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Zu: Tafel an Eingang zu ehemaligem jüdischem Viertel in Eisenstadt

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Die bereits seit dem Mittelalter bestehende jüdische Gemeinde in Eisenstadt war bis 1848 ein Teil der esterházyschen „Sheva kehillot“ („Sieben heiligen Gemeinden“). Seit dem Jahr 1732 bildete das jüdische Viertel die selbstständige Gemeinde Unterberg-Eisenstadt, mit einem eigenen Richter, der vom Grundherrn bestätigt wurde. Mit 906 Jüdinnen und Juden zählte die Gemeinde 1836 den höchsten Bevölkerungsstand. 1848 endete das Abhängigkeitsverhältnis vom Hause Esterházy, die Jüdinnen und Juden wurden freie, gleichberechtigte (ungarische) Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Im Jahr 1871 gründeten die Bewohnerinnen und Bewohner die „Israeliten-Gemeinde Eisenstadt“, die selbstständige „Grossgemeinde Unterberg-Eisenstadt“ mit eigenem Bürgermeister und eigener Verwaltung. Die Säule mit der sogenannten „Schabbatkette“ am Eingang des jüdischen Viertels war ein sichtbares Zeichen der Frömmigkeit und der politischen Autonomie. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wanderten viele Jüdinnen und Juden aus dem Viertel/der Gemeinde ab und siedelten sich in Wien, Wiener Neustadt oder auch in der Freistadt Eisenstadt an. Auch nach der Angliederung des Burgenlandes an Österreich 1921 konnte die politische Gemeinde, die vielfach mit der jüdischen Gemeinde ident war, ihre Eigenständigkeit bewahren. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann der Terror gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Sie wurde innerhalb kürzester Zeit entrechtet, gedemütigt, beraubt und vertrieben. Der Bürgermeister der Gemeinde Unterberg-Eisenstadt, Wilhelm Schneider , wurde abgesetzt. Nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurde mit 1. September 1938 die Gemeinde Unterberg-Eisenstadt in die Freistadt Eisenstadt eingemeindet. Die 1834 im klassizistischen Baustil errichtete Synagoge wurde im Zuge des Novemberpogroms 1938, in der Nacht vom 8. auf den 9. November geschändet. Eine fanatische Menge drang an diesem Abend in die Synagoge ein und desavouierte die Inneneinrichtung. Kultgegenstände, wie der Thoravorhang, die Thorakrone und andere Objekte, wurden aus der unterirdischen Schatzkammer geplündert und die Rabbinerbücher zerstört. In weiterer Folge wurde das Gebäude zu einem Depotraum der Wehrmacht umfunktioniert. Von den 446 Jüdinnen und Juden Eisenstadts überlebten etwa 250 den Holocaust . Nur neun Eisenstädter Jüdinnen und Juden, darunter Oskar Schiller, kehrten nach 1945 zurück.