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Zu: Anton Schmid-Promenade

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Seit 2003 heißt die nördliche Promenade entlang des linken Ufers des Donaukanals nach Feldwebel Anton Schmid. Er ist als Soldat der Wehrmacht in Wilna (heute Vilnius in Litauen) stationiert und hat Jüdinnen und Juden zur Flucht aus dem Ghetto von Wilna verholfen. Wehrmachtssoldaten, die mit Jüdinnen und Juden – etwa bei der Bewachung von Arbeitslagern – in Kontakt kommen, sind in der Mehrzahl nicht bereit, diesen von der Ermordung bedrohten Menschen zu helfen. Allerdings gibt es manchmal Gesten der Hilfsbereitschaft. So lassen manche Soldaten Brot liegen, das dann die ihnen zugeteilten „Arbeitsjuden“ an sich nehmen können. Oder sie lassen Brotreste vom Tisch hinunterfallen, wie Josef Wydy, der als Zimmermann in der „Technischen Nothilfe“, einer Unterstützungseinheit der deutschen Wehrmacht, in der Ukraine eingesetzt ist. Zu aktiven Rettungen von Jüdinnen und Juden kommt es dagegen fast nie. Umso bemerkenswerter sind die Taten von SS-Untersturmführer Oswald Bouska, der im Ghetto von Krakau jüdische Kinder rettet, oder die von Feldwebel Anton Schmid, der im Ghetto von Wilna über 300 Menschen zur Flucht verhilft. Beide fallen der NS-Militärjustiz in die Hände und werden ermordet. Bis heute erinnert in Österreich wenig an die Rettungstaten von Oswald Bouska und Anton Schmid. Sie wurden genauso wie Soldaten, die desertierten , jahrelang als „Vaterlandsverräter“ bezeichnet, und ihnen wurde jegliche Anerkennung verweigert.