedherr wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt und in das Zuchthaus Straubing überstellt. Im Juli 1943 wurde er für die Strafdivision 999, einem Bataillon der Deutschen Wehrmacht, zwangsrekrutiert und zur „Frontbewährung” abkommandiert. Am 25. November 1943 wurde die Strafeinheit an die Südfront nach Griechenland verlegt. Nach der deutschen Kapitulation wurde Josef Riedherr als „prisoner of war” (POW) von britischen Alliierten festgenommen und in ein Kriegsgefangenenlager nach Ägypten gebracht. Im Dezember 1946 wurde er zurück nach Österreich transportiert und schwerkrank entlassen. Er starb an den Folgen des Krieges am 1.5.1947.
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Religiöser Widerstand
Andreas Rieser wurde am 8. Juli 1908 in Dorfgastein geboren. Rieser wurde 1932 zum Priester geweiht und wurde 1938 mit der vorübergehenden Provisur der Pfarre Dorfgastein betraut. Am 23.06.1938 wurde Rieser wegen zuvor getätigten “Schmähungen der Partei, des Führers und des Staates bzw. Verdacht des Hochverrates” verhaftet und nach einer kurzen Haft im Polizeigefängnis München am 03.08.1938 in das KZ Dachau gebracht. Nach sieben Jahren im KZ Dachau sowie im KZ Buchenwald kehrte Rieser Ende Mai 1945 nach Dorfgastein zurück. Die große Hilfsbereitschaft, die er anderen Häftlingen gegenüber zeigte, brachte ihm den Ehrennamen Engel von Dachau ein. In der Pfarrkirche Dorfgastein erinnert eine Gedenktafel an den Pfarrer Andreas Rieser und die Gemeinde Bramberg – in der Rieser bis zu seinem Tod am 3. März 1966 in Bramberg Pfarrer war – änderte den Kirchplatz 2013 in Gedenken an Rieser in „Andreas-Rieser-Platz“.
Verbundene Erinnerungsorte
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1001
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1002
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1107
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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Orte des Terrors - KZ
Friedrich (Fritz) Rihl, geboren am 19. Dezember 1878 in Villach, praktizierte nach seinem Medizinstudium in Wien ab 1909 als Arzt in St. Gilgen, ab 1920 zudem als Sprengelarzt. Nach seiner Mitgliedschaft in der Großdeutschen Partei trat er 1934 der Heimwehr bei, anschließend der Vaterländischen Front sowie der Frontmiliz. Rihl soll eine langjährige Beziehung mit seiner Haushälterin geführt haben, bevor er diese 1942 beendete und das Dienstverhältnis aufkündigte. 1943 erstattete die ehemalige Bedienstete Anzeige gegen Rihl; dieser soll zwischen September 1939 und Juni 1943 “Feindsender” gehört haben. Rihl wurde daraufhin vom Landgericht Salzburg zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in einer Haftanstalt in Schwäbisch-Hall verbrachte. Aufgrund der Haftbedingungen verstarb Rihl am 25. November 1943 nur wenige Monate nach der Inhaftierung. Vier Tage nach seinem Tod hatte ihm die Universität Wien den akademischen Grad aberkannt, der ihm erst 1955 wieder zuerkannt wurde.
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| Fritz Riehl | - |
Politischer Widerstand
Karl Rinnerthaler wurde am 15.5.1885 in Sighartstein bei Neumarkt am Wallersee geboren. Er war mit Adelheid Rinnerthaler verheiratet und gemeinsam hatten sie drei Töchter. Karl Rinnerthaler war von Beruf Schulwart. Bis zum Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1934 war er Mitglied der Partei, der Kinder- und Naturfreunde, der Freien Gewerkschaft, des Freidenkerbundes und des Republikanischen Schutzbundes. Nach dem Verbot 1934 betätigte er sich bereits illegal für die Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ). Auch nach dem „Anschluss” 1938 blieb er den RSÖ treu. Als Anfang 1942 die illegalen Netzwerke der RSÖ und KPÖ durch einen Gestapo-Spitzel aufgedeckt wurden, verhaftete man auch Karl Rinnerthaler am 23. November 1942. Er wurde am 4. August 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Inhaftiert war er in den Zuchthäusern Landshut, Bruchsal und Kaisheim, am 23. Mai 1945 erfolgte seine Befreiung. Nach dieser musste er sofort in ein Krankenhaus gebracht werden, da er schwer krank war. Er starb an den Haftfolgen am 28.1.1946.
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Politischer Widerstand
Der 1882 geborene Georg Rinnerthaler war Gasthausbetreiber und Fleischhauer in Neumarkt am Wallersee, sowie Mitglied der Christlichsozialen Partei und während des Austrofaschismus Amtswalter der Vaterländischen Front. In dieser Position war er schon vor dem “Anschluss” das Feindbild örtlicher Nationalsozialisten. Bereits zwischen 12. und 13. März 1938 wurde Rinnerthaler mit seinem Sohn verhaftet und in weiterer Folge ins KZ Dachau deportiert, wo sie ein Jahr interniert waren. Nach der Entlassung wurde er aus Neumarkt verbannt und verbrachte die Zeit der NS-Herrschaft in Freilassing. Nach der Befreiung kehrte Georg Rinnerthaler nach Neumarkt am Wallersee zurück und starb dort am 3. März 1957.
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Politischer Widerstand
Johann Rinnerthaler war der Sohn des Neumarkter Gasthausbetreibers und Fleischhauers Georg Rinnerthaler. Gemeinsam mit seinem Vater wurde er aufgrund der antinazistischen Einstellung und der Mitgliedschaft Georgs bei der Vaterländischen Front unmittelbar nach dem “Anschluss” verhaftet und zu einjähriger Lagerhaft verurteilt. Beide deportierte man im April 1938 ins Konzentrationslager Dachau, während die NSDAP-Ortsgruppe Neumarkt das Gasthaus und die Fleischhauerei sperrte und die Liegenschaften plünderte; im Rahmen dieser Aktion wurde auch das Kraftrad Johann Rinnerthalers im Wert von 300 Reichsmark beschlagnahmt. Ein Jahr nach der Verhaftung der beiden wurden sie aus dem KZ entlassen; während sich Georg Rinnerthaler erst mit 20. März 1939 in Freiheit befand, wurde der Sohn bereits am 13. März 1939 entlassen. Jedoch verbannte sie die NSDAP-Ortsgruppe aus Neumarkt, weshalb die Familie im Juni 1939 nach Freilassing zog und erst nach Kriegsende im Mai 1945 nach Neumarkt am Wallersee zurückkehrte. Johann Rinnerthaler verstarb am 11. November 1980.
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Politischer Widerstand
Franz Roider wurde am 18.10.1895 in Kirchberg bei Mattighofen geboren. Er war mit Therese Roider verheiratet und war von Beruf Eisenbahner im Verschubdienst. Seine Ehefrau war Pächterin des Gasthaus Ramsauer in der Stadt Salzburg, wo sich vor allem Arbeiter und Eisenbahner aufhielten. Das Gasthaus diente als Anlaufstelle konspirativer und widerständiger Treffen für die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) und die Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ). Franz Roider selbst war Mitglied beim illegalen Widerstand des RSÖ. Anfang 1942 wurden die Widerstandsnetzwerke durch einen Gestapo-Spitzel infiltriert und es kam zu zahlreichen Verhaftungen. Franz Roider wurde am 19. Jänner 1942 von der Gestapo verhaftet. Am 25.2.1942 hieß es in einem Gestapobericht, dass er in der Haftanstalt Salzburg „Selbstmord durch Erhängen” begangen hätte. Seine Ehefrau Therese Roider wurde ebenfalls verhaftet und am 7. September 1943 in einem Prozess zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Sie überlebte das NS-Regime.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Franziska Roidmaier, geborene Nandlinger, wurde am 3. März 1898 in Munderfing geboren. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete sie als Kindermädchen und Magd auf verschiedenen Höfen. 1930 heiratete sie Karl Roidmaier und war anschließend als Hausfrau tätig. Wie ihr Mann kam auch sie vermutlich 1934 in Kontakt mit den Zeugen Jehovas. Aufgrund ihrer Überzeugungen verhaftete sie die Gestapo am 12. Juni 1940. Franziska Roidmaier wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt; zwar rechnete ihr das Gericht die Zeit der Untersuchungshaft an, wonach sie ihre Strafe bereits am 16. Dezember 1940 verbüßt hatte, die NS-Behörden ließen sie jedoch nicht frei, sondern übergaben sie der Gestapo. Am 15. März 1941 wurde sie in das KZ Ravensbrück deportiert, ein Jahr später ins KZ Auschwitz, wo sie 1943 ums Leben kam.
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Religiöser Widerstand
Am 24. Oktober 1900 kam Karl Roidmaier in Steindorf bei Straßwalchen zur Welt. Von seinem 14. bis 20. Lebensjahr arbeitete er als Knecht auf Bauernhöfen, danach als Hilfsarbeiter in der Glashütte Schneegattern. Als Sozialdemokrat war er Mitglied der Sozialdemokratischen Freien Gewerkschaft. 1934, bereits längere Zeit arbeitslos, kam er in Kontakt mit den Zeugen Jehovas; nach seiner Taufe 1936 begann er eine rege Predigttätigkeit und veranstaltete auch in der Wohnung der Familie Roidmaier regelmäßige Zusammenkünfte. Aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas wurde er am 13. Juni 1940 verhaftet und zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Seine Haft trat er am 8. Dezember 1940 im Strafgefangenenlager Aschendorfer Moor im Emsland an, im Mai 1941 überstellte man ihn in das Zuchthaus Garsten, wo er am Bau des Kraftwerks Ternberg beschäftigt war. Er verstarb am 29. Oktober 1944 an Tuberkolose, nachdem man ihn wenige Tage zuvor in das Krankenhaus Steyr überstellt hatte.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Hugo Rosenberg wurde am 15. Mai 1894 in eine jüdische Familie im damaligen Kronland Österreichisch-Schlesien geboren, welches im heutigen Polen liegt. Im Alter von 15 Jahren zog er zu seinem Onkel Emanuel Rosenberg nach Salzburg und machte bei ihm eine Handelslehre. Im März 1932 heiratete Hugo Rosenberg eine Salzburgerin, die keine Jüdin war und ein uneheliches Kind hatte. Er übernahm die Vaterschaft des 1928 geborenen Kindes und die Familie lebte zusammen am Josef-Mayburger-Kai 28. Nach dem „Anschluss“ Österreich an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurde Hugo Rosenberg im August 1938 gezwungen, nach Polen zurückzukehren. Tatsächlich wohnte er aber vom 2. August 1938 bis zum 29. Mai 1939 bei seiner Cousine Elsa Rosenberg in Wien. Seine nach wie vor in Salzburg lebende Ehefrau klagte die Scheidung von Hugo Rosenberg ein und wollte weiters, dass er die Vaterschaft ihres Sohnes aberkannte. Vor Gericht gab sie an, dass ihr Ehemann „Volljude“ sei und sie eine „unüberwindliche Abneigung“ gegen ihn empfinde. Am 13. Jänner 1939 musste Hugo Rosenberg dazu im Landesgericht Wien eine Stellungnahme abgeben, bei welcher er sich weiterhin zu seiner Ehe bekannte und die Vaterschaft nicht anzweifeln wollte. Letztendlich wurde die Ehe durch das Landesgericht Salzburg geschieden und der Bescheid nach Wien zugestellt, obwohl sich Hugo Rosenberg zu diesem Zeitpunkt der Zustellung, dem 2. März 1943, nicht mehr dort aufhielt. Über sein weiteres Schicksal ist bisher nichts bekannt.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Amalie Rosenfeld wurde am 06. Januar 1873 in Baden bei Wien in eine jüdische Familie geboren. Ihr Mädchenname lautete Adler. Sie heiratete Eduard (Elias) Rosenfeld, welcher am 18. Mai 1861 in Wien geboren wurde. Das Ehepaar zog nach Gnigl-Itzling, welches seit 1935 Stadtteil Salzburgs war. Gemeinsam bekamen sie eine Tochter namens Flora, welche am 27. Juli 1905 in Itzling geboren wurde. In Itzling betrieb die Familie ein Geschäft, das mit Altwaren- und Kleidern handelte. Amalie Rosenfelds Ehemann erkrankte schwer und starb 1929. Gemeinsam mit ihrer Tochter übersiedelte sie 1930 in die Goldgasse 17 und später in ein Haus in der Schallmooser Hauptstraße 6, welches sie nach dem Novemberpogrom von 9. auf den 10. November 1938 verlassen mussten, da ein SS-Mann Nutznießer der Liegenschaft sein wollte. Die beiden gingen nach Wien und der Tochter Flora gelang es, mit 31. Juli 1939 nach England ins Exil zu gehen. Ihre Mutter musste in eine Wiener „Sammelwohnung“ umziehen. Amalie Rosenfeld wurde am 28. Juli 1942 nach Theresienstadt, zusammen mit der Salzburger Jüdin Anna Pollak, deportiert und am 21. September 1942 ebenfalls zusammen mit Anna Pollak, aber auch den Salzburgerinnen Anna Stuchly und Therese Spiegel in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.
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| Adler | Link |
KZ Opfer
Franz Rosenkranz wurde am 28. September 1886 in St. Georgen im Attergau geboren und war Berufsoffizier im österreichischen Bundesheer, sowie Hauptmann und Kommandant der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 12 in Salzburg. Am 28. Juli 1934 war die 2. Kompanie unter Franz Rosenkranz zentral an der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putschversuchs in Lamprechtshausen beteiligt. Dabei kamen sechs Putschisten und zwei Soldaten ums Leben. Am 7. April 1938 wurde Franz Rosenkranz verhaftet und ein Prozess gegen ihn vorbereitet, bei welchem die Todesstrafe gefordert wurde. Rosenkranz wurde aber “nur” zu sechs Jahren schweren Kerker verurteilt, wogegen Berufung eingelegt wurde. Daraufhin intervenierte der SS-Sturmbannführer Emil Sprenger bei Heinrich Himmler und forderte, dass Rosenkranz erneut der Prozess gemacht werden und er auf keinen Fall freikommen sollte. Auch Gauleiter Gustav Adolf Scheel intervenierte bei Himmler und forderte, dass Rosenkranz nach dem zu erwartenden Freispruch sofort in ein KZ überführt werden müsse. Tatsächlich wurde Rosenkranz am 27. April 1942 freigesprochen. Am selben Tag wurde Rosenkranz in das KZ Sachsenhausen deportiert und dort am 22. Juli 1942 registriert. Er wurde auf dem Todesmarsch vom KZ Sachsenhausen am 19. April 1945 durch die SS erschossen. Gustav Adolf Scheel und Emil Sprenger wurden nach 1945 wegen ihrer Funktion zur Verantwortung gezogen, doch bald wieder freigelassen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Rosenkranz, als Maria Magdalena Kocher in Kendlbruck/Ramingstein geboren, wurde im Zuge der “Aktion T4” am 18. April 1941 von der “Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 NS-"Euthanasie”-Opfer, die in vier Transporten im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und dort ermordet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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| Kocher | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Rachel Rosenmann wurde am 16. September 1873 in Budzanow, Galizien in eine jüdische Familie geboren. Sie war verheiratet und ihr Ehemann starb 1921 in Wien. Gemeinsam hatte das Paar vier Kinder. Seit September 1937 wohnte Rachel Rosenmann bei ihrer Tochter Josefine in Salzburg, im selben Haus in dem auch die Familie Arthur und Irma Bondy lebte. Rachel Rosenmann wurde am 07. Februar 1940 nach Wien abgeschoben und am 15. Oktober 1941 nach Lodz deportiert und ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Die Jüdin Natalie Rosenthal kam am 23. März 1885 in Wien zur Welt. Sie war verheiratet mit Hugo Rosenthal, welcher am 5. Jänner 1877 geboren wurde und jedenfalls vor 1930 verstorben ist. Natalie Rosenthal, welche als Natalie Bernstein geboren wurde, arbeitete als Pianistin und Musiklehrerin in Wien, Bad Reichenhall, Bad Gastein und Salzburg. Am 11. Jänner 1942 wurde sie von Wien nach Riga deportiert und dort ermordet. Ihre beiden Geschwister Richard und Else Bernstein wurden in Auschwitz und Hartheim ebenfalls ermordet.
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| Bernstein | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Alma Rosé wurde am 3. November 1906 in Wien als zweites Kind des Ehepaares Justine, geborene Mahler, und Arnold Rosé geboren. Ihr Onkel war der berühmte Komponist Gustav Mahler. Sie wurde durch ihren jüdischen Vater, dem bekannten Konzertmeister Arnold Rosé, zur Violinvirtuosin ausgebildet. Am 16. Dezember 1926 gab sie ihr Debüt. Sie heiratete am 16. September 1930 den Stargeiger Váša Příhoda, jedoch wurde die Ehe bereits im März 1935 wieder geschieden. 1933 gründete sie in Wien ein Frauenorchester unter dem Titel “Wiener Walzermädeln”. Bei den Salzburger Festspielen trat sie mit dem “Rosé-Quartett” auf. Obwohl Alma Rosé die tschechische Staatsbürgerschaft besaß, blieb sie nach dem “Anschluss” im nationalsozialistischen Wien, um ihre schwer kranke Mutter zu pflegen. Diese starb am 22. August 1938. Zusätzlich bereitete sie die Flucht ihres an Depressionen leidenden Vaters nach London vor. Gemeinsam gingen die beiden nach London, aber da Alma Rosé dort keine Arbeitserlaubnis als Solistin bekam, ging sie nach Holland, um dort Geld für sich und ihren Vater zu verdienen. Als die Wehrmacht im Mai 1940 in die Niederlanden einmarschierte, saß Alma Rosé dort fest. Sie versuchte 1942 über Frankreich in die Schweiz zu flüchten, wurde allerdings in Dijon verhaftet und in Drancy bei Paris interniert. Von dort wurde sie am 18. Juli 1943 in einem Deportationstransport in das KZ Auschwitz verschleppt. Im Frauenlager von Auschwitz-Birkenau wurde Alma Rosé von der SS-Oberaufseherin Maria Mandl ihrem “Mädchenorchester” zugeordnet und schikaniert. Am 4. April 1944 starb sie im KZ Auschwitz-Birkenau. Die überlebende Cellistin Anita Lasker-Wallfisch gedachte Alma Rosé mit den Worten: “An ihrer Wiege stand Gustav Mahler, an ihrer Bahre Josef Mengele.”
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Arnold Rosé wurde am 22. Oktober 1863 in Rumänien als drittes von vier Kindern des jüdischen Ehepaares Marie und Hermann Rosenblum geboren. Die Familie übersiedelte in den 1860er Jahren nach Wien. 1891 konvertierten alle vier Söhne des Ehepaares zum evangelischen Glauben. Am 10. März 1902 heiratete Arnold Rosé Justine Mahler, eine Schwester des Komponisten Gustav Mahler. Die beiden hatten zwei Kinder namens Alfred und Alma. Arnold Rosé stieg zu einem der bekanntesten Wiener Violinisten und Konzertmeister auf. Er gründete auch das Rosé-Quartett, bei welchem seine Tochter ebenfalls als Violinistin mitspielte. Er war auch als Konzertmeister bei Aufführungen der Salzburger Festspiele beteiligt. Im März 1938 wurde Arnold Rosé im Alter von 74 Jahren aus dem Orchester der Wiener Staatsoper und der Philharmoniker vertrieben, worüber er selbst folgendes schrieb: “Wie Sie richtig vermuten, bin ich nach 57 Jahren Oper, 56 Jahren Quartett und 44 Jahren Hofmusikkapelle in den Ruhestand versunken, ohne Sang und Klang”. Am 22. August 1938 starb dann auch noch seine Ehefrau Justine. Seinem Sohn Alfred und dessen Ehefrau Maria gelang im Herbst 1938 die Emigration in die USA. Seine Tochter Alma Rosé konnte durch ihren tschechischen Reisepass ungehindert nach England reisen und bereitete dort alles für die Flucht ihres Vaters vor. Der mittlerweile unter schweren Depressionen leidende Arnold Rosé kam am 1. Mai 1939 in seinem Exilort London an. Er sorgte sich sehr um seinen älteren Bruder, der im nationalsozialistischen Deutschland festsaß und um seine Tochter, welche aus den besetzten Niederlanden nicht flüchten konnte. Erst nach dem Ende des Krieges erfuhr er, dass sein Bruder in Theresienstadt und seine Tochter im KZ Auschwitz ermordet wurde. Daraufhin erlitt er einen schweren Herzinfarkt und starb am 25. August 1946 in London.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Orte des Terrors - KZ
Alma Rosé wurde 1906 in Wien als Tochter des Konzertmeisters Arnold Rosé und Nichte Gustav Mahlers geboren. Die hochbegabte Violinistin gründete das Frauenorchester „Die Wiener Walzermädeln“ und trat 1936 bei den Salzburger Festspielen auf. Nach dem „Anschluss“ Österreichs floh sie zunächst nach Großbritannien, später in die Niederlande. 1942 wurde sie in Frankreich verhaftet und 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort leitete sie unter den extremen Bedingungen das Frauenorchester, das für viele Häftlinge zu einer Überlebenshilfe wurde. Alma Rosé starb am 5. April 1944 im Lager, vermutlich an Typhus oder einer Lebensmittelvergiftung. Ihre musikalische Laufbahn und ihr gewaltsamer Tod machen sie zu einer bedeutenden Figur der Salzburger Kultur- und Erinnerungsgeschichte.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Der in Tamsweg geborene Mathias Rottensteiner wurde als Jugendlicher im ehemaligen Kloster Mariatal bei Kramsach in Tirol untergebracht. Die Nationalsozialist*innen verordneten 1938 die Verlegung von Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungen aus mehreren Institutionen in Salzburg und Tirol in das bisherige Mädchenschulheim des Ordens der Barmherzigen Schwestern. 1941 wurden schließlich, trotz Gegenwehr der Ordensschwestern, die Bewohner*innen gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und im Zuge der NS-"Euthanasie” ermordet. Darunter war am 23. Mai 1941 auch der achtzehnjährige Mathias Rottensteiner.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Hermann Rubenkes wurde am 10. Juli 1901 in Wien als Sohn jüdischer Einwanderer aus Galizien geboren. Er war vom Beruf Schlosser und Maschinentechniker. In den 1920er Jahren hatte Hermann Rubenkes in Deutschland gearbeitet, bevor er 1934 aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Österreich ausgewiesen wurde. Danach lebte er in Salzburg, konnte aber keine Festanstellung finden und ging diversen Gelegenheitsjobs nach, darunter dem Verteilen von Reklamezetteln. Rubenkes war aber immer wieder arbeitslos und kam aufgrund dessen in die „Arbeitslosen-Ausspeiserei“ der Stadt Salzburg in der Glockengasse 8, welche ebenfalls ein Zentrum der kommunistischen „Illegalität“ war. Hermann Rubenkes schloss sich unter dem Decknamen „Harri“ der kommunistischen Widerstandsbewegung gegen den Austrofaschismus an. Seit Beginn des Jahres 1938 war der kommunistische Vernetzungsort in der Glockengasse aber aktenkundig und am 20. Februar 1938 wurden zehn Personen des kommunistischen Widerstandes von der Bundespolizeidirektion Salzburg verhaftet, darunter auch Hermann Rubenkes. Aufgrund der austrofaschistischen Amnestiebestimmungen, die Ende Februar in Kraft traten, wurde Rubenkes wieder freigelassen. Am 20. Juni 1938 wurde er verhaftet und am 25. Juni 1938 in das KZ Dachau deportiert. Am 11. Dezember 1940 wurde er an das KZ Buchenwald überstellt und von dort aus am 12. März 1942 in die Tötungsanstalt Bernburg an der Saale verschleppt und dort vergast.
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| "Harri" | - |
Soldaten - Deserteure
Walter Rudle wurde am 24. Juni 1915 in Bad Hofgastein geboren. Seine Eltern hießen Amalie und Johann Rudle und sein Vater war Kanzlist im Amt der Salzburger Landesregierung. Walter Rudle absolvierte die Handelsschule und arbeitete in einem Büro. Er heiratete und bekam drei Kinder. Im Herbst 1938 wurde er in die Wehrmacht einberufen, aber aufgrund eines Herzfehlers wieder entlassen und als nicht wehrdienstfähig eingestuft. Daraufhin studierte er, um Schauspieler zu werden und hatte kleinere Engagements im besetzen Gebiet der Tschechoslowakei. Im August 1940 wurde er als Schauspieler einer “Kraft-durch-Freude"-Truppe nach Norwegen geschickt. Von Januar 1941 bis April 1945 war er Radiosprecher des reichsdeutschen Besatzungssenders, des “Soldatensenders Oslo” und dadurch Teil der nationalsozialistischen Propaganda, gehörte aber nie der NSDAP, der SS oder der Wehrmacht an, der er weiterhin vom Kriegsdienst freigestellt war. Er kündigte am 10. April 1945 und erhielt an diesem Tag eine Einberufung zum Wehrdienst als letzte Kriegsreserve. Am 12. April 1945 versuchte Walter Rudle zusammen mit seiner Geliebten Hertha nach Schweden zu flüchten. Das Paar wurde aufgegriffen und Walter Rudle wegen “Zersetzung der Wehrkraft” zum Tode verurteilt. Am 23. April 1945 wurde er im Kriegswehrmachtsgefängnis Akershus erschossen.
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| Walter Rüdle | - |
Soldaten - DeserteurePolitischer Widerstand
Karl Rupitsch, geboren am 17.11.1910 in Mühlbach am Hochkönig, hatte vier uneheliche Kinder: Engelbert Portenkirchner (geb. 19.11.1930), Johanna (geb. 1933), Brigitte Hölzl (geb. 1941, später verheiratete Höfert), und Erwin Karl Hochleitner (geb. 1.5.1944). Im Jahr 1936 zog Rupitsch nach Goldegg, arbeitete als Holz- und Sägearbeiter und erlernte den Metzgerberuf. Nebenbei schlachtete er für Bauern aus der Region. Aufgrund einer Fußverletzung war er vom Kriegsdienst befreit. Am 28. November 1943 wurde er wegen „Schwarzschlachtung" verhaftet, jedoch von Kaspar Wind und anderen aus dem Gefängnis in St. Johann i. P. befreit und nach Taxenbach gebracht. Nach seiner Flucht erfuhr er von seinem Einberufungsbefehl, entschied sich jedoch, diesem nicht nachzukommen und unterzutauchen. Mit Unterstützung von Freunden und der örtlichen Bevölkerung konnte er mehrere Monate unentdeckt bleiben und sogar befreundete Wehrmachtssoldaten, die auf Heimaturlaub waren, zur Fahnenflucht überreden. Doch am 2. Juli 1944 wurde er bei einer Razzia während des „Sturms auf Goldegg" im Haus seiner Geliebten Elisabeth Hochleitner verhaftet. Karl Rupitsch wurde zunächst ins KZ Natzweiler-Schömberg und am 12. August 1944 ins KZ Mauthausen deportiert. Dort wurde der 34-Jährige am 28.10.1944 auf Befehl von Reichsführer SS Heinrich Himmler durch den Strang hingerichtet.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1112
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1119
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1114
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NS-Euthanasie
Johann Russegger wurde am 31. Oktober 1880 in Abtenau bei Hallein geboren und war Kind des Ehepaares Christina und Albert Russegger. Albert Russegger war Lehrer in Abtenau. Johann Russegger lebte ab 1907 in Maxglan bei Salzburg und war in einem Büro beschäftigt. Er erkrankte im Alter von 37 Jahren und war ab Februar 1918 in stationärer Behandlung in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Olga Sachel-Lichtenstein, geborene Lichtenstein, kam am 27. Juli 1876 in Böhmen zur Welt. Sie entstammt der jüdischen Familie Lichtenstein, welche in Prag und Wien lebte. 1908 heiratete sie in Wien Maximilian Sachsel und gemeinsam bekamen sie einen Sohn namens Eduard, welcher am 7. April 1909 zur Welt kam. Das Ehepaar kaufte sich in Salzburg das Haus in der Linzer Gasse 24. Olga Sachsel-Lichtenstein war als Schriftstellerin tätig und veröffentlichte mehrere Werke, darunter “Spanische Novelle” 1918, “Stille Helden: Roman aus dem neuen Wien” 1926 und "Dein Gedenk ich: Ein Buch der Erinnerung” 1935. Ihr Haus in der Linzer Gasse wurde nach dem “Anschluss” als “jüdisches Eigentum” kategorisiert, jedoch nicht enteignet. Bei einem der Bombenangriffe auf Salzburg wurde es 1944 schwer beschädigt. Olga Sachsel-Lichtenstein wurde in eine “Sammelwohnung” gebracht und am 20. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Am 22. Oktober 1942 wurde sie nach Treblinka deportiert und dort am 22. April 1943 ermordet.
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| Lichtenstein | Link |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Sagl wurde 1908 in Oberösterreich geboren. Nachdem die Familie nach Hallein übersiedelte, heiratete sie im Jahr 1927 und bekam ihren Sohn Franz. Ihr Ehemann kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg und flüchtete 1934 vor dem Austrofaschismus in die Sowjetunion. Anna Sagl litt vermehrt unter Depressionen und war daher in verschiedenen psychiatrischen Anstalten untergebracht. Im Jahr 1940 diagnostizierte der NS-Arzt Heinrich Wolfer „erbliche Fallsucht”. Am 16.4.1941 wurde sie in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort von den Nationalsozialisten vergast.
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KZ OpferOrte des Terrors - KZ
Karl Salzlechner wurde am 9.3.1908 in Radstadt geboren, arbeitete als Schlosser und wohnte in Salzburg, zuletzt in der Franz Neumeisterstraße 2. Er fiel wahrscheinlich der Verhaftungswelle der sogenannten „Juni-Aktion" zum Opfer, die von April bis Juni 1938 im gesamten Deutschen Reich durchgeführt wurde. Diese Aktion zielte darauf ab, „Asoziale", „Arbeitsscheue" und andere für die Nationalsozialisten als unerwünscht geltende Personen zu verhaften und in Konzentrationslager zu deportieren.
Nach seiner Verhaftung am 25. Juni 1938 wurde Karl Salzlechner zunächst ins KZ Dachau deportiert (Häftlingsnummer 17079). Als Hafteinweisungsgrund wurde „AZR" (Arbeitszwang Reich) auf seiner Schreibstubenkarte notiert. Am 9. Mai 1939 erfolgte die „Überstellung" von Karl Salzlechner in das KZ Mauthausen, wo er am 16.1.1940 verstarb. Als Todesursache wurde Herz- und Kreislaufschwäche angegeben.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Franziska Sampl, geboren in St. Margarethen im Lungau, wurde im Zuge der „Aktion T4” am 21.5.1941 von der „Landesheilanstalt" Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die in vier Transporten im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und dort ermordet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1208
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Ursula Sandgathe wurde am 14.5.1940 in Oberhausen (Rheinland) als jüngstes von vier Kindern geboren. Nach schweren Bombenangriffen in ihrer Heimat litt sie unter Krämpfen und wiederkehrender Bewusstlosigkeit. Die Familie suchte Schutz in Hallein und fand Unterkunft auf dem Dürrnberg, doch Ursulas Gesundheitszustand verschlechterte sich weiter. Sie wurde in der „Landes- und Heilanstalt" in Salzburg aufgenommen, wo die Ärzte „Aussichtslosigkeit” feststellten. Nachdem Ursula für einige Wochen nach Hause entlassen wurde, führte der Amtsarzt des Gaufürsorgeamts eine Begutachtung durch und beantragte ihre Aufnahme in eine Anstalt. Am 17. Dezember 1942 wurde Ursula vom Krankenhaus in Hallein in die „Heil- und Pflegeanstalt Am Spiegelgrund" in Wien überstellt, eine Tötungsanstalt der Nationalsozialisten. Am 23. Dezember 1942 meldete der Anstaltsarzt Heinrich Gross das Mädchen zur Tötung an. Trotz der Bitte der Eltern, ihre kleine Tochter zurückzuholen, wurde Ursula am 5.3.1943 im Alter von nur zwei Jahren von den Nationalsozialisten ermordet.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Giuliano Sbigoli wurde am 22. Oktober 1923 in Florenz in Italien geboren. Seine Eltern hießen Agostina und Gino Sbigoli. Giuliano Sbigoli war Mechaniker, leistete seinen Militärdienst für das faschistische Italien und wurde nach dem Wechsel Italiens zur Anti-Hitler-Koalition am 8. September 1943 im April 1944 als “Zivilarbeiter”, also als Zwangsarbeiter nach Enns in Oberösterreich verschleppt. Am 3. Juni 1944 flüchtete Giuliano Sbigoli zusammen mit weiteren fünf italienischen Kriegsgefangenen bzw. Zwangsarbeitern Richtung Italien. Gemeinsam wollten sie über den Krimmler Tauern nach Italien gehen, wurden aber am 9. Juni 1944 von einem Gendarmen aufgehalten. Die Italiener wollten flüchten und der Gendarm erschoss einen von ihnen, daraufhin attackierten die restlichen Italiener den Gendarmen mit Zaunlatten. Sie wurden verhaftet und vor das Sondergericht Salzburg gestellt, wo ihnen am 2. August 1944 der Prozess gemacht wurde. Giuliano Sbigoli wurde am 29. August 1944 in München-Stadelheim geköpft.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Frieda Schablin, geborene Löwit, kam am 23.10.1900 als Tochter des Schauspiel-Ehepaares Friederike und Fritz Löwit zur Welt. Sie heriatete und ging gemeinsam mit ihrem Ehemann 1938 nach Frankreich, um nicht als Jüdin im NS-Terror verfolgt zu werden. Über den weiteren Verlauf ihres Lebens ist wenig bekannt, nur dass sie in Drancy interniert und am 4.11.1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde, wo man sie ermordete.
