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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Schwarzgrabenweg, 5020 Salzburg
Beschreibung: Die Schüler*innen führen ein Rollenspiel durch, in dem über die Genehmigung eines fiktiven künstlerischen Projekts beim Mahnmal für Rom*nja und Sinti*zze in Leopoldskron-Moos debattiert wird. Als Vorbereitung setzen sie sich mit der Geschichte des Mahnmals für Rom*nja und Sinti*zze und einem ausgewählten Einzelschicksal einer in Maxglan internierten Frau auseinander. Ziel ist es, die politische Urteilskompetenz der Schüler*innen zu fördern, die in einem Rollenspiel historisches Hintergrundwissen einbauen sollen.
Ort: Roma-Sinti-Mahnmal (Schwarzgrabenweg, Leopoldskron-Moos)
Zeitbedarf: 2 Unterrichtseinheiten je 50 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Vermittlungsort: Klassenzimmer


Verbundene Orte:




Mehr Erfahren

Die Verfolgung der Sinti*zze und Rom*nja im Nationalsozialismus Sinti und Sintizze sowie Roma und Romnja sind eine kulturell vielfältige Minderheit in Europa, die traditionell die Sprache Romanes sprechen. Während der NS-Zeit wurden Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland und Österreich aufgrund rassistischer Zuschreibungen als „Zigeuner“ diskriminiert, verfolgt und ermordet. Ab 1936 begannen gezielte Verfolgungen, und nach dem Kriegsausbruch wurden Tausende in Konzentrationslager deportiert. Die Verfolgung, die als Porajmos anerkannt wird, forderte das Leben von über 90.000 Sinti*zze und Rom*nja in Europa. In Österreich überlebte nur ein Drittel der etwa 11.000 betroffenen Menschen. Das „Zigeunerlager“ Maxglan und seine Aufarbeitung Im Salzburger Vorort Maxglan bestand von 1939 bis 1943 ein Anhaltelager, in dem rund 230 Sinti*zze und Rom*nja unter unwürdigen Bedingungen gefangen gehalten wurden. Nach dem Verbot des Wandergewerbes 1939 durften die Inhaftierten das Lager nur noch für Zwangsarbeit verlassen. Die nationalsozialistische Regisseurin Leni Riefenstahl nutzte mehrere Dutzend Gefangene des Lagers Maxglan als unbezahlte Statist*innen für ihren Film „Tiefland“. Trotz öffentlicher Kontroversen und Dokumentationen, wie dem 1983 erschienenen Film „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit“, bestritt Riefenstahl bis zu ihrem Tod 2003 ihr Mitwissen über NS-Verbrechen. 1943 wurden 160 Insassen, darunter 17 im Lager geborene Kinder, in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Zum Gedenken an die Opfer wurde 2010 in der Nähe des ehemaligen Lagers eine Skulptur als permanentes Denkmal errichtet. Bereits 2009 tourte das Denkmal unter dem Titel „Niemals Vergessen – Ein Hörmahnmal“ durch Salzburg, 17 Stolpersteine erinnern zusätzlich an die Verfolgten. Die Bildungsinitiative ERINNERN:AT engagiert sich seit 2009 mit Schul- und „public history“-Projekten, die das Schicksal der Sinti*zze und Rom*nja thematisieren. 2011 entstand aus einem dieser Schulprojekte der Film „Zigeunerlager Maxglan“, in dem auch Überlebende des Lagers zu Wort kommen. [Text von: Laura Szentivanyi]



Literatur

  • Denkmal für ermordete Roma und Sinti in Salzburg beschädigt, online unter: Erinnern.at, https://www.erinnern.at/themen/e_bibliothek/roma/denkmal-fuer-ermordete-roma-und-sinti-in-salzburg-beschaedigt (24.10.2024).
  • Die Opfer des Nationalsozialismus, 05.05.2022, online unter: Bundeszentrale für politische Bildung, https://www.bpb.de/themen/politisches-system/politik-einfach-fuer-alle/508032/die-opfer-des-nationalsozialismus/ (20.10.2024).
  • Nichtjüdische Opfer der Verfolgung durch das Nazi Regime, online unter: Yad Vashem, https://www.yadvashem.org/de/holocaust/about/nazi-germany-1933-39/non-jewish-victims.html#narrative_info (20.10.2024).
  • Laura Lapuch, Schwer beschädigtes Roma und Sinti-Mahnmal wird am Mittwoch wieder aufgestellt, 07.08.2023, online unter: Stadt Salzburg, https://www.stadt-salzburg.at/presseaussendungen/presseaussendungen-2023/schwer-beschaedigtes-roma-und-sinti-mahnmal-wird-am-mittwoch-wieder-aufgestellt/ (03.11.2024).
  • Christine Schrattenecker, Stadt übernimmt „Roma-Sinti“-Mahnmal Maxglan, 08.10.2021, online unter: Stadt Salzburg, https://www.stadt-salzburg.at/presseaussendungen/2021/stadt-uebernimmt-roma-sinti-mahnmal-maxglan/ (03.11.2024).