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Sinti*zze und Rom*nja: Sinti und Sintizze sowie Roma und Romnja sind eine kulturell vielfältige Minderheit in Europa, die traditionell die Sprache Romanes sprechen. Während der NS-Zeit wurden Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland und Österreich aufgrund rassistischer Zuschreibungen als „Zigeuner“ diskriminiert, verfolgt und ermordet. Ab 1936 begannen gezielte Verfolgungen, und nach dem Kriegsausbruch wurden Tausende in Konzentrationslager deportiert. Die Verfolgung, die als Porajmos anerkannt wird, forderte das Leben von über 90.000 Sinti*zze und Rom*nja in Europa. In Österreich überlebte nur ein Drittel der etwa 11.000 betroffenen Menschen. Zeug*innen Jehovas: Diese religiöse Gemeinschaft wurde wegen ihres religiös motivierten Widerstands gegen das NS-Regime verfolgt. Dieser Widerstand zeigte sich in der Ablehnung der nationalsozialistischen Ideologie, der Verweigerung des Eids auf Hitler und des Wehrdienstes sowie in der Verbreitung von Flugschriften. Rund 10.000 Zeug*innen Jehovas wurden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo über 1.900 durch Misshandlungen und schwere Arbeit starben. Homosexuelle: Unter dem NS-Regime wurden homosexuelle Männer systematisch verfolgt und kriminalisiert. Bereits 1933 begann das Regime, Treffpunkte und Organisationen der Homosexuellenszene zu schließen. 1935 verschärfte man Paragraf 175, welcher sexuelle Handlungen zwischen Männern verbot, was zur Verhaftung von etwa 53.000 Männern führte, von denen viele verurteilt und inhaftiert wurden. Rund 15.000 dieser Verurteilten kamen in Konzentrationslager. In den Lagern waren sie schwerster Arbeit, Misshandlungen, medizinischen Experimenten und gezielten Tötungen ausgesetzt, wodurch die Sterblichkeitsrate dieser Häftlinge auf etwa 60 Prozent anstieg. „Asoziale“: Menschen, die nicht in das nationalsozialistische Weltbild passten – darunter Obdachlose, Alkoholiker*innen und Prostituierte – wurden als „asozial“ gebrandmarkt und galten als „Volksschädlinge“. So führte etwa die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ 1938 zur Inhaftierung von 10.000 Menschen, denen man vorwarf, keiner Erwerbsarbeit nachgehen oder sich nicht in die Gemeinschaft einfügen zu wollen. Viele dieser Menschen starben an Hunger, Erschöpfung und Krankheiten. [Text von Laura Szentivanyi]