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| Löwit | Fritzi | - |
Politischer Widerstand
Hermann Schachner, am 9. August 1909 geboren, war Gendarm in der Gemeinde Bruck. Seit 1931 am Posten Bruck bzw. Fusch tätig, wurde er aufgrund seiner NS-feindlichen Ansichten zunächst nach St. Gilgen strafversetzt. Von 1940 bis 1945 versah er seinen Dienst als Feldgendarm an der Ostfront, wo er in russische Kriegsgefangenschaft gerät. Aus der Gefangenschaft kehrt er 1949 gesundheitlich schwer angeschlagen nach St. Gilgen zurück. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Opfer des FaschismusPolitischer Widerstand
Franz Gotthard Schaffgotsch wurde am 13.12.1902 in Bregenz in eine Adelsfamilie geboren. Sein Vater Levin Gotthard Graf Schaffgotsch und seine Mutter Rosa hatten elf Kinder. Die Familie lebte in Salzburg, wo Franz Gotthards Vater Landespräsident war, bis er 1913 starb. Franz Gotthard Schaffgotsch wurde Künstler ohne abgeschlossene akademische Ausbildung. Die von ihm produzierte Kunst wurde im Nationalsozialismus als „entartet” diffamiert und verboten. Schaffgotsch heiratete 1926 die geschiedene und zum katholischen Glauben konvertierte Hede Nilson. Schaffgotsch war Funktionär der Vaterländischen Front (VF) und des Schutzkorps im Austrofaschismus und als solcher Opfer eines Sachschadens, der durch „illegale” Nationalsozialisten verübt wurde. Das Ehepaar Schaffgotsch befand sich im Februar und März 1938 auf Erholungsurlaub in Ligurien, als der „Anschluss” vollzogen wurde. Da Schaffgotsch durch seine Tätigkeit bei der VF bereits vor 1938 ins Visier der Nationalsozialisten geraten war, sah das Ehepaar davon ab, nach Salzburg zurückzukehren. Ihre ungewollte Emigration erfolgte über Triest, Fiume, die Insel Rab, Zagreb, über die Insel Sipan, Mostar, und erneut über Sipan nach Dubrovnik. Durch den deutschen Überfall auf Jugoslawien im April 1941 geriet das Ehepaar wieder in den Machtbereich der Nationalsozialisten. Das Ehepaar wurde durch die kroatische Ustascha-Polizei, vermutlich auf Befehl der Gestapo, im September 1942 verhaftet. Während der Haft infizierte sich Schaffgotsch mit Typhus und starb daran am 21.12.1942. Seine Ehefrau Hede überlebte die Terrorjahre.
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Opfer des FaschismusPolitischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Hedwig Schaffgotsch, geborene Vetter, wurde am 25.11.1889 in Hamburg als jüngeres von zwei Kindern des Ehepaares Sophie, geborene Schlomingk, und Christian Vetter geboren. Ihre Mutter Sophie Schlomingk war Jüdin und starb im Mai 1938 in Hamburg. Hedwig Schaffgotsch war in erster Ehe mit Max Reinhardts Hauskomponisten und musikalischem Leiter in Berlin und Salzburg, Einar Nilson, verheiratet. Schaffgotsch studierte von 1920 bis 1937 die Tänze für den Salzburger „Jedermann” ein. Sie hatte einen Sohn namens Nils Christian, welcher 1918 in Berlin zur Welt kam. Nach der Scheidung von Einar Nilson heiratete sie 1926 im Salzburger Dom Franz Gotthard Schaffgotsch. Gemeinsam mit ihrem neuen Ehemann engagierte sie sich zwischen 1933 und 1938 für die „Vaterländische Front”, die Einheitspartei im Austrofaschismus, womit sie die österreichische Diktatur unterstützten. Nach dem „Anschluss” 1938 reiste das Paar nach Italien mit dem Plan, aus dem nationalsozialistischen Österreich zu emigrieren, da sie Sorge hatten, im neuen politischen System verfolgt zu werden. Sie wurden jedoch im faschistischen Kroatien verhaftet und in Dubrovnik interniert. Dort starb ihr Ehemann am 21.12.1942 an Typhus. Hedwig Schaffgotsch überlebte, indem sie als Lazarett-Helferin arbeitete. Ihr Sohn Nils Christian überlebte ebenfalls die Terrorjahre, indem er in die USA emigrierte und als Soldat der US-Army an der Befreiung Europas von der NS-Herrschaft teilnahm. Hedwig Schaffgotsch lebte nach 1945 in München und starb dort am 17.2.1977.
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| Hedvig | Link |
Politischer Widerstand
Karl Schallmoser wurde am 8.10.1906 in Kirchberg bei Mattighofen geboren und war von Beruf Maurerpolier. Er war verheiratet und hatte Kinder. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und aktiver Gewerkschafter bis zum Verbot 1934. Unter dem NS-Regime war Karl Schallmoser Mitglied der illegalen Widerstandszelle der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Als diese Anfang 1942 von einem Gestapo-Informanten aufgedeckt wurde, erfolgte Schallmosers Verhaftung am 27. Jänner 1942. Am 6. April 1943 wurde er in einem Prozess wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Er wurde am 22.7.1943 in München-Stadelheim enthauptet.
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KZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Margarethe Schallmoser wurde am 30. Dezember 1923 in Strobl am Wolfgangsee geboren. Ihre Eltern hießen Maria Anna und Franz Schallmoser. Margarethe Schallmoser war ein Jahr lang im Mädchenheim St. Josef in Salzburg-Nonntal untergebracht. Sie war von Beruf Dienstmädchen und wechselte oft den Arbeitsort. Anfang 1943 geriet sie in die Fänge der Gestapo, vermutlich aufgrund einer Denunziation. Daraufhin wurde sie in das Polizeigefängnis gesperrt und nicht vor Gericht gebracht, demnach hatte sie keine nachweisliche Straftat begangen. Als Teil der unteren Gesellschaftsschicht wurde Margarethe Schallmoser als “gemeinschaftsfremd” und “asozial” stigmatisiert. Am 6. Februar 1943 wurde sie in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert und dort am 22. Mai 1944 ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Theresia, geborene Eichinger, Schamberger wurde am 27. Mai 1872 in Aurolzmünster bei Ried im Innviertel geboren. Sie war mit Josef Schamberger verheiratet und gemeinsam hatten sie einen Sohn, welcher später Beamter der Gendarmerie wurde. Josef Schamberger war Schuhmachermeister. Die Familie lebte in Salzburg Itzling. Theresia Schamberger wurde unter dem NS-Regime am 14. November 1939 in die Landesheilanstalt Salzburg stationär eingewiesen. Von dort wurde sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Ein Jahr drauf starb ihr Ehemann 1942 in Salzburg.
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| Eichinger | - |
NS-Euthanasie
Geboren am 25.09.1919 in der Lungauer Gemeinde Muhr wurde Michael Scharfetter am 21. April 1941 im Zuge der “Aktion T4” von der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet. Er ist eines der 150 “NS-Euthanasie”-Oper dieser Anstalt, die gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen gewaltsam nach Oberösterreich transportiert wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1142
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1003
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Politischer Widerstand
Peter Scharl, geboren am 4. Juni 1905 im oberösterreichischen Palting-Perwang, wohnte in Bruck und wurde am 15. April 1941 von der Kriminalpolizei in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Die Internierung wurde als “polizeiliche Sicherheitsverwahrung” gesehen. Scharl wurde in Dachau am 14. Jänner 1942 ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Der gebürtig aus dem oberösterreichischen Vöcklamarkt stammende Heinrich Schauer war ein Bewohner der Caritasanstalt. 1940 wurde er 13-jährig nach Hartheim deportiert und im Rahmen der sogenannten “Aktion T4” ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürgern und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie den 45 Bewohnern und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Soldaten - DeserteureOpfer der NS Justiz
Franz Schaufler wurde am 19. Oktober 1914 in Salzburg geboren. Seine Mutter hieß Anna Fleischhacker, war ledig und als Dienstmädchen in der Stadt beschäftigt. Sie heiratete den Vater ihres Kindes Franz Schaufler und zog zu diesem. Franz Schaufler erlernte das Schneiderhandwerk, konnte aber während der 1930er Jahre keinen Beruf lange halten, war arbeitslos und zog oft umher. Er geriet auch in Konflikt mit dem Gesetz wegen “Landstreicherei und Bettelei”. Seit Juni 1938 war er in Salzburg Stadt gemeldet und musste zu Kriegsbeginn in die Wehrmacht einrücken. Er wurde dem Wehrkreis XVIII (Salzburg) und dem Gebirgsjäger-Regiment 137 zugeteilt, welches 1940 beim Angriff auf Norwegen beteiligt war. Dort wurde er verwundet und zur Genesung zurück nach Salzburg geschickt. Er verließ aber unerlaubterweise die Kaserne und flüchtete am 4. November 1940. Er versuchte als Zivilist unterzutauchen, wurde aber am 28. November 1940 aufgegriffen und am 8. Januar 1941 vor das Kriegsgericht der Division 188 gestellt. Er wurde zu sechs Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt und musste die Haft in der schlesischen Festung Glatz absitzen. Nach bereits 19 Monaten wurde er aber zur “Bewährung an der Front” zurück in den Krieg geschickt. Er starb am 7. Oktober 1944 an der norwegisch-russischen Grenze.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Elise Therese Scheckenberger wurde am 8. Juni 1904 in Salzburg geboren. Sie war das dritte von sechs Kindern des Ehepaares Elise und Johan Scheckenberger, welche Eigentümer des Café Sport waren. Elise Therese Scheckenberger war seit ihrem sechsten Lebensjahr Pflegling in der Taubstummenanstalt Salzburg. Im Alter von 29 Jahren wurde sie in die Pflegeanstalt Schernberg in Schwarzach im Pongau überstellt. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Elise Therese Scheckenberger wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer Widerstand
Adolf Schemel wurde am 30. Juni 1880 in Salzburg geboren. Bereits 1903 trat er in den Landesdienst ein und bekleidete unterschiedliche Funktionen, wie beispielsweise das Amt des Gewerberates der Salzburger Landesregierung sowie des Referatsleiters für Schulangelegenheiten. Nach der Installation des austrofaschistischen Regimes wurde Schemel Mitglied des Länderrates, verlor seine Ämter jedoch nach dem “Anschluss”. Aufgrund seiner Betätigung für das austrofaschistische Regime wurde er am 1. April 1938 zwangspensioniert. Am 11. Juli 1938 erfolgte seine Verhaftung. Schemel blieb bis 16. Februar 1939 infaftiert und verlor in weiterer Folge seinen Pensionsanspruch. Über sein Leben während der NS-Herrschaft ist nur wenig bekannt. Nach dem Ende des Krieges, die Christlichsoziale Partei hatte sich am 7. Mai 1945 wiedergegründet, ernannte man Schemel zum Landesparteiobmann. Diese Position hatte er bis 31. Mai 1945 inne, danach schloss sich die neugegründete CSP der ÖVP an. Dr. Adolf Schemel starb am 27. April 1961.
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Politischer Widerstand
Der am 22. März 1911 in Saalfelden geborene Tischler Josef Scherleitner trat bereits mit 14 Jahren der SPÖ-Jugendorganisation bei, mit 21 Jahren der SPÖ. Erst 1933/1934 wurde er KPÖ-Mitglied. Gemeinsam mit anderen Kommunisten gründete er 1940 die KPÖ-Ortsgruppen Pongau und Pinzgau; letztere leitet er schließlich. Nach diversen Aktionen – Verbreiten von NS-kritischen Flugblättern, Anwerbung neuer Mitglieder, Einsammeln von Mitgliedsbeiträgen – wurde der Widerstandskämpfer am 13. Februar 1942 verhaftet. Aufgrund seiner Tätigkeiten wurde Scherleitner am 28. Oktober 1942 zum Tode verurteilt. Ein Gnadengesuch wurde abgelehnt. Josef Scherleitner wurde am 30. April 1943 im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Scheuringer, née Königsdorfer, wurde am 24. Juni 1888 in Hallwang bei Salzburg geboren. Sie war mit einem Eisenbahner verheiratet und gemeinsam hatten sie eine Tochter namens Josefine. Die Familie lebte in Gnigl bei Salzburg. Ab 21. September 1936 war Maria Scheuringer als Patientin in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Maria Scheuringer wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Königsdorfer | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Gertrud Schiefer (geborene Wieland) wurde am 24.04.1886 geboren und lebte in Unterweißburg, Teil der Gemeinde St. Michael im Lungau. Sie befand sich später in der “Landesheilanstalt Salzburg-Lehen", von wo sie am 21. Mai 1941 im letzten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” in die NS-"Euthanasieanstalt” Hartheim deportiert und ermordet wurde.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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| Wieland | - |
NS-Euthanasie
Lorenz Spitaler (geboren 1899 in Ramingstein) kam mit 16 Jahren als Landarbeiter nach Mariapfarr. Der hör- und kognitiv beeinträchtigte Spitaler lebte und arbeitete an die zwanzig Jahre am selben Hof, bis er aufgrund seines psychischen Gesundheitszustandes in die “Landesheilanstalt” nach Salzburg eingewiesen wurde. Am 17. April 1941 wurde er schließlich in einem von vier Transporten in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 “NS-Euthanasie”-Opfer, die im Zuge der “Aktion T4” im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und dort ermordet wurden.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1210
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal17
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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| Spittaler | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Maria Schiemer wurde am 24. Juli 1887 in Liefering bei Salzburg als zweites von drei Kindern des Ehepaares Anna und Johann Schiemer geboren. Marias Vater starb 1912 und ihre verwitwete Mutter zog nach Graz. Marie konnte selbst keinen Beruf erlernen und sie arbeitete ab ihrem 14. Lebensjahr als Dienstmädchen im Gastgewerbe. Im Alter von 22 Jahren bekam sie ihr erstes Kind, welches aber bald nach der Geburt verstarb. Maria Schiemer blieb ledig und wohnte eine Zeit lang bei ihrer Mutter in Graz, wo sie im Alter von 35 erneut ein Kind zur Welt brachte. Seit Mitte der 1920er Jahre war sie in stationärer Behandlung. Im Juni 1931 wurde sie in der Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen. Von dort erfolgte am 16. April 1941 ihre Deportation nach Hartheim, wo man sie im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Karl Schifferer wurde am 7.8.1909 in Hallein geboren. Er arbeitete als Kupferschmied bzw. Spengler, war ledig und römisch-katholisch. Am 11. Oktober 1940 wurde er mit dem Haftgrund „Polizeiliche Sicherheitsverwahrung“ und der Häftlingsnummer 20505 in dem KZ Dachau interniert. Die Einweisung von Häftlingen mit diesem Haftgrund erfolgte zumeist durch die Kriminalpolizei und lässt darauf schließen, dass Karl Schifferer bereits zwei Vorstrafen mit je mindestens sechs Monaten Haftstrafe zu verbüßen hatte. Zwei Monate nach seiner Einlieferung wurde er in das KZ Buchenwald überstellt. Dort verstarb Karl Schifferer am 4.1.1941. Als offizielle Todesursache wurde „Herzschwäche im Kollaps“ genannt.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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| Carl Schieferer | - |
Homosexuelle OpferKZ Opfer
Franz Schinnerl wurde am 14. September 1910 in Salzburg geboren und war Hotelangestellter im “Parkhotel Nelböck”. Er wurde vermutlich aufgrund einer Denunziation wegen seiner sexuellen Orientierung in Salzburg gemeldet und am 15. Oktober 1941 verhaftet. Am 16. Januar 1942 wurde Franz Schinnerl wegen Homosexualität gemäeß §129 I b zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt. Nach der Verbüßung seiner Haftstrafe wurde er am 23. November 1942 in das Konzentrationslager Dachau deportiert und musste dort die nationalsozialistische Zwangskennzeichnung des grünen Winkels tragen. Das KZ Dachau wurde am 29. April 1945 durch US-amerikanische Truppen befreit. In den folgenden Wochen starben aber weiterhin täglich bis zu 300 befreite Häftlinge an den erlebten Strapazen und Misshandlungen sowie nach wie vor grassierenden Krankheiten, wie Fleckfieber oder Typhus. So starb auch der befreite Franz Schinnerl am 9. Mai 1945 im KZ Dachau.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Elfriede Schlager wurde am 12. Oktober 1930 in Salzburg geboren und war das einzige Kind des Ehepaares Berta und Johann Schlager. Die Eltern trennten sich bereits 1933 und Elfriede Schlager lebte zunächst bei ihrer Mutter in Innsbruck. Sie wurde in Mils bei Hall bei Tirol zur Pflege gegeben. Dort war sie im St.-Josef-Institut untergebracht, welches vom Orden der Barmherzigen Schwestern geleitet wurde. Von dort wurde sie am 10. Dezember 1940 im Alter von zehn Jahren nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer Widerstand
Der gebürtige Bad Gasteiner Stephan Schlager wurde, ähnlich wie der Salzburger Sicherheitsdirektor Ludwig Bechinie-Lazan und der Leiter der staatspolizeilichen Abteilung Franz Mayer, unmittelbar nach dem “Anschluss” verhaftet. Es erfolgte die Deportation ins Konzentrationslager Dachau, anschließend die Überstellung ins KZ Mauthausen, wo er im Dezember 1939 ermordet wurde. Seit 1948 erinnert eine Gedenktafel, die heute im Foyer der Salzburger Landespolizeidirektion zu finden ist, an die von den Nationalsozialisten ermordeten Exekutivbeamten, die auch ein Naheverhältnis zum austrofaschistischen Regime pflegten.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Hildegard Schmalnauer stammt aus dem oberösterreichischen Strobl und bewohnte die Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. 1940 wurde sie als 24-jährige im Rahmen der “Aktion T4” nach Hartheim deportiert und dort ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZJugendliche explizit erwähnt
Herbert Schmalzbach-Pirak wurde am 11. August 1929 dem Ehepaar Maria und Oskar Schmalzbach-Pirak geboren. Im Februar 1939 ging die Familie nach Frankreich. Dort wurden sie 1942 verhaftet und in das Camp de Drancy bei Paris transferiert. Am 9. September 1942 wurde die dreiköpfige Familie nach Auschwitz deportiert. Der Vater Oskar Schmalzbach starb dort am 27. Januar 1943. Die Todesdaten von Marie und Herbert, welche vermutlich direkt bei ihrer Ankunft in Auschwitz vergast wurden, sind nicht näher bekannt.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Marie “Mitzi” Pirak wurde am 30. August 1901 in Salzburg geboren. Die jüdische Familie stammt ursprünglich aus Brno im heutigen Tschechien. Marie hatte drei Geschwister, die Familie betrieb in der Linzer Gasse 53 ein Modegeschäft. Marie Piraks Vater Leopold Pirak war ein Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburgs. Marie heiratete am 19. August 1928 den Handlungsreisenden Oskar Szijo Schmalzbach, welcher am 6. Dezember 1890 in Jaroslau geboren wurde. Am 11. August 1929 wurde der gemeinsame Sohn Herbert geboren. Nach dem “Anschluss” 1938 musste die Familie Pirak das Geschäft in der Linzer Gasse unter Wert verkaufen, welches sich ein Salzburger Kleinhändler aneignete. Maries Mutter und ihre drei Geschwister konnten aus dem nationalsozialistischen Regime ins US-Exil flüchten. Marie, Oskar und Herbert bekamen kein Visum und gingen 1939 nach Frankreich. Dort wurden sie 1942 verhaftet und in das Camp de Drancy bei Paris transferiert. Am 9. September 1942 wurde die dreiköpfige Familie nach Auschwitz deportiert. Oskar Schmalzbach starb dort am 27. Januar 1943. Die Todesdaten von Marie und Herbert, welche vermutlich direkt bei ihrer Ankunft in Auschwitz vergast wurden, sind nicht näher bekannt.
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| Pirak | Mitzi | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Karoline Schmerold wurde am 17.4.1878 in Hallein geboren und wuchs als sogenannte „Armenversorgte” im Armenhaus der Schulschwestern in der Pfarrgasse auf. Sie wurde mehrmals in die „Landes Heil- und Pflegeanstalt Salzburg-Lehen" eingewiesen. Im Oktober 1935 wurde sie abermals mit der Diagnose „manisch-depressives Irresein” in der Klinik aufgenommen. Am 16.4.1941 wurde sie mit dem ersten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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Religiöser Widerstand
Wilhelm Schmid wurde am 12. März 1896 in Salzburg geboren und katholisch getauft.
Er studierte Rechtswissenschaften in Wien und war Mitglied der katholischen Verbindung Maximiliana im Österreichischen Cartellverband (ÖCV). Politisch profilierte er sich als Vertreter einer eigenständigen österreichischen Identität: 1927 begründete er die „Österreichische Aktion“, die katholisch und monarchistisch ausgerichtet publizistisch gegen Großdeutschtum, Nationalsozialismus und die Anschlussbewegung auftrat.
Ebenfalls seit 1927 gab er die Zeitschrift Vaterland. Blätter für katholisches Österreichertum heraus, was ihm im deutschnational geprägten Salzburg heftige Anfeindungen einbrachte. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurde er als politischer Gegner verfolgt; bei Hausdurchsuchungen wurde ein Großteil seiner Privatbibliothek beschlagnahmt und im April 1938 auf dem Residenzplatz verbrannt.
Schmid verweigerte den Führereid und geriet mehrfach in Polizei- und Justizhaft, zuletzt wegen angeblicher „heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei“. Er überlebte den Nationalsozialismus, blieb jedoch nach 1945 weitgehend unbeachtet. Wilhelm Schmid starb am 16. Dezember 1972 im Alter von 76 Jahren in Salzburg.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Opfer der NS JustizFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Berta Schmidberger wurde am 22. Juli 1938 in Wien geboren. Ihre Mutter Friederike Schmidberger kam aus Vigaun bei Hallein, wurde katholisch getauft und wuchs in prekären Verhältnissen bei ihrer ledigen Mutter auf. Friederike Schmidberger war demnach keine Jüdin und auch nicht durch die “Nürnberger Rassegesetze” verfolgt. Ihr Partner, Nathan Fogel, war aber Jude, weswegen ihre beiden Kinder Berta und Stanislaus als “Halbjuden” Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Nathan Fogel wurde im November 1938 aus Österreich vertrieben und konnte die Terrorjahre in Polen überleben. Friederike gab ihre beiden 1935 und 1938 geborenen Kinder in das Kinderheim der Stadt Salzburg, um alleine ihren vertriebenen Lebenspartner in Polen zu suchen. Friederike versuchte lange zu verheimlichen, dass der Vater ihrer Kinder jüdisch war, um ihre Kinder vor Verfolgung zu schützen. Nicht erfolgreich kehrte sie aus Polen nach Hallein zurück und nahm ihre Kinder zurück zu sich. In Hallein arbeitete sie in einem Reservelazarett als Kanzleikraft, als die Behörden in Hallein Verdacht wegen ihrer unehelichen Kinder schöpften und den Kindsvater ermitteln konnten. Friederike wurde sofort entlassen. Danach beantragte die Behörde Hallein wiederholt, dass die beiden Kinder deportiert werden sollten. Die Mutter mit ihren Kindern musste sich wiederholt bei der Gestapo Salzburg melden. Anfang 1945 holte die Gestapo die beiden Kinder ab, Friederike konnte ihre Kinder nur deshalb begleiten, weil sie sich freiwillig zur Jüdischen Gemeinschaft bekannte. Gemeinsam wurden sie im Polizeigefängnis eingeliefert und am 14. Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert. Alle drei überlebten das NS-Regime und kehrten nach Salzburg zurück, wohin auch der Vater Nathan Fogel 1946 zurückkehrte.
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Orte des Terrors - JustizFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Hilde Schmidberger wurde am 1. November 1925 in Salzburg als jüngeres Kind einer ledigen Frau, die als Dienstmädchen und Bürogehilfin arbeitete, geboren. Ihre Mutter verließ Anfang der 1930er Jahre die Stadt und ließ das kleine Kind zurück. Hilde wuchs demnach in verschiedenen Pflegeanstalten und unter Aufsicht des Jugendamtes auf, obwohl ihr verheirateter Vater ebenfalls in Salzburg lebte. Sie absolvierte die Hauptschule mit gutem Erfolg, durfte aber als uneheliches Mädchen keine weitere Schulbildung genießen. Sie arbeitete dann als Hausmädchen und im Landeskrankenhaus. Während ihrer Jugend war sie einmal eine Woche im Jugendarrest wegen Diebstahls. Als 19-jährige war Hilde ab 21. November 1944 erneut in Polizeihaft. Sie wurde wegen Diebstahls eines Trachtenjäckchens und –hutes sowie eines Koffers mit Kleidungstücken am 23. November 1944 angezeigt. Die Kleidungsstücke wurden nach einem der ersten US-amerikanischen Bombenangriffe auf die Stadt Salzburg entwendet. Der Salzburger Oberstaatsanwalt Dr. Stephan Balthasar beantragte deswegen am 29. November 1944 die Todesstrafe für Hilde Schmidberger, da sie ein “Volksschädling” sei. Am 2. Dezember 1944 wurde bei einem zweistündigem Schnellverfahren das Todesurteil gefällt. Ihr Vater beantragte ein Gnadengesuch, welches kurzerhand abgewiesen wurde. Am 5. Dezember 1944 wurde sie nach München-Stadelheim überstellt und harrte dort 57 Tage in ihrer Todeszelle aus. Am 31. Januar 1945 wurde Hilde Schmidberger in München-Stadelheim mit dem Fallbeil durch den Scharfrichter Johann Reichhart geköpft.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Elisabeth Schmidl wurde am 26. Juni 1901 in St. Johann im Pongau geboren. Später lebte sie als Pflegling in der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau. Gegen den Willen und trotz Widerstands der pflegenden Ordensschwestern und anderer Mitarbeiter*innen wurden 1941 über hundert Bewohner*innen von dort gewaltsam in die Tötungsanstalt Hartheim transportiert. Als eines dieser NS-"Euthanasie”-Opfer wurde auch Elisabeth Schmidl am 21. April 1941 nach Oberösterreich deportiert und dort ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Beatrix, geborene Urbanek, Schmidt kam am 20. Januar 1866 in Brod, im heutigen Tschechien, zur Welt. Sie war verheiratet mit Gustav Schmidt, der Oberst der k.u.k. Monarchie war und gemeinsam hatten sie einen Sohn. Ihr Mann starb und die verwitwete Beatrix Schmidt lebte fortan in der Stadt Salzburg, wo ihr Schwager ein Haus in der Schwarzstraße besaß. Ab 1920 war Beatrix Schmidt mehrmals in stationärer Behandlung in der Landesheilanstalt Salzburg. Später war sie dort dauerhaft als Patientin. Sie wurde von der Landesheilanstalt am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Urbanek | - |
NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Herbert Schmittner wurde am 2.8.1940 in Meran geboren und mit drei Jahren vom Gaufürsorgeamt Hallein in die Wiener städtische Nervenklinik für Kinder eingewiesen. Dort wurde er am 5. August 1943 aufgenommen, am 20. August wurde eine „schwere Darmentzündung mit starken Durchfällen und Blutbeimischung” festgestellt. Sieben Tage später wurde dem Reichsausschuss in Berlin gemeldet, Herbert Schmittner benötige „dauernde vollständige Pflegebedürftigkeit”. Am 6.9.1943 wurde Herbert Schmittner im Alter von nur drei Jahren von den Nationalsozialisten ermordet. Im Brief an die Eltern stand, Herbert wäre „unerwartet” in den Morgenstunden gestorben.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Josefine Schneider wurde am 8. Juli 1906 in eine jüdische Familie in Wien geboren. Sie arbeitete als Verkäuferin unter anderem im Kleiderhaus L. Ornstein in der Getreidegasse 24 in Salzburg. Ihr damaliger Freund Franz Riedler war während des Austrofaschismus im kommunistischen Widerstand organisiert und verteilte unter anderem Flugblätter der “Roten Hilfe”, weshalb er zwei Monate in Haft war. Franz Riedler ging nach Spanien, um dort in den Internationalen Brigaden gegen das Franco-Regime zu kämpfen. Dabei wurde er schwer verwundet und starb am 8. Oktober 1937. Auch Josefine, die “rote Fini” genannt, wurde aus politischen Gründen verfolgt, sodass sie in Salzburg ein “Aufenthaltsverbot” bekam. Sie ging nach Graz und Innsbruck, wo sie am 11. Mai 1938 verhaftet und am 24. Februar 1939 in das Frauen-KZ Lichtenburg deportiert wurde. Am 15. Mai 1939 wurde sie in das KZ Ravensbrück überstellt, wo sie Zwangsarbeit verrichten musste. Im Frühjahr 1942 wurde sie mit rund 1.600 Häftlingen im Zuge der “Sonderbehandlung 14f13”, also der Aktion T-4, nach Bernburg an der Saale gebracht und vergast. Der 7. April 1942 gilt als ihr offizieller Todestag.
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| "rote Fini"; Fina | - |
Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Anna Schneider wurde am 6. Dezember 1900 in Hallein geboren und war das älteste von sechs oder sieben Kindern des Ehepaares Mathilde, geborene Bumbicka, und Josef Schneider. Die Eltern verstarben bereits 1925 bzw. 1936. Anna Schneider verließ als 19-jährige Österreich und lebte insgesamt 22 Jahre im Ausland, zuerst in der Schweiz und dann in Frankreich. Sie arbeitete als Kindermädchen, Hausangestellte und Sekretärin in Paris und kehrte 1941 nach Hallein zurück. Ab November 1942 arbeitete sie in Zell am See als Beschließerin im Hotel Lebzelter. Auf einer Zugfahrt am 30. September 1943 nach Hallein unterhielt sie sich mit französischen Zivil-/Zwangsarbeitern, wobei sie sich positiv über die Verhältnisse in der Sowjetunion geäußert haben soll. Dabei hörte die Mitreisende Marie Luise von Szabel, eine Offiziersgattin aus Salzburg, schweigend zu und denunzierte Anna Schneider. Sie wurde festgenommen und am 18. Januar 1944 nach Berlin-Moabit überstellt, wo ihr ein Prozess wegen “Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung” gemacht wurde. Sie wurde am 25. April 1944 zum Tode verurteilt und am 9. Juni 1944 in Berlin-Plötzensee enthauptet.
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Homosexuelle OpferKZ Opfer
Otto Schneider wurde am 12. Dezember 1882 in Wels geboren und war von Beruf Ballettmeister in Salzburg. Er mietete eine Wohnung in der Lasserstraße 23, einer Liegenschaft, die der Salzburger Jüdin Gisela Jellinek gehörte. Nach dem “Anschluss” 1938 wurde das Gebäude den jüdischen Ehepaar Jellinek weggenommen und an die Ehefrau des Arztes Scheuba, Maria Scheuba, gegeben. Das Ehepaar Jellinek wurde aus Salzburg vertrieben und 1943 in Theresienstadt ermordet. Otto Schneider wurde im Oktober 1939 vermutlich aufgrund einer Denunziation wegen seiner sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt. Am 20. Januar 1941 wurde er in das Konzentrationslager Dachau deportiert und musste die nationalsozialistische Zwangskennzeichnung des grünen Winkels tragen (“Polizeiliche Sicherungsverwahrung”). Am 12. Juli 1941 wurde er in das KZ Buchenwald überstellt, und dort am 30. November 1941 aufgrund seiner sexuellen Orientierung ermordet.
