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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
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Digitale Erinnerungslandschaft



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Stephansplatz 1, 1010 Wien
Beschreibung: Die SchülerInnen setzen sich mit Hilfe verschiedener Quellen zunächst mit katholischem Widerstand an sich, aber auch exemplarisch anhand der Biografie von Helene Kafka/Schwester Maria Restituta mit katholischem Widerstand gegen den NS-Terror auseinander. Es sollen dabei Gründe, Art und Weise sowie Folgen für Helene Kafkas Widerstand nähergebracht werden. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Maria-Restituta-Platz als Gedenkort, wobei auch die Büste von Helene Kafka des Künstlers Alfred Hrdlicka, die sich in der Barbarakapelle des Stephansdoms befindet, als dazu konträre Form des Gedenkens thematisiert wird.
Ort: 1010 Wien
Zeitbedarf: 50–100 Minuten
Alter: 13–19 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer, wahlweise kann der letzte Arbeitsauftrag vor Ort oder im Klassenzimmer erledigt werden.


Verbundene Orte:




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Katholischer Widerstand gegen das NS-Regime – Helene Kafka/Schwester Maria Restituta Den Widerstand gegen das NS-Regime in Wien kann man in zwei große politische Lager unterteilen: SozialdemokratInnen und KommunistInnen sowie Konservative, KatholikInnen und MonarchistInnen . Letztere reagierte auf antikirchliche Maßnahmen und auf die Diskriminierung und Verfolgung ehemaliger Funktionäre des Austrofaschismus . Schon 1938 kam es zur Gründung von Widerstandsgruppen, allerdings wurden diese durch Spitzeltätigkeiten 1940 aufgedeckt, Roman Karl Scholz, Jakob Kastelic und Karl Lederer im Jahr 1944 enthauptet. Eine weitere Widerstandsgruppe rund um den Kaplan Heinrich Maier und den Industriellen Franz Josef Messner entstand 1942. Sie wurde ebenfalls verraten, was im Jahr 1944 tödliche Folgen für zehn Mitglieder hatte. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bildeten sich aus dem bürgerlichen Lager noch kleinere Widerstandsgruppen heraus, so die Gruppe „O5“ , die jedoch alle eher unbedeutend blieben und hauptsächlich Pläne für die Zeit nach der NS-Herrschaft schmiedeten. Helene Kafka – Schwester Maria Restituta als Vertreterin des katholischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus Helene Kafka wird am 1. Mai 1894 in Hussowitz im heutigen Tschechien geboren, tritt mit 19 Jahren dem Orden der „Franziskanerinnen von der christlichen Liebe“ bei und erhält den Ordensnamen „Maria Restituta“. Sie ist dem oben beschriebenen kirchlich-konservativen und proösterreichischen politischen Lager zuzuordnen. Die herrschenden NS-Normen widersprechen der christlichen Überzeugung Helene Kafkas. Sie lehnt die nationalsozialistische Weltanschauung von Beginn an ab. „Schwester Resoluta“, wie sie an ihrem Arbeitsplatz, dem Krankenhaus Mödling, auch genannt wird, schreckt auch nicht davor zurück, ihre Einstellung zum Ausdruck zu bringen: Als Operationsschwester hat sie nach dem „Anschluss“ immer wieder Auseinandersetzungen mit dem Chirurgen und überzeugten Nationalsozialisten Dr. Lambert Stumfohl. So hängt sie beispielsweise entgegen seinen Anordnungen Kruzifixe in den Operationssälen auf. Als Stumfohl bemerkt, dass Kafka ein regimekritisches und proösterreichisches „Soldatenlied“ vervielfältigt, denunziert er sie. Dies führt zu ihrer Verhaftung durch die Gestapo am 18. Februar 1942. Es kommt zu brutalen Verhören, Helene Kafka verrät jedoch weder den Namen des Soldaten, von dem sie das „Soldatenlied“ erhalten hat, noch jenen der sie beim Vervielfältigen unterstützenden Kollegin. Am 29. Oktober 1942 wird Schwester Maria Restituta vom Wiener Volksgerichtshof auf Grund „landesverräterischer Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod durch das Fallbeil verurteilt. Das Urteil wird am 30. März 1943 im Wiener Landesgericht vollstreckt. Sie stirbt gemeinsam mit neun kommunistischen Funktionären. Ihre Leiche wird in einem Schachtgrab am Wiener Zentralfriedhof beseitigt. Schwester Maria Restituta – die einzige Nonne, die im NS-Staat zum Tode verurteilt und ermordet wird – wird im Jahr 1998 von Papst Johannes Paul II. als erste Märtyrerin der Erzdiözese Wien seliggesprochen.



Literatur

  • Brigitte Bailer/Wolfgang Maderthaler/Kurz Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten.“ Hinrichtungen in Wien, 1938-1945, Wien 2013, 69-71.
  • Edith Ruth Beinhauer, Selige Maria Restituta Helene Kafka – Märtyrerin aus dem Widerstand. Reflexionen zum Gedenken an eine katholische NS-Gegnerin, in: Heinz Arnberger/Claudia Kuretzidis-Haider (Hg.), Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand, Verfolgung, Exil und Befreiung, Wien 2011, 128-143.
  • Christoph Kösters/Mark Edward Ruff (Hg.), Die katholische Kirche im Dritten Reich. Eine Einführung, Freiburg/Wien/Basel 2018.
  • Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer-Täter-Gegner, Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 305-330.
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2015.