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Zu: Mahnmal für Roma und Sinti in Leopoldskron-Moos

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Die Verfolgung der Sinti*zze und Rom*nja im Nationalsozialismus Sinti und Sintizze sowie Roma und Romnja sind eine kulturell vielfältige Minderheit in Europa, die traditionell die Sprache Romanes sprechen. Während der NS-Zeit wurden Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland und Österreich aufgrund rassistischer Zuschreibungen als „Zigeuner“ diskriminiert, verfolgt und ermordet. Ab 1936 begannen gezielte Verfolgungen, und nach dem Kriegsausbruch wurden Tausende in Konzentrationslager deportiert. Die Verfolgung, die als Porajmos anerkannt wird, forderte das Leben von über 90.000 Sinti*zze und Rom*nja in Europa. In Österreich überlebte nur ein Drittel der etwa 11.000 betroffenen Menschen. Das „Zigeunerlager“ Maxglan und seine Aufarbeitung Im Salzburger Vorort Maxglan bestand von 1939 bis 1943 ein Anhaltelager, in dem rund 230 Sinti*zze und Rom*nja unter unwürdigen Bedingungen gefangen gehalten wurden. Nach dem Verbot des Wandergewerbes 1939 durften die Inhaftierten das Lager nur noch für Zwangsarbeit verlassen. Die nationalsozialistische Regisseurin Leni Riefenstahl nutzte mehrere Dutzend Gefangene des Lagers Maxglan als unbezahlte Statist*innen für ihren Film „Tiefland“. Trotz öffentlicher Kontroversen und Dokumentationen, wie dem 1983 erschienenen Film „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit“, bestritt Riefenstahl bis zu ihrem Tod 2003 ihr Mitwissen über NS-Verbrechen. 1943 wurden 160 Insassen, darunter 17 im Lager geborene Kinder, in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Zum Gedenken an die Opfer wurde 2010 in der Nähe des ehemaligen Lagers eine Skulptur als permanentes Denkmal errichtet. Bereits 2009 tourte das Denkmal unter dem Titel „Niemals Vergessen – Ein Hörmahnmal“ durch Salzburg, 17 Stolpersteine erinnern zusätzlich an die Verfolgten. Die Bildungsinitiative ERINNERN:AT engagiert sich seit 2009 mit Schul- und „public history“-Projekten, die das Schicksal der Sinti*zze und Rom*nja thematisieren. 2011 entstand aus einem dieser Schulprojekte der Film „Zigeunerlager Maxglan“, in dem auch Überlebende des Lagers zu Wort kommen. [Text von: Laura Szentivanyi]