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Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Charlotte Schneider, geb. Willheim, wurde am 30. August 1876 in Groß-Meseritsch (Mähren) geboren. Mit ihrem Ehemann Karl Schneider zog sie nach St. Johann i. P. Das jüdische Ehepaar erwarb im Jahr 1910 das “Judenreithaus” Nr. 26 und hatte gemeinsam zwei Kinder namens Else und Friedrich. Karl Schneider war von Beruf Schneider und besaß ein Geschäft. Bereits seit 1932 betrieben Gemeindevertreter der NSDAP antisemitische Hetze gegen das Geschäft und die Familie. Nach dem “Anschluss” 1938 wurde das Geschäft bewacht, um Personen, die weiterhin dort einkauften, ausfindig zu machen. Der Besitz des Ehepaares wurde schließlich arisiert und Charlotte und Karl Schneider nach Wien abgeschoben. Ihre letzte Wohnadresse war in der Grünentorgasse 10. Anschließend wurde das Ehepaar am 23. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo Karl Schneider am 28. Juni 1942 starb. Charlotte Schneider wurde am 8. September 1942 aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Chelmno deportiert und einen Tag später in einem Gaswagen durch die Nationalsozialisten ermordet.
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| Willheim | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Karl Schneider wurde am 10. November 1876 in Gratzen (Böhmen) geboren. Nach seiner Heirat mit Charlotte Schneider, geb. Willheim, zog das Ehepaar nach St. Johann i. P. Das jüdische Ehepaar erwarb im Jahr 1910 das “Judenreithaus” Nr. 26 und hatte gemeinsam zwei Kinder namens Else und Friedrich. Karl Schneider war von Beruf Schneider und besaß ein Geschäft. Er galt in St. Johann als “Arme-Leut”-Schneider, da er bedürftigen Menschen einen Preisnachlass gewährte. Bereits seit 1932 betrieben Gemeindevertreter der NSDAP antisemitische Hetze gegen das Geschäft und die Familie. Nach dem “Anschluss” 1938 wurde das Geschäft bewacht, um Personen, die weiterhin dort einkauften, ausfindig zu machen. Der Besitz des Ehepaares wurde schließlich arisiert und Charlotte und Karl Schneider nach Wien abgeschoben. Ihre letzte Wohnadresse war in der Grünentorgasse 10. Anschließend wurde das Ehepaar am 23. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo Karl Schneider am 28. Juni 1942 starb.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Katharina Schnell wurde am 31. Jänner 1881 in Radstadt geboren. Im Zuge der “Aktion T4” wurde sie am 21. April 1941 mit dem ersten von insgesamt drei Transporten aus der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die NS-"Euthanasieanstalt” Hartheim deportiert und dort noch im selben Jahr ermordet.
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| Schulters | - |
NS-Euthanasie
Georg Schnöll wurde im Jahr 1875 geboren, stammte aus Oberalm, war römisch-katholisch und verheiratet. Am 21.4.1941 wurde er in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort von den Nationalsozialisten ermordet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Johanna Schnöll wurde am 21.1.1887 in Längenfeld in Tirol geboren und arbeitete als Dienstmädchen. Ihr Geburtsname ist unbekannt. 1907, nach ihrer Heirat mit Johann Schnöll, zog das Paar nach Hallein und bekam zusammen sechs Kinder. Drei davon starben bereits im frühen Säuglings- bzw. Kleinkindalter. Auch ihr Ehemann starb im November 1930 nach schwerer Krankheit. Im Februar 1931 wurde sie erstmals, begleitet durch ihren Sohn Josef, in die „Landes Heil- und Pflegeanstalt Salzburg-Lehen" aufgenommen. Hier berichtete sie von Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Freudlosigkeit und Selbstmordgedanken – Symptome, welche zur Diagnose Melancholie führten. Einige Monate später wurde sie abermals auf eigenen Wunsch in der Klinik aufgenommen, die Diagnose lautete dieses Mal Klimakterische Psychose. Der Zustand von Johanna Schnöll verschlechterte sich rapide; im Februar 1933 hörte sie Stimmen, ab September desselben Jahres sprach sie nicht mehr und ab 1934 wurde sie mittels einer Sonde ernährt. Der letzte Eintrag der Krankenakte ist auf den 17. Oktober 1940 datiert. Am 16.4.1941 wurde sie mit dem ersten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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Rudolf Schober wurde am 6.3.1910 in Traun bei Linz geboren, lebte ab 1934 in Hallein und wurde im Jahr 1939 wegen „Dienstpflichtverweigerung am Arbeitsplatz“ verhaftet und in das Gefangenenhaus Salzburg überstellt. Ende August 1940 war er wieder in Hallein gemeldet, ein Jahr später wurde er in das KZ Flossenbürg verschleppt. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 2827. Das Projekt Stolpersteine Hallein erklärt seine Inhaftierung im KZ mit einem Erlass des Innenministeriums zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung durch die Polizei: „Damit wurde die Vorbeugehaft für sogenannte Berufs- oder Gewohnheitsverbrecher reichsweit standardisiert und auf Personen ausgeweitet, die durch ihr asoziales Verhalten eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellten.“ Ein Jahr später wurde er in das KZ Dachau überstellt, wo er unter der Häftlingsnummer 38289 registriert wurde und den Schwarzen Winkel, der für sogenannte „Asoziale“ vergeben wurde, tragen musste. Als Todesdatum wurde der 18.6.1943 vermerkt.
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Soldaten - DeserteureJugendliche explizit erwähnt
Überzeugt, von russischen Truppen eingekreist zu sein, desertierte der deutsche Obergefreite Alfred Schoetz in den letzten Kriegstagen und flüchtete sich in den britisch besetzten Lungau. In Mariapfarr traf der 20-Jährige jedoch erneut auf seine Kompanie und wurde ein paar Tage nach Kriegsende von dieser festgenommen. Auf Initiative des Oberleutnants Hans Müller wurde ohne Militärgerichtsverfahren durch eine Abstimmung unter den Kameraden die Exekution des “Fahnenflüchtlings” beschlossen, ein Exekutionskommando unter Leutnant Dorn erschoss ihn daraufhin nachts auf einem Feld und verscharrte seine Leiche. Dem Vater sendete man einen Brief mit vorgetäuschter Todesursache. Trotzdem brachte Alfred Schoetz sen. eine Anzeige wegen Mordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein. Müllers Vernetzung in der deutschen Nachkriegsjustiz – er war als Jurist bei jener Stelle tätig, die gegen ihn ermittelte – bedingte, dass es erst 1949 nach mehrfachen Interventionen zu einer Verurteilung kam. Drei Beteiligte wurden, stark abgemildert, schuldig gesprochen – darunter Dorn und Müller, Letzterer verurteilt zu 3,5 Jahren Haft wegen “Totschlags in mittelbarer Täterschaft”.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Schreder wurde am 13. Juni 1903 in Salzburg geboren und war die Tochter der ledigen Anna Schreder, welche als Dienstmädchen in Salzburg arbeitete. Anna Schreder war ebenfalls als Dienstmädchen tätig. Sie wechselte mehrmals in Salzburg ihre Arbeits- und Wohnstelle. Anna Schreder war erstmals 1925 in stationärer Behandlung und anschließend einige Jahre im Schloss Wallersee zur Pflege. Danach kam sie stationär als Patientin in die Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnen
Man sei etwas weiter weg vom Schuss, man müsse nicht alle Sachen mitmachen, die in Wien vonstatten gingen – dies waren die Motive Kurt Schreiers, sich im September 1939 zur Arbeit am Tauernkraftwerk Kaprun verpflichten zu lassen. Kurt Schreier war einer von 25 Juden, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1939 in Kaprun unter widrigsten Bedingungen arbeiteten. Ab Oktober war er, mit anderen Juden auf 1.600 Meter Höhe von der Außenwelt isoliert, dafür verantwortlich, ein Plateau für die Sperre auszuheben und Felsen zu sprengen. Die Arbeiten wurden mit November 1939 eingestellt, da bereits Schneefall eingesetzt hatte. Infolgedessen brachte man die in Kaprun beschäftigten Juden wieder nach Wien. Über den weiteren Verbleib Kurt Schreiers ist bisher nicht mehr bekannt, es darf jedoch vermutet werden, dass er wie Oskar Sitzmann über ein britisches Internierungslager auf Mauritius nach Palästina flüchtete.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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Politischer WiderstandReligiöser Widerstand
Johann Schroffner, geboren am 10. Mai 1891 in Thalgau, trat nach der Matura in das Salzburger Priesterseminar ein und wurde 1915 zum Priester geweiht. Als Kooperator war er bis 1931 in unterschiedlichen Salzburger und Tiroler Gemeinden tätig, 1936 wurde er schließlich mit der Pfarre in Oberndorf im Bezirk Kitzbühel betraut. Schroffner galt als Anhänger des Austrofaschismus und war auch Mitglied der Vaterländischen Front. Aufgrund regimekritischer Aussagen wurde er am 2. August 1939 verhaftet und nur wenige Tage später, am 10. August, in das KZ Dachau deportiert. Von dort aus brachte man ihn in das KZ Buchenwald, wo er am 14. April 1940 ermordet wurde.
Verbundene Erinnerungsorte
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal840
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal558
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal854
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal19
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NS-Euthanasie
Der gebürtige Thalgauer Franz Schroffner, Bruder des 1939 in Buchenwald ermordeten Priesters und Anhängers des austrofaschistischen Regimes Johann Schroffner, wurde am 9. Jänner 1900 in Thalgau geboren. Nach einem Aufenthalt in der Landesnervenheilanstalt Salzburg wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im selben Jahr ermordet.
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Politischer Widerstand
Anton Schubert wurde am 19. September 1910 im heutigen Tschechien geboren und war von Beruf Elektrotechniker und Gewerbeschullehrer. Er war verheiratet mit Elisabeth Weinzierl. Gemeinsam hatten sie zwei Kinder namens Anton und Elisabeth. Die Familie wohnte in Salzburg und Anton war bis zum Verbot 1934 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und Gruppenführer des Republikanischen Schutzbundes. Anton sowie sein Bruder Richard Schubert traten nach dem “Anschluss” 1938 der illegalen Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei. Anton Schubert war Mitglied der KPÖ-Landesleitung und warb zahlreiche Leute für den Widerstand an. Als 1942 das Widerstandsnetzwerk durch einen Gestapo-Spitzel infiltriert wurde, wurde auch Anton Schubert am 17. Januar 1942 verhaftet. Am 6. April 1943 wurde er vom “Volksgerichtshof” wegen “Zersetzung der Wehrkraft” und “Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Er wurde am 22. Juli 1943 in München-Stadelheim enthauptet. Auf Bitten Anton Schuberts Mutter Thekla las der Gnigler Pfarrer Franz Dürnberger eine Messe für den Verstorbenen, woraufhin dieser in das KZ Dachau deportiert wurde, jedoch im April 1945 befreit werden konnte. Antons Sohn Anton jun. starb am 29. Mai 1945, als eine Flakgranate beim Gnigler Bahnhof explodierte. Seine Ehefrau und die Tochter überlebten den Terror.
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NS-Euthanasie
Karl Schuch wurde am 2. Januar 1880 in Teplice im heutigen Tschechien geboren. Er war ledig und von Beruf Tierarzt und Veterinärinspektor in Vorarlberg und Tirol. Ab 1915 verlagerte sich sein Arbeitsgebiet nach Salzburg. Im Oktober 1939 wurde Karl Schuch, mittlerweile pensioniert, als Patient in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Soldaten - DeserteureIndividueller Widerstand
Johann Schuchlenz wurde am 18. März 1910 in Heiligenkreuz in der Steiermark geboren und war mit Irma Schauberger verheiratet. Die beiden waren von Beruf Schausteller und zogen mit ihrem Wohnwagen umher. Im April 1939 strandeten sie in der Stadt Salzburg im Volksgarten, wo ihr Wohnwagen polizeilich registriert wurde. Johann Schuchlenz wurde in die Wehrmacht eingezogen und war in Italien stationiert. Dort wechselte er die Fronten und schloss sich der Resistenza Italiana an. Er geriet aber in die Fänge eines Wehrmachts- oder SS-Kommandos und wurde am 13. April 1945 wegen Desertion und “Kriegsverrats” in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ermordet.
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NS-Euthanasie
Alfred Schuech wurde am 11. April 1893 in Pollham bei Grieskirchen in Oberösterreich geboren. Er war das einzige Kind des Ehepaares Mathilde und Friedrich Schuech. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Alfred Schuech war in einer Gärtnerei beschäftigt und wurde erstmals im Dezember 1923 in der Landesheilanstalt Salzburg stationär aufgenommen. Der Vater Friedrich Schuech starb 1930. Seine Mutter Mathilde befand sich ab 1932 in einem Pflegeheim. Alfred Schuech wurde am 17. April 1941 von der Landesheilanstalt Salzburg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Alfred Schulhof wurde am 12. Juni 1881 in Prag in eine jüdische Familie geboren. Er selbst konvertierte zum evangelischen Glauben und lebte ab 1909 in Innsbruck. Er war verheiratet und hatte vier Söhne. Die Ehe wurde in den 1920er Jahren geschieden und Alfred Schulhof zog nach Salzburg, wo er als Buchsachverständiger und Organisator der RUF-Buchhaltungs-AG tätig war. In Salzburg lebte er in der Villa Rudolfskai 52. Alfred Schulhof flüchtete nach dem “Anschluss” 1938 nach Prag. Von Prag aus wurde er am 24. Oktober 1942 nach Theresienstadt und am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
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Individueller WiderstandOrte des Terrors - KZ
Hermann Schumacher wurde am 16. November 1909 in Salzburg geboren. Seit 1938 wirkte er als Kooperator (Kaplan) in St. Johann im Pongau. Wegen eines Briefwechsels mit einer jüdischen Familie in Zell am See wurde er am 3. September 1943 von der Gestapo verhaftet. Nach der Überstellung ins Polizeigefängnis Salzburg deportierte man ihn am 11. Oktober 1943 in das Konzentrationslager Dachau. Dort war er bis kurz vor Kriegsende am 10. April 1945 inhaftiert. Er verstarb am 18. Mai 1959 in Sankt Gilgen. Sein Schicksal steht exemplarisch für die Verfolgung von Menschen, die im Nationalsozialismus Solidarität mit jüdischen MitbürgerInnen zeigten.
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Elisabeth Schuhmann wurde am 13. Juni 1888 in Merseburg an der Saale als jüngeres von zwei Kindern des Ehepaares Emma, geborene Sonntag, und Alfred Schuhmann geboren. Sie studierte Gesang in Dresden und Berlin und hatte zahlreiche Engagements in Hamburg, New York und Wien. Elisabeth Schuhmann war mit dem Architekten Walther Puritz verheiratet, von welchem sie sich jedoch scheiden ließ. Sie hatte einen 1914 in Wien geborenen Sohn namens Gerd. 1919 heiratete sie den Pianisten und Dirigenten Oscar Alwin, welcher vom jüdischen Glauben zum evangelischen übergetreten ist. Gemeinsam zogen sie nach Wien, wo sie über 190 Auftritte hatte. Sie trat auch in Salzburg auf. 1933 ließ sich das Paar scheiden und Elisabeth Schuhmann war fortan mit dem jüdischen Arzt Hans Krüger liiert. Im Winter 1937 ging sie auf Konzerttournee nach England, wo sie nach dem “Anschluss” im März 1938 blieb. Dort heiratete sie Krüger am 15. August 1938. Gemeinsam wanderten sie in die USA aus und ließen sich dort 1942 scheiden. Sie gab noch einige Konzerte und arbeitete anschließend als Gesangspädagogin. Im November 1944 erhielt sie die US-Staatsbürgerschaft. Sie starb am 23. April 1952 in New York.
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NS-Euthanasie
Sebastian Schwabel wurde am 22. September 1870 in Radstadt geboren. Am 17. April 1941 wurde er mit dem zweiten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” aus der “Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 NS-"Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Georg Schwaighofer, geboren 1928, aus Hallwang war Bewohner der Caritasanstalt St. Anton. Er wurde 1941 nach Hartheim deportiert und dort mit nur 13 Jahren ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-Euthanasie
Herbert Schwarz wurde am 27. März 1918 in Salzburg geboren. Seine Mutter war ledig und emigrierte ohne ihr Kind 1922 in die USA. Herbert Schwarz lebte bei seinen Großeltern und als diese starben bei seiner Pflegemutter Sophie Schwarz in Itzling bei Salzburg. Herbert Schwarz konnte keinen Beruf erlernen und war ab November 1935 Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer Widerstand
Nikolaus Schwarz wurde am 28. Februar 1898 in Fließ in Tirol geboren und war seit 1922 Eisenbahner der Österreichischen Bundesbahnen. Nach dem “Anschluss” 1938 wurde er als technischer Inspektor in die Deutsche Reichsbahn übernommen. Als patriotischer Österreicher, der sich der deutschen Herrschaft nicht fügen wollte, wurde Nikolaus Schwarz zwei Mal strafversetzt. So kam er nach Bruck an der Großglocknerstraße und schließlich in der Funktion eines Lageraufsehers nach Parsch in Salzburg, wo in einem Reichsbahnlager Kriegsgefangene Zwangsarbeit verrichten mussten. Bereits 13 Tage nach seiner Strafversetzung in das Reichsbahnlager Parsch, am 7. April 1943, durchsuchten Gestapo-Beamte sein Zimmer und konnten dabei ein Schriftstück feststellen, welches in deutscher und französischer Übersetzung zum gemeinsamen bewaffneten Widerstand aufrief. Am 3. Dezember 1943 wurde er vom “Volksgerichtshof” im Landesgericht Salzburg wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Nikolaus Schwarz wurde am 10. Februar 1944 in München-Stadelheim enthauptet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeGestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Walter Schwarz wurde am 30. Dezember 1884 in die jüdische Familie Schwarz in Wien geboren. Er hatte fünf Geschwister. Sein Vater Samuel Löbl Schwarz gründete 1881 in Graz das äußerst beliebte Kaufhaus S.L. Schwarz. In Salzburg wurde die Zweigstelle am Alten Markt 12 im Jahr 1908 gegründet. Walter Schwarz war bis 1938 Gesellschafter, Geschäftsleiter und Miteigentümer der Liegenschaften Alter Markt 12, Kranzlmarkt 4 und Sigmund Haffnergasse 3, welche die Nationalsozialisten allesamt enteigneten. Ebenfalls befand sich am Alten Markt 12 neben dem Kaufhaus die ebenso von Schwarz gegründete “Neue Galerie” welche expressionistische Werke ausstellte, darunter solche von Egon Schiele oder der Künstlergruppe “Der Wassermann”. Von 1922 bis 1924 war Walter Schwarz Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburgs und bis 1935 Obmann der Zionistischen Ortsgruppe. Neben seinen Immobilien wurde auch seine Kunstsammlung enteignet. Nach dem “Anschluss” wurde Schwarz noch im März festgenommen, aber wieder freigelassen. Im August 1938 erfolgte eine erneute Festnahme und Überstellung in das Gestapo-Hauptquartier nach München. Laut Totenschein beging Walter Schwarz in Gestapo-Haft am 1.9.1938 angeblich Suizid.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Johann Schweitzer wurde am 14. Januar 1913 in Budapest geboren und war von Beruf Installateur und Spengler. Er wohnte in Salzburg bei seiner geschiedenen Mutter Therese Binder und war Mitglied der sozialdemokratischen Jugendorganisationen, der Kinderfreunde, Roten Falken und des Arbeiter-Turn-und Sportvereins. Nach dem “Anschluss” 1938 trat er 1940 der illegalen Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei und wurde Leiter einer Widerstandszelle. Als das Widerstandsnetzwerk Anfang 1942 durch einen Gestapo-Spitzel aufgedeckt wurde, wurde auch Johann Schweitzer am 20. Mai 1942 in der Wohnung seiner Mutter verhaftet. Er wurde zunächst ins Polizeigefängnis gebracht und dann im Juni 1942 in das KZ Sachsenhausen deportiert und im Februar 1943 nach Berlin-Plötzensee überstellt. Dort wurde ihm am 19. Februar 1943 der Strafprozess wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” gemacht, bei welchem er zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Am 11. März 1944 kam Johann Schweitzer im Zuchthaus Lüttringhausen bei Remscheid zu Tode.
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Religiöser WiderstandOrte des Terrors - Justiz
Johann Schwingshackl wurde 1896 in Südtirol geboren und wuchs in einer Bergbauernfamilie auf. Zunächst in der Landwirtschaft tätig, entschloss er sich erst mit 24 Jahren, das Gymnasium in Brixen zu besuchen. Der Erste Weltkrieg unterbrach diesen Bildungsweg; nach Kriegsgefangenschaft in Russland legte er 1919 die Matura ab.
1920 trat er in den Jesuitenorden ein. Es folgten Studien der Philosophie und Theologie in Innsbruck und Krakau sowie 1924 die Priesterweihe. Nach einer schweren Lungenerkrankung wirkte er ab 1928 im Canisianum in Innsbruck, später in St. Andrä im Lavanttal und in Straßhof bei Wien. 1938 übernahm er die Leitung der Pfarre St. Martin in Wien.
Seine kritische Haltung gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie führte zu wiederholten Konflikten mit den Behörden. Versetzungen und Einschränkungen seiner seelsorglichen Tätigkeit waren die Folge; zuletzt wurde ihm in Bad Schallerbach ein Predigt- und Jugendseelsorgeverbot auferlegt. Im Februar 1944 erfolgte seine Verhaftung. Am 27. Oktober 1944 verurteilte ihn der Volksgerichtshof in Salzburg wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ zum Tod.
Johann Schwingshackl starb im Februar 1945 im Gefängnis München-Stadelheim an Tuberkulose. Seit 1985 befindet sich sein Grab in der Gruft der Jesuitenkirche in Innsbruck.
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Religiöser WiderstandKZ Opfer
Josef Schöfegger wurde am 4. August 1906 in Feldkirchen bei Mattighofen geboren und war mit Theresia Schöfegger verheiratet. Das Ehepaar lebte in Salzburg. Die beiden bekamen am 11. April 1937 eine gemeinsame Tochter namens Josefine. Josef Schöfegger war von Beruf Schuhmachermeister und die Familie war Teil der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Josef Schöfegger verweigerte aus Glaubensgründen den Kriegsdienst und wurde deswegen am 24. November 1939 verhaftet, am 4. Januar 1940 in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert und dort am 15. April 1940 ermordet. Seine Frau und Tochter überlebten das nationalsozialistische Gewaltregime.
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Anna Schönbacher, geborene Stöckl, wurde am 16. Oktober 1901 in Sankt Michael im Lungau geboren und war von Beruf Landarbeiterin. 1933 heiratete sie den Pferdeknecht Andreas Schönbacher und gemeinsam bekamen sie einen Sohn. Die Familie zog 1939 in die Stadt Salzburg. Andreas Schönbacher wurde in die Deutsche Wehrmacht eingezogen und war nur noch zu Fronturlauben zuhause. Anna Schönbacher wurde erneut schwanger. Ihre Freundin Elsa Gamper übernachtete des Öfteren bei der Familie Schönbacher und zeigte Anna wegen Abhörens des verbotenen Radiosenders BBC London bei der Gestapo an. Daraufhin wurde die denunzierte Schönbacher am 24. November 1943 von der Gestapo verhaftet und durch den berüchtigten Gestapo-Mann Georg König verhört und schwer misshandelt. Nach der Misshandlung erlitt Anna Schönbacher eine Fehlgeburt und starke Blutungen, woraufhin ihre Gebärmutter im Krankenhaus entfernt werden musste. Schönbacher wurde am 23. Juni 1944 ein Prozess wegen “Abhörens und Verbreitens von Feindnachrichten” sowie “Wehrkraftzersetzung” gemacht, bei welchem sie zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Während sie sich im Zuchthaus Aichach befand, erfuhr sie, dass ihr Ehemann im Krieg gestorben ist. Sie überlebte das Terrorregime und emigrierte mit ihrem Sohn, welcher während ihrer Haft in einem Kinderheim war, in den 1950er Jahren in die Schweiz.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Heinrich Schönberg wurde am 29. April 1882 in eine jüdische Familie in Wien geboren. Sein älterer Bruder ist der berühmte Komponist Arnold Schönberg. Heinrich arbeitete als Bassist und Opernsänger in Prag. Arnold und Heinrich konvertierten beide zum evangelischen Glauben. Am 6. Januar 1917 heiratete Heinrich in Wien die Salzburgerin Berta “Bertel” Ott, eine Tochter des “Großdeutschen” Bürgermeisters Max Ott aus der Stadt Salzburg. Heinrich und Berta lebten in Salzburg in direkter Nachbarschaft zum Chiemseehof mit der Familie Ott. Im Mai 1938 musste Heinrich aus der Wohnung ausziehen, da sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Regierungssitz der Nationalsozialist*innen befand und zog mit seiner Frau und Tochter Margit nach Salzburg Parsch. Am 10. März 1941 wurde Heinrich von der Gestapo verhaftet und am 24. April 1941 wurde er in das Inquisitenspital des Landesgerichtes eingeliefert, da er sich eine Sepsis zugezogen hatte. Im Krankenhaus wurde er vorerst aber nicht behandelt, weswegen die chirurgische Amputation seines Armes viel zu spät erfolgte. Am 1. Juni 1941 starb Heinrich Schönberger an den Folgen der Sepsis und Amputation.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Lotte Schöne, geborene Charlotte Bodenstein, wurde am 15.12.1891 in Wien als jüngeres von zwei Kindern des jüdischen Ehepaares Josefine, geborene Hilfreich, und Otto Bodenstein geboren. Ihr Vater war als Kaufmann in Wien tätig. Charlotte Bodenstein nahm als Sängerin den Künstlerinnennamen Lotte Schöne an. Sie war in erster Ehe mit Paul Schönwälder verheiratet und gemeinsam hatten sie einen Sohn namens Kurt, der am 4.7.1913 in Wien geboren wurde. Lotte Schöne wirkte in zahlreichen Produktionen an der Wiener Volksoper und Wiener Staatsoper mit. Sie trat 1921 der evangelischen Glaubensgemeinschaft bei und heiratete den Geschäftsmann Paul Flandrak in Berlin. Gemeinsam bekamen sie eine Tochter namens Inge Maria. Lotte Schöne sang auch von 1922 bis 1935 bei den Salzburger Festspielen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Wien wurde Lotte Schöne vertrieben, konnte keine Anstellung in Wien finden und ging dann zusammen mit ihrer Familie nach Paris. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Juni 1940 flüchtete sie nach Nizza im vom Vichy-Regime regierten Süden Frankreichs. Dort nahm sie einen falschen Namen an und konnte die Kriegsjahre bei Freunden überstehen. Sie wurde 1948 französische Staatsbürgerin und starb am 22.12.1977 in der Nähe von Paris.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Ludwig Franz Schönwald wurde am 30. Juli 1890 in eine jüdische Wiener Familie geboren. Sein Vater war Jude und seine Mutter ist vor der Heirat dem jüdischen Glauben beigetreten. Ludwig Franz Schönwald studierte Philosophie und promovierte am 6. Juli 1914 an der Universität Wien. Durch seine wissenschaftliche Tätigkeit war er viel im In- und Ausland tätig und verfasste zahlreiche journalistische Artikel. Anfang 1928 heiratete er in London die in Schlesien geborene Jüdin Isolde Pringsheim. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne namens Rudolf und Peter, welche 1928 bzw. 1929 zur Welt kamen. Nach der Wahl Hitlers zum Reichskanzler und der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 verließ die Familie Deutschland und zog nach Salzburg. Ludwig Franz Schönwald arbeitete für die Zeitung Salzburger Chronik und verfasste Theaterkritiken und Essays. Ein geplantes Buch, welches 1938 erscheinen sollte, wurde aufgrund des “Anschlusses” 1938 nicht mehr publiziert, da er ab da als Jude angefeindet wurde. Im Juni 1938 verließ die Familie Salzburg und ging nach Hamburg. Ludwig Franz Schönberg litt an Depressionen und beging Anfang Januar 1939 Suizid. Seine Frau und seine beiden Söhne konnten trotz KZ-Haft das nationalsozialistische Regime überleben.
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Politischer Widerstand
Kajetan Schörghofer wurde am 18.11.1906 in Hallein geboren und arbeitete als Chauffeur. Am 10. März 1942 wurde er als sogenannter Schutzhäftling in das KZ Sachsenhausen deportiert. Er wurde als „Politischer Häftling” kategorisiert und erhielt die Häftlingsnummer 41481. Im Oktober 1942 wurde er mit einem Krankentransport in das KZ Dachau (Häftlingsnummer 37447) gebracht. Anfang 1944 wurde er dann in das KZ Majdanek in Ostpolen deportiert und bekam die Häftlingsnummer 37447. Am 8.5.1944 wurde er in Majdanek ermordet.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Johann Seeber aus der Pongauer Gemeinde St. Veit war ein Bewohner der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. 1941 wird er mit nur zwölf Jahren nach Hartheim deportiert und ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Individueller Widerstand
Johann Seeber, geboren am 5. April 1902 in der Tiroler Gemeinde Jochberg, wurde am 22. April 1940 von der Gendarmerie Bruck verhaftet. Seeber soll sich bei einem Besuch des Bauern Ägyd Sulzenbacher abfällig über das NS-Regime geäußert haben. Er wurde in weiterer Folge wegen “Vergehen nach dem Heimtückegesetz” in das Amtsgericht Taxenbach eingeliefert. Bis dato ist nichts über seinen Verbleib bekannt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Orte des Terrors - KZ
Anton Seiler wurde am 19.11.1908 in Hallein geboren. Er war Hilfsarbeiter und ab 1934 im Gefängnis Garsten gemeldet. Fünf Jahre später kehrte er nach Hallein zurück und wurde nur wenige Tage nach seiner Ankunft, am 12. Juni 1939, verhaftet und in das Polizeigefangenenhaus Salzburg gebracht. Am 16. September wurde er zunächst in das KZ Dachau und am 27. September in das KZ Mauthausen überstellt. Als Sterbedatum ist der 5.12.1939 im Totenbuch des Konzentrationslagers angegeben.
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Individueller WiderstandKZ Opfer
Franz Gotthard Seiwald wurde am 12.10.1897 in Hopfgarten in Tirol geboren und war von Beruf Hilfsarbeiter und zeitweise Kundenwerber und Büroangestellter. Ab 1927 lebte er mit Unterbrechungen in der Stadt Salzburg und heiratete Käthe Seiwald. Er wurde in Wien von der Gestapo wegen „Vergehens nach dem Heimtückegesetz” verhaftet und in das KZ Dachau deportiert, wo er am 28. März 1942 als „Schutzhäftling” mit der Zwangskennzeichnung des roten Winkels registriert wurde. Er wurde dort vermutlich schwer misshandelt oder erkrankte stark. Da er nicht mehr als arbeitstauglich galt, wurde er am 12.8.1942 mit 82 weiteren KZ-Häftlingen unter der Tarnbezeichnung „Invalidentransport” oder „Sonderbehandlung 14f13” nach Hartheim gebracht und dort vergast.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Der gebürtige Ukrainer Wladimir Semjonowitsch Ostrogradski stammt aus dem Raum Krementschug und war als sogenannter “Ostarbeiter” beim Bau der Kraftwerks Kaprun zwangsverpflichtet. Er wurde im November 1942 als Jugendlicher zwangsrekrutiert und anschließend via Güterwaggon in den Tiroler Ort Wörgl gebracht, wo Ärzte ihn untersuchten. In weiterer Folge wurde er nach Kaprun deportiert, wo er bis Kriegsende arbeitete. Die rund zwölfstündigen Arbeitstage in Kaprun bestanden häufig aus dem Verladen und Zerschlagen von Steinen sowie dem Ausladen von Baumaterial, meist ohne ausreichend Schutzkleidung und ohne Bezahlung. Wladimir Semjonowitsch Ostrogradski überlebte die Zwangsarbeit, trug aber langfristige gesundheitliche Schäden davon. Zudem wurde ihnen nach ihrer Rückkehr in die Heimat vorgeworfen, mit den Nationalsozialisten kollaboriert zu haben; lange Zeit wurden sie nicht als Opfer gesehen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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Soldaten - Deserteure
Johann Sevignani wurde am 5.12.1921 in Ellmau in Tirol geboren und war das älteste von fünf Kindern des Ehepaars Rosa und Johann Sevignani. Die Familie lebte in Going am Wilden Kaiser. Die Mutter starb bereits 1932. Johann Sevignani war Landarbeiter und Melker. Von 1941 bis 1944 diente er in der Wehrmacht und war zuletzt Angehöriger des Grenadier-Regiments 673, welches im August 1944 an der Südostfront anlässlich der Kapitulation Rumäniens „zersprengt und aufgerieben” wurde. Johann Sevignani versuchte sich allein nach Going am Wilden Kaiser durchzuschlagen, da er vermutlich annahm, dass der Krieg vorbei sei. Am 22. Oktober 1944 gelangte er nach Österreich und wurde in Bromberg bei Wiener Neustadt von einem Gendarmen aufgehalten, der die Identität des Soldaten herausfinden wollte. Daraufhin kam es zu einem Gerangel und aus Sevignanis Gewehr löste sich ein Schuss, der den Gendarmen tödlich verletzte. Sevignani floh abermals und wurde am 11. November 1944 in Radstadt festgenommen und vor ein Kriegsgericht der Division 188 gestellt. Er wurde am 25. Jänner 1945 wegen „Fahnenflucht und Mordes” zum Tode verurteilt. Am 13.3.1945 wurde Johann Sevignani am Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg erschossen.
