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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Förstergasse 7, 1020 Wien
Beschreibung: Die SchülerInnen setzen sich anhand der Gedenktafel in der Förstergasse im 2. Bezirk mit einem Endphasenverbrechen der SS auseinander. Durch Quellenarbeit sollen diese Morde wenige Stunden vor der Befreiung Wiens vom NS-Terror in ihrer Unbegreiflichkeit dargestellt werden. Des Weiteren soll der unterschiedlichen Gestaltung von Gedenktafeln, die an diese Morde erinnern, nachgegangen werden.
Ort: 1020 Wien
Zeitbedarf: 50–100 Minuten
Alter: 13–19 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer bzw. öffentlicher Raum


Verbundene Orte:




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Selbst in der Phase des Zusammenbruchs der NS-Herrschaft gegen Kriegsende begehen Angehörige der SS noch Morde an Jüdinnen und Juden. So auch im April 1945 während der Befreiung Wiens von der NS-Terrorherrschaft. Man nennt diese furchtbaren Gewaltexzesse „Endphasenverbrechen“. Sie zeigen, wie fanatische Nationalsozialisten von der „Minderwertigkeit“ der jüdischen Menschen überzeugt sind und sie eines ihrer Hauptziele – „die Vernichtung der jüdischen Rasse“ – bis zuletzt verfolgen. Dr. Nelly Blum und ihre Schwester Marie Margolin, Arthur Holzer, Arthur Klein, Erna und Grete Klüger-Langer, Kurt Mezei, Emil Pfeiffer und Genia Jenny Schaler sind am 11. April 1945 in den Keller der Förstergasse 7 im 2. Bezirk vor den Kampfhandlungen bei der Befreiung Wiens von der NS-Terrorherrschaft geflüchtet. Um ca. 15.30 Uhr führt eine in der Förstergasse 10 untergebrachte SS-Einheit eine Hausdurchsuchung auf Nr. 7 durch. Die SS befiehlt allen Personen im Keller, sich auszuweisen, sondert die oben erwähnten Jüdinnen und Juden aus und bringt sie in die Hauseinfahrt. In den späten Abendstunden werden sie in einen Bombentrichter auf der Straße vor dem Haus geführt und durch Genickschüsse ermordet. Kurze Zeit später, am 12. April um 3.30 Uhr morgens, treffen die Soldaten der Roten Armee in der Förstergasse ein. Wenige Wochen davor ist Kurt Mezeis Zwillingsschwester, Ilse Mezei, am 12. März 1945 im Keller der Israelitischen Kultusgemeinde durch einen Bombentreffer getötet worden. Ihre Mutter wird dabei schwer verletzt. Ihr Vater, Moritz Mezei, wird 1944 in Auschwitz ermordet. Margarete Mezei, die einzige Überlebende der Familie, stirbt 1993 in Wien.



Literatur

  • Dieter A. Binder u.a. (Hg.), 41 Tage. Kriegsende 1945 – Verdichtung der Gewalt/41 Days. End of the War 1945 – Culmination of Violance. Eine Ausstellung zu den letzten Wochen des NS-Terrors in Österreich. Wien 2016.
  • Elisabeth Fraller/George Langnas (Hg.), Mignon. Tagebücher und Briefe einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938 – 1949. Innsbruck/Wien/Rom 2010.
  • Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer – Täter – Gegner. Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 351 – 362.