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Zu: Gedenktafel für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Stadtschlaining

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Die ersten gesicherten Spuren jüdischen Lebens in Stadtschlaining finden sich im Jahr 1675. Ermöglicht wurde die Ansiedlung und die Ausübung wirtschaftlicher Tätigkeiten durch die Ausstellung von Schutzbriefen von der Familie Batthyány, den Grundherren von Schlaining. Die heute noch erhaltene Synagoge mit angeschlossenem Rabbinerhaus und jüdischer Schule dürfte im 18. Jahrhundert errichtet worden sein. Seit dem 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Mitglieder der jüdischen Gemeinde stetig zu und erreichte ihren Höhepunkt im Jahr 1848 mit 650 Personen. Mit der Aufhebung der Erwerbs- und Aufenthaltsbeschränkungen und der allmählichen bürgerlichen Gleichstellung ab 1840 kam es zu einer sukzessiven Abwanderung der jüdischen Bevölkerung in wirtschaftlich attraktivere Städte und Orte, wie Budapest, Wien, Szombathely oder auch Oberwart. Ende des 19. Jahrhunderts lebte bereits mindestens die Hälfte der Gemeindemitglieder in Oberwart oder Großpetersdorf. Die Kultusgemeinde verlor dadurch zunehmend an Bedeutung. Bis 1920 sank die Zahl der Jüdinnen und Juden in Schlaining auf 59 Personen. Zudem verließ der letzte Rabbiner des Ortes, Felix Blau, 1923 seine Stelle und wurde in der Filialgemeinde Oberwart tätig. 1930 wurde in Oberwart eine eigene Kultusgemeinde gegründet und Schlaining dieser als Tochtergemeinde angeschlossen. Die Volkszählung von 1934 wies nur noch 19 Jüdinnen und Juden in Schlaining aus. Kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 wurden die Geschäfte jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner beschlagnahmt und die jüdische Bevölkerung aufgefordert, das Burgenland zu verlassen. In weiterer Folge wurde mittels „Arisierung“ die jüdische Bevölkerung ihres Besitzes beraubt und zur Abwanderung gezwungen. Die meisten flohen nach Wien und versuchten, ins Ausland zu gelangen. Über das weitere Schicksal einiger jüdischer Bürgerinnen und Bürger von Schlaining ist wenig bekannt. Die Inneneinrichtung der Synagoge wurde von den Nazis geschändet und zweckentfremdet, ein Abriss wurde nicht vorgenommen. 1948 wurde die Synagoge an die Israelitische Kultusgemeinde Graz restituiert und das Gebäude verwaiste zusehends. In den 1980er Jahren begannen in dem vom Land angekauften ehemaligen jüdischen Gebäudeensemble Synagoge, Rabbinerwohnung und Schule umfangreiche Renovierungsarbeiten. 1988 konnten die Arbeiten fertiggestellt werden und in der ehemaligen Synagoge wurde die Bibliothek des Österreichischen Studienzentrums für Friedens- und Konfliktforschung untergebracht. Im Zuge der Umgestaltungen 2022 wurde eine Ausstellung und eine „Gedenk-Installation“ geschaffen.