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Politischer Widerstand
Franz Seywald wurde am 9.5.1891 in Linz geboren und studierte Rechtswissenschaften in Wien, wo er auch Mitglied der katholischen Studentenverbindung „Austria Wien” und im österreichischen Cartellverband (ÖCV) war. Ab 1919 war er als Verwaltungsjurist im Amt der Salzburger Landesregierung tätig. Er heiratete 1925 Margarethe Baumgartner. Gemeinsam bekamen sie drei Söhne. 1931 wurde Franz Seywald zum Bezirkshauptmann von St. Johann im Pongau und nach dem „Anschluss” 1938 in den Zwangsruhestand versetzt. Aufgrund seiner politischen Tätigkeiten im Austrofaschismus stand er ab März 1938 unter genauer Beobachtung. Am 20. März 1944 wurden Franz Seywald, seine Frau und der älteste Sohn von der Gestapo aufgrund einer Denunziation verhaftet. Der Vorwurf gegen die Familie lautete, Feindsender gehört zu haben, und es kam zu einem öffentlichen „Volksgerichtsprozess”, bei welchem Franz Seywald wegen „Wehrkraftzersetzung” und „Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt wurde. Das Verfahren wurde in den nationalsozialistischen Zeitungen zu Propagandazwecken groß aufgebauscht. Der am 22. Juli 1944 zum Tode verurteilt Seywald starb bereits am 24.7.1944 in seiner Einzelzelle in der Haftanstalt Salzburg. Die offizielle Todesursache lautete „Selbstmord durch Erhängen”, wobei dies angezweifelt werden kann. Seine Frau und Kinder überstanden die Terrorjahre des NS-Regimes.
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Alliierte Soldaten
Der vormalige Möbeldesigner aus Streatham/South London war während des Weltkriegs als Bombenschütze im Squadron No. 619 der Royal Air Force tätig. Am 25. April 1945 flog er an Bord der Lancastermaschine LM756 F-Freddy mit der eingespielten britisch-kanadischen Crew (Fred Cole, Wilfred DeMarco, Norman Johnston, Edward Norman, Arthur Sharman, Jack Speers, Gordon Walker) von der britischen Basis in Strubby/Lincolnshire aus einen letzten Luftangriff der RAF auf die SS-Kasernen und Hitlers Quartier am bayrischen Obersalzberg. Nach dem Bombenabwurf kam der Flieger dabei selbst unter Beschuss und stürzte im Salzburger Ort Adnet ab. Vier Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, nur Cole, Sharman und Speers konnten sich durch Fallschirmabsprünge retten. Sharman wurde u. a. schwer am Bein verletzt. Er wurde von deutschen Soldaten aufgegriffen und als Kriegsgefangener nach Salzburg gebracht, bis er am 13. Mai 1945 von US-Truppen befreit wurde. Im Winter kehrte er nach England zurück, wo er die ehemalige Köchin der Zentrale in Strubby, Nancy Swift, heiratete.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Gertrude Siebinger stammt vermutlich aus dem niederösterreichischen Langenlois und bewohnte die Caritasanstalt St. Anton. 1942 wurde sie als 17-jährig in die Wiener Tötungsanstalt “Am Spiegelgrund” deportiert und dort ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Individueller WiderstandKZ Opfer
Franz Silberbauer wurde am 20.2.1880 in Steinerkirchen an der Traun geboren und war Beamter im Postamt am Hauptbahnhof Salzburg. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Freien Gewerkschaft. Er heiratete Elisabeth Silberbauer und das Paar lebte in der Stadt Salzburg. Am 3. Juni 1944 wurde Franz Silberbauer in seiner Wohnung von der Gestapo verhaftet, angeblich wegen Hörens „feindlicher” Radiosendungen. Der Polizeiarzt erklärte Franz Silberbauer für unzurechnungsfähig, damit kein Prozess geführt werden konnte; Silberbauer wurde daraufhin jedoch in der „Landesheilanstalt" Salzburg untergebracht. Von dort wurde er von dem berüchtigten Gestapo-Mann Georg König abgeholt und in das KZ Mauthausen deportiert. Er wurde dort am 12. August 1944 registriert und in das sogenannte „Sanitätslager” verlegt, welches in Wirklichkeit ein Todeslager war. Der genaue Tod kann nicht rekonstruiert werden, er wurde aber vom Landesgericht Salzburg mit 1.4.1945 für tot erklärt. Seine Ehefrau Elisabeth Silberbauer wurde wegen desselben Delikts am 10. Juni 1944 verhaftet und zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Sie überstand die NS-Terrorjahre und erfuhr erst nach ihrer Befreiung im Mai 1945, dass ihr Mann im KZ Mauthausen ermordet wurde.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZJugendliche explizit erwähnt
Egon Singer war das zweite Kind des jüdischen Paars Hugo und Paula Singer. Er kam am 20.4.1927 zur Welt. Im November 1938 musste die Familie Singer ihr Schuhhaus schließen und ihre Wohnung in der Franz-Josef-Straße 9 zugunsten einer Schauspielerin räumen. Zuerst flüchteten sie nach Wien und dann weiter in die damals noch freie Tschechoslowakei, welche im März 1939 zum „Reichprotektorat Böhmen und Mähren” wurde. Von Prag aus wurde die Familie am 12. Mai 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 17. Mai 1942 nach Lublin-Majdanek. Der 15-jährige Egon wurde am 23.9.1942 ermordet. Seine Eltern wurden ebenfalls in Lublin-Majdanek ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Hugo Singer wurde am 26.2.1896 in eine jüdische Familie in Wien geboren. Gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf übernahm er Anfang der 1920er Jahre ein Geschäft in der Dreifaltigkeitsgasse, welches fortan Schuhhaus Singer hieß. Rudolf Singer ging Mitte der 1920er Jahre wieder nach Wien zurück. Hugo heiratete Paula Weiszfeiler und gemeinsam bekamen sie zwei Söhne. Alfred wurde 1920 in Mödling geboren und starb bereits mit sieben Jahren am 2.2.1928. Er wurde am jüdischen Friedhof in Salzburg bestattet. Der zweite Sohn Egon kam am 20.4.1927 zur Welt. Im November 1938 musste die Familie Singer ihr Schuhhaus schließen und ihre Wohnung in der Franz-Josef-Straße 9 zugunsten einer Schauspielerin räumen. Zuerst flüchteten sie nach Wien und dann weiter in die damals noch freie Tschechoslowakei, welche im März 1939 zum „Reichprotektorat Böhmen und Mähren” wurde. Von Prag aus wurde die Familie am 12. Mai 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 17. Mai 1942 nach Lublin-Majdanek. Hugo Singer starb dort am 5.7.1942. Seine Ehefrau und der gemeinsame Sohn überlebten den NS-Terror auch nicht.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Paula Singer wurde am 23. März 1894 in die jüdische Familie Weiszfeiler in der Nähe von Pressburg geboren. Sie heiratete Hugo Singer und bekam mit ihm zwei Söhne, Alfred und Egon. Alfred Singer wurde 1920 in Mödling geboren und starb im Alter von sieben Jahren am 2. Februar 1938 in Salzburg. Der zweite Sohn Egon kam neun Monate davor am 30. April 1927 in Salzburg zur Welt. Im November 1938 musste die Familie Singer ihr Schuhhaus schließen und ihre Wohnung in der Franz-Josef-Straße 9 zugunsten einer Schauspielerin räumen. Zuerst flüchteten sie nach Wien und dann weiter in die damals noch freie Tschechoslowakei, welche im März 1939 zum “Reichprotektorat Böhmen und Mähren” wurde. Von Prag aus wurde die Familie am 12. Mai 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 17. Mai 1942 nach Lublin-Majdanek. Paula Singer wurde in Lublin-Majdanek ermordet, genauso wie ihr Ehemann und Sohn. Ihre Mutter und vier ihrer Geschwister wurden in Auschwitz ermordet.
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| Weiszfeiler | - |
Soldaten - DeserteureIndividueller Widerstand
Rupert Sinnhuber wurde am 8. Juni 1916 in Köstendorf bei Salzburg als jüngstes von vier Kindern geboren. Seine Eltern hießen Rosa und Rupert Sinnhuber, welche eine Landwirtschaft in Köstendorf betrieben. Rupert Sinnhuber arbeitete als landwirtschaftlicher Arbeiter und Mechaniker in Salzburg. Im Dezember 1938 wurde er in die Wehrmacht eingezogen und dem Wehrkreis XVIII unterstellt. Er wurde zum Kraftrad- oder Motorradmelder ausgebildet und am Frühjahr 1941 nach Jugoslawien geschickt, wo er in der Radfahr-Ersatz-Kompanie Nr. 402 diente. 1942 durfte er nach Salzburg zurückkehren, um am 25. Juni 1942 Gerda Erna Behlert zu heiraten. Danach wurde er zur Partisanenbekämpfung zurück nach Jugoslawien beordert, wo er sich aber nachweislich am 24. November 1944 dem 1. Österreichischen Freiheitsbataillon anschloss. Er starb im Kampf gegen die Nationalsozialisten im Mai 1945.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Pjotr Sitschni stammt aus der Ukraine und wurde als Jugendlicher mit anderen Bewohnern seines Dorfes zwangsrekrutiert. In weiterer Folge brachte man sie in Güterwaggons nach Wörgl, wo sie medizinisch untersucht wurden. Anschließend deportierte man sie nach Kaprun, wo Sitschni bis Anfang 1945 während des Kraftwerkbaus Zwangsarbeit verrichten mussten. Ab 1945 wurde er zur Firma Freitag nach Golling gebracht. Die rund zwölfstündigen Arbeitstage in Kaprun bestanden häufig aus dem Verladen und Zerschlagen von Steinen sowie dem Ausladen von Baumaterial, meist ohne ausreichend Schutzkleidung und ohne Bezahlung. Pjotr Sitschni überlebte die Zwangsarbeit, trug aber langfristige gesundheitliche Schäden davon. Zudem wurde ihnen nach ihrer Rückkehr in die Heimat vorgeworfen, mit den Nationalsozialisten kollaboriert zu haben; lange Zeit wurden sie nicht als Opfer gesehen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Oskar Sitzmann, von Beruf Verkäufer, wurde am 6. Mai 1918 in Wien geboren. Nur wenige Monate nach dem “Anschluss”, im September 1938, erfolgte Sitzmann Verhaftung und Internierung in das Konzentrationslager Buchenwald. (Häftlingsnummer 5343). Rund ein Jahr später, am 9. August 1939, wurde er entlassen. Auf Anraten eines Freundes, vermutlich Kurt Schreier, meldete er sich zum Kraftwerksbau in Kaprun, wo er für einen Stundenlohn von 0,65 Reichsmark Schwerstarbeit unter unmenschlichen Bedingungen verrichtete. Untersuchungen haben gezeigt, dass die in Kaprun eingesetzten jüdischen Zwangsarbeiter häufig aus Wien stammen und in der zweiten Hälfte des Jahres 1939 dort Zwangsarbeit leisteten. Nachdem im November 1939 Schneefall einsetzte, stoppten die Arbeiten kurzzeitig. Die jüdischen Zwangsarbeiter wurden nach Wien abberufen. Zwei erhaltene Dokumente deuten darauf hin, dass Oskar Sitzmann im Anschluss nach Palästina auswanderte. So ging im Februar 1939 ein Brief der Mutter Sitzmanns, Leopoldine Sitzmann, im KZ Buchenwald ein, mit der Bitte an den Sohn, den Antrag auf einen Reisepass auszufüllen sowie die Passbilder zu unterschreiben. Darüber hinaus findet sich Oskar Sitzmanns Name auf einer Liste von Personen, die 1942 auf der damaligen britischen Kronkolonie Mauritius interniert wurden. Dort hatten die Briten ein Lager für europäische Juden und Jüdinnen eingerichtet, welche vor der NS-Verfolgung nach Palästina flüchten wollten. Über Sitzmanns weiteren Verbleib ist bis dato nichts bekannt.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Blasius Skerl wurde am 3. Februar 1905 in Pöllau bei Neumarkt in der Steiermark geboren. Er war von Beruf Hilfsarbeiter und zog im April 1942 nach Salzburg. Er wurde am 15. September 1944 von der Gestapo verhaftet und am 27. Dezember 1944 in das KZ Dachau deportiert, wo er als “Schutzhäftling” registriert wurde und den roten Winkel tragen musste. Er wurde am 22. Oktober 1944 in das KZ Neugamme transferiert und im Dezember 1944 in das KZ-Außenlager-Bremen-Schützenhof, wo er für die Deschimag Zwangsarbeit verrichten musste. Dort kam er am 2. April 1945 zu Tode.
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ZwangsarbeiterInnenFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Nadja Skiba wurde am 30. November 1926 in der Ukraine im Dorf Rozkishna geboren. Im Jahr 1943 wurde sie aus der Ukraine verschleppt und im Alter von 16 Jahren nach Salzburg gebracht. Dort wurde sie am 10. April 1943 im Betriebsamt I der Deutschen Reichsbahn registriert. Es war vorgesehen, Nadja Skiba für Zwangsarbeit einzusetzen. Sie musste als “Ostarbeiterin” die Zwangskennzeichnung “OST” tragen. Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft in Salzburg starb sie am 28. April 1943. Ihre Todesursache ist bis heute ungeklärt.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Die Salzburger Firma “Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als “kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus besetzen Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung “OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Wladimir Slesarow war einer der vier Zwangsarbeiter des Rüstungsbetriebs, welche versucht hatten zu fliehen. Sie wurden im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert. Am 20. August 1943 entschloss man sich dazu, sie im Hof der Rüstungsfabrik zwecks der Abschreckung vor der gesamten Belegschaft am Galgen zu erhängen. So starb auch der am 1. Januar 1924 in Kosobelowa geborene Wladimir Slesarow durch die Gestapo, welche die Hinrichtungen durchführte.
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Politischer Widerstand
Rudolf Smolik wurde am 14. April 1902 in Thomasroith in Oberösterreich geboren und war von Beruf Radiotechniker. Er lebte ab 1922 in Salzburg, war verheiratet und hatte einen 1929 geborenen Sohn namens Kurt. Rudolf Smolik war Gegner des NS-Regimes und ab 1940 Mitglied der illegalen Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Er war zudem Leiter der Ortsgruppe Maxglan. Anfang 1942 gelang es der Gestapo, mithilfe eines Spitzels das Widerstandsnetzwerk auszuheben. Rudolf Smolik wurde am 24. Februar 1942 von der Gestapo verhaftet und am 3. März 1943 durch den “Volksgerichtshof” wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” und “Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt. Am 30. Juli 1943 wurde er in München-Stadelheim enthauptet.
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ZwangsarbeiterInnenFrauen explizit erwähnt
Klawdia Solomacha, geborene Schulika, wurde am 30. Dezember 1913 in Obuchowka in Russland geboren. Sie war verheiratet und lebte mit ihrem Ehemann im ukrainischen Ort Gubinicha, bevor sie mit ihrem Ehemann Filip auf das Gebiet des NS-Regimes verschleppt wurde. Am 10. November 1943 kam sie nach Salzburg in das Reichsbahnlager, wo sie Zwangsarbeit zu verrichten hatte. Am 40. Arbeitstag nach ihrer Ankunft, am 20. Dezember 1943, wurden ihr auf dem Rangierbahnhof in Gnigl beide Beine abgetrennt, woraufhin sie verstarb. Dabei soll es sich um einen Unfall gehadendelt haben, laut offiziellen Dokumenten, denen aber nicht unbedingt geglaubt werden muss.
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NS-Euthanasie
Karl Sonnleithner wurde am 17. Juli 1897 in Pilsen im heutigen Tschechien geboren. Er war das zweite von vier Kindern des Ehepaares Anna und Max Edler von Sonnleithner. Sein Vater war Berufsoffizier in der k.u.k. Armee. Die Familie lebte ab 1903 in der Stadt Salzburg. Karl Sonnleithners Vater starb 1930. Sein jüngerer Bruder Franz Sonnleithner war Jurist und Polizeikommissär und war als solcher bis 1934 im Bundeskanzleramt in Wien tätig. Unter dem NS-Regime machte er Karriere in Berlin. So war er am Ende des NS-Regimes als Vertreter des Außenministeriums im sogenannten Führerhauptquartier bei Adolf Hitler und war zugegen beim Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Sein Bruder Karl Sonnleithner erlernte den Beruf des Tischlers und war Zeit seines Lebens ledig. Ab 1925 war er Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandZwangsarbeiterInnen
Remo Sottili wurde am 23. August 1911 in der Nähe von Florenz in Italien geboren. Seine Eltern hießen Ida und Guido Sottili. Er war verheiratet mit Clementina Curioli aus Ferrerea. Remo Sottili war von Beruf Vicebrigadiere der Polizei in Bologna, leistete seinen Militärdienst für das faschistische Italien und wurde nach dem Wechsel Italiens am 8. September 1943 im April 1944 als “Zivilarbeiter”, also als Zwangsarbeiter nach Enns in Oberösterreich verschleppt. Am 3. Juni 1944 flüchtete Remo Sottili zusammen mit weiteren fünf italienischen Kriegsgefangenen bzw. Zwangsarbeitern Richtung Italien. Gemeinsam wollten sie über den Krimmler Tauern nach Italien gelangen, wurden aber am 9. Juni 1944 von einem Gendarmen aufgehalten. Die Italiener wollten flüchten und der Gendarm erschoss einen von ihnen, daraufhin attackierten die restlichen Italiener den Gendarmen mit Zaunlatten. Sie wurden verhaftet und vor das Sondergericht Salzburg gestellt, wo ihnen am 2. August 1944 der Prozess gemacht wurde. Remo Sottili wurde am 29. August 1944 in München-Stadelheim geköpft.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Johanna, née Hejl, Spannring wurde am 27. Mai 1903 in Salzburg geboren. Sie war mit einem Bediensteten des Magistrats Salzburg verheiratet und die Ehe blieb kinderlos. Am 26. Oktober 1939 war Johanna Spannring Patientin in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau. Die Pflegeanstalt leitete Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Johanna Spannring wurde kurz darauf am 21. April 1941 von der Pflegeanstalt Schernberg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Ihr verwitweter Mann heiratete wieder und starb 1970 in Salzburg.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Franziska Speckinger wurde am 6. Februar 1916 in Salzburg geboren. Sie war die Tochter eines ledigen Dienstmädchens, welches in Salzburg lebte und im Alter von 30 Jahren 1917 starb. Franziska Speckinger war als Zögling in der Taubstummen-Anstalt in Salzburg-Lehen untergebracht und anschließend als Pflegling in Eugendorf. Unter dem NS-Regime wurde sie nach Mariatal bei Kramsach verlegt, wo sich ein Pflegeheim befand, welches vom Orden der Barmherzigen Schwestern geführt wurde. Die Pflegeanstalt wurde durch Anna Bertha Königsegg mitverwaltet, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Franziska Speckinger wurde kurz darauf am 23. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Alliierte Soldaten
Der Flugzeugmechaniker aus Barrie, Ontario (Kanada) kam während des Weltkriegs mit Anfang zwanzig zur Royal Canadian Air Force. Am 25. April 1945 war er als Funker mit der eingespielten britisch-kanadischen Crew (Fred Cole, Wilfred DeMarco, Edward Norman, Norman H. Johnston, Arthur Sharman, Jack Speers, Gordon Walker) an Bord der Lancastermaschine LM756 F-Freddy. Als Teil des Squadrons No. 619 flogen sie von der britischen Basis in Strubby/Lincolnshire aus einen letzten Luftangriff der RAF auf die SS-Kasernen und Hitlers Quartier am bayrischen Obersalzberg. Nach dem Bombenabwurf kam der Flieger dabei selbst unter Beschuss und stürzte im Salzburger Ort Adnet ab. Vier Besatzungsmitglieder starben dabei, nur Cole, Sharman und Speers konnten sich durch Fallschirmabsprünge retten. Verletzt wurde er von der örtlichen Bevölkerung aufgegriffen, ehe er von deutschen Soldaten als Kriegsgefangener nach Salzburg und Hallein transportiert wurde. Am 13. Mai 1945 wurde er von US-Truppen befreit und mit Krankentransporten über England nach Kanada gebracht.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Bela Baruch Spiegel wurde am 10. April 1872 in Kaiserdorf in eine jüdische Familie geboren. Er war Kaufmann und Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Therese, geborene Pollak, betrieb er seit 1906 einen Antiquitätenhandel in der Getreidegasse 34. Das jüdische Ehepaar hatte einen Adoptivsohn namens Ladislaus. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde das Geschäft des Ehepaares Spiegel geplündert und verwüstet. Die Familie musste weiters ihre Wohnung in der Fabergasse zugunsten eines nationalsozialistischen Schul- und Blockwarts räumen und flüchtete nach Wien. Von dort aus wurden Bela Baruch und Therese am 14. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Bela Baruch wurde am 28. Oktober 1942 in Theresienstadt ermordet. Seine Ehefrau Therese wurde am 21. September 1942 nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Das Schicksal ihres Adoptivsohnes Ladislaus ist ungeklärt. Einzig überliefert ist, dass er im November 1938 in das KZ Dachau deportiert wurde.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Therese Spiegel wurde als Therese Pollak am 20. August 1878 in Edelsthal bei Kittsee geboren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Bela Baruch Spiegel betrieb sie einen Antiquitätenhandel in der Getreidegasse 34. Das jüdische Ehepaar hatte einen Adoptivsohn namens Ladislaus. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde das Geschäft des Ehepaares Spiegel geplündert und verwüstet. Die Familie musste weiters ihre Wohnung in der Fabergasse zugunsten eines nationalsozialistischen Schul- und Blockwarts räumen und flüchtete nach Wien. Von dort aus wurden Bela Baruch und Therese am 14. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Bela Baruch wurde am 28. Oktober 1942 in Theresienstadt ermordet. Seine Ehefrau Therese wurde am 21. September 1942 nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Das Schicksal ihres Adoptivsohnes Ladislaus ist ungeklärt. Einzig überliefert ist, dass er im November 1938 in das KZ Dachau deportiert wurde.
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| Pollak | Link |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Klothlide Spörrer wurde am 20. Mai 1898 in Salzburg als Kind der ledigen Anna Spörrer in Salzburg geboren. Anna Spörrer arbeitete als Dienstmädchen und heiratete 1915. Ihre Tochter Klothilde Spörrer arbeitete ebenfalls als Dienstmädchen und wechselte mehrmals ihre Arbeitsstelle. Ab Mitte der 1920er Jahre war sie in stationärer Behandlung in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Johanna Standl wurde am 12. Juni 1887 in Heiligenstatt in Oberösterreich geboren. Sie arbeitete ab 1926 als Hausmädchen und Köchin in der Stadt Salzburg. Ihr letzter Wohnort war das “Dienstmädchenheim Marianum”. Johanna Standl war ab Februar 1934 Patientin der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnenFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Die Salzburger Firma “Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als “kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus besetzen Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung “OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Die am 19. November 1926 in der Ukraine geborene Halina Staschko war eine der “Ostarbeiterinnen” des Rüstungsbetriebes. Sie wurde wenige Tage vor der Befreiung Salzburgs erschossen. Sie starb am 1. Mai 1945 an ihren Schussverletzungen im Landeskrankenhaus Salzburg.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Philomena Steinberger wurde am 21. Februar 1896 in München als fünftes von acht Kindern des Ehepaares Johanna und Karl Steinberger geboren. Die Familie lebte ab 1889 in München. Der Vater starb 1905. Daraufhin zog seine verwitwete Frau Johanna Steinberger mit ihren ledigen Töchtern Philomena und Maria nach Salzburg, wo sie 1923 starb. Philomena Steinberger war Bedienstete des Magistrats Salzburg und erkrankte. Durch das Bezirksgericht wurde sie entmündigt und 1925 in die Landesheilanstalt Salzburg eingewiesen. Von dort wurde sie am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Eduard Steindler wurde am 21. April 1892 in eine jüdische Familie in Salzburg, Bürmoos, geboren. Seine Eltern waren Kaufleute in Bürmoos. Er heiratete 1923 die in Salzburg geborene Jüdin Else Weinstein. Gemeinsam bekamen sie einen Sohn namens Ernst, welcher am 17. April 1924 zur Welt kam. Das Ehepaar trennte sich 1938 und Else Weinstein und der gemeinsame Sohn Ernst konnten noch im selben Jahr nach England flüchten. Eduard Steindler ging nach der Trennung nach Wien, wo in seinem Akt für den 21. Oktober 1939 in der Polizeimeldekartei der Vermerk “Polen” zu finden ist. Er wurde mit dem ersten Wiener Transport von Jüdinnen*Juden nach Nisko im besetzten Polen gebracht, wo Adolf Eichmanns “Judenreservat” entstehen sollte. Eduard Steindler wurde in Nisko ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Elsa Steindler, geboren am 21. Februar 1902 in Salzburg als Else Weinstein, war die Tochter von Rosa, geborene Wasserzug, und Rudolf Weinstein. Die jüdische Familie lebte in der Salzburger Neustadt nahe der Synagoge und betrieb ein Geschäft für Galanterie-, Kurz- und Wirkwaren; Rudolf Weinstein war Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg.
Am 19. März 1923 heiratete Elsa Weinstein in der Salzburger Synagoge den Kaufmann Eduard Steindler aus Bürmoos. 1924 wurde ihr Sohn Ernst geboren. Mitte der 1930er-Jahre führte sie ein eigenes Textilgeschäft im „Faberhaus“ in der Rainerstraße 2.
Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurde das Geschäft von der Gestapo geschlossen und als „Judengeschäft“ gekennzeichnet; Eigentum und Warenbestände wurden beschlagnahmt. Die Ehe war zu diesem Zeitpunkt bereits geschieden. Um die Jahreswende 1938/39 gelang Elsa Steindler gemeinsam mit ihrem Sohn die Flucht nach England.
Ihr geschiedener Ehemann Eduard Steindler wurde am 20. Oktober 1939 von Wien nach Nisko deportiert und ermordet. Elsa Steindler lebte im britischen Exil, erhielt die britische Staatsbürgerschaft und starb am 29. Oktober 1981 in Sunbury-on-Thames.
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Soldaten - Deserteure
Anton Steininger wurde am 4. März 1902 in Wien geboren. Seine Mutter war die ledige Hilfsarbeiterin Juliana Steiniger, über seinen Vater ist nichts bekannt. Anton Steininger erlernte keinen Beruf und war als Hilfsarbeiter bei den Kraftwerken im Stubachtal beschäftigt. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Im August 1942 befand er sich auf Heimaturlaub im Stubachtal bei seiner Geliebten Kreszentia Gruber. Dort entschloss sich Anton Steininger zur Flucht, also zur Desertion. Dank zahlreicher Fluchthelfenden konnte er sich über zwei Jahre in den Pinzgauer Bergen verstecken. Im Mai 1944 wurde er gefasst, konnte aber erneut flüchten und geriet schlussendlich am 17. August 1944 in die Fänge der Gestapo. Er wurde vor das Kriegsgericht der Division 418 in Salzburg gestellt und am 7. September 1944 zum Tode verurteilt. Anton Steininger wurde auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg hingerichtet. Weder seine Mutter in Wien noch seine Geliebte im Stubachtal erfuhren, was mit Anton Steininger geschah.
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Politischer Widerstand
Karl Steinocher wurde am 10. Juni 1894 in Krumau im heutigen Tschechien geboren und war von Beruf Zugschaffner. Er war mit Therese, geborene Bruckbauer, verheiratet und das Paar hatte drei Söhne. Die Familie lebte ab 1934 in Salzburg. Karl Steinocher war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Kinderfreunde, des Arbeiter-Turn-und-Sportvereins, der Freien Gewerkschaft und des Republikanischen Schutzbundes bis zum verbot 1934. 1940 stand er im Verdacht, regimekritische Äußerungen gemacht zu haben, das Verfahren wurde aber wieder eingestellt, jedoch verlor er seine Stellung als Fahrmeister. Im Frühjahr 1941 wurde er von der illegalen Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) angeworben. Anfang 1942 wurde das Widerstandsnetzwerk durch einen Gestapo-Spitzel aufgedeckt und Karl Steinocher am 26. Februar 1942 verhaftet. Am 27. November 1942 wurde er zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Er war in den Zuchthäusern Straubing, Amberg und Hohenasperg bei Ludwigsburg inhaftiert, wo er kurz nach der Befreiung am 16. Mai 1945 an den Haftfolgen starb.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Steinwender, geborene Baum, kam am 8.5.1858 in Niederlindewiese bei Bad Lindewiese im heutigen Tschechien zur Welt. Ihre Eltern hießen Vincenz und Maria-Anna Baum und sie schlugen sich als Tagelöhner durch. Nach dem Tod der Eltern zog die ledige und mittellose Anna Steinwender nach Hallein, wo sie in der Zigarren- und Tabakfabrik arbeitete und eine Schlafstelle erhielt. 1896 heiratete sie Leopold Steinwender, einen Portier der Tabakfabrik. Die Ehe blieb kinderlos. Die 76-jährige Anna Steinwender wurde ab 20. Februar 1934 dauerhaft Patientin der „Landesheilanstalt" Salzburg. Von dort wurde sie am 18.4.1941 82-jährig nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Baum | - |
Politischer Widerstand
Leonhard Steinwender wurde am 18. September 1889 im Lungauer Ort Lasaberg geboren. Er maturierte am Erzbischöflichen Borromäum in Salzburg und studierte nach der Matura 1908 Theologie. 1912 erhielt er seine Priesterweihe und war als Kooperator in der Tiroler Gemeinde Brixlegg tätig. Zunächst Mitglied der Christlichsozialen Partei, war er 1934 bereits Mitglied der Vaterländischen Partei und bei der dezidiert antinationalsozialistisch eingestellten Tageszeitung Salzburger Chronik als Chefredakteur angestellt. Noch in der Nacht zum “Anschluss” am 12. März 1938 wurde er in seiner Wohnung verhaftet und kurz danach wieder enthaftet; eine erneute Verhaftung erfolgte jedoch am 19. April 1938. Es folgte eine siebenmonatige Gestapo-Haft, auf welche die Deportation ins Konzentrationslager Buchenwald erfolgte. Dort war er bis 16. November 1940 interniert. Nach seiner Freilassung erhielt er im Salzburger Gau ein Aufenthaltsverbot. Die Zeit zwischen 1940 und 1945 verbrachte er als Vikar im oberbayrischen Petting. Leonhard Steinwender starb am 22. August 1961 in der Salzburger Gemeinde Mattsee.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Die Salzburger Firma „Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als „kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter*innen aus besetzten Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung „OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Leonid Stepanow war einer der vier Zwangsarbeiter des Rüstungsbetriebs, welche versucht hatten zu fliehen. Sie wurden im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert. Am 20.8.1943 entschloss man sich dazu, sie im Hof der Rüstungsfabrik zwecks der Abschreckung vor der gesamten Belegschaft am Galgen zu erhängen. So starb auch der am 1.5.1922 in Charkow in der Ukraine geborene Leonid Stepanow durch die Gestapo, welche die Hinrichtungen durchführte.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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Individueller WiderstandFrauen explizit erwähnt
Ili Cäcilie Stieff wurde am 6. März 1902 als Tochter des Bergbauunternehmers Dr. Adrian Gaertner und seiner Frau Kunigunde in Mölke in der Nähe von Breslau geboren. Sie heiratete 1929 den Oberstleutnant Hellmuth Stieff. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zog das Paar nach Thalgau, wo sie das Haus der Großeltern Ili Stieffs bewohnten. Beeinflusst von der NS-kritischen Haltung ihres Vaters bestärkt sie ihren Ehemann in seinem Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Nachdem das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944, bei dem ihr Mann beteiligt war, gescheitert war, wurden auch Ili Stieff und ihr Vater verhaftet und der gesamte Familienbesitz beschlagnahmt. Ili Stieff verbrachte ihre Haft im Breslauer Gefängnis, aus dem sie am 10. November 1944 entlassen wurde. Im Frühjahr 1945 in Thalgau angekommen, musste sie sich auf einem Bergbauenhof verstecken, da ihr die NSDAP-Ortsgruppe mit dem Tod drohte. Erst nach der Befreiung Thalgaus kehrte sie in die Gemeinde zurück und lebte bis zu ihrem Tod am 19. Juli 1980 im Familienhaus.
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| Cäcilie | - |
Individueller Widerstand
Hellmuth Stieff, geboren am 6. Juni 1901 im heutigen Ilawa (Polen), war General in der Wehrmacht und Widerstandskämpfer. Nur wenige Monate vor dem Ende des Ersten Weltkriegs trat er als Kriegsfreiwilliger in das Heer ein, danach folgte die Offizierslaufbahn. Anfangs noch begeistert von der NSDAP, zweifelte er nach der Ermordung des austrofaschistischen Kanzlers Engelbert Dollfuß 1934 an der nationalsozialistischen Ideologie. Schlussendlich waren es die in Russland verübten Kriegsverbrechen der Wehrmacht, die ihn 1942 dazu bewegten, sich dem Widerstand anzuschließen. Eingeweiht in die Attentatspläne auf Hitler rund um Claus Graf von Stauffenberg, bewahrte er den von der Gruppe verwendeten Sprengstoff auf. Nach dem Scheitern des Attentats wurde Stieff noch am selben Abend verhaftet, verhört und gefoltert. Am 8. August wurde er mit einer Gruppe Verschwörer in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Rosina Stieger, geborene Pitter, kam am 14.2.1909 in Bergheim bei Salzburg als Tochter eines Schuhmachers und dessen Ehefrau zur Welt. Sie heiratete einen Glasergehilfen, welcher im Alter von 35 Jahren im November 1930 starb. Die verwitwete Rosina Stieger arbeitete als Hausgehilfin und lebte fortan bei ihren Eltern. Nach dem Tod ihres Mannes hatte Rosina Stieger psychische Probleme. Sie war eine Zeit lang Patientin in der Heilanstalt Niedernhart bei Linz. Am 7. März 1939 wurde sie in die „Landesheilanstalt" Salzburg stationär eingewiesen. Von dort wurde sie am 18.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Pitter | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Hildegard Stiegler wurde am 18.8.1908 in Gnigl bei Salzburg geboren. Sie war die älteste Tochter einer Eisenbahnerfamilie. Hildegard Stiegler erlernte keinen Beruf und arbeitete ab 1927 im „Österreichischen Cirinewerk”, welches Politurmittel erzeugte. Ab Oktober 1931 war sie als Patientin stationär in der „Landesheilanstalt" Salzburg. Von dort wurde sie am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Adolf Stiller wurde am 19.11.1888 in Wien geboren und war von Beruf Tischler. Er lebte ab 1913 in Maxglan bei Salzburg und heiratete dort 1915 Anna Wörndl. Das Ehepaar hatte zehn Kinder. Am 23. April 1938 wurde er unter dem NS-Regime in der „Landesheilanstalt" Salzburg aufgenommen und am 19. August 1938 durch einen Gerichtsbeschluss entmündigt. Im Polizeimelderegister der Stadt Salzburg findet sich ein handschriftlicher Vermerk beim Namen Adolf Stillers, der anführt, dass er auf der „Pol. Liste”, also auf der “Polizei-Liste”, welches ein von der Gestapo geführtes Verzeichnis aller Regimegegner enthält, vermerkt ist. Er wurde von der „Landesheilanstalt" Salzburg am 17.4.1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Politischer WiderstandJugendliche explizit erwähnt
Ernst-Paul Stoiber wurde am 10.5.1922 in Salzburg geboren. Er hatte eine jüngere Schwester namens Irmgard. Seine Eltern hießen Franziska und Michael Stoiber. Der Vater war Eisenbahner und Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Freien Gewerkschaft und des Republikanischen Schutzbunds bis zu deren Verbot im Februar 1934. Ernst-Paul Stoiber machte eine Tischlerlehre. Er engagierte sich in der illegalen kommunistischen Jugend zusammen mit Franz Ofner und seiner Freundin Rosa Hofmann. Nachdem Franz Ofner im Februar 1941 in die Wehrmacht einberufen wurde, übernahm er die Leitung der Widerstandszelle. Die kommunistische Jugendgruppe Salzburgs sah von Waffengebrauch und Sabotage ab, ihr Ziel sah sie in der Aufklärung junger Menschen über Faschismus und Krieg. Im Rahmen der Aufdeckung der illegalen Widerstandsnetzwerke Anfang 1942 gerieten auch Ofner, Stoiber und Hofmann in die Fänge der Gestapo. Ernst-Paul Stoiber wurde am 17. April 1942 verhaftet und im Polizeigefängnis der Stadt Salzburg festgehalten. Als er am 24. April 1942 zum Verhör in die Gestapozentrale gebracht werden sollte, stürzte er sich aus dem zweiten Stock des Stiegenhauses in die Tiefe. Er überlebte schwer verletzt. Am 2. November 1942 wurde ein „Volksgerichtsprozess” gegen ihn wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” geführt, bei welchem er zum Tode verurteilt wurde. Die Hinrichtung erfolgte am 10.6.1943 in München-Stadelheim.
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Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ Opfer
Johann Stojkowitsch wurde am 30.6.1896 in Traisen in Niederösterreich geboren und war von Beruf Pferdehändler. Er hatte eine Lebenspartnerin namens Serafine Adlersburg, welche in damaligen Polizeiberichten als „Zigeunerin” vermerkt war. Während des Nationalsozialismus befanden sich aber weder Johann Stojkowitsch noch seine Partnerin im „Zigeneuerlager Maxglan", in welchem Roma und Romnja und Sinti und Sintizze festgehalten und zu Zwangsarbeit gezwungen wurden. Johann Stojkowitsch, welcher auch Stojka genannt wurde, arbeitete nämlich seit 23. Juni 1937 im Betrieb des Josef Noisternigg in Salzburg-Maxglan und hatte dort auch seinen Wohnsitz. Im NS-Regime flüchtete er aus der Stadt Salzburg, vermutlich um der Deportation in ein KZ zu entgehen oder weil er vertrieben wurde. Tatsächlich wurde er aber verhaftet und am 20. April 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau registriert, wo er auch den Tod fand.
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Homosexuelle OpferKZ Opfer
August Strasser wurde am 22.6.1895 in Gnigl bei Salzburg in eine Eisenbahnerfamilie geboren. Er war Hilfsarbeiter von Beruf und Zeit seines Lebens ledig. Im Jahr 1944 wurde er vermutlich aufgrund einer Denunziation wegen seiner sexuellen Orientierung verhaftet. August Strasser wurde ohne gerichtliches Verfahren am 26. August 1944 in das KZ Mauthausen deportiert und dort als Homosexueller mit der nationalsozialistischen Zwangskennzeichnung des rosa Winkels registriert. Am 7.2.1945 wurde er in Mauthausen ermordet – die offizielle Todesursache lautete „akuter Dickdamrkatarrh, Kreislaufschwäche”.
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KZ Opfer
Georg Strasser wurde am 5.3.1887 in Nussdorf am Haunsberg geboren, war verheiratet und hatte fünf Kinder. Strasser diente im Ersten Weltkrieg, wo er schwer verwundet wurde und daher nach Kriegsende seinen erlernten Beruf als Zimmermann nicht mehr ausüben konnte. Daher betrieb er als Kriegsinvalide in St. Pankraz am Haunsberg eine Tabak-Trafik. Während des Austrofaschismus war Strasser in der paramilitärischen „Heimwehr” und der „Vaterländischen Front” (VF) und dadurch an der Verfolgung von „illegalen” Nationalsozialisten beteiligt. Nach dem „Anschluss” im März 1938 zählte Georg Strasser zu den Racheopfern, die direkt und ohne gerichtliche Verurteilung in ein Konzentrationslager deportiert wurden - Strasser kam ins KZ Dachau. Am 31. August 1938 wurde er wegen schwerer Krankheit aus dem KZ entlassen. Er kehrte zu seiner Familie zurück und unter den gegebenen Verhältnissen zog die Familie im September 1939 nach Salzburg Itzling. In Itzling war aber der NSDAP-Ortsgruppenleiter Johann Hofer, welcher Georg Strasser nun diversen Schikanen aussetzte. Georg Strasser war aufgrund der Haftfolgen wiederholt in stationärer Behandlung. Am 27.10.1942 starb er an den Folgen der Misshandlungen im Konzentrationslager.
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NS-Euthanasie
Karl Strobl wurde am 1.8.1881 geboren. Ab dem Alter von 14 Jahren arbeitete er zunächst in der Zigarrenfabrik Hallein, dann in der örtlichen Zellulosefabrik und später in der Saline. Im Jahr 1901 heiratete er die Münchnerin Maria, die eine uneheliche Tochter mit in die Ehe brachte. Das Paar hatte zusammen vier Kinder. Zwei Jahre nach seiner Pensionierung wurde vom Amtsarzt Dr. Siegfried v. Angermayer die „Überstellung” in eine Anstalt empfohlen. Der Arzt begründete dies mit Strobls Verfolgungswahn und seinen Vorwürfen, dass seine Frau ihn vergiften wolle. Trotz wiederholter Bitten um Entlassung blieb Strobl mindestens bis 1940 in der Klinik. Im Jahr 1941 wurde er in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Anna Stuchly, geboren am 16.12.1872 in Salzburg, war Tochter des jüdischen Ehepaars Karoline, geborene Breuer, und Albert Pollak sowie Schwester von Irma Herz. Ihr Vater gilt als Begründer der jüdischen Gemeinde in Salzburg. Anna war in erster Ehe mit dem Juden Emanuel Fantl und in zweiter Ehe mit dem Katholiken Josef Stuchly verheiratet. Anna leitete eine Zeit lang das Geschäft ihres verstorbenen Vaters. Am 14. Juli 1942 wurde sie von Wien nach Theresienstadt und am 21. September 1942 weiter nach Treblinka deportiert und dort an einem unbekannten Tag ermordet.
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| Pollak | Anna Fantl | Link |
Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Julius Stwertka wurde am 7.3.1872 in Wien als Sohn des jüdischen Ehepaars Antonie und Alois Stwertka geboren. Aus einer musikalischen Familie stammend, konnte auch Stwertka trotz seiner jüdischen Herkunft Karriere als Geiger machen. So war er beispielsweise Konzertmeister am Hamburger Stadttheater sowie an der Wiener Hofoper, er war Mitglied der Wiener Philharmoniker, Professor am Wiener Konservatorium und an der Musikakademie sowie Geiger im überaus renommierten Rosé-Quartett, mit dem er auch zwei Mal bei den Salzburger Festspielen auftrat. Den „Anschluss” erlebte der Geiger im Ruhestand; im März 1938 vertrieben die Nationalsozialisten sämtliche jüdische Künstler*innen aus den Orchestern der Staatsoper und der Philharmoniker. Julius Stwerkta, seine Frau Rosa Kohlberg und die beiden Kinder blieben zunächst in Wien und ertrugen die NS-Repressalien. Am 27. August 1942 wurde die gesamte Familie Stwertka ins KZ Theresienstadt deportiert; Julius Stwertka starb dort am 17.12.1942, seine Frau und seine beiden Kinder wurden am 16. Mai 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie am nächsten Tag vergast wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Eleonore Stöckl wurde am 3.4.1887 in Riedau in Oberösterreich geboren. Sie war ledig und hatte eine Tochter namens Gertrud, welche 1918 in Salzburg zur Welt kam. Eleonore Stöckl konnte keinen Beruf erlernen und war als Dienst- und Kindermädchen in der Stadt Salzburg beschäftigt. Sie war mehrmals in der „Landesheilanstalt" Salzburg in Behandlung. Im Juni 1931 wurde sie in die Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau eingeliefert. Die Pflegeanstalt wurde von Anna Bertha Königsegg geführt, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Eleonore Stöckl wurde kurz darauf am 21.4.1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Viktor Stöckler wurde am 4.6.1877 in Braunau am Inn geboren. Er war Hilfsmonteur und lebte mit seiner Partnerin in Maxglan bei Salzburg. Viktor Stöckler war mehrmals in stationärer Behandlung und wurde im September 1936 in der Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau stationär aufgenommen. Die Pflegeanstalt wurde von Anna Bertha Königsegg geleitet, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge jedoch weg. Viktor Stöckler wurde kurz darauf am 21.4.1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Ludwig Stössel wurde am 12.2.1883 in Lockenhaus/Léka als drittes von vier Kindern des jüdischen Ehepaares Berta, geborene Kopfstein, und Leopold Stössel geboren. Die Familie lebte in Graz. Dort wurde er zum Schauspieler ausgebildet. Er spielte vor allem Nebenrollen, aber am Salzburger Stadttheater war er auch als Charakterdarsteller und Regisseur tätig. Er hatte auch Engagements in Königsberg, Breslau und Berlin. Am 2. Juni 1919 heiratete er die Sängerin Eleonore Babette Birn. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 musste er Berlin verlassen und ging nach Wien. Bei den Salzburger Festspielen war er zwischen 1935 und 1937 als Teufel in „Jedermann” zu sehen. Nach dem „Anschluss” im März 1938 ging seine Karriere abrupt zu Ende. Im Juni 1938 flüchtete er mit seiner Frau über die Schweiz nach England und von dort in die USA, wo sie am 13. September 1939 ankamen. In den USA wurde er ein erfolgreicher Filmschauspieler und spielte unter anderem in „Casablanca” (1942) mit. Ludwig Stössel starb am 29.1.1973 in Hollywood.
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NS-Euthanasie
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Individueller WiderstandZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Wladimir Subota wurde am 1.1.1924 in Baschtanka in der Ukraine geboren und 1942 als Zwangsarbeiter nach Salzburg verschleppt. Er musste die Zwangskennzeichnung „OST” auf der linken Brustseite tragen. In Salzburg wurde er im Polizeigefängnis inhaftiert – warum, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren, es liegt aber nahe, dass es sich um einen Fluchtversuch, Arbeitsverweigerung oder „staatsfeindliches Verhalten” gehandelt hat. Die Gestapo ließ einen größeren Sammeltransport „russischer”, zumeist ukrainischer Häftlinge des Polizeigefängnis Salzburg in das KZ Dachau deportieren. Dort wurde Wladimir Subota am 8. August 1942 als „Schutzhäftling” registriert und am 12.2.1945 ermordet.
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Politischer WiderstandReligiöser Widerstand
Heinrich Summereder, geboren 1897, wurde bereits im Oktober 1938 aufgrund ihm vorgeworfener sittlicher Verfehlungen verhaftet. Darüber hinaus erteilten ihm die NS-Behörden ein Schulverbot; dieses Verbot erscheint heute äußerst zynisch, betrachtet man die Tatsache, dass Summereder nicht wieder freikommen sollte. Nach einer Internierung im Konzentrationslager Sachsenhausen erfolgte die Überstellung ins KZ Dachau, wo er im Februar 1943 – angeblich an Bauchtyphus – starb.
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NS-Euthanasie
Adalbert Sykyta wurde am 17.1.1912 in Gmunden als jüngstes von drei Kindern des Ehepaares Emma und Friedrich Sykyta geboren. Die Mutter lebte zusammen mit ihren drei Söhnen Silvio, Friedrich und Adalbert seit 1925 in Salzburg. Adalbert war als Verkäufer und Handelsangestellter tätig und blieb ledig. Unter dem NS-Regime wurde er gerichtlich entmündigt und am 26. Oktober 1939 in der Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen. Von dort wurde er am 21.5.1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Albert | - |
Orte des Terrors - KZ
Am Salzburger Kommunalfriedhof befindet sich das Grab des unbekannten KZlers, wo sieben Personen, die aufgrund des NS-Terrors ums Leben kamen, bestattet sind. Zu ihnen gehört der am 13. Oktober 1911 in Wien geborene Johann Sziesz, über den bisher nur wenig bekannt ist. Sziesz wurde – kategorisiert als “arbeitsscheu” – im Konzentrationslager Neuengamme interniert und am 21. September 1944 ins KZ Buchenwald (Häftlingsnummer: 88.547) überstellt. Darüber hinaus sind Aufzeichnungen erhalten, denen nach er im KZ Mittelbau in der Nähe von Thüringen unter der Kategorie ASO/RD (“Asoziale”) mit der Häftlingsnummer 100.384 interniert war. Laut Untersuchungen soll Johann Sziesz den NS-Terror überlebt haben, aber nur kurze Zeit nach der Befreiung an den Folgen der KZ-Haft verstorben sein.
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| Hans | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Josefa Sölva wurde am 11. August 1908 in Kaltern in Südtirol/Alto Adige geboren. Sie war das zweite von drei Kindern des Ehepaares Maria und Alois Sölva. Josefa Sölva war Optantin aus Südtirol. Das bedeutet, dass sie nach dem Abkommen zwischen Hitler und Mussolini vom 21. Oktober 1939 sich dafür entschieden hat, in das “Deutsche Reich” auszuwandern und nicht in Italien – mit Verzicht auf ihre Kultur und Sprache – zu bleiben. Sie lebte unter dem NS-Regime zunächst in Hall in Tirol und ab Oktober 1940 in der Stadt Salzburg. Dort war sie wenige Woche im Haus der Barmherzigen Schwestern als Hausmädchen tätig, bevor sie am 4. November 1940 stationär als Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen wurde. Von dort wurde sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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T
NS-Euthanasie
Josef Talal wurde am 13.5.1891 in Skulyany, auf heutigem moldawischem Staatsgebiet, geboren. Nachdem er nach Hallein kam, heiratete er Anna und arbeitete als Kaufmann. Auf seinem Meldezettel findet sich der Vermerk „katholisch verheiratet”. Nachträglich wurde hinzugefügt, dass er am 15. Dezember 1939 als Jude von seiner Familie getrennt und nach Wien abgeschoben worden ist. Er war zunächst in der Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof” und wurde von dort in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Dort wurde Josef Talal ermordet. Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt, im Ausgangsbuch findet sich der Eintrag 29.5.1941.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Gestapo/SS/NSDAP (Archiv der Namen)
Fritz Tannenberger wurde am 10.2.1897 in Wien geboren. Er stammt aus einer römisch-katholischen Familie, war Zeit seines Lebens ledig und k.u.k. Leutnant mit Kriegsauszeichnung im Ersten Weltkrieg. Nach dem Ersten Weltkrieg studierte er Schauspiel und Gesang und wurde an diversen Bühnen im deutschsprachigen Raum engagiert. Zum ersten Mal gastierte Fritz Tannenberger in Salzburg in der Spielzeit 1934/35. Er war auch Mitglied der Fachschaft Bühne in der Reichtheaterkammer, in welcher alle tätigen Schausteller und Sänger mittels Zwangsmitgliedschaft Teil sein mussten, um arbeiten zu können. Seit 12. Dezember 1939 war er dauerhaft in Salzburg gemeldet. Im März 1940 stellte die Zweigstelle Wien der „Reichsstelle für Sippenforschung” fest, dass Tannenberger angeblich eine jüdische Urgroßmutter hatte. Daraufhin wurde er genauer beobachtet und durch verschiedene Stellen denunziert. In einem Bericht des Gaupersonalamtsleiters steht, dass zwar keine Beweise vorliegen, aber Gerüchte im Umlauf seien, dass der Schauspieler sich politisch kritisch äußern würde. Im Juli 1944 wurde er von der Gestapo Salzburg verhaftet. Am 25.10.1944 starb Fritz Tannenberger an den Folgen der Gestapo-Haft, offiziell jedoch an Diphterie.
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| Friedrich Josef Tannenberger | - |
NS-Euthanasie
Franz Tannert wurde am 23.8.1885 in Salzburg als Sohn des Ehepaares Therese und Josef Tannert geboren. Sein Vater war Braumeister in der Sternbrauerei. Franz Tannert war Konditor von Beruf. Er war verheiratet, jedoch wurde er 1927 durch das Bezirksgericht Salzburg entmündigt, woraufhin bald darauf die Ehe geschieden wurde. Ab 1934 war er Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnenFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Angèle Tari wurde am 11.7.1924 in Casablanca, welches damals zum Protektorat Fanzösisch-Marokko gehörte, geboren. Sie wurde im Verlauf des Jahres 1942 nach Marseille und dann weiter nach Salzburg verschleppt, um dort Zwangsarbeit zu verrichten. Sie wurde als „Dienstmädchen” in einem „zuverlässigen” nationalsozialistischen Privathaushalt eingesetzt. Ihre letzte Wohnadresse war in der Schwarzstraße 4, wo mehrere ausländische Frauen ihren Schlafplatz hatten, die akribisch von der Gestapo beobachtet wurden. Angèle Tari starb am 18.4.1944 offiziell durch „Selbstmord”.
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NS-Euthanasie
Franz Thaler wurde am 21. Dezember 1913 in Radstadt geboren. Am 21. Mai 1941 wurde er mit dem letzten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” aus der “Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 NS-"Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Hansi Thaler wurde am 12. Juni 1937 in St. Johann i. P. geboren. Hansi verlor in Folge einer Gehirnhaut- und Rippenfellentzündung mit 1,5 Jahren seinen Gehörsinn. Durch den fehlenden Gehörsinn hatte er Gleichgewichtsstörungen, war in seiner geistigen Entwicklung verlangsamt und benötigte Pflege. Auf Bestreben des Gaufürsorgeamtes wurde für Hansi der Antrag für eine Anstaltspflege gestellt. Am 25. August 1942 wurde Hansi mit einem Transport in die sogenannte “Heilpädagogische Anstalt Am Spiegelgrund” in Wien gebracht. In der Anstalt “Am Spiegelgrund” wurden in den Jahren 1940 bis 1945 kranke, behinderte und “nicht erziehbare” Kinder und Jugendliche gequält und knapp 800 von den Nationalsozialisten ermordet. Hansi Thaler war eines der knapp 800 Kinder, die dort von den Nationalsozialisten ermordet worden sind. In seiner Sterbeurkunde ist als Todesursache “Taubstummheit, Schwachsinn, Lungenentzündung” notiert. Der Todeszeitpunkt ist mit dem 9. September 1942 angegeben. Anhand der Krankengeschichte wird deutlich, dass Hansi an keiner akuten Krankheit litt, sondern durch Nahrungs- und Flüssigkeitsentzug sowie durch die Verabreichung des Medikaments Luminal ermordet worden ist. Hansi Thaler wurde nur fünf Jahre alt.
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Politischer Widerstand
Josef Thalhammer wurde am 28.7.1902 in Mattsee geboren, war mit Theresia Thalhammer verheiratet und Vater eines Sohnes, der 1931 auf die Welt kam. Josef Thalhammer war von Beruf Gepäcksträger, die Familie wohnte in Salzburg. Er war bis zum Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1934 deren Mitglied und auch in der Gewerkschaft aktiv. Während des NS-Regimes war er Teil der illegalen Widerstandsgruppe der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Als die Widerstandsgruppen in Salzburg Anfang 1942 durch einen von der Gestapo eingeschleusten Spitzel aufgedeckt wurden, wurde auch Josef Thalhammer am 8. April 1942 verhaftet. Am 3. März 1943 wurde ein Prozess wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” und „Feindbegünstigung” gegen ihn geführt. Dabei wurde er zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung erfolgte am 30.7.1943 in München-Stadelheim.
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Frauen explizit erwähnt
Helene Thimig kam am 5.6.1889 als erstes von vier Kindern des Ehepaares Fanny und Hugo Thimig in Wien zur Welt. Die Familie pflegte schon früh gute Kontakte zum Theatermacher Max Reinhardt, der Helene Thimig bereits während des Ersten Weltkriegs am Deutschen Theater in Berlin engagierte; hier begann nicht nur eine jahrelange künstlerische Zusammenarbeit, sondern auch ihre Partnerschaft. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland musste Max Reinhardt das Land verlassen; er emigrierte 1936 in die USA, Helene Thimig – mittlerweile Ehefrau Reinhardts – folgte ihm im November 1937. Die im deutschsprachigen Raum überaus bekannte Schauspielerin erhielt in den USA jedoch nur kleinere Filmrollen. Drei Jahre nach Reinhardts Tod kehrte Helene Thimig 1946 nach Österreich zurück. Bis ins hohe Alter auf unterschiedlichen Bühnen aktiv, starb sie am 7.11.1974 in Wien.
Verbundene Erinnerungsorte
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal486
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal838
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal627
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Johann Thurner war seit 1903 als Lehrer an der Brucker Schule tätig. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich wurde er von diesen als “politisch unzuverlässig” eingestuft und in den Ruhestand versetzt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
Verbundene Erinnerungsorte
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Religiöser WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Notburga Tiefgraber, geborene Zillner, kam am 18.6.1885 in Elsbethen bei Salzburg zur Welt. Sie war verheiratet mit Johann Tiefgraber und gemeinsam hatten sie drei Kinder namens Johann, Notburga und Maria. Die Familie war Teil der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Am 15. November 1939 wurde das Ehepaar Tiefgraber aufgrund ihres Glaubens und der Verweigerung jeglichen Kriegsdienstes verhaftet. Notburga Tiefgraber wurde am 15. März 1940 in das KZ Ravensbrück deportiert und dort am 22.3.1944 ermordet. Ihr Ehemann Johann Tiefgraber wurde nach der Verhaftung in Salzburg in das KZ Sachsenhausen deportiert und dort am 20. September 1940 freigelassen, woraufhin er zurück nach Salzburg zu seinen Kindern kehren konnte.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Trofim Tilipenko musste als sogenannter “Ostarbeiter” während des Kraftwerkbaus in Kaprun Zwangsarbeit verrichten. Tilipenko stammt gebürtig aus dem Raum Krementschug in der heutigen Ukraine. Als 15- bzw. 16-jähriger wurde er im November 1942 zwangsrekrutiert und mit anderen arbeitsfähigen Dorfbewohnern in Güterwaggons nach Wörgl in Tirol gebracht. Nach einer medizinischen Untersuchung wurde er mit weiteren “Ostarbeitern” nach Kaprun gebracht, wo er unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurde. Die rund zwölfstündigen Arbeitstage bestanden häufig aus dem Verladen und Zerschlagen von Steinen sowie dem Ausladen von Baumaterial, meist ohne ausreichend Schutzkleidung und ohne Bezahlung. Gegen Kriegsende brachte man ihn zur Zwangsarbeit nach Lamprechtshausen. Trofim Tilipenko überlebte die Zwangsarbeit, trug aber langfristige gesundheitliche Schäden aus dieser Zeit davon. Zudem wurde ihnen nach ihrer Rückkehr in die Heimat vorgeworfen, mit den Nationalsozialisten kollaboriert zu haben; lange Zeit wurden sie nicht als Opfer gesehen.
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Soldaten - DeserteureKZ Opfer
Friedrich Tischer wurde am 27.5.1920 in Salzburg geboren und war das einzige Kind des Ehepaares Anna und Anton Tischer. Anton Tischer war von Beruf Portier, Nachtwächter und Bürodiener. Friedrich Tischer wurde Tischler und 1938 zum Reichsarbeitsdienst (RAD) und 1939 in die Wehrmacht eingezogen. Im August 1944 wurde Friedrich Tischer in das KZ Neuengamme deportiert und dort als Häftling registriert. Wie es dazu gekommen ist, lässt sich nicht eindeutig klären. Die Vermutung liegt nahe, dass Friedrich Tischer desertierte oder als „wehrunwürdig” aus der Wehrmacht entlassen wurde. Vom KZ Neuengamme wurde er in das Außenkommando Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein transferiert und dort im Zuge der „Sonderaktion Wehrmacht” für Zwangsarbeit eingeteilt. Am 13.11.1944 starb er dort. Sein Vater Anton Tischer war zeitgleich in Salzburg wegen „Zersetzung der Wehrkraft” für zwei Monate inhaftiert. Er wurde am 23. Februar 1945 angeklagt und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, aber bereits am 4. Mai 1945 durch US-Truppen befreit. Ob ein Zusammenhang zwischen der Verfolgung des Sohnes und des Vaters besteht, konnte bisher nicht geklärt werden.
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Politischer WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Franziska Tischler, geborene Neumaier, wurde am 7. Februar 1923 in Stubach bei Uttendorf im Pinzgau geboren. Ihre Mutter hieß Eva Neumaier, über den Vater ist nichts bekannt. Franziska Tischler war selbst verheiratet und bekam zwei Kinder, die 1939 geborene Erika und die 1943 geborene Edith. Franziska Tischler wurde am 17. Juli 1944 in Stubach nahe den Wasserkraftwerken, welche Zwangsarbeiter einsetzte, von der Gestapo Salzburg verhaftet und in das Polizeigefängnis in Salzburg gebracht. Dort wurde sie nicht vor Gericht gestellt – das bedeutet, dass man Franziska Tischler nichts nachweisen konnte, sondern direkt am 13. August 1944 in das Frauen-KZ-Ravensbrück deportiert. Es liegt die Vermutung nahe, dass sie persönliche Verbindungen zu widerständigen Arbeitern der Stubachwerke, die als kriegswichtig galten, unterhielt. Franziska Tischler starb im KZ Ravensbrück.
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| Neumaier | - |
Homosexuelle OpferKZ Opfer
Viktor Todero wurde am 19. Mai 1891 in Sütto in Ungarn in eine katholische Familie geboren. Er war als Koch tätig und arbeitete ab 30. Oktober 1942 als Küchenchef im Salzburger Rüstungsbetrieb Oberascher, welchen der Nürnberger Friedrich Thomas leitete. Viktor Todero war aufgrund seiner sexuellen Orientierung vorbestraft. Er wurde vom Betriebsführer Friedrich Thomas wegen “widernatürlicher Unzucht” im Februar 1943 angezeigt und durch die Kripo Abteilung K II b in das Polizeigefängnis Salzburg gesperrt. Am 10. März 1943 erging der richterliche Befehl zur Überstellung in das Gefangenenhaus des Landesgerichtes Salzburg, wo er sein Strafverfahren erwarten sollte. Er wurde jedoch nie vor ein Gericht gestellt. Seine Vorbestrafung als Homosexueller sowie eine bedingte Entlassung aus einer “Heil- und Pflegeanstalt” waren ausschlaggebend, dass Viktor Todero in die “Heil- und Pflegeanstalt” Regensburg überstellt wurde. Von dort aus wurde er am 18. März 1944 auf Anordnung der Kripo Regensburg in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Am 23. Juni 1944 wurde er im KZ Mauthausen von der SS “standrechtlich” erschossen.
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Religiöser WiderstandFrauen explizit erwähnt
Helene Torkler kam am 14. November 1905 im ostpreußischen Spittehnen zur Welt. Die Hausfrau kam bereits 1921 in Kontakt mit den Glaubenslehren der Zeugen Jehovas und konvertierte 1923. Helene Torkler befand sich während der NS-Zeit in Deutschland insgesamt sieben Jahre und elf Monate in Gefangenschaft. Ihr Martyrium begann mit ihrer Verhaftung am 2. Juni 1937. Aufgrund ihrer Betätigung für die Zeugen Jehovas wurde sie von der NS-Justiz zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach ihrer Enthaftung am 4. Mai 1941 wurde sie unmittelbar in das KZ Ravensbrück deportiert. Von dort aus wurde sie in das KZ Natzweiler überstellt, wo sie bis September 1944 interniert war. Es erfolgt erneut eine Deportation; am 21. September 1944 wurde im KZ Dachau interniert, von wo aus sie als Zwangsarbeiterin auf das Gut Pabenschwandt gebracht wurde. Helene Torkler hatte die Befreiung am Gut Pabenschwandt erlebt, verstarb aber 51-jährig am 14. Februar 1957 an den Folgen ihrer Lagerhaft.
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| Rehwald | Torker | - |
Individueller Widerstand
Der gebürtig aus Parma stammende Arturo Toscanini wurde am 25. März 1867 geboren. Mit der Familie – mit seiner Ehefrau Carla De Martini hatte er drei Kinder – lebte er in Mailand, pendelte aber stets zwischen Europa und Amerika. Die Auswirkungen des Widerstandes gegen den italienischen Faschismus erlebte er am eigenen Leib, als er sich 1931 in Bologna weigerte, die faschistische Hymne zu dirigieren. Neben verbalen Attacken gegen seine Person stellte ihn das Regime unter Hausarrest. Nur zwei Jahre nach dem Hausarrest trat Adolf Hitler an die Macht, was Toscanini dazu veranlasste, den Bayreuther Festspielen abzusagen, da er unter den neuen Machthabern nicht dirigieren wollte. In Österreich, genauer gesagt in Wien, dirigierte der begehrte Künstler im Oktober 1933 und somit in den Anfangstagen des Austrofaschismus. Ein Jahr später erfolgte Toscaninis Premiere bei den Salzburger Festspielen; die beiden Konzerte waren trotz erster Krisenerscheinungen – Juliputsch, “Tausend-Mark-Sperre" sowie Terroranschlägen seitens der österreichischen Nationalsozialisten – äußerst gut besucht. Bis 1937 sollte Toscanini bei den Salzburger Festspielen dirigieren. Eingeplant für die Festspiele 1938, teilte er der Öffentlichkeit jedoch nach der Unterzeichnung des Berchtesgadener Abkommens am 12. Feburar 1938 mit, dass er unter nationalsozialistischer Herrschaft nicht dirigieren würde, was ihm erneut scharfe Anfeindungen einbrachte. Stattdessen trat er im April 1938 in Jerusalem und Tel Aviv auf – aus Solidarität mit vertriebenen Musiker*innen. Diese Geste zeigte er auch bereits im Dezember 1936. Artuto Toscanini starb am 16. Jänner 1957 im US-amerikanischen Exil.
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Soldaten - Deserteure
Ambros Tragbauer wurde am 27. November 1902 in Gösel im Lavanttal geboren. Seine Mutter war die ledige Haushaltsgehilfin Daphrose Tragbauer. Ambros Tragbauer erlernte keinen Beruf und schlug sich unter anderem als Gärtnergehilfe und Eisenbahnarbeiter durch. Anfang der 1930er Jahre hatte er einen Arbeitsunfall und war danach eine Zeit lang arbeitslos. Er geriet aufgrund der prekären Lebensumstände mehrmals in Konflikt mit dem Gesetz und hatte mehrere Vorstrafen. Ab 1933 war er verheiratet und in St. Andrä als Gemeindediener bedienstet. Am 26. Juli 1943 wurde er in die Wehrmacht einberufen und in die Anton-Wallner-Kaserne nach Saalfelden gebracht, um dort wehrtauglich gemacht zu werden. Wegen seines schlechten gesundheitlichen Zustandes durfte er einen 14-tätigen Erholungsurlaub zuhause machen und sich am 10. November wieder in der Kaserne einfinden. Dazu kam es nicht, da er sich wiederholt krankmeldete und über die Fälschung von Dokumenten und Fluchtfahrten der Wehrmacht zu entziehen versuchte. Am 23. April 1944 wurde er festgenommen. Am 11. Mai 1944 wurde er vom Kriegsgericht der Division 418 in Salzburg als “asozial” geächtet und wegen “Fahnenflucht” zum Tode verurteilt. Am 8. Juni 1944 wurde Ambros Tragbauer im München-Stadlheim geköpft.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Rosa Traintinger wurde am 5. August 1900 in Bergheim bei Salzburg als siebtes von acht Kindern des Ehepaares Anna und Johann Traintinger geboren. Ihre Eltern waren Bauern in Bergheim. Rosa Traintinger war krank und konnte nur zeitweise als Dienstmagd in Hallwang und Gnigl arbeiten. Sie war Pflegling im Gnigler St. Anna-Spital und ab Mai 1935 Patientin der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Die aus dem oberösterreichischen Neumarkt am Hausruck stammende Mathilde Traunwieser, Bewohnerin der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße, wurde im Rahmen der “Aktion T4” in Niedernhart – im heutigen Kepler Universitätsklinikum Linz – ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Religiöser WiderstandKZ Opfer
Johann Trausner, geboren am 26.12.1908 in Vorchdorf, Oberösterreich, war Anhänger der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Nach seiner Heirat im Jahr 1939 mit Rauris Rosalia Ahornegger wohnte er in St. Johann i. P. Er verweigerte den „Hitlergruß”, weshalb er zunächst fristlos entlassen und später in das Polizeigefängnis nach Salzburg überstellt und dann ohne Gerichtsverfahren in das KZ Sachsenhausen eingewiesen wurde. Von dort wurde er in das KZ Neuengamme deportiert. Johann Trausner weigerte sich auch dort aus Glaubensgründen strikt gegen die Befolgung aller Befehle durch die SS-Männer. Nachdem er mehrmals schriftlich bei der Lagerleitung Beschwerde gegen die Schikanen, denen die Zeugen Jehovas im KZ ausgesetzt waren, protestierte und wiederholt jeden Dienst für die SS als „Götzendienst” verweigerte, wurde Trausner in den Arrestbunker gesperrt. Am 24.10.1941 wurde Johann Trausner schließlich von der SS hingerichtet. Die Todesursache auf der Sterbeurkunde lautet: „8-facher Brustdurchschuss. (Auf Befehl des Führers und Reichskanzlers erschossen)”.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Theresia Trenke, geborene Forstner, kam am 22. September 1876 in Schörfling bei Vöcklabruck zur Welt. Sie war mit einem Eisenbahner namens Josef Trenke verheiratet und Mutter zweier Söhne namens Adolf und Josef. 1937 kam Theresia Trenke erstmals in stationäre Behandlung. Ab 1940 war sie Patientin der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Nach ihrem Tod wurde in der Landeszeitung eine Todesanzeige geschalten mit dem Hinweis, dass in der Pfarre Gnigl eine Messe für die Verstorbene gelesen werden würde. Die Messe las Pfarrer Franz Dürnberger, was er auch für den hingerichteten Widerstandskämpfer Anton Schubert tat, weswegen er in das KZ Dachau deportiert wurde.
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NS-Euthanasie
Friedrich Tschusi-Schmidhofen wurde am 6.4.1877 in Adnet geboren und war von Beruf Eisenbahnbeamter. Am 19. Mai 1926 wurde er auf Ersuchen des Bezirksgerichts Hallein wegen „Verfolgungsideen” in die „Landes Heil- und Pflegeanstalt Salzburg-Lehen" aufgenommen. In weiterer Folge wurde eine leichte Form einer Schizophrenie mit paranoiden Zügen diagnostiziert. Trotz mehrfacher Bitte um Entlassung wurde er bis zum 17. April 1926 nicht entlassen, sondern in der Anstalt festgehalten. Am 17.4.1941 wurde er mit dem zweiten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Regina Turek wurde am 8.9.1940 in Salzburg geboren. Sie befand sich ab dem 7. Februar 1942 im städtischen Kinderheim Mülln. Von dort wurde sie durch das Gesundheitsamt Salzburg in die „Heil- und Pflegeanstalt Am Spiegelgrund” eingewiesen. Am 13. März 1942 wurde sie dort im Pavillon 15 aufgenommen und am 15. März 1942 durch Dr. Heinrich Gross untersucht. Am 26.3.1942 wurde sie ermordet. Die offizielle Todesursache lautete „Lungenentzündung”.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Imre Tusehak, geboren am 17. November 1921 in Ungarn, musste zwischen 15. Oktober 1939 und 19. Dezember 1939 während des Baus des Tauernkraftwerks Kaprun Zwangsarbeit leisten. Tusehak war eine von rund 30 jüdischen Personen, die in Kaprun zwangsverpflichtet wurden. Über seinen weiteren Verbleib ist bis dato nichts bekannt. Da es nur wenige Hinweise für die Beschäftigung jüdischer Personen gibt, ist allgemein anzunehmen, dass nur wenige Juden und Jüdinnen beim Bau des Kraftwerks zwangsverpflichtet wurden und diese auch nur für eine relativ kurze Zeit dort beschäftigt waren. Untergebracht waren sie meist in einem der beiden sogenannten “Judenlager”.
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NS-Euthanasie
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Baldur Dagobert Tüchler wurde am 28. Dezember 1941 in Salzburg geboren. Seine Mutter hieß Gisela Tüchler. Sie wurde am 27. November 1920 in Jagenbach bei Zwettl geboren und ist im Jahr 2000 in Bregenz verstorben. Von Beruf war sie Küchenhilfe. Baldur Dagoberts Vater war unbekannt. Gemeinsam wohnte die junge Mutter mit ihrem Sohn im NS-Mütterheim in der Stadt Salzburg. Danach war Baldur Dagobert zur Pflege bei der Familie Wiesinger untergebracht, welche monatliche Unterhaltszahlungen bekam. Eine Adoption des Kindes scheiterte, da der sogenannte “Ariernachweis” nicht erbracht werden konnte. Da die Mutter nach einer Zeit nicht mehr für den Unterhalt aufkommen konnte, verschwand sie. Sie wurde am 3. September 1942 wegen Arbeitsvertragsbruch verhaftet. Am 4. August bot der Bräutigam, welcher nicht der Vater des Kindes war, der Mutter an, für die Unterhaltskosten aufzukommen. Trotzdem wurde Baldur Dagobert am 17. September 1942 nach Eglfing-Haar bei München gebracht. Dort starb er am 28. Oktober 1942. Das Kleinkind wurde dort begraben.
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U
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Margaretha Unterberger wurde am 7. Mai 1900 in Radstadt geboren. Am 21. Mai 1941 wurde sie mit dem letzten der insgesamt vier Transporte der “Aktion T4” aus der “Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 NS-"Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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| Maria | - |
Frauen explizit erwähnt
Katharina Unterberger war Gastwirtin des Mostwastl-Schanks im Süden der Stadt Salzburg. Während eines US-Luftangriffs im Dezember 1944 landete eine Bombe direkt vor der Scheune der Familie, in der sich Unterberger, ihre fünfjährige Tochter Anna sowie der achtjährige Sohn Rudolf befanden. Durch die Wucht der Explosion wurde die Scheune zerstört, die alle drei Familienmitglieder unter sich begrub. Die 35-jährige Katharina Unterberger starb vor Ort, ihre Tochter Anna nur kurze Zeit später im Krankenhaus. Der Sohn überlebte durch die Hilfe eines jugoslawischen Zwangsarbeiters, der ihn aus den Trümmern befreien konnte.
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Frauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Anna Unterberger war die Tochter der Gastwirtin des Mostwastl-Schanks Katharina Unterberger. Sie wurde im Dezember 1944 Opfer eines US-Luftangriffs. Zum Zeitpunkt des Bombardements befanden sich die fünfjährige Anna, ihr achtjähriger Bruder Rudolf sowie die Mutter in der Scheune, als direkt davor eine Bombe einschlug und die Scheune zerstörte. Alle drei Familienmitglieder wurden unter den Trümmern begraben. Die Mutter starb noch vor Ort, Anna Unterberger nur kurze Zeit später im Krankenhaus. Rudolf überlebte die Attacke, da ihn ein jugoslawischer Zwangsarbeiter retten konnte.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Untersalmberger wurde am 7.7.1888 in Wels geboren. Ihr Geburtsname ist unbekannt. Sie heiratete den Pinzgauer Brauer Franz Untersalmberger und die beiden bekamen 1918 zwei Töchter. Franz Untersalmberger erhielt Arbeit in der Kaltenhausener Brauerei und so zog die Familie von Grieskirchen nach Hallein. 1936 wurde Anna Untersalmberger mit der Diagnose „Progressive Paralyse” in der „Landes Heil- und Pflegeanstalt Salzburg-Lehen" aufgenommen. Am 18. April 1941 wurde sie mit dem dritten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt” in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Sie ist damit eines der über 250 NS-„Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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ZwangsarbeiterInnenJugendliche explizit erwähnt
Eugene Vadon wurde am 9.10.1921 im französischen Ort Saint-Victor-sur-Rhins geboren, war ledig und Hilfsarbeiter. Er gelangte von Vichy, der Hauptstadt des Regimes unter Marschall Philippe Pétain, nach Salzburg und wurde als Zwangsarbeiter im Reichsbahnlager eingesetzt. Er musste am Rangierbahnhof in Gnigl arbeiten und wurde dort 21-jährig am 8.5.1943 von einem rangierenden Zug erwischt und getötet.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Federica Verschleisser war die Tochter des jüdischen Ehepaares Adolfo und Regine Verschleisser und wurde am 8.9.1899 im damaligen Kronland Galizien geboren. Zusammen mit ihren Eltern zog die Familie in die kroatische Küstenstadt Pula. Nachdem das Gebiet durch das faschistische Italien annektiert wurde, wurden auch Jüdinnen*Juden Opfer gezielter Verfolgung. Seit September 1943 befand sich in Pula eine Außenstelle der „Operationszone Adriatisches Küstenland”, welche von Triest aus von Odilo Globocnik geleitet wurde. Federica Verschleisser kam zusammen mit ihrer Mutter Regine in das Polizeigefängnis Salzburg und wurde von hier aus am 28. November 1943 weiter nach Auschwitz deportiert, wo sie am 29.12.1943 den Tod fand.
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Regine Verschleisser wurde am 25.3.1879 in eine jüdische Familie im österreichischen Kronland Galizien geboren. Sie war mit Adolfo Verschleisser, welcher am 10.5.1872 in Lwiw geboren wurde, verheiratet. Gemeinsam bekamen sie eine Tochter namens Federica, die am 8.9.1899 im Geburtsort der Mutter zur Welt kam. Die Familie lebte gemeinsam in der kroatischen Küstenstadt Pula, auch nachdem Italien das Gebiet annektierte. Seit September 1943 befand sich in Pula eine Außenstelle der „Operationszone Adriatisches Küstenland”, welche von Triest aus durch Odilo Globocnik geleitet wurde. Regine Verschleisser kam zusammen mit ihrer Tochter Federica in das Polizeigefängnis Salzburg und wurde von hier aus am 28. November 1943 weiter nach Auschwitz deportiert. Regine Verschleisser wurde am 27.12.1943 in Auschwitz ermordet.
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| Seemann | - |
NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Vitzthum wurde am 18. Juni 1900 in Pfaffstätt in Oberösterreich geboren. Sie war als Dienstmädchen bei der Familie Gerber in Salzburg beschäftigt. Sie war mehrmals in stationärer Behandlung und ab Februar 1939 Patientin der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Karl Vogl wurde am 4. August 1894 in Gnigl bei Salzburg geboren. Er war von Beruf Fleischhauer und Viehhändler. Er war verheiratet und hatte einen Sohn namens Karl. Karl Vogl Senior war ab 28. Januar 1938 stationär Patient der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Sein Sohn Karl übernahm die Patenschaft für den “Stolperstein” seines Vaters und war bei der Verlegung anwesend.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Auguste Volkmann, née Tengler, wurde am 9. März 1899 in Salzburg geboren. Sie war mit einem Realschulprofessor verheiratet und hatte zwei Söhne. Ab 1936 war Auguste Volkmann in stationärer Behandlung und wurde durch das Bezirksgericht entmündigt. Im Jahr 1940 wurde ihre Ehe geschieden, ihr Mann heiratete später erneut. Auguste Volkmann wurde am 21. Mai 1941 von der Landesheilanstalt Salzburg nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Tengler | - |
W
Individueller WiderstandFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Anna W., geboren in Bruck am 21. Juli 1920, wurde von ihrem Ehemann Georg Heinz bei der Polizei angezeigt, da sie seiner Aussage nach verbotenen Umgang mit Kriegsgefangenen gehabt haben soll. Die Hauptverhandlung fand am 25. Juni 1941 im Landgericht Salzburg statt. Sie wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
Verbundene Erinnerungsorte
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Sossie Wagen wurde in eine jüdische Familie in Russland am 14. April 1897 geboren. Sie heiratete Witthold David Wagen in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und gemeinsam lebten sie ab 1918 in Salzburg. Nach dem Novemberpogrom vom 9. auf den 10. November 1938 wurde Witthold David Wagen als einer von 26 Männern verhaftet und als “Schutzhäftling” in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Er wurde in den folgenden Wochen wieder freigelassen, unter der Bedingung, das Land sofort verlassen zu müssen. Sossie und Witthold David Wagner bekamen aber kein Visum und blieben in Salzburg. Sie wurden am 6. März 1940 nach Wien abgeschoben. Am 17. Juli 1942 wurden sie von dort in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet.
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| Neumann | - |
Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeJüdische Opfer - KZ
Witthold David Wagen wurde am 16. März 1893 in Lviv (Lemberg) geboren. Er heiratete Sossie Wagen in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und gemeinsam lebten sie ab 1918 in Salzburg. Nach dem Novemberpogrom vom 9. auf den 10. November 1938 wurde Witthold David Wagen als einer von 26 Männern als “Schutzhäftling” verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Er wurde in den folgenden Wochen wieder freigelassen, unter der Bedingung, das Land sofort verlassen zu müssen. Sossie und Witthold David Wagner bekamen aber kein Visum und blieben in Salzburg. Sie wurden am 6. März 1940 nach Wien abgeschoben. Am 17. Juli 1942 wurden sie von dort in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet.
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| Witthold David Wagen | - |
Politischer Widerstand
Johann Wagner wurde am 14. Mai 1892 in Kirchschlag bei Krumau im heutigen Tschechien geboren. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Die Familie lebte in Salzburg. Johann Wagner war von Beruf Bäcker und arbeitete in den sozialdemokratischen Lebensmittelwerken Union. Er war außerdem Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des Republikanischen Schutzbundes sowie dessen Bezirksleiter. Als im Februar 1934 in Linz Kämpfe gegen die austrofaschistische Diktatur ausbrachen, wurden in Salzburg hohe Funktionäre des Republikanischen Schutzbundes präventiv verhaftet. So wurde auch Johann Wagner für drei Monate eingesperrt. Unter dem NS-Regime galt er als politisch belastet und wurde observiert. Johann Wagner war Mitglied des illegalen Widerstandsnetzwerkes der Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ). Das Widerstandsnetzwerk des RSÖ wurde Anfang 1942 durch einen Spitzel der Gestapo infiltriert und aufgedeckt. Johann Wagner wurde an seinem Arbeitsplatz am 21. März 1943 verhaftet und am 8. Oktober 1943 am Landesgericht Salzburg zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Er starb in der Haft am 6. Juni 1944.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Katharina Wagner, gebürtig aus Salzburg Stadt stammend, war eine Bewohnerin der Caritasanstalt St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße. 1941 wurde sie 40-jährig nach Hartheim deportiert und ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-Euthanasie
Katharina Wagner wurde am 16. Oktober 1901 in Salzburg geboren und katholisch getauft. Sie war das jüngste von drei Kindern von Theresia, geborene Schmidt, und Johann Wagner, der zeitweise in der Kaigasse 3 mit Alteisen handelte. Nach dem frühen Tod der Mutter und dem Ableben des Vaters kurz nach dem Ersten Weltkrieg wuchsen die Geschwister unter prekären wirtschaftlichen Bedingungen auf.
Wagner war Pflegling im Konradinum in Eugendorf, einer von den Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul geführten Einrichtung. Nach deren Auflösung durch das nationalsozialistische Regime wurde sie im November 1938 nach St. Anton in Bruck an der Glocknerstraße und im April 1939 weiter nach Mariatal bei Kramsach verlegt.
Am 23. Mai 1941 deportierte man sie im Rahmen der „Aktion T4“ gemeinsam mit weiteren 60 Pfleglingen aus Mariatal in die Tötungsanstalt Hartheim, wo sie im Alter von 39 Jahren ermordet wurde. Wie bei allen Opfern dieser Geheimaktion ist ihr Tod im Polizeimelderegister der Stadt Salzburg nicht verzeichnet.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Maria Wahl wurde am 9. Juni 1872 in Salzburg als zweites von drei Kindern des Ehepaares Maria, geborene Zeller, und Alfred Wahl geboren. Ihr Vater war Inhaber des “Café Zeller” in der Stadt, verstarb jedoch bereits früh. Die Mutter Maria Wahl kam aus einer prominenten Salzburger Kaufmanns- und Fabrikantenfamilie. Anna Maria Wahl blieb Zeit ihres Lebens ledig und war als Schriftstellerin und Journalistin tätig. So schrieb sie beispielsweise mehrere Artikel über “Volkskunst”. Ihre Mutter starb im Alter von 92 Jahren am 25. Februar 1933, wodurch Anna Maria Wahl ihre engste und wichtigste Bezugsperson verlor. Wahl war daraufhin mehrmals wegen psychischen Problemen in stationärer Behandlung. So kam sie im Dezember 1934 dauerhaft als Patientin in die Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 21. Mai nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnen
Der Steinmetz Josef Wahl, geboren am 19. Februar 1888 in Haid bei Mauthausen, musste während des Baus des Tauernkraftwerks Kaprun Zwangsarbeit leisten. In welchem Zeitraum er im Arbeitslager Kaprun interniert war, ist bis dato unklar. Fest steht lediglich, dass er sich ab 8. Dezember 1939 in Haft befand, ab 15. März 1940 schließlich in “Schutzhaft”, vermutlich im Konzentrationslager Sachsenhaus, von wo aus er 1940 in das KZ Dachau überstellt und dort am 26. Dezember 1940 ermordet wurde.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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NS-Euthanasie
Siegfried Walcher wurde am 7. April 1918 in Westendorf bei Kitzbühel geboren. Seine Eltern hießen Elisabeth, geborene Krimbacher und August Walcher. Sein Vater August Walcher war Unteroffizier in der k.u.k. Armee und nach dem Ende der Monarchie in der Militärverwaltung der Stadt Salzburg tätig. Ab 1925 war Siegfried Walcher im Konradinum in Eugendorf bei Salzburg und im Caritasdorf St. Anton in Bruck an der Glocknerstraße zur Pflege. Nach dem “Anschluss” 1938 wurde er nach Mariathal bei Kramsach in Tirol verlegt. Dokumentiert ist auch, dass er von der Landesheilanstalt Salzburg am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet wurde. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal509
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1003
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Waldner wurde am 19.2.1908 in Marburg geboren. Im Juni 1938 wurde sie mit der Diagnose Schizophrenie in die „Landes Heil- und Pflegeanstalt Salzburg-Lehen" aufgenommen. Am 25.5.1941 wurde Anna Waldner im Rahmen der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt Salzburg-Lehen" in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert und dort ermordet.
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Alliierte Soldaten
Aus King City, Ontario (Kanada), Sohn von Cecil und Annie May Walker. Mit 22 Jahren trat Walker in die Royal Canadian Air Force ein. Am 25. April 1945 war er als Bordschütze mit der eingespielten britisch-kanadischen Crew (Fred Cole, Wilfred DeMarco, Edward Norman, Norman H. Johnston, Arthur Sharman, Jack Speers, Gordon Walker) an Bord der Lancastermaschine LM756 F-Freddy. Als Teil des Squadrons No. 619 flogen sie von der britischen Basis in Strubby/Lincolnshire aus einen letzten Luftangriff der RAF auf die SS-Kasernen und Hitlers Quartier am bayrischen Obersalzberg. Nach dem Bombenabwurf kam der Flieger dabei selbst unter Beschuss und stürzte im Salzburger Ort Adnet ab. Nur Cole, Sharman und Speers konnten sich durch Fallschirmabsprünge retten, die anderen Besatzungsmitglieder starben – darunter Gordon Walker. Auf Ansuchen des Pfarrers Ferdinand Holzinger wurden die Verstorbenen am örtlichen Friedhof bestattet, bevor sie später nach Klagenfurt auf den britischen Soldatenfriedhof überführt wurden.
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Politischer WiderstandFrauen explizit erwähnt
Die renommierte Wiener Schauspielerin Marianne Walla wurde am 9. April 1905 geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung am Reinhardt-Seminar im Schloss Schönbrunn und konnte ihr Talent bereits im Sommer 1930 bei einer Aufführung von Shakespeares “Was ihr wollt” im Schlosstheater Schönbrunn unter Beweis stellen. Das Stück führte das Ensemble, in dem sie war, anschließend bei den Salzburger Festspielen auf. Trotz ihres Könnens, auf das auch die Kritiker aufmerksam wurden, war ihre Karriere bei den Festspielen etwas unerwartet. Denn die Schauspielerin Lili Darvas verließ Salzburg nach einem Disput mit Reinhardt; an ihrer statt durfte Marianne Walla, zu diesem Zeitpunkt noch Schauspielschülerin, Ende August 1930 im “Jedermann” als die “Guten Werke” mitspielen. Im darauffolgenden Jahr schloss sie ihre Ausbildung am Reinhardt-Seminar ab und erhielt unmittelbar danach eine Rolle im “Jedermann” für die Festspielsaison 1931. Marianna Walla sollte bis 1937 bei den Salzburger Festspielen engagiert bleiben. Heute geht man davon aus, dass Walla, die in Wien wohnhaft war, Österreich nach dem “Anschluss” aus politischen Gründen verlassen musste. Die Flucht gelang ihr jedenfalls im November 1938. Sie floh über die Schweiz nach England, wo sie Mitglied der Exilorganisation “Austrian Centre” wurde und das Kabarett “Laterndl” unterhielt. Marianne Walla starb 1980 in Schottland.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Lothar Wallerstein wurde am 6. November 1882 als fünftes von sechs Kindern einer jüdischen Familie in Prag geboren. So wie vier seiner Geschwister strebte auch Lothar eine Karriere als Musiker an. Auf Wunsch des Vaters, bei dem er auch Klavierunterricht nahm, studierte er zunächst jedoch Medizin. Erst nach dem Tod des Vaters 1906 begann er eine Meisterklasse am Konservatorium in Genf zu besuchen. 1910 wurde Wallerstein Korrepetitor in Dresden. Nur kurze Zeit später avancierte er zum Kapellmeister und Oberregisseur am Stadttheater von Posen. Nach dem Ersten Weltkrieg, Wallerstein diente als Militärarzt, machte er sich einen Namen als Opernregisseur in Duisburg und Frankfurt am Main. In den zwanziger Jahren gastierte er auch immer wieder in Wien, wo er später Oberregisseur an der Staatsoper werden sollte. 1926 folgte ein Engagement bei den Salzburger Festspielen, die er insgesamt zwölf Mal als Opernregisseur begleiten sollte. Unmittelbar nach dem “Anschluss” wurde Wallerstein aus der Wiener Staatsoper vertrieben. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten hielt er sich kurzzeitig in den Niederlanden auf, anschließend in Portugal, im August 1941 schließlich in den USA. Die US-Staatsbürgerschaft erhielt er im November 1945. Wallersteins Mutter erlebte den NS-Terror nicht mehr, da sie bereits 1930 verstorben war, seine Geschwister wurden alle während der NS-Zeit ermordet. Lothar Wallerstein starb am 13. November 1949 in New Orleans.
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NS-Euthanasie
Christian Wallinger wurde am 7. Januar 1910 in Aigen bei Salzburg geboren. Seine Mutter war als Wirtschafterin auf einem Gut tätig, sein Vater verstarb bereits früh. Er wuchs bei seiner älteren Schwester Rosa auf, die Ehefrau eines Eisenbahners war. Christian konnte aufgrund einer Erkrankung keinen Beruf erlernen. Ab April 1932 war er dauerhaft Patient in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Seine Schwester überstand die Terrorjahre und gab in einem Protokoll der Bundespolizeidirektion aus dem Jahr 1946 folgendes an: “Einige Tage vor seiner Abschiebung machte mich mein Bruder Christian gelegentlich eines Besuches in der Anstalt aufmerksam, dass in nächster Zeit Geisteskranke, aber nur schwere Fälle, von dort abgeschoben werden sollen. Von diesen abscheulichen Vorhaben ahnte er zur damaligen Zeit nichts. Als ich von der Abschiebung Kenntnis erhalten habe, begab ich mich sofort zum damaligen Anstaltsleiter Dr. Leo Wolfer, welchem ich über die eigenmächtige Verbringung schwere Vorwürfe machte. Dr. Wolfer suchte sich hierüber damit zu rechtfertigen, dass er nur im Auftrag von Berlin gehandelt hätte und ihm wäre in dieser Hinsicht kein Einwenden zugestanden, und schließlich drohte er mir, falls ich mich nicht beruhigen sollte, ich ebenfalls in der Anstalt interniert werden müsste”.
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Individueller Widerstand
Josef Wallis wurde am 27. Jänner 1889 in Bruck an der Mur in der Steiermark geboren und war von Beruf Maler und Anstreicher. Er zog 1939 von Graz nach Salzburg und lebte im selben Haus wie das Ehepaar Micheler. Die drei wurden von Nachbarn wegen angeblich regelmäßigen Hörens der deutschen Radiosendung der BBC London denunziert und am 2. November 1943 verhaftet. Bei der Festnahme machten die Betroffenen angeblich gegenüber den Gestapo-Beamten Aussagen wie: „Ihr könnt mich am Arsch lecken!” oder „Die Eier ess ich noch schnell weg, sonst fresst ihr selbst die Eier auf!”. Josef Wallis soll zusätzlich in der Öffentlichkeit wiederholt „wehrkraftzersetzende” Äußerungen über den Kriegsverlauf gemacht haben. Am 18. April 1944 wurde das Verfahren wegen „Verbrechen der Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung” gegen Josef Wallis geführt. Dabei wurde er zum Tode verurteilt und am 5. Juni 1944 in Brandenburg-Görden geköpft.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Aloisia Wallmann wurde am 16.6.1912 im Salzburger Stadtteil Gnigl als Tochter des Ehepaars Georg und Aloisa Wallmann geboren. Sie blieb ledig und konnte aus gesundheitlichen Gründen keinen Beruf erlernen, weshalb sie bereits am 17. März 1938 in der „Landesheilanstalt" Salzburg aufgenommen wurde. Am 18.4.1941 deportierte man sie gemeinsam mit 29 anderen Personen nach Hartheim, wo sie ermordet wurde. Neben dem Stolperstein in Salzburg erinnert auch das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in der Pinzgauer Gemeinde Bruck an Aloisia Wallmann. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal514
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1003
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal43
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Jüdische Opfer - Israelitische KultusgemeindeFrauen explizit erwähnt
Die jüdische Regisseurin, Tänzerin und Choreografin Margarete Wallmann wurde am 22.6.1904 in Berlin geboren. Ihr Tanzensemble „Tänzer-Kollektiv” wurde auf Empfehlung des renommierten Dirigenten Bruno Walter eingeladen, an Aufführungen der Salzburger Festspiele mitzuwirken. Ihre moderne Choreografie fand durchaus Anerkennung bei der Kritik. Die Berliner Künstlerin wurde schließlich Ballettchefin an der Wiener Staatsoper. 1934 heiratete sie Hugo Burghauser, der zu dieser Zeit Vorstand der Wiener Philharmoniker war. Die Ehe hielt aber nur bis zum Februar 1939. Beide hatten Wien zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten ging Hugo Burghauser nach Nordamerika, Wallmann nach Buenos Aires. Während ihre Schwester die NS-Zeit überlebte, wurde der Vater im KZ Bergen-Belsen ermordet. Die Mutter starb nur wenige Wochen nach der Befreiung im Mai 1945 an den Haftfolgen. Margarete – später Margarita – Wallmann wurde argentinische Staatsbürgerin und hatte als Regisseurin Engagements in Mailand, Rom, Paris, New York, Berlin und auch in Monaco, wo sie am 2.5.1992 starb.
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| Margarita | Link |
Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Als Kind des jüdischen Ehepaars Josef und Johanna Schlesinger wurde Bruno Walter am 15.9.1876 in Berlin geboren. 1901 wurde Schlesinger – als Pianist und Kapellmeister nannte er sich jedoch im Nachnamen Walter – von Gustav Mahler an die Wiener Hofoper geholt. Zehn Jahre später erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft und ersetzte seinen eigentlichen Nachnamen nun offiziell mit Walter. 1933 entstand der Salzburgbezug Walters, als sein Bühnenwerk „Tristan und Isolde” zum ersten Mal bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurde. Die Festspiele der Mozartstadt sollte er in den darauffolgenden Jahren des Öfteren begleiten. Zwar wurde zu Beginn des Jahres 1938 sein Vertrag an der Wiener Staatsoper verlängert, und auch Pläne für die Festspiele in Salzburg 1938 lagen schon vor, diese wurden aber aufgrund des „Anschluss” nicht mehr in die Tat umgesetzt. Bruno Walter flüchtete nach Kriegsbeginn in die USA, wo er am 9. November 1939 ankam. Seine Frau starb 1945, ein Jahr später erhielt Walter die US-Staatsbürgerschaft. Nach dem Ende der NS-Terrorherrschaft dirigierte er sieben Konzerte der Wiener Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen. Bruno Walter starb am 17.2.1962 in Beverly Hills.
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Soldaten - Deserteure
Franz Waltl wurde am 6.3.1919 in Molzbichl bei Spittal an der Drau geboren. Seine Eltern hießen Maria und Franz Waltl und sein Vater verstarb bereits 1930. Mutter und Sohn zogen nach Kaprun bei Zell am See, um dort Beschäftigung zu finden. Franz Waltl erlernte keinen Beruf und war als Hilfsarbeiter und Bergführer in Kaprun beschäftigt. Er heiratete 1940 Antonia Hardtmann. Aus der Ehe gingen Paula und Ferdinand hervor. Franz Waltl wurde in die Wehrmacht eingezogen und war als Soldat des Gebirgsjäger-Ersatz-Regiments 137 in der Kaserne Glasenbach bei Salzburg stationiert. Leider finden sich viele Lücken in seiner Biografie, überliefert ist aber, dass er wegen „Fahnenflucht”, also Desertion, am 11.3.1943 in Freiburg im Breisgau am Oberrhein erschossen wurde.
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Politischer Widerstand
Josef Wartinger wurde am 6.2.1897 in Kirchberg-Thening bei Linz geboren, war verheiratet und lebte in der Stadt Salzburg. Er war von Beruf Maurerpolier und bis zum Verbot 1934 Leiter des Republikanischen Schutzbunds von Itzling, Funktionär der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Freien Gewerkschaft. Nach dem Verbot der Partei 1934 verlagerten sich die Aktivitäten vieler Funktionär*innen mittels der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ) in den Untergrund. Wartinger war Mitglied der RSÖ. Unter dem NS-Regime war Josef Wartinger darüberhinaus Teil der Widerstandsbewegung der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). Als das Widerstandsnetzwerk Anfang 1942 von einem Spitzel der Gestapo aufgedeckt wurde, verhaftete man am 10. Februar 1942 auch Josef Wartinger. Am 3. März 1943 kam es zum Prozess wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” und „Feindbegünstigung” und er wurde zum Tode verurteilt. Josef Wartinger wurde am 30.7.1943 in München-Stadelheim geköpft.
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ZwangsarbeiterInnenKZ Opfer
Die Salzburger Firma „Glockengießerei Oberascher”, welche seit 1919 im Gewerbegebiet bei Kasern untergebracht war, wurde im Jahr 1939 zu einem als „kriegswichtig” eingestuften Rüstungsbetrieb umfunktioniert. In diesem Salzburger Rüstungsbetrieb wurden auch Zwangsarbeiter*innen aus besetzten Kriegsgebieten eingesetzt. Diese mussten in Baracken unter unmenschlichen Bedingungen hausen, durften sich nicht frei bewegen und wurden bewacht. Die Zwangsarbeitenden aus der Sowjetunion mussten die Zwangskennzeichnung „OST” auf ihrer linken Brustseite tragen. Wasil Wasilenko wurde am 8.5.1918 in Kiew in der Ukraine geboren und zu Zwangsarbeit nach Salzburg verschleppt. Er wurde eine Zeit lang im Polizeigefängnis Salzburg inhaftiert und am 4. September 1943 in das KZ Dachau überstellt, wo er als „Schutzhäftling R”, also als „Russe” registriert wurde. Er starb im KZ Dachau am 22.9.1944.
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Homosexuelle OpferKZ Opfer
Heinrich Weber wurde am 10.9.1889 in St. Gilgen geboren und lebte seit 1924 zusammen mit seiner verwitweten Schwester Marie in Salzburg. Er war von Beruf Hilfsarbeiter und nebenbei Unterhaltungskünstler und Komiker. Heinrich Weber war aufgrund des §129 I b wegen seiner sexuellen Orientierung vorbestraft. Weber lebte in einer Partnerschaft mit einem 1901 geborenen Musiker. Beide wurden zu Beginn des Jahres 1940 vermutlich denunziert und anschließed verhaftet und strafrechtlich verfolgt. Heinrich Weber wurde am 29. April 1940 zu 18 Monate schwerem Kerker verurteilt. Er versuchte noch, Einspruch gegen das Urteil zu erwirken, was aber abgelehnt wurde. Er wurde am 3. Mai 1940 in die Strafanstalt Garsten bei Steyr geschickt, um dort seine Strafe zu verbüßen. Am 10. Oktober 1940 wurde er in das Strafgefangenenlager Rodgau-Dieburg in Hessen verlegt und am 16. Jänner 1941 zurück in die Strafanstalt Garsten geschickt. Nach der Verbüßung seiner 18-monatigen Haftzeit wurde er durch die Kripo oder Gestapo in „Vorbeugungshaft” genommen und am 28. August 1941 in das KZ Dachau deportiert, wo er den grünen Winkel als Zwangskennzeichnung tragen musste. Heinrich Weber befand sich unter den 100 kranken und nicht mehr arbeitsfähigen Häftlingen, welche am 2.3.1942 mit der Tarnbezeichnung „Invalidentransport” nach Hartheim bei Linz transferiert wurden, um dort vergast zu werden. Heinrich Webers Partner überlebte den Nationalsozialismus, hatte aber keinen Anspruch auf Opferfürsorge, weil Homosexuelle im befreiten Österreich nicht als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt wurden.
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Religiöser WiderstandKZ OpferFrauen explizit erwähnt
Anna Wegscheider, geborene Hochgründler, kam am 24.9.1904 in Zell bei Kufstein zur Welt. Sie war verheiratet mit Josef Wegscheider und sie hatten gemeinsam zwei Töchter namens Gertrude und Elisabeth. Die Familie lebte in Salzburg, wo Josef Wegscheider als Schuhmacher tätig war und wo sie Teil der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas waren. Josef Wegscheider verweigerte 1939 den Kriegsdienst und wurde am 26.9.1939 in Glanegg bei Salzburg auf einem Militärschießplatz hingerichtet. Anna Wegscheider wurde nach dem Begräbnis ihres Mannes, bei welchem über 150 Personen anwesend waren und sich nicht durch die Gestapo einschüchtern haben lassen, von der Gestapo verhaftet und am 28. Dezember 1939 mit anderen Zeuginnen Jehovas vom Polizeigefängnis Salzburg in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Im KZ Ravensbrück sollte Anna Wegscheider Zwangsarbeit in einer Rüstungsfirma verrichten, was sie aber verweigerte. Sie wurde im Zuge der „Sonderbehandlung 14f13” in der Tötungsanstalt Bernburg an der Saale vergast. Der 8.6.1942 gilt als ihr offizielles Todesdatum.
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| Hochgründler | - |
Religiöser WiderstandOpfer der NS Justiz
Josef Wegscheider wurde am 28.9.1897 in Pobersach bei Villach geboren und war von Beruf Schuhmacher in Salzburg. Er war verheiratet mit Anna, geborene Hochgründler, und gemeinsam hatten sie zwei Töchter namens Gertrude und Elisabeth. Die Familie war Teil der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. 1938 verweigerte Josef Wegscheider bereits den Wehrdienst aus Glaubensgründen und wurde zu acht Monaten Gefängnisstrafe verurteilt, welche er bis Mai 1939 im Wehrmachtsgefängnis Germersheim am Rhein verbüßte. Als er zu Beginn des Kriegs im Spätsommer 1939 zur Wehrmacht einberufen wurde, verweigerte er den Dienst erneut aus Glaubensgründen und wurde zusammen mit Johann Pichler am 26.9.1939 in Glanegg bei Salzburg am Militärschießplatz hingerichtet. Die Hinrichtung ging nicht ohne Komplikationen vonstatten, da Johann Pichler und Josef Wegscheider erklärten, dass es unnötig sei, ihnen die Augen zu verbinden, was trotzdem geschah. Als der Schussbefehl gegeben wurde, weigerten sich die anwesenden Soldaten zu schießen. Erst nach nochmaliger Aufforderung und der Androhung von Strafen wurden die beiden Zeugen Jehovas erschossen. Beim Begräbnis von Josef Wegscheider am 28. September 1939 waren über 150 Personen anwesend, um ihre Trauer und Anteilnahme zu bekunden. Sie ließen sich auch nicht von der Gestapo aufhalten, die versuchte, in das Begräbnis einzugreifen. Diese Komplikationen führten dazu, dass fortan die meisten Hinrichtungen in deutsche Strafgefängnisse verlegt wurden. Seine Ehefrau Anna Wegscheider wurde in das KZ Ravensbrück deportiert und später in der NS-Tötungsanstalt Bernburg an der Saale vergast.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)
Hans Weigel, geboren am 29. Mai 1908 in Wien, war ein österreichischer Schriftsteller sowie Theatermacher und -kritiker. Weigel enstammt einer jüdischen Familie und begann, nach Studienaufenthalten in Hamburg und Berlin, 1928 beim Zsolnay-Verlag zu arbeiten. Noch vor dem “Anschluss” flüchtete er 1938 mit seiner Frau Gertrud Ramlo in die Schweiz. Im Sommer 1945, nur kurze Zeit nach der Befreiung Österreichs, kehrte er zurück und nahm seine Arbeit wieder auf. Er veröffentliche 1946 den antifaschistischen Roman “Der grüne Stern”. Sein im Exil entstandenes Stück “Barabbas” feierte im Jänner 1946 Premiere in Wien. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen starb er am 12. August 1991.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Angela Weil wurde am 19.4.1895 in eine jüdische Prager Familie geboren. Ihre Eltern hießen Josefine und Ignaz Röderer und ihr Vater war als Kaufmann in Prag tätig. Angela Weil heiratete Franz Weil, welcher im Ersten Weltkrieg gedient und an der Prager Universität Physik studiert hatte. Sie bekamen zwei Kinder, Lore, geboren am 18.4.1925, und Herbert, geboren am 4.5.1930. Die Familie lebte in der damals deutschen Stadt Dessau. In Dessau befand sich auch die Filmfabrik Agfa des Industriekonzerns I.G.Farben, für welche Franz Weil tätig war. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurden jüdische Familien gezielt Opfer von Repressalien und Diskriminierung. Angela ging zusammen mit ihren beiden Kindern 1935 nach Salzburg, während Franz vorerst in Dessau blieb. Angela Weil vermerkte auch in ihrem Meldeschein in Salzburg, dass sie kein Religionsbekenntnis besaß. Bis zum „Anschluss” 1938 konnte Angela Weil mit ihren beiden Kindern sicher in Salzburg leben. Im August 1938 verließ sie mit ihren Kindern Salzburg jedoch und ging nach Amsterdam, wohin auch Franz Weil nachkam. Er verließ aber Amsterdam kurz darauf, um in England Arbeit und Unterkunft für sich und seine Familie zu finden. Im Mai 1940 besetzte das NS-Regime jedoch die Niederlande und durchkreuzte somit den Plan der Familie Weil. Im Jahr 1941 schickte Angela Weil ihre beiden Kinder mithilfe des jüdischen Kinderhilfswerks in Schulen in der niederländischen Provinz, um dort der Verfolgung zu entgehen. Tatsächlich überlebten beide den Nationalsozialismus. Angela selbst versuchte in München Zuflucht zu finden, wurde aber unter ungeklärten Umständen von der Polizei verhaftet. Sie wurde ins sogenannte „Judenlager” bei Milbertshofen verschleppt und von dort aus am 4. April 1942 in das Ghetto Piaski bei Lublin deportiert. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.
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| Röderer | - |
Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Camill Weil wurde am 2.3.1885 in die jüdische Familie Ludmilla und David Weil in Prag geboren. In Prag absolvierte Camill Weil die Technische Hochschule und war danach im Dienst der k.u.k. Österreichischen Staatsbahnen tätig. 1929 wurde er als Oberbaurat nach Salzburg versetzt. Seit 1909 war Camill Weil mit Hilde Klein, einer Jüdin aus Prag, verheiratet und gemeinsam hatten sie zwei Kinder namens Gerda und Ilse. Die Ehe zwischen Hilde und Camill wurde geschieden und er heiratete erneut in der Stadt Salzburg eine Katholikin namens Therese. Camill Weil war einer der 26 Männer, die während des Novemberpogroms in Salzburg verhaftet und am 12. November 1938 in das KZ Dachau deportiert wurden. Im selben Monat kam Camill Weil dort frei mit der Bedingung, das Deutsche Reich umgehend zu verlassen. Die Familie Weil musste ihr Haus am Josef-Mayburger-Kai 8 zugunsten eines „Hauptschriftleiters” der NS-Propaganda verlassen und konnte noch bis Anfang Dezember 1939 bei Freunden unterkommen. Am 6. Dezember 1939 meldete sich das Ehepaar Weil in Salzburg ab und ging nach Stockholm, wo Camill Weil am 23.6.1943 starb. Sowohl seine beiden Töchter Gerda und Ilse als auch seine geschiedene Frau Hilde konnten das nationalsozialistische Regime überleben.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)ZwangsarbeiterInnen
Der gebürtig aus der Slowakei stammende Oskar Weinberger wurde am 24. August 1911 geboren. Von 26. September 1939 bis 27. Dezember 1939 musste er während des Baus des Tauernkraftwerks Kaprun Zwangsarbeit leisten und war somit einer von rund 30 Juden, die zwangsverpflichtet wurden. Über seinen weiteren Verbleib ist bis dato nichts bekannt. Da es nur wenige Hinweise für die Beschäftigung jüdischer Personen gibt, ist allgemein anzunehmen, dass nur wenige Juden und Jüdinnen beim Bau des Kraftwerks zwangsverpflichtet wurden und diese auch nur für eine relativ kurze Zeit dort beschäftigt waren. Untergebracht waren sie meist in einem der beiden sogenannten “Judenlager”.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1007
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1008
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1011
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Alfred Weingartner wurde am 17.1.1930 in Braunau am Inn geboren. Seine Eltern hießen Franz und Rosa Weingartner. Seine ersten sechs Lebensjahre verbrachte er bei seiner Mutter, dann wurde er von 1936 bis 1940 in einer Pflegeanstalt in Stadl-Paura behandelt und anschließend lebte er wieder bei seiner Mutter in der Stadt Salzburg. Alfred Weingartner ging, wie alle anderen Kinder auch, zur Schule, wo seine Schulleistungen im Bereich Rechnen gut waren und im Bereich Lesen durchschnittlich. Trotzdem ist vermerkt, dass er „nicht in die Klasse integrierbar” war. Daraufhin erfolgte die Einweisung in die vermeintliche Pflegeanstalt Egling-Haar bei München am 18. April 1941. Dort wurde Alfred Weingartner am 21.6.1942 umgebracht. Er wurde dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, getötet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Karoline Weinhandl wurde am 22.4.1917 als drittes von vier Kindern des Ehepaars Maria und Franz Weinhandl in Salzburg geboren. Ihr Vater war von Beruf Schlossermeister. Karolines Mutter starb 1932, der Vater 1936. Karoline Weinhandl konnte selbst keinen Beruf erlernen und war ab 1934 zur Pflege in einer Anstalt. 1939 wurde sie dann als Patientin stationär in die „Landesheilanstalt" Salzburg aufgenommen. Von dort wurde sie am 16.4.1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion „T4”, auch bekannt als „NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der „NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Karola | - |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Viktor Weinstein stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie in der Salzburger Neustadt. Die Familie betrieb unweit der Synagoge ein Geschäft für Galanterie-, Kurz- und Wirkwaren. Sein Vater Rudolf Weinstein war Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg.
Seit April 1931 führte Viktor Weinstein im sogenannten „Faberhaus“ in der Rainerstraße 2 ein Geschäft für Gemischtwaren, Delikatessen, Weine und Liköre. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurde sein Geschäft von der Gestapo gewaltsam geschlossen und als „Judengeschäft“ gekennzeichnet. Warenbestände und Betriebsmittel wurden beschlagnahmt.
Bereits zuvor war er ins Visier der Behörden geraten. Ihm wurde vorgeworfen, einem Aktivisten der verbotenen KPÖ die Nutzung eines in seinem Geschäft befindlichen Matrizendruckers ermöglicht zu haben. Dieser Verdacht genügte, um ihn politisch zu verfolgen. Am 5. September 1938 wurde Viktor Weinstein nach mehrmonatiger Haft in Salzburg in das KZ Dachau deportiert, später in das KZ Buchenwald überstellt (Häftlingsnummer 9966, Kennzeichnung „Jude Pol.“). Am 11. Mai 1939 wurde er aus Buchenwald entlassen.
Die Haft hinterließ tiefe Spuren. Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gelang ihm die Flucht nach England. Dort heiratete er 1940, gründete eine Familie, erhielt die britische Staatsbürgerschaft und starb am 18. März 1966 im Alter von 60 Jahren in Kingston upon Thames.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Adolf Aron Weiss wurde am 31.7.1874 im Myjava in der heutigen Slowakei in eine jüdische Familie geboren. Er war als Kaufmann tätig und von 1903 bis 1938 Geschäftsleiter des Kleiderhauses „Zum Matrosen” in Salzburg am Mirabellplatz 6. Am 23. November 1934 heiratete Adolf Aron Weiss seine Lebensabschnittspartnerin, eine in Salzburg geborene Katholikin namens Anna. Die Ehe blieb kinderlos. Unter dem NS-Regime wurde Weiss, obwohl er jüdischen Glaubens war, nicht aus Salzburg vertrieben. Das von Ehepaar Weiss bewohnte Haus war mit dem stigmatisierenden „Judenstern” gekennzeichnet. Weiss bekam während des Kriegs eine „Judenkarte”, mit welcher er eine nur überaus geringe Menge an Lebensmitteln beziehen konnte. Am 6.11.1944 starb er an Unterernährung.
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| Weiß | - |
Politischer Widerstand
Engelbert Weiss wurde am 30.4.1891 in Thalgau bei Salzburg geboren und heiratete 1909 Theresia Plainer. Gemeinsam bekamen sie 1920 eine Tochter namens Elisabeth. Die Familie lebte in der Stadt Salzburg, wo Engelbert Weiss von Beruf Metalldreher und Werkmann der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) war. Er war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, des Republikanischen Schutzbunds und aktiver Gewerkschafter bis zum Verbot der Partei 1934. Nach dem Verbot der Partei 1934 organisierten sich Teile des sozialdemokratischen Milieus in der illegalen Organisation Revolutionäre Sozialisten Österreichs (RSÖ). Engelbert Weiss war aber nicht Teil davon. Als unter dem NS-Regime der Leiter der RSÖ Josef Pfeffer in das KZ Sachsenhausen deportiert wurde, beschloss Engelbert Weiss im Sommer 1939, die RSÖ zu reaktivieren und diese zu leiten. Als Leiter versuchte er, ein bundeslandübergreifendes Widerstandsnetzwerk aufzubauen und in Not geratene Familie zu unterstützen. Anfang 1942 gelang es einem Spitzel der Gestapo, sich in das Widerstandsnetzwerk einzuschleusen und dieses aufzudecken. Daraufhin wurde Engelbert Weiss am 5. Februar 1942 verhaftet und am 19. September 1943 nach Berlin-Plötzensee überstellt. Am 28. September 1943 wurde dort gegen ihn in der Zentrale des „Volskgerichtshofs” ein Prozess wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” geführt, bei welchem er zum Tode verurteilt wurde. Engelbert Weiss wurde am 7.4.1944 im Landesgericht Wien enthauptet. Kurz vor seinem Tod appellierte er folgende Worte an seine Freunde: „Heute Abend um sechs Uhr am Karfreitag ist mein Leben zu Ende. Ich sterbe aufrecht [...] Meine Freunde sollen mich nicht vergessen. Ich bitte Euch nochmals: Haltet zusammen! Erfüllt mir diese letzte Bitte.”
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal528
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal846
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal557
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal20
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Otto Weissberger wurde am 18. Mai 1872 in Pardubice im heutigen Tschechien in eine jüdische Familie geboren. 1897 konvertierte er zum evangelischen Glauben und heiratete Maria Schenner in Bad Goisern. Gemeinsam bekamen sie zwei Söhne, Franz, geboren 1898 und Rudolf, geboren 1899. Gemeinsam lebte die Familie in Aigen-Voglhub, einer Ortschaft der Gemeinde Strobl am Wolfgangsee, wo Otto Weissberger Eigentümer mehrerer Liegenschaften war, darunter ein Sägewerk und ein Gasthaus. Otto Weissenberger war für die Christlich-Soziale Partei im Gemeinderat tätig und Ehrenobmann des Traber-Zucht- und Rennvereins in Bad Ischl. In den 1920er Jahren gab er die Geschäftsleitung an seinen ältesten Sohn Franz ab. Seine geliebte Ehefrau Maria starb im September 1938. Er blieb nach dem “Anschluss” zunächst von Anfeindungen verschont, zog sich aber immer mehr zurück. So ging er erst meist erst nach Einbruch der Dunkelheit vor sein Haus, damit ihn niemand mit dem stigmatisierenden “Judenstern” sah. Im Frühjahr 1943 wurde er denunziert und in das Polizeigefängnis am heutigen Rudolfskai gebracht, wo er vermutlich misshandelt wurde. Am 21. Mai 1943 wurde Otto Weissberger in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und starb dort am 19. Juni 1943 an einer Lungenentzündung, wie die offizielle Todesursache lautete.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Karl Weitenthaler wurde am 14. Jänner 1896 in Graz geboren und lebte ab 1915 im Mitterberghütten und dann in Böckstein bei Badgastein, wo er als Bergmann und Mineur tätig war. Dort zog er sich bei der Verschüttung eines Stollens ein Nervenleiden zu. 1918 trat er der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und später auch dem Republikanischen Schutzbund bei. Anfang der 1930er Jahre entschloss er sich dazu, der Kommunistischen Partei Österreichs beizutreten, welche aber bereits 1933 im Austrofaschismus verboten wurde. Unter dem NS-Regime blieb er seiner politischen Anschauung treu und bezeichnete die Nationalsozialsten als “Nazikrüppel” und äußerte sich öfters sehr kritisch. Deswegen stand er am 21. Dezember 1939 vor dem “Sondergericht”, welches ihn aufgrund von “Vergehen gegen das Heimtückegesetz” zu zehn Wochen Gefängnis bestrafte. Ab 1941 lebte er zusammen mit seiner Frau und seinem Kind in der Stadt Salzburg, wo er Vorarbeiter einer Baufirma, welche Aufträge des Heeresbekleidungsamtes erledigte, war. Es ist anzunehmen, dass er Kontakt zu anderen ebenfalls dort arbeitenden Kommunisten hatte. Am 1. September 1941 wurde er erneut aufgrund von regimekritischen Äußerungen verhaftet, da ihn neun Arbeitskollegen denunzierten. Er wurde im Rahmen der Kommunisten-Prozesse vom 12. bis 16. Oktober 1942 zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren “Ehrverlust” verurteilt. Am 8. Januar 1944 wurde er von der Gestapo München in das KZ Mauthausen deportiert und dort am 25. November 1944 in das Außenlager Kommando Linz III überstellt. Dort starb er am 12. April 1945.
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ZwangsarbeiterInnen
Bronislaw Weja wurde am 18. September 1898 in Berestowice in Polen geboren. Er wurde im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zu Zwangsarbeit verpflichtet und in das “Deutsche Reich” verschleppt. Im Oktober 1943 wurde er in Salzburg durch die Meldepolizei registriert und als Hilfskraft im sogenannten Kapitelhaus zu Zwangsarbeit eingesetzt. Am 8. März 1944 wurde Bronislaw Weja wegen unerlaubten Wechsels des Arbeitsplatzes von der Gestapo verhaftet und verhört. In der darauffolgenden Nacht war er tot. Bronsilaw Weja starb am 9. März 1944 offiziell wegen “Selbstmord”.
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Franz Welley war Feuerwehrkommandant der Gemeinde St. Georgen. Nach dem “Anschluss” wurde er von den Nationalsozialisten als “politisch unzuverlässig” eingestuft, weshalb er auch unmittelbar nach der Machtübernahme vom Kaufmann Johann Pichler abgelöst wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Religiöser Widerstand
Michael Weninger (auch: Wenninger), geboren am 22. September 1907 in Straßwalchen, war Anhänger der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Er verweigerte den Kriegsdienst, weshalb er am 3. Juni 1939 ins KZ Dachau deportiert wurde, am 27. September 1939 in das KZ Mauthausen, wo er am 7. Februar 1940 starb.
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| Wenninger | - |
Individueller Widerstand
Anton Werber, geboren am 4. September 1881, war Leiter des Fürsorgeamtes in Zell am See. Im Frühjahr 1945 äußerte er sich gegenüber der NS-Funktionärin Josefa Schobersteiner hinsichtlich des zu diesem Zeitpunkt bereits vermuteten Kriegsendes, dass er froh sei, dass dieser bald vorbei sei und er ohnehin schon verloren wäre. Schobersteiner zeigte ihn beim Ortsgruppenleiter an. Er wurde am 29. April 1945 von SS und Gendarmerie verhaftet und der Gestapo übergeben. Seine Hinrichtung sollte noch am selben Tag stattfinden; Werber konnte jedoch durch die Hilfe eines Beamten flüchten und bis zum Kriegsende untertauchen. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Religiöser Widerstand
Franz Wesenauer wurde am 8. Juni 1904 in Ebensee in Oberösterreich in eine katholische Familie geboren. Er absolvierte das Knabenseminar “Borromäum” und das Priesterseminar in der Stadt Salzburg. Im Jahr 1930 wurde er zum Priester geweiht und wirkte als Kooperator der Pfarre Wörgl in Tirol. Während des NS-Regimes war er Kooperator der Pfarre St. Andrä sowie Jugendseelsorger und Betreuer der Priesterseminaristen. Franz Wesenauer halft während des NS-Regimes zusammen mit Pfarrer Franz Zeiss Menschen vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu schützen, so auch einen 13-jährigen katholisch getauften Jungen, welcher laut den “Nürnberger Rassegesetzen” als Jude kategorisiert wurde, der mithilfe von Franz Wesenauer bei Franziska Hammer in Salzburg untertauchen konnte und anschließend bei dem Bäcker Schmidhuber in Anthering. Franz Wesenauer starb am 19. Oktober 1991.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZ
Emil Wieland wurde am 7. Jänner 1914 in Wien geboren, war katholisch und als Landarbeiter, insbesondere als Melker, tätig. Er lebte in Salzburg zusammen mit seiner Lebenspartnerin und ihren beiden gemeinsamen Kindern, die während der NS-Herrschaft geboren wurden. Laut den “Nürnberger Rassegesetzen” galt Emil Wieland als “Mischling 1. Grades”, da sein Vater jüdischer Abstammung war. Ab September 1944 arbeitete Emil Wieland bei einem Salzburger Bauern im Stadtteil Itzling. Am 3. Oktober 1944 wurde er auf seinem Arbeitsplatz von der Gestapo verhaftet und in das Polizeigefängnis verschleppt. Dort wurde er bei seinem Verhör derart misshandelt, dass er am 4. Oktober 1944 in das Landeskrankenhaus überstellt wurde. Am 7. Oktober 1944 wurde er wieder in das Polizeigefängnis überführt. Am 27. Dezember 1944 wurde Wieland als “Schutzhäftling” in das Konzentrationslager Dachau deportiert und am 18. Januar 1945 in das KZ Sachsenhausen “überstellt”, wobei er als Zwangsarbeiter für die 13. Eisenbahn-Baubrigade, welche Reparaturen an durch Fliegerangriffe und Bomben beschädigten Eisenbahnanlagen, durchführte. Bei dieser gefährlichen Schwerstarbeit kamen viele Häftlinge zu Tode. Das weitere Schicksal von Emil Wieland ist unbekannt. Das Landesgericht Salzburg erklärte ihn am 9. März 1953 für tot.
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NS-Euthanasie
Alois Wiesmaier, Jahrgang 1911, stammt aus dem oberösterreichischen Wernstein und bewohnte die Caritasanstalt St. Anton. 1940 wurde er in der Tötungsanstalt Niedernhart – dem heutigen Kepler Universitätsklinikum in Linz – ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-Euthanasie
Ludwig Wimmeder, in Innsbruck am 8. September 1908 geboren, begann als Jugendlicher eine Schlosserlehre, die er jedoch nicht abschloss. Während der 1930er-Jahre lebte Wimmeder in Salzburg, kam immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und galt als “unstet”, was darauf zurückzuführen ist, dass er mehrmals seine Adresse änderte. Die NS-Justiz entmündigte den jungen Mann ließ ihn in die sogenannte “Landesheilanstalt für Geisteskranke” einliefern. Von dort aus deportierte man Ludwig Wimmeder am 17. April 1941 in die Tötungsanstalt Hartheim, wo er ermordet wurde.
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Politischer WiderstandKZ Opfer
Josef Wimmer wurde am 1. Juni 1903 in Wien geboren und war mit Mathilde Wimmer verheiratet. Zusammen hatten sie fünf kleine Kinder. Josef und Mathilde Wimmer besaßen einen Kiosk am Hauptbahnhof und die Familie lebte in der Stadt Salzburg. Josef Wimmer gehörte keiner Widerstandsgruppe an, galt aber als Gegner des Nationalsozialismus. Es ist daher anzunehmen, dass er denunziert wurde. Am 25. August 1944 wurde er von der Gestapo abgeholt, im Polizeigefängnis inhaftiert und in das KZ Dachau deportiert. Im KZ Dachau wurde er am 21. Oktober 1944 als “Schutzhäftling” registriert und am 24. November 1944 in das KZ Auschwitz transferiert und dort ermordet. Ein genaues Todesdatum lässt sich nicht ausmachen. Seine verwitwete Frau Mathilde Wimmer versuchte nach 1945 verzweifelt herauszufinden, was mit ihrem Ehemann passiert ist.
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NS-Euthanasie
Anton Wimmer wurde am 16.7.1901 in Saalfelden als uneheliches Kind von Barbara Wimmer und Johann Eckinger geboren. Nach der Schule arbeitete Wimmer als Hilfs- und Landarbeiter. Am 15. April 1941 wurde er in der Salzburger „Landesheilanstalt für Geistes- und Gemütskranke" als Patient aufgenommen – nachdem er auf Eigeninitiative dort vorstellig geworden ist. Bei der Aufnahme gab Wimmer an, sich nicht gut und sehr geschwächt zu fühlen. Er erhoffte sich, in der Klinik Hilfe zu bekommen. Wimmer wurde nach dem Aufnahmegespräch von den Ärzten als schizophren eingestuft, erbbiologisch erfasst und gemeldet. Am 21.5.1941 wurde er mit dem letzten der insgesamt vier Transporte der „Aktion T4” aus der „Landesheilanstalt” Salzburg-Lehen in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Er ist damit eines der über 250 „NS-Euthanasie”-Opfer, die im Jahr 1941 von der heutigen Christian-Doppler-Klinik nach Oberösterreich gebracht und ermordet wurden.
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Orte des Terrors - JustizKZ Opfer
Der gebürtige Berndorfer Mathias Wimmer, geboren am 16. Februar 1900, war als Monteuer tätig und Vater von drei Kindern. Nur wenige Monate nach dem “Anschluss” wurde er am 17. Juni 1938 ins Konzentrationslager Dachau deportiert (Häftlingsnummer 16196), wo er bis 1. Juli 1938 interniert war. Mit der Häftlingsnummer 376 internierte man ihn anschließend im KZ Flossenbürg. Aus den KZ-Akten geht hervor, dass er als sogenannter “Vorbeuge-Häftling” geführt wurde; eine Kategorie, die für Vorbestrafte gedacht war. Mathias Wimmer wurde am 17. November 1941 ermordet.
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Politischer Widerstand
Kaspar Wind wurde am 11.9.1902 in Forstau geboren. Er war Sozialdemokrat und überzeugter Gegner des Nationalsozialismus, was er auch wiederholt öffentlich kundtat. Bereits 1942 wurde Wind mit vier weiteren St. Johanner Bewohnern wegen „Rundfunkverbrechens“ festgenommen. Den Männern wurde vorgeworfen, ausländische Sender gehört und deren Inhalte verbreitet zu haben. Im November 1943 organisierte Wind gemeinsam mit anderen die Flucht des Deserteurs Karl Rupitsch. Am 11. Juli 1944 wurde Wind schließlich in Zusammenhang mit der Zerschlagung der Goldegger Deserteursgruppe und der abermaligen Verhaftung Karl Rupitschs festgenommen und in das Gefangenenhaus Salzburg eingeliefert. Im Polizeigefängnis Salzburg wurde er bei den Verhören schwer misshandelt und am 12. August 1944 in das KZ Mauthausen eingeliefert. Dort erhielt Wind die Häftlingsnummer 82838 und wurde am 28.10.1944 erhängt.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1134
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1163
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal1112
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Theresia Winklbauer stammt aus Engelszell in Oberösterreich und bewohnte die Caritasanstalt St. Anton. Sie wurde 1940 in der Tötungsanstalt Niedernhart – dem heutigen Kepler Universitätsklinikum in Linz – 17-jährig ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Anna Winter wurde am 3. November 1881 in Radstadt geboren. Im Zuge der “Aktion T4” wurde sie am 21. April 1941 mit dem ersten von insgesamt drei Transporten aus der “Versorgungsanstalt Schernberg” in Schwarzach im Pongau in die NS-"Euthanasieanstalt” Hartheim deportiert und dort noch im selben Jahr ermordet.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Alexia Elisabeth Winternitz war die ältere Tochter des Ehepaares Friderike und Felix von Winternitz. Friderike und Felix waren beide jüdischen Glaubens, konvertierten zum katholischen Glauben und heirateten 1905 in der Michaelerkirche in Wien. Alexia kam am 23. Juni 1907 zur Welt und die zweite Tochter Susanna Benediktine am 18. Februar 1910. Beide Töchter wurden ebenfalls katholisch getauft. Alexias Mutter Friderike begann 1912 eine Brieffreundschaft mit den berühmten Schriftsteller Stefan Zweig. Daraus entwickelte sich ein Liebesverhältnis und Friderike trennte sich von ihrem Ehemann. Gemeinsam mit ihren beiden Töchtern zog sie zusammen mit Stefan Zweig in eine Villa am Kapuzinerberg in der Stadt Salzburg, welchen sie auch heiratete. Das berühmte Ehepaar wurde wiederholt Angriffsziel antisemitischer Propaganda, welche unter anderem in Salzburg im “Eisernen Besen” veröffentlicht wurde. 1934 verließ Stefan Zweig Salzburg und seine Ehefrau sowie die beiden Töchter endgültig. Alix verblieb mit ihrer Mutter und Schwester in Salzburg. Ihre Mutter und Schwester gingen 1939 nach Frankreich. Im Januar 1939 gelang es Alexia gemeinsam mit ihrem jüdischen Freund Herbert Carl Störk ebenfalls nach Frankreich zu reisen. Sie gingen zusammen ins Exil in die USA. Alexis Elisabeth Störk starb am 16. Mai 1986 in den USA.
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| Alexia Stoerk; Alix | - |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Susanna Benediktine Winternitz war die jüngere Tochter des Ehepaares Friderike und Felix von Winternitz. Friderike und Felix waren beide jüdischen Glaubens, konvertierten zum katholischen Glauben und heirateten 1905 in der Michaelerkirche in Wien. Susanna kam zwei Jahre nach ihrer älteren Schwester Alexia, am 18. Februar 1910 zur Welt. Beide Töchter wurden ebenfalls katholisch getauft. Alexias Mutter Friderike begann 1912 eine Brieffreundschaft mit den berühmten Schriftsteller Stefan Zweig. Daraus entwickelte sich ein Liebesverhältnis und Friderike trennte sich von ihrem Ehemann. Gemeinsam mit ihren beiden Töchtern zog sie zusammen mit Stefan Zweig in eine Villa am Kapuzinerberg in der Stadt Salzburg, welchen sie auch heiratete. Das berühmte Ehepaar wurde wiederholt Angriffsziel antisemitischer Propaganda, welche unter anderem in Salzburg im “Eisernen Besen” veröffentlicht wurde. 1934 verließ Stefan Zweig Salzburg und seine Ehefrau sowie die beiden Töchter endgültig. Susanna, die als Pressefotografin tätig war, ging mit ihrer Mutter und ihrem Freund Karl Höller nach Frankreich. Nachdem auch ihre ältere Schwester Alexia nachgekommen war, gingen sie zusammen ins Exil in die USA. Alexis Susanna Höller starb am 28. Januar 1998 in den USA.
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| Suzanne Hoeller;Suse | - |
Soldaten - Deserteure
Josef Wintersteller wurde am 11. August 1910 in Oberalm bei Hallein geboren und war das einzige Kind des Ehepaares Rosa und Matthias Wintersteller. Sein Vater diente im Ersten Weltkrieg und starb 1917 im Krieg. Josef Wintersteller erlernte keinen Beruf und schlug sich als Hilfsarbeiter durch. 1940 heiratete er eine Hilfsarbeiterin und gemeinsam hatten sie fünf Kinder. Im Dezember 1940 wurde Josef Wintersteller in die Wehrmacht eingezogen und musste ab Oktober 1941 als Fernmelder an der Ostfront dienen. Ende April 1942 war er auf Heimaturlaub bei seiner Familie. Danach kehrte er nicht mehr zu seiner Truppe zurück. Am 22. Juni 1942 wurde er zuhause verhaftet und vor das Kriegsgericht der Division 188 gestellt, welches ihn wegen “unerlaubter Entfernung von der Truppe” zu 15 Monaten Gefängnis verurteilte. Er wurde aber zur “Bewährung vor dem Feind” an die Front geschickt und starb am 1. Juli 1944 in Danzig/Gdansk.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Individueller Widerstand
Der Pianist Paul Wittgenstein wurde am 5. November 1887 in Wien als siebtes von acht Kindern geboren. Nur wenige Wochen nach der Geburt fand seine Taufe statt. Wittgensteins Vater war evangelisch, die Mutter jedoch katholisch, ebenso wie die restlichen Kinder. Sein Debüt als Pianist erlebte Wittgenstein nach dem Tod des Vaters im Jahr 1913. Nur ein Jahr später wurde Wittgenstein als Leutnant des österreichisch-ungarischen Heeres so schwer verwundet, das sein rechter Arm amputiert werden musste. Der musikalischen Karriere tat dies jedoch keinen Abbruch. Als “linkshändiger Pianist” feierte er noch während der Kriegswirren im Dezember 1916 ein neues Debüt. Später wurde er auch für die Salzburger Festspiele engagiert. Neben seinen Auftritten arbeitete Wittgenstein bis zu seiner Vertreibung durch die Nationalsozialisten im März 1938 als Klavierlehrer am Wiener Konservatorium. Vor den Nationalsozialisten flüchten Wittgenstein und seine Ehefrau Hilde Schania gemeinsam mit den Kindern Elisabeth und Johanna über Kuba in die USA, wo sie im Februar 1941 ankamen. 1946 erhielt er die US-Staatsbürgerschaft. Paul Wittgenstein starb am 3. März 1961 auf Long Island. Zu Lebzeiten war er weitaus berühmter als sein Bruder, der Philosoph Ludwig Wittgenstein; heute ist Paul Wittgenstein weitgehend in Vergessenheit geraten.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Rosalia Witzmann wurde am 31. Juli 1884 in Gnigl bei Salzburg geboren. Ihre Eltern hießen Franziska und Matthias Witzmann. Ihr Vater war von Beruf Maurer. Die Eltern verstarben bereits früh und Rosalia, auch Rosa genannt, lebte bei ihrem älteren Bruder Josef Witzmann in der Stadt Salzburg. Rosalia war als Dienstmädchen tätig, jedoch wechselte sie häufig ihre Arbeitsstelle und sie war wiederholt in Asyl- und Pflegeheimen untergebracht. Ab 1933 war sie Patientin in der Landesheilanstalt Salzburg. Von dort wurde sie am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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| Rosa | - |
Roma/Romnija und Sinti/Sintize und andere Fahrende wie LovaraKZ OpferFrauen explizit erwähntJugendliche explizit erwähnt
Aloisia Wolf wurde am 3. Januar 1930 in Graz geboren. Ihre Eltern waren das Ehepaar Theresia, geborene Leimberger, und Albert Wolf, welcher vom Beruf Schirmmacher und Musikant war. Aloisias Eltern kommen beide aus Sinti-Familien. Die Familie siedelte sich mit ihrem Wohnwagen 1936 in Salzburg an. Das Ehepaar hatte zehn Kinder. Während des Nationalsozialismus hatte Aloisias Vater eine Festanstellung als städtischer Straßenwärter. Zusätzlich ist dokumentiert, dass die Familie ab 28. Februar 1940 im von der Stadt gebauten “Behelfsheim”, also einer Wohnbaracke aus Holz, gelebt hat, welche für obdachlose Familien eingerichtet wurde. Aloisias Vater Albert Wolf litt an Asthma und starb am 18. Juli 1943 im Landeskrankenhaus Salzburg. Aloisia Wolf befand sich vorübergehend in einem Wiener Heim und wurde in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 10. Mai 1944 registriert. Sie war 14 Jahre, als sie im Vernichtungslager vermutlich vergast wurde. Ihre Mutter und ihre neun Geschwister überlebten den nationalsozialistischen Terror.
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Soldaten - Deserteure
Felix Wolf wurde am 11. September 1913 in Vetrinj-Zakamen bei Klagenfurt geboren. Seine Mutter war die ledige Hilfsarbeiterin Marija Wolf. Über das Leben von Felix Wolf ist fast nichts bekannt, nur dass er Rekrut im Gebirgspionier-Ersatz-Bataillon 82 war und “kriegstauglich” gemacht werden sollte, was jedoch misslang, da er desertierte. Daraufhin wurde er vor das Kriegsgericht der Division 188 am 8. Mai 1940 in Salzburg gestellt und zum Tode verurteilt. Er wurde am 27. Juni 1940 auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg erschossen.
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Margarete Wraubek, geborene Lieblich, kam am 13. Dezember 1863 in eine ungarische jüdische Familie zur Welt. Sie konvertierte zum evangelischen Glauben und heiratete den am 26. November 1858 geborenen Katholiken Friedrich Wraubek im November 1894 in Wien. Friedrich Wraubek war Generaloberst der k.u.k. Militärverwaltung und nach dem Zerfall der Habsburg-Monarchie pensioniert. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zog das Paar nach Salzburg. Friedrich Wraubek starb am 15. Mai 1938. Im April 1939 musste die 76-jährige Witwe Margarete Wraubek ihre gemeinsame Wohnung aufgeben, weil ein Beamter der deutschen Heeresverwaltung dort einziehen wollte. Margarete Wraubek floh nach Wien, wo sie zuletzt mit anderen evangelisch konvertierten Jüdinnen und Juden im Altersheim der Schwedischen Mission für Israel lebte. Am 27. August 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert und dort am 17. September 1942 im Alter von 79 Jahren ermordet.
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| Lieblich | - |
Alliierte Soldaten
Harvey D. Wright, vermutlich im Bundesstaat Michigan geboren und aufgewachsen, war der tödlich verunglückte Pilot des am 16.11.1944 abgeschossenen und über Lofer abgestürzten Kampfflugzeugs des Typs Liberator. Darüber hinaus befanden sich acht Besatzungsmitglieder im Flugzeug, die vor dem Absturz das Flugzeug mithilfe ihrer Fallschirme verlassen konnten. Alle acht wurden von der Wehrmacht gefangenengenommen und im Durchgangslager Luft (DULAG Luft) im hessischen Oberstedten festgehalten, wo man sie verhörte. Über ihren weiteren Verbleib ist bis dato nichts bekannt. Wright hingegen wurde bereits am 17. November 1944 am Ortsfriedhof der Gemeinde St. Martin bei Lofer begraben.
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NS-EuthanasieFrauen explizit erwähnt
Marie Wurm wurde am 31. Mai 1904 in Salzburg als einziges Kind des Ehepaares Maria und Georg Wurm geboren. Ihr Vater war von Beruf Selcher- und Fleischhauergehilfe und starb bereits 1912. Ihre Mutter heiratete erneut und Marie wuchs bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf. Marie war pflegebedürftig und konnte keinen Beruf erlernen. Im Alter von 27 Jahren wurde sie im Juli 1931 stationär in der Salzburger Landesheilanstalt aufgenommen. Von dort wurde sie am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen. Nach ihrem Tod wurde in der Zeitung eine Todesanzeige geschalten mit dem Hinweis, dass in der Pfarre Gnigl eine Messe für die Verstorbene gelesen werden würde. Die Messe las Pfarrer Franz Dürnberger, welcher auch für den hingerichteten Widerstandskämpfer Anton Schubert eine Messe las, wofür er in das KZ Dachau deportiert wurde.
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NS-Euthanasie
Franz Wörndl wurde am 20. Mai 1906 in Grödig bei Salzburg als eines von drei Kindern des Ehepaares Maria und Franz Wörndl geboren. Seine Geschwister hießen Martin und Hedwig. Sein Vater war von Beruf Fabriksarbeiter. Die Mutter starb 1929 in Landeskrankenhaus Salzburg. Franz Wörndl war krank und deswegen ab 1926 Patient im Spital St. Anna, auch bekannt als Versorgungshaus Gnigl. Im November 1939 wurde er unter dem NS-Regime in die Landesheilanstalt Salzburg verlegt. Von dort wurde er am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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NS-Euthanasie
Balthasar Wöss wurde am 28. November 1892 in Salzburg geboren. Er war von Beruf Tischlergeselle und spezialisierte sich auf Antiquitäten in der Werkstatt seines Vaters, welcher Tischlermeister war. Seine Mutter starb bereits 1923. Balthasar lebte zusammen mit seinem Vater und seiner älteren Schwester, welche von Beruf Köchin war, in der Stadt Salzburg. Da er eine körperliche Behinderung hatte konnte er den Betrieb des Vaters nicht übernehmen. Er beschäftigte sich neben der Tischlerei mit Astrologie und Zukunftsdeutung, was ihm unter dem NS-Regime zum Verhängnis wurde. Er entging zwar der NS-Justiz, wurde aber entmündigt und am 24. April 1940 in die Landesheilanstalt Salzburg eingewiesen. Von dort wurde er am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und dort im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Z
Individueller Widerstand
Der aus Bruck stammende und am 15. Jänner 1889 geborene Johann Zaisberger war als Arbeiter bei der Firma Redlich und Berger tätig. Hier sollen sich er und weitere Arbeiter in einer Pause negativ über das NS-Regime geäußert haben, wofür er zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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| Zeisberger | - |
NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Rupert Zaninelli wurde am 14. September 1923 in Salzburg geboren. Seine Mutter war ledig und arbeitete als Dienstmädchen in Maxglan. Sie verstarb bereits 1925. Der Vater ist nicht bekannt. Rupert Zaninelli wuchs nach dem frühen Tod seiner Mutter in verschiedenen Heimen und Pflegeheimen der Stadt Salzburg auf. Unter dem NS-Regime wurde er – so wie zahlreiche Kinder und Jugendliche, die in Pflegeheimen aufwuchsen – nach Mariatal bei Kramsach in Tirol verlegt. Dort befand sich ein Pflegeheim, welches vom Orden der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul geführt wurde. Visitatorin der Pflegeanstalt war Anna Bertha Königsegg, welche sich gegen die gezielte Ermordung von Kranken und Beeinträchtigen einsetzte. Als sie am 16. April 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, fiel der Schutz für ihre Pfleglinge weg. Rupert Zaninelli wurde kurz darauf am 23. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”, ermordet. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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Religiöser WiderstandOpfer der NS JustizFrauen explizit erwähnt
Franz Zeiss wurde am 7. November 1892 in Altenmarkt im Pongau geboren und absolvierte in der Stadt Salzburg das erzbischöfliche Knabenseminar “Borromäum” und das Priesterseminar. 1915 wurde er im Salzburger Dom zum Priester geweiht und war ab 1934 Stadtpfarrer der Pfarre St. Andrä. Am 11. März 1940 kam es zu einer Durchsuchung aller Pfarrämter nach Feldpostadressen von Soldaten des Wehrkreises XVIII, da die Pfarren diese Adressen nicht besitzen durften, weil befürchtet wurde, dass sie religiöse, "moral-zersetzende" Schriften an die Soldaten schicken könnten. Bei der geheimen Durchsuchung durch die Gestapo konnte nichts gefunden werden, da Zeiss von Maximilian Klimitsch, welcher Polizeibeamter war, vorgewarnt wurde. Maximilian Klimitsch wurde wegen Verrats von Staatsgeheimnissen zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt und starb im September 1944 in einer Strafeinheit der SS. Franz Zeiss wurde am 13. März 1940 ebenfalls verhaftet und im Februar 1941 an das Gefangenenhaus des Landesgerichtes vom Polizeigefängnis überstellt. Er wurde am 12. Juli 1941 zu zehn Monaten Haft verurteilt, da er den Geheimnisverrat Klimitschs nicht angezeigt hatte. Durch die 16-monatige Untersuchungshaft, welche angerechnet wurde, kam Zeiss frei, wurde aber weiterhin streng beobachtet. Trotzdem gelang es ihm zusammen mit Franz Wesenauer einigen Menschen das Überleben zu sichern, welche im Nationalsozialismus verfolgt wurden, so auch den 1916 geborenen konvertierten Juden Franz Leo Breuer. Franz Zeiss starb am 14. Mai 1991.
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NS-Euthanasie
Artur Zhorsky wurde am 15. März 1901 in Kaschau in der heutigen Slowakai geboren. Seine Eltern ließen sich Scheiden und er übersiedelte zusammen mit seiner Mutter nach Salzburg, wo er im Dezember 1934 wegen "Anfällen" als Patient in der Landesheilanstalt aufgenommen wurde - vermutlich litt er an Encephalitis. Am 17. April 1941 deportierte man ihn nach Hartheim und ermordete ihn im Rahmen der nationalsozialistischen Geheimaktion “T4”, auch bekannt als “NS-Euthanasie”. Die Menschen, die im Nationalsozialismus im Rahmen der “NS-Euthanasie” verfolgt wurden, wiesen eine Bandbreite von Krankheiten und Beeinträchtigungen auf, darunter schwere Mehrfachbehinderungen, Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie, Gehörlosigkeit oder kognitive Einschränkungen.
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ZwangsarbeiterInnen
Alexander Zielonka oder Selenko wurde am 26. Dezember 1913 in Naliboki bei Minsk in Weißrussland geboren. Er wurde als Zwangsarbeiter verschleppt und nach Salzburg gebracht, wo er im Reichsbahnlager arbeiten musste. Beim ersten Bombentreffer auf die Stadt Salzburg im Oktober 1944 wurden Teile des Lagers getroffen. Alexander Zielonka wurde von einem Aufseher der Plünderung bezichtigt, was unter schwerer Strafe stand. Am 17. Oktober 1944 wurde der Zwangsarbeiter Alexander Zielonka zwecks der Abschreckung vor den Augen seiner Arbeitskollegen durch die Gestapo am Galgen erhängt.
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Religiöser Widerstand
Adolf Zierler wurde am 16. März 1917 in Frauschereck bei St. Johann am Walde geboren. Er gehörte der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas an. Bald nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er zum Kriegsdienst einberufen, weigerte sich aufgrund seiner Überzeugung jedoch, den Eid auf Hitler abzulegen. Nach der Anklage am 26. September 1939 verurteilte ihn das Reichskriegericht am 21. November 1939 zum Tode. Das Urteil wurde am 15. Dezember 1939 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckt.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Franz Zopf, geboren 1931, stammt gebürtig aus Straßwalchen, wohnte jedoch in der Caritasanstalt St. Anton. 1941 wurde er als Zehnjähriger nach Hartheim deportiert und ermordet. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen des Historikers Rudolf Leo sowie den Forschungen der Sozialarbeiterin Christina Nöbauer zu den Biografien ehemaliger Bewohner und Bewohnerinnen der Caritas-Anstalt St. Anton ließ die Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße ein Mahnmal für die Brucker NS-Opfer errichten, welches im November 2015 eingeweiht wurde. Das Mahnmal gedenkt aller während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Bruck sowie der 45 Bewohner und Bewohnerinnen der Caritasanstalt St. Anton, die im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion getötet wurden.
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Individueller Widerstand
Der Schrifsteller Carl Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 im rheinländischen Nackenheim geboren. Er studierte verschiedene Fächer an den Universitäten Heidelberg sowie Frankfurt am Main und fungierte zwischen 1922 und 1925 als Dramaturg in Kiel, München und Berlin. Gegen den aufkommenden Nationalsozialismus war er öffentlich aufgetreten, weshalb seine Werke in Deutschland 1933 verboten wurden und er in das österreichische Henndorf am Wallersee übersiedelte. Nach dem “Anschluss” im März 1938 sah er sich erneut gezwungen zu flüchten. Die Fluchtroute führte ihn und seine Familie zunächst in die Schweiz, wohin er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder zurückkehren sollte. Den größten Teil des Zweiten Weltkriegs – von 1941 bis 1946 – verbrachte er in den USA. Carl Zuckmayr starb am 18. Jänner 1977 in der südschweizerischen Gemeinde Visp.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal817
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal821
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal570
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Olga Zweig wurde am 9.1.1885 in Wien geboren. Sie war das fünfte von sieben Kindern und die Cousine des Schriftstellers Stefan Zweig. Ihr Vater war jüdischen Glaubens und ihre Mutter Katholikin, die sieben Kinder jedoch ohne Bekenntnis. Olga lebte und arbeitete ab Jänner 1931 in der Stadt Salzburg als Pflegerin. Beim Ausfüllen ihres Meldeblatts für Salzburg gab Olga Zweig an, Katholikin zu sein. Seit 1931 lebte bei Olga Zweig ihr Pflegekind Rudi, welches an Gehirnlähmung erkrankt war, sowie zeitweise auch Rudis Mutter. Rudis Eltern waren jüdischen Glaubens, sodass Rudi während des NS-Regimes in zweifacher Hinsicht gefährdet war, verfolgt zu werden: einmal als Jude und einmal als Beeinträchtigter. Olga Zweig gelang es, die Identität ihres Pflegekinds während des gesamten NS-Regimes geheim zu halten. Sie selbst wurde aber von der Gestapo angezeigt, dass sie bei ihrem Geburtsschein falsche Angaben gemacht habe, da sie „katholisch” angegeben hatte, aber nach den „Nürnberger Rassegesetzen” als Jüdin kategorisiert wurde. Am 11. März 1941 wurde sie deswegen verhaftet und ein Jahr lang eingesperrt. Am 4. Juli 1942 ließ sie sich von Pfarrer Franz Zeiss in der Kirche St. Andrä katholisch taufen, in der Hoffnung, so weiterer Verfolgung zu entgehen. Am 14. Februar 1945 wurde sie aber nach Theresienstadt deportiert. Am 8. Mai 1945 wurde Theresienstadt befreit und Olga Zweig konnte nach Salzburg zu ihrem Pflegekind Rudi zurückkehren. Sie starb am 5.2.1966 in Salzburg.
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Jüdische Opfer - Israelitische Kultusgemeinde
Stefan Zweig wurde am 28.11.1881 in eine jüdische Familie in Wien geboren. Seine Eltern, Ida und Moritz Zweig, waren Industrielle und hatten neben Stefan noch einen zweiten Sohn. Im Jahr 1904 erwarb Stefan Zweig an der Universität Wien den Doktor der Philosophie und arbeitete als Lyriker, Novellist, Dramatiker und Feuilletonist. Seine Werke machten den jungen Zweig rasch berühmt, darunter unter anderem die Prosawerke „Schachnovelle”, „Sternstunden der Menschheit” oder „Die Welt von Gestern”. 1912 lernte er die verheiratete Friderike Maria von Winternitz kennen, welche am 4.12.1882 in Wien geboren wurde und die Briefkontakt zu ihm suchte. Aus der Brieffreundschaft entwickelte sich eine Liebe und die beiden heirateten im Jänner 1920. Friderike Maria Zweig-Winternitz brachte zwei Töchter namens Alexia Elisabeth, welche am 23.6.1907, und Susanna Benediktine, die am 18.2.1910 geboren wurde, mit in die Ehe. Zusammen lebten sie in der Stadt Salzburg, wo sie am Kapuzinerberg eine Villa erwarben. Das berühmte Ehepaar wurde wiederholt Angriffsziel antisemitischer Propaganda, welche unter anderem in Salzburg im „Eisernen Besen” veröffentlicht wurde. Nach den Februarkämpfen 1934 wurde die Villa Zweig nach illegalen Waffen für den Republikanischen Schutzbund durchsucht, da Stefan Zweig Sympathien für die Sozialdemokraten nachgesagt wurden. Daraufhin meldete Zweig seinen Lebenssitz in Salzburg ab und ging zunächst nach Paris und dann nach London. Die Ehe ging in den folgenden Jahren in die Brüche. Zweig begann ein Liebesverhältnis mit seiner 1912 geborenen Sekretärin Lotte Altmann, einer nach London geflüchteten deutschen Jüdin. Die Ehe mit Friderike wurde am 1. September 1938 geschieden. Zweig heiratete Lotte am 6. September 1939 und gemeinsam gingen sie in die USA. Von dort aus arrangierte Zweig, dass seine Ex-Frau sowie die beiden mittlerweile erwachsenen Töchter ebenfalls in die USA ins Exil gehen konnten. Zweig litt währenddessen an schweren Depressionen. Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau reiste er am 27. August 1941 nach Brasilien. Am 23.2.1942 begingen Lotte und Stefan Zweig Selbstmord in einem Vorort von Petropolis, Brasilien.
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- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal554
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal583
- https://gams.uni-graz.at/o:derla.sal596
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Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Friderike Maria Zweig-Winternitz, geborene Burger, wurde am 4.12.1882 in eine jüdische Familie in Wien geboren. Sie heiratete 1905 den ebenfalls zum katholischen Glauben konvertierten Felix von Winternitz. Gemeinsam bekamen sie die beiden Töchter Alexia, geboren am 23.6.1907 und Susanna, geboren am 18.2.1910. 1912 suchte sie per Brief Kontakt zum berühmten Schriftsteller Stefan Zweig, da sie selbst auch Schriftstellerin war. Aus der Brieffreundschaft entwickelte sich eine Liebe, die beiden heirateten im Jänner 1920 und Friderike brachte ihre beiden Töchter mit in die Ehe. Zusammen lebten sie in der Stadt Salzburg, wo sie am Kapuzinerberg eine Villa erwarben. Das berühmte Ehepaar wurde wiederholt Angriffsziel antisemitischer Propaganda, welche unter anderem in Salzburg im „Eisernen Besen” veröffentlicht wurde. Nach den Februarkämpfen 1934 wurde die Villa Zweig nach illegalen Waffen für den Republikanischen Schutzbund durchsucht, da Stefan Zweig Sympathien für die Sozialdemokraten nachgesagt wurden. Daraufhin meldete Stefan Zweig seinen Lebenssitz in Salzburg ab und ging zunächst nach Paris und anschließend nach London. Die Ehe ging in den folgenden Jahren in die Brüche. Zweig begann ein Liebesverhältnis mit seiner 1912 geborenen Sekretärin Lotte Altmann, einer nach London geflüchteten deutschen Jüdin. Die Ehe mit Friderike wurde am 1. September 1938 geschieden. Friderike verblieb vorerst in Salzburg mit ihren beiden erwachsenen Töchtern und ging im Jänner 1939 mit Susanna nach Frankreich. Später kam ihre zweite Tochter Alexia nach. Dank der Hilfe Stefan Zweigs erhielten sie Visa für die USA und konnten dort im Exil leben. Sie starb am 18.1.1971 in den USA.
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| Burger | Friderike Maria Zweig-Winternitz | Link |
Soldaten - DeserteureSoldaten - KriegsgefangeneJugendliche explizit erwähnt
Franz Zöchling wurde am 7. Mai 1923 in Salzburg-Itzling geboren. Seine Eltern hießen Maria und Johann Zöchling. Zöchling war Hilfsarbeiter und wurde 1941 zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zur Wehrmacht eingezogen. Er diente im Gebirgsjäger-Regiment 136, welches gegen die Sowjetunion am Eismeer im Einsatz war. Dort wurde er verwundet und im Oktober 1943 zum Genesungsurlaub zurück nach Salzburg geschickt. Nachdem sein Bruder auch an der Front und ihr Vater gestorben war und sein Onkel in Hartheim ermordet wurde, beschloss Franz Zöchling zu desertieren und bei seiner Familie unterzutauchen. Er wurde aber am 2. Februar 1944 verhaftet und am 29. Februar 1944 vor ein Kriegsgericht der Division 418 gestellt. Er wurde wegen “unerlaubter Entfernung von der Truppe” zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er wurde während der Haft zur “Bewährung vor dem Feind” an die Front geschickt. Er starb am 10. Februar 1945 in einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager bei Tiraspol in Transnistrien.
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NS-EuthanasieJugendliche explizit erwähnt
Helmut Zöllner wurde am 20.10.1943 in Salzburg geboren und war das erste Kind einer 22-jährigen ledigen Hilfsarbeiterin aus Salzburg, die noch bei ihren Eltern wohnte. Helmut Zöllner hatte Fehlbildungen. Deswegen wurde er durch den damaligen NS-Oberbürgermeister der „Gauhauptstadt” Anton Giger in die Tötungsanstalt „Am Spiegelgrund” in Wien eingewiesen. In dieser vermeintlichen Pflegeanstalt wurde der nur zwei Monate alte Helmut Zöllner am 16. Dezember 1943 im Pavillon 15 aufgenommen. Am 18. Dezember 1943 wurde er von der Ärztin Dr. Marianne Türk untersucht, am 18.1.1944 war er bereits tot. Die offizielle Todesursache des Säuglings lautete „allgemeine Lebensschwäche”.
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Jüdische Opfer - KZAls Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Frauen explizit erwähnt
Grete de Francesco wurde am 5.11.1893 als Margarethe Weissenstein in Wien geboren. Ihre jüdischen Eltern Else, geborene Kuffler, und Emanuel Weissenstein ließen sie und ihre beiden Schwestern 1899 in der Wiener Lutherischen Stadtkirche taufen. 1928 erwarb Margarethe mit ihren Schwestern und ihrer Mutter eine Villa in Salzburg, in der sich ein Sanatorium befand. Das Gebäude wurde vom NS-Regime zwar nicht enteignet, aber unter Zwangsverwaltung gestellt. Margarethe Weissenstein heiratete Julius de Francesco. Sie bekamen einen Sohn, Peter, der allerdings bereits 1923 im fünften Lebensjahr starb. 1919/1920 erhielt Grete die italienische Staatsbürgerschaft. Sie war eine namhafte Forscherin, Journalistin und Antifaschistin. Sie lebte unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Paris, Basel und Mailand. Im Oktober 1944 wurde Margarethe de Francesco als Jüdin und Antifaschistin denunziert und verhaftet. Sie war in Gries bei Bozen interniert und wurde am 14. Dezember 1944 mit 68 Frauen in das KZ Ravensbrück deportiert. Vermutlich wurde sie dort in der Gaskammer ermordet. Ihr Mann und ihre Schwestern überlebten.
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| Weissenstein | Link |
v
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Franziska van Alderwerelt wurde am 27.4.1871 als Franziska Schindler in eine jüdische Familie in Mähren geboren. Am 11.6.1895 heiratete sie in Wien den aus Brügge in Flandern stammenden Schriftsteller Georges van Alderwerelt. Kurz darauf konvertierte sie zum katholischen Glauben und das Paar heiratete auch kirchlich. Franziska Baronin van Alderwerelt war eine gefragte Konzertsängerin und hatte Engagements in Wien. Das Ehepaar logierte abwechselnd in Salzburg und Gastein nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Georges van Alderwerelt starb am 24.9.1924 in Salzburg. Im Nationalsozialismus lebte Franziska zunächst in Baden bei Wien und seit Beginn 1942 in einer „Sammelwohnung” in Wien-Leopoldstadt. Die letzte Wohnadresse war im Kloster der Karmelitinnen, von wo aus über 70 katholisch konvertierte Jüdinnen*Juden deportiert wurden. Darunter auch aus Salzburg Rudolf Erich Müller und Helene von Taussig. Franziska van Alderwerelt wurde am 13. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 12.8.1943 ermordet.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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| Schindler | "Franzi" | - |
Als Jude oder Jüdin verfolgt (Archiv der Namen)Jüdische Opfer - KZFrauen explizit erwähnt
Die am 10. Mai 1879 in Wien geborene Helene Taussig war das fünfte von zwölf Kindern des jüdischen Ehepaares Sidonie und Theodor Ritter von Taussig. Die bildende Künstlerin konvertierte 1923 zum Katholizismus, weswegen sie zunächst vom NS-Regime unbehelligt leben konnte. Am 28. Februar 1940 wurde sie von der Gestapo nach Wien abgeschoben, wo sie in einem Karmelitinnenkloster Zuflucht fand. Nur knapp zwei Jahre später, am 9. April 1942, wurde Taussig in das polnische Ghetto Izbica deportiert. Ermordet wurde sie am 21. April 1942 entweder im Ghetto oder in Belzec, Sobibor oder Majdanek.
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| Mädchenname | Alternative Schreibweise | Wikidata |
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| Helene Taussig | Link |
Č
ZwangsarbeiterInnen
Latif Čeliković wurde am 12.11.1902 in Ripač in Bosnien-Herzigowina geboren. Er war verheiratet, hatte zwei Kinder und war Hilfsarbeiter. Zusammen mit seiner Familie lebte er in Belgrad, als dieses durch die deutsche Wehrmacht 1941 schwer zerstört und besetzt wurde. Er wurde als „serbischer Zivilarbeiter”, also als Zwangsarbeiter, nach Salzburg in das Reichsbahnlager gebracht und am Salzburger Hauptbahnhof in der Nacht zum 3.3.1944 von einem Zug überrollt.
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