DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Wiener Straße 11, 9400 Wolfsberg
Beschreibung: Die SchülerInnen beschäftigen sich mit einem bekannten Erinnerungsprojekt, seiner Intention und kritischen Stimmen. Über Fragen der Erinnerungskultur nehmen sie konkrete Biografien von NS-Opfern in den Blick und befassen sich mit der Bedeutung von Erinnerung.
Ort: Gegenwärtig befinden sich 39 Stolpersteine in Klagenfurt und 6 Stolpersteine in Wolfsberg
Zeitbedarf: flexibel gestaltbar, von 1 Stunde bis zu einem Projekttag
Alter: ab 13 Jahren
Vermittlungsort: Außerschulische Lernorte in Klagenfurt oder Wolfsberg oder wahlweise im Klassenzimmer zu bearbeiten


Verbundene Orte:




Mehr Erfahren

Der deutsche Bildhauer Gunther Demnig begann 1992 ein Erinnerungsprojekt an Menschen, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. Zu diesem Zeitpunkt konnte er nicht ahnen, welche Ausmaße dieses Projekt im Laufe der Jahre annehmen würde. Eine Idee wird groß Demnigs Überlegung war es, sichtbar zu machen, dass die Opfer der Nationalsozialisten aus der Mitte der Gesellschaft kamen und individuelle Persönlichkeiten mit Familien, Berufen und Wohnungen waren. Mit kleinen Gedenktafeln am Boden, verlegt vor dem letzten Wohnort von Menschen, die in Konzentrationslager deportiert , ermordet, in den Selbstmord getrieben oder zur Flucht gezwungen worden waren, wollte er an das Schicksal einzelner Menschen erinnern. Sein vorerst kleines Projekt wuchs gewaltig und mittlerweile wurden Stolpersteine in zig europäischen Ländern und für zehntausende Opfer verlegt. Jeder Stolperstein wurde individuell angefertigt, die Verlegung erfolgte im Rahmen von Zeremonien im kleineren und größeren Rahmen. Heute gelten die Stolpersteine als größtes dezentrales Mahnmal der Welt, also ein Mahnmal, das sich nicht an nur einem Ort, sondern zugleich an vielen Orten befindet. Namen statt Nummern Gunther Demnig will mit den Stolpersteinen den Opfern ihre Namen zurückgeben und sie an ihren Lebensmittelpunkt vor der Verfolgung zurückholen. Von den Nationalsozialisten waren sie zu Nummern entmenschlicht und an den Rand gedrängt worden, dem soll heute etwas entgegengesetzt werden. Geht man über einen Stolperstein, nimmt ihn wahr und beugt sich um seine Aufschrift zu lesen, so wertet Gunther Demnig dies als symbolische Verneigung vor den Opfern. Kritische Stimmen beanstanden, die Stolpersteine ermöglichen ein „mit den Füßen treten“ der Opfer. Stolpersteine in Kärnten Das Projekt der Stolpersteine hat an vielen Orten zu einer Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit beigetragen. Biografien von Opfern wurden recherchiert, Zeremonien zur Verlegung der Stolpersteine veranstaltet und Medienberichte trugen das Thema in die breite Öffentlichkeit. In Klagenfurt organisierte die Österreichisch-Israelische Gesellschaft eine erste Verlegung von Stolpersteinen im Jahr 2012, die Stadt Klagenfurt unterstützte das Projekt und es folgten zwei weitere Verlegungen 2014 und 2018. Insgesamt wurden 39 Stolpersteine für Menschen in Klagenfurt verlegt, die von den Nazis ermordet wurden. Diese 39 Menschen sind verschiedenen Opfergruppen zuordenbar, neben jüdischen Opfern werden Opfer der NS-Euthanasie, aber auch Opfer politischer Verfolgung erinnert. 2021 erfolgte auch in Wolfsberg eine Stolpersteinverlegung. Sechs Steine erinnern in der Wiener Straße an sechs jüdische NS-Opfer. Im Unterschied zu Klagenfurt wurden in Wolfsberg drei Steine für Menschen verlegt, die von den Nazis zur Flucht gezwungen oder in Konzentrationslager deportiert worden waren und den Nationalsozialismus überlebten.



Literatur