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Zu: Gedenktafel für den Eisenbahnerwiderstand am Bahnhof St. Veit/Glan

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Direkt beim Haupteingang zum Bahnhof St. Veit an der Glan erinnert seit 1962 eine Gedenktafel an sieben Eisenbahner, die aufgrund von Widerstand gegen das NS-Regime hingerichtet wurden. Die Erinnerung an den Widerstand gegen das NS-Regime Die Alliierten forderten in der Moskauer Deklaration vom 1. November 1943 einen „eigenen Beitrag“ Österreichs zu seiner Befreiung von der NS-Herrschaft. Diesen leisteten verschiedene Widerstandsgruppen nicht zuletzt in Kärnten. In der ersten Zeit nach Kriegsende wurde der Widerstand zur eigenen Entlastung für kurze Zeit hochgehalten, Österreich wollte sich als Land präsentieren das sich gegen die Nazis widersetzt hat. Damit sollte die Begeisterung der Mehrheit der ÖsterreicherInnen für die Ideologie der Nationalsozialisten und die Mitwirkung vieler an den Verbrechen verschleiert werden. In dieser Phase, entstand die Gedenktafel für die hingerichteten Eisenbahner am Bahnhof St. Veit an der Glan. Doch die positive Sicht auf den Widerstand verschwand bald und die Leistung der Widerständischen, für die viele von ihnen sogar mit dem Leben bezahlten, wurde jahrzehntelang aus der Öffentlichkeit verdrängt. Im Fokus der Erinnerung standen hauptsächlich die gefallenen Wehrmachtssoldaten, denen monumentale Kriegerdenkmäler in nahezu jedem Ort und regelmäßige Gedenkfeiern gewidmet wurden. Erst 2013 wurde den Kärntner Männer und Frauen, die aufgrund von Widerstandstätigkeit am Landgericht Klagenfurt zum Tode verurteilt worden waren, dort ein Namensdenkmal gesetzt. Zur Rolle der Eisenbahn im Nationalsozialismus Die Eisenbahn erfüllte während des Nationalsozialismus wichtige Zwecke: Sie war Transportmittel für kriegswichtige Lieferungen im Zweiten Weltkrieg und auch Deportationsmittel für Millionen Menschen in verschiedene Konzentrationslager . Gleichzeitig diente die Eisenbahn Menschen zur Flucht aus dem Deutschen Reich . Bedienstete der Eisenbahn hatten unterschiedliche politische Einstellungen, während die einen glühende Anhänger des Nationalsozialismus waren, lehnten ihn andere ab und nutzen ihre berufliche Position für Widerstandsaktionen. Der Eisenbahnerwiderstand setzte sich aus Menschen mit kommunistischer und sozialistischer Überzeugung zusammen, die auf unterschiedliche Art und Weise versuchten die nationalsozialistischen Pläne zu sabotieren – auch in Kärnten. Gängige Methoden waren das Durchschneiden von Bremsschläuchen bei Zügen oder das Einfüllen von Sand in Achsenlager. Aus Jugoslawien wurde Sprengstoff nach Kärnten geschmuggelt um hier Gleisanlagen zu sprengen. Mit all diesen Mitteln wollten die Widerständischen verhindern, dass kriegswichtige Lieferungen ihr Endziel erreichen. Die Gestapo Klagenfurt beklagte zunehmend mehr Sabotageakte und schleuste Spitzel ein. Der Prozess gegen die Widerständischen Im Herbst 1941 verhaftete die Gestapo 15 Eisenbahner aus Kärnten und der Steiermark aufgrund des Verdachts auf Widerstandstätigkeit. In einem Gerichtsprozess in Klagenfurt im April 1942 wurden zehn der Männer wegen Wehrkraftzersetzung, Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung und Abhören von Feindsendern zum Tode verurteilt. Zwei Monate später, am 30. Juni 1942, wurden die Verurteilten im Landesgericht Wien hingerichtet. Sieben der Ermordeten stammten aus St. Veit an der Glan, ihnen wurde das Erinnerungszeichen am Bahnhof gewidmet.