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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Kirchberg 29, 6733 Fontanella
Beschreibung: Auf der Basis von historischen Quellen und Erinnerungen von ZeitzeugInnen setzen sich die SchülerInnen mit unterschiedlichen Aspekten von Zwangsarbeit in Vorarlberg während Nationalsozialismus und Krieg auseinander. Sie arbeiten speziell mit der Quelle Videointerview und dazugehörigen Materialien.
Ort: Faschina/Fontanella (PLZ 6733)
Zeitbedarf: 120 Minuten
Alter: 13-18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer


Verbundene Orte:




Mehr Erfahren

Zwischen 1938 und 1945 wurden fast 20.000 Kriegsgefangene, Fremd- und ZwangsarbeiterInnen zur Arbeit vor allem in Rüstungsbetrieben und beim Kraftwerksbau in Vorarlberg gezwungen. Sowohl private Unternehmen als auch öffentliche Stellen profitierten immens von den ausgebeuteten Arbeitskräften. Die Herkunft und die genaue Zahl der ZwangsarbeiterInnen, wer Zivilarbeiter und wer Kriegsgefangener war, lässt sich trotz umfangreicher Forschungsarbeiten nicht feststellen. Untergebracht waren sie in so genannten Ausländerlagern, ausgegangen wird von etwa 60 derartigen Barackenlagern in Vorarlberg. Der Großteil der ab 1942 dienstverpflichteten ZwangsarbeiterInnen stammte aus Polen und den eroberten Gebieten der Sowjetunion . Als OstarbeiterInnen eingestuft wurden sie besonders schlecht behandelt, Kontakte zur einheimischen Bevölkerung waren verboten, Vergehen wurden brutal bestraft. Auch in den Walsergemeinden Faschina und Fontanella sind ab 1942 dutzende Menschen zum Arbeitsdienst herangezogen worden. Zwei Gedenkstätten bei der St. Anna Kapelle am Faschinapass und bei der Pfarrkirche Fontanella, bestehend aus vier vor Ort gefundenen Steinblöcken, die von Kriegsgefangenen behauen worden waren und nach Auflassung des Lagers 1945 an der Passstraße liegen geblieben sind, erinnern an die namenlosen Opfer der Zwangsarbeit sowie an zwei namentlich bekannte russische Zwangsarbeiter, die in den Lagern umgekommen sind bzw. ermordet wurden: Dimitri Mimailow und Franz Woizechowski . Über beide liegen kaum Informationen vor.



Literatur

  • Werner Bundschuh, Arbeit unter Zwang. Belegschaft unter Militäraufsicht im Ersten und Zweiten Weltkrieg, in: Klaus Fessler/Werner Matt (Hg.): Rüsch-Werke Dornbirn. Der bedeutendste Metallbetrieb Vorarlbergs im Industriezeitalter, Dornbirn 2017, 236–239.
  • Michael Kasper, Unterrichtsmaterial Zwangsarbeit in Vorarlberg. URL: https://www.erinnern.at/lernmaterialien/lernmaterialien/zwangsarbeit-in-vorarlberg/unterrichtsmaterial (abgerufen 25.7.2021)
  • Meinrad Pichler, Nationalsozialismus in Vorarlberg. Opfer – Täter – Gegner, Innsbruck/Wien/Bozen 2018.
  • Margarethe Ruff, Minderjährige Gefangene des Faschismus. Lebensgeschichten polnischer und ukrainischer Zwangsarbeiter/innen in Vorarlberg, Innsbruck 2014.
  • Margarethe Ruff, „Um ihre Jugend betrogen.“ Ukrainische Zwangsarbeiter/innen in Vorarlberg 1942-1945 (= Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs 13), Bregenz 1996.