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Zu: Ceija-Stojka-Platz (Park, Ost)

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Ceija Stojka (1933-2013) Ceija Stojka ist eines von insgesamt sechs Kindern der Familie Stojka. Die Familie gehört zu der Roma-Untergruppe der Lovara . Ein Jahr nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird die Familie wie andere Romnija und Roma und Sintize und Sinti zur Sesshaftwerdung gezwungen. 1941 wird der Vater der Familie, Karl Wakar Horvath, ins KZ Dachau deportiert, später noch in andere KZ und im Jahr 1943 auf Schloss Hartheim bei Linz ermordet. Der Rest der Familie wird 1943 in verschiedene KZ deportiert. Ceija, sie ist knapp zehn Jahre alt, kommt ins KZ Auschwitz-Birkenau, später nach Ravensbrück und Bergen-Belsen. Ceija Stojka überlebt wie durch ein Wunder gemeinsam mit ihren Geschwistern Karl, Mitzi, Johann, Kathi sowie ihrer Mutter Sidonie. Sie veröffentlicht 1988 ihre Lebenserinnerungen mit dem Titel „Wir leben im Verborgenen“. Darin erzählt sie über die Geschichte ihrer Familie vor, während und nach der NS-Zeit, und sorgt damit auch dafür, dass eine große Öffentlichkeit auf den Antiziganismus und die Versäumnisse in der österreichischen Erinnerungskultur aufmerksam gemacht wird. Diskriminierung der Romnija und Roma und Sintize und Sinti vor dem Nationalsozialismus Die Lebensweise der Romnija und Roma und Sintize und Sinti wurde schon lange vor der Zeit des Nationalsozialismus als „fremd“ und bedrohlich angesehen, die Romnija und Roma wurden mit Kriminellen, Landstreichern und EmpfängerInnen von Almosen verglichen. 1888 gab das Innenministerium einen Erlass heraus, mit dem Romnija und Roma und Sintize und Sinti unter den Generalverdacht der Kriminalität gestellt wurden. Dies ging einher mit verstärktem Ausschluss aus der Gesellschaft – dieser wurde immer mehr rassistisch begründet und den Romnija und Roma und Sintize und Sinti eine Anpassungsfähigkeit an die moderne Zivilisation abgesprochen. Als im Jahr 1921 das Burgenland Teil Österreichs wurde und die Zahl der sesshaften Romnija und Roma und Sintize und Sinti stieg, wurde der Ruf nach weiteren diskriminierenden Maßnahmen gegen sie immer lauter. Die Deutschnationale Volkspartei forderte Zwangsarbeit und separate Schulen für „Zigeuner“. Im Jahr 1933 wurde im Burgenland sogar über eine mögliche Vertreibung der „Zigeuner“ auf die Insel Madagaskar diskutiert. 1936, als bereits alle Romnija und Roma und Sintize und Sinti behördlich erfasst waren, kam es in Wien zur Gründung der „Zentralstelle zur Bekämpfung des Zigeunerwesens“. Die Verfolgung der Romnija und Roma und Sintize und Sinti begann also nicht erst mit den Nationalsozialisten. Verfolgung durch die Nationalsozialisten und Genozid 1938 und 1939 wurden bereits tausende Romnija und Roma und Sintize und Sinti als „Zigeuner“ und „Asoziale“ verfolgt und für „rassisch minderwertig“ erklärt, verhaftet und in KZ wie Dachau, Mauthausen, Buchenwald und Ravensbrück deportiert. Ab 1939 wurden noch nicht verhaftete Romnija und Roma und Sintize und Sinti in für sie errichtete Zwangsarbeitslager überstellt. Der nächste Schritt waren „Osttransporte“ Ende 1941/Anfang 1942 in Verbindung mit einer „Ausrottungsaktion“ im Ghetto Litzmannstadt (heute Łódź). Der „Auschwitz-Erlass“ vom Dezember 1942, in dem Heinrich Himmler die „Ausrottung“ aller „Zigeuner“ sowie „Zigeunermischlinge“ befahl, stellte den Höhepunkt der Verfolgung durch die Nationalsozialisten dar. Insgesamt wurden etwa 500.000 Romnija und Roma und Sintize und Sinti durch die Nationalsozialisten ermordet. Kampf um Anerkennung als NS-Opfergruppe Von den rund 11.000 Romnija und Roma, Sintize und Sinti, die vor 1938 in Österreich gelebt hatten, überlebten nur etwa 1.000 die NS-Herrschaft. Trotzdem wurde der Holocaust an den Roma und Sinti in der österreichischen Erinnerungskultur jahrzehntelang stark vernachlässigt. Diskriminierung von Romnija und Roma und Sintize und Sinti war noch lange weit verbreitet, ist es auch teilweise heute noch, eine Anerkennung als NS-Opfergruppe blieb lange verwehrt. Einen großen Beitrag für die Anerkennung der rassistischen NS-Verfolgung, aber auch im Kampf gegen Antiziganismus leistete und leistet in Österreich immer noch die Bürgerrechtsbewegung der Roma selbst, die sich in zahlreichen aktiven Vereinen wie etwa dem Romano Centro zeigt. Erst im Jahr 1984 kam es im Burgenländischen Lackenbach, wo während der NS-Zeit Romnija und Roma und Sintize und Sinti in einem KZ-ähnlichen Anhaltelager inhaftiert waren, zur Errichtung eines ersten Mahnmals für die Roma-NS-Opfer in Österreich. Vier Jahre später wies Bundeskanzler Franz Vranitzky vor diesem Mahnmal auf die Mitschuld Österreichs an NS-Verbrechen hin. Bis heute fehlt allerdings in Wien ein Mahnmal, das an die im Nationalsozialismus ermordeten Romnija und Roma und Sintize und Sinti Europas erinnert.