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Zu: Gedenktafel für Angela Autsch in der Pfarrkirche Mötz

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Der Mensch Maria Cäcilia Autsch , wurde am 26. März 1900 in Röllecken im westfälischen Sauerland geboren. Sie stammte aus einer kinderreichen Familie und wuchs am Land in bescheidenen Verhältnissen auf. Nach Abschluss der Grundschule absolvierte sie eine kaufmännische Lehre und arbeitete als Verkäuferin. Mit 33 Jahren bewarb sie sich um die Aufnahme in den Orden der Trinitarierinnen in Mötz im Tiroler Oberland und nahm den Namen „Schwester Angela vom Heiligsten Herzen Jesu“ an. Im September 1938 legte sie die ewigen Gelübde ab. Als Vertreterin der erkrankten Oberin trat sie vehement gegen die drohende Aufhebung des Klosters durch die Nationalsozialisten auf. Gauleiter Franz Hofer versuchte in Tirol und Vorarlberg kirchliche Einrichtungen aufzulassen und an ihren Besitz zu gelangen. Angela Autschs Aktivitäten gingen aber über einen institutionell geprägten Widerstand der katholischen Kirche weit hinaus. Am 12. August 1940 verhaftete sie die Gestapo . Es lag eine anonyme Anzeige gegen sie vor, weil sie Adolf Hitler kritisiert hatte. Wenige Wochen später wurde Schwester Angela in das KZ Ravensbrück gebracht. Dort arbeitete sie im Krankenbau. Über ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft für die Mitgefangenen liegen viele Zeugnisse vor. Im März 1942 wurde sie nach Auschwitz verlegt, wo sie im Dezember 1944 starb, angeblich an einem Herzinfarkt während eines Fliegerangriffs. Die Umstände ihres Todes bleiben ungeklärt. Die Erinnerung Die Erinnerung an katholischen geprägten Widerstand war in der Kirche nach 1945 nicht selbstverständlich. Da ehemalige Nazis und MitläuferInnen wieder für die Kirche gewonnen werden sollten, wurden Handlungen von Menschen, die für ihren Glauben ihr Leben gaben, oft verschwiegen. Beim ersten offiziellen Gedenkakt dieser Art fehlte der damalige Bischof Paulus Rusch. Im Rahmen des Herz-Mariä-Fest, am 22. August 1953, enthüllte der Abt des Stiftes Stams einen Gedenkstein für die sechs Märtyrerpriester der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch in der Heilig-Blut Kapelle. Ein ehemaliger KZ-Häftling hielt die Gedenkrede. Heute wird die Tiroler Gedächtnislandschaft zum Nationalsozialismus aber von Zeichensetzungen für Geistliche dominiert. Frauen sind in der Erinnerungslandschaft unterrepräsentiert. Weniger als 10 % aller Erinnerungszeichen sind allein Frauen gewidmet. Die erste Gedenkinitiative für Schwester Angela ging von ihrer Ordensgemeinschaft aus. Im Juli 1987 wurde eine Gedenktafel in der Pfarrkirche Mötz im Rahmen eines gewöhnlichen Sonntaggottesdienstes eingeweiht. 2013 folgte eine Gedenktafel am ehemaligen Klostergebäude der Trinitarierinnen. Außerdem befindet sich in der Gnadenkapelle der Wallfahrtskirche Locherboden ein Porträt von ihr. Ein Seligsprechungsverfahren läuft bereits seit 1990. Ihr Name findet sich auch auf der Schmalseite des Befreiungsdenkmals. Seit 2011 wird dort personalisiert an den Tiroler Widerstand erinnert. Ihre Lebensgeschichte wurde in etlichen Publikationen verarbeitet, zuletzt in der 2019 erschienenen literarischen Biografie „Angela Autsch. Der Engel von Auschwitz“ von Annemarie Regensburger, einer Tiroler Autorin. Sie wollte Schwester Angela ein Denkmal setzen, „einer mutigen Frau, die auch in Zeiten des Terrors zu ihren persönlichen und religiösen Überzeugungen stand“.