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Zu: Gedenkstein für Zwangsarbeiter bei der Pfarrkirche Fontanella

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Zwischen 1938 und 1945 wurden fast 20.000 Kriegsgefangene, Fremd- und ZwangsarbeiterInnen zur Arbeit vor allem in Rüstungsbetrieben und beim Kraftwerksbau in Vorarlberg gezwungen. Sowohl private Unternehmen als auch öffentliche Stellen profitierten immens von den ausgebeuteten Arbeitskräften. Die Herkunft und die genaue Zahl der ZwangsarbeiterInnen, wer Zivilarbeiter und wer Kriegsgefangener war, lässt sich trotz umfangreicher Forschungsarbeiten nicht feststellen. Untergebracht waren sie in so genannten Ausländerlagern, ausgegangen wird von etwa 60 derartigen Barackenlagern in Vorarlberg. Der Großteil der ab 1942 dienstverpflichteten ZwangsarbeiterInnen stammte aus Polen und den eroberten Gebieten der Sowjetunion . Als OstarbeiterInnen eingestuft wurden sie besonders schlecht behandelt, Kontakte zur einheimischen Bevölkerung waren verboten, Vergehen wurden brutal bestraft. Auch in den Walsergemeinden Faschina und Fontanella sind ab 1942 dutzende Menschen zum Arbeitsdienst herangezogen worden. Zwei Gedenkstätten bei der St. Anna Kapelle am Faschinapass und bei der Pfarrkirche Fontanella, bestehend aus vier vor Ort gefundenen Steinblöcken, die von Kriegsgefangenen behauen worden waren und nach Auflassung des Lagers 1945 an der Passstraße liegen geblieben sind, erinnern an die namenlosen Opfer der Zwangsarbeit sowie an zwei namentlich bekannte russische Zwangsarbeiter, die in den Lagern umgekommen sind bzw. ermordet wurden: Dimitri Mimailow und Franz Woizechowski . Über beide liegen kaum Informationen